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"Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse - Die Versuchung des heiligen Antonius" (1501 von Hieronymus Bosch)
12.Folge, 2.Staffel der 24-tlg. Doku F 2016 von Carlos Franklin.
Aufnahme: ARTE 04.09.2016.
Das Spätmittelalter ist von Schrecken und Aberglauben geprägt. Um die notleidende, fiebergeschüttelte Welt zu heilen, entfaltet Hieronymus Bosch in seinem Altarbild “Die Versuchung des heiligen Antonius” (1501) eine spektakuläre Bildmagie. Mit dem Pinsel versucht er, seine unheilvollen Dämonen zu bändigen.
Mit dem allegorischen Triptychon “Die Versuchung des heiligen Antonius” erreicht die fantastische Bildwelt des niederländischen Malers Hieronymus Bosch ihren Höhepunkt. Im ausgehenden Mittelalter erlitt die Bevölkerung der Niederlande Hungersnöte und Epidemien, auch von schrecklichen Überschwemmungen wurde sie heimgesucht. Die in hohem Maße korrupte Kirche beherrschte das Volk, indem sie es mit Strafen ängstigte und eine Vergeltungsjustiz walten ließ. Das aufkommende rationale, wissenschaftliche Denken hatte noch große Mühe sich durchzusetzen. Bosch stellt seine glänzende Maltechnik in den Dienst einer Symbolwelt voller grotesker, fantastischer Geschöpfe. Das Altarbild zeigt drei Momente aus dem Leben eines Einsiedlers, der 105 Jahre lang den Versuchungen, Täuschungen und Gewalttaten des Teufels widerstanden hat. Der linke Bildteil zeigt seinen Kampf; er will sich nicht unterjochen lassen in seinem Glauben an Gott. Im Mittelpunkt des Bildes wird Gott befragt, der dem erschöpften Einsiedler nicht zu Hilfe gekommen ist. Auch im rechten Bildteil der den Einsiedler bei der Lektüre der Bibel zeigt, will ihn der Teufel noch verführen mit kulinarischen Versuchungen und Unzucht. Bosch stellt auf seinem Gemälde auch die Folgen der Mutterkornvergiftung dar, so die Bezeichnung für eine Krankheit, die unter anderem furchtbare Halluzinationen hervorruft. Sie entstand durch den Verzehr von Getreide, das von einem Pflanzenparasiten befallen war. Boschs vieldeutiges Gemälde soll auf den Betrachter wie ein Mittel zur Heilung dieses sogenannten Antoniusfeuers wirken – so der Name der im Mittelalter in Europa weit verbreiteten Krankheit, die vor allem die arme Bevölkerung in Hungerzeiten dezimierte. Darüber hinaus spielt Bosch in seinem Werk auch auf das moderne Hospitalwesen an, das der Antoniterorden zur speziellen Behandlung dieser Krankheit gegründet hatte.
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in Europas Norden macht das 16
Jahrhundert gerade die ersten Atemzüge
Schrecken und Aberglauben beherrschen
die Gedanken der Menschen
Feudalsystem und Kirche sind weitgehend
korrupt Kriege Hungersnöte und soluchen
verbreiten einen Duft von Schwefel und
Weltuntergang im ausgehenden Mittelalter
tun sich Wissenschaft und Wissen schwer
die Oberhand über den Glauben zu
gewinnen die Kirche und ihre Justiz der
Vergeltung im Dienste Gottes Ehren das
Volk das immer in Angst vor Strafe lebt
auch wenn diese Epoche von unserer Zeit
sehr weit entfernt scheint ist s doch
nicht weniger faszinierend der Buchdruck
erlaubt es schon Bilder und Gedanken
weiter und schneller zu verbreiten neue
Welten jenseits der Meere sind entdeckt
worden dazu kommen aus dem Süden Europas
die ersten Anzeichen für eine moralische
spirituelle und künstlerische
Wiedergeburt
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doch gestern wie heute haben große
Veränderungen in der Welt die Machthaber
schon immer beunruhigt und das Volk
ebenso im Süden der Niederlande in
zerthochen Burch einer der bedeutendsten
Städte brabants neben Antwerpen und
Brüssel liegt Hieronymus Boschs
Werkstatt hier erfindet der Maler Tag
ein Tag aus nach eigenen Regeln seine
Welt eine brillante Technik im Dienste
einer symbolischen Welt die von
seltsamen und fantastischen Kreaturen
bevölkert
ist Boschs wahnsinnige Bilderwelt ist
eine einzigartige malerische Schöpfung
die mit dem Werk die Versuchungen des
heiligen Antonius ihren Höhepunkt
erreicht
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was sehen wir einen Aufsatz der für den
Altar einer Kirche gedacht ist ein
tripdichon Öl auf einer eichentafel das
2,30 m breit und 1,30 m hoch ist die
beiden äußeren Flügel die an
gewöhnlichen Tagen geschlossen waren
zeigen zwei Szenen aus der Passion
Christi nach der religiösen
Überlieferung in Grautönen links seine
Festnahme im Garten
gezemani und rechts seine mit der
heiligen Veronika und ihrem Schweißtuch
beim Aufstieg nach
Golgotha geöffnet ist der dem heiligen
Antonius gewidmete Altar eine
allegorische Trilogie über den Kampf
zwischen Gut und Böse aus deren Mitte
der heilige uns betrachtet die drei
Panele stellen drei Zeitpunkte im Leben
des Einsiedlers da der sich 105 Jahre
lang den Versuchungen fallen und
Peinigungen des Teufels widersetzte der
es nicht von Antonius Inbrunst und
Gottesglauben besiegt zu werden links
fällt er nachdem er bei einem Kampf mit
den Kräften des Teufels durch die Lüfte
geschleudert wurde in
Ohnmacht in der Mitte ruft er zwischen
Ungeheuern und Dämonen kniend Gott an
der ihm nicht zur Hilfe gekommen ist
rechts schließlich sucht er Trost im
Lesen der Bibel während der Teufel der
ihn wiederholt misshandelt und
verprügelt hat versucht ihn hinterhältig
in Wollust oder in Völler
zutreiben die ganze Welt ist den
Versuchungen ausgeliefert Luft und Erde
sind voller Ungeheuer und Dämonen Hexen
fliegender Fische und fantastischer Bote
das Höllenfeuer versenkt Stadt und
Wasser und in den syümpfen wimmelt es
nur so von unheimlichen
Wesen welche Bedeutung hat diese
spektakuläre ebenso einzigartige wie
erschreckende wenn nicht gar ketzerische
Vision der Welt um das herauszufinden
müssen wir die dargestellten Elemente
Symbole und Figuren erforschen die
Geheimnisse lüften die sich hinter
dieser einmaligen Komposition verbergen
und verstehen was uns der Künstler von
einer Epoche von ihrem Glauben ihren
Ängsten und Bestrebungen
erzählt Hieronymus van aren wurde 14
in serenbosch geboren daher auch sein
Pseudonym Bosch wir wissen nur wenig
über ihn er stammte wohl aus einer
Familie von Malern und buchmalern einige
wenige Dokumente bezeugen die
Bestellungen von religiösen Gemälden
seine Hochzeit sowie seine
Mitgliedschaft in einer illustren
Bruderschaft er ist als einer der
hauptsteuerzahler der Stadt verzeichnet
und auch sein Begräbnis am 9 August 1516
wird
erwähnt alles weitere sind Mutmaßungen
die ihn abwechselnd als frommen oder
ketzerischen Künstler beschreiben als
pragmatisch oder Visionär als gelehrt
oder
ignorant ja manchmal sogar als
Drogensüchtigen oder
Fantasten im Grunde genommen steckt
Bosch ganz in seiner Malerei inmitten
der zahlreichen Spiegelungen einer
bewegten Epoche jener dunklen Nacht der
Seele die in jedem Detail
durchscheint doch wie können wir uns
diese fantastische Welt vorstellen die
im Herzen einer Kirche tront am Ende des
als aufklärungsfeindlich geltenden
Mittelalters
sertoenbch trägt den Beinamen das kleine
Rom wegen seiner ungefähr 30 mit
Skulpturen und fenstermalereien
geschmückten Kirchen und
Kapellen die Menschen gehen dorthin um
zu beten um Zauber zu beschwören oder um
Heilung zu erflehen dabei werden die
heiligen Sowi hier Antonius um Hilfe
gerufen während über den Teufel beim
Straßentheater herzlich gelacht und
gespottet wird kennt man bei Gott nicht
den geringsten Spaß keine D Jahre zuvor
ist
der Prediger und Mönch savonarola der
die Medici und die Korruption des Klerus
bekämpfte in Florenz als Ketzer gehängt
und anschließend verbrannt
worden was die vielen Hexen am Himmel
der Versuchungen des heiligen Antonius
angeht so wird die Jagd auf sie von
Papst Innozenz dem a einem glühenden
Anhänger der Inquisition neu
vorangetrieben Ketzer und Gotteslästerer
Enden genagelt gepfäht oder hauptet der
religiösen Justiz mangelt es nicht an
raffinierten Foltermethoden darauf
bedacht auf der sicheren Seite zu sein
Drängen die Mitglieder des Klerus die
Akademiker die Reichen Händler und die
Adligen in religiöse Bruderschaften die
für Wohltätigkeit und gegenseitigen
Beistand stehen und in denen die Kirche
viel Geld mit ihren Ablassbriefen
macht diese Ablassbriefe dienen dazu die
eigenen Sünden freizukaufen so wird die
Kirche reich und
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Fett ins herthochen Bursch gibt es
allerdings zwei humanistische
Bruderschaften der devotio moderner
Bewegung die den christlichen Menschen
und die Kirche erneuern wollen sie
wurden von Jüngern des Mystikers Jan van
reusbruck gegründet der bereits ein
Jahrhundert früher die Kleriker
beschuldigt hatte sie würden die Wolle
dem Schaf also das Geld den Gläubigen
vorziehen diese Bewegung zieht es vor
Wissen durch Bücher zu
verbreiten im Gegensatz zu der Mächtigen
und sehr traditionsbewussten
Bruderschaft Unserer Lieben Frau der
Bosch angehört kündigte Devotio moderna
bereits die kommende protestantische
Reform
an wie konnte Bosch mit seinem
mehrdeutigen Werk der religiösen Justiz
entkommen indem er sich einfach verhielt
wie sein heilige Antonius und den Fallen
und Versuchungen des Teufels den Rücken
zuwandte
Schwindel ergreift den Betrachter den
Bosch hat ziemlich beschleunigt die 105
Lebensjahre des Einsiedlers würden nicht
ausreichen alle dargestellten
lasterketzereien unkeuschheiten und
Sünden
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zusammenzufassen genau im Mittelpunkt
des triptichons blickt uns das Auge des
heiligen an durch ihn ruft Bosch dazu
auf der List des Teufels zu widerstehen
der vorgibt die Menschen hätten ihn
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Funden ich bin Antonius wird von bsch
auf weiteren Gemälden eindringlich
wiederholt ob auf dem einsiedleraltar
oder dem Altar der heiligen
Julia Bosch prüft den Glauben seiner
Mitmenschen mit einer außergewöhnlichen
künstlerischen Falle er wechselt vom
fantastischen zum alltäglichen vom Bösen
zur Schönheit Menschen sterben die Berge
sind von Kadavern bedeckt doch es wird
auch gleichzeitig friedlich Wäsche
gewaschen das Auge erschrickt vor etwas
das weit über die religiöse Malerei des
Mittelalters hinausgeht inspiriert von
Jakobus devoragines legenda auria die
seit mehr als 200 Jahren im gesamten
christlichen Europa bekannt
ist von einem Panel zum nächsten
scheinen sich die unzähligen
Versuchungen in einem rasanten Lauf um
das Grab Jesu herum zu steigern die
Darstellung ist eine regelrechte
Synthese der Schöpfung getreu der
mikrokosmischen flämischen Vorstellung
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ein Brand erhält das Gemälde vermutlich
derselbe der serten Bosch in Boschs
Jugend verwüstet hat und den er nicht
vergessen kann die Einwohner fliehen sie
irren mit anderen umher die versuchen
dem Krieg dem Hunger oder der Pest wie
damals alle tödlichen sich ausbreitenden
Krankheiten genannt wurden zu entkommen
die ungeheuer kommen durch die Luft über
Land oder durchs Wasser und kündigen die
unvermeidbare Zerstörung der Welt an
bosch hat nicht vor an Gottes Stelle die
Welt zu retten er will die Verbrennungen
der Körper und der Seelen lindern und
das Antoniusfeuer
heilen für die Kranken die sich vor
seinem Tryptichon sammeln ruft Bosch den
heiligen an bete für Sie lass sie vom
heiligen Feuer genesen
die Malerei soll wie ein ärztliches
Rezept wirken und die Kranken zu den
Klöstern des antonitaordens führen die
in ganz Europa bald zu dem wurden was
wir heute Krankenhaus
nennen dort wird echte Medizin
praktiziert die Chirurgen kommen von den
besten Universitäten und werden gut
bezahlt geheilte Patienten bleiben um
anderen zu
helfen das Antoniusfeuer ist Ergotismus
oder auch kriebelkrankheit die durch von
mutterpilz befallenen Roggen verursacht
wird diese Geißel bricht über die
hungerleidende Bevölkerung herein in den
Niederlanden wie auch in Paris wo die
Bevölkerung
1418 stark dezimiert wurde es gibt über
50.000 Tote in weniger als einem Monat
die gangren ist die schlimmste Form der
Krankheit dabei verfärben sich die
Extremitäten schwarz sie trocknen aus
und fallen ab
amputierte Gliedmaßen werden am Eingang
der Klöster aufgehängt die diese
Operationen durchführen sie werden
sorgfältig aufbewahrt und dann in die
Särge der Verstorbenen gelegt um diese
als Ganzes zum Herrn schicken zu
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können die harmlosere Form der Krankheit
löst Halluzinationen Fieber
Verbrennungen und Krämpfe aus
Bosch malt die fürchterlichen
Halluzinationen die von dem parasitären
Pilz ausgelöst werden der die
psychedelische Wirkung einer starken
Droge hat wie ein LSD des
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Mittelalters die Kranken wurden nicht
dafür bestraft dass sie Gott beleidigt
hatten sondern einfach nur dafür dass
sie ein wenig reinigtes Brot gegessen
hatten der Umzug der ungeheuer ist mit
außergewöhnlicher Virtuosität einem von
der Buchmalerei geerbten sin fürs Detail
und dem Reichtum einer Palette mit
warmen Farben und seltenen Tönen
gemalt er bewegt sich auf den Heiligen
zu er ähnelt den volkstümlichen Umzügen
beim Karneval oder dem Narrenfest bei
denen alle Exzesse erlaubt waren so
versuchten die Einwohner ihr Elend die
Macht des Wassers die Überschwemmungen
und die anderen göttlichen Geiseln zu
vergessen von denen die niedrig
gelegenen Länder des Nordens regelmäßig
heimgesucht
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wurden die Wahnsinnigen und den Wahnsinn
zu malen war auch eine Möglichkeit die
Laster der Gesellschaft ihre moralische
Unordnung und ihre spirituelle
Verblendung
anzuprangern das Narrenschiff der
poetische und kritische Text des
straßburgers Sebastian Brandt wurde 1494
auf Deutsch veröffentlicht und war in
ganz Europa äußerst
erfolgreich der bestzeller des
Mittelalters der anlässlich des Baseler
Karnevals veröffentlicht wurde lehrte
einen neuen Humanismus und stellte die
Vernunft über die blinde Frömmigkeit
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zur gleichen Zeit priesß Erasmus der
uneherliche Sohn eines Priesters und
einer Arzttochter ein neues
humanistisches Christentum und geißelte
die verdorbenen kirchlichen Sitten sowie
den Machtmissbrauch durch den Papst er
stand mit den neuen aufgeklärten
Geistern in ganz Europa in Verbindung
und verfasste sein Lob der Torheit
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die Gesellschaft die Brand und Erasmus
beschrieben litt an den Lastern der
Kirche und es war an der Zeit endlich
den Stein der Thorheit
herauszuoperieren und zwar nicht durch
als Mönch verkleidete Scharlatane oder
Betrüger sondern durch Wissen und
moderne Wissenschaft
wo warst du guter Jesus wo warst du
warum warst du nicht von Beginn an da um
mir zu helfen und meine Wunden zu
heilen der an Ergotismus erkrankte
verzweifelt daran die Stimme des Herrn
nicht zu hören der ihm wie Antonius
Antworten
würde ich war da habe aber deinen Kampf
abgewartet
nun da du wie ein Mann gekämpft hast
will ich dich auf der ganzen Welt als
Beispiel
hinstellen die Kranken sind unter der
Vielzahl unförmiger Wesen die sich nach
Heilung und Verteilung des Saint vinage
Sehnen gut zu
erkennen die antonita behandelten mit
Balsamen auf Basis von Pflanzen und
Schweinefett der heilige Antonius gilt
als Patron der Schweine den aussichts en
verabreichten Sie einige Tropfen
desinage eines Elixir aus Wein und
Pflanzen das mit Reliquien des heiligen
vermischt wurde der Trank sollte an
Himmelfahrt eingenommen werden beim
Betrachten von Gemälden die Antonius
gewidmet waren und alles heilen
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können der heilige Antonius deutet eine
Segnung
anelleicht ende Geste der antonita die
es einem ermöglichen sollte den Tod doch
noch zu
entrinnen Bosch verwischt die Spuren er
stellt heilige Ikonen und heidnische
Idole nebeneinander und setzt seine
Figuren in Szene wir sehen einen
schwarzen Hut und einen Trichter ein
Ungeheuer mit
schweineschnauze die Börse und den Dolch
der Bourgeois eine Eule oder einen Kutz
auf dem Kopf der Gipfel der Ketzerei
einen Hund mit narrenmütze eine weitere
Allegorie des Wahnsinns und noch vieles
mehr nicht zuletzt das zerbrechende Ei
der Schmelztiegel des Lebens in der
Symbolik der
Alchemisten werden es das antonita krutz
und der saintvinage schaffen den Teufel
zu besiegen
mögen Gott und Bosch die Kirche
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erretten sind das triptchon der
Versuchung und seine dutzenden Kopien
die ersten generischen
Medikamente jedenfalls weiß niemand ob
es Bosch in seiner zügellosen Fantasie
gelang den Kranken das Tor zum Garten
der Lüste zu
öffnen niederländischen bedeutet der
Ausdruck die Welt fährt Schlittschuh
dass sie verrückt spielt ein teufelsbote
gleitet seelenruhig auf seinen Kufen
dahin auf dem Brief den er im Schnabel
trägt scheint der Name Bosch zu stehen
vielleicht schickt sich hier der Maler
selbst einen
Ablassbrief auch der Vogel ist ein
Spötter denn er trägt stolz das
Abzeichen eines Mitglieds einer
Bruderschaft vielleicht der Steinmetze
geschätzte Handwerker die jedoch der
Bruderschaft Unserer Lieben Frau
eindeutig unterlegen waren was den
Trichter auf seinem Kopf angeht der
vermutlich für Unvernunft steht so
spielt Bosch wohl mit der
niederländischen Redewendung wie ein
Trichter
trinken und hier ist unser gefiederter
Bote das vornehme Mitglied einer frommen
Bruderschaft betrunken von einem
Festessen kommend mit dem Ablass im
Schnabel
über diese Abfolge von esoterischen
Zeichen Hexen Folterungen obsyitäten
Wollust und Sodomie hinaus geht Bosch
noch einen Schritt weiter und ruft die
Alchemie auf den
Plan die Alchemie die hermetische
Philosophie hat weder mit Magie noch mit
Hexerei zu tun noch ist sie eine falsche
Wissenschaft wie die Aufklärung sie
später nannte
die Alchemie ist eine Geschichte der
Pharmazie mit Öfen und
destillierapparaten Destillation
Extraktion durch Hitze und Kondensation
durch Kälte die heiße Krankheit braucht
die Alchemie um abzukühlen und zu
heilen die Alchemie zeigt die
verborgenen Dinge sie ist eine
Wissenschaft die die natürlichen
Elemente verändern will um zu
heilen die Kirche fördert sie nicht
wegen ihrer neuartigen Heilmittel
sondern weil der Alchemist in seinem
Labor im Geheimen auch an der Umwandlung
von Metallen arbeitet in der Hoffnung
eines Tages den Stein der Weisen zu
entdecken der Blei in Gold verwandeln
und die Kirche für die kommende Ewigkeit
reich machen wird
die Gebäude haben die Form von Öfen und
destillierapparaten denn die Öfen und
Schmelztiegel der Alchemisten sind die
domus die Häuser in denen die
Transmutation der Stoffe
stattfindet und hier ist die
geheimnisvollste Pflanze der Alchemisten
die allraune der Gegenstand von Glaube
und Aberglaube schlechthin es hieß sie
wachse unter den Galgen in der Erde die
von den gehängten mit ihren letzten
Samen fruchtbar gemacht wurde wurde sie
herausgerissen konnte ihr
furchterregender Schrei den der ihn
hörte verrückt machen oder gar töten
ihre Wurzel die die Form eines Menschen
haben soll verlie Wohlstand und
Fruchtbarkeit wegen des Risikos das mit
ihrem pflücken verbunden war war sie
sehr
teuer die giftige und in hoher Dosis
tödliche allraune rieben sich Hexen mit
einem Stock der später zum Besen wurde
auf ihre Geschlechtsteile um es sich
dann so richtig zu geben
wer allraunensaft in seinem Wein trinkt
schläft ein und verspürt keinen Schmerz
wenn ihm ein körperglied amputiert wird
schrieb bereits apolleus platonikus im
se
jahrhundert der allraunenaft wurde
tatsächlich bei Amputationen angewendet
doch er betäubte die Kranken nicht nur
er verursachte auch warnanfälle und
Halluzinationen und das unwiderstehliche
Gefühl auf dem trüben was der Welt zu
treiben Boschs Alchemie war weder geheim
noch schuldhaft sondern eher die
Hoffnung auf einen möglichen Triumph von
Vernunft und Wissenschaft über die
aufklärungsfeindlichkeit zahlreiche
Künstler sind der Versuchung des
heiligen Antonius erlegen doch keiner
hat den heiligen herangezog um die
Laster seiner Zeit mit einer
Mehrdeutigkeit zu malen die ein
Jahrhundert später die gesamte flämische
Malerei inspirieren sollte bosch hat in
seiner Malerei die Raffinesse und die
Schönheit der ausgehenden Gotik bewahrt
ohne jemals den Versuchungen des
italienischen Modernismus der
Renaissance nachzugeben er stellte sein
gewaltiges Talent in den Dienst seines
Glaubens der seine unzähligen inneren
Dämonen besiegen
konnte 7 nur ein Jahr nach heronimus
Boschs Tod schlug Luther seine 95 Thesen
an die Tür der Kirche in Wittenberg
darin forderte er die Autorität des
Papstes heraus und verurteilte den
Ablasshandel und die bibelfernen Dogmen
der
Religion der Umzug der ungeheuer ist
immer noch nicht zu Ende ebeno wenig der
Kampf zwischen Vernunft und
aufklärungsfeindlichkeit Gott erhitzt
weiter h die Geister die Welt läuft auf
dem Kopf sie gleitet endlos dahin und
Bosch lacht sich ins Fäustchen
[Musik]