Der Rechtsstaat: Staatsaffären

Kontra Funk
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31.05.2024
Source:
https://www.spreaker.com/episode/der-rechtsstaat-staatsaffaren--60221746
Der Staat beschädigt Bürger oder fühlt sich verletzt. Joachim Steinhöfel berichtet über Klage und Verteidigung in den Verfahren von Henryk M. Broder und Julian Reichelt wegen Verlautbarungen von Mitgliedern der Bundesregierung. Ulrich Fischer kommentiert den Verfahrensgang vor dem Bundesverfassungsgericht. Schließlich berichtet Dirk Sattelmaier von einem Stresstest des Rechtsstaats in der gerade eröffneten Hauptverhandlung wegen angeblichen Hochverrats in Frankfurt am Main.
[Musik]
guten Tag und herzlich willkommen bei
einer weiteren Folge des Formats der
Rechtsstaat im
kontrafunk mein Name ist Thomas
michaelber
und ich stelle das was folgt unter den
Titel staatsaffären es erwartet Sie kein
Liebesfilm und keine Ausbreitung
amüsanter Ereignisse das kann man im
Rechtsstaat grundsätzlich nicht erwarten
im Gegenteil geht es um das Gegenteil
von Liebesaffären
Hass Abneigung Geringschätzung prägt
einen Typ von rechts Verfahren mit dem
wir uns gegenwärtig auseinandersetzen
und auf der einen Seite ist der Staat
tatsächlich selbst in Gestalt Staats und
amtstragender Personen darin verwickelt
wir hören von Joachim Steinhöfel Anwalt
für Medien und Presserecht wie die
Bundesregierung mit ihren Ministerinnen
in den Fällen von Henrik broder und
Julian reicheld Verfahren ist und welche
gefühlsanteile dort eine Rolle
spielten es sind nicht nur die Gefühle
sondern es ist auch die Zeit in der über
diese Gefühle entschieden wird die eine
Staatsaffäre prägen dazu hat
Ulrich Fischer im Anschluss einen
Kommentar und wir gehen in einem
größeren letzten Teil auf die
Staatsaffäre des Monats oder des Jahres
oder der nächsten Jahre ein das sind die
sogenannten reichsbürgerprozesse von
denen jetzt ein weiterer in Frankfurt
beim Oberlandesgericht vor dem
Staatsschutzsenat begonnen hat Dirk
sattelmeier gibt darüber
[Musik]
Auskunft ich begrüße Joachim Steinhöfel
prominenter Rechtsanwalt aus Hamburg der
prominente tritt insbesondere in
zivilrechtlichen mediensachen und sich
deshalb eines Prominenten Wikipedia
Eintrags erfreut
über den man sagen kann er erkundet wie
manche andere Wikipedia Beiträge die
Grenzen dessen was man negativ über
Personen sagen kann und darf wir
verschaffen uns einen unmittelbaren
Einblick und zwar in zwei
Prominente
medienrechtsfälle die in den letzten
Wochen auch öffentlich diskutiert worden
sind sie betreffen Henrik m broder als
Journalist der Welt und in allerlei
weiteren
publikationsformaten wie etwa der Achse
des Guten bestens bekannt und Julian
reicheld beide hatten das zweifelhafte
Vergnügen sich mit der Bundesregierung
auseinandersetzen zu müssen
im Falle von
broder ist der Journalist gegen eine
Veröffentlichung des Innenministeriums
vorgegangen im Falle von Reichelt ist es
umgekehrt gewesen und das alleine ist
schon ein prominenter Umstand Herr
Steinhöfel können Sie uns mit einigen
Einzelheiten wir können das nur
kursorisch behandeln dieser beiden Fälle
befassen und sagen worauf es dabei
ankommt also ich fange gleich mal mit
dem Fall an das Bundesinnenministerium
hat den Bericht des unabhängigen
expertenkreises muslimfeindlichkeit eine
deutsche Bilanz 2023 veröffentlicht und
in diesem Bericht der herausgegeben
wurde vom Bundesinnenministerium und der
nach der Entscheidung des
Oberverwaltungsgerichts Berlin
Brandenburg auch den Eindruck auf die
Leser machte dass er vom
Bundesinnenministerium mit herausgegeben
wurde ich muss das einfach dann so
zitieren gegendert wie es dort drin
steht der Authentizität Alber stand so
machte sich beispielsweise der Autor des
Artikels im Mauseloch der Angst ein
Artikel den Henrik broder 2010 im
Spiegel veröffentlicht hatte also machte
sich dieser Autor für eine
uneingeschränkte Anwendung der
Meinungsfreiheit stark während der
Aufrufe zur Deeskalation und
Rücksichtnahme offen verhöhnte und
Muslim innen pauschal als Unwissende
ehrversessene blutrünstige
hordendämonisierte das ist natürlich
eine zulässige Meinungsäußerung aber
ebenso vollkommener Unsinn Bruder hat
mich dann beauftragt dagegen vorzugehen
beim verwaltungsgricht Berlin sind wir
unterlegen und das
Oberverwaltungsgericht berlinbrandenburg
hat diese Passage des Berichtes dann
verboten und zwar hat es dabei im Kern
ausgeführt die entsprechenden
paraphrasierungen und Einordnungen die
dich gerade zitiert hatte sind von der
Bundesrepublik im Verlauf des
gerichtlichen Verfahrens selbst als
polemisch überspitzter Satz und als
bewusst zugespitzte Meinungsäußerung
bezeichnet worden und zwar zurecht mit
der von Herrn broder gerügten Passage
wird nicht nüchtern dargestellt und
analysiert sondern in einer Weise
paraphrasiert und bewertet die die
Grenze der zur Überzeichnung
überschreitet und geeignet ist den
Antragssteller
herabzusetzen die Bundesrepublik geht
schriftsätzlich selbst davon aus dass
belastend sein möge von unabhängigen
Experten als publicist mit bewusst
zugestützten Meinungsäußerung für einen
Teil des Problems der
muslimfeindlichkeit nämlich gehalten zu
werden und das darf der Staat nicht und
die FAZ hat dazu ja eine sehr schöne
Überschrift geschrieben Bruder blamiert
Innenministerium und das
Innenministerium hat un dann mitgeteilt
dass die verbliebenen Exemplare dieses
bemerkenswerten Berichts von ihm
entsorgt und eingestampft wurden das ist
dann eigentlich auch nur konsequent
gewesen der Punkt ist hier ein privater
hätte das sagen dürfen die
Meinungsfreiheit geht sehr weit aber der
Staat muss sich gegenüber seinen Bürgern
zurückhalten er darf sich nicht
herabsetzend über seine äußern und das
ist hier in einer Weise gestehen die
rechtswidrig war das ist die eine
Richtung in der
meinungsüberschreitungen anders zu
bewerten sind und ein Umstand der zu
beachten ist im anderen Fall geht es um
eine journalistische Äußerung selbst die
angeblich die
Bundesregierung und ihre Organe
beleidigt haben soll das ist der Fall
Julian reich
und eine Finanzhilfe für
Afghanistan was man aus der öffentlichen
Berichterstattung entnimmt es war
streitig ob es sich dabei um Tatsachen
oder um Meinungen handelt die geäußert
worden sind sie sagen uns in welchem
Bereich diese Unterscheidung eine Rolle
spielt das Portal von Julian reicheld
News nius hat einen Artikel
veröffentlicht dessen Überschrift
lautete die Bundesregierung zahlen
wieder Entwicklungshilfe an Afghanistan
er hat daraus einen Tweet gemacht in dem
Tweet sieht man diese Überschrift also
Bundesrepublik zahlt wieder
Entwicklungshilfe an Afghanistan sehr
deutlich und zwar viel deutlicher als
die Schriftgröße in dem Tweet und das
hat er dann bewertet als er gesagt hat
zusammengefasst wir leben in einem
Irrenhaus wir zahlen Entwicklungshilfe
an die Taliban dass das ein
islamofaschistisches totalitäres Regime
ist weiß jeder und dass dort sicherlich
nicht mit Sicherheit davon ausgegangen
werden kann dass die Entwicklung Hilfe
in die richtigen Kanäle Gerät sondern
Taliban darauf Zugriff haben ist eine
zulässige Wertung die Bundesregierung
hat sich darüber ischoffiert dass das ja
unwahr sei also dass die
Entwicklungshilfe nicht an die Taliban
Gänge und hat ihn daraufhin abgemahnt
als ich davon gehört habe und dieser
Abmahnung mochte ich das erst gar nicht
glauben habe ihn gebeten mir diese
sofort zur Verfügung zu stellen und 53
Minuten später war unsere Klage beim
Landgericht Hamburg eingereicht und zwar
auf Feststellung dass dieser Anspruch
nicht besteht also praktisch man dreht
den Spieß um die Bundesregierung hat
dann beim Landgericht Berlin versucht
eine einstöige Verfügung zu erwirken das
Landgericht hat das abgelehnt und das
Kammergericht hat dann zur großen
Überraschung diese einsweilige Verfügung
erlassen normalerweise muss man wenn man
dann zum Verfassungsgericht geht den
Rechtsweg ausschafen also das ganze noch
mal bei denselben Gerichten in der
Hauptsache durchziehen und dann dauert
das noch mal 3 Jahre in Ausnahmefällen
muss das nicht der Fall sein bei
beispielsweise dann wenn es unzumutbar
ist wir haben ein Verfassungsbeschwerde
eingelegt die bereits nach vier Monaten
entschieden wurde also das
Verfassungsgericht hat die
Verfassungsbeschwerde nicht nur
angenommen sondern auch zugunsten von
Julian reicheld entschieden dass der
Beschluss des Kammergerichts ihnen in
seinen Grundrechten aus Artikel 5
Meinungsfreiheit Pressefreiheit verletzt
im Ergebnis hat das
Entwicklungshilfeministerium von Frau
Schulz die Klage die wir erhoben haben
anerkannt hat die eigene später erhobene
Klage in Berlin zurückgenommen und auch
den auflasse einer einweiligen Verfügung
zurückgenommen und hat damit allein für
die eigene Rechtsvertretung ein deutlich
fünfstelligen Betrag aufgewandt dazu
kommen noch die Kosten die dann an
unsere Seite zu erstatten sind das
bemerkenswerte hieran ist dass es höchst
ungewöhnlich ist dass der Staat gegen
die freie Presse vorgeht und noch
ungewöhnlicher ist dass genau dieselbe
Aussage vom ZDF getätigt wurde in einem
Tweet von einer heute journal
Moderatorin Frau jellineek und auch in
der veröffentlicht wurde als Überschrift
in einem Artikel von Allan Posener auf
unsere Presseanfrage an Frau Schulze ob
sie von diesen Äußerung Kenntnis habe
und ob sie nun auch gegen diese Äußerung
vorgehe hat man die Aussage verweigert
und wir haben Klage vom
Verwaltungsgericht erhoben damit diese
Presseanfragen beantwortet werden denn
ich würde eben auch gerne wissen nach
welchen Kriterien da intern genau
dasselbe anders beurteilt wird nämlich
gegen vielleicht weniger kritische
Medien wie wie das ZDF nicht vorgegangen
wird gegen Julian reicheld aber der
besonders kritisch mit der
Bundesregierung umgeht die ganze
staatliche Finanzkraft und macht
eingesetzt wird um ihn in diesem Punkt
zum Schweigen zu bringen was tchtig nach
hinten losgegangen ist Herr Steinhöfel
sie teilen uns einen wichtigen Umstand
mit der aus dem Veröffentlichen
Beschluss des
Bundesverfassungsgerichts nicht
hervorgeht und den man sich vor Augen
halten muss wenn man das gegenwärtige
Auftreten der Bund Regierung auf sich
wirken lässt sie haben den
Verfahrensweg schon
erörtert und ich erlaube mir die
Zuspitzung war das ein Ritt auf der
Rasierklinge die Verfassungsbeschwerde
zu
erheben mit einem Befund bei dem man in
der juristischen Ausbildung ansonsten
lernt Subsidiarität des Rechtswegs der
ist nicht ausgeschöpft also ist die
schwerde unzulässig und eine
entsprechende Zurückweisung durch das
Bundesverfassungsgericht ist nicht
gerade
ungewöhnlich das ist richtig aber die
Subsidiarität gilt nicht ausschließlich
und immer normalerweise ist das so und
man muss warten bis der Rechtsweg
ausgeschöpft ist aber es darf dann nicht
geschehen wenn die Durchführung des
Hauptsacheverfahrens unzumutbar ist und
das Bundesverfassungsgericht hat genau
diesen Fall angenommen denn dann würde
dasselbe Verfahren bei denselben
Gerichten noch einmal mit eigentlich
keineer Aussicht auf Erfolg durchgeführt
werden müssen und das ist dann reiner
Formalismus der nicht sinnvoll ist
häufig würden in ähnlich gelagerten
Fällen sicherlich die verfassungserden
trotzdem abgewiesen wir mussten das aber
einfach versuchen aber war ich davon
überzeugt dass hier eine realistische
Chance besteht dass das
Bundesverfassungsgericht das so
einschätzt und zweitens war das ein so
ungeheuerlicher Vorgang er ist recht
wenn man das im Kontext sieht mit
weiteren Äußerung von Frau Feser wer den
Staat verhöhnt muss es mit einem starken
Staat zu tun bekommen von hern
Haldenwang der auch von der meinungsfit
gedeckte Äußerung als
verfassungsschutzrechtlich relevant
ansieht und sie verfolgen will den
Meldestellen die eingerichtet werden für
Äußerung unterhalb der
straffolkeitsgrenze darüber hinausgehend
der Umstand dass Claudia rot
Presseanfragen nicht beantwortet wozu
sie verpflichtet ist dass annaalena
berbock die wir auch verklagt haben
Presseanfragen nicht beantwortet und
dass erst unter gerechtlichem Druck tut
und dann sagt wir erkennen die Kosten an
Frau Schulze wird auch verklagt weil sie
Presseanfragen nicht beantwortet dieser
Auskunftsanspruch der Presse gibt sich
aus der Verfassung unmittelbar und das
ist ein solcher breiter Fächer an
Kollision dessen was die Bundesregierung
tut mit den Grundrechten aus Artikel 5
Pressefreiheit Informationsfreiheit und
Meinungsfreiheit das ist spekulativ ich
habe dafür keine in diese Richtung
gehende Verlautbarung von dort aber dass
in diesem Kontext den das
Verfassungsgericht natürlich auch sieht
dass eine Bank ist in Hinblick auf
Artikel 5 dass man den auch gesehen hat
und gesagt hat dieser Fall bietet sich
ja gerade zu exemplarisch an um noch mal
ein paar Pfeile einzurammen und dem
Gesetzgeber der hier über die schränge
schlägt was ja auch schon vor Jahren mit
dem Netzwerk durchsetzungsgesetz losging
das noch Merkel Maß zu verantworten
haben eindeutig verfassungswidrig dass
wir hier aus karlsohl mal ganz deutlich
zeigen müssen wie elementar das
Grundrecht der Meinungsfreiheit ist das
hat das verfassungsgreicht auch schon
sehr sehr oft getan aber hier noch mal
mit besonderer Deutlichkeit und
besonders dann wenn jetzt auch noch der
Staat anfängt die freie Presse vor sich
her zuut treiben Herr Steinhöfel sie
zünden ein Licht der Hoffnung an für
diese Sendereihe die den Titel der
Rechtsstaat trägt ich muss hinzufügen
wir haben im Laufe des letzten Jahres
verschiedentlich und zwar grundlegende
Kritik auch an der Rechtsprechung des
Bundesverfassungsgerichts geübt und die
Befragten Anwälte und Prozessvertreter
dort waren keineswegs überzeugt davon
dass der
allseitige Schutz von Grundrechten und
Verfassung derzeit dort gut aufgehoben
sei sie kennen die Diskussion die sich
fortlaufend angeschlossen hat an das D
der Herrschaften im Kanzleramt in der
Regierungszeit Merkel das einfach keinen
guten Eindruck hinterlässt unabhängig
davon ob man das richterlich tun kann
was ich aus eigener Erfahrung abgelehnt
hätte aber die Generation ändern sich
und die Einschätzungen dort auch können
Sie einen letzten Blick wagen waren
diese Bilder falsch und haben wir dem
Bundesverfassungsgericht nicht zugetraut
was es eigentlich nach wie vor
repräsentiert nämlich ein Zufluchtsort
für schwer geschädigte wir haben keinen
anderen Zufluchtsort auf jeden Fall ist
es rechtlich ein ganz ganz wichtiger
Zufluchtsort aber der Zufluchtsort es
sollte ja eigentlich die Justiz schlecht
hin sein und wenn man sieht in welchem
Umfang Politiker Strafanzeigen erstatten
oder in welchem Umfang Frau Stck
Zimmermann das tut und gleichzeitig
versucht Geldentschädigung zu erlangen
die nach meiner Einschätzung höher sind
pro Monat als ihr Abgeordneten Gehalt
indem sie auch kleinste oder auch noch
nicht mal strafbare Inhalte verfolgt für
eine liberale nur dem Namen nach
sicherlich nicht ganz
unproblematisch dann sieht man dass ein
Hauptproblem in Deutschland sicher daran
liegt dass die Justiz und die
Justizverwaltung völlig unterfinanziert
ist wir brauchen mehr Richter gut
ausgebildete Richter mehrrichter gut
ausgestattete Geschäftstellen und dann
muss man nicht erst zum
Verfassungsgericht häufig wird man dann
auch bei Staatsanwaltschaften mit
Zuständen konfrontiert wo man in ein
Zimmer reingeht und den Staatsanwalt
hinter lauter Akten nicht mehr sieht wie
soll der arme Mann DAF sorgen das Recht
und Gesetz durchgesetzt werden das
unschuldige freikommen oder nicht
verfolgt werden und umgekehrt ich habe
ziemliches Vertrauen in die deutsche
Justiz ich erlebe manchmal
Entscheidungen da schlage ich die Hände
überm Kopf zusammen besonders bei
Gerichten die die handwerg nicht
verstehen da gibt es auch immer wieder
Gerichtsstände die immer wieder sehr
sehr auffällig werden und zwar auch über
längere Zeiträume aber es gibt auch
umgekehrt exzellente Gerichte exzellente
Richter und Entscheidungen mit den man
immer wieder sehr zufrieden ist und das
macht mich eigentlich relativ
zuversichtlich Herr Steinhöfel ich bin
30 Jahre lang ein rechtsarbeiter im
Wesentlichen der ersten Instanz gewesen
und ihre Worte sind eine Wohltat für die
Justiz die selbstverständlich immer der
Kritik ausgesetzt ist und ganz selten
die Erwartungen der Betroffenen erfüllen
kann ich danke Ihnen für den Überblick
und den Ausblick in diesen beiden
grundsätzlichen Sachen und wir bedanken
uns für die Zeit eines Rechtsanwalts der
eigentlich Zeit niemals übrig hat für
sie immer gern lieber Herr Seibert
es geht um die Zeit die Zeit in der
Rechtsanwendung stattfindet die Zeit die
Gerichte und Geschäftsstellen für
Verfahren haben und um die Zeit des
Bundesverfassungsgerichts in der es sich
mit Angelegenheiten wie denen von Julian
reichild beschäftigt oder nicht
beschäftigt
manchmal geht das schneller und
effektiver als ordentliche Gerichte
arbeiten und manchmal lässt es über
Jahre auf sich warten über diese
Zeitunterschiede hat Ulrich Fischer
nachgedacht und er würdigt sie in einem
Kommentar nichts ist erfolgreicher als
der Erfolg und den hat Joachim
Steinhöfel mit dem im Interview mit
Thomas seIber besprochenen
Kammerbeschluss der ersten kammer des
Ersten Senats des
Bundesverfassungsgerichts unter vors des
Präsidenten harard glorreich errungen
nicht nur Kollege Steinhöfel wertete ihn
als Zeichen dafür dass das
Bundesverfassungsgericht nach Jahren des
taumelns wieder auf den Weg der
rechtsstaatlichen Tugend zurückfinden
könnte doch ich hatte zur Vorsicht und
bin auch nicht völlig von den Gründen
überzeugt die der Hamburger Kollege für
die internen Überlegungen der Kammer
anführt sie sind und bleiben Spekulation
ebenso wie das was der Kommentator nun
sagt er ist nämlich überzeugt davon dass
der Erfolg nicht zuletzt darauf beruht
dass das ehemals führende Mitglied der
CDU Fraktion im Bundestag die
Gelegenheit beim
schopfefasste
spdministerinnen ohne sich allzu weit
hinauszulehnen die liveviten zu lesen
und so den offensichtlich erfolgreichen
Versuch zu unternehmen sich vom Odium
der allzuoßen Staatsnähe vorsichtig und
unauffällig zu
distanzieren bei aller Genugtuung über
den Spruch aus Karlsruhe dessen Ergebnis
in aller Deutlichkeit zu begrüßen ist
bleibt es Aufgabe von Juristen auch
hinter die rechtlichen Kulissen solcher
Entscheidungsfindung Z schauen zunächst
sei in Erinnerung gerufen dass das
Bundesverfassungsgericht kein normales
Gericht im Sinne des Instanzenzuges
sondern an eigenständiges
Verfassungsorgan neben Bundes Präsident
Bundesregierung und Bundestag ist das
zeigt bereits dass es sich hier auch um
ein politisches Organ handelt eben
gerade nicht nur um ein Element der
gewaltilung zur Kontrolle der beiden
anderen Gewalten seine Entscheidung
binden nämlich gemäß Paragraph 31
Bundesverfassungsgerichtsgesetz die
Verfassungsorgane des Bundes und der
Länder sowie alle Gerichte und Behörden
und in einer Vielzahl von Streitigkeiten
hat die Entscheidung des
Bundesverfassungsgerichts nach dieser
Vorschrift Gesetzeskraft außerdem
schafft das Gericht neue Normen dadurch
indem es beispielsweise das
informationelle Selbstbestimmungsrecht
erfindet oder den Parlamentsvorbehalt
bei Kriegseinsätzen der Bundeswehr im
Ausland das eigentliche Gerichtswesen
ist dem Gegenüber kein politisches Organ
sondern eine eigenständige
kontrollorganisation im Sinne einer
funktionierenden
Gewaltenteilung das
Bundesverfassungsgericht ist nicht nur
ein Staatsgerichtshof zur Kontrolle der
anderen Staats und Verfassungsorgane im
Hinblick auf deren verfassungskonformes
handeln die sich daraus ergebenen
Verfahren machen übrigens nur etwa 4%
der verkündeten Entscheidungen aus der
restliche Teil beinhaltet die Verfahren
der individuellen
Verfassungsbeschwerde Paragraph 90
Absatz 2
Bundesverfassungsgerichtsgesetz dazu
lautet wie folgt ist gegen die
Verletzung der Rechtsweg zulässig so
kann die Verfassungsbeschwerde erst nach
Erschöpfung des Rechtswegs erhoben
werden das Bundesverfassungsgericht kann
jedoch über eine vorerschöpfung des
Rechtswegs eingelegte
Verfassungsbeschwerde sofort entscheiden
wenn sie von allgemeiner Bedeutung ist
oder wenn dem Beschwerdeführer ein
schwerer und unabwendbarer Nachteil
entstünde falls er zunächst auf den
rechts Weg verwiesen würde Zitat Ende
dieses Prinzip der rechtswegerschöpfung
hat seinen Grund darin zum einen das
Bundesverfassungsgericht nicht vorzeitig
mit Verfassungsfragen zu beschäftigen
doch es geht dabei nicht nur um die
Arbeitsentlastung auch wenn dies ein
essentieller Aspekt ist sondern vor
allem darum Streitigkeiten im Verhältnis
von Bürger zu Bürger oder zum Staat den
dafür zuständigen gerichtszweigen die
darauf Spezi isiert sind zu
überantworten diese kennen sich mit der
jeweiligen rechtlichen Materie aus und
haben die entsprechende Möglichkeiten
Sachverhalte aufzuklären Beweise zu
erheben und so weiter das
Verfassungsgericht darf in dieses
filigrane Geflecht der fachlichen
Zuständigkeiten der Rechtsanwendung und
Rechtsauslegung durch die Fachgerichte
nur dann und erst dann eingreifen wenn
der Rechtsweg abgeschlossen ist und sich
dann herausstellt dass das von den
Fachgerichten gefundene Ergebnis zwar im
Sinne der Anwendung der
einfachrechtlichen Gesetze zutreffend
aber unzutreffend im Hinblick auf die
Wertungen der Verfassung ist mit anderen
Worten das Bundesverfassungsgericht ist
nicht befugt eine von den Fachgerichten
abweichende eigene Rechtsmeinung zu
Rechtsnormen unterhalb der Verfassung an
die Stelle einer rechtskriäftigen
fachgerichtlichen Entscheidung zu setzen
seine Aufgabe besteht allein darin die
abschließend von den Fachgerichten
gefundenen Ergebnisse einer
verfassungsgerichtlichen Kontrolle zu
unterziehen in der Rechtssprechung des
Bundesverfassungsgerichts und jetzt
gerade auch in dem
reicheltbeschluss der übrigens wie alle
kammerbeschlüsse ohne mündliche
Verhandlung erfolgt ist zeigt sich nun
allerdings eine Tendenz dass diese
Grenzen nicht sauber eingehalten werden
und das Bundesverfassungsgericht sich um
es polemisch zu formulieren als
superrevisionsinstanz geriert
normalerweise so die Erfahrung des
Kommentators aus jahrzehntelanger Arbeit
ist es geradezu der mit akribi
herausgearbeitet der erste Vorhalt der
einem
verfassungsbeschwerdeführer gemacht wird
dass er den Rechtsweg nicht ausgeschöpft
hat dass das hier anders war ist schön
und gut für den Betroffenen Journalisten
und die Meinungsfreiheit die von
Bundesverfassungsgericht ohne nähere
Begründung dagebotene Subsumption des
relativ einfachen sach Haltes unter die
Tatbestandsmerkmale schwerer und
unabwendbarer Nachteil bzw allgemeine
Bedeutung zeigt meines Erachtens ganz
deutlich wie hier prozessuale
Begrifflichkeiten politisch
instrumentalisiert worden sind um
zeitnah ein wenig Druck vom
Bundesverfassungsgericht abzuwenden denn
es ist schon erstaunlich mit welcher
Geschwindigkeit das
Bundesverfassungsgericht in diesem Fall
entschieden hat während andere wichtige
und äußer das wichtige Verfahren
weiterhin im Verfahrensgang
schmoren schmoren lautet das letzte Wort
von Ulrich Fischer zum Kommentar Sachen
schmoren das ist kein juristischer
Fachausdruck trotzdem ist es ein
alltagseindruck den man hat den man von
Sachen die zu entscheiden sind hat von
Personen die auf Entscheidungen warten
und von Personen die während sie warten
auch noch in Untersuchungshaft sitzen
das ist der Fall in der letzten
Staatsaffäre die wir erörtern 26
Angeklagte schmoren seit dezember 2022
in
Untersuchungshaft es hat eine gewaltige
Anklage an drei verhandlungsorten
gegeben in Stuttgart hat das Verfahren
bereits begonnen in Frankfurt Main hat
die Hauptverhandlung am
21 Mai begonnen und wir befassen uns mit
ihrem Umfeld und ihrem ersten Ablauf in
einem Interview dass sich den
Besonderheiten einer Staatsaffäre ohne
äußere Auswirkungen ohne Schäden bei
Beteiligten widmet und dennoch eine ist
[Musik]
ich begrüße Dirk sattelmeier
Strafverteidiger Rechtsanwalt in Köln
und Mitglied der Redaktion des
Rechtsstaats fast solange es dieses
Format im kontrafunk gibt wir haben ihn
bei früheren Gelegenheiten die Zuhörer
Wissen das in kleineren Strafsachen auch
politisch motivierter Delikte gehört er
ist derzeit und aktuell straf
Verteidiger in einem Prozess der mit
Superlativen angekündigt worden ist und
der in der allgemeinen Presse mit dem
Prädikat
reichsbürgerprozess apostrophiert wird
da gibt es Verhandlungen an drei Orten
die sprengen alle Größenordnungen ich
habe in den Zeitschriften gelesen wenn
die Beteiligten Juristen es möchten dann
können Sie sich mit der Materie für den
Rest ihres Lebens beschäftigen der
Umfang der Akten und die Anzahl
möglicher Verhandlungen spricht dafür
Herr stelmeier geben Sie uns doch
zunächst einen ersten Eindruck darüber
was ist das für ein Verfahren was ist
das für ein Verhandlungsort und auf
welche
Angeklagten trifft man in Frankfurt ja
das kann man schon so sagen dass das
hier ein Verfahren der Superlative ist
das fängt ja bereits an mit der
Berichterstattung mit der medialen die
schon die Festnahme im Dezember 2022
beinhaltet hatte da waren dann eben live
vor Ort mehr Reporter und man konnte
dann wunderbar sehen wie insbesondere
der Rädelsführer der Prinz Reus hier
festgenommen wurde dieses Sako und die
Festnahme als solche als Bild ging ja
wohl auch um die Welt das geht dann
weiter über den Akten Umfang der also
nun mittlerweile nah zuu eine halbe
Million Seiten erreicht hat das sind
über 800 stehordner wenn man das
Ausdrucken würde und es sind eben gut
zwei Dutzend Angeklagte vor Gericht die
allerdings wie sie schon sagt aufgeteilt
sind auf drei gerichtsstandorte
Oberlandesgerichte in Stuttgart
Frankfurt und München zwei Verfahren
davon laufen ich bin in Frankfurt dabei
dort sollen die sogenannten Rädelsführer
vor Gericht stehen die Anklageschrift
selber war 600 Seiten lang die wurde
allings nicht ganz vorgelesen weil nur
der Anklagesatz vorgelesen wurde der
fasste 65 Seiten vorgeworfen wird diesen
Angeklagten letztlich die Mitgliedschaft
Gründung oder Unterstützung einer
terorischen Vereinigung Paragraph 129gb
und das Vorbereiten eines bestimmten
hochräterischen Unternehmens Paragraph
83 scgb das sind verbrechenstatbestände
die nicht unter einem Jahr bestraft
werden und die räelsführer müssen sogar
mit der sogenen Qualifikation des
Paragrafen 129 Absatz 4 rechnen mit der
Anwendung dort seine mindeststraf von 3
Jahren vor gesehen also alles kein
Pappenstil allerdings muss man hier
jetzt schon sagen dass keine
Anklageschrift also weder die in
Stuttgart noch in Frankfurt obwohl auch
in München eine zumindest bis zur
Festnahme der Beteiligten keine Straftat
beinhalte die zu Lasten Dritter ging
also das heißt es gibt eine Ausnahme in
Stuttgart allerdings dort hat bei der
Festnahme bzw Hausdurchsuchung ein
vermeintliches Mitglied soll da um sich
geschossen haben dort ist dann auch ein
versuchter Mord angeklagt aber bis dahin
hat die Gruppe ausweisich die Anklage
hier keinerlei Straftaten zasten Dritter
begangen also ganz unten fangen wir mal
an vielleicht mit einer Beleidigung oder
mit Sachbeschädigung schon gar keine
Gewalttaten also Straftatbestände im
Bereich der Körperverletzung sind hier
festzustellen also das ist der Stand der
Dinge im Moment das ist wichtig
festzuhalten wenn man sich Vergleiche
mit anderen Verfahren staatsbedrohlicher
Art vor Augen führt die die älteren
Zuhörer der Sendung und diejenigen die
mit der jüngsten Zeitgeschichte vertraut
sind kennen den Strafprozess der in
Stuttgart steamheim gegen Bader Meinhof
Rasp und andere geführt worden ist wie
sie hervorgehoben haben war dort fast
ausschließlich Mord und zwar vlendeter
Mord der Anklage Vorwurf die von Ihnen
erwähnten Tatbestände der Unterstützung
einer kriminellen
Vereinigung liefen am Rande waren damals
erst im Entstehen es gibt dann noch den
Tatbestand des
hochfrats und wenn wir uns den ansehen
dann geht es zurück bis ins Kaiserreich
und ins Jahr 1871 in dem ein
hochvahratsprozess gegen Wilhelm
Liebknecht und August Bebel geführt
worden ist im übrigen unter ähnlich
merkwürdigen Umständen in dem Schriften
aus 10 bis 20 Jahren der entstehenden
sozialdem tie vorgelesen worden sind wie
viel Schriftmaterial wie viel
Gedankenwelt und man könnte sagen
virtuelle Bestandteile spielt in dem
eine Rolle was angeklagt ist geht das
aus dem Anklagesatz heravor ja das kann
man so sagen es ist sehr sehr viel
gedankliches dort enthalten es sind
natürlich auch Handlungen beschrieben
worden wie z.B die Bestellung und
Verteilung von Satellitentelefonen im
Fall eines möglichen auswalls einer
Kommunikation das sind dann so mögliche
Vorbereitungshandlung es werden
entsprechende Sitzungen beschrieben aber
auch nur rudimentär die abgehalten
worden sind es gibt sicherlich die eine
oder andere Aussage die getroffen wurde
aber das würde jetzt zu weit führen das
alles noch mal zu beschreiben die Frage
ist hier wird am Ende auch sein
materiellrechtlich sicherlich was ist
eben noch straflose
Vorbereitungshandlung und ab wann
erreicht man hier die Strafbarkeit des
129a sdgb nämlich die Mitgliedschaft
Gründung oder Unterstützung einer
terroristischen Vereinigung das ist ja
grundsätzlich eine Vorverlagerung der
Strafbarkeit sie haben es schon gesagt
das ist alles im Zuge der terrorprozesse
in den 70er Jahren auch geschaffen
worden es ist eine vorverlagung der
Strafbarkeit und die Grenzen sind da
nicht eindeutig und das was in
Anklageschrift hier von sich gegeben
wurde das muss ich erstmal auch
bestätigen und es ist eine Erzählung die
auf ganz ganz vielen Erkenntnissen
beruht wobei hier auch die erste Kritik
kommt das wurde auch schon erörtert dass
ich hier die Staatsanwaltschaft die
Rosinen rausgepickt hat die eben dann
dazu führen soll dass den Angeklagten am
Ende der Tatnachweis erbracht werden
kann in der Öffentlichkeit wird
Waffenbesitz diskutiert und es sind
Nachrichten über die Beschlagnahme eines
Waffenlagers und ähnliche Vorbereitungen
durch die Welt gegangen welche Rolle
spielt dieser Aspekt ihrer Einschätzung
nach war das bedrohlich sind das Waffen
mit denen man einen Umsturz herbeiführen
kann na ja grundsätzlich kann man mit
Waffen immer irgendwas Böses tun das
wenn es soweit ist hier um Schusswaffen
geht es ist auch konkret dargelegt was
dort aufgefunden wurde man kann das aber
jetzt nicht so vorstellen zumindest
nicht laut Anklageschrift dass hier sich
die Angeklagten im großen Stile Waffen
besorgt haben sollen wie im Einzelnen
das Waffenlager das es so eigentlich gar
nicht gab zumindest ist es so nicht
beschrieben wie das in standand bleibt
jetzt mal abzuwarten ich kann jetzt z.B
bei meinem man sagen dass bei ihm eine
erlaubnisfreie schreckstoßpistole
gefunden wurde und ein Butterflymesser
soweit zu dem Thema welche Rolle
spielten die Waffen jetzt auch bei den
einzelnen es gab auch wohl Erlaubnisse
von Waffen Besitz bei den einzelnen
Mitgliedern das ist aber jetzt im Moment
noch nicht das Thema letztendlich gibt's
auch möglicherweise einen Waffensammler
all das wird sich zeigen aber wichtig
ist auch festzuhalten dass hier z.B
keine Waffen angekauft wurden also
zumindest s solche nicht in der
Anklageschrift beschrieben das wäre ja
eine typische Schwelle auch zum jetzt
geht's los jetzt wird's gefährlich jetzt
werden Vorbereitungshandlung für das
getroffen was dort in der anklerschrift
vorgeworfen wird ich möchte dann den
Aspekt auf die beschwerenden Momente für
die Angeklagten mal richten
offensichtlich ist dass seit dezember
2022 Untersuchungshaft vollzogen wird
das sind jetzt anderthalb Jahre das ist
um es mal salop zu sagen kein Pappenstil
diese Untersuchungshaft wird begründet
mit der Straferwartung als 81
Strafgesetzbuch Hochverrat bzw unter
Umständen auch 129
Strafgesetzbuch auf der anderen Seite
fragt sich immer noch ist das eigentlich
ein rechtsstaatlich gebotene Maßnahme im
Ermittlungsverfahren ja das ist die
große Frage die wir uns auch Stellen
letztendlich muss man sich tatsächlich
vorstellen seit anderthalb Jahren sitzen
dort Menschen die zum überwiegenden Teil
jedenfalls auf jeden Fall die in
Frankfurt noch keinerlei Vorstrafen
hatten keinerlei Gewalttaten begangen
haben sondern denen eben hier
vorgeworfen wird etwas vorbereitet zu
haben bzw gebildet zu haben was dann
später da unter dazu hätte führen können
also ganz ganz viel hätte und wenn und
aber es gab natürlich haftprüfungen dort
wurde das alles erörtert ich kann auch
nicht absehen was am Ende V einer
Verurteilung da herauskommt es gibt wie
gesagt in
129a Absatz 4 der eben mindeststraf von
3 Jahren vorsieht wenn man das mal ein
bisschen hochrechnet kommen wir
vielleicht auch 5 se Jahre bei dem einen
oder anderen nach zwei Dritteln wird in
der Regel die Reststrafe Z Bewährung
ausgesetzt so dass wir wenn wir mal
davon ausgehen dass dieses Verfahren
noch sehr lange andauern wird durchaus
davon ausgehen können dass der eine oder
andere Angeklagte jedenfalls hier
bereits mit der uhurhaft seiner
Haftstrafe abgesessen hat also die
Gefahr besteht auch oder vielleicht
sogar mehr das wissen wir nicht weil es
jetzt schon sehr viel ist die
strauerwartung spielt aber natürlich
nicht eine alleine Rolle es geht
natürlich hier um den dringenden
Tatverdacht und es geht auch vor allen
Dingen darum liegt ein Haftgrund vor der
wird in der Regel hier mit der
Fluchtgefahr begründet auch das ist wie
gesagt alles vorgetragen worden da gibt
es durchaus Personen die hier ihr
soziales Umfeld haben und selbst bei so
einer Straferwartung gegebenfalls keine
Fluchtgefahr besteht aber das liegt
immer im Auge des Betrachters auf
welcher Seite man steht das Gericht in
dem Falle war es der BGH den
entsprechenden Haftprüfungsverfahren der
hier die haftvortdauer beschlossen hat
es wird in der staatsanwaltlichen
Stellungnahme in den veröffentlichten
Meinungen häufig im Verfahren einen Sieg
des Rechts und verfassungsstaats gesehen
um das ganz allgemein zu beschreiben der
effektiv und wirksam verhindert hat was
verhindert werden musste ist das eine
zutreffende Einschätzung ihrer Ansicht
nach welche Rolle spielt dieses
Verfahren das ja mit dem Vorwurf des
hochfahrrats auf oberster Ebene
angesiedelt ist bei der Bewahrung des
des Rechtsstaats ich halte dieses
Verfahren salop gesagt für den
Stresstest in der deutschen
nachkriegsjustizgeschichte weil das
Verfahren einfach vom Umfang her und
auch vom bisherigen Gang her so einmalig
ist wie noch keines zuvor will das mal
ein paar Sachen festmachen wird immer
gesagt der Rechtsstaat hat hier
funktioniert das erwarte ich auch dass
er das tut und der Rechtsstaat muss mit
aller Härte des Gesetzes dagegen
vorgehen die Frage ist dieses Prinzip
des rechtsstats ist ja in unserem
Grundgesetz verankert und ist es
überhaupt wer ist überhaupt der Adressat
dieses Rechtsstaatsprinzips und Adressat
sind immer die staatlichen Institutionen
hier in dem Falle eben auch Gericht und
Staatsanwaltschaft und dieses Prinzip
soll eben uns Bürger vor staatlicher
Willkür schützen das heißt auf dieses
Rechtsstaatsprinzip beruft sich in
allererster Linie der Angeklagte in dem
Fall in Strafprozessen und nicht
unbedingt die strafverfolgungsbde oder
die Spruchkörper die dann schon gar
nicht daraus ableiten können mit
maximaler Härte gegen Angeklagte
vorzugehen also das Gebote
rechtsstatlichkeit gebietet eben die
Einhaltung der Vorgaben die eben der
Gesetzgeber gemacht hat nach dem Prinzip
der Rechtsstaatlichkeit und da gibt es
hier durchaus sehr sehr viele
Kritikpunkte die im Vorfeld bereits eine
Rolle spielen und die auch immer wieder
W das Verfahrens der Rolle spielen
werden da ist natürlich diese Aufteilung
in drei Gerichtsstände die einmalig ist
bisher ja eben diese Aufteilung in drei
Gerichtsstände begegnet sehr sehr
starken Bedenken seitens der
Verteidigung den wir einmal auch die
bestehende konzentrationsmark Maxime das
heißt eine Straftat muss möglichst
konzentriert abgehandelt werden stellen
Sie vor drei Bankräuber Überfallene Bank
und so wurde es auch von dem Kollegen
auch mal da getan ganz plastisch im
Verfahren und einer wird in Berlin der
andere in Hamburg und der andere in Köln
angeklagt das geht natürlich wird auch
nicht gemacht logischerweise da haben
wir dann sicherlich auch bedenken was
den Grundsatz des gesetzlichen Richters
angeht also welches Gericht entscheidet
we das muss ich vorher wissen ja ich
habe die Gefahr in dieser Konstellation
hier dass möglicherweise die einer
sogenannten institutionellen
Befangenheit unterliegen das heißt wenn
es in Stuttgart irgendwas entschieden
wird was auch Frankfurt betrifft und das
ist ja automatisch anzunehmen denn es
ist ja die gleiche tat mehr oder weniger
die angeklagt ist dann besteht ja halt
die Gefahr dass Frankfurt ebenso
entscheiden muss ja zumindest besteht da
die Besorgnis und aus Sicht der
Verteidigung ist das nicht zu halten
genauso auch ein wichtiges Prinzip der
Rechtsstaatlichkeit ist das Prinzip der
Waffengleichheit insbesondere zwischen
straatsanwaltschaft und Verteidigung
auch hier sehen wir Probleme es besteht
eine auch jetzt it erkennbarer Unwucht
zu Gunsten der Staatsanwaltschaft die ja
das Verfahren führt in allen drei Orten
nur wir Verteidiger vor Ort haben
natürlich keine Kenntnis von dem
Verfahren was in Stuttgart z.B passiert
welche Zeugen da wie vernommen welchem
Inhalt wir haben keine Kenntnis und auch
keine automatisierte Kenntnis es wird
uns zugesagt dass man dort sich bemühe
uns etwas zuukommen zu lassen aber eine
Grundlage eine gesetzliche worauf wir
das beanspruchen können gibt es eben
einfach nicht dann haben wir das
weiteren sicherlich für einige
Angeklagte die Verletzung des
Gesichtspunkt der Gewährung des
rechtlichen Gehörs das heißt alles was
z.B in Stuttgart verhandelt wird
betrifft ja auch den Angeklagten den
einzelnen in Frankfurt weil es noch mal
um dieselbe Tat geht dieser Angeklagte
kann dann zu den einzelen Beweiserhebung
gar nicht mehr gehört werden weil ja
natürlich die Beweiserhebung in
Stuttgart schon läuft bzw abgeschlossen
ist das heißt hier wird ihm das
rechtliche Gehör nach 257 sdpo
abgeschnitten wir wissen auch nicht ob
Zeugen die bereits in Stuttgart
ausgesagt haben dann auch nach Frankfurt
kommen kommen müssen oder sogar die
Angeklagten all das ist im Unklaren und
all das basiert allein auf der
Aufteilung des Verfahrens und dann haben
wir noch Bedenken gegen die willkürliche
Aufteilung der Angeklagten es sollen in
Frankfurt die Rädelsführer vor Gericht
stehen das wird aus dem Anklagesatz
nicht ganz ersichtlich weshalb z.B mein
Mandant ein Rädelsführer sein soll und
ein Angeklagter in Stuttgart der
häufiger genannt wird im Anklagesatz in
Frankfurt warum der nicht in Frankfurt
im gerichtssal sitzt als Rädelsführer
sondern in Stuttgart im sogenannten
Bereich des militärischen Armes also all
das sind rechtsstaatliche Bedenken die
sind auch umfangreich geäußert worden im
Bereich von Rügen under Anträgen alles
wird bisher von den Gerichten
zurückgewiesen auch von der
Staatsanwaltschaft ein wichtiger Aspekt
ist noch am Ende jetzt hier dass wir
stand heute zumindest die Angeklagten
hier keine vollständige Aktenkenntnis
haben gestern erst wurden dann Laptops
eingesammelt die das sind sogenannte
leselaptops für die Angeklagten woraus
die sich dann mit der Akte befassen
können wichtiger Grundsatz dass sie eben
auf dem Stand sind und der letzte Stand
auf diesen leselaptops war ja zumindest
Oktober 23 das heißt alles was danach
gekommen ist und da ist was gekommen
davon haben die keine Kenntnis und das
haben wir auch natürlich gerügt gestern
sind die eingesammelt worden diese
Laptops um auf den neuesten Stand
gebracht zu werden dort wurde uns
seitens der Staatsanwaltschaft Zug sagt
dass diese zeitnah aktualisiert wen das
heißt von Beginn an der Hauptverhandlung
sind die Angeklagten ohne aktuelle
Aktenkenntnis hineingegangen auch das
geht nicht insbesondere nicht wenn wir
500.000 Seiten auf 800 stehordnern haben
die natürlich alle digitalisiert sind
also das sind alles Fragen die sich hier
die gerichtte und auch
Staatsanwaltschaft gefallen lassen
müssen zur Einhaltung dieses
rechtsstaatlichkeitsgebotes und da haben
wir doch wirklich erhebliche Zweifel
ohne jetzt auf die eigentliche Sache
einzugehen das kommt alles noch ich
möchte zum Schluss noch mal auf den
tatsächlichen Aspekt und die
Verfahrensführung eingehen zur
Rechtfertigung der staatlichen Anklage
könnte man vielleicht sagen das sind
einfach zu viel Personen zu viel Leute
in einem Gerichtssaal wobei mir sofort
einfällt dass der Auschwitzprozess am
Landgericht Frankfurt im Jahr 1963
immerhin gegen 20 Angeklagte geführt
worden ist und überzeugend durchgeführt
und beendet wird werden konnte es sind
diesmal 3 x ne gewissermaßen eine Art
schulklassenaufteilung wenn ich ihrer
Darstellung Folge und das ist vermutlich
notwendig mit solchen Aufteilungen
verbunden dann fällt das relativ
willkürlich aus wäre es vom
tatsächlichen her anders gegangen oder
sind es zu viele Leute nein aus unserer
Sicht wäre das sehr wohl gegangen es gab
auch ein Verfahren von dem
oberlandesgicht koblen da waren es auch
zwei nutzend Angeklagte auch eine
veriligung hat die dort eben verhandelt
wurde und das Verfahren ist sehr wohl
durchgeführt worden sicherlich jeder
Angeklagte hat zwei bis drei Verteidiger
das ist korrekt das würde sicherlich
dazu führen dass da ungefähr 100
verfahrensbeteilig der einen Seite
sitzen aber es geht auch der NSU Prozess
hatte zumindest was die Nebenkläger
angeht sehr sehr viele
Verfahrensbeteiligte also das wäre schon
möglich gewesen in Frankfurt ist sie
haben sie eingangs gesagt ja extra eine
Halle gebaut worden die für das was wir
da im Moment auf bieten neun angeklagt
und die Verteidiger durchaus ausreichend
ist vom Platz aber man hätte die sale
auch größer bauen können das wäre alles
kein Problem gewesen das lassen wir
nicht gelten und wir haben auch jetzt
bereits gesehen dass das
Beschleunigungsgebot dem ja hier das
Gericht unterliegt das Verfahren so
schnell es geht durchzuführen dass das
hier auch beeinträchtigt wird durch z.B
eben die Anträge die nur eben auf diesem
Umstand dass hier eben diese Aufteilung
vorgenommen wird beruhen damit war auch
zu rechnen da kann sich auch kein
Gerichte oder keine Staats we beschweren
logischerweise dass die rechte hier der
Angeklagten hier gewahrt werden sollen
dass bereits das zu einer Verzögerung
führt und wie eben sich das
weiterentwickelt wissen wir nicht es
sind ungefähr 250 Zeugen geladen und das
sind eigentlich nur die die seitens der
Staatsanwaltschaft in Betracht kommen
wenn die dann überall aussagen müssen
dann wird's dadurch auch noch länger
dauern also das sind alles Dinge die
sich erst zeigen werden und wir sind
eigentlich als Verteidiger alle der
Ansicht dass es auch hätte anders gehen
können an einem Gerichtsort in Frankfurt
war es wohl auch per sehe zu klein warum
jetzt auch Frankfurt gewählt wurde
wissen wir auch nicht wirklich weil die
Straftaten natürlich die vorgeworfen
wurden im ganzen Bundesgebiet sich
abgespielt haben sollen also das ist
alles sehr sehr wildkürlich wenig
nachvollziehbar und man hätte hier den
Versuch unternehmen müssen weil es eben
auch sie haben es auch gesagt wohl auch
bereits in der 50er Jahren durchaus
möglich war Proteste gegen mehrere
Angeklagte mehr als 20 zu führen das
hätte man hier unbedingt machen sollen
Herr sattelmeier welche Belastungen
bringt eine so lange Hauptverhandlung
für die Angeklagten mit sich ja das ist
natürlich eine enorme Belastung wenn Sie
die Umstände einer Untersuchungshaft
sich anschauen man sitzt eben mehr oder
weniger 23 Stunden in seiner Zelle
gerade in diesem Verfahren sind die
Sicherheitsmaßnahmen ja extrem hoch das
geht ja sogar soweit dass hier zumindest
seitens der Polizei bei der Abholung und
bei der Rückkehr in die JVA intens
Untersuchungs und Durchsuchungsmaßnahmen
getroffen werden die bis dahingehen dass
man sich oder sich die Angeklagten
gänzlich entkleinen müssen und das sogar
in alle Körperöffnung hineingeschaut
wird das passiert im gerichtssal bzw im
Gerichtsgebäude nicht mehr durch die
Justiz da hat das
andskgericht gesagt das machen wir hier
nicht allerdings ist eben alles andere
polizeisache ob man daagegen
verwaltungsrechtlich jetzt vorgeht muss
man mal schauen denn so die Ansicht der
Verteidigung stellt das einen
erheblichen Verstoß hier da gegen die W
des Menschen und da gibt's auch eine
entsprechende Entscheidung des
Europäischen Gerichtshofs für
Menschenrechte die sagt die ansatzlose
Durchsuchung in dieser Form ist nicht
zulässig noch mal eingangs gesagt wurde
ja auch dass hier keinerlei Straftaten
insbesondere keine Gewalttaten von
diesen Personen angeklagt sind und die
potenzielle Gefährlichkeit oder die
Bewertung dessen kann eigentlich n dazu
führen dass man erstmal das unterlässt
erst dann wenn sich hier irgendwas
ergibt kann man das vielleicht machen
aber Ansatz los so wie es jetzt passiert
menschenunwürdig da müssen sich die
Stellen die das ver anders haben
durchaus fragen ob das noch
menschenwürdig ist erlauben Sie sich
einen Blick auf den Fortgang des
Verfahrens hat jemand eine Idee wie
lange das dauern könnte also terminiert
es offiziell erstmal bis in den Januar
2025 hinein das wird natürlich bei
weitem nicht ausreichend wenn man jetzt
schon sieht wie lange auch zeugenussagen
dauern gestern gab's die erste Zeugin
die ausgesagt hat wenn man davon ausgeht
dass sich eben genau die dieses Problem
dieser Aufteilung der Gerichtsstände
hier wie ein roter Faden durch das
gesamte Verfahren ziehen wird wenn man
das mal zum Anlass nimmt ein Ausblick zu
wagen dann kann ich hier sagen dass das
mit Sicherheit mehrere Jahre dauern wird
unter denen kann ich es mir nicht
vorstellen baller Liebe nicht mir fehlt
einfach die Fantasie wie das innerhalb
eines Jahres wenn man zu einem Urteil
kommt wie das hier unter der Zeit von
ich sag mal 2 D Jahren wie das
abzuhandeln wäre das ist die deutsche
Realität des strafrechtlichen
großverfahrens tendenziell
unbeendbar um soo mehr bedanken wir uns
Herr sattelmeier bei Ihnen dafür dass
sie nach einigen wenigen
Verhandlungstagen nach der Verlesung des
konkreten anklagesatzes für uns fast
würde ich sagen exklusiv zur Verfügung
gestanden haben vielen Dank danke Ihnen
für die Möglichkeit
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es ist am Ende unbekannt wie diese
Verfahren auf rechtsstaatliche Weise
beendet werden können das ist nicht
zuletzt der deutschen Praxis des
Strafprozesses geschuldet in der auf der
einen Seite herrschaftlich vom Gericht
regiert werden könnte theoretisch
jedenfalls praktisch aber ist eine
verfahrensgemeinschaft zwischen Gericht
Anklage und Verteidigung gibt und sich
ähnliches immer wieder herausbildet und
herausbilden muss das führt zur Praxis
der Vereinbarung des Vergleichs und man
kann nur hoffen dass auch in den
Verfahren des Staatsschutzes die
Vernunft am Ende einkehrt und die
Einsicht das Verfahren in der Zeit
beendet werden müssen nur auf diese
Weise ist der Frieden eines rechtsstat
zu erreichen mit dem am Ende niemand im
Ergebnis zufrieden sein wird das hat der
rechtsstat an sich falls er sich
bewähren sollte wie Dirk sattelmeier
soeben dargelegt hat der Rechtsstaat
wird bewahrt jedenfalls in dieser
Sendung der sie bis zum Ende gefolgt
sind wir werden die Berichterstattung
fortsetzen auf kontrafunk für heute hat
sie begleitet Thomas Michael sber
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