Schockierend einfach: Gedächtnis um 300% steigern, mit diesen neurowissenschaftlichen Tricks

Alex
11 Abonnenten
10 Videoaufrufe·16.10.2024
Ich bin Alex, ich bin Gesundheitsberater und fasse heute für dich die Podcast-Folge
des Neurowissenschaftlers Andrew Huberman mit Dr. Ranganath zusammen, in dem es um unser
Gedächtnis geht, welche Rolle es in unserem Leben spielt, was der Schlüssel ist, um es
zu verbessern und warum es so einen massiven Einfluss auf unsere mentale Gesundheit hat.
Wenn du kostenlose PDF-Versionen meiner YouTube-Videos haben willst, dann abonniere einfach meinen
Newsletter, den Link zur Anmeldung findest du in der Beschreibung.
Zuerst zur Frage, warum spielt unser Gedächtnis überhaupt so eine wichtige Rolle in unserem
Leben?
Klar, es ist Voraussetzung, dass wir neue Informationen und Fähigkeiten lernen und
behalten können, aber seine Funktion geht noch weit darüber hinaus, denn unser Verständnis
der Gegenwart ist komplett abhängig von unserem Verständnis der Vergangenheit.
Zum Beispiel muss ich hier jetzt gerade wissen, wie ich hierher gekommen bin, warum ich gerade
vor einer Kamera sitze, um in diesem Moment sinnvoll handeln zu können.
Und auch unsere Fähigkeit, in die Zukunft zu planen, ist stark von unserem Gedächtnis
abhängig, weil unsere Pläne und Prognosen zu einem großen Teil auf vergangenen Erfahrungen
beruhen.
Und zu guter Letzt ermöglicht uns das Gedächtnis auch ein stabiles Ich-Bewusstsein, denn dieses
Selbstbild, das man vor sich hat, besteht auch zu einem sehr großen Teil aus der Summe
vergangener Erfahrungen und vor allem der Interpretation dieser Erfahrungen, aber dazu
später nochmal mehr.
In der Folge wurde ein ganz zentraler Faktor besprochen, der einen enormen Einfluss darauf
hat, wie gut wir uns Dinge merken können.
Dieser eine Faktor aktiviert nämlich das Belohnungszentrum und sorgt damit für einen
Dopaminausstoß und das wiederum fördert die Neuroplastizität.
Neuroplastizität ist einfach die Fähigkeit des Nervensystems, neue Verbindungen zu knüpfen
und das ist ein ganz fundamentales Element im Lernprozess.
Und dieser eine Faktor, der diese Kaskade auslöst bzw. begünstigt, ist die Neugier.
Dr.
Ranganath hat auch genau zu diesem Thema bei einer Studie mitgewirkt, die zu diesem Ergebnis
kam.
In dieser Studie hat man nämlich den Probanden Quizfragen gestellt, die sie beantworten sollten,
während man ihre Gehirnaktivität gemessen hat.
Und kurz nachdem die Frage gestellt wurde, aber noch bevor die Antwort kam, wurden Bilder
von zufällig ausgewählten Gesichtern gezeigt, die nichts mit der Quizfrage zu tun hatten.
Und was am Ende dabei rauskam, war, dass sich die Studienteilnehmer die Gesichter besser
merken konnten, die nach Fragen kamen, von denen sie die Antwort nicht wussten, aber
unbedingt wissen wollten.
In anderen Worten, sie waren neugierig und konnten sich in diesem Moment dann Informationen
besser merken, die nicht mal was mit der Quizfrage zu tun hatten.
Und wenn die Leute neugierig sind, die Antwort auf die Frage zu finden, bekommen sie einen
Bumpen in der Erinnerung für die Gesichter, relativ zu denen, die nicht neugierig sind.
Die Gesichter haben nichts mit der Quizfrage zu tun, aber es ist das Bewusstsein, in dem
neugierigen Zustand zu sein, das diese dopaminergische Aktivität in der Erinnerung beiträgt.
Hierfür gibt es aber eine Voraussetzung, und zwar eine positive Grundhaltung gegenüber
dem Unbekannten.
Denn man muss dabei natürlich offen dafür sein, dass neue Erfahrungen, Informationen
und Menschen nicht zwangsweise gefährlich oder langweilig sind, sondern interessant
und bereichernd sein können.
Und das sind natürlich zwei sehr unterschiedliche Lebenseinstellungen.
Ein weiteres wichtiges Thema in der Folge war der Einfluss von weißer Substanz auf
das Erinnerungsvermögen.
Dabei wurde eine Studie zitiert, in der jungen und alten Menschen Bilder mit überlagerten
Worten gezeigt wurde und die Teilnehmer sich nur das Bild und nicht das Wort merken sollten.
Am Ende wurde aber beides abgefragt und die jungen Teilnehmer konnten sich an die Bilder
besser erinnern, wovon man erstmal auch ausgehen würde, aber an die Worte, die sie eigentlich
ignorieren sollten, konnten sich die älteren Teilnehmer genauso gut erinnern wie die Jungen.
Und dieses Phänomen führt Dr.
Weiße Substanz oder White Matter sind Nervenbahnen, die verschiedene Gehirnareale miteinander
verbinden und mit einer Myelinschicht ummantelt sind.
Diese Myelinschicht sorgt dafür, dass Informationen deutlich einfacher und schneller übertragen
werden können.
Der präfrontale Kortex braucht diese weiße Substanz, um seine Exekutivfunktionen gut
auszuführen und zum Beispiel zu steuern, worauf die Aufmerksamkeit gelegt werden soll
und damit auch, was man sich merkt und was man ignoriert.
Diese weiße Substanz ist aber in älteren Menschen oft beschädigt beziehungsweise stark
reduziert.
Und so kommt es dann dazu, dass die jüngeren Teilnehmer in diesem Experiment ihre Aufmerksamkeit
quasi besser fokussieren können und damit sich die wichtigen Informationen auch besser
merken.
Die ältere Gruppe hingegen hat eher einen verstreuteren Fokus und merkt sich damit die
unwichtigen Informationen auf Kosten der wichtigen Informationen.
So ist zumindest die aktuelle Erklärung für diese Ergebnisse.
Und in der Folge wurde auch erwähnt, dass Menschen mit einer sehr stark beschädigten
weißen Substanz teilweise ein Gedächtnis haben, das auf einem ähnlichen Level funktioniert
wie Patienten, die sich in einem frühen Stadium einer Alzheimer-Demenz befinden.
Was kann man aber konkret tun, um sein Gedächtnis zu verbessern und den Rückgang zu verhindern?
Das Interessante dabei ist, dass diese Schädigung der weißen Substanz primär durch Lebensstilfaktoren
hervorgerufen wird und zu einem großen Teil vermeidbar wäre.
Die drei größten Risikofaktoren sind nämlich Bluthochdruck, ein zu hoher Blutzuckerspiegel
bzw. Diabetes und das Rauchen.
Und das betont auch Dr. Ranganath, dass allgemein die Gedächtnisprobleme im Alter zu einem
großen Teil durch einen gesunden Lebensstil verhindert oder zumindest stark verzögert
werden können.
Und als Erinnerungsforscher fühle ich mich fast schade, wenn ich über diese Dinge spreche,
weil, wie Sie wissen, so viele der wichtigsten Faktoren sind die, die nur mit der Gesundheit
Dinge, die hier einen sehr positiven Einfluss haben, sind ausreichend Schlaf und Schlafqualität,
eine gesunde Ernährung, viel Bewegung, Nichtrauchen und moderater Alkoholkonsum, soziale Kontakte,
eine gute Luftqualität und einen Sinn oder eine Aufgabe im Leben haben.
Es gibt dazu auch eine chinesische Studie, in der 29.000 Teilnehmer über einen Zeitraum
von 10 Jahren in Bezug auf ihr Erinnerungsvermögen beobachtet wurden und die hat auch nochmal
bestätigt, dass Lebensstilfaktoren eben einen massiven Einfluss auf das Erinnerungsvermögen
im Alter haben können, auch bei Menschen, die genetisch bedingt ein erhöhtes Risiko
für Alzheimer Demenz haben.
Und wenn du beim Thema gesunder Lebensstil nicht richtig in die Umsetzung kommst oder
einfach keine Fortschritte machst, dann melde dich gerne bei mir, weil genau damit helfe
ich meinen Klienten im 1 zu 1 Programm.
Wenn es interessant klingt für dich, schau einfach auf meiner Website vorbei, da findest
du alle weiteren Infos.
Und zuletzt noch zur Verbindung zwischen dem Gedächtnis und der mentalen Gesundheit.
Unsere aktuelle Gefühlslage, Motivation, Selbstbewusstsein und auch das Selbstbild
hängt zu einem sehr großen Teil von unseren vergangenen Erfahrungen bzw. der Geschichte
ab.
Das Ding ist aber, dass unsere Erinnerung an die Vergangenheit eigentlich nie wirklich
der neutralen, objektiven Wahrheit entspricht, sondern immer nur ein subjektiver Blickwinkel
auf die Geschehnisse der Vergangenheit ist.
Weil grundsätzlich kann man eigentlich die gleiche Abfolge an Events und Erfahrungen
auf völlig unterschiedliche Art und Weise wiedergeben und für sich interpretieren.
Bin ich jetzt zum Beispiel inkompetent und ein Pechvogel, weil ich einen bestimmten Job
nicht bekommen hab, oder bin ich sogar der größte Glückspilz, weil ich dadurch dann
eine andere Stelle gefunden hab, die viel besser zu mir passt?
Bin ich schlecht, weil ich durch Prüfung X durchgefallen bin, oder bin ich jetzt sogar
besser, weil ich gelernt hab, wie ich mich noch besser auf so eine Prüfung vorbereiten
kann?
Mal nur als Beispiel.
Beides ist ja theoretisch richtig, aber man entscheidet selbst, wie man diese Erfahrung
abspeichert.
Und das wiederum hat einen großen Einfluss darauf, wie man sich in der Gegenwart fühlt.
Aber es ist natürlich auch klar, je negativer die Erfahrung auf den ersten Blick ist, desto
schwieriger ist es auch, sie als eine positive Erfahrung abzuspeichern.
Trotzdem wurde auch im Podcast erwähnt, dass dieser Perspektivenwechsel durchaus ein sehr
effektives Tool, zum Beispiel in der Traumatherapie, auch sein kann.
So, das waren zweieinhalb Stunden in ein paar Minuten zusammengefasst.
Ich hoffe, du hast ein bisschen was mitnehmen können.
Ansonsten alles Gute und bis nächstes Mal.
