PROBLEM als Ausländer in Japan - Anruf vom japanischen Finanzamt

NihonGo
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2 Videoaufrufe·17.10.2024
Ich habe gestern einen Anruf bekommen, konnte aber nicht drangehen, weil ich beim Kickbox-Training war.
Danach habe ich erstmal die Nummer recherchiert im Internet, ob das wieder irgendjemand ist,
der mir irgendeinen Schrott verkaufen will hier.
Und dann sehe ich, das Finanzamt.
Und ich habe gedacht, oh nein, was will das Finanzamt denn jetzt schon wieder von mir.
Habe erstmal zurückgerufen, bin im Callcenter gelandet und dann haben sie mich weitergeleitet
zu der Person, die mich angerufen hat vom Finanzamt.
Und das war ein sehr netter Japaner, der aber irgendwie ein bisschen Probleme damit hatte,
Dinge so ein bisschen direkt zu sagen.
Das war ganz interessant.
Und was er von mir wollte, war folgendes.
Ich habe vor circa einer Woche meinen Steuerberater gefragt,
ob er nicht beim Finanzamt eine Bescheinigung beantragen kann,
dass ich hier in Japan lebe und Steuern zahle.
Denn das braucht man neuerdings für YouTube, damit man Einnahmen auch weiterhin erhalten kann.
YouTube mit den Einnahmen, wie man die bekommt und so,
da hört man wahrscheinlich nie so viel drüber.
Aber man bekommt natürlich, wenn ich Geld über YouTube verdiene, das ausgezahlt.
Und bisher war es immer so, dass man, wenn man in Japan YouTube macht,
das Geld aus Irland erhalten hat, weil YouTube in Irland eine Niederlassung hatte
und die da das immer dann eben in die Welt geschickt haben.
Nun hat Google aber ein Headquarter sozusagen in Singapur eröffnet
und die Zahlungen für Japan laufen jetzt über Singapur.
Und bisher war es auch schon immer so, dass man bei Google AdSense dann angeben musste,
ob man Amerikaner ist oder ob man Business in Amerika macht
oder ob die Zuschauerschaft aus Amerika kommt.
Denn wenn man irgendwas in Amerika verdient oder so,
dann muss man einen Teil seiner Einnahmen in Amerika dann dort auch versteuern,
wenn es kein Doppelbesteuerungsabkommen gibt und so weiter und so fort.
Ist alles relativ kompliziert.
Auf jeden Fall, das mit Amerika habe ich immer gemacht.
Das lief immer gut.
Jetzt ist aber Singapur hinzugekommen und man muss jetzt dann eine Bescheinigung abgeben,
eben für Singapur auch, damit die wissen, dass man auch wirklich in Japan Steuern zahlt
und nicht irgendwie in anderen Ländern noch aktiv ist und da was macht.
Und diese Bescheinigung, die muss man beim Finanzamt beantragen
und da ich einen Steuerberater habe, wollte ich das über den machen.
Ich habe das schon mal alles so ein bisschen fertig gemacht.
Da gibt es ein Online-Formular, damit der Steuerberater weniger Arbeit hat
und er hat das dann dahin geschickt.
Und dieser Beamte vom Finanzamt, der mich jetzt angerufen hat,
der hat dieses Formular vorliegen gehabt und meinte,
ja, Herr Capito, ja, ja, es gibt eigentlich kein großes Problem, ne.
Ja, und er hat wirklich so gesprochen.
Er hat wirklich versucht, das nachzumachen.
Er hat so gesprochen.
Aber hier Ihr Name.
Da steht Capito Kevin und ja, das Problem ist,
Sie haben das C bei Capito groß geschrieben und den Rest dann aber klein und bei Kevin auch.
Aber wenn ich mir hier Ihre Steuererklärung anschaue,
dann ist der Name dort komplett groß geschrieben.
Das ist jetzt in dem Formular, haben Sie das nicht gemacht.
Und er druckste die ganze Zeit rum.
Ich denke mir, was will er von mir, ne.
Ich so, ja, der Name, den habe ich da klein geschrieben,
weil die bei Google schreiben, es muss alles genauso stimmen,
wie in dem AdSense-Konto angegeben.
Und im AdSense-Konto ist der Name aber klein
und deswegen habe ich gedacht, vielleicht wollen die den klein haben.
Dann meinte er, ja, von uns aus unserer Sicht wäre das schon besser,
wenn Sie den Namen auch komplett groß schreiben würden,
weil in den anderen Bescheinigungen und Dokumenten ist der immer groß geschrieben.
Und ja, also um es kurz zu machen.
Er wollte mich fragen, ob ich das Dokument nochmal schicken lassen kann
über den Steuerberater mit den Großbuchstaben ausgefüllt.
Denn ansonsten, ja, es ist zwar nicht falsch,
aber ja, aus der Sicht des Finanzamtes würden die das schon gerne alles
in Großbuchstaben dort haben.
Und ihr fragt euch jetzt vielleicht, sind die besoffen?
Ich meine, es ist genau die gleichen Buchstaben,
nur einmal groß, einmal klein.
Wo um alles in der Welt ist da eigentlich der Unterschied?
Und ja, ich verstehe es auch nicht so recht, muss ich euch ganz ehrlich sagen.
Aber in Japan schreibt man ausländische Namen immer komplett in Großbuchstaben.
Und das ist eine Sache, die wird hier gemacht.
Und ich kann euch nicht sagen, warum das gemacht wird.
Aber auf der Seidyukado, also der Aufenthaltskarte,
da wo auch dann die Aufenthaltsgenehmigung drüber läuft,
sind auch alle Buchstaben in Groß geschrieben.
Und auch wenn man irgendwo bei der Bank oder sowas macht,
sollen die auch in der Regel groß geschrieben werden.
Das machen die hier einfach so und das machen die Japaner auch selbst so.
Also wenn zum Beispiel japanische Namen in unsere Buchstaben gebracht werden müssen,
im Reisepass zum Beispiel oder so.
Das ist alles immer, wird das in Großbuchstaben gemacht.
Und deswegen habe ich das bisher auch immer in Großbuchstaben gemacht.
Nur weil das jetzt über Google lief, habe ich gedacht,
na vielleicht wollen die die Kleinbuchstaben haben.
Und keine Ahnung, was mich geritten hat,
aber ich habe alles in Kleinbuchstaben geschrieben.
Dann außer halt den ersten Buchstaben,
so wie wir das in Deutschland machen würden, habe ich es gemacht.
Und das hat denen aber nicht gefallen.
Und jetzt habe ich dem Steuerberater schon Bescheid gesagt.
Er meinte, ja kein Problem, mache ich nochmal.
Ja, ist ja schnell gemacht.
Aber das fand ich so interessant.
Also der hat mich nur angerufen, weil die Buchstaben nicht groß waren,
sondern klein waren und da achten die dann hier drauf.
Und weshalb ich das Video mache und euch das erzähle, ist folgendes.
Wenn ihr in Japan irgendwas macht mit eurem Namen,
es gibt einige Dinge, auf die ihr unbedingt achten solltet.
Und zwar, wenn ihr irgendwo etwas macht, euren Namen schreibt.
In der Regel schreibt ihr nicht in Katakana hin,
sondern schreibt ihn in Romaji,
in den Buchstaben, die wir auch in Deutschland verwenden
und schreibt ihn komplett groß.
Der Hintergrund ist der folgende.
Ihr habt natürlich auch eine Schreibweise in Katakana
und die verwende ich auch immer wieder.
Aber ihr solltet euch klar machen, dass wenn es um wichtige Dinge geht,
wie bei Banken, Kreditkarten hinterher,
ihr kauft ein Haus, ihr mietet eine Wohnung
oder ihr macht sonst irgendwas.
Wenn es irgendwo um etwas geht,
wo ihr eventuell eure Identität nachweisen müsst
und Identität nachweisen heißt mit einem offiziellen Dokument,
wie einem Reisepass oder in der Regel Aufenthaltskarte hier
oder eurer MeinNumber-Karte,
dann in der Regel steht auf dieser Aufenthaltskarte,
und die Aufenthaltskarte ist sozusagen das Urdokument
der Identitätsbestätigung.
Also das gilt über allem.
Dann steht das dort immer in Großbuchstaben drauf.
Und wenn ihr dann sagt,
ja, aber ich habe hier meine Katakana-Schreibweise verwendet,
dann sagen die, wir können die Identität nicht bestätigen,
weil das ist die Katakana-Schreibweise.
Und sie könnten ja theoretisch uns auch anlügen
und sie könnten ja ein anderer Mensch sein.
Weil der Katakana-Mensch,
der steht ja nicht auf ihrer Aufenthaltskarte drauf.
Und wenn du das dann klein schreibst,
dann sagen die,
aber auf der Aufenthaltskarte stehen die Buchstaben groß drauf,
so wie der Finanzmann jetzt.
Sie haben die aber klein dahin geschrieben.
Vielleicht sind sie ja ein anderer Mensch.
Vielleicht gibt es jemanden,
da werden die Buchstaben nur groß geschrieben,
so nach dem Motto.
Und das führt halt immer zu Problemen.
Ich habe es jetzt irgendwie klein geschrieben.
Im Nachhinein denke ich mir auch,
bin ich besoffen gewesen?
Ich meine, ich weiß doch,
dass die auf so einen Blödsinn achten.
Warum habe ich es denn nicht in groß dahin geschrieben?
Aber da achten die wirklich sehr drauf.
Und wenn ihr einen Zweitnamen habt,
einen Mittelnamen oder so,
dann wird es auch wieder ganz kompliziert.
Also der einfachste Weg ist immer,
in Domaji die Sachen aufzuschreiben,
also in unseren Buchstaben
und den Namen komplett groß schreiben.
Damit kann euch eigentlich wenig passieren.
Klar, es gibt da noch so Probleme,
wie in dem Online-Formular
darf man nur 8 Zeichen verwenden,
aber der eigene Name ist länger als 8 Zeichen,
weil die Japaner haben in der Regel Kanji.
Und jemanden,
der mehr als 8 Kanji für seinen Namen braucht,
den gibt es eigentlich nicht,
der existiert in Japan gar nicht.
Also da gibt es schon Probleme
immer als Ausländer mit dem Namen,
wenn man einen langen Namen hat,
weil diese Online-Masken
oft gar nicht für lange Namen vorgesehen sind
oder für ausländische Namen.
Also ja, Leben als Ausländer in Japan
ist nicht immer so einfach
und manchmal scheitert es schon
an den einfachsten Dingen,
wie zum Beispiel dem eigenen Namen.
Ich konnte das Problem aber natürlich jetzt lösen,
ging, ne,
also der Steuerberater macht das jetzt
und dann werde ich die Bescheinigung auch bekommen
und kann die bei Google auch einreichen,
damit da alles dann auch funktioniert.
Aber ich wollte euch das mit auf den Weg geben,
weil vielleicht der ein oder andere von euch
auch mal vor hat, nach Japan zu kommen.
Und denkt nicht,
dass euer Katakana-Name
dann auch der offizielle Name für euch in Japan ist.
Das ist er nicht,
sondern euer offizieller Name
ist der, der auf der Aufenthaltskarte steht.
Das ist ganz wichtig.
Und wenn ihr wichtige Dokumente ausfüllen müsst,
füllt den Namen genau so ein,
wie er auf der Aufenthaltskarte steht,
weil ansonsten es eventuell
zu Problemen kommen könnte.
Und da die Japaner ihre Regeln
schon ziemlich lieben,
gerade so Leute,
die irgendwie im Finanzamt,
bei der Bank oder sonst wo leben,
sind die da oft auch nicht so kulant, ja.
Sondern wenn das nicht genau gleich ist,
dann
Sumimasen ne,
Moshiwa kenaidesu.
Das geht leider nicht.
Das soll's gewesen sein.
Vielen Dank fürs Zusehen.
Ich hoffe, dem ein oder anderen von euch
hat das hier was gebracht.
Schaut gerne in die Videobeschreibung.
Da gibt's noch Rabattlinks
zu meinen japanischen Onlinekursen,
einen Link zu meinem Buch
und einen Paypal Direktlink.
Vielen Dank fürs Zusehen
und hoffentlich bis zum nächsten Mal.
Bye bye!
