DIE ANGST EINES MÖRDERS #krimihörspiel #retro WOLFRIED LIER 1978

HOR MAL ZU HORSPIELE & CO
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19.10.2024
Dass nicht nur Opfer Angst haben, sondern auch Mörder, zeigen wir euch heute im aktuellen
Kopfkino.
Hierbei hör mal zu dem Kanal für echte Hörspiel- und Retrofans.
Danke für dein Like.
Ein Amtsgericht in München-Mitte.
Die Verhandlung wird mit der Vernehmung der Zeugin Frau Carla Behrendt fortgesetzt.
Eine circa 40 Jahre alte, rothaarige, dünne, verängstigte Frau betritt den Raum.
Ich habe ihn angerufen und gefragt, ob er zu mir kommen will.
Eine halbe Stunde später war er da.
Erinnern Sie sich noch an die Uhrzeit?
Es muss so kurz nach 20 Uhr gewesen sein.
Im Fernsehen liefen gerade die Nachrichten.
Der Angeklagte durchbohrt die Frau mit seinen Blicken.
Wie lange ist Herr Wengler bei Ihnen geblieben?
Vier oder fünf Stunden bis nach Mitternacht.
Und Sie erinnern sich noch genau an das Datum des Tages, an dem dieser Besuch stattfand?
Ja, ich erinnere mich, weil ich Herrn Wengler ein Kostüm gezeigt habe, das ich am gleichen
Nachmittag gekauft hatte.
Ich habe die Rechnung aufgehoben.
Das Datum steht drauf.
Sie leben nicht allein.
Ich bin verheiratet. Ich lebe mit meinem Mann zusammen.
Wo war Ihr Mann an dem betreffenden Abend?
Er war geschäftlich unterwegs.
Ja, hat die Verteidigung noch Fragen?
Keine Fragen.
Herr Staatsmann, bitte.
Wann haben Sie erfahren, dass der Angeklagte einen Prozess zu erwarten hat?
Kurz nach seiner Festnahme.
Und wann haben Sie erfahren, dass eine Mordanklage Gegenstand dieses Prozesses sein würde?
Etwa zur gleichen Zeit.
Dann haben Sie also schon vor einem halben Jahr gewusst,
dass es für Herrn Wengler um die Höchststrafe geht?
Das ist eine Frage, Frau Behrendt.
Ich habe es gewusst.
Und trotzdem haben Sie sich jetzt erst gemeldet?
Ich habe schon gesagt,
ich bin verheiratet.
Hatten Sie vor Ihrem Mann Angst?
Und jetzt haben Sie diese Angst nicht mehr?
Ich habe sie immer noch.
Keine weiteren Fragen.
Bitte setzen Sie sich.
Herr Wengler,
warum haben Sie uns die Zeugin so spät genannt?
Ja, ich wusste ja, in welche Situation ich Sie bringen würde.
Ich hatte gehofft, das würde alles so ins Lot kommen,
dass ich herausstellen würde, dass ich unschuldig bin, auch ohne, dass ich,
Frau Behrendt,
in die Sache mit hineinziehen müsste.
Wenn wir Sie also richtig verstanden haben,
dann haben Sie mit Rücksicht auf die persönlichen Verhältnisse Ihrer Geliebten geschwiegen.
Ich glaube, mein Mandant hat sich in diesem Punkt ganz unmissverständlich ausgedrückt.
Polizeirevier 11 in Perlach.
Dienstbeginn.
Ein junger, schmächtiger,
blonder Mann
zieht sich gerade seine Uniform an.
Guten Morgen.
Also wenn die Umleitung Lockaustraße nicht bald aufgehoben wird,
sehe ich schwarz, wenn der Urlaubsverkehr anrollt.
Das verbringt ja nicht den Kopf der Stadtverwaltung.
Hör ich?
Ja.
Ich kann es lesen.
Dein Mörder hat ein Ambuli.
Willst du mich verarschen?
Er hat eine Dame aufgetan,
die seine Unschuld bezeugen kann.
Schöner Schreck in der Morgenstunde, weißt?
Aber das ist unmöglich. Ich habe doch gesehen, wie er geschossen hat.
Der war nicht weiter weg als jetzt, Rudi.
Ich habe sein Gesicht erkannt.
Aber die Dame schwört,
dass sie zur Tatzeit ihr Popo gestreckt hat.
Das glaubt ihr doch keiner.
Das Gericht wird ihr glauben.
Aber das ist nicht die Wahrheit.
Wenn du den Job ein bisschen länger machst, wirst du feststellen,
dass Wahrheit nicht immer Wahrheit ist.
Aber er hat einen von uns erschossen.
Setz dich hin, Junge, und trink einen Kaffee.
Da muss noch viel ruhiger werden.
Justizvollzugsanstalt Stadelhofen.
Ihr Anwalt ist da.
Ich bringe Sie ins Sprechzimmer.
Die Herren warten nicht so gerne.
Ich muss fit sein, wenn ich wieder rauskomme.
Sind Sie denn so sicher, Herr Wengler?
Wie lange machen Sie hier Ihren Kram schon?
18 Jahre.
Na, dann wissen Sie doch.
Im Zweifelsfall für den Angeklagten.
Da haben Sie denn wenigstens ein Zuhause.
Ich wohne mit meinem Stiefvater zusammen.
Ziehen Sie sich rum.
Ihre Beweise waren dünn, Köster, sehr dünn.
Das habe ich Ihnen damals auch schriftlich gegeben.
Gebrieflich bei meinen Akten.
Trotzdem hätten unsere Beweise ausgereicht,
um Wengler verurteilen zu lassen, Herr Kriminalrat.
Sie hatten einen Zeugen, diesen Polizeiobermeister...
Na, wie heißt der noch?
Runge.
Und der war nicht mal in der Lage, die Nummer des Kleinbusses zu nennen,
aus dem heraus die Schüsse gefallen sein sollen.
Aber er hat den Fahrrädergeschoss nach so genau beschrieben,
dass wir ihn innerhalb von drei Tagen festnehmen konnten.
Und der Kleinbus, den wir ein paar Straßen entfernt vom Tatort gefunden haben,
der war doch auf Wengler zugelassen.
Aber Wengler behauptet eben,
dass ihm der Bus in der fraglichen Nacht gestohlen wurde.
So was kennen wir doch.
Ja, jeder erlebt mal eine Niederlage, Köster.
Trösten Sie sich also.
Und wie weit sind Sie in der Prostituiertengeschichte?
Die habe ich weitergegeben.
Wie bitte?
Die habe ich weitergegeben.
Ich muss mich jetzt wieder um Wengler kümmern, wenn der freikommt.
Ich höre wohl nicht recht.
Sie haben kein Recht, neue Ermittlungen anzustellen.
Der Fall Wengler ist abgeschlossen.
Der alte Fall.
Wieso der alte?
Inzwischen gibt es einen neuen.
Heute Morgen haben wir diesen Brief bekommen, ohne Unterschrift, ohne Absender,
ohne Fingerabdrücke.
Der Briefschreiber kündigt daran an, dass er den Wengler umbringen will,
falls er vom Gericht freigesprochen werden sollte.
Tatsächlich wird Wengler freigesprochen.
Er macht sich auf den Weg zu seinem Haus.
In dem Haus wohnt sein Stiefvater.
Er ist nicht gerade begeistert, seinen Stiefsohn wiederzusehen.
Gratuliere.
Geburtstag hatte ich schon.
Ich meine zu deinem Freispruch.
Hast du wohl nicht damit gerechnet, was?
Das habe ich in der Tagnacht.
Deswegen hast du dir auch eine Braut ins Haus geholt.
Überall liegen ihre Klamotten rum.
Hast gedacht, das Haus gehört jetzt dir, was?
Ich habe gedacht, du wärst im Knast ein bisschen zu Verstand gekommen.
Aber das war ein Irrtum.
Spar dir die Sprüche.
Das Weib verschwindet.
Und du tu ihn zurück in deine Dachkammer.
Gut, dass dich deine Mutter nicht mehr so zu sehen braucht.
Lass Mutter aus dem Spiel.
Sie ist tot.
Das Haar im Haus habe ich.
Wengler hebt die Faust und droht seinem Stiefvater.
Sieben Kilometer nördlich in Herscheln am Ammersee.
Zu wem wollen Sie?
Zu Frau Behrendt. Das sind Sie doch nicht, was?
Ja, ich kenne Sie nicht.
Köster, Kriminalpolizei.
Bitte, kommen Sie rein.
Wir haben ein Baugeschäft.
Wir haben es vor zwei Jahren aufgegeben.
Aufgeben müssen.
Wir haben den Platz als Baulager verwendet.
Bitte.
Danke.
Nehmen Sie Platz.
Ja, ich möchte mich gerne mit Ihnen über Herrn Wengler unterhalten.
Was zwischen mir und Herrn Wengler gewesen ist und
vielleicht noch ist, das ist allein meine und seine Sache.
Ah, aber da haben Sie vollkommen recht.
Es ist nur so, dass Herr Wengler gefährdet ist.
Er wurde bedroht.
Und vielleicht brauchen wir Ihre Hilfe.
Ja.
Sagen Sie, was ich tun soll.
Interessiert Sie denn gar nicht, in welcher Gefahr Herr Wengler ist?
Ich nehme an, dass Sie mir das gleich erzählen werden.
Ja.
Ein Unbekannter hat uns geschrieben, dass Sie ihn umbringen will.
Was für ein Unbekannter?
Es könnte sich um jemand handeln, der an Wenglers Unschuld zweifelt
und aus Verblendung heraus das tun will,
wozu sich das Gericht nicht entschließen konnte,
nämlich ihn bestrafen.
Es könnte aber auch jemand sein,
der mit Wengler eine alte Rechnung zu begleichen hat.
Zum Beispiel, weil er ihm die Frau weggenommen hat.
Warum sagen Sie nicht klar und deutlich, dass Sie meinen Mann meinen?
Das haben Sie jetzt gesagt.
Ich drücke mich gerne ein bisschen vorsichtig aus.
Sehr rücksichtsvoll.
Wann hat Ihr Mann erfahren, dass Sie mit Herrn Wengler befreundet sind?
Vor einer Woche, als ich ihm sagen musste, dass ich vor Gericht aussagen werde.
Wie hat er das aufgenommen?
Er hat mich gebeten, keine Aussage zugunsten Wenglers zu machen.
Ach, es wäre ihm lieber gewesen, Wengler wäre verurteilt worden.
Ich kenne die Gedanken meines Mannes nicht.
Und das stimmt tatsächlich.
Die beiden haben sich in den vielen Jahren Ehe auseinandergelebt.
Wann haben Sie Herrn Wengler kennengelernt?
Vor sechs Jahren.
Er hat bei uns gearbeitet, bis wir die Firma schließen mussten.
Dann ist es also ein alter Freund des Hauses.
Wenn Sie das so sehen.
Guten Morgen.
Wo bist du hin?
Ich muss einkaufen.
Bring mir eine Zeitung mit.
Ja.
Sag mal, in der Zeit, wo ich weg war, hat sich da irgendjemand gemeldet?
Wer soll dich gemeldet haben?
Ein Kollege, ein Freund, irgendwer.
Ich wusste nicht, dass du Freunde hast.
Aber es war niemand da.
Hör mal zu.
Ich will keinen Streit mit dir.
Aber wenn du meinst, du kannst mich ansteckern,
dann trete ich dir auf die Latschen.
Kapiert?
Ich weiß, dass du sehr stark bist.
Vergiss das nicht!
Wenig später geht der Stiefvater an das Garagentor, öffnet es
und eine Sprengladung geht hoch.
Das muss für dich bestimmt gewesen sein.
Vor einer Stunde ist in der Fockenseestraße ein Sprengkörper explodiert.
Der Zünder war an der Garagentür angeschlossen.
Sie wissen, wer in der Fockenseestraße wohnt?
Ja, das weiß ich.
Warum fragen Sie nicht, ob ihm was passiert ist?
Er könnte ja tot sein.
Ist er es?
Sein Stiefvater hat die Garagentür geöffnet.
Er ist leicht verletzt.
Die Sprengladung war nicht sehr stark.
Wo waren Sie in der letzten Nacht herum?
Der Alte schaut den jungen Mann an.
Was geht in ihm vor?
Bis 22 Uhr hatte ich Dienst.
Und dann?
Dann war ich noch mit ein paar Kollegen ein Bier trinken.
Und dann?
Dann bin ich nach Hause und hab mich hingelegt.
Gibt's dafür einen Zeugen?
Nein.
Oder eine Zeugin?
Nein.
Aber ich hab mit dem Anschlag nichts zu tun.
Darf ich was sagen, bitte?
Nein, danke.
Bringen Sie mir einen Kaffee.
Ja, bitteschön.
Wir sehen uns nicht zum ersten Mal herum.
Ich hab den Mörder erkannt.
Aber Sie waren nicht in der Lage, ihn zu überführen.
Das Gericht hat sich meiner Beweisführung nicht anschließen können.
Das haben wir zu respektieren.
Sie und auch ich, wenn's auch schwerfällt.
Ja, für Sie ist das ein Fall unter vielen.
Aber ich war mit ihm befreundet.
Ich war mit ihm auf der Polizeischule.
Ich hab mit ihm Dienst gemacht.
Bin mit ihm Streife gefahren.
Ich...
Ich verstehe Ihre Gefühle und Ihre Erregung.
Deswegen hab ich Sie hierher bestellt.
Aber, Herr Runge, versuchen Sie nicht, auf eigene Forstgerechtigkeit zu üben.
Vielleicht müssen Sie sich sonst ein lebenlanger Vorwurf machen.
Ich mache mir nur einen Vorwurf.
Und den mache ich mir jeden Tag, von morgens bis abends.
Dass ich in der Nacht nichts zurückgeschossen habe.
Was ist?
Die Polizei war da.
Und?
Jemand will deinen Freund Wingler umbringen.
Wäre nicht schade um ihn.
Ich habe erzählt, du wärst dagegen gewesen, dass ich zu seinen Gunsten aussage.
Warum hast du das getan?
Wär's dir lieber, wenn ich gesagt hätte, du hättest von Anfang an gewusst, dass ich was mit ihm habe.
Lass mich doch in Ruhe!
Ich war nicht dabei.
Aber es wurde mir so geschildert.
Ihr Kleinbus hält an der Straßenecke.
Fünf oder sechs Figuren springen raus und verschwinden nachts in der Dunkelheit.
Wissen Sie eigentlich, wie oft Sie mir die Geschichte schon erzählt haben?
Oft, Herr Wingler, oft. Ich weiß.
Zwei Streifenpolizisten, die den Vorfall beobachtet haben, laufen auf den Wagen zu,
bitten den Fahrer um die Papiere und als Antwort zieht der eine Pistole
und schießt einen Polizisten tot.
Sie langweilen mich.
Och, nö.
Sie finden das ganz spannend, Herr Wingler.
So.
Dann werde ich Ihnen mal was erzählen.
Eines Morgens werde ich aus dem Bett geklingelt.
Dutzend Polizisten durchsuchen mein Haus.
Ich werde ins Untersuchungsgefängnis geschleppt.
Mein Bild erscheint in allen Zeitungen.
Der kleine Fuhlbetrieb, den ich mir aufgebaut habe, geht voll in die Hose.
Kann wieder von vorne anfangen.
Und hätte ich nicht zufällig, zufällig nachweisen können,
dass ich in der Nacht, in der irgendein Idioten Polizisten erschossen hat, bei meiner Freundin war,
dann könnte ich mir für den Rest meines Lebens die Welt durch Gitterstäbe ansehen.
Verstehen Sie?
Nun, das brauchen Sie ja jetzt nicht mehr.
Ich habe nur eine Bitte.
Ja?
Verschwinden Sie.
So spricht man nicht mit mir, wenn man ein kultivierter Herr sein will.
Außerdem kann ich das gar nicht.
Ich muss erst rausbekommen, wer Sie umbringen will.
Laut Strafprozessordnung bin ich dazu verpflichtet.
Leider.
Aber schnell.
Schnell geht bei mir gar nichts.
Aber dafür gründlich.
Also, vielleicht erlauben Sie, dass ich mich auch wieder hinsetze.
Über Ihr Verhältnis zu Frau Behrendt wissen wir ja nun Bescheid.
Aber mich interessiert Ihre Beziehung zu Herrn Behrendt.
Bis vor zwei Jahren war er Ihr Arbeitgeber.
Aber Sie hatten auch nach Schließung der Firma Kontakt mit ihm.
Wie kommen Sie darauf?
Nun, Sie haben bei Ihrer Bank einige Schecks eingelöst.
Ein paar Monate vor Ihrer Festnahme, die Herr Behrendt ausgestellt hat.
Herr Behrendt war mir für ein halbes Jahr lang mein Gehalt schuldig geblieben.
In den letzten Monaten vor seinem Konkurs konnte er nicht mehr zahlen.
Und vor einem dreiviertel Jahr hatte er plötzlich wieder Geld.
Und die Frage ist wichtig, um eine Morddrohung aufzuklären.
Alles ist wichtig, Herr Wengler, alles.
Ich habe da einen wunderbaren alten Sherry, lieber Köster.
Wenn Sie lieber Köster sagen, da weiß ich, dass hinterher was Unangenehmes kommt.
Aber den Sherry nehme ich trotzdem gern, danke.
Ach, da fällt mir etwas ein.
Ich wollte Sie nämlich fragen, ob Sie sich an den Paragrafen 344 des Strafgesetzbuches erinnern.
344?
Ja, den meine ich.
Die Eröffnung oder Fortführung einer Untersuchung, beantragt oder vertreibt,
wird zu einer Freiheitsstrafe verordnet.
Das ist 344.
Habe ich das gut aufgesagt, ungefähr?
Na bitte, Sie kennen ihn ja ganz genau.
Warum verstoßen Sie dann dauernd dagegen?
Ich bin mir keiner Verstoßung bewusst.
Das habe ich mir fast gedacht.
Sehr zum Wohl.
Ja, zum Wohl, Herr Kriminalrat.
Schön trocken.
Was ist trocken?
Das Sherry ist schön trocken.
Ach so, ja, köstlich, köstlich.
Und jetzt kommt das Unangenehme.
Ja, der Verteidiger Ihres freigesprochenen Freundes Wengler hat uns nämlich geschrieben.
Er behauptet, Sie würden unerlaubte Ermittlungen gegen seinen Mandanten führen.
Ich ermittle nicht gegen Wengler, ich ermittle gegen einen Unbekannten, der ihn ermorden will.
Und wenn Sie im Zuge dieser Ermittlungen nun rauskriegen, dass Wengler doch der Mörder ist?
Dann hat er Pech gehabt.
Dann war das aber ganz zufällig und völlig unabsichtlich.
Ach, Sie können ein so lammfrommes, ehrliches Gesicht machen, Köstler.
Wenn ich Sie nicht so lange kennen würde, dann würde ich glatt darauf reinfallen.
Na ja, Prost.
Prost, Herr Kriminalrat.
Und was macht denn Ihre Verletzung, Herr Klotz?
Ich hab mich krankschreiben lassen.
Ein paar freie Tage tut man ganz gut.
Und in der freien Zeit reparieren Sie Ihre Garage, ja?
Ja, sonst tut's doch keiner.
Sehen Sie sich das Haus mal an.
Ja, das ist doch alles verkommen.
Sie mögen Ihren Stiefsohn nicht so sehr gern, was?
Es ist wohl nicht allzu schwer, das zu merken.
Außerdem ist er ja nicht mehr mein Stiefsohn.
Ich war mit seiner Mutter nicht verheiratet.
Ich habe einfach mit ihr zusammen gelebt, für eine Frau.
In Ihrem Testament hat sie bestimmt, dass ich in Ihrem Haus wohnen darf, solange ich lebe.
Haben Sie gewusst, dass der Wengler ein Verhältnis mit der Frau seines Chefs hat?
Er hatte mit vielen was.
Aber ich habe die Dame nie gesehen.
Ehrlich gesagt, das hat mich auch nicht interessiert.
Hat er mal mit Ihnen über die Morddrohungen gesprochen?
Wir sprechen kaum miteinander.
Man muss sehen, wie man damit fertig wird.
Das ist aber ein sehr harter Klotz.
Das ist aber ein harter Klotzi.
Das Leben ist nun mal hart, schauen Sie sich doch um.
Einer frisst den anderen.
Wer sich nicht wehren kann, kommt um.
Ja, das ist der humanitäre Fortschritt.
Hören Sie mal zu.
Haben Sie irgendeine Ahnung, wer hinter diesem Kram da, hinter diesen Attentaten stecken könnte?
Ahnung nicht, aber...
Aber?
Naja, an dem Abend, als er aus der Haft entlassen wurde,
da hat hier eine Frau angerufen.
Sie muss wohl gedacht haben, Frank, ich meine, mein Stiefsohn, der am Apparat.
Und...
Was hat die gesagt?
Du Schwein!
Ei!
Du widerliches Schwein, und dann hat sie sofort aufgeregt.
Würden Sie die wiedererkennen, die Stimme?
Ich glaube nicht.
Das waren ja nur die paar Worte.
Eben.
In der Zwischenzeit, in der Nähe von Ampermoching.
Ich bin verdammt sauer auf dich.
Das beruht auf Gegenseitigkeit.
Dreimal habe ich dir das im Knast geschrieben.
Mein Rechtsanwalt hat mit dir telefoniert, aber du hast dir Zeit gelassen.
Die Aussicht in der Zeitung zu lesen, dass es meine Frau mit dem anderen getrieben hat,
war mir nicht sehr angenehm.
Für mich war es auch nicht angenehm im Knast.
Kalten Kohl mit Hammelfett fressen.
Wir haben dir ja geholfen.
So, und jetzt lass uns in Ruhe.
Ich bekomme noch Geld von dir.
Genau 4.000.
Ja, ich schicke dir einen Scheck.
Vergiss es nicht.
Keine Sorge.
Mit der niedlichen Sprengladung an meiner Garagentür hast du zufällig nichts zu tun.
Hau ab!
Du bist eine entzückende Frau von mir.
Ich werde sie immer in lieber Erinnerung behalten.
Macht sich überall Feinde.
Nachdem er den Mann verlassen hat, fährt er zurück zum Stiefvater.
Dort klingelt gerade das Telefon.
Ja? Ja, Eric.
Was, Zettel? Ja, sehe ich. Ist hier.
Alte Fischerschlosse. Gut, was sind wir dort abzuholen?
Vier Kisten. Gut, fahr gleich los.
Er geht in den Hof und setzt sich in den Kleintransporter.
Kaum hat er den Schlüssel umgedreht, peitschen zwei Schüsse.
Er fährt vom Hof und bringt sich in Deckung.
Wer schießt auf ihn?
Nach 30 Minuten sinnlosen Herumfahrens kehrt er in den Hof zurück.
Sein Schwiegervater erwartet ihn.
Mach wenigstens die Fenster auf. Du erstickst ja hier drin.
Ich brauche keine Ratschläge von dir.
Ist deine Angst schon so groß, dass du dich verbarrikadieren musst?
Ich habe immer gedacht, ich könnte nichts erschüttern.
Du siehst, wie leicht sich sowas ändern kann.
Ich kann ja nicht nachts um den Fenster sitzen und aufpassen.
Ich schlafe sowieso schlecht.
Wann machst du dir Sorgen um mich?
Ich stelle mir einfach vor, wie einem zum Mut ist,
der keinen Schritt mehr machen kann, ohne Angst zu haben.
Das ist mir leid.
Spar dir deine Gefühle.
Die hat nicht mal eine Menge für dich.
Als deine Mutter vorschlug, dass ich zu ihr ziehen sollte,
da dachte sie vor allem an dich.
Sie wollte, dass jemand da ist,
der dir ein bisschen den Vater ersetzt.
Du meinen Vater ersetzen?
Bei dir haben sie wohl eingebrauchen, was?
Hast dich hier ins warme Nest gesetzt,
hast dich beschenken lassen und bedienen.
Und als Mutter tot war, hast du keine vier Wochen gewartet,
dann bist du losgezogen, hast dir eine andere angelacht.
Man sieht die Dinge immer, wie man sie sehen will.
Ich sehe sie, wie sie sind.
Machst du wenigstens eine Waffe?
Wie meinst du das?
Du kannst nicht dauernd hier drin hocken.
Irgendwann musst du mal wieder raus.
In der Zwischenzeit besucht Köster Herrn Behrendt.
Wie lange hatten Sie Ihr Unternehmen, Herr Behrendt?
15 Jahre.
Unser letzter Bau war das Einkaufszentrum Galottistraße.
Inzwischen haben Sie sich von Ihren geschäftlichen Schwierigkeiten wieder erholt, nicht?
Sie haben wieder Geld, Sie können alle Schulden bezahlen und so.
Ja, ich habe mich finanziell wieder erholt, das stimmt.
Wissen Sie, ich bin in einem Alter, wo man nicht mehr auf mich wartet.
Hören Sie mal, Sie sind doch ein junger Mann.
Es ist nicht mehr so einfach.
In welcher Funktion war Herr Wengler denn bei Ihnen beschäftigt?
Fahrer, Bauhelfer, Mädchen für alles.
War er tüchtig?
Ja, wenn er Lust hatte.
Er ist vom Gericht freigesprochen worden, weil Ihre Frau zu seinen Gunsten ausgesagt hat.
Wäre es Ihnen lieber gewesen, er wäre verurteilt worden?
Es ist manchmal schwer, die eigenen Gefühle zu beschreiben.
Wahrscheinlich.
Das ist Ihnen nicht sehr sympathisch, ne?
Er ist mir zum Kotzen.
Nicht nur, weil er mich mit meiner Frau betrogen hat.
Sondern warum denn noch?
Vielleicht, weil ich ihm unterlegen bin.
Wengler überlegt nicht lange, der handelt.
Der hat keine Hemmungen.
Gestern Nachmittag um 15 Uhr, da ist auf Ihnen ein Anschlag verübt worden.
Wo waren Sie zu der Zeit?
Ich, ich war hier, hier zu Hause.
Das kann sicher Ihre Frau bestätigen.
Ja, das kann sie.
Kann das noch jemand?
Nein.
Entschuldigen Sie mich bitte, ich muss nachsehen.
Na, was hältst du davon?
Na, ich dachte mal, Bauunternehmer wären harte Leute.
Na, das ist eben einer von den Weichen.
Ist kein Wunder, dass der vor dem Angeber Wengler Angst hat.
Ich habe oft genug gesagt, ich will keinen von euch hier sehen.
Please, please, Mister.
Nichts please, Mister.
Ich lasse den Hund los.
Oh, das sieht aber nicht so aus, als ob er sich über seinen Besucher freut.
Könnte ein Orientaler sein.
Du, fällt dir da nicht was auf?
Unser Zeuge der Runge hat doch ausgesagt,
dass die Leute, die in der Nacht aus dem Kleinbus von dem Wengler rausgesprungen sind,
dass die alle orientalisch aussahen.
Aber er war nicht ganz sicher.
Hättest du was dagegen, wenn du dich an den Mann mal ranhängst?
Ich möchte gern wissen, was der mit dem Bären zu tun hat.
Danach fährt er sofort zu Wengler.
Guten Tag, Herr Wengler.
Guten Tag, Herr Klotz.
Guten Tag, Herr Köster.
Kann ich Sie mal einen Moment stören?
Wenn's sein muss.
Ja.
Mich brauchen Sie aber nicht.
Nein, danke, Herr Klotz.
Herr Wengler, wir haben da heute Morgen einen Brief bekommen.
Den soll ich Ihnen mal vorlesen.
Wengler hat noch 24 Stunden Zeit, seinen Mord zu gestehen.
Zweimal ist er davongekommen.
Beim dritten Mal wird er dran glauben.
Ja und? Warum unternehmen Sie nichts?
Weil wir nicht wissen, wer den Brief geschrieben hat.
Denken Sie mal nach, Herr Wengler.
Wer kann denn den Brief geschrieben haben?
Man kennt doch im Allgemeinen seine Feinde.
Haben Sie keine Ahnung, wer den Brief geschrieben hat?
Ich weiß nur eines.
Ich hab völlig normal gelebt.
Hab meine Ruhe gehabt, brauchte vor niemandem Angst zu haben.
Bis Sie gekommen sind und mich zum Mörder gemacht haben.
Für alle.
Auch für den, der mich umbringen will.
Mein freier Spruch nützt mir gar nichts.
Warum schreien Sie denn so? Ich bin doch nicht schwerhörig.
Und Sie verdächtigen mich noch immer.
Und seien Sie doch ehrlich.
Sie schnüffeln mir immer noch nach, anstatt den zu suchen, der es wirklich war.
Vielleicht war es sogar derselbe, der mich jetzt umbringen will.
Ich werde drüber nachdenken.
Denken Sie etwas schneller.
Ich hab Ihnen schon mal gesagt, schnell geht bei mir gar nichts.
Komm.
Tag.
Tag, Herr Runge.
Ich soll mich bei Ihnen melden?
Ja.
Ich glaube, Sie wissen auch schon, warum, ne?
Keine Ahnung.
Bitte nehmen Sie Platz.
Sie sind gestern Abend mit Ihrem Privatwagen in die Vogenseestraße gefahren.
Und da haben Sie hinter einem Lastwagen geparkt.
Und dann haben Sie das Haus von Herrn Wengler zwei Stunden lang beobachtet.
Wer behauptet das?
Der hat Sie gesehen.
Und hat Anzeige erstattet.
Und wenn Wengler jemanden anzeigt, dann glauben Sie ihm.
Wengler wird überwacht.
Die eingesetzten Kollegen haben seine Angaben bestätigt.
Was sagen Sie dazu, Herr Runge?
Ich kann nicht vergessen.
Was können Sie nicht vergessen?
Was ich erlebt habe.
Ich fahre so oft ich kann zu seinem Haus.
Stehe davor und warte.
Auf den Augenblick, in dem Sie handeln können?
Nein.
Ja, was suchen Sie denn dann da?
Er soll mich sehen.
Er soll mich nur sehen.
Sich jeden Tag an das erinnern, was er getan hat.
Bis er es nicht mehr aushält.
Sie sind ja verrückt.
Entschuldigen Sie bitte, dass ich das eben gesagt habe.
Der hält sehr viel aus.
Mehr als Sie, Herr Runge.
Ich habe es Ihnen gesagt.
Wenglers Anzeige ist an Ihre Dienststelle weitergeleitet worden.
Ich konnte das nicht verhindern.
Und Sie werden mit disziplinarischen Folgen zu errechnen haben.
Langsam begreife ich, wie das hier funktioniert.
Ich werde bestraft und der Mörder läuft frei herum.
Wengler ist kein Mörder, hat das Gericht festgestellt.
Und bis zum Beweis des Gegenteils müssen wir uns daran halten, Herr Runge.
Darf ich gehen?
Ja.
Aber ich hoffe, dass wir uns über den Fall Wengler nicht mehr unterhalten müssen, Herr Runge.
Wiedersehen.
Warum lässt er nicht locker?
Weil er nicht vergessen kann, dass der Mann, mit dem er auf Streife war,
in seinem Beisein gestorben ist und weil er nicht zurückgeschossen hat.
Warum hat er denn nicht geschossen?
Warum? Was hättest du denn gemacht?
Thank you.
Thank you, sir.
Thank you.
Wie lange wohnt ihr denn schon hier?
I mean, how long do you live here?
It's difficult to say.
Aha. Und habt ihr nicht ein Ärger mit der Polizei gehabt?
I mean, did you never had some troubles with the police?
Wovon lebt ihr denn?
How do you earn your money?
I mean, you must have some. You have to pay for your bed and for housing.
Oder?
Aha.
Naja, vielleicht sehen wir uns bald wieder.
Maybe I'll visit you again.
Bye-bye.
Na, Martin, was sind das für Leute?
Pakistani. Das Einzige, was er von ihnen rausbekommt, ist,
dass Allah mächtig und Deutschland kalt ist.
Sonst herrscht Funkstille.
Sind das Einwanderer?
Ja, aber Illegale.
Das Merkwürdige ist, dass sie Geld haben.
Geld?
Das verdienen die sicher nicht als Angestellte im öffentlichen Dienst.
Kurz nach 21 Uhr schlägt Wengler bei seiner ehemaligen Geliebten auf.
Die ist nicht gerade begeistert.
Wenn du Werner sprechen willst, der ist eben weg.
Habe ich noch mitbekommen.
Was soll das?
Ich muss mit dir reden.
Du kennst doch seine Geschäfte.
Schließ den Schrank auf.
Mach, dass du verschwindest.
Alles am alten Platz. Wie schön.
Gib den Schlüssel her.
Wird nichts wirklich.
Du bist wirklich das Allerletzte.
Wo ist das Gewehr?
Weiß ich nicht.
Du weißt doch sonst immer alles.
Vielleicht hat er es eben mitgenommen.
Das hätte ich bestimmt gesehen.
Lass mich los.
Drück die Knarre raus.
Meinst du, ich habe Lust, mich von ihm umlegen zu lassen?
Ach, du bist ja verrückt.
Er könnte keinem Menschen was tun.
Er besteht bloß aus Angst.
Ich weiß überhaupt nichts mehr.
Ich weiß nur noch, dass ich bald durchdrehe.
Sie hätten dich im Knast behalten sollen, wo du hingehörst.
Dank deiner liebenswürdigen Hilfe bin ich ja nun mal freigekommen.
Mir ist schlecht geworden, als ich meine Aussage gemacht habe.
Reichlich unbefriedigt fährt er zu sich nach Hause.
Am Telefon liegt ein Zettel. Du sollst zurückrufen.
Ich weiß, dass du nicht gerne Ratschläge von mir annimmst.
Komm, rede nicht rum. Was willst du?
Wenn du etwas mit dem Mord zu tun hast, lass mich ausreden.
Wenn es so ist, dann stellt dich der Polizei und gestehe alles.
Aus dem Knast kommst du eines Tages wieder raus, auch bei Liebenswänglich.
Aber wenn dieser Freak dir Ernst macht...
Du meinst, wenn ich in den Knast zurück muss, dann hast du hier freie Wahl?
Die Masche zieht nicht.
Du musst dir da schon was Besseres ausdenken, wenn du mich loswerden willst.
Du musst es wissen. Es ist dein Leben.
Eben!
Der Jungpolizist Unge observiert weiterhin in seiner Freizeit Wengler.
Guten Tag, Herr Wengler.
Was suchen Sie denn hier?
Ich wollte Sie noch mal sehen.
Wie scheiße.
Warum haben Sie Ihre Uniform nicht an?
Steht Ihnen gut, ehrlich.
Macht fast einen Mann aus Ihnen.
Ja, ich bin vom Dienst beurlaubt, weil ich Ihnen nachgestellt habe.
Jaja, das Leben ist kein Honigschlecken.
So, jetzt verdrück dich, sonst fahr ich dir eine Beule in deine Kahl.
Ich möchte Sie noch was fragen.
Ich höre.
Was ist das für ein Gefühl, wenn man einen umgebracht hat?
Wie kann man dann auch leben, wenn man sowas getan hat?
Sie Schwein!
Du hast drei Sekunden Zeit, dich bei mir zu entschuldigen.
Eins, zwei...
Mörder!
Der nächste Morgen in München.
Ein föhniger Tag.
Ein Albtraum für alle, die schnell Kopfschmerzen bekommen.
Herr Behrendt und ich, wir kennen uns.
Mein Name ist Köster, Kriminalpolizei.
Ja, das ist Herr Köster.
Herr Behrendt, haben Sie eine Gewerbeerlaubnis?
Wie meinen Sie das?
Sie betreiben doch ein Gewerbe.
Sie verleihen ausländische Arbeitskräfte, Flüchtlinge aus Pakistan.
Sie machen diese Arbeit illegal, nicht wahr?
Es gibt Dreckarbeiten, für die kann man heutzutage nicht mal mehr legale Gastarbeiter bekommen.
Moment, Moment, kann ich Herrn Behrendt mal alleine sprechen, ja?
Wir reden da noch miteinander.
Bitte sehr.
Wie lange machen Sie diese Arbeit?
Seit einem Jahr.
Ich hatte Schulden, mein Haus sollte versteigert werden.
Woher bekommen Sie die Leute?
Sie kommen am Flugplatz an.
Habe-Nichtse, die froh sind, dass sie sich irgendwo ein paar Pfennige verdienen können.
Wie viel zahlt Ihnen denn Ihr Auftraggeber pro Mann und Stunde?
18 Mark.
Wie viel geben Sie an die Leute weiter?
Na ja, 8 Mark oder 3 Mark oder 2,50 Mark oder was?
Und Herr Wengler wusste um Ihr Unternehmen und half Ihnen dabei, nicht wahr?
Ja, er hat die Leute gefahren von ihren Quartieren zu den Arbeitsstellen und dann wieder zurück.
Und bei einer dieser Fahrten, da wurde er von einer Polizeistreife überrascht
und da hat er einen Beamten erschossen.
Und als er vorm Richter stand, da ist Ihre Frau als Entlastungszeugin aufgetreten, nicht wahr?
Sie hat nie etwas mit ihm gehabt.
Er hat uns unter Druck gesetzt.
Währenddessen wird unser Kommissar zu Herrn Wengler gerufen.
Erneut hat man auf ihn geschossen, erneut ist er nicht verletzt.
Na, wo ist denn der Herr Wengler?
Im Haus.
Er ist wieder nicht verletzt, nicht?
Er muss einen Schutzhänger haben.
Ja, ja.
Ich habe ihm eine Beruhigungsspritze gegeben.
Wie fühlen Sie sich?
Nicht sehr gut.
Ich muss aber trotzdem mit Ihnen reden.
Werde ich noch gebraucht?
Bitte bleiben Sie noch einen Moment, Herr Doktor.
Wir haben vor einer Stunde Ihren ehemaligen Arbeitgeber, Herrn Werner Behrendt, verhaftet und seine Frau.
Der Herr Behrendt hat ein Geständnis abgelegt.
Es wäre nun an der Zeit, dass Sie auch die Wahrheit sagen, Herr Wengler.
Ich habe geschossen.
Die beiden Polizisten sind plötzlich aufgetaucht.
Ich hatte Angst. Ich dachte, die ganze Sache würde auffliegen.
Die wären alle drei ins Gefängnis gekommen.
Ist er transportfähig?
Ja.
Bitte.
Wer will mich umbringen?
Ihr größter Feind.
Sie wissen doch, wer das ist.
Ich fahre mal mit Ihnen mit.
Unser alter, knurriger Kommissar hat da einen bestimmten Verdacht.
Wo ist denn der Stiefvater?
Er kommt gerade runter.
Ich habe schon auf Sie gewartet, Herr Köster.
Tach, Herr Klotz.
Hat er ein Geständnis abgelegt?
Ja.
Ich habe gewusst, dass er der Mörder ist.
Warum haben Sie es uns denn dann nicht gesagt?
Ich hätte es nicht beweisen können. Ich habe es ihm da angesehen.
Wenn man 16 Jahre mit einem Menschen unter einem Dach lebt,
dann kann man sein Gesicht lesen.
Ich möchte Sie mal mit jemandem bekannt machen, Herr Klotz.
Wo ist er denn?
Das ist der Herr Polizeiobermeister Runge und das ist der Herr Klotz.
Der Herr Polizeiobermeister wurde eine halbe Minute nach dem Attentat auf Ihren Stiefsohn festgenommen.
Hat er die Schüsse abgegeben?
Nee, aber er hat gesehen, wer sie abgegeben hat.
Na, Herr Runge, wie war das?
Tja, ich kam hier vom Nachbargarten und Wengler kam mit dem Auto an und rief Erich.
Und plötzlich sah ich noch einen Mann.
Er hatte ein Gewehr in der Hand und schoss.
Viermal.
Wer war denn der Mann?
Er.
Bitte kommen Sie mit mir nach oben, Sie allein bitte.
Das ist die Scheibmaschine, auf der ich die Morddrohungen geschrieben habe.
Und hier das Gewehr, mit dem ich geschossen habe.
Und das hier sind die Patronen.
Ich habe immer weit daneben gezielt.
Ich wollte ihn nicht töten.
Sondern?
Ich verstehe nicht viel von Gesetzen.
Ich weiß nur, dass die Polizei die Ermittlungen einstellen muss, wenn einer freigesprochen wird.
Ich wollte aber, dass Sie weiterermitteln.
Sie haben also die Anschläge nur vorgetäuscht.
Damit Sie die Möglichkeit hatten, Neuüberweise zu finden.
Und ihn schließlich doch noch zu überführen.
Der kann Lebenslänge nicht bekommen.
Wollten Sie das?
Dieses Haus hier hat nur für einen Platz.
Für ihn oder für mich.
Und jetzt haben Sie es.
Und Sie haben ihn.
Und Sie haben war auch.
