DER MANN MIT DEM SCHIEFEN MUND #krimihörspiel #retro #missmarple

HOR MAL ZU HORSPIELE & CO
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1 Videoaufrufe·24.10.2024
Selbst die reichsten Männer haben irgendwo ihre Arme verbrannt.
Streichhölzer! Streichhölzer!
Sie sind ein Gentleman.
Eine Gabe, Sir, eine Gabe.
Gott vergelt Sie, denn wahrhaftig meine Seele ist am Überlaufen.
Möge Ihre Güte nie im Verborgenen blühen, Sir.
Dies sagt euer Sklave.
Waren gebrechlich, schwach und verachtet.
William Shakespeare.
Er war ein Gentleman, Sir, und Sie sind es auch.
... bevor die Lady kam.
Lady? Welche Lady?
Nun, ich kenne Ihren Namen nicht.
Die Lady kam bevor Mr. Holmes weckte.
In dem Fall habe ich einmal eine ruhige Nacht.
Da muss ich wohl an die Tür.
Gewiss.
Hoffentlich ist es nichts Ernstes.
Sicher nicht.
Kate, das ist eine Überraschung.
Ich befürchte keine sehr erfreuliche.
Danke, Mrs. Hudson. Ein Schluck Tee?
Ja, das wäre mir willkommen.
Ich mache Ihnen viel Umstände, bitte verzeihen Sie.
Liebe Freundin, für Sie bin ich doch immer da, bitte.
Ihre Haushälterin sagte mir, Sie wollten mit Mr. Holmes in den Club.
Nun, Sie sehen, ich bin noch hier.
Aber Sie wollten weg.
Mr. Holmes ist verschwunden. Ich weiß nicht, wohin.
Wenn das so ist, kann ich Sie nicht mit meinen Problemen belästigen.
Mr. Holmes verschwindet nicht selten, er tut es fast regelmäßig.
Das ist wirklich kein Grund zur Beunruhigung.
Aber warum wollten Sie mich sehen?
Sie sind krank und erfahren Sie durch Halblanden.
Nein, nicht ich.
Isaac ist krank.
Nein, wenn Isaac krank ist, dann suche ich ihn auf.
Sie werden ihn nicht antreffen.
Sie ahnen aber, wo er ist?
Und Sie werden es erraten können.
Ich verstehe, Isaac ist rückfällig geworden. Opium?
Ich befürchte es.
Nun, das ist, soweit ich weiß, nicht ganz neu.
Sie hätten ihn drängen müssen, sich einer Kur zu unterziehen.
Ach, er beschränkt diese Orgien.
Sonst immer nur auf einen Tag.
Er verlässt das Haus am Morgen und gegen Abend ist er zurück.
Blass und zerschlagen.
Und diesmal?
Ich habe Isaac schon seit zwei Tagen nicht mehr gesehen.
Haben Sie eine Vermutung, wo er sich vielleicht aufhält?
Habe ich.
Ein Etablissement, was sich Goldbarren nennt.
In der Svendemlin.
Ich glaube, da ist er.
Aber allein kann ich doch da nicht hin.
Oh, nein, nein, nein. Eine Frau, die auf sich hält.
Hundert Meilen bleibt sie von dort entfernt.
Bitte kommen Sie mit.
Nein. Nein, dort werde ich hingehen.
Sie gehen heim und wenn Ihr Mann dort ist, wo Sie ihn vermuten,
bringe ich ihn garantiert in zwei Stunden wieder.
Sein Zustand wird freilich nicht der beste sein.
Ihr Tee, Doktor.
Ich bedauere, Mrs. Hudson, Sie sind sehr freundlich,
doch ich gehe jetzt aus.
Mrs. Whitney braucht einen Tee.
Und was sage ich Mr. Holmes, wenn er zurückkehrt?
Sagen Sie ihm, ich bin auch einmal verschwunden.
Schnell zur Svendemlin, Kutscher.
Nein, danke, ich komme nicht als Gast.
Ich suche einen Freund.
Ich möchte mit Mr. Isaac Whitney sprechen.
Hudson, wie spät ist es?
Es ist elf Uhr durch.
Was für ein Tag?
Freitag, der 19.
Ich habe gedacht, es wäre Mittwoch.
Mittwoch ist es ja auch.
Du willst mir ja nur Angst machen.
Deine Frau wartet auf deine Rückkehr bereits volle zwei Tage.
Zwei Tage ist lang.
Das ist nicht wahr.
Zwei Pfeifen.
Vier Pfeifen.
Ich habe es vergessen.
Ich habe eine Kutsche, gehen wir heim, komm schon.
Muss ich?
Denk an deine Frau.
Ihre Liebe.
Mein armer Kate.
Komm jetzt.
Ich bin doch blank.
Und der Besitzer will Geld.
Da muss ich auch noch für deine Selbstzerstörung bezahlen.
Na ja, geh schon raus, ich kümmere mich darum.
Lassen Sie das.
Nehmen Sie Ihre Hände weg.
Holmes.
Um Gottes Willen, was tun Sie denn hier?
Ich gehe wie Sie meinen Geschäften nach.
Sie haben eine Tausche gefordert.
Ja.
Schicken Sie ihn damit nach Hause.
Er sieht nicht so aus, als wäre Unheil zu befürchten.
Ich sehe Sie in fünf Minuten wieder.
Ja, ich bin es.
Ich war überrascht, Sie dort zu finden.
Sie glauben doch nicht, es war das Opium, das mich in den Höllenfuhl gebracht hat.
Ich habe gesagt, ich war überrascht, Sie dort zu finden.
Auch ich war überrascht, Watson.
Ich musste einen Freund helfen.
Und ich suchte einen Feind.
Und hätte man mich erkannt, wäre mein Leben nichts mehr wert gewesen.
Auch nicht ein Penny.
John!
Ich bin mitten in einer bemerkenswerten Geschichte.
Ich hoffe, Sie hatten kein Opium in der Pfeife, Holmes.
Nur so viel, um an dem Ort nicht aufzufallen.
Ich bin unterwegs nach Lee in Kent.
Würden Sie mitkommen?
Gewiss doch.
Vor einigen Jahren kam nach Lee in Kent ein Gentleman mit Namen Neville St. Clair.
Er erwarb eine große Villa zu den Zedern.
Und etwa ein Jahr später heiratete er die Tochter eines Brauereibesitzers.
Jetzt haben sie zwei Kinder.
Er besitzt Anteile an verschiedenen Gesellschaften und fährt jeden Morgen nach London,
um jeden Abend mit dem 5.14 Uhr Zug von Cannon Street zurückzukehren.
Er ist ein Mensch mit maßvollen Gewohnheiten.
Ein guter Ehemann, ein liebevoller Vater und geschätzt von allen, die ihn kennen.
Zu zahlen hat er, soweit sich feststellen ließ,
im Moment 88 Pfund und 10 Schillinge, während er 220 Pfund auf seinem Konto hat,
bei der Kapital- und Landesbank.
Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass er in Geldschwierigkeiten war.
Ein Mann, der vorbildlich ist.
Watson, da war etwas Skepsis in Ihrem Tonfall.
Das macht Ihnen keine Ehre.
Ich nehme an, Mrs. St. Clair kam mit der Nachricht zu Ihnen, Ihr Mann sei verschwunden.
So ist es.
Das sagt er doch ständig, als ob es so sein muss.
Watson, was ist los?
Ich beachte Ihre Resignation gegenüber den Schwächen der Welt nicht.
Oh, ich bitte Sie doch.
Am Montag fuhr St. Clair wie gewöhnlich in die Stadt.
Bevor er wegfuhr, versprach er, dass er für die Kinder einen Baukasten kaufen würde.
Einen Baukasten?
Merken Sie sich's gut.
Bald nachdem er weg war, erhielt Mrs. St. Clair ein Telegramm, das besagte,
für sie sei ein Paket von beträchtlichem Wert im Wirtschaftsbüro der Aberdeen Schifffahrtsgesellschaft eingetroffen.
Sie entschloss sich, in die Stadt zu fahren, ihr Paket zu holen, Mittag zu essen und einzukaufen.
Es war Zufall, dass sie sich in der Swendham Lane wiederfand,
vor derselben Lasterhülle, die wir an diesem Abend besuchten, Watson.
Und an dieser Stelle hat sich dann etwas recht Sonderbares ereignet.
Wohin, Madame?
Ich muss nach oben.
Aber oben ist niemand.
Oh doch, mein Mann schaut da oben aus dem Fenster.
Da ist niemand, glauben Sie's mir doch.
Ich kenn doch meinen Mann und hab ihn gesehen.
Was tut mein Mann hier?
Ich sag's nicht nochmal, oben ist niemand.
Sie wurde rausgeworfen?
Sie wurde.
Diese Lumpen.
Der Malaie und die Saleska.
Der Chef des Etablissements.
Ein Mann mit Vorlieben scheußlichster Art und ein Mörder noch dazu.
Ein Mörder läuft frei herum?
Ja, die Rückfront des Gebäudes liegt am Fluss.
Sie hatte eine Falltür, um Leichen zu beseitigen.
Warum wurden die beiden nicht festgenommen?
Die Polizei hat einen Krüppel verhaftet.
Krüppel?
Es gäbe noch viel zu erzählen, aber jetzt sind wir bei den Zählern.
Danke sehr.
Neuigkeiten?
Mrs. Sinclair, ich glaubte, Sie schliefen.
Schlaf kommt nicht so leicht, wenn man Sorgen hat.
Das ist mein Freund und Kollege Dr. Watson, der freundlicherweise bereit ist, mir zu helfen.
Mr. Holmes sprach viel von Ihnen.
Mrs. Sinclair.
Ich nahm mir die Freiheit, den Doktor hierher einzuladen, Sie verzeihen.
Und ich nahm mir die Freiheit, ein leichtes Essen vorzubereiten.
Dr. Watson, nehmen Sie meinen Platz.
Oh, wie dürfte ich.
Dr. Watson, Mrs. Sinclair ist äußerst willensstark.
Was Sie wünscht, sollten Sie ohne Widerspruch tun.
Danke.
Nun, Mr. Sherlock Holmes, bevor wir essen, würde ich Ihnen gerne eine oder zwei Fragen stellen, auf die ich klare Antworten wünsche.
Fragen Sie, Madame.
Glauben Sie im Innersten Ihres Herzens, dass Neville am Leben ist?
Frank und Frey, ich bin nicht hysterisch und neige nicht zu Ohnmachten.
Frank und Frey, ich glaub's nicht.
Sie denken, er ist tot?
So ist's.
Ermordet?
Das sage ich nicht.
Vielleicht.
An welchem Tag kam er zu Tode?
Am Montag.
Wie erklären Sie sich dann, dass sich von ihm noch eine Nachricht erhielt?
Erst heute?
Am Freitag?
Nun, Mrs. Sinclair, würden Sie mir bitte einen Gefallen tun?
Selbstverständlich.
Ich habe Dr. Watson erzählt, was geschah, bevor man sie zwang, die Kaschemme zu verlassen.
Würden Sie das Weitere noch einmal erzählen?
Für Dr. Watson?
Auch für mich.
Ich habe einiges zu überdenken nach diesem Brief.
Ich bitte Sie um die Güte.
Aber ja doch.
Ich bin nicht die Frau, die sich gefallen ist, von einem wichtigen Ort vertrieben zu werden.
Ich suchte und fand Polizeihilfe.
Zwei Constable und Inspektor...
Bradstreet.
Bradstreet. Und kehrten zurück zum Pferdhaus?
Ja.
Die Zeitspanne zwischen den zwei Besuchen war...
Etwa 20 Minuten.
Die bewusste Tür war nicht verschlossen.
Obwohl ich mir sicher war, dass sie die Zaleska hinter mir verriegelt hatte.
Ich möchte einen Blick in die oberen Zimmer werfen.
Inspektor, da ist nichts.
Constable, Sie warten.
Es war in dem Raum.
Genauso wie ich es sagte. Es ist kein Mensch hier.
Und vielleicht in dem Zimmer?
Sie müssen sich vor diesem Gentleman nicht fürchten, Mrs. Sinclair.
Er ist ein alter Freund der Polizei.
Sie wissen, Inspektor, wie schon Gilbert geschrieben hat.
Der Polizist ist doch dafür ein armer Mann.
Mr. Boone ist professioneller Bettler.
Nein, wieso denn Bettler?
Handel mit Streichholz.
Dieser Mann wohnt hier?
Ja.
Sie sagten mir, niemand wohnt hier.
Bettler ist niemand.
Wenn wir verletzt werden, dann bluten wir.
Shakespeare, Mr. Boone, ich habe es schon einmal von Ihnen gehört.
Inspektor.
Die Thames, Mrs. Sinclair.
Und ein großes Fenster.
Mrs. Sinclair, ein Haus und ein Fluss eng nebeneinander,
heißt nicht automatisch gewaltsamer Tod.
War er vorhin hier?
Ja.
Oh nein, doch, ich war so einsam wie eine Wolke.
Tennissen.
Ach, wach, wach, Inspektor.
Dort unten stand ich.
Und ich sah ihn.
Mrs. Sinclair, dass er je hier war, dafür gibt es keinen Anhaltspunkt.
Das sind Bausteine, Inspektor.
Ja, das sehe ich auch.
Mein Mann musste heute wie immer in die Stadt.
Als er abfuhr, sagte er mir,
er wolle Bausteine kaufen, weil unsere Kinder so gern damit spielen.
Ach so?
Hat einer von euch Bausteine gekauft?
Aus dem Alter sind wir raus, Inspektor.
Inspektor, das hier ist die Kleidung meines Mannes.
Donnerwetter.
Ich kann Ihnen jedes Stück im Detail beschreiben, wenn Sie es wünschen.
Mein Mann ließ arbeiten bei Mr. Snott.
Sie werden im Anzug sein Firmenzeichen finden.
Von da an glaubte Inspektor Brett Street an die Wahrheit meiner Geschichte.
Er und seine Männer untersuchten intensiv das Gebäude und fanden mein Blut weg.
Auf dem Fenster sind es.
Die Durchsuchung des Marlein, des Lasker und Bones war ergebnislos.
Sie fanden ebenso wenig den Mantel meines Mannes.
Seinen Mantel?
Das Kleidungsstück, welches bis dahin fehlte.
Solange Flut war.
Ganz schönes Gewicht, Sir.
Ist mit was beschwert worden?
Es waren 421 Pennies und 270 Halfpens, die in die Tasche des Mantels gesteckt waren.
Was schlussfolgern Sie, Watson?
Sprechen Sie es frei aus, Dr. Watson.
Ich weiß, dass ich mit jeder Wahrheit rechnen muss, so schrecklich sie ist.
Nun, der Mörder muss dann Boone sein, der Bettler.
Wer anders käme sonst zu solcher Menge Pennies und Halfpens?
Diese Schlussfolgerung zog auch die Polizei.
Und verhaftete Boone und brachte ihn auf das Revieren der Bow Street.
Und trotzdem könnte mein Mann noch am Leben sein.
Also, Mrs. Sinclair, dann prüfen wir noch die Gewichtigkeit dieser Nachricht.
Darf ich sie dem Doktor vorlesen?
Selbstverständlich.
Ja.
Geschrieben mit Bleistift aufs Vorderblatt eines Buchs, Oktavformat, kein Wasserzeichen.
Nein.
Ganz ohne Zweifel.
Seine Handschrift, aber sie zeigt, er war in Eile.
Aber der, der das Kuvert zugeklebt hat, der hat Tabak gekaut, wenn ich nicht irre.
Das scheint zwar nicht wichtig, eine Bagatelle gewies Watson.
Aber oft sagen Bagatellen viel aus.
Mrs. Sinclair, im Kuvert war doch noch etwas.
Seinen Siegel?
Ja.
Mrs. Sinclair, erinnern Sie sich bitte.
Sprach Ihr Mann jemals von der Sven Demlin?
Niemals.
Ich vermute, Dr. Watson möchte jetzt eine Frage stellen.
Nun, es ist nicht einfach für mich, Sie zu fragen, Mrs. Sinclair.
Aber gab Ihr Mann Anlass zur Annahme, er sei süchtig nach Opium?
Er erschien mir immer vollkommen normal.
Allerdings muss ich sagen, ich weiß nicht, wie sich zeigt, warum man es erkennt.
An Lustlosigkeit, Mangel an Energie, Unfähigkeit zur Konzentration, Apathie.
Dr. Watson ist ein Spezialist für die Gefahr der Drogen.
Mein Mann war gewiss nicht opiumsüchtig.
Genauer gesagt, er ist nicht opiumsüchtig.
Mr. Holmes, ich weiß, Sie glauben, mein Mann sei tot.
Und mir ist klar, der Brief kann am Montag geschrieben und heute zur Post gebracht worden sein.
Und ich weiß, dass die Umstände, wie Sie sich uns darstellen,
zu der Schlussfolgerung führen müssen, dass er ermordet wurde.
Aber gleichzeitig bin ich sicher, dass Neville lebt.
Es besteht eine so feste Bindung zwischen uns beiden,
dass ich fühlen würde, wenn ihm was passiert wäre.
Helfen Sie mir bitte, ihn zu finden.
Watson, wenn Neville Sinclair noch am Leben ist, warum kommt er nicht und demonstriert diesen Fakt?
Ich würde sagen, weil er eben nicht mehr am Leben ist, Holmes.
Aber diese Nachricht...
Kannst du jederzeit geschrieben sein, vielleicht sogar unter Druck.
Oder es ist eine Fälschung.
Und der Siegelring?
Lässt sich leicht vom Finger abziehen, speziell wenn das Opfer tot ist.
In der Tat.
Vorausgesetzt, die Hypothese stinkt. Neville Sinclair ist tot.
Wie aber kam er um?
Na, er wurde ermordet.
Von wem?
Die Polizei meint, es war dieser Buhn.
Ich sehe keinen Grund, das anzuzweifeln.
Nur wenn...
Nur wenn was?
Er ist ein Krüppel?
Ja.
Wie stark ist der Behindert?
Nur ein leichtes Hinken.
Medizinische Erfahrungen besagen die Schwäche eines lahmen Beins,
wird meistens kompensiert durch besondere Stärke des anderen.
Noch nicht zufrieden?
Dieser Mann ist professioneller Bettler.
Er ist bekannt in der Stadt.
Hat viele Gönner in der Stadt.
Ich sah ihn oftmals.
Er hat das bemerkenswerte Talent,
schlagfertig zu sein und erfreut damit viele Kunden.
Na sicher, das klingt harmlos.
Aber die Polizei hat ihn verhaftet, nicht den Liska.
Das wollte ich auch wissen und fragte deshalb Inspektor Bradstreet.
Nein! Nein! Ich bin unschuldig!
Ich bin unschuldig!
Nein, man darf mich hier nicht einsperren!
Offenbar war es doch ein Mord.
Und nimmt man eine Aussonderung vor, dann muss Buhn der Mörder sein.
Das sind die Sachen von Neville Sinclair.
Warum sind Sie so überzeugt,
dass der Liska nicht weit verdächtiger ist?
Weil Mrs. Sinclair ihren Mann oben am Fenster sah,
wo er zurückgerissen wurde.
Sie lief durch die untere Tür und stand sofort vor dem Liska.
Während sie sich unterhielten oder präziser,
während der Liska und sein Gehilfe Mrs. Sinclair aus dem Hause drängten,
ging der Kampf oben weiter und führte schließlich,
wie wir jetzt wissen, zum Tode von Neville Sinclair.
Ein Geschenk zum 21. Geburtstag.
Der Mann ist sehr penibel gewesen. Kein Kratzer.
Welches Motiv für den Mord sehen Sie?
Das müssen wir erst nachher forschen.
Es riecht nicht nach Opium.
Ob es vielleicht Raub war?
Nein. Nein. Sehen Sie Sinclairs Brieftasche.
Steckt voller Geld.
Und wie kommen die vielen Münzen in den Mantel?
Ich kann noch nichts dazu sagen, Mr. Holmes.
Nehmen wir an,
Boone tötet Sinclair.
Nimmt sich seine Bekleidung,
in der Hoffnung, sie und ihren Innern noch zu nutzen.
Er hebt den Toten.
Er trägt ihn quer durch den Raum.
Er zwängt ihn durchs offene Fenster.
So erklärt sich das Blut auf dem Fenster seines.
Er wirft die Leiche runter, worauf sie von der Flut verschlungen wird.
Jedoch mitten in dieser Tätigkeit hört er von unten
den Wortschwall, mit dem sich Mrs. Sinclair ihren Weg erzwingen will.
Er darf keine Zeit verlieren.
Die Kleidung muss verschwinden.
Als erstes nimmt er den Mantel.
Es wird ihm bewusst, dass der nicht sofort untergeht.
Was kann er jetzt tun?
Er eiert wieder durch den Raum zu irgendeinem Loch,
wo er die Früchte seiner Bettelei versteckt hat.
Stopft alle Münzen, die er fassen kann, in die Tasche seines Mantels hinein
und wirft ihn damit ins Wasser.
Er wollte mit den anderen Sachen dasselbe tun, doch da trafen ihre Männer ein.
Er versteckte die anderen Sachen hinter dem Vorhang und hoffte, das bemerkt keiner.
Und es wäre ihm auch gelungen,
wäre Mrs. Sinclair nicht so hartnäckig gewesen.
Inspektor, welches Komplott in der Opiumhöhle auch immer geschmiedet wurde,
ich kann es mir einfach nicht vorstellen,
dass der Lesker nicht darin verwickelt sein sollte.
Ich war in Versuchung, ihn gleich zu verhaften.
Ich schicke jetzt ein paar Männer zu ihm hin.
Nein, bitte, Inspektor.
Wenn Sie erlauben werden, empfehle ich eine andere Strategie.
Und welche?
Ich besuche die Opiumhöhle, ganz diskret, inkognito.
Dann wissen wir vielleicht mehr.
Und Holmes, was ergab sich?
Gar nichts.
Erkennen Sie Jans Wolzen?
Nein, ich sehe kein Motiv.
Aber ich sehe da eine Frau,
welche trotz aller objektiven Umstände glaubt, ihr Mann sei noch am Leben.
Und Sie sagten bei vielen Gelegenheiten,
dass die Empfindungen einer Frau manchmal wertvoller sind
als die Schlussfolgerungen eines analytischen Denkers.
Nehmen wir an, er ist noch am Leben.
Wo ist er?
Da habe ich keine Ahnung.
Aber ich habe jetzt einen dringenden Wunsch.
Es ist weit nach vier Uhr morgens.
Darf ich jetzt schlafen?
Sicherlich.
Danke.
Wie spät ist es?
Es dämmert.
Ich hatte zwei Stunden Schlaf.
Ich wüsste gerne, ob Sie aus alter Freundschaft den Schlaf überwinden
und das Aufwachen in Betracht ziehen.
Ich schätze, Sie haben gute Gründe.
Kommen Sie mit auf eine Fahrt?
Sicherlich, aber muss es so früh sein?
Ich habe eine kleine Theorie zu testen.
Ist er unter Leben in Gefahr?
Ganz gewiss nicht.
Vielleicht überprüfen wir Ihre Theorie ein wenig später.
Wir sehen Sie in fünf Minuten unten.
Fünf Minuten.
Also.
Auf geht's, Nelson.
Sie besitzen die große Gabe des Schweigens, Watson.
Das macht Sie ziemlich unbezahlbar als Gefährten.
Watson, Sie befinden sich in der Nähe eines der absolutesten Narren Europas.
Das ist übertrieben, wiederholt.
Ich verdiene Fußtritte von hier bis Shering Cross.
In dem Moment, als Sie mich aufgewacht haben,
Ich habe den Schlüssel, Watson, hier in dieser Reisetasche.
Guten Morgen, Gentlemen.
Watson, ich war blind wie ein Maulwurf, aber...
Es ist besser, man sieht die Wahrheit spät, als wenn man sie niemals sieht.
Bradstreet.
Ich rief Sie wegen dieses Bettlers an. Boom.
Er ist in der Zelle, Mr. Holmes. Was kann ich für Sie tun?
Ich würde ihn gern noch einmal sehen.
Wahrscheinlich schläft er.
Wie wahrscheinlich der größte Teil der Bevölkerung schläft, Holmes.
Also gut, Mr. Holmes. Dr. Watson, bitte da entlang.
Lassen Sie doch Ihre Tasche im Büro, Mr. Holmes.
Ich nehme sie mit.
Sie enthält den Schlüssel.
Er ist ein übler Streuch.
Schmutzig und wäscht sich doch nicht.
Sagt, waschen schwächt die Widerstandskraft.
Er schläft.
Ist wahrhaftig eine Schönheit.
Inspektor, würden Sie die große Güte haben, mir die Tür sehr leise zu öffnen.
Herren, ich möchte vorstellen, das ist Mr. Neville St. Clair aus Lee in der Grafschaft Kent.
Das ist kaum zu fassen.
Ja, es ist wahr.
Und was bitte wird mir denn vorgeworfen?
Die Anklage lautet Mord an Mr. Neville St. Clair.
Da müsste ich mich ermordet haben.
Ich bin 27 Jahre Polizist.
Das habe ich noch nicht erlebt.
Es ist zur hoher Offensichtlichkeit Verbrechen begangen worden.
Ich werde hier illegal festgehalten.
Meine Stärke ist wie die Stärke von Zehn.
Weil ich weiß, mein Herz ist rein.
Alfred Lord Hanson.
Sie belogen Ihre Frau, Mr. St. Clair.
Das soll nicht schmutzig sein.
Ich versichere Ihnen, dass ich eher bereits zu Gefängnis war.
Sogar zur Hinrichtung, als mein elendes Geheimnis meiner Frau und den Kindern zu entdecken.
Jetzt ist alles aufgedeckt, Mr. St. Clair.
So sei es denn.
Mein Vater war Schulmeister in Chesterfield.
Ich bekam eine sehr gute Erziehung.
Ich reiste, ging dann zum Theater und wurde schließlich Reporter für eine Zeitung in London.
Eines Tages wollte der Herausgeber eine Reportage über das Betteln in der Metropole.
Und ich sollte sie ihn schreiben.
Dazu wurden Sie ein Bettler?
Ja.
Und Ihre Erfahrungen aus der Theaterzeit machten sich bezahlt?
Ja. Ja, so war es.
Ja, ich schminkte mir mein Gesicht und machte mich so bemitleidenswert wie nur möglich.
Ich legte mir Schrammen zu, die schlimm aussahen.
Ich verzog meine Lippen mithilfe eines fleischfarbenen Pflasters.
Stirbte mit dunklen Haaren auf und kleidete mich in Lumpen.
Suchte mir einen Platz im belebtesten Viertel der Metropole.
Ich gab vor, ich verkaufe Zündhölzer.
Ja, und schon war ich ein Bettler.
Und das ging gut?
Ja. An einem Tag hatte ich 26 Schillingen und vier Pants.
Ich schrieb meinen Artikel für die Zeitung.
Mein Redakteur war zufrieden und ich dachte, dass es vorbei wäre.
Bis ich für einen Freund einen Wechsel gegenzeichnete.
Der Freund zahlte nicht und die 25 Pfund fielen auf mich.
Mein Gott, wie war ich da verzweifelt?
Was konnte man nur tun?
Doch zu guter Letzt kam mir der rettende Einfall.
Ich ließ mir 14 Tage Urlaub geben, die noch fällig waren
und verbrachte sie an dem Platz, den ich schon kannte.
Als Bettler.
Nach zehn Tagen schon hatte ich so viel Geld, dass ich voll zahlungsfähig war.
Und das war die Falle, in die ich tappte.
Wie viel haben Sie als Reporter verdient?
Zwei Pfund die Woche.
Wie viel beim Betteln?
Ja, vor die letzten paar Jahre hatte ich meistens an die 700 Pfund im Jahr.
Ach, das ist das Einkommen eines Gentleman.
Kommen Sie bereits, Dreed.
Schließlich kann man ja sagen, Mr. St. Clair war kein einfacher Bettler.
Gewiss, man erwartet von keinem Bettler, dass er sich auskennt bei Shakespeare,
Dickens zitiert von der Bibel und neue Melodien singt.
Ein Aristokrat unter den Bettlern.
Nun, es ist nicht meine Art, mich zu loben.
Ich war tüchtig und, wie der Inspektor richtig bemerkte,
hatte ich das Einkommen eines Gentleman.
Also lebte ich wie ein Gentleman.
Ich kaufte eine Villa in Cannes, nahm mir eine wundervolle und respektable Frau
und jeden Morgen fuhr ich zu meinen Geschäften in die Stadt.
Sie müssen von Anfang an Verbindung mit dem Lesker gehabt haben.
Ja, ich bezahlte äußerst großzügig für die Nutzung der oberen Räume.
Dafür verriet er mich nicht.
Ich fiel zwar unter die Liebe, aber fand sowas wie Ehre.
Nun ja, jeden Morgen wurde ich ein schmutziger, schäbiger Bettler
und jeden Abend wurde ich dann wieder ein nubler Gentleman.
Und was war am Montag?
Ich hatte mein Tagewerk beendet und zog mich in meinem Zimmer über der Opiumhöhle um.
Zufällig sah ich aus dem Fenster.
Und zu meinem Erstaunen und Entsetzen sah ich meine Frau auf der Straße.
Ihre Augen waren direkt auf mich gerichtet.
Ich rannte los, um den Lesker zu finden.
Du darfst sie nicht einlassen.
Ich würde sagen, oben ist gar niemand.
Vielleicht kommt sie mit der Polizei wieder.
Da sage ich eben auch, oben ist gar niemand.
Mr. Boone wird oben sein.
Und Mr. Boone logiert hier. Er ist mit Recht hier.
Ich wurde nochmals Boone, der Bettler.
Und dann fiel mir ein, dass das Zimmer durchsucht werden könnte
und meine Kleidungsstücke mich verraten würden.
Ich ergriff meinen Mantel, in den ich die Münzen aus meiner Bettepasche gesteckt hatte.
Die übrigen Sachen sollten ihm folgen, aber in diesem Moment war die Polizei da.
Der Rest ist bekannt.
Wir fanden Blut auf dem Fenster, Sims.
In meiner Haust, beim Fenster öffnen, hatte ich mich geschnitten.
Eine kleine Schramme.
Doch die bewirkte, dass ich verhaftet wurde,
weil ich verdächtig war, mich selbst ermordet zu haben.
Und dadurch fühlten Sie Ihrer Frau viel Schmerz zu.
Aber ich schrieb ihr eine Nachricht.
Sie gaben sie dem Lesker, nicht wahr?
Ja. Der sie nicht gleich abschickte. Sie kam erst gestern an.
Er legte sie wahrscheinlich in die Hände eines zufällig anwesenden Seemanns.
Oh, ich werde es mir niemals vergeben können, dass ich zu meiner Frau so grausam gewesen bin.
Kann ich jetzt heimgehen?
Ja, aber unter einer Voraussetzung, Mr. Sinclair.
Was Sie wollen.
Es gibt niemals wieder einen Jubel.
