Deutsch lernen mit Dialogen - Deutsch Online Kostenlos A1-A2-B1

Learn German
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26.10.2024
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Woher kommen Sie?
Guten Tag. Ich lerne Deutsch.
Guten Tag.
Woher kommen Sie?
Ich komme aus München.
Und was machen Sie in Japan? Arbeiten Sie hier?
Ja, ich arbeite hier. Und ich lerne Japanisch.
Wie heißen Sie?
Ich heiße Thomas Wild. Und Sie? Wie heißen Sie?
Yoko Ito. Auf Wiedersehen, Herr Wild.
Auf Wiedersehen, Frau Ito.
Was machen Sie hier?
Ah, Sie lernen Italienisch.
Ja.
Guten Tag. Ich heiße Dino Botta.
Guten Tag.
Ich komme aus Italien. Aus Rom.
Aus Italien?
Ja. Aber ich wohne hier in Bonn.
Und was machen Sie hier?
Ich lerne Deutsch. Wohnen Sie auch in Bonn?
Nein. Ich wohne in Köln.
Und wie heißen Sie?
Monika Mai.
Wie bitte?
Mai. Monika Mai.
Was sind Sie von Beruf?
Frau Ito. Guten Tag.
Ah, Herr...
Wild. Ich heiße Thomas Wild.
Ja. Guten Tag, Herr Wild. Arbeiten Sie hier?
Ja. Ich arbeite bei Techno Germa.
Wirklich? Ich arbeite auch hier. Bei Translingua.
Ja. Was sind Sie von Beruf, Frau Ito?
Ich bin Übersetzerin für Englisch und Französisch.
Und jetzt lernen Sie auch Deutsch?
Ja. Und Sie? Was machen Sie?
Ich bin Techniker.
Sind Sie allein in Japan oder...
Nein. Meine Frau und meine Kinder sind auch hier.
Arbeitet Ihre Frau?
Ja. Sie ist Dolmetscherin.
Wirklich? Mein Mann ist auch Dolmetscher.
Was studierst du?
Guten Morgen, Frau Mai.
Ah, Herr Botter. Guten Tag.
Wie geht's?
Danke, gut.
Arbeiten Sie hier oder studieren Sie?
Ich studiere hier.
Ah, du bist Studentin. Ich bin auch Student. Wir sagen doch du, ja?
Einverstanden. Ich heiße Monika.
Und ich Dino.
Was studierst du?
Deutsch. Und du?
Ich studiere Medizin.
Medizin?
Ja. Mein Vater ist Arzt und meine Mutter ist auch Ärztin.
Was sind deine Eltern von Beruf?
Mein Vater ist Lehrer. Meine Mutter ist Verkäuferin.
Haben Sie Geschwister?
Na? Eine Nachricht?
Ja. Meine Schwester kommt nach Tokio.
Ah, Sie haben eine Schwester?
Ja. Und einen Bruder.
Und kommt Ihr Bruder nicht nach Japan?
Nein. Peter ist erst 17 und geht noch zur Schule.
Meine Schwester hat in Tokio einen Kongress.
Einen Kongress?
Ja. Hier ist ein Kongress für Chemiker.
Doris ist Chemikerin von Beruf.
Haben Sie auch Geschwister?
Nur einen Bruder. Er ist 35.
Was macht er denn?
Er malt. Er ist nicht verheiratet und lebt allein.
Naja, ein Künstler.
Wer ist denn das?
Ist das deine Familie?
Ja. Hier. Das ist mein Vater.
Das ist dein Vater? Er ist noch jung.
Nein. Er ist schon 60. Er hat zwei Brüder.
Das hier ist Onkel Max. Und das ist Onkel Franz.
Und deine Mutter?
Hier. Das ist sie. Sie ist 55.
Und das ist ihre Schwester. Tante Lore.
Hast du Geschwister?
Ja. Ich habe zwei Brüder.
Hier. Das ist Gerd.
Er geht noch zur Schule. Er ist erst 16.
Und das ist Martin.
Und das? Sind das deine Großeltern?
Ja. Sie sind schon sehr alt.
Mein Großvater ist 85.
Meine Großmutter ist 83.
Wann fahren Sie nach Osaka?
Guten Morgen, Fräulein Lau.
Guten Morgen, Herr Wild.
Ist Herr Mayer schon im Büro?
Nein. Er kommt heute um 10.
Erst um 10? Aber wir haben doch eine Besprechung.
Ja. Aber die Besprechung beginnt erst um halb 11.
Ach so.
Wann fahren Sie eigentlich nach Osaka?
Das weiß ich noch nicht.
Vielleicht am Dienstagabend.
Und wie lange bleiben Sie?
Am Freitagnachmittag bin ich wieder in Tokio.
Wie oft fahren denn Züge nach Osaka?
Moment. Hier ist der Fahrplan.
Alle zwölf Minuten fährt ein Zug.
Gut. Dann fahre ich vielleicht am Dienstag gegen 21 Uhr
und bin am Freitag gegen 15 Uhr wieder in Tokio.
Am Freitag habe ich wieder Zeit.
Hallo, Monika.
Ah, Dino. Na, was machst du denn hier?
Ich habe meinen Deutschkurs.
Jetzt?
Ja. Von 9 bis halb 11. Und du? Was machst du?
Ich habe eine Vorlesung, aber erst um 10.
Wie lange dauert die Vorlesung?
Bis 12.
Und nachher? Hast du dann Zeit?
Nein. Dann gehe ich nach Hause und lerne. Wir haben bald eine Prüfung.
Wann?
Am Donnerstag.
Lernen, lernen, immer lernen.
Nur noch heute und morgen. Dann habe ich wieder Zeit.
Du, es ist schon zwei Minuten vor 9. Dein Unterricht beginnt.
Was? Ich habe erst Viertel vor 9.
Vielleicht stimmt deine Uhr nicht.
Oder deine Uhr stimmt nicht. Also, tschüss bis Freitag.
Haben Sie schon etwas vor?
Lau?
Guten Tag, Fräulein Lau. Hier ist Christa Wild.
Ah, guten Tag, Frau Wild. Ist Ihr Mann noch nicht zu Hause?
Doch, doch. Nur eine Frage. Haben Sie heute Abend schon etwas vor?
Nein, noch nicht. Warum?
Heute läuft der Film, Ein Amerikaner in Paris. Kommen Sie mit?
Hm, ins Kino, heute Abend?
Ja. Kommen Sie doch mit, Fräulein Lau. Ich gehe nicht gern allein ins Kino.
Gut, ich komme mit. Und Ihr Mann, bleibt er zu Hause?
Ja. Jetzt arbeitet er noch. Nachher sieht er fern. Und dann schläft er bald. Er geht nicht gern aus.
Naja, dann gehen wir zwei. Wo läuft der Film denn?
Im Kino am Hotel Nico.
Und wann fängt er an?
Um 8. Kommen Sie zum Kino. Ich warte dort um Viertel vor 8.
Gut. Also bis dann. Auf Wiedersehen.
Komm doch mit.
Mai?
Hallo, Monika. Hier ist Dino.
Ah, Dino. Na, wie geht's?
Danke, gut. Du, was machst du heute Abend?
Ich weiß noch nicht. Vielleicht Fernsehen oder lesen?
Nicht lernen?
Nein, nein. Die Prüfung ist vorbei. Ich habe wieder Zeit.
Prima. Du, ich gehe ins Theater. Ich habe noch eine Karte. Komm doch mit.
Ins Theater? Heute Abend?
Ja. Es ist ein Stück von Brecht. Galileo Galilei.
Was? Galilei von Brecht? Das ist toll. Ich komme gern mit. Wann fängt das Stück denn an?
Um halb 8.
Und wie viel Uhr ist es jetzt?
Viertel nach 6.
Was? Aber der Bus...
Ja, ja. Mach schnell. Ich bin um Viertel nach 7 am Theater und warte dort.
Gut. Also bis gleich.
Ich möchte wieder arbeiten.
Frau Ito, entschuldigen Sie. Darf ich hereinkommen?
Ah, Frau Wild. Ja, natürlich. Kommen Sie. Nehmen Sie doch bitte Platz. Möchten Sie etwas trinken?
Nein, danke. Ich will nicht lang bleiben.
Was kann ich für Sie tun, Frau Wild?
Ich habe ein Problem. Ich möchte gern wieder arbeiten. Translingua sucht doch Mitarbeiter.
Ja, das stimmt. Aber wollen Sie wirklich wieder arbeiten? Der Haushalt, zwei Kinder, ist das nicht zu viel?
Die Kinder und mein Mann sind tagsüber nicht zu Hause. Die Kinder gehen zur Schule, mein Mann ist im Büro.
Wissen Sie, ich will nicht immer allein zu Hause sein.
Das kann ich verstehen.
Was für eine Stelle ist das? Muss ich Japanisch-Deutsch oder Deutsch-Japanisch übersetzen?
Japanisch-Deutsch. Das können Sie sicher.
Ja, das kann ich. Aber Dolmetschen, das kann ich sicher nicht.
Das macht nichts.
Und noch eine Frage. Ich möchte gern nur vormittags arbeiten. Was meinen Sie, ist das vielleicht möglich?
Ja, manche Kolleginnen arbeiten nur halbtags. Soll ich mal fragen?
Ja, bitte. Fragen Sie mal. Ich rufe Sie dann an.
Vielen Dank, Frau Ito.
Was willst du eigentlich werden?
Sag mal, Dino. Was willst du eigentlich werden?
Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Zurzeit bin ich hier und möchte wirklich gut Deutsch lernen.
Und dann?
Dann gehe ich nach Italien zurück.
Aber du musst doch dort arbeiten.
Klar. Ohne Geld kann ich nicht leben.
Also, was willst du dann in Italien machen?
Warum fragst du immer? Musst du das unbedingt wissen?
Ich darf doch fragen, oder?
Na gut. Ich soll Lehrer werden.
Du sollst Lehrer werden? Wer sagt das?
Meine Freundin. Die will das. Sie ist Lehrerin.
Aha, deine Freundin. Entscheidet sie das?
Nein, nein. Natürlich ich.
Und willst du denn wirklich Lehrer werden?
Nein. Ein Lehrer muss immer befehlen. Und die Schüler müssen gehorchen.
Ja, was willst du denn dann machen?
Gitarre spielen.
Was? Du möchtest Musiker werden? Das ist ja prima.
Prima? Das sagst du. Aber ich darf nicht Musiker werden.
Meine Freundin sagt, Musiker verdienen kein Geld. Das ist kein Beruf, das ist ein Hobby.
So, so. Deine Freundin befiehlt und du gehorchst.
Haben Sie noch einen Wunsch?
Bitte schön?
Ich suche einen Pullover.
Die Pullover sind hier. Welche Größe haben Sie?
Größe 36.
Welche Farbe möchten Sie?
Rot. Vielleicht auch grün.
Wie finden Sie diesen da? Oder den da?
Darf ich den mal probieren?
Natürlich.
Ja, der passt. Wie viel kostet der denn?
85 Mark.
Das ist aber teuer.
Das stimmt. Billig ist er nicht. Aber die Qualität ist auch sehr gut.
Gut, dann nehme ich den.
Haben Sie noch einen Wunsch?
Ja, ich brauche auch noch eine Bluse.
Wie viel soll sie ungefähr kosten?
Vielleicht 50 Mark.
Und welche Farbe?
Weiß.
Probieren Sie doch mal die. Das ist aber Größe 38.
Die passt leider nicht. Aber ich finde sie sehr schön.
Kommen Sie doch nächste Woche noch einmal. Wir bekommen vielleicht noch Größe 36.
Vielen Dank. Wo soll ich den Pullover bezahlen?
Dort ist die Kasse. Auf Wiedersehen.
Liebst du ihn?
Grüß dich, Monika. Was ist denn los?
Nichts.
Das stimmt nicht. Ich kenne dich doch.
Ach, ich finde nirgends dieses Wörterbuch. Keine Buchhandlung hat es.
Was für ein Wörterbuch denn?
Ein Wörterbuch Deutsch-Italienisch. Dino braucht es.
So, so. Dino braucht es. Du triffst ihn doch heute Nachmittag wieder, oder?
Ja, und?
Du triffst ihn heute. Du besuchst ihn am Sonntag. Er ruft dich an. Er lädt dich ein.
Was geht dich das an? Das ist meine Sache.
Natürlich. Ich will dich ja auch nicht ärgern. Aber du magst ihn doch gern, oder?
Ja, ich mag ihn. Wir sind Freunde.
Bist du vielleicht verliebt?
Liebe? Was heißt denn Liebe? Dino und ich, das ist nur Freundschaft.
Und Dino? Mag er dich? Oder liebt er dich?
Ach, lass mich doch in Ruhe. Du fragst und fragst. Dino mag mich auch. Und deshalb sind wir oft zusammen.
Aber er hat eine Freundin in Italien. Vielleicht heiratet er sie.
Aha. Das ärgert dich.
Schluss jetzt. Geh doch in dein Zimmer.
Nein. Ich fahre in die Stadt. Ich kann ja mal in eine Buchhandlung gehen.
Vielleicht finde ich dieses Wörterbuch.
Was fehlt dir denn?
Hallo, Doris. Störe ich dich?
Ah, Sabine. Nein, nein, du störst nicht. Komm doch herein.
Was? Du bist im Bett? Bist du krank?
Es ist nicht schlimm.
Was fehlt dir denn?
Ach, ich habe eine Grippe, Kopfweh und Schnupfen.
Kannst du denn dann zum Kongress nach Tokio? Der ist doch Ende Dezember, oder?
Ja, ja. Hoffentlich bin ich bis dann wieder gesund. Sonst erlaubt mir der Arzt die Reise nicht.
Sag mal, was hast du denn hier für eine Jacke?
Die ist aus Japan. Ein Geschenk von Thomas.
Wirklich sehr schön. Oje, da fällt mir gerade ein, hast du nicht jetzt im Dezember Geburtstag?
Ja, stimmt. Am 14.
Am 14. Aber der 14. ist doch heute.
Ja, du kannst mir gratulieren.
Wirklich? Herzlichen Glückwunsch. Und ich wünsche dir gute Besserung. Tut mir leid, ich komme ohne Geschenk.
Das macht nichts. Du sollst mir doch nichts schenken. Aber du kannst mir einen Gefallen tun.
Ja, gern.
Ich schreibe Thomas gerade einen Brief und schicke ihm ein Päckchen. In zehn Tagen ist Weihnachten.
Ja, sicher. Gib mir den Brief und das Päckchen. Ich muss sowieso zur Post.
Wie geht es deinem Bruder eigentlich? Gefällt es ihm in Japan?
Ja, sehr gut. Er will noch zwei Jahre bleiben. Im März macht er vier Wochen Urlaub. Dann besucht er uns.
Und in 14 Tagen besuchst du ihn in Tokio. Hoffentlich kannst du fahren. Ich halte dir die Daumen.
Helfen Sie mir doch.
Bitte?
Ein Päckchen nach Japan, ein Paket nach Italien, ein Päckchen nach Leipzig.
Langsam, langsam. Alles der Reihe nach.
Gut. Hier das Päckchen nach Japan. Es sind zwei Bücher.
Bücher? Solche Päckchen dürfen Sie aber nicht zumachen.
Na gut. Dann mache ich es eben wieder auf. Können Sie mir bitte eine Schere leihen?
Eigentlich nicht. Aber, naja. Aber geben Sie sie mir gleich zurück.
Sicher. Ich verspreche es Ihnen.
Wem gehört das Paket hier?
Auch mir. Es soll nach Italien.
So geht das aber nicht. Das ist doch ein Paket. Das müssen Sie zumachen.
Ja, wie denn?
Also hören Sie mal. Na gut, da haben Sie eine Schnur.
Ich danke Ihnen. Sie, ich kann das aber nicht. Bitte helfen Sie mir doch.
Jetzt reicht's aber langsam. Die Leute warten doch. Gehört das Paket da auch Ihnen?
Ja, das soll nach Leipzig. Ein Weihnachtsgeschenk. Ich schicke es meiner Tante dort.
Da fehlt die Adresse. Und den Absender kann ich nicht lesen.
Wirklich? Dann geben Sie mir mal Ihren Kugelschreiber. Was? Schon fünf Uhr?
Warum brauche ich hier immer so lang?
Der Nächste bitte.
Wie komme ich zum Bahnhof?
Entschuldigen Sie, wie komme ich zum Bahnhof?
Wie bitte?
Wohin wollen Sie?
Zum Bahnhof.
Ach so, zum Bahnhof. Das ist noch weit.
Wirklich? Wie weit ist es denn noch?
Ungefähr 40 Minuten.
Zu Fuß oder mit dem Bus?
Zu Fuß. Mit dem Bus brauchen Sie eine Viertelstunde. Aber der Bus fährt nur alle 20 Minuten.
Und wo ist die Haltestelle?
Dort um die Ecke, Linie 10. Gehen Sie geradeaus und dann die erste Straße links.
Die Haltestelle ist gegenüber vom Kaufhaus.
Muss ich umsteigen?
Nein, der Bus fährt direkt bis zur Post. Und von dort sind Sie in zwei Minuten am Bahnhof.
Vielen Dank.
Ich muss übrigens auch in diese Richtung. Wir können zusammen gehen.
Das ist sehr freundlich von Ihnen.
Wissen Sie, ich gehe zu meinem Sohn. Silvester bin ich immer bei einem von meinen Kindern. Fahren Sie mit dem Zug weg?
Ja, zu Freunden nach Brühl. Sie machen heute Abend ein Fest.
Wo liegt denn Brühl?
Das weiß ich auch nicht. Irgendwo zwischen Bonn und Köln. Ich muss am Bahnhof fragen.
Na, hoffentlich finden Sie den Weg dorthin.
Geh doch mal rüber zu Peter.
Hallo Ismet. Komm doch rein.
Grüß dich. Ich komme etwas spät. Es ist schon halb acht.
Das macht doch nichts. Viele sind sowieso noch nicht da.
Wie viele kommen denn?
Ungefähr 30.
Was? So viele? Da müssen wir ja stehen.
Ja, du hast recht. Wir haben nicht genug Stühle. Manche tanzen vielleicht nicht und wollen sitzen.
Ach so. Tanzen wir auch?
Na klar. Heute ist Silvester. Da tanzt man doch.
Haben wir denn hier genug Platz zum Tanzen?
Ja, ja. Dort links in der Ecke ist Platz. Und hier vorn auch. Das geht schon.
Bitte geh doch mal rüber zu Peter und hol ein paar Stühle.
Gut, das mache ich. Ist Dino schon da?
Ja, er ist nebenan bei meinem Bruder. Sag ihm, er soll den Kassettenrekorder rüberbringen.
Hallo Ismet. Wie gefällt es dir bei uns?
Prima. Du, ich soll ein paar Stühle holen.
Da, nimm die zwei hier.
Kann ich sonst noch was für euch tun?
Ja, wir wollen noch zwei Plakate an die Wand hängen. Eins hängt schon an der Wand.
Und wo sind die Plakate?
Draußen im Flur. Leg sie dann nebenan ins Zimmer.
Übrigens, du kannst auch noch Getränke mitnehmen. Stell sie in der Küche auf den Tisch.
Und die Küche müssen wir noch aufräumen.
Hier muss man ja arbeiten. Feiert ihr Silvester immer so?
Wollt ihr keine Kinder?
Burger?
Hallo Uschi, ich bin's, Gerda.
Grüß dich, Gerda. Na, du rufst auch wieder mal an? Wie geht's? Was macht die Familie?
Du, ich habe eine Neuigkeit.
Eine Neuigkeit? Kauft ihr euch ein Auto?
Nein, nein.
Macht ihr Urlaub in Amerika?
Auch nicht.
Na los, sag's schon. Du machst mich ja wirklich neugierig.
Stell dir vor, ich bekomme wieder ein Kind.
Was? Ist das wahr? Gerda, das ist aber eine Überraschung.
Für uns ist's auch eine Überraschung.
Freut ihr euch denn nicht darüber?
Naja, teils, teils. Einerseits ist es gut für Heidi. Sie bleibt kein Einzelkind.
Andererseits müssen wir wieder auf manches verzichten. Zum Beispiel auf den Urlaub in Spanien.
Und dann die Arbeit. Ich muss mich ja bald um zwei Kinder kümmern. Für mich selbst bleibt keine Zeit mehr.
Das geht schon. Mach dir keine Sorgen.
Du kannst das leicht sagen. Ihr habt ja keine Kinder.
Weißt du, ich unterhalte mich oft mit Hans darüber. Aber wir finden, mit Kindern ändert sich eben alles.
Man muss sich viel mit ihnen beschäftigen. Sie können nicht allein zu Hause bleiben. Und später dann die Sorgen mit der Schule.
Eben, das sind die Probleme. Aber trotzdem, man gewöhnt sich daran. Wir können uns ein Leben ohne Kinder nicht mehr vorstellen.
Wir denken anders über die Ehe.
Eine Diskussion.
In meiner Heimat ist das so. Die Eltern suchen für ihre Kinder einen Ehepartner. Auch die Großeltern sagen ihre Meinung dazu.
Die verheiratete Tochter geht dann zu ihrem Mann in seine Familie. Der Sohn bleibt mit seiner Frau bei den Eltern.
Warum entscheiden eigentlich die Eltern über die Heirat? Warum sind die Kinder so abhängig von den Eltern?
Wir können das nicht verstehen. Ich möchte mir doch meinen Ehepartner selbst suchen.
Ich will auch später nicht mit meiner Frau bei den Eltern wohnen. Das gibt nur Probleme.
Ja, ihr denkt eben an euch selbst. Aber für uns ist die Großfamilie sehr wichtig. Wir fühlen uns nicht abhängig.
Deshalb wollen Jugendliche in meiner Heimat bald heiraten und eine große Familie haben. Alle freuen sich darüber.
Bei uns ist das anders. Für mich zum Beispiel sind Kinder nicht so wichtig.
Ich möchte zuerst unverheiratet mit meiner Freundin zusammenleben. Jeder hat seinen Beruf und seine Hobbys.
Vielleicht trennen wir uns nach ein paar Jahren. Dann braucht man keine Scheidung. Eine Scheidung ist immer ein Problem.
Wie viel Geld bekommt der Partner? Wer bezahlt für die Kinder?
Das ist bei uns unmöglich. Wir können nicht unverheiratet zusammenleben. Findet ihr das nicht unmoralisch?
Auch über eine Scheidung denken wir anders. Die Ehe soll doch das ganze Leben dauern. Deshalb sind Scheidungen bei uns sehr schwierig.
Was soll die geschiedene Frau nachher machen? Zu ihren Eltern kann sie nicht zurückgehen. Und die Leute sprechen nicht freundlich über sie.
Aber das ist doch schlimm.
Warum denn? Wir denken eben anders über Ehe und Familie.
Ja, das stimmt schon. Übrigens, nicht alle Deutschen denken so. Nur manche. Viele heiraten jetzt auch wieder sehr jung und wünschen sich viele Kinder.
Brief A
Graz, den 27.10.1980
Liebe Atu! Wie geht es dir in Wien? Ich soll dich von deinen Freunden in Graz recht herzlich grüßen.
Wir haben noch nichts von dir gehört, und denken oft an dich. Wie war die Reise? Bist du gut in Wien angekommen? Hast du schon Leute kennengelernt?
Bei uns hat sich einiges geändert. Stell dir vor, wir sind umgezogen. Endlich haben wir eine Wohnung gefunden. Du weißt, es hat lang gedauert.
Jetzt sind wir natürlich glücklich, müssen aber die Wohnung noch einrichten. Das macht viel Arbeit.
Vorgestern waren wir in der Stadt und haben ein paar Sachen gekauft. Einen Tisch, einen Schrank und Regale.
Gestern haben uns schon Freunde besucht. Viele sind gekommen. Und es war sehr lustig. Auch dein Freund Ewen ist da gewesen. Wir haben ihn gleich nach dir gefragt.
Aber du hast ihm auch noch nicht geschrieben. Und noch eine Neuigkeit. Andreas hat seine Prüfung bestanden. Nicht sehr gut. Aber natürlich ist er froh.
Jetzt ist die Angst vorbei. Er hat sogar schon eine Stelle in einem Reisebüro bekommen. Ich soll dich von ihm ganz herzlich grüßen.
Franz hat dir übrigens letzte Woche geschrieben. Hast du seinen Brief erhalten? Schreib bitte bald. Wir sind alle sehr neugierig.
Alles Liebe, deine Renate. Unsere neue Adresse? R&H Kirchner, Breite Gasse 10, Graz.
Brief B. Wien, den 8. Oktober 1980. Liebe Renate, entschuldige bitte. In dieser Woche hatte ich wirklich noch keine Zeit für einen Brief.
Ich habe dich nicht vergessen. Aber es war immer etwas los. Erst heute habe ich endlich einen Abend frei. So habe ich mich in mein Zimmer gesetzt und schreibe dir diesen Brief.
Die Fahrt mit dem Zug nach Wien hat drei Stunden gedauert und war sehr schön. Ich habe mich lang mit einer Deutschen aus Berlin unterhalten.
Sie hat mir viel erzählt, von ihrem Beruf, von ihrer Familie und von ihren Reisen. So habe ich viel Deutsch gesprochen.
Jetzt hat mein Studentenleben begonnen. Alles ist neu für mich. Ich bin jetzt allein und muss mich um viele Sachen selbst kümmern.
In Graz habt ihr mir immer dabei geholfen. Zum Beispiel hat mich niemand am Bahnhof abgeholt. Ich habe nach dem Weg zum Institut gefragt und bin dann mit dem Bus hingefahren.
Auch meine Vorlesungen für das erste Semester habe ich selbst zusammengestellt. Es ist nicht leicht, aber es gefällt mir.
Liebe Renate, grüß bitte alle von mir und schreib bald wieder. Ich fühle mich manchmal ein bisschen einsam und freue mich dann über jeden Brief.
Kannst du mal nach Wien kommen und mich besuchen? Herzlichst, Deine Atu.
Welche Ausbildung haben Sie?
Ein Interview.
Entschuldigen Sie, darf ich Sie etwas fragen? Ich bin aus Pakistan und arbeite als Journalist.
Was möchten Sie denn wissen?
Ich interessiere mich für die Schulausbildung in der Bundesrepublik Deutschland. Welche Ausbildung haben Sie? Können Sie mir darüber etwas erzählen?
Ja, gern. Ich war zuerst vier Jahre in der Grundschule. Dann wollten mich meine Eltern aufs Gymnasium schicken. Ich musste eine Prüfung machen und die habe ich bestanden.
Auf dem Gymnasium hatten wir die Fächer Deutsch, Mathematik, Physik und Englisch. Das waren Hauptfächer. Wir hatten auch noch einige Nebenfächer.
1972 machte ich das Abitur und begann mein Studium. Ich studierte Chemie. Zehn Semester, das heißt fünf Jahre. Jetzt arbeite ich in einem Institut für Lebensmittelchemie und verdiene dort 3000 Mark im Monat.
Und wie war das bei Ihnen?
Tja, bei mir lief das anders. Nach der Hauptschule musste ich von unten anfangen. Zuerst die Lehre. Ich bekam damals noch wenig Geld. 150 Mark am Anfang. Dann machte ich die Gesellenprüfung und später die Meisterprüfung.
So arbeitete ich mich langsam nach oben. Ich wollte ein eigenes Geschäft aufbauen, aber das klappte nicht. Jetzt bin ich bei einer Elektrofirma und verdiene 1800 Mark.
Warum sind Sie nicht auf das Gymnasium gegangen?
Ich sollte schnell einen Beruf haben. Das wollten meine Eltern. So verdiente ich schon mit 15 Jahren etwas Geld. Außerdem ist mein Vater Handwerker und er dachte, sein Sohn soll auch Handwerker werden.
Ja und mein Vater ist Architekt. Er hat studiert und deshalb sollte ich auch studieren. Geld verdiente ich allerdings erst mit 25. Aber meine Eltern konnten sich das leisten.
Die Fremdsprache
Ein Märchen
In der Schweiz lebte einmal ein Graf. Er hatte nur einen einzigen Sohn, aber der war dumm und wollte nichts lernen. Da sprach sein Vater zu ihm, mein lieber Sohn, du musst fort von hier.
Ich will dich zu einem Lehrer schicken, der soll dich unterrichten. Ich möchte einen klugen Sohn.
Der Junge zog also in eine andere Stadt und blieb ein Jahr bei dem Lehrer. Danach kam er wieder nach Hause zurück und sein Vater fragte, nun mein Sohn, du warst ein Jahr fort, was hast du denn in dieser Zeit gelernt?
Er antwortete, Vater, ich kann jetzt bellen wie die Hunde, ich verstehe ihre Sprache. Da rief der Graf zornig, was, sonst hast du nichts gelernt? Fort von hier, du bist nicht mehr mein Sohn. Ich will dich in meinem Haus nicht mehr sehen.
Sind Sie gegen harte Strafen?
Tag Frau Schwab, wie geht's? Ich habe Sie in den letzten Tagen gar nicht gesehen. Waren Sie krank?
Nein, mein Mann hat eine kurze Reise gemacht, beruflich wissen Sie. Da bin ich mitgefahren.
Ach so, und Ihre Kinder waren in der Zeit allein zu Hause?
Ja, die waren gar nicht traurig darüber.
Das kann ich mir denken. Übrigens, Renate ist in der letzten Zeit oft mit Ausländern ausgegangen. Wissen Sie das?
Jaja, das sind Ihre portugiesischen Freunde. Keine Angst, Renate ist ein vernünftiges Mädchen.
Naja, Sie sind eben für moderne Erziehung.
Meiner Ilse habe ich so etwas ja nie erlaubt. Und Karl, macht er Ihnen immer noch so viele Sorgen?
Ja, leider. Die Schule macht ihm einfach keinen Spaß. Den ganzen Tag hört er immer nur diese laute Musik.
Ich sage Ihnen, da helfen nur harte Strafen. Unser Erich, der muss bei uns im Geschäft fleißig mitarbeiten.
Sonst bekommt er nichts. Für den letzten Monat hat er nur den halben Lohn bekommen.
So, so. Ich habe gehört, er will sich jetzt woanders eine Stelle suchen.
Ja, stellen Sie sich das vor. Also ich kann die heutige Jugend nicht verstehen.
Sehen Sie, deshalb bin ich gegen harte Strafen.
Haben Sie denn mit Ihrer modernen Erziehung etwas erreicht bei Ihrem Sohn?
Trotzdem. Ich glaube, Kinder brauchen verständnisvolle und geduldige Eltern.
Woher hast du so viel Geld?
Hallo Kurt. Nimmst du mich mit zu einem kleinen Ausflug?
Ja, warum nicht? Ich wollte dir sowieso mein neues Motorrad zeigen. Mein altes habe ich verkauft.
Was? Ist das schon wieder ein neues? Woher hast du eigentlich immer so viel Geld?
Ach, so teuer war es gar nicht. Es war ein guter Kauf.
Ich finde, du gibst dafür zu viel Geld aus.
Du redest genau wie Vater. Immer soll ich sparen für später.
Tja, wir haben eben einen strengen Vater.
Aber mit seiner lieben Tochter ist Vater gar nicht so streng. Dir gibt er doch genug Taschengeld.
Na und? Ich brauche ja manchmal neue Kleider.
Manchmal? Fast jeden Tag kaufst du dir etwas. Mal kommst du mit neuen Schuhen nach Hause,
mal brauchst du eine neue Jacke, dann siehst du wieder einen schicken Mantel
und unser lieber, strenger Papa sagt kein Wort.
Warum soll er etwas dagegen sagen? Schicke Sachen gefallen ihm eben. Deinen Freunden übrigens auch.
Denen schon. Aber Mama ist damit nicht einverstanden.
Ich weiß schon. Sie sagt, ich bin faul und denke nur ans Vergnügen.
Das stimmt doch auch.
Jetzt reicht's aber. Du kannst dein ganzes Geld fürs Motorrad ausgeben
und trotzdem ist Mama stolz auf dich, auf den fleißigen und intelligenten Sohn.
Und du? Du kannst dein ganzes Geld für Kleidung ausgeben.
Trotzdem ist Vater zufrieden mit dir, mit seiner hübschen und intelligenten Tochter.
Warum streiten wir eigentlich? Wir wollten doch einen Ausflug machen.
Komm, fahren wir.
Wo war es am schönsten?
Entschuldigen Sie, ist hier noch ein Platz frei?
Ja, bitte. Moment, ich helfe Ihnen mit Ihrem Gepäck.
Oh, vielen Dank. Das ist sehr freundlich von Ihnen.
Man nimmt immer mehr Gepäck mit, als man braucht.
Sie haben weniger Gepäck. Machen Sie nur eine kurze Reise?
Ja, ich fahre nur bis Frankfurt. Ich arbeite dort.
Ach, Sie arbeiten in Frankfurt. Wie lange schon?
Seit eineinhalb Jahren bin ich in Europa. Die meiste Zeit in Frankfurt.
Aber ich war auch einige Monate in der Schweiz und zwei Wochen in Österreich.
Am 1. März reise ich nach Indonesien zurück.
Dann haben Sie ja viel gesehen. Sagen Sie mal, welches Land hat Ihnen am besten gefallen?
Das kann man nicht so einfach sagen. Am interessantesten war für mich Frankfurt.
Ich habe dort in einer Firma gearbeitet und die neuesten technischen Entwicklungen kennengelernt.
Landschaftlich am schönsten finde ich die Schweiz. So viele Berge und Seen.
Es ist wirklich herrlich dort. Aber die Sprache, das ist ein Problem für Ausländer.
Den Schweizer Dialekt konnte ich überhaupt nicht verstehen.
Das ist kein Wunder. Die meisten Deutschen verstehen ihn auch nicht.
Für die Schweizer ist Hochdeutsch fast wie eine Fremdsprache.
Und wie hat Ihnen Österreich gefallen?
Auch sehr gut. Ich war im November zwei Wochen in Wien.
Die Leute dort sind sehr nett und freundlich. Vor allem zu Ausländern.
Ich habe in Wien am leichtesten und schnellsten Kontakt gefunden.
In der Bundesrepublik haben es Ausländer nicht so leicht wie in Österreich.
Nun, Sie haben alle diese deutschsprachigen Länder gesehen.
In welchem Land möchten Sie am liebsten leben?
Tja, am liebsten in Indonesien. Es ist meine Heimat.
Lieber Fred, jetzt, nach einem Jahr, fühle ich mich bei euch Deutschen fremder als in den ersten vier Monaten.
Nachts kann ich oft nicht schlafen und bin krank vor Heimweh.
Warum? Ich habe mein Essen, mein Zimmer.
Mir geht es besser als den meisten Leuten in meiner Heimat.
Aber trotzdem. Vor einigen Wochen besuchten mich zwei Landsleute.
Natürlich waren wir fröhlich. Wir lachten, wir hörten Musik.
Musik aus unserer Heimat.
Da klopfte jemand an die Tür. Es war Frau Grimm von nebenan.
Sie schimpfte wegen des Lärms.
Wir feiern.
Warum ärgert sie sich?
Den zwei Kindern im dritten Stock geht es auch so.
Manchmal spielen sie im Haus.
Dann rufen die Hausbewohner.
Ruhe, macht keinen solchen Lärm.
Hier könnt ihr nicht spielen.
Nur der Hund von Frau Scheuerlein darf bellen.
Da beklagt sich niemand.
Anfangs konnte ich es nicht glauben.
Aber er hat wirklich einen Namen.
Leo heißt er.
Leo bekommt jeden Tag Fleisch aus der Dose.
Eine Dose kostet 4 Mark 50.
Ich denke an die Kinder in meiner Heimat.
Was bekommen sie?
Nachmittags geht Frau Scheuerlein mit Leo spazieren.
Und unterhält sich sehr liebevoll mit ihm.
Was sagt sie nur zu ihm?
Versteht er sie?
Mich jedenfalls mögen beide nicht.
Weder der Hund, noch die Frau.
Der Hund bellt mich an.
Und die Frau grüßt mich nicht.
Was habe ich denn getan?
Der Hund muss sich auch nicht um deutsche Sauberkeit kümmern.
Bei mir ist das anders.
Ich mache die Haustür auf.
Da steht schon Frau Knies mit dem Putzlappen und schaut nicht auf mich,
sondern auf meine Schuhe.
Diese Sauberkeit der Deutschen ist wirklich schon fast eine Krankheit.
Und jede Woche dann das Familienfest.
Das Autowaschen.
Warum nehmen sich die Deutschen mehr Zeit für ihre Autos,
als für ihre Nachbarn und Freunde?
Ich verstehe das alles nicht.
Manchmal denke ich,
die Deutschen wollen nur arbeiten,
putzen,
waschen
und sich um Tiere kümmern.
Aber ich habe auch deutsche Freunde, die sind nicht so.
Du zum Beispiel.
Wir haben viel zusammen gefeiert und waren lustig.
Du hast noch Zeit für deine Mitmenschen.
Herzliche Grüße, dein Biro.
Die meisten haben Angst.
Also der Montag, das ist doch der schlimmste Tag.
Da habe ich nie Lust zu arbeiten.
Geht es dir nicht auch so, Jupp?
Klar.
Zwei Tage zu Hause, kein Chef, kein Ärger im Betrieb.
Wirklich eine Erholung.
Und dann jeden Montag das Gleiche.
Der Chef schimpft, die Kollegen schimpfen.
Alle haben schlechte Laune.
Warum warst du denn heute so sauer?
Da fragst du noch?
Bloß weil der Chef am Wochenende Ärger mit Frauen und Kindern hatte,
musste ich das Lager aufräumen.
Ihr habt doch gesehen, dass alles in Ordnung war.
Ihr wart doch dabei, wie er mich geschimpft hat.
Ohne irgendeinen Grund.
Aber keiner von euch hat etwas gesagt.
Ich weiß auch nicht, warum wir nichts dagegen tun.
Aber die meisten haben eben Angst, ihren Mund aufzumachen.
Es ist überall dasselbe.
Bei uns haben drei Fahrer gekündigt.
Und die Firma stellt keine neuen ein.
Wir haben jetzt viel mehr Arbeit.
Früher gab es höchstens vier Fahrten am Tag.
Heute sind es sieben.
Und keiner sagt, was er denkt.
Was wollt ihr denn?
Ihr habt wenigstens noch Arbeit.
Ich weiß gar nicht, warum ihr unzufrieden seid.
Ich muss jede Woche zum Arbeitsamt gehen
und fragen, ob es eine Stelle für mich gibt.
Jaja, Setzer braucht man nicht mehr.
Diese Arbeit machen heute Computer.
Alles vollautomatisch.
Lern doch einen anderen Beruf.
Das sagst du so einfach.
Mit 48 bin ich zu alt, einen neuen Beruf zu lernen.
Ich mache mir wirklich Sorgen, wie es weitergehen soll.
Ich kriege zwar mein Arbeitslosengeld,
aber die Nachbarn halten mich für einen Faulenzer.
Die glauben nicht, dass ich gern gearbeitet habe bei der Zeitung.
Na na, was hast du denn?
Ist doch auch ganz schön, nicht jeden Tag um sechs aufstehen zu müssen, oder?
Und kein Chef ärgert dich.
Kannst tun, was du willst.
So ein Quatsch.
Du redest ja genauso wie meine Nachbarn.
Wenn du selbst mal arbeitslos bist, dann denkst du anders.
Was bin ich denn noch wert?
Überhaupt nichts.
Wenn alles klappt, fahren wir nach Griechenland.
Übrigens, heute früh habe ich im Radio gehört,
dass es schon wieder 10 Kilometer lange Staus auf der Autobahn München-Salzburg gibt.
Tja, Urlaubszeit.
Die meisten Urlauber fahren eben jetzt, weil ihre Kinder Schulferien haben.
Wir auch.
Wenn alles klappt, fahren wir mit dem Auto wieder nach Griechenland.
Am Strand liegen, schwimmen, für uns ist das am schönsten.
Und Sie, Frau Beck, fahren Sie wieder nach Österreich?
Nein, diesmal nicht.
Unser Sohn hat vor, mit Freunden eine Radtour durch Irland zu machen.
Er freut sich schon darauf.
Nur weiß er noch nicht, wie lange sein Geld reicht.
Inge fährt auch nicht mehr mit uns Eltern in Urlaub.
Sie will mit der Familie ihrer Freundin an die Nordsee.
Mein Mann und ich, wir überlegen, ob wir nicht mal im Herbst eine Reise nach Südfrankreich machen sollen.
Fahrt, Hotel, Essen und Programm, alles organisiert das Reisebüro.
Ich bin froh, wenn ich im Urlaub einmal keine Hausarbeit machen muss.
Ach, uns gefällt es besser mit dem eigenen Auto zu reisen.
Man fühlt sich freier und unabhängiger.
Wir nehmen unser Zelt mit und wenn wir irgendwo einen schönen Campingplatz finden, dann bleiben wir da.
Mal zwei Tage, mal länger, je nachdem, ob wir nette Leute kennenlernen.
Und wir kochen selbst, weil man dadurch doch eine ganze Menge Geld sparen kann.
Ja, das stimmt schon.
Übrigens, Sie kennen doch Bernd Schwarz.
Er will jetzt mal sehen, wie es ist, wenn man seinen Urlaub zu Hause verbringt.
Ich finde das nicht schlecht. Man hat dann auch mal Zeit, ein dickes Buch zu lesen.
Mir gefällt es besser, wenn ich aus meinen vier Wänden rauskommen kann.
Es ist interessanter, etwas Neues zu sehen.
Andere Städte, andere Menschen, andere Länder.
Ich will auch raus aus der Großstadt.
Ich liebe Bäume, Natur und frische Luft.
Ein Urlaub auf dem Bauernhof.
Ich kann mir vorstellen, dass das auch sehr schön ist.
