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Weißt du, vor zwei Wochen waren wir im Theater. Es war wunderbar.
Aber nie wieder will ich mit Julia ausgehen.
Warum denn nicht? Was hat sie dir getan?
Eigentlich nichts.
Na, erzähl doch mal, wie sich die ganze Geschichte zugetragen hat.
Wir haben uns für 6 Uhr abends verabredet. Ich musste sie abholen.
Als ich zu ihr gekommen bin, war sie noch nicht einmal fertig angezogen.
Das ist aber nichts Besonderes.
Sie lief in ihrem Zimmer hin und her. Alles war durcheinander.
Kein Wunder, dass sie ihre Sachen nicht finden konnte.
Ich habe 10 Minuten auf sie gewartet. Ich saß wie auf Kohlen.
Wir hätten uns fast zu der Vorstellung verspätet, von der ich so lange geträumt habe.
Aber deine Sorgen waren doch umsonst.
Naja, wir waren rechtzeitig da.
Aber es ging mir auf die Nerven, dass wir durch die Straßen hetzen mussten.
Da habt ihr ein bisschen Sport gemacht.
Wir hatten auch keine Zeit, ein Programm zu kaufen.
Wir gingen gleich in den Zuschauerraum.
Nach einer Minute klingelte es zum dritten Mal und das Licht ging allmählich aus.
Und? Was regt dich so auf?
Wenn ich mich an diesen Vorfall erinnere, überläuft mich ein Schauer.
Naja, schwamm drüber. Julia hat eben nicht so viel fürs Theater übrig.
Vielleicht ist ihre Unpünktlichkeit darauf zurückzuführen.
Nimm das nicht so ernst.
Ich gebe mir Mühe.
Erzähl lieber mal, wie das Stück hieß.
Das war Verdis Oper La Traviata.
So ein Zufall. Ich habe sie mir auch angehört.
Weißt du, ich war begeistert.
Es war so beeindruckend und hinreißend.
Man kann es mit Worten nicht beschreiben.
Genau. Als der Vorhang hochging, verschlug es mir den Atem.
Die Musik ergriff mich.
Stimmt. Die Musik war bezaubernd.
Wie findest du die Sängerin, die die Titelrolle verkörpert?
Einfach klasse.
Die ist ganz renommiert und oft zu Gastspielen zu uns gekommen.
Wir hatten Glück, gerade diese Aufführung sehen zu können.
Diese Sängerin hatte drei Vorhänge. Im Schlussakt hat sie alle ihre kreativen Kräfte entfaltet.
Die Rolle in dieser Oper ist eine der vollendetsten schauspielerischen Leistungen, die ich je gesehen habe.
Kennst du ihren Lebenslauf?
Ich habe gelesen, dass sie ihre Karriere in den Münchner Kammerspielen begonnen hat.
Danach hat sie bei deutschen Erstaufführungen mitgewirkt.
Die Stücke, in denen sie Hauptrollen spielte, haben sich auf dem Spielplan behauptet.
Sie hat es weit gebracht. Diese Oper hat großen Erfolg.
Sie fesselte alle Zuschauer. Sie saßen wie angewurzelter.
Anschließend klatschten die Zuschauer sich fast die Hände wund.
Der Applaus steigerte sich zu einer Ovation. Er wollte kein Ende nehmen.
Was mich anbetrifft, ist das ein unvergessliches Erlebnis.
Auch die übrige Besetzung war gut. Dafür muss man dem Regisseur danken.
Die Truppe wurde heftig bejubelt.
Wo hast du deinen Platz gehabt?
Im Parkett.
Ich habe die Theaterkarten im Vorverkauf erworben.
Wir wollten auch Eintrittskarten im Parkett kaufen oder im Amphitheater.
Aber wir konnten keine beschaffen. Alle Theaterkarten waren schon vergriffen.
Und was habt ihr dann gemacht?
Es blieben nur die Karten im ersten Rang. Wir mussten uns damit zufrieden geben.
Wir liehen uns ein Opernglas aus und es ging.
Was hältst du übrigens von der Ausstattung?
Der Bühnenbildner hat tüchtig gearbeitet. Er hat ausgezeichnete Bühnenbilder geschaffen.
Dafür braucht man doch ganz viel Geld. Ist sein Name für dich ein Begriff?
Nein, leider nicht. Ich bin auf diesem Gebiet keine Leuchte.
Aber ich weiß, dass das Theater mit 10 Millionen Euro subventioniert wird.
Eine Zeitung brachte einen Artikel zu diesem Thema.
Ja, ein akutes Thema.
Es wäre schön, wenn unser Laientheater wenigstens zum Teil subventioniert werden könnte.
Wie steht's mit deiner Theatergruppe?
Nicht schlecht. Aber es ist ganz schön anstrengend.
Fast jeden Abend haben wir Proben. Das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch.
Außerdem habe ich die Titelrolle übernommen.
Jedes Mal, wenn ich an die Rampe trete, wird mir schwarz vor den Augen.
Ich habe Angst, dass ich beim Publikum durchfalle.
Das ist bloß Lampenfieber. Es vergeht mit der Zeit. Ich drücke dir die Daumen.
Aber man kann nicht über seinen Schatten springen.
Du bist doch wahnsinnig begabt und schaffst es. Ich halte große Stücke auf dich.
Entschuldigung, aber ich muss mich jetzt schminken lassen, um deine Hoffnungen erfüllen zu können.
Ich gehe mal mein schauspielerisches Können vervollkommenen.
Schön. Lass mich wissen, wann die Erstaufführung ist.
Abgemacht. Und ich besorge dir Freikarten.
Das ist aber nett.
Im Kino. Hast du Lust, heute Abend ins Kino zu gehen?
Warum nicht? Ich habe noch nichts vor. Was läuft denn?
Ich weiß nicht. Aber was würdest du dir denn am liebsten ansehen?
Am liebsten Science Fiction.
Aber weißt du, ich kenne mich nicht so gut in den Filmsparten aus.
Ich verstehe fast nichts davon.
Kläre mich auf, wenn es dir nichts ausmacht.
Gerne. Es gibt Kinder-, Familien-, Kriminal-, Landschafts-, Heimat- und Tierfilme.
Ebenso Dokumentar-, Werbe-, Abenteuer-, Gangster- und Gruselfilme.
Auch Horrorfilme genannt.
Und Thriller?
Die kann man zu den Horrorfilmen zählen.
Es gibt auch Kurzfilme. Das ist eine ganz besondere Art.
Früher gab es übrigens nur Schwarz-Weiß-Filme.
Jetzt dreht man meistens Farbfilme.
Und im Kino laufen nur Breitbandfilme.
Danke. Jetzt habe ich eine Vorstellung vom Filmwesen.
Schluss mit der Theorie. Zurück zur Praxis.
Ich rufe das Kino an, wo oft Spitzenfilme laufen.
Heute soll dort gerade Programmwechsel sein.
Na, hast du angerufen?
Heute läuft ein Kassenrenner.
Der Film ist nicht nur durch die Regie, sondern auch durch die Kameraführung sehenswert.
Hast du gehört, dass dieser Film mit dem Oscar ausgezeichnet wurde?
Diesen Spielfilm muss man gesehen haben.
Als der anlief, machte er von sich reden.
Der Film ist solides Handwerk.
Die Geschichte profitiert von den unerwarteten Einfällen des Regisseurs,
der leider nicht mehr am Leben ist.
Er hinterlief mehr als 33 Filme.
Weißt du, ob er auch auf dem Bildschirm gezeigt wird?
Er wird nächste Woche im zweiten Kanal übertragen.
Dann lohnt es sich vielleicht nicht, in diesen Film zu gehen, wenn er im Fernsehen laufen wird.
Da hast du recht. Gehen wir lieber am Wochenende ins Kino.
Abgemacht. Aber weißt du, der zweite Kanal hat bei mir keinen Empfang.
Komm bei mir vorbei. Wir sehen uns diesen Film zusammen an.
Wenn dich das nicht stört?
Ach Quatsch. Du bist jederzeit willkommen.
Nach zwei Tagen.
Mensch, heute läuft im Kino ein ganz toller Film.
Zeichen. Mit R und L in den Hauptrollen.
Den will ich nicht verpassen.
Die Abendvorstellung beginnt um 20 Uhr.
Na, bist du bereit?
Und ob.
Dieser Film entstand in Zusammenarbeit mit Frankreich.
Er wurde als Bearbeitung des weltberühmten Drehbuchautors X nach Motiven von Dickens Roman inszeniert.
Sie haben zusammen das Drehbuch verpasst. Kaum zu glauben.
Du bist in Kinofragen ganz schön beschlagen.
Das ist eine unglaubliche, packende und mitreißende Geschichte.
Die Handlung des Films spielt im 19. Jahrhundert.
Dem Regisseur ist es gelungen, das trostlose Bild der damaligen Zeit nachzuzeichnen.
Ist das eine neue Verfilmung?
Nein, nicht ganz. Ich wollte gestern Eintrittskarten ergattern, aber die ganze Vorstellung war ausverkauft.
Versuchen wir es einfach heute.
Der Film ist ganz neu. Er wurde erst vor einigen Monaten in die Öffentlichkeit gebracht.
Nach dem Film.
Der Film ist hervorragend. Gegen ihn kann zur Zeit keiner ankommen.
Ein filmisches Kunstwerk.
Ich bin ganz und gar einverstanden.
Mir haben die Haare zu Berge gestanden, als die Stuntmen ihre Stunts gemacht haben.
Mir verschlug es den Atem. Ich hatte ein Gefühl, als ob ich selber dabei sei.
Der Film ist auch gut synchronisiert.
Und der Regisseur hat die Schauspieler und die Drehorte vortrefflich ausgewählt.
Die Hauptdarsteller sind über sich selbst hinausgewachsen.
In diesem Film sind sie einmalig. Sie spielen ausdrucksvoll und überzeugend.
Nächstes Jahr findet wieder das Festival von Cannes statt.
Dieser Film wird im Wettbewerb vertreten sein.
In Berlin findet auch jedes Jahr die Berlinale statt.
Ich glaube, es wird der Europäische Filmpreis für die beste Regie verliehen.
Gerade der Regisseur hat dem Film mit den Aufnahmen im Freigelände einen speziellen Touch verliehen.
Ich möchte auch mal einen solchen Film drehen lassen.
Gibt es noch weitere Filme von diesem Regisseur?
Ich kenne einige Filme, an denen er mitgewirkt hat.
Laufen sie im Kino?
Ich habe eine gute Heimvideothek.
Ich leihe bei dir eine Kassette aus, wenn du nichts dagegen hast.
Beim Arzt.
Hallo Anna.
Hallo Lea.
Warum bist du heute nicht in der Schule gewesen?
Weißt du, ich fühle mich so mies.
Ich habe starke Kopfschmerzen, die Nase läuft, die Augen tränen.
Wie hast du denn diese Erkältung gekriegt?
Das Wetter ist doch gar nicht so kalt.
Ja, stimmt.
Aber gestern hat es den ganzen Tag geregnet und ich bin spazieren gegangen und hatte keinen Regenschirm mit.
Ich habe nasse Füße bekommen und war bis auf die Haut nass.
Hast du Fieber?
Fieber, ja.
Ich habe vor, den Arzt zu holen.
Ich glaube, dass ich jetzt die ganze Woche nicht zur Schule gehen kann.
Und hast du Halsschmerzen?
Ja, ein bisschen.
Aber keine richtigen Halsschmerzen.
Ich kriege nur oft Hustenanfälle.
Mich plagt manchmal der Husten so stark, dass ich beinahe ersticke.
Weißt du, ich kenne ein sehr gutes Mittel gegen alle Erkältungen.
Heißer Tee mit Honig oder Himbeerkonfitüre.
Dann muss man die ganze Nacht schwitzen und am nächsten Tag bist du fit und kerngesund.
Aber ich habe in einer medizinischen Zeitschrift gelesen, dass zu viel Schwitzen den Körper schwächt.
Deswegen muss man mit Honig und heißem Tee ganz vorsichtig sein.
Am Tag darauf.
Na, wie steht es mit deinem Husten und Schnupfen?
Hat dir der Arzt was verschrieben?
Hat er dich schon untersucht?
Er hat mich ganz genau untersucht.
Den Puls gefühlt, Blutdruck gemessen, sich meinen Hals angesehen, die Lungen abgetastet.
Darüber hinaus hat er sehr viele Arzneien verordnet.
Ich muss dreimal pro Tag Medizin nehmen und alle zwei Stunden gurgeln.
Hat er dich krank geschrieben?
Ja, schon. Für eine Woche.
Und musst du das Bett hüten?
Na klar, weil ich Grippe habe.
Ich finde es so blöd.
Dann musst du mindestens drei Tage im Bett bleiben.
Das ist doch so langweilig.
Ich kann das kaum aushalten.
Aber da ist wohl nichts zu ändern.
Ja stimmt, da ist nichts zu machen.
Aber du kannst auch was lesen oder Fernsehen.
Kannst du dir vorstellen drei Tage lang in die Röhre zu gucken?
Das kann einem den Rest geben.
Die Grippe ist aber eine sehr gefährliche Krankheit.
Wegen ihrer Komplikationen.
Man muss alle Vorschriften des Arztes strikt einhalten.
Wann musst du wieder zum Arzt?
Übermorgen.
Beim Arzt.
Guten Tag Herr Doktor.
Guten Tag, kommen Sie rein.
Nehmen Sie bitte Platz. Wie fühlen Sie sich?
Ich bin schon auf dem Weg der Besserung.
Haben Sie jeden Tag Fieber gemessen?
Ja, gestern war die Temperatur fast normal.
Aber ich habe noch leichten Husten und der Hals tut beim Schlucken weh.
Sehen wir mal wie es mit Ihrem Hals steht.
Machen Sie bitte den Mund auf.
Es gibt aber noch eine Rötung.
Ihre Zunge ist belegt und die Mandeln sind entzündet.
Was soll ich jetzt bloß machen?
Sie haben die Grippe noch nicht hinter sich.
Sie müssen noch einige Tage im Bett bleiben.
Ich schreibe Ihnen noch ein paar Tropfen gegen den Husten auf.
Ich muss Sie vorher noch abhören.
Machen Sie bitte den Oberkörper.
Es geht Ihnen doch schon viel besser.
Ziehen Sie sich bitte an.
Ich verschreibe Ihnen noch eine Arznei.
Die müssen Sie alle drei Stunden nehmen.
Gute Besserung.