Tags: German Courses,German Language,German Online,Learning German,Learn German,German Lessons,Online Language,German For Beginners,Learn Deutsch,Languages For Free,German,speak german ,deutsch lernen online,german online,study german,germans,germanic languages ,the german language,online german ,german languages ,speaking german,deutschunterricht online ,language in german ,german speaking,german,deutsch,online language learning,learning german online ,learning german ,german classes ,zu deutsch,language immersion ,website deutsch ,german language courses ,german grammar tables ,german word ,german classes online,web deutsch,german lesson 1,learn german online free audio ,german learning videos ,learn german videos,languege,
Der kleine Albert. Ulm, 1879.
Pauline Koch-Einstein ist noch jung.
Erst 21.
Da wird sie Mutter eines Sohnes, Albert.
Mein Gott, ist der dick!
findet Paulines Mutter, Alberts Großmutter.
Aber das Kind ist nicht dick.
Nicht dicker als andere Babys auch.
Nur sein Kopf ist groß.
Sehr groß und breit.
Ist er vielleicht nicht normal?
fragt sich Pauline.
Ein zurückgebliebenes Kind?
Doch das ist es nicht.
Es ist der Kopf eines großen Denkers,
des größten Physikers der Zeit.
München, 1887.
Albert ist acht Jahre alt.
Er ist schweigsam und schüchtern.
Mein Sohn kriegt den Mund nicht auf,
sagt sein Vater.
Ich frage mich oft,
ist er nun schüchtern
oder hat er einfach nichts zu sagen?
Du meinst, unser Sohn ist dumm?
fragt die Mutter.
Der Vater antwortet nicht.
Was er denkt, ist klar.
Doch die Mutter ist anderer Meinung.
Das siehst du falsch, sagt sie.
Albert spricht wenig.
Aber er ist sicher nicht dumm.
Er denkt einfach viel nach.
Eines Tages, nun,
vielleicht wird er noch Professor.
Die Mutter hat recht.
Albert denkt viel nach.
Zu Hause führt Albert ein glückliches Leben.
Vater, Mutter und Schwester sind immer aufmerksam
und lieben den Jungen sehr.
Und auch er liebt seine Familie
und sein Leben zu Hause.
Unter den anderen Kindern,
auch in der Schule,
hat er keine Freunde.
Nur mit einem Erwachsenen freundet Albert sich an.
Es ist der Bruder seines Vaters,
Onkel Jakob.
Bei Onkel Jakob lernt der kleine Albert
die Mathematik kennen.
Die Mathematik, erklärt ihm Jakob,
ist ein Spiel.
Man sucht etwas,
kann es aber nicht finden.
Was?
Sagen wir ein Tier.
Einen Hund.
Einen Tiger.
Das Tier nennen wir X.
Das müssen wir suchen.
Manchmal sehr lange.
Und am Ende finden wir es.
Meistens.
Das Spiel gefällt Albert.
Es gefällt ihm sehr gut.
Wir sehen uns das Spiel zusammen an.
Dann machst du ein paar Übungen
und ich korrigiere sie.
Einverstanden?
Ja, Onkel Jakob.
Albert ist einverstanden.
Zusammen finden wir das Tier.
Heute Abend kommt ein Student zum Essen,
sagt die Mutter.
Das ist nichts Neues.
An einem Abend der Woche
haben sie immer einen Gast zum Abendessen.
Meistens einen armen Studenten.
Das ist Tradition bei jüdischen Familien.
Diesmal ist es ein Medizinstudent.
Er heißt Max Thalmein.
Er erzählt viel von seinen Studienfächern.
Chemie, Biologie, Anatomie.
Willst du nicht auf dein Zimmer gehen?
fragt die Mutter den kleinen Albert.
Das ist doch noch nichts für dich.
Albert antwortet nicht.
Er bleibt sitzen und hört dem Studenten zu.
Nach dem Essen steht Albert auf
und gibt Max die Hand.
Vielen Dank für den schönen Abend.
Das war wirklich alles sehr interessant.
Findest du wirklich?
Max wundert sich.
Er kommt dann öfter zum Essen.
Immer wieder spricht er mit dem kleinen Albert.
In dem Alter, sagt Max den Eltern,
interessieren sich Kinder sonst nicht für Wissenschaften.
Aber Albert ist anders als die anderen.
Er ist intelligenter, viel intelligenter.
Max macht der Familie einen Vorschlag.
Ich will mich um den Jungen kümmern.
Lassen Sie mich sein Lehrer sein, nach der Schule.
Dort lernt er zu wenig.
Die Eltern sind einverstanden.
Jetzt hat Albert einen Lehrer.
Max bringt Albert Mathematik bei.
Aber bald weiß Albert mehr als sein Lehrer.
Da ist er 13.
Es ist kurz nach den Sommerferien.
Gut, sagt Max.
Das soll genügen.
Sprechen wir über etwas anderes.
Was hältst du zum Beispiel von Philosophie?
Von Kant?
Was für eine Frage.
Albert ist Feuer und Flamme.
Mit Max' Hilfe öffnet sich eine neue Welt.
Zu Hause spielt Albert Geige.
Er spielt gut und gern.
Zu Hause, mit Onkel Albert und mit Max,
lernt Albert viel.
Aber Albert ist nicht immer zu Hause.
Wie alle Kinder muss auch Albert in die Schule gehen.
Er besucht eine staatliche Schule.
Das Luitpold-Gymnasium.
Er ist kein guter Schüler.
Besser gesagt, er ist nicht in allen Fächern gut.
In Mathematik ist er der Klassenbeste.
Doch Geschichte und Geografie interessieren ihn nicht.
Und seine Noten sind schlecht.
Du bist so ein intelligenter Junge,
sagen Lehrer und Eltern immer wieder.
Warum lernst du nicht?
Ich lerne schon, antwortet Albert.
Aber in der Schule soll ich nur lernen und nicht nachdenken.
Und ich will nicht lernen, ohne nachzudenken.
Nachdenken lehren wir in der Schule nicht.
Das stört den jungen Einstein.
Und noch als alter Mann sagte er es immer wieder.
Die deutsche Schule ist schlecht.
Nur Ordnung und Disziplin sind dort wichtig.
Die deutsche Schule ist eine Kaserne.
Kein Kind lernt gern in einer Kaserne.
Albert geht nicht gern in die Schule.
Er mag seine Lehrer nicht.
Auch von seinen Mitschülern will er nichts wissen.
Auch sein Hauslehrer und Freund Max sagt,
nie sehe ich Albert mit Gleichaltrigen zusammen.
Es ist wahr.
Albert hat keine Freunde in seinem Alter.
Langweilt er sich mit ihnen?
Finden sie ihn komisch?
Albert ist das egal.
Was er in der Schule nicht findet, bekommt er zu Hause.
Eines Tages ruft sein Vater ihn zu sich.
Albert, sagt er,
deine Mutter, deine Schwester und ich,
wir gehen aus Deutschland fort.
Warum? Was ist denn los?
Unser Unternehmen ist bankrott.
Aber ich will etwas Neues anfangen.
Die Familie deiner Mutter hilft mir dabei.
Ich will in Italien ein neues Unternehmen aufbauen.
In Italien? Da komme ich doch mit.
Nein, Albert.
Du musst hier das Gymnasium besuchen.
Es tut mir leid, Albert.
Aber du musst hierbleiben.
Da ist Albert 15.
Albert bleibt allein in München.
Er lebt in einem möblierten Zimmer.
Jeden Morgen geht er in die Schule.
Er fühlt sich allein, ohne Familie.
Er wird von Tag zu Tag trauriger.
Dann wird es ihm zu viel.
So kann und will ich nicht leben.
Eines Tages kommt Albert etwas später in die Schule.
Er geht nicht in die Klasse.
Er geht zum Direktor.
Er ist mit ihm verabredet.
In der Tasche,
zwischen den Seiten des Mathematikbuchs,
liegt ein ärztliches Attest.
Ich kenne den Schüler Albert Einstein seit neun Jahren.
Er leidet an einer chronischen Bronchitis.
In den letzten Monaten
hat sich der Gesundheitszustand meines Patienten
sehr verschlechtert.
Ich rate zu einem längeren Kuraufenthalt
im südlichen Klima.
Das zeige ich dem Direktor.
Er soll mir ein Stück Papier geben,
auf dem steht, dass ich gut in Mathematik bin.
Das ist nicht das Abitur.
Nichts Offizielles.
Das kann er machen, der Direktor.
Und mein Vater ist zufrieden vielleicht.
Der Direktor wartet schon auf ihn.
Guten Morgen, Herr Direktor.
Was kann ich für Sie tun?
fragt der Direktor.
Einstein zeigt ihm das ärztliche Attest.
Ich bin krank, Herr Direktor.
Ich kann Ihre Schule nicht mehr besuchen.
Aber ich will nicht ohne Zeugnis fortgehen.
Sie wissen, ich bin gut in Mathematik.
Können Sie mir vielleicht eine Bescheinigung geben?
Der Direktor sagt nichts.
Er sieht ihn an.
Sie sind frech, Einstein.
Wissen Sie das?
Jawohl, Herr Direktor.
Wir wissen beide,
dass Sie hier nicht gerade als guter Schüler bekannt sind.
Der Einstein lernt nicht, sagt man mir.
Der Einstein ist faul.
Er schläft in der Klasse.
In Mathematik, Herr Direktor, bin ich der Beste in der Klasse.
Der Beste in der ganzen Schule.
Herr Direktor, das wissen Sie doch, oder?
Junger Mann.
Sie sind nicht nur frech,
sondern auch arrogant.
Jetzt zieht der Direktor wirklich böse aus.
Albert wird langsam nervös.
Meine Bescheinigung kann ich vergessen, denkt er.
Es ist sehr still im Büro des Direktors.
Der Direktor denkt nach.
Natürlich ist dieser Einstein arrogant.
Aber der Direktor ist selbst Mathematiklehrer
und kennt den Schüler.
Dieser Einstein ist wirklich sehr gut in Mathematik.
Mehr als das.
Vielleicht ist er ein Genie.
Da ist diese Arroganz normal.
Also gut, Einstein, sagt er.
Herr Direktor?
Ich stelle Ihnen die Bescheinigung aus.
Albert dreht sich nicht um,
als er aus der Schule kommt.
Noch am selben Abend geht er zum Bahnhof
und nimmt den nächsten Zug nach Italien.
Als der Zug abfährt,
sieht Albert nicht aus dem Fenster.
Die Stadt, in der er so lange gewohnt hat,
interessiert ihn nicht mehr.
Er hat seine Geige
und seine Mathematikbücher bei sich.
Die Schweiz und Italien.
Alberts Eltern und seine Schwester
wohnen jetzt in Pavia,
in Norditalien.
Er bleibt den ganzen Sommer dort.
Es ist ein wunderbarer Sommer
für den jungen Albert.
Er ist viel an der frischen Luft.
Eines Morgens zieht Albert
bequeme Schuhe an
und holt den Rucksack aus dem Schrank.
Er will nach Genua. Zu Fuß.
Albert liebt Italien,
den Sommer und die Ferien.
Aber der Sommer geht zu Ende.
Was soll aus dem Jungen werden?
fragen sich die Eltern.
Wovon willst du denn leben, Albert?
Du musst weiterlernen.
Dann kannst du Ingenieur werden
wie dein Onkel Jakob.
Albert hat keine Lust,
Ingenieur zu werden.
Aber er tut, was der Vater sagt.
Er schreibt sich für die Zulassungsprüfung
an der Eidgenössischen Technischen Hochschule
in Zürich ein.
Albert ist 16.
Erst mit 18 kann man
normalerweise auf die Universität.
Er versucht es trotzdem.
Am nächsten Tag
geht er zum Rektor.
Aha, sagt der.
Einstein. Albert.
Mathematik,
Physik, Chemie. Sehr gut.
Literatur und Geschichte. Mangelhaft.
Die Kultur, junger Mann.
Was soll ich denn tun?
fragt Albert.
Sie sind noch sehr jung, Herr Einstein.
Gehen Sie noch ein Jahr zur Schule.
Machen Sie das Abitur
und dann kommen Sie zu uns zurück.
Der Rektor hat verstanden,
dass er es nicht mit einem
normalen Jungen zu tun hat.
Ein Wunderkind, denkt er.
Ein Jahr lang
besucht Albert das Gymnasium
in Aarau in der Schweiz.
Diese Schule gefällt ihm gut.
Es ist keine Kaserne
wie die Schule in Deutschland.
Die Lehrer sind freundlich und nett.
Mit seinen Mitschülern
versteht Albert sich gut.
Das ist etwas Neues für ihn.
In Deutschland hatte er
keine gleichaltrigen Freunde.
Die Schweizer Schule gefällt mir,
sagt sich Albert.
Die Schweiz gefällt mir auch.
Viel besser als Deutschland.
Ich will Schweizer werden.
Deshalb gibt Albert mit 17
die deutsche Staatsbürgerschaft ab.
Wenig später wird er Schweizer.
Das bleibt er viele Jahre lang.
Als er das Abitur bestanden hat,
beginnt Albert das Studium
an der Technischen Hochschule in Zürich.
Er trägt jetzt einen Schnurrbart.
Die Frauen mögen ihn,
den jungen Mann mit den dunklen Haaren
und tiefbraunen Augen.
Nur fünf Studenten
besuchen seinen Kurs an der Hochschule.
Albert ist der Jüngste der Gruppe.
Er ist erst 17.
Die Älteste ist
eine Frau,
Mileva.
Mileva ist 21
und Tochter serbischer Eltern.
Eine Frau an der Technischen Universität.
Das ist zu dieser Zeit
eine kleine Revolution.
Mileva studiert viel
und bekommt gute Noten.
Sie gefällt Albert sehr.
Besonders schön ist sie nicht.
Sie hinkt auch ein bisschen.
Aber sie ist sehr intelligent.
Mit dieser jungen Frau
kann Albert über das sprechen,
was ihn interessiert.
Mathematik und Physik.
In den Ferien fährt Albert
zu seinen Eltern nach Italien.
Sie wohnen jetzt in Mailand.
In einer Wohnung im Stadtzentrum.
In der Nähe des Doms
und der Galleria.
Aus Mailand schreibt Albert Liebesbriefe
an Mileva.
Er nennt sie Doxelle.
Das ist schwäbischer Dialekt
und heisst Püppchen.
Da sind sie schon sehr verliebt.
Albert will Mileva heiraten.
Seine Eltern sind nicht einverstanden.
Vor allem Alberts Mutter
will diese Mileva gar nicht gefallen.
Sie denkt, diese Frau hinkt.
Sie ist nicht reich.
Sie ist Serbin.
Sie ist zu alt für Albert.
Auch der Vater ist skeptisch.
Albert, sagt er sehr ernst
zu seinem Sohn.
Eine Frau ist ein Luxus.
Wer kein Geld hat, kann nicht heiraten.
Studiere erst zu Ende.
Such dir eine Arbeit.
Dann sehen wir weiter.
Vier Jahre später
ist Albert mit dem Studium fertig.
Wie geht es jetzt weiter?
Eine Universitätskarriere?
Eine schöne, sichere Stelle
als großer Professor
oder Wissenschaftler?
Albert bewirbt sich
bei Universitäten in ganz Europa.
Von Pisa bis Stockholm.
Nichts.
Albert Einstein ist nach dem Studium
arbeitslos.
Nach langer Suche
findet er eine Stelle beim Patentamt.
Er verdient wenig,
aber die Stelle ist sicher.
Endlich, sagt Milewa.
Jetzt können wir heiraten.
Sie ist froh.
Denn sie liebt ihren Albert sehr.
Und er liebt sie.
Vier Jahre arbeitet Albert
im Patentamt.
Er wird Vater eines Sohnes, Hans.
Büro, Familie
und Physik.
Das ist jetzt Alberts Leben.
Ja, denn er hat die Physik nicht vergessen.
In seiner Freizeit
trifft er sich oft mit zwei Freunden.
Sie sind Physiker,
so wie er selber.
Und die drei gründen zusammen
die Akademie Olympia.
Ich weiß, du denkst,
das ist so ein Club zum Bier trinken
und Spaß haben.
Aber wir arbeiten ganz ernsthaft
an physikalischen Problemen.
Viel ernsthafter vielleicht
als an den richtigen Akademien.
Milewa ist ein bisschen neidisch.
Physikalische Theorien
interessieren sie auch.
Aber sie ist jetzt Hausfrau und Mutter
und bleibt abends zu Hause
bei ihrem Kind.
Die Relativitätstheorie.
1905 ist ein wichtiges Jahr
im Leben Einsteins.
Für die Physik
und für die ganze Menschheit.
1905 veröffentlicht
Albert Einstein vier Artikel
über die spezielle Relativitätstheorie.
Die Themen sind
die Natur und die Geschwindigkeit des Lichts.
Aber auch die Theorien
Isaac Newtons
über Zeit und Raum.
Die Relativitätstheorie
ist nicht nur neu,
sie revolutioniert die Physik.
Sie ist einfach genial.
Doch nach der Veröffentlichung
seiner Artikel bleibt in Einsteins Leben
alles wie es war.
Wollen meine Physiker-Kollegen
von meiner Theorie denn gar nichts wissen?
fragt sich Einstein.
Muss ich also das ganze Leben
am Schweizer Patentamt arbeiten?
Freunde raten ihm,
sich noch einmal
an der Universität Zürich zu bewerben
und seine vier Artikel zu schicken.
Das tut Albert auch.
Der Professor
für Theoretische Physik der Universität
liest die Artikel.
Aber gibt Albert die Stelle nicht.
Was dieser Einstein schreibt,
versteht doch kein Mensch,
meint der Professor.
Drei Jahre später
gibt es endlich etwas Neues.
Albert ist 29.
Die Relativitätstheorie
wird langsam bekannt.
Viele Physiker sind noch skeptisch.
Aber die Besten wissen schon.
Wir sind auf dem Weg
zu einer neuen Physik.
Einstein, dieser unbekannte junge Mann
aus der Schweiz,
hat uns den Weg gezeigt.
Max Planck, der bekannteste Physiker
der Zeit, ist sich sicher,
dass Einstein mit seiner neuen Theorie
recht hat.
1909.
Albert Einstein wird Professor in Zürich.
Seine Studenten mögen
ihren exzentrischen jungen Lehrer.
Er ist anders als
die anderen Professoren.
Seht nur, wie er angezogen ist.
Seine Hosen sind zu kurz,
seine Jacke uralt
und Strümpfe trägt er gar nicht.
Morgens beim Anziehen hat er wohl
anderes im Kopf als seine Kleidung.
Das ist richtig.
Er denkt an vieles.
An sein Aussehen denkt er nicht.
Im selben Jahr noch fährt
Einstein zum Physikerkongress in Salzburg
und lernt viele
wichtige Physiker kennen.
Die Wissenschaftler wissen jetzt,
wer Einstein ist.
Eines Tages bekommt er einen Brief.
Er zeigt ihn seiner Frau.
Man bietet ihm
eine Professur in Prag an.
Ist die Stelle gut bezahlt?
fragt Milewa.
Sie muss ans Geld denken.
Einsteins haben immer
finanzielle Probleme.
Sie haben jetzt zwei Kinder.
Ja, sehr gut.
Dann nimm die Stelle an.
Na gut, sagt er.
Große Lust habe ich nicht nach Prag.
Aber wir haben das Geld nötig.
Das Leben in Prag
behaakt Albert nicht besonders.
Die Stadt gehört zu Österreich.
Hier leben Deutsche und Tschechen,
Christen und Juden.
Zwischen diesen Gruppen
gibt es immer wieder Reibereien.
Die Deutschen mögen die Tschechen nicht,
die Tschechen wollen
mit den Deutschen nichts zu tun haben
und alle hassen die Juden.
Das ist alles nichts für mich,
denkt Albert.
In Prag lernt Albert Franz Kafka
kennen.
Den Mann, der die Verwandlung geschrieben hat.
Auch Kafka ist
deutschsprachiger Jude, so wie Einstein.
Kafka will den Physiker
für seine zionistische Gruppe interessieren.
Einstein ist nicht begeistert.
Er denkt über das Licht
und die Zeit nach.
Er fühlt sich im Universum zu Hause.
Nur ein Jahr lang
bleibt die Familie in Prag.
Im Jahre 1912
wohnen Albert und Milewa
mit ihren Kindern wieder in Zürich.
Jetzt hat man
großen Respekt vor ihm.
Max Planck hat gesagt,
Albert Einstein ist der
Kopernikus des 20. Jahrhunderts.
Die große Physikerin
Marie Curie hat Albert
aus Paris einen Brief geschickt.
Ich bewundere ihre Theorien,
hat sie geschrieben.
1913
Einsteins leben in Zürich.
Sie führen ein ruhiges,
bequemes Leben ohne
finanzielle Sorgen.
1913
Albert lehrt an der Universität.
Er schreibt.
Er denkt nach.
Aber dann geschieht etwas.
Eines Tages bekommt Albert Besuch.
Die zwei Männer
an seiner Tür kommen aus Berlin.
Es sind Walter Ernst
und Max Planck.
Lieber Herr Einstein,
wir wollen Sie bei uns in Berlin haben.
Am Kaiser Wilhelm Institut
haben wir die richtige Stelle
für Sie als Direktor.
Das Kaiser Wilhelm
Institut für Physik
ist eines der besten Institute,
vielleicht das beste
Institut der Welt.
Doch Albert antwortet nicht sofort.
Kaiser Wilhelm,
zurück nach Deutschland,
denkt er.
Deutschland ist ein durch und durch
militarisiertes Land.
Darum bin ich doch Schweizer geworden.
Max Planck hat noch ein
Argument in Reserve.
Einstein,
in Berlin brauchen Sie keine
Vorlesungen zu halten.
Wir wollen Sie als Wissenschaftler,
nicht als Lehrer.
Endlich genug Zeit zur Forschung,
zum Lesen, Schreiben,
zum Nachdenken.
Albert nimmt die Stelle an.
Kapitel 4
Einstein als Star
1914
Kein normales Jahr.
Es gibt Krieg.
Der Erste Weltkrieg beginnt 1914.
Albert wird nicht Soldat.
Er bleibt in Berlin
und arbeitet.
Er arbeitet an seiner Relativitätstheorie
weiter.
Deutschland führt Krieg.
In Berlin gibt es nicht viel zu essen.
Albert arbeitet zu viel
und wird krank.
Als er krank wird, ist er allein in Berlin.
Milewa lebt mit den
beiden Kindern wieder in der Schweiz.
Albert und sie
verstehen sich schon lange nicht mehr.
Deshalb leben sie getrennt.
Im Mittelpunkt von Alberts Welt
steht die Physik.
In Milewa sieht er nur noch die Mutter
seiner Kinder.
Milewa will mehr.
Sie hatten doch einmal zusammen studiert,
hatten sich geliebt.
Sie will seine Partnerin sein,
will mit ihm über Physik sprechen.
Aber Albert spricht
jetzt mit Männern wie Max Planck
über seine Gedanken.
1919 lassen sich Albert
und Milewa scheiden.
Albert liebt Elsa,
seine Cousine.
Sie ist ganz anders als Milewa,
erzählt Albert einem Freund.
Elsa ist gutherzig und
mütterlich.
Physik interessiert sie nicht.
Und sie kocht so gut.
Alberts Krankheit dauert ein Jahr.
Elsa ist die ganze Zeit
immer für ihn da.
Noch im selben Jahr
heiraten Albert und Elsa.
Seit 1918
ist der Krieg vorbei.
Das große Publikum
interessiert sich für Einstein
und seine Theorie.
Die Zeitungen bringen Artikel
über den genialen Berliner Physikprofessor.
In Illustrierten
kann man sein Foto sehen.
Der Mann mit dem Schnurrbart
ist auf der ganzen Welt bekannt.
Ein zweiter Newton heisst es.
Ein neuer Kopernikus.
Was sagt er?
Zeit und Raum sind nicht absolut?
Rund um die Erde
ist das Universum krumm?
Wer schnell fährt,
kommt jünger zurück?
Man versteht Alberts Theorie
nicht genau.
Das macht nichts.
Die Welt ist fasziniert.
Albert arbeitet an seiner Theorie weiter.
Albert schreibt
und sucht nach einer neuen,
allgemeineren Formel.
Albert versucht zu erklären,
wie die Welt und das Universum aussehen.
So wird der Physiker berühmt,
so wird er ein Star.
Zum größten Genie
des 20. Jahrhunderts.
Man ruft ihn an,
schickt ihm Einladungen.
In einem Musical in London
soll er sich selber spielen.
Eine Einstein-Zigarre
kommt auf den Markt.
Eine Zigarre?
Ist das nicht lustig?
fragt Albert seine Frau.
Für die Leute bin ich jetzt so etwas
wie eine Primadonna.
Reporter aus aller Welt
wollen mich interviewen.
Jemand will über mich einen Film machen.
Jeder kennt meinen Namen.
Elsa lacht.
Das ist wirklich etwas Neues.
Ein Physiker als Star.
1922
Eines Tages
bekommt Albert Post.
Der Brief kommt aus Schweden.
In dem Brief steht,
dass Albert Einstein
den Nobelpreis für Physik bekommt.
Nicht für die Relativitätstheorie,
sondern für eine kleinere Arbeit
Einsteins über den photoelektrischen
Effekt.
Die Relativitätstheorie
ist dem Komitee in Stockholm
noch zu revolutionär.
Der Nobelpreis, das heisst
22.000 Dollar.
Einstein nimmt den Preis an.
Das Geld schickt er
in die Schweiz.
Milewa mit den zwei Kindern
kann es brauchen.
Im selben Jahr kommt Deutschland
in eine schwere Krise.
Inflation, Arbeitslosigkeit
und Armut.
Den Menschen geht es schlecht.
Viele Jahre lang.
Sie wollen wissen warum.
Die Kriegskosten, die Reparationen,
die Krise auf dem Weltmarkt.
Ein junger Politiker
hat eine einfachere Antwort.
Es sind die Juden, sagt er.
Die Juden leben gut,
denn sie haben die Banken.
Die Juden kontrollieren das Land.
Zusammen mit den Kommunisten.
Viele Menschen glauben,
was dieser Mann sagt.
Er wird im ganzen Land bekannt.
Berühmter als Einstein.
Adolf Hitler.
Einstein ist, wie jeder weiss,
Jude.
Hitler und seine Leute
hassen die Relativitätstheorie.
Das ist jüdische Subversion,
sagen sie.
Sie wollen eine deutsche Physik.
Zeit und Raum und Universum.
Das alles soll bleiben,
wie es war.
Einstein ist Pazifist.
Schon im ersten Weltkrieg
hatte er gegen die deutsche Arroganz
und Brutalität protestiert.
Einstein will von Generälen
und Kanonen, von Marschmusik
und Paraden nichts wissen.
Militarismus ist ein Produkt
der menschlichen Dummheit,
sagt er.
Die Nationalsozialisten wollen
ein starkes Militär.
Deutschland soll wieder gross werden.
Sie wollen marschieren.
Sie hassen Einstein.
Am Anfang sind nicht viele Deutsche
für Hitler.
Aber es werden immer mehr.
Auf der Strasse und an den Universitäten
kommt es zu antisemitischen Demonstrationen.
Einstein hat sich nie
für Politik interessiert.
Jetzt muss er etwas tun.
Einstein der Kämpfer.
Die 1920er Jahre.
Berlin ist ein Zentrum der Kultur,
der Mode und Musik,
aber auch der Wissenschaften.
Einstein arbeitet
an seinen Theorien.
Wie immer.
In seiner Freizeit segelt er gern.
Aber Einstein tut nicht nur das.
In diesen Jahren
beginnt sein Kampf
gegen den Krieg
und gegen den Antisemitismus.
Einstein hält Vorträge
über Politik.
Man lädt ihn ein.
Er reist viel.
In ganz Europa nimmt der Antisemitismus zu.
Bei Einsteins Vorträgen
gibt es Demonstrationen
von antisemitischen Gruppen.
Wenn das so weitergeht,
sagt Einstein zu Philipp Frank,
einem Kollegen und Freund,
kann ich als Jude
keine zehn Jahre mehr
in Deutschland bleiben.
Seine Frau Ilsa hat Angst.
Früher oder später
passiert etwas.
Musst du immer zu diesen Vorträgen
und Konferenzen fahren?
Ich muss etwas gegen die Nazis tun,
sagt er.
Ich bin immer noch sehr populär.
Die Leute hören auf mich.
Gegen den Krieg
und gegen die Antisemiten.
Wer soll es tun, wenn nicht ich?
Zehn Jahre zuvor
hatte Einstein nichts von den Zionisten
wissen wollen.
Ich bin auch Jude, hatte er gedacht.
Aber das ist nicht wichtig.
Mit Israel habe ich nichts zu tun.
Jetzt sieht Albert
das anders.
Wir brauchen einen jüdischen Staat.
Da haben wir endlich Frieden.
Chaim Weizmann,
der Zionistenführer, fährt in die USA.
Er will dort Geld sammeln.
Er bittet Einstein mitzukommen.
Wenn wir genug Geld sammeln,
können wir in Jerusalem
eine Universität gründen,
erklärt er dem Physiker.
Einstein fährt mit dem Schiff nach New York.
Er kommt zum ersten Mal nach Amerika.
Noch auf dem Schiff
hört er die Menschen jubeln.
Journalisten und Fotografen
kommen an Bord.
Einstein!
Da ist er, Einstein!
Albert steht da,
die Pfeife im Mund und die Geige in der Hand.
Siehst du,
sagt Albert zu Elsa,
Ich bin wirklich ein Star.
Eine Menschenmasse
steht da am Ufer.
Sie lieben dich,
sagt Elsa bewundernd.
Albert lacht.
Sie lieben meine Theorien,
aber sie verstehen kein Wort davon.
Meinst du?
Und warum also das alles?
Das ist es ja.
Sie lassen sich von dem faszinieren,
was sie nicht verstehen.
Es hat etwas Geheimnisvolles.
Albert und Elsa
gehen langsam die Treppe hinunter.
Freundlich grüßt Einstein
die Menschenmenge.
Die Leute klatschen laut.
Einsteins Reise durch die USA
ist lang.
Er trifft den Multimillionär Rockefeller.
Er fährt nach Kalifornien
und lernt viele berühmte Menschen
aus der Welt des Films kennen.
Den Chef von Universal Studios,
die Schauspieler
Douglas Fairbanks und Charlie Chaplin.
Mit Chaplin versteht er sich gut.
Sie sprechen auch über die Situation
in Deutschland.
Wenige Jahre später dreht Chaplin
den Film The Great Dictator.
Albert sammelt Geld
für die Universität Jerusalem
und fährt nach Europa zurück.
Es war eine schöne Reise,
erklärt er.
Nur die vielen Reporter und Fotografen
stören doch sehr.
Da freue ich mich auf meinen Garten,
wo ich meine alten Hosen trage,
die Pflanzen betrachten
und in Ruhe über physikalische Probleme
nachdenken kann.
In der Nähe von Berlin hat Albert
sich an einem kleinen See
ein Häuschen mit Garten gekauft.
Dort kann er ungestört segeln,
im Garten arbeiten
und faulenzen.
Aber er ist nicht oft zu Hause.
Er ist viel unterwegs,
nicht als Tourist.
Er fährt nicht ans Meer oder in die Berge.
Er fährt in fremde Städte
und fremde Länder,
um dort über den Frieden zu sprechen.
Nichts hasst er so sehr
wie den Krieg und das Militär.
Die Staaten sollen ihr Militär abschaffen.
Dann gibt es keinen Krieg mehr.
Nur wenige akzeptieren
Einsteins radikalen Pazifismus.
Das ist doch utopisch,
sagen sie.
1933
Einstein macht Ferien in Belgien.
Im Radio hört er die Nachricht.
Hitler ist Reichskanzler geworden.
Bald kommen neue,
schlechtere Nachrichten aus Deutschland.
Die Nazis haben auf dem Berliner Opernplatz
ein Fest gefeiert.
Sie haben ein grosses Feuer gemacht
und die Bücher jüdischer,
kommunistischer, pazifistischer,
sozialistischer und demokratischer
Autoren und Autorinnen verbrannt.
Karl Marx,
Thomas Mann,
Alfred de Blin,
Arthur Schnitzler.
Die Liste ist lang.
Natürlich sind auch
Einsteins Bücher unter den verbrannten Büchern.
Einsteins Name steht
auf der schwarzen Liste der Nazis.
Es ist soweit,
sagt Albert zu seiner Frau.
Wir müssen weg.
Albert und Elsa Einstein emigrieren
in die USA.
Sie kommen nie wieder nach Deutschland zurück.
Einstein wird Amerikaner.
Einsteins fahren
zum zweiten Mal in die USA.
Dieses Mal ist es,
um ein neues Leben anzufangen.
Wieder geht es mit dem Schiff
nach New York.
Von dort nach Princeton.
In Princeton hat Albert Einstein
eine Stelle am Institute for Advanced Studies.
Das ist ein neues,
kleines Elite-Institut
für Mathematik und Theoretische Physik.
Princeton ist ein komisches kleines Dorf,
findet Albert.
Hier wohnen nur Snobs.
Einige sehen aus wie Halbgötter
auf Stelzen.
Das Leben unter Halbgöttern
auf Stelzen gefällt Einstein bald
schon sehr gut.
Es gibt auch einen See in der Nähe,
auf dem er segeln kann.
In Princeton führt er das ruhige Leben,
das er sich immer gewünscht hat.
Als Professor am Institut
braucht er keine Vorlesungen zu halten.
Ab und zu kommt ein Doktorand
und spricht mit ihm über Physik.
Seine Freunde und Kollegen
in Deutschland hat Einstein nicht vergessen.
Vielen kann er noch helfen.
Manche kann er nach Amerika holen.
In Einsteins Haus
trifft sich oft eine Gruppe von Freunden,
die zusammen Musik machen.
Einsteins Frau Elsa stirbt
nach drei Jahren in Princeton.
Aber Albert ist nicht allein.
Seine Sekretärin,
Helen Dukas, wohnt bei ihm
und hilft ihm bei allen praktischen Problemen.
Einstein wird auch in Princeton
bald zur Legende.
Er trägt noch immer keine Strümpfe,
auch im Winter nicht.
Seine Hosen sind immer noch zu kurz.
Seine Haare sind weiß geworden.
Er trägt sie jetzt lang.
Jacken will er nicht mehr anziehen.
Zu unbequem.
Im Winter sind lange, dicke Pullover besser.
Nachdenklich geht er
durch die Straßen der kleinen Stadt
und vergisst manchmal, wo er wohnt.
Entschuldigen Sie,
soll er einmal einen Studenten gefragt haben.
Wissen Sie vielleicht meine Adresse?
Ich habe vergessen, wo ich wohne.
Er fährt auch gerne Rad.
Autofahren kann er nicht.
Autofahren?
Das ist mir zu kompliziert,
hat er gesagt.
Bei offiziellen Empfängen langweilt er sich.
Er hört nicht, was die Redner sagen.
Er denkt nach
und schreibt auf ein Stück Papier.
Oder auf das Festprogramm.
Das ist auch nicht anders,
als man ihn selbst feiert.
Albert Einstein.
Der Redner spricht über ihn.
Er hört nicht zu.
Der Redner beendet seine Rede.
Alle stehen auf und klatschen.
Stehen Sie auf,
sagt die Sekretärin.
Einstein steht auf, lächelt und klatscht auch,
wie die anderen.
Die Leute applaudieren Ihnen,
informiert ihn die Sekretärin.
Einstein klatscht nicht mehr.
Er lächelt und setzt sich wieder.
Die Amerikaner lachen über Einstein.
Aber sie lieben
und bewundern ihn auch.
Ist er nicht am Ende Amerikaner?
Das Jahrhundertgenie
ist aus dem Land der Nazis
nach Amerika gekommen,
um hier in Freiheit leben zu können.
Albert ist den Amerikanern
für sein ruhiges und komfortables Leben
in Princeton dankbar.
Er weiß, was in der Welt passiert.
Wie viele Menschen in Europa,
in Asien, in Afrika,
an der Front und zu Hause
im Krieg umkommen.
Zusammen mit der Sowjetunion
und Großbritannien
führt Amerika Krieg gegen Deutschland.
Gegen die Nazis
geht es nicht anders.
Dieses Mal gibt es keine Alternative
zum Krieg, sagt Einstein,
der Pazifist,
die Atombombe.
1938
Otto Hahn, ein alter Freund von Albert
und Fritz Strassmann
machen ein Experiment.
Sie wollen einen Atomkern spalten.
Es klappt.
Es wird energiefrei.
Sehr viel Energie.
Die beiden Physiker arbeiten
in Berlin. Für Hitler.
Einstein hört von dem Experiment
und denkt, wie viele Physiker?
Dann kann man
eine Bombe bauen.
Aber wie?
Das Konstruktionsprinzip ist noch nicht klar.
Im Juli des Jahres 1939
besucht der Physiker
Leo Schillert
Einstein in seinem Ferienhaus
auf Long Island.
Schillert erklärt Einstein
das Prinzip der Kettenreaktion.
Bei jeder Kernspaltung
werden drei Neutronen frei
und können drei Kerne spalten.
Erst eins, dann drei,
dann neun,
27, 81.
Die Neutronen sind am Anfang zu schnell.
Wir müssen sie verlangsamen.
Aber
das ist die Bombe,
weiß Einstein.
Wir müssen etwas tun.
Einstein schreibt einen Brief
an den Präsidenten der Vereinigten Staaten
von Amerika,
Franklin D. Roosevelt.
Die Deutschen können eine neue Bombe
bauen, schreibt er.
Diese Bombe ist stärker
als alle Bomben in unseren Arsenalen
zusammengenommen.
Amerika muss diese Bombe auch bauen.
Der Präsident reagiert sofort.
Er ruft das
Manhattan-Projekt ins Leben.
Die Deutschen können die
Atombombe bauen,
dann können wir das auch.
Und wir müssen schneller sein.
Viele emigrierte Physiker arbeiten mit.
Enrico Fermi aus dem
faschistischen Italien.
Edward Teller und Rudolf Oppenheimer
aus dem nationalsozialistischen
Deutschland.
Amerika.
Die freie Welt muss den Krieg
gegen die Nazis gewinnen.
Gegen Deutschland,
gegen Italien,
gegen Japan.
Albert bleibt in Princeton.
Für das Manhattan-Projekt ist er zu alt.
Um Geld zu sammeln,
schreibt er einen seiner Artikel
über die Relativitätstheorie
mit der Hand ab.
Bei einer Auktion bezahlt jemand
6 Millionen Dollar für dieses Dokument.
Das Geld schenkt Einstein
den Vereinigten Staaten von Amerika.
Das ist mein Beitrag für den
Krieg gegen Hitler, sagt er.
Am 8. Mai 1945
kapituliert Deutschland.
Aber der Krieg
gegen Japan geht weiter.
Am 6. August fliegen
zwei amerikanische Flugzeuge
über Hiroshima und Nagasaki.
Zwei Bomben fallen auf die beiden Städte.
Es gibt mehr
als 2 Millionen Tote.
Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende.
Albert Einstein erklärt.
Ich habe nie
an der Atombombe gearbeitet.
Überhaupt nicht.
Ich habe mit der Bombe so viel oder so wenig
zu tun, wie jeder andere auch.
Vielleicht ein klein bisschen mehr.
In den letzten
Jahren seines Lebens ist Albert
Einstein oft krank.
Er arbeitet weiter.
Er ist auf dem Weg zu einer neuen,
noch allgemeineren Theorie.
Das Parlament des neuen Staates
Israel will Einstein zum
Staatspräsidenten machen.
Aber das ist nichts für ihn.
Von Menschen verstehe ich nichts,
antwortet er.
Seine letzte Theorie wird nicht mehr fertig.
Am 18. April
1955
stirbt Albert Einstein
in Princeton.
Ich habe meine Sache hier getan,
sollen seine letzten Worte gewesen sein.