Wir sind stolz darauf, mit Ihnen die Mystery und Horrorgeschichten zu teilen, die wir sorgfältig für Deutschlerner geschrieben haben. Diese Geschichten sind in einer Sprache geschrieben, die für Deutschlerner besonders verständlich ist, und wir haben uns große Mühe gegeben, dass Sie in jeder Geschichte neue Wörter und Sätze lernen können. Die Geschichten sind fesselnd, spannend und manchmal auch gruselig. Wir hoffen, dass Ihnen diese Geschichten gefallen und, was noch wichtiger ist, dass sie Ihnen beim Deutschlernen helfen werden. Viel Spaß und nicht vergessen, liken und abonnieren.
Deutsch lernen durch Hören
Überraschung zu Ostern
Es ist Ostersonntag. Das Wetter ist großartig. Die Sonne scheint und Alina möchte Ostereier
im Garten verstecken. Sie hat bereits gefrühstückt, aber ihre Kinder und ihr Mann sitzen noch
am Tisch in der Küche. Von dort kann man den Garten nicht sehen. Also bemerken die
Kinder nicht, dass ihre Mutter Ostereier versteckt. Leise geht Alina mit einem Korb
voll Ostereier aus der Terrassentür. Bleibt sie stehen. Da steht ein fremder Mann in ihrem
Garten. Er trägt ein Kostüm und er hat ebenfalls einen Korb in der Hand. Das Kostüm ist hellbraun,
pelzig und hat lange Ohren. Der fremde Mann ist als Hase verkleidet. Er sieht Alina überrascht
an. Was machen Sie in unserem Garten, fragt Alina wütend. Ich verstecke Ostereier. Was
sollte ich denn sonst tun, antwortet der Fremde. Er hält seinen Korb hoch, um ihn Alina zu
zeigen. Das ist nicht die Antwort, mit der sie gerechnet hat. Ich möchte wissen, was
Sie in unserem Garten machen, fragt Alina nochmal. Ich bin der Ostermann. Ich komme
zu Ostern und verstecke die Eier, erklärt der Fremde. Ich glaube, der Mann ist verrückt,
denkt Alina. Ostermann? Das ist doch Blödsinn. Es gibt keinen Ostermann. Sie hat noch nie von
einem Ostermann gehört, nur vom Osterhasen. Aber der Osterhase existiert auch nicht.
Wenn Sie nicht sofort aus unserem Garten verschwinden, rufe ich die Polizei,
sagt Alina ernst. Gut, tun Sie das ruhig. Ich verstecke schnell die letzten Ostereier,
dann bin ich auch gleich schon wieder weg, antwortet der Mann.
Alina schüttelt ungläubig den Kopf. Ich möchte nicht, dass Sie in unserem Garten
Ostereier verstecken. Das können Sie in Ihrem eigenen Garten tun, sagt Alina wütend.
Der Mann im Kostüm bleibt ruhig und sagt, ich verstecke doch nicht nur in Ihrem Garten
Ostereier. Das tue ich bei allen. Alina schüttelt wieder ungläubig den Kopf.
Der Mann muss verrückt sein, völlig verrückt. Halten Sie sich etwa für den Osterhasen? fragt
sie ihn. Der Fremdemann winkt ab. Nein, ich bin doch nicht der Osterhase. Wie
kommen Sie denn darauf? Der Hase gehört zur Konkurrenz. Ich muss mich jetzt aber beeilen.
Ich muss fertig werden, bevor… Der Fremde schaut auf den Zaun und den Wald dahinter.
Dort steht ein überraschend großer Hase. Der Hase trägt eine Fliege um den Hals und genau
wie Alina und der Fremde hat er einen Korb dabei. Das darf doch nicht wahr sein, stellt Alina fest.
Osterhase, ruft der Mann im Kostüm. Er sieht nicht glücklich aus.
Ostermann, so treffen wir uns also wieder, stellt der Hase fest.
Alina schließt ihre Augen für fünf Sekunden. Sie bekommt Kopfschmerzen. So hat sie sich
den Ostersonntag nicht vorgestellt. Sie wollte doch nur schnell die Ostereier für ihre Kinder
verstecken. Aber jetzt steht sie mit einem Fremden und einem sprechenden Hasen im Garten.
Kann die Situation noch merkwürdiger werden? Kann es merkwürdiger werden als dieses Chaos?
Ja, das kann es tatsächlich. Der Mann im Kostüm und der riesige Hase fangen plötzlich an,
Ostereier zu verstecken. Sie versuchen beide schneller zu sein als der andere. Sie streiten
sich heftig darüber, wo sie die Ostereier am besten verstecken können. Der Mann schiebt den
Hasen zur Seite. Aber dann tritt der Hase ihn. Hasen haben wirklich kräftige Beine,
stellt Alina fest. Sie steht auf der Terrasse und versteht die Welt nicht mehr.
Was passiert da nur in ihrem Garten? Was machen die beiden da? Warum kann der Hase sprechen? Warum
kann der Hase eigentlich einen Korb tragen? Hasen haben doch keine Hände. Sie haben doch
gar keine Daumen. Alina wird schwindelig. Das ist ihr alles zu viel. Sie setzt sich auf die Bank,
die auf der Terrasse steht. Aber sie bleibt nicht lange sitzen. Als der Osterhase an dem Ohr vom
Kostüm des Mannes zieht, kann Alina nicht mehr zusehen. Sie steht auf und ruft. Stopp! Sofort
aufhören! Kein Streit in diesem Garten! Meinen Kindern sage ich das auch immer. Warum könnt ihr
nicht zusammenarbeiten? Wäre das nicht viel besser? Sofort lässt der Hase das Ohr des Kostüms los.
Sowohl der Mann als auch der Hase schauen Alina an. Nein, ich glaube nicht, dass wir
zusammenarbeiten können, stellt der Mann schließlich fest. Ich glaube nicht,
dass das unseren Chefs gefällt. Ach, macht doch, was ihr wollt. Aber bitte beeilt euch und macht
meine Blumen nicht kaputt. Ihr müsst weg sein, bevor meine Kinder nach draußen kommen, ruft Alina.
Daran haben der Mann im Kostüm und der Hase gar nicht gedacht. Im Haus gibt es ja auch noch Kinder,
die sie nicht entdecken dürfen. Der Hase und der Mann dürfen nicht von Menschen gesehen werden und
vor allem dürfen sie nicht von Kindern gesehen werden. Hektisch laufen beide durch den Garten,
um die letzten Eier zu verstecken. Dabei fällt der Mann über einen Stein und landet auf dem Boden.
Der Bauch seines Kostüms ist nun ganz grün vom Rasen. Oh nein, da muss ich mich gleich umziehen.
Ich kann doch so nicht weitermachen, stellt der Mann fest, als er sein dreckiges Kostüm ansieht.
Das versteht Alina nicht und sie fragt, warum können sie nicht in einem dreckigen Kostüm
arbeiten? Wenn sie niemand sehen darf, ist das doch egal. Aber wenn mich doch jemand sieht,
ist es peinlich. Mein Chef wird schimpfen. So kann ich nicht weitermachen. Das ist jetzt aber
wirklich doof. Wenn ich mich umziehe, verliere ich Zeit. Aber ich habe doch keine Zeit. Ich
muss sofort in den nächsten Garten, erklärt der Mann im dreckigen Kostüm verzweifelt.
Sie sollten dann jetzt lieber gehen, damit sie nicht noch mehr Zeit verlieren, schlägt Alina vor.
Der Mann nickt aufgeregt. Er winkt kurz, bevor er über den Zaun klettert und in den Wald läuft.
Jetzt ist nur noch der Osterhase da. Das ist nicht so schlimm, denkt Alina. Wenn ihre Kinder
den Osterhasen im Garten entdecken, freuen sie sich bestimmt. Alina geht wieder ins Haus. Sie
hat noch den Korb mit den Ostereiern in der Hand, aber die Eier braucht sie wohl nicht.
Im Garten liegen mehr als genug Eier. Leise läuft Alina die Treppe hinauf und ins Schlafzimmer.
Sie versteckt den Korb in ihrem Schrank, damit die Kinder ihn nicht sehen. Sie geht wieder nach
unten in die Küche. Ihr Mann und ihre Kinder sind mit dem Frühstück fertig. Geht bitte noch eure
Zähne putzen, bevor wir Ostereier suchen, sagt Alinas Mann. Als die Kinder die Küche verlassen
haben, fragt er, hast du alles versteckt? Alina schüttelt den Kopf. Du wirst nicht glauben,
was eben im Garten passiert ist. Ihr Mann schaut sie überrascht an. Ist wieder ein Hirsch aus dem
Wald gekommen? Hat er deine Blumen gefressen? Ich hätte lieber einen Hirsch im Garten gehabt,
als das Chaos, das ich erlebt habe. Ich erzähle dir später, was passiert ist. Ich brauche jetzt
erstmal einen Kaffee, erklärt Alina. Ihr Mann schaut sie fragend an, während die Kinder aus
dem Flur rufen. Wir haben Zähne geputzt. Können wir jetzt nach draußen gehen und Eier suchen?
Ja, geht ruhig raus. Ich komme gleich nach, antwortet Alina. Ihr Mann folgt den Kindern
in den Garten, um ihnen beim Suchen zuzusehen. Die Kinder sind überrascht, dass sie so viele
Ostereier finden. Der Osterhase ist dieses Jahr aber großzügig, ruft ihr Sohn.