Mein Weg nach Japan

Senpai in Japan
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1 Videoaufrufe·26.10.2024
Mein Weg nach Japan, ein Drama in fünf Akten.
Jo Leute, was geht?
Senpai am Meer und herzlich willkommen zu einem neuen Video.
Leute, es ist endlich soweit.
Mein Weg nach Japan.
Das Video ist endlich da.
Ich wollte es schon so lange drehen und heute ist es endlich soweit.
Mein Weg nach Japan ist, glaube ich, ein bisschen ein besonderer Weg,
kann man sagen, denn ich bin quasi auf dem japanischen Weg nach Japan gekommen
beziehungsweise habe quasi auf dem japanischen Weg meinen Job gefunden.
Aber erst mal von vorne, falls ihr neu auf dem Kanal seid,
dann herzlich willkommen bei Senpai in Japan.
Ich bin Senpai, lebe und arbeite in Tokio schon seit bald sieben Jahren, glaube ich.
Und jetzt bin ich aber gerade in Okinawa am Meer, genieße den Jahreswechsel.
Es ist gerade Anfang Januar, gechillte 21 Grad, mega gut.
Mein Weg nach Japan ist eine etwas längere Geschichte.
Deswegen Leute, lehnt euch zurück, genießt es einfach.
Lasst euch von mir berieseln.
Nehmt das Ganze so ein bisschen wie so ein Podcast quasi.
Holt euch einen Snack, holt euch einen Kaffee.
Und weil es so eine lange Geschichte ist,
habe ich auch schon genug um den heißen Brei geredet.
Legen wir einfach los.
Akt Nummer eins.
Die dunklen Anfänge.
Meine erste Berührung mit Japan.
Leute, damals, als ich noch ein kleiner Stöpsel war,
so mini Senpai im Kindergartenalter,
da hatten meine Eltern den allerersten Gameboy.
Die Älteren unter euch werden sich vielleicht erinnern.
Diesen grauen Klotz nur noch mit monochromen Display.
Man brauchte 4 AA Batterien, das Display war nicht beleuchtet und alles.
Generation 1 Gameboy hatten meine Eltern so mit Tetris und Mario und so weiter.
Und das Ding habe ich mal ein bisschen ausprobieren dürfen, ein bisschen gespielt.
Und da sagt meine Eltern zu mir Ja, das Ding ist aus Japan.
Und das war so das erste Mal in meinem Leben,
dass ich bewusst irgendwie Japan wahrgenommen habe, von Japan gehört habe.
So Japan auf meinen Schirm bekommen habe quasi.
Und meine Reaktion, mein erster Gedanke war so Ja, wenn die so was herstellen,
dann muss Japan ja echt ein gutes Land sein.
Und das Lustige ist, außer diesem Gameboy hatte ich quasi null Informationen von Japan
und keine Ahnung.
Aber dennoch sollte sich diese erste Intuition tatsächlich als korrekt herausstellen.
Die Saat war also gesät und ich hatte so diesen diffusen Gedanken Ja,
irgendwann will ich Japan vielleicht mal besuchen, bereisen.
Ansonsten lief meine Kindheit eigentlich relativ unspektakulär, was Japan angeht,
denn ich konnte halt nicht einfach mal nach Japan reisen.
Meine Eltern hatten jetzt nicht so viel mit Japan zu tun
und auch sonst war da nichts besonders Japan mäßiges am Start.
Ich hatte dann allerdings auf dem Gymnasium einen guten Kumpel,
der ist halb Japaner und auch das fand ich irgendwie cool.
Dann auch, wenn ich ihn mal besucht habe, seine Mama ist Japanerin
und dann hatten sie auch japanische Sachen daheim
und er hat mir auch immer mal wieder erzählt,
dass er ab und zu mal nach Japan reist und so weiter.
Und irgendwie fand ich dieses gesamte Japan Dingen cool,
wollte selbst auch mal nach Japan reisen.
Und so hatte ich einfach während der Kindheit diesen diffusen Gedanken
Ja, irgendwann will ich einfach mal nach Japan reisen.
Akt Nummer zwei, die ersten Schritte auf Japanisch.
So kam dann also irgendwann das Abi.
Ich war mit dem Gymnasium fertig und dann habe ich ein Jahr Zivi gemacht.
Und wenn man dann Zivi macht, dann hat man ja plötzlich nichts mehr zu lernen,
nichts mehr zu studieren, keine Tests, keine Hausabgaben mehr.
Also habe ich gedacht, nutze ich doch diese frei gewordene mentale Kapazität
quasi und mache einfach einen Sprachkurs.
Warum nicht einfach mal Japanisch lernen?
YOLO!
Auch zu dem Zeitpunkt hatte ich keinen besonders großen Plan
oder kein besonders großes Ziel.
Ich dachte, ne, gönnst du dir einfach, lernst du mal ein bisschen Japanisch, mal gucken.
Ich habe mich also bei der VHS in Frankfurt angemeldet
und habe so einen Japanisch Kurs für Anfänger gemacht.
Das ist so ein Abendkurs einmal die Woche.
Und so habe ich dann angefangen, so in kleinen Schritten ein bisschen Japanisch zu lernen.
Das hat Bock gemacht.
Also habe ich das das Zieljahr durchgezogen.
Und so kam ich dann auf die Uni.
Auf der Uni habe ich erst mal angefangen, Physik zu studieren.
Das habe ich dann irgendwann umgewandelt beziehungsweise das Fach gewechselt
zur Informatik, weil ich zu blöd bin für Physik.
Ist eine andere Geschichte, ist auch egal.
Ich habe dann aber selbst im ersten Jahr Uni Japanisch an der VHS
noch weiter gelernt in diesem Abendkurs einmal die Woche,
sodass ich insgesamt zwei Jahre VHS Japanisch hatte.
Ein Jahr während dem CIDI und ein Jahr während der Uni.
Akt Nummer drei.
Das richtige Lernen.
Ja, die ersten beiden Akte, das war noch so easy peasy, die leichten Anfänge.
Und jetzt geht es langsam richtig ab.
Am Ende des ersten Unijahres habe ich ein bisschen mit einem Kumpel gequatscht.
Ich hatte einen guten Freund, guten Kumpel aus der Physik Frankfurt
und der meinte Ja, nächstes Semester,
da fängt eine Freundin von mir an, Japanologie zu studieren.
Die hat auch so ein Japanfebel wie du.
Die fängt nächstes Semester an mit Japanologie.
Und er hat das nur so nebenbei erzählt.
Aber als er mir das erzählte, da hat es bei mir so richtig klick gemacht.
Und ich dachte so, boah, ich will auch.
Und ich war relativ überrascht von meiner Reaktion,
dass ich da so interessiert dran war.
Aber ich hatte einfach so dieses Gefühl, ich will auch.
Und so habe ich die gute Dame dann kontaktiert.
Damals noch auf StudiVZ.
Die Älteren unter euch werden sich wieder erinnern.
Die Prä-Facebook-Zeit des deutschen Internets.
Also habe ich die Dame auf StudiVZ kontaktiert, angeschrieben,
habe sie ein bisschen gefragt.
Ja, wie läuft das so bei dir mit dem Sprachkurs und Uni und so wie?
Wie geht das los?
Und dann bin ich einfach kackdreist, ihr hinterhergeschlichen sozusagen
in die Sprachvorlesung Japanisch der Japanologie der Uni Frankfurt.
Kleiner Disclaimer gleich an dieser Stelle.
Ich empfehle euch nicht, das nachzumachen.
Denn wenn ihr nicht eingeschrieben seid,
solltet ihr eigentlich nicht einfach die Vorlesung der Japanologie crashen.
Ich bin aber einfach mal ganz dreist mit hin, habe mir die erste Vorlesung angehört
und bin am Ende der Vorlesung auch ganz brav zum Prof und habe ihn mal angesprochen.
Hier sie ehrlich gesagt, ich brauche die Credits ja eigentlich gar nicht.
Ich bin gar nicht eingeschrieben, darf ich trotzdem teilnehmen?
Und wie gesagt, eigentlich geht das nicht.
Deswegen bitte nicht nachmachen.
Aber ich hatte extrem Glück, auf einen extrem coolen Prof zu stoßen,
denn er hat gemeint Ja, sagen es nicht so laut, aber er macht es mal.
Er hat mir also quasi erlaubt, ausnahmsweise einfach mal so mit
in der Vorlesung dabei zu sein.
Und das war einfach mega gut, denn so konnte ich dann an der Uni Japanisch lernen.
Da bin ich dem Prof heute noch dankbar für.
Also sollten sie zufällig dieses Video sehen, dann das Vieh aus der Japanologie
grüßt sie. Das war einfach mega gut.
So habe ich dann an der Japanologie der Uni Frankfurt die Sprache gelernt.
Fun Fact übrigens an dieser Stelle.
Ich hatte ja bereits zwei Jahre VHS Unterricht hinter mir.
Aber das, was ich in zwei Jahren an der VHS gelernt hatte,
das wurde an der Uni in nicht mal zwei Monaten durchgenommen.
Also das Tempo und das Level war einfach komplett anders.
Das ging dann richtig ab.
Akt Nummer vier.
Die erste Japan Reise.
So, wir sind jetzt soweit in der Geschichte schon fortgeschritten, schon bei Akt vier
und wir waren noch überhaupt nicht in Japan gewesen.
Das kommt jetzt endlich.
Nachdem ich nämlich ein Jahr dann an der Uni auch Japanisch gelernt hatte,
bin ich dann 2009 das erste Mal tatsächlich nach Japan gereist.
Da habe ich mein Erspartes zusammen gekratzt, bin zusammen
mit einer guten Freundin nach Japan gereist für einen Monat.
Wir hatten den Japan Rail Pass auch für drei Wochen
und sind extrem viel durchs Land gereist.
Wir sind in Tokio gestartet, sind dann mal hoch in Richtung Fukushima.
Die Region sind dann runter bis rüber nach Osaka, Kyoto und so weiter.
Dann bis ganz runter nach Kyushu und waren letztendlich bis unten in Miyazaki.
Und diese erste Japan Reise.
Das war einfach so geil.
Da habe ich mich quasi Hals über Kopf in Japan verliebt.
Da war es um den kleinen Senpai geschehen.
Und ich muss gestehen, es fällt mir heute noch schwer,
gescheit in Worte zu packen, was ich eigentlich so geil an Japan finde.
Aber es ist einfach so dieses Feeling, was ich in Japan habe.
Es ist so sicher. Die Leute sind nett.
Man kann sich auf so vieles verlassen und man hat nicht so
dieses Risiko, quasi random attackiert zu werden.
Was meine ich damit?
Also es ist halt so, Züge sind pünktlich.
Wenn ihr was bestellt, dann kommt das pünktlich geliefert.
Der Service ist gut, das Essen ist gut.
Die Leute sind freundlich.
Man wird nicht irgendwie random angepöbelt.
Man muss sich nicht ständig für irgendwas rechtfertigen.
Es ist einfach so entspannt, in Japan rumzuwuseln.
Und ich empfinde das immer so ein bisschen wie eine Wolke,
die dich so trägt in Japan.
In Deutschland ist man immer so auf sich selbst gestellt.
So kommt es mir vor.
Und in Japan ist man so auf dieser Wolke, die einen trägt.
Das ist zumindest mein persönlicher Eindruck.
Schreibt mir gerne mal da in die Kommentare,
ob ihr da eine ähnliche Empfindung habt.
Das würde mich echt interessieren.
So anyway, wir waren also einen Monat in Japan unterwegs.
Ich fand es richtig geil
und ich hatte gar keinen Bock, zurück nach Deutschland zu fliegen.
Ich fand es so geil.
Ich wollte eigentlich da bleiben.
Mir sind echt die Tränen gekommen,
dann auf dem Heimweg zurück zum Flughafen in Tokio.
Ich hatte gar keinen Bock, hier noch wegzugehen.
So war also mein Japan Interesse damit vollständig auf 100 Prozent hochgefahren.
Ich bin danach auch wieder mal nach Japan gereist
und mir war dann aber nach einiger Zeit einfach klar,
wenn ich nicht mal in Japan lebe, dann wird das nie was mit der Sprache.
Und ich wollte halt mein Japanisch noch aufs nächste Level bringen.
Also wollte ich mal in Japan leben.
Damit kommen wir zu Akt Nummer 5, das Auslandsjahr.
Ich habe dann entsprechend eben nach Möglichkeiten gesucht,
ein Auslandsjahr zu machen und habe aber leider im Bachelor
keinen Platz mehr bekommen können.
Ich hatte erst Physik gemacht,
habe dann irgendwann gewechselt in Informatik,
war dann schon relativ weit im Studium.
Und das hat mit dem Auslandsjahr im Bachelor einfach nicht mehr geklappt.
Also war dann klar, wenn Auslandsjahr, dann im Master.
Also habe ich eben wieder gesucht und habe nach einem Master gesucht,
spezifisch, indem ich ein Auslandsjahr in Japan machen kann.
Irgendwann bin ich dann fündig geworden bei der Uni Halle,
denn die Uni Halle hat viele Abkommen mit japanischen Universitäten.
Und da gab es einen Studiengang,
ein Masterstudiengang mit Auslandsjahr in Begriffen nach Japan.
Das war in gewisser Weise ein Japanologie Masterstudiengang.
Der hieß International Japan Studien.
Den gibt es allerdings leider nicht mehr.
So Leute, an dieser Stelle ist es mir jetzt gerade so heiß.
Die Sonne prasselt echt drunter hier in Okinawa.
Ich glaube, ich muss mal in den Schatten gehen.
So Leute, seht ihr da hinten irgendwo die Brücke?
Ich hoffe, man kann was erkennen.
Da scheint es ein bisschen Schatten drunter zu geben.
Da gehen wir jetzt hin.
Anyway, ich dann also mich eingeschrieben in der Uni Halle,
habe den Master angefangen zu studieren.
Und nach einem Semester in Halle bin ich dann rüber nach Japan
und hatte endlich mein Auslandsjahr hier in Tokio.
Habe ein Jahr in Tokio gelebt, studiert und fand das halt richtig nice,
sodass mir da dann klar wurde,
ein Jahr ist halt eigentlich viel zu kurz.
Ich will eigentlich länger bleiben.
So länger bleiben in Japan heißt aber natürlich,
ich muss in Japan arbeiten.
Also war klar, wenn ich länger in Japan bleiben will, muss ich arbeiten.
Brauche ich einen Job.
Da der Master ziemlich intensiv und anstrengend war
und auch mein Japanisch Level noch nicht ganz so krass zu der Zeit
war mein erster Gedanke eher so Ja, ich mache erst mal die Uni fertig.
Gehe zurück nach Deutschland nach dem einen Jahr,
mache den Masterabschluss und dann suche ich mir einen Job.
Ich habe mich allerdings zwischendrin
auch schon mit meiner japanischen Professorin an der japanischen Uni
hier kurz geschlossen und habe mit ihr halt drüber geredet,
dass ich eigentlich gerne einen Job in Japan suchen möchte,
also dass ich daran interessiert bin.
Oh Leute, wir sind im Schatten. Mega gut.
Und sie meinte dann Ja, du, ich kenne da einen.
Das ist ein alter Student von mir.
Das ist dein Senpai.
Der ist Amerikaner und der arbeitet in IT.
Also eigentlich auch so, dass du die Richtung, die du machen willst,
den stelle ich dir einfach mal vor.
Dann kannst du mit dem quatschen, wie der es geschafft hat,
hier in Japan in IT einen Job zu kriegen.
Sie hat uns dann also einander vorgestellt, also den Senpai, Senpai und mich.
Wir haben uns in einem Café getroffen, haben ein bisschen miteinander gequatscht
und ich habe ihm auch so beschrieben Ja, ich habe Interesse, in Japan zu arbeiten
und vielleicht so nach der Uni dann einen Job suchen nach dem Master.
Und dann meinte er Ey, junger Senpai, jetzt ist gerade doch Shukatsu Job
Hunting in Japan.
Nutze doch jetzt einfach die Chance, bewirb dich und probiere es aus.
Einige von euch fragen sich jetzt vielleicht ja,
was ist denn überhaupt Shukatsu Job Hunting in Japan?
Was bedeutet das, wenn der Senpai sagt, jetzt ist Shukatsu in Japan?
Deswegen lasst mich das kurz erklären,
denn sonst ergibt die gesamte Geschichte keinen Sinn.
Dazu muss ich leider ein bisschen länger ausholen, aber es lohnt sich.
Also ab geht's.
Hallo Leute, herzlich willkommen zu Japan
1x1 mit Senpai.
Das heutige Thema Shukatsu Job Hunting in Japan.
Was ist Job Hunting in Japan?
Wie geht Job Hunting in Japan?
Zunächst mal müsst ihr wissen, in Japan fängt alles am 1. April an.
Das ist kein April Scherz, sondern das ist der Beginn des Geschäftsjahres.
Das Geschäftsjahr beginnt am 1. April.
Das Schuljahr, das Unijahr beginnt am 1. April.
Es beginnt alles am 1. April in Japan.
So, bei der Uni ist es jetzt so, der Bachelor in Japan dauert vier Jahre
und das ist ziemlich fest in Stein gemeißelt.
Das ist nicht so wie in Deutschland, wo man irgendwie sagt,
ja, Bachelor sechs Semester, aber vielleicht hänge ich mal noch ein, zwei Semester dran.
Nein, vier Jahre Bachelor in Japan, Punkt, Aus, Ende.
Und nach den vier Jahren entsprechend dann wieder zum 1. April
fangt ihr dann anschließend an mit dem Job in Japan.
Das heißt jetzt natürlich, wenn ihr jetzt am Ende eurer Uni-Zeit seid
und ihr macht so euren Abschluss Februar, März,
damit ihr dann anschließend am 1. April anfangen könnt zu arbeiten,
müsst ihr den Job schon gefunden haben, bevor ihr mit der Uni fertig seid.
Das bedeutet, der japanische Student fängt in der Regel an,
seinen Job zu suchen ein Jahr, bevor er seinen Uni-Abschluss macht.
Also zum 1. April dann ein Jahr vorher quasi.
Dann hat man ein Jahr quasi Zeit, einen Job zu finden, macht die Uni fertig
und dann fängt man smooth zum 1.4. an mit dem Job.
Jetzt fragt ihr euch vielleicht, ja, aber Senpai, was ist denn,
wenn man mit den vier Jahren Uni nicht hinkommt oder wenn man keinen Job findet?
Ja, das ist relativ schlecht.
Es kann natürlich sein, dass man irgendwie die Abschlussarbeit nicht hinkriegt
oder einem fehlen Credits oder so.
Dann kriegt man die Uni nicht fertig nach den vier Jahren
und dann bleibt einem eigentlich nur die Uni ein Jahr zu verlängern
und dann quasi alles ein Jahr nach hinten zu verschieben.
Das ist allerdings ziemlich blöd, denn Uni ist ziemlich teuer in Japan.
Und zum anderen, da bei allen anderen das ja vier Jahre waren,
aber dann nur bei dir irgendein fünf Jahre, dann bist du ja ein Jahr älter
als alle anderen, wenn du in die Firma kommst,
obwohl du karrieremäßig genauso weit bist wie alle anderen.
Und auch das ist in Japan nicht gut.
Dann stichst du schon ganz schön krass raus, wenn du nur ein Jahr älter bist.
Auch das ist in Deutschland, glaube ich, nicht so streng und verschwimmt.
Aber in Japan ist das alles so gleich getrimmt,
dass du da mit einem Jahr schon ziemlich rausstehst.
Dann gibt es natürlich noch den anderen Fall,
dass du vielleicht nach vier Jahren die Uni fertig kriegst,
aber keinen Job findest im letzten Jahr.
Und auch dann bleibt dir eigentlich nichts anderes übrig, als irgendwie
die Uni zu verlängern oder dann doch noch den Master zu machen etc.
Sonst hast du halt ein blankes, leeres, schwarzes Jahr auf deinem Lebenslauf.
Und auch das ist nicht gut in Japan.
Das sehen die Firmen nicht gerne.
So deswegen, wie gesagt, ein Jahr, bevor die Studenten ihren Abschluss machen,
plus minus ist so circa ein Jahr vorher, beginnt dann das Shukatsu,
das Jobhunting in Japan.
Das heißt, da wird in Japan die komplette Jobhunting-Maschinerie hochgefahren.
Die Firmen eröffnen für Bewerbungen.
Es gibt Seminare, es gibt Jobhunting-Messen, so Jobmessen.
Und das geht dann richtig los.
Die Studenten färben sich alle die Haare wieder schwarz,
wenn sie die anders gefärbt hatten, ziehen Anzüge an und ab geht's ins Shukatsu.
Und ihr könnt euch das Shukatsu, das Jobhunting in Japan,
so ein bisschen vorstellen wie Tinder aus Sicht eines Mannes.
Gerade die Herren unter euch, wenn ihr mal Tinder benutzt habt, ist ja meistens so,
man swipet irgendwie ganz viel nach rechts.
Erst mal swipen, swipen, weil man kriegt dann sowieso nicht so viele Matches.
Deswegen erst mal nach rechts swipen.
Dann matcht man mit ein paar Damen.
Und dann fängt man an, mit denen zu schreiben.
Manche schreiben gar nicht zurück.
Mit manchen schreibt man dann.
Und dann hat man ein paar von denen, mit denen man vielleicht sich unterhält.
Ein paar von denen trifft man dann auch tatsächlich.
Man geht irgendwie mal essen und so weiter.
Mit ein paar von denen wiederum versteht man sich dann auch richtig gut.
Und bis man dann am Ende irgendwie so die eine findet, bei der es dann läuft.
Ihr versteht, was ich meine.
Das wird so bei jedem Step immer weniger.
Man swipet ganz viel, man chattet mit ein paar, man trifft noch weniger.
Und bis man dann irgendwie mal eine findet.
Und das Shukatsu ist eigentlich genau so.
Man haut erst am Anfang ganz viele Entry Sheets raus.
Das ist so die Initialbewerbung quasi,
wo man so sein Formular, seine Daten an die Firma schickt.
Und japanische Studenten, ohne Witz, die schreiben an 40, 50, 60, 70
Firmen ihre Entry Sheets.
Das ist kein Scherz.
Da wird erst mal quasi auf Masse gegangen.
Dann macht man ein paar Interviews bei den Firmen, wo man eingeladen wird.
Das ist dann am Anfang auch erst mal mehr so zu Trainingszwecken quasi.
Und bis man dann halt wirklich bei den Firmen ist, wo man hin will
und dann auch weiterkommt in die nächsten Interviews.
Ja, meistens muss man auch drei Interviews machen.
Dann gibt es noch Tests etc.
Also ihr merkt ja, das wird da dann auch bei jedem Schritt weniger.
Und am Ende hat man dann ein Night Hay, also die Zusage.
Am Ende hat man dann endlich einen Job in der Tasche.
Und dieser Prozess zieht sich über Monate.
So jetzt also wieder zurück zu Sempai und Sempai, Sempai im Café.
Er sagte mir dann also Ja, Junge, jetzt ist doch gerade Shukatsu.
Jetzt beginnt doch gerade das Job Hunting in Japan.
Nutz doch einfach die Chance und bewerb dich.
Und das war so der entscheidende, sanfte Tritt ins Gesäß, den ich gebraucht habe.
Denn auch da, dann hat es wieder so bei mir geklickt.
Und ich dachte so, der Mann hat recht.
Ich kann es ja wenigstens mal versuchen.
Und er meinte dann auch Ja, selbst wenn es nicht klappt,
dann hast du Erfahrung gesammelt, ist auf jeden Fall gut.
Und vielleicht kriegst du ja den Job.
Also habe ich mich dazu entschieden, das Job Hunting in Japan zu machen.
Ich habe allerdings nicht wie Japaner irgendwie 50, 60 Entry Sheets rausgehauen.
Denn zum einen mein Japanisch Skill war noch nicht so krass gut,
sodass alles auf Japanisch bei mir einfach viel länger gedauert hat.
Und zum anderen, ich hatte halt auch einfach viel zu tun während des Masters.
Das heißt, ich hatte gar nicht die Kapazität,
da so voll Hardcore Job Hunting zu gehen, wie es ein japanischer Student machen würde.
Was ich aber gemacht habe, ist, ich habe mir eine Handvoll Firmen rausgesucht,
zu denen ich wirklich wollte, die ich wirklich interessant fand
und habe dann bei denen meinen Entry Sheet rausgehauen.
Das heißt, statt auf Quantität zu gehen, bin ich gleich auf Qualität gegangen
und habe gedacht Okay, ich muss einfach die Firmen rauspicken,
die mich wirklich interessieren.
Da ging es dann auch so los mit Interviews und Tests und so weiter.
Dann bin ich irgendwann hier und da rausgeflogen.
Das ist auch noch mal eine lange Geschichte.
Das ist eine Geschichte für sich.
Aber um es kurz zu machen.
Ich hatte der einen Firma, bei der ich mich beworben habe, am Anfang gesagt Ja,
dann und dann ist mein Auslandsjahr zu Ende.
Da muss ich wieder zurück nach Deutschland fliegen.
Und bei der Firma bin ich dann bis zum Ende im Rennen geblieben.
Und ich hatte dann tatsächlich in der letzten Woche meines Auslandsjahres
das letzte Interview.
Ich glaube, mein Flug ging irgendwie Samstag Nacht, Sonntag Morgen oder so.
Und ich hatte am Montag in dieser Woche das letzte Interview.
Dann habe ich am Dienstag noch mal einen Anruf von denen bekommen.
Ja, hier ist Senpai.
Sie haben ja gesagt, Sie sind irgendwie die Woche noch in Japan.
Können Sie die Woche noch mal in die Firma kommen?
Und ich habe gedacht Ja, klar.
Weil für mich war ja Jobhunting oberste Priorität.
Ich bin dann also am Donnerstag in der letzten Woche
noch mal zu denen in die Firma.
Und da haben sie mir dann gesagt Jo Senpai, wir nehmen dich.
Und ohne Witz, da kamen mir wirklich die Tränen.
Ich so Ja, Arigato, danke.
Ich war halt echt so fast aufgelöst.
So glücklich. Ja, ich habe es gepackt.
Monatelang das Schaffen.
Das hat sich gelohnt.
Ich hatte meinen Job in der Tasche.
Und ich wusste Okay, in zwei, drei Tagen fliege ich zwar zurück nach Deutschland,
aber ich komme wieder.
Ich habe es gepackt.
Und deswegen war das auch völlig okay, dass das Ausland ja dann zu Ende war.
Ich hatte auch gar keine Kraft mehr und Kapazität,
irgendwie eine Abschiedsfeier oder so zu machen.
Aber es war mir alles egal.
Ich wusste, ich komme wieder.
Und das war einfach.
Oh, bin ich heute noch glücklich, wenn ich mich da wieder dran erinnere?
Und ja, Leute, das war im Prinzip die Geschichte,
wie ich meinen Job in Japan gefunden habe.
Ich hatte extrem Glück, dass die Shuka zur Zeit
quasi auf mein Auslandsjahr gefallen ist, dass sich das überschnitten hat,
sodass ich halt in der zweiten Hälfte meines Auslandsjahres
wirklich einen Job in Japan suchen konnte.
Ich bin dann eben wieder zurück nach Deutschland geflogen,
habe meinen Abschluss gemacht, habe meinen Master fertig gemacht in Deutschland
und bin dann etwa ein Jahr später wieder nach Japan gereist,
um eben zum ersten, vierten, wie erklärt,
meinen Job in Japan anzufangen.
Und ja, Leute, das soll es gewesen sein.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
Wenn ihr es bis hierher geschafft habt.
Ich glaube, es ist ganz schön lang geworden, das Video.
Und ja, so geht Shuka zu Jobhunting in Japan.
Ich hoffe, es hat euch gefallen.
Ich hoffe, ihr konntet was lernen.
Ich musste natürlich meine eigene Jobhunting Geschichte
ein bisschen abkürzen, weil das Video sowieso schon zu lang ist.
Und wie gesagt, ich glaube, es ist ein bisschen besonderer Weg im Sinne von
nicht viele Ausländer machen dieses Jobhunting in Japan.
Aber dennoch, Leute, viele Wege führen nach Japan.
Mit vielen Deutschen und Ausländern habe ich schon geredet
und jeder kommt irgendwie auf andere Weise nach Japan.
Das ist immer ganz individuell.
Anyway, Leute, kommen wir zum Ende des Videos.
Danke für die Aufmerksamkeit.
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