1. Paulus und die Epheser | Bibelgespräch

Seminar Schloss Bogenhofen
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27.10.2024
Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluss, den er zuvor in Christus gefasst hatte, um die Fülle der Zeiten heraufzuführen, auf dass alles zusammengefasst würde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist, durch ihn. (Eph 1,9–10)
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Wenn ihr Feedback, Fragen oder Anregungen habt, schreibt uns gerne unter [email protected]
Herzlich willkommen in unserer Runde im neuen Quartal. Ich begrüße hier meine lieben Freunde
und Kollegen René und David und Carmen und Thomas. Ich selber bin Heinz. Wir haben ein neues Thema in
diesem Quartal und das Thema ist der Epheserbrief. Manche denken vielleicht, das werden 13 Sabbate
für sechs Kapitel, was wir da sagen werden, aber der Epheserbrief ist wirklich sehr gehaltvoll und
ich freue mich schon auf diese gemeinsamen Besprechungen und Diskussionen. Lasst uns am
Anfang bitten. Unser treuer Gott, ich danke dir, dass du hier bist. Ich danke dir für diesen neuen
Sabbat. Ich danke dir für dieses Thema, dass es jetzt der Epheserbrief ist und wir uns da vertiefen
können. Ich bitte dich um deine Gegenwart, Herr, dass sie da ist, dass wir davon geleitet werden,
dass dein Heiliger Geist uns führt. Amen. Also erste Lektion, Einführung. Es geht um Ephesus,
es geht um Paulus. Es ist so, dass in der Apostelgeschichte ja diese Hintergrundgeschichte
zu Ephesus erzählt wird. Wir haben da drei Kapitel, Kapitel 18, Kapitel 19, Kapitel 20,
die über Paulus und Ephesus reden und ich darf euch einladen, vielleicht René, bist du so freundlich,
und eröffnest unsere Betrachtung mit Apostelgeschichte 18, 18 bis 21. Nachdem aber Paulus
noch viele Tage da geblieben war, nahm er Abschied von den Brüdern und segelte nach Syrien ab und mit
ihm Priscilla und Aquila, nachdem er sich in Kenchrea das Haupt hatte scheren lassen, denn er
hielt ein Gelübde. Sie kamen aber nach Ephesus und er ließ jene dort zurück. Er selbst aber ging in
die Synagoge und unterredete sich mit den Juden. Als sie ihn aber baten, längere Zeit zu bleiben,
belegte er nicht ein, sondern nahm Abschied von ihnen und sagte, ich werde, wenn Gott will,
wieder zu euch zurückkehren und er fuhr von Ephesus ab. Genau, danke schön. Das ist also
die Schilderung der zweiten Missionsreise des Apostels Paulus, das Ende, und da kommt
er in Ephesus vorbei und hat sozusagen den ersten Testballon, den er da steigen lässt.
Was wissen wir über diese Stadt? Es war eine zentrale Stadt, eine der größten, eine Handelsstadt,
Hafen mit viel Durchlauf. Es war die Hauptstadt von Kleinasien. Mit ungeheuer vielen Einwohnern,
die damalige Zeit. Was da angegeben ist, nicht 250.000, das ist eine ganze Menge, sehr viele
Einwohner. Die Leute, was sind das für Leute, die in Ephesus wohnen, jetzt von ihrer Herkunft her?
Das sind Griechen. Das ist ganz klar. Nichts in Griechen. Die griechischen Kolonien. Genau,
das gibt es, die ganze Idee ist runter, sind da griechische Kolonien, die vom griechischen
Festland sozusagen besiedelt worden sind oder von den Inseln aus. Und Ephesus gehört da dazu. Gut,
Paulus ist also dort und er macht seine ersten Versuche, geht aber noch mal zurück nach
Jerusalem, kehrt aber dann später nach Ephesus zurück. Und das sehen wir in Apostelgeschichte
19. Apostelgeschichte 19 in den Versen 1 bis 12 und dann auch, dass er dort drei Jahre lang bleibt,
Apostelgeschichte 20, Vers 31, da steht das Geschehen. Also er kehrt zurück, bleibt drei
Jahre lang. Jetzt rein vom Faktischen, was passiert da in dieser Zeit? Was macht er?
Er macht das, was er in anderen Städten auch immer gemacht hat. Er hat zuerst versucht,
die Juden zu erreichen. Das ist ein Konzept, das findet praktisch immer statt. Und er kann ein
Stück erreichen, aber er hat wieder Widerstand. Die anderen Juden, die sind dann wieder neidisch
oder fangen an, das nicht zu mögen und dann geht er halt an die Heiden heran und gewinnt dadurch
auch einige und es wächst, eine Gemeinde entsteht. Was wissen wir denn noch? Wie lang bleibt Paulus
gewöhnlich auf seinen Missionsreisen in einer Stadt? Also drei Jahre ist schon ziemlich lange.
Wir hören davon, dass er irgendwo überwintert, dass er ein paar Monate überbleibt, manche noch
kürzer. Aber das heißt, hier hat er tatsächlich sehr viel Zeit verbracht. Er hat lange jetzt an
einem Stück gewirkt. Das scheint ihm sehr wichtig gewesen zu sein dort. Ich kenne eigentlich nur
einen Ort noch, wo gesagt wird, dass er länger geblieben ist. Das ist Korinth. Da heißt es,
er bleibt eineinhalb Jahre. In Ephesus sind es drei. Das ist schon sehr lang. Das war für ihn
ein ganz wichtiges Projekt. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass es diese Knotenpunkthauptstadt
war, von wo aus das Christentum natürlich dann in viele Gegenden gekommen ist. Da gibt es eine
Geschichte, die da auch noch stattfindet. Das ist diese Geschichte mit den jüdischen Exorzisten.
Was haltet ihr davon? Mich amüsiert sie immer ein bisschen, wenn ich sie lese. Aber vielleicht
können wir das kurz kommentieren. Das ist die Apostelgeschichte, Kapitel 9, 10. Ab Vers 13.
Ja, also wenn man sich das anschaut, gerade Vers 13. Ich lese mal.
Auch einige von den umherziehenden jüdischen Beschwörern unternahmen es,
über die, welche böse Geister hatten, den Namen des Herrn Jesus auszurufen oder anzurufen,
indem sie sagten, ich beschwöre euch bei dem Jesus, den Paulus predigt. Also es ist wirklich
nur so Wunderwirken aus zweiter Hand. Paulus hat eigentlich gemacht, ich berufe mich jetzt mal auf
den oder den, den Paulus predigt und hoffe, dass es damit gut geht. Und damit legen sie sich dann
mit Dämonen an. Das ist eigentlich unfassbar. Und das, was dann weiter passiert, nämlich dass die
bösen Geister diese Leute wieder überwältigen und verwunden, das verwundert eigentlich nicht
allzu sehr. Es ist ganz komisch, dass man sowas hier eigentlich hat, dass sie sich das wagen.
Es zeigt uns aber, dass wir in einer Zeit leben und in einer Gegend, wo praktisch dämonisches
Wirken an der Tagesordnung war. Sowas kennen wir heute. Also natürlich gibt es Menschen, die sagen,
es ist sehr viel Dämonismus, auch in unserer Zeit, und das will ich auch überhaupt nicht anders
sagen. Aber das begegnet einem nicht so direkt. Verstehen Sie, was ich meine? Ihr habt trotzdem
die Situation, ja, dass die Leute alle sind, wie sie sind, aber dass da direktes dämonisches Wirken
lautstark öffentlich an den Tag tritt, das haben wir nicht so in der Form. Also das ist aber damals
gegeben. Und zwar ziemlich massiv. Wir haben ja ähnliche Begebenheit bei Jesus mit den Gerasenern,
oder? Kann man davon ausgehen, dass diese Beschwörer hier vorher schon Erfolg hatten? Ist da was bekannt
oder irgendwas naheliegend? Oder ist das jetzt Ihre Premiere und die geht so richtig daneben?
Scheint mir so zu sein. Die probieren das einfach aus, glauben, sie haben eine tolle Idee und zahlen
dabei ordentlich drauf. Das ist halt komisch, sie werden als jüdische Beschwörer bezeichnet. Das
wirkt so, als wäre das schon bekannt, die beschwören halt Dämonen, oder die treiben sie aus, als wäre
da schon ein gewisses Maß an Erfahrung da, sodass sie sich diesen Titel erarbeitet haben. Aber ganz
merkwürdig ist einfach, es sind umherziehende jüdische und nicht christliche Beschwörer, die
kommen Juden dazu. Und noch dazu hören wir es in sieben Söhne des jüdischen Hohenpriesters
Kivas. Juden eines Hohenpriesters rufen den Namen Jesu an, um Dämonen auszutreiben. Was für ein
merkwürdiges Konstrukt. Das riecht schon sehr nach Sensationskirche einfach. Da steckt Macht in
dem Namen. Wir wollen uns diese Macht aneignen, aber den Glauben, den nehmen wir nicht an. Wir
bleiben Juden. Und das scheint auch das Problem hier gewesen zu sein. Wenn das christliche
Beschwörer, dann gehe ich fest davon aus, er hätte den Namen Jesu, den sie dann selbst kennen,
müssen nicht auf Paulus beziehen, dann hätte der auch gelehrt. Interessant ist ja, wie der Geist
darauf reagiert. Er sagt ja, Jesus kenne ich, Paulus auch, euch kenne ich nicht. Und dann heißt es
eben, das wird bekannt in Ephesus. Das hat dort eine Auswirkung. Wie haben die reagiert, die
Geschichte? Sie fürchten sich. Es ist dort, ja, und Furcht fiel auf sie alle in Vers 17 und der
Name des Herrn Jesus wurde hochgepriesen. Und dann geht es ein Stück weiter. Sie fangen dann an,
ihre ganzen Zauberbücher, die sie haben, zu bringen und die werden verbrannt. Und uns wird
sogar der Betrag genannt. 50.000 Silberlinge. Das könnten zwei bis drei Millionen Euro gewesen sein.
Ja, es heißt 50.000 Tagelöhne. Und wenn wir das hochrechnen, wird weiter hinten dann im
Textrelektionsakt nicht, dann kommst du auf irgendwas mit sechs Millionen Euro. 130 Euro
für einen Tageslohn ist vielleicht auch hochberechnet. Das wird es nicht überall in
Europa geben. Aber das deutet schon darauf hin, dass das ein gewaltiger Wert war. Alle,
die wir über diese Geschichte lesen, denken, wow, die verbrennen ihre Zauberbücher. Was ist das
für ein Glaubensakt? Da muss es offenbar wirklich viel an Zauberei gegeben haben. Andererseits,
du hast es vorhin erwähnt, eine Viertelmillion Einwohner. Wenn man dann 50.000 in Wert von 50.000
annimmt, dann müssen es vielleicht gar nicht so viele gewesen sein. Aber einzelne,
die sich viele Bücher leisten konnten und die tief drin verstrickt waren. Aber auf alle Fälle
haben wir hier eine Reform. Da passiert etwas mit dem altergebrachten Glauben, der tiefer wurzelt
war in Ephesus und der wird durch das Christentum jetzt verändert. Es wird aufgebrochen. Und die
Reaktion darauf, die lässt nicht lange auf sich warten. Wir lesen in den nächsten Versen erst
mal positiv, da kommt es zu einer Reform. Die werden jetzt ordentliche Christen lassen,
Zauberer hinter sich. Und ab Vers 23 beginnt der Aufstand von Demetrius. Und er hängt mit dem
Heidentum zusammen. Er hat jetzt Angst um seine Freunde dort. Offensichtlich ist an der Stelle
die Arbeit der Christen so stark, dass sie sozusagen auch wirtschaftlichen Einfluss hat
auf diesen Artemis-Tempel. Denn von nichts kommt dieser Aufstand nicht. Aber bevor wir uns noch auf
diesen Aufstand konzentrieren, möchte ich nochmal kurz die Zauberbuchgeschichte ansprechen. Die
Zauberbuchgeschichte ist ja eigentlich eine Vorbildgeschichte, oder? Wir werden immer sagen,
Akt des Glaubens, die Leute bekehren sich und so weiter. Wenn aber heute jemand hergehen würde
und würde in seinem Hof ein Feuer mit all dem Zeug, was ihn am Christsein hindert, machen,
wie würde das aufgefasst? Sind wir heute noch so, dass wir sagen, was für ein Glaubensakt? Oder
wir würden sagen, was für ein Extremist? Wie sehen wir das? Ist es okay, Bücher zu verbrennen oder
wäre das schon ein Extremakt, weil wir 1933 hinter uns haben? Es hat in der Geschichte immer wieder
Verbrennungen gegeben von Guten sowie von schlechten Dingen oder Dinge, die man, ein
Herrscher, ein Regime nicht toleriert hat und so weiter. Verbrennungen sind auch, man hat in der
Geschichte Menschen verbrannt, die sind immer negativ konnotiert. Es ist einfach ein Symbol
für eine völlige Zerstörung von etwas, was man nicht gut heißt. Der Nachfolge sozusagen. Im Prinzip
könnte man, heute würde man Festplatten schreddern, man würde sie nicht mehr verbrennen und so weiter
und einfach Dinge einfach völlig vernichten, dass sie nicht mehr rekonstruierbar sind, dass sie
zerstört sind und das ist das, was sie hier gemacht haben. Nachdem eine Geschichte immer wieder in
verschiedenen Phasen, wo es um gesellschaftliche Unterdrückung ging, auch Bücherverbrennungen hatten
von Dissidenten, von Leuten, die anders gedacht haben. Bei dem Kommunismus noch bis vor wenigen
Jahrzehnten der DDR und anderen Ländern, kommunistischen Ausblocks, war Literatur
verboten, die zu westlich war, die ein anderes politisches System vertreten hat, andere Ideologie,
doch religiöse Bücher. In vielen Ländern in der Welt sind heute noch christliche Bücher einfach
verboten, es ist die Bibel strikt untersagt. Lange Zeit des Mittelalters hindurch war selbst die Bibel
auf dem Index verbotener Bücher und durfte nicht besessen, nicht gelesen werden. In der Nazizeit,
du hast es angesprochen, da haben wir auch Literatur, die gegen das Nazitum geht, die
verbrannt wird oder entartete Literatur und Kunst, die einfach verbrannt wird. Von daher würde das
bei uns heute mit der Vergangenheit als eine Einschränkung geistiger Freiheit verstanden werden.
Wenn wir sowas hier draußen auf dem Parkplatz machen würden, dann würden die Nachbarn sicherlich
wundern und schlecht über uns reden, ohne dass man groß nachfragt, welche Bücher das sind. Bedeutet
das bei uns einfach, da werden Leute geistig gegeißelt, da stimmt was nicht. Vom Glauben her
würde ich sagen, wenn das solche Bücher sind, ja dann nix wie weg mit denen, die kann ich nicht
auf Ebay verhückern. Ich möchte nicht, dass jemand anderes davon dann nochmal negativ profitiert. Das
darf ja nicht sein. Oder ich mir dafür Geld auszahlen lasse. Also ich glaube, es gibt durchaus
Gründe dafür, aber man muss es dann schon eher im Geheimen machen. Könnte sein, dass einfach eine
Aktion, die an und für sich ehrlich ist und die aus tiefstem Herzen kommt, so kaputt gemacht wird
durch die Art und Weise, wie man sonst damit umgeht, dass du sie in der Form nicht mehr so
durchführen kannst, obwohl es eigentlich richtig wäre. Ich lasse das jetzt offen. Es ist nicht so
einfach, würde ich sagen, aber ich möchte auch nicht über jeden gleich sagen, er sei ein Extremist,
nur weil er irgendwas verbrannt, was vielleicht gut ist, dass es nicht mehr existiert. Da war es ja
leichter, wir haben die Müllabfuhr, dann landet es am Ende auch irgendwo in der Müllverbrennungsanlage.
Damals war die Müllhalde nun mal etwas entweder zum Verrotten oder man hat es verbrannt. Wenn
man Müll will, war das eine einfache Entsorgung. Das muss ja keine feindliche Verbrennung sein.
Es genügt, wenn ich es einfach in die Restmülltonne reingebe und weiß, dann landet es auf dem Feuer.
Okay, wir sind jetzt bei diesem Aufstand des Demetrios. Groß ist, wir haben das so im Ohr,
nicht aus der Lutherbibel, groß ist die Diana der Epheser. Es geht hier natürlich um Artemis.
Artemis steht dann auch im griechischen Text. Das ist einfach in der Übersetzung,
weil halt die lateinischen Gottheitsbezeichnungen geläufiger waren im 16. Jahrhundert. Gemeint
ist eben diese Göttin der Jagd, diese Artemis. Und das war die Hauptgöttin von Ephesus. Und
dieser Artemis-Tempel, der hat ja Aufnahme gefunden in die Liste der sieben Weltwunder
der Antike. Der muss ein großartiges Bauwerk gewesen sein, mit über 100 Säulen und etliches
davon stark vergoldet und so weiter. Und das ist jetzt das, was wir rauslesen aus der ganzen
Geschichte. Man gibt also Paulus die Schuld, dass das Geschäft Einbrüche erleidet. Und man achtet
sozusagen das Missionswerk des Apostels Paulus und Ephesus für so gefährlich, dass man glaubt,
man müsste sozusagen von der Straße aus gegen Paulus, gegen die Christen vorgehen. Im Prinzip
ist das eine Art Aufstachelung des Mob, die hier stattfindet. Interessant ist für mich,
wie die Obrigkeiten von Ephesus damit umgehen. Beispielhaft, das möchte ich sagen. Wie sie das
Ganze wieder beruhigen. Aber was passiert dann trotzdem im Zusammenhang mit Paulus nach diesem
Aufstand? Er sucht nicht die Konfrontation, sondern er verlässt die Stadt. Also er sagt,
okay, jetzt ist vielleicht der Zeitpunkt gekommen, dass ich gehen muss, um andere Dinge zu tun. Und
hinterlässt eine christliche Gemeinde, die für sich selbst lebensfähig ist und einen sehr guten
Ruf hat. Wieso will man das? Ich denke jetzt ein bisschen außerhalb von Paulus. Denkt einmal an das
ganze Lob über die Gemeinde Ephesus, das aus dem Sennschreiben an Ephesus aus Offenbarung Kapitel
2 kommt. Wie da die Gemeinde dargestellt wird. Und das bezieht sich auf die Ortsgemeinde,
die Paulus gegründet hat. In dem Sennschreiben hören wir ja, dass sie ihm zugute gehalten werden
muss, dass sie die geprüft haben, wie sie Apostel nennen und es nicht gewesen sind. Also sie haben
wohl auf eine orthodoxe, auf eine reine, auf eine gute Lehre geachtet. Aber das, was wir dort auch
hören, in der Zeit von Johannes gegen Ende des Jahrhunderts, dann ist, dass sie die erste Liebe
verlassen haben. Sie haben also schon längeren Prozess hinter sich und von der ersten Faszination
des Glaubens sind sie mehr vielleicht so zu Dienst nach Vorschrift übergegangen. Achten auf eine
saubere Lehre, ohne dass das Herz noch so richtig drin wäre. Und das würde aber sagen, Paulus hat
sozusagen guten Gewissens diese Leute allein lassen können. Das wollte ich damit ausdrücken. Er musste
jetzt nicht sagen, okay, jetzt haben wir da dieses Aufstandsproblem, aber die Epheser-Gemeinde kann
ich nicht wirklich allein lassen. Er nimmt sich als Brennpunkt der Erregung sozusagen raus, geht
weg, überlässt die Gemeinde dem lieben Gott, unter Führung durch den Heiligen Geist und weiß,
er schreibt halt dann noch aus der Gefangenschaft diesen Brief, aber da kommt nicht mehr viel an
Gemeinschaft. Er wird später sich nochmal von ihnen verabschieden, bevor er sie dann trifft
im Millet. Also da gibt es schon eine starke Herzensverbindung auch zwischen Paulus und den
Ephesern. Was haltet ihr von dieser Darstellung, die hier so chronologisch gegeben wird? Diese
zehn Jahre, Paulus und seine Beziehung zu Ephesus. Das ist auf Seite 11 unserer Betrachtung. 52 nach
Christus, 53 bis 56 der Aufenthalt, 57 der Abschied im Millet, 62 der Brief aus der Gefangenschaft. Ich
finde das sehr gut, möchte auch darauf hinweisen, diese historischen Informationen, weil die uns ein
Bild geben, wie es dem Paulus auch mit dieser Gemeinde gegangen ist. Kann man also sagen,
demnach, dass nach dem Aufstand des Demetrius, Paulus drei Jahre dort war? Bis zum Aufstand des
Demetrius war er drei Jahre dort. Also da ist die Gemeinde schon so gefestigt gewesen, dass er dann
einfach gehen konnte sozusagen. Wir glauben, dass der Aufstand praktisch deswegen war, weil die
Gemeinde schon so stark war. Dass das praktisch den Demetrius so aufgestachelt hat, weil die Gemeinde
schon so stark war. Nun kommen wir, ja bitte. Ein Hinweis vielleicht. Meine Recherche hat ergeben,
dass seit 1895 Österreich das Recht hatte, dort Ephesus Archäologie zu betreiben. Und es gibt ja
in Wien dieses Museum, das konsthistorische Museum, und da wird einiges aus Ephesus ausgestellt.
Das heißt, wenn man was sehen möchte von Ephesus, die Skulpturen oder wie das damals gebaut war,
da kann man das in Wien sehen. Oder auf der nächsten Türkei-Reise den Ruinen von Ephesus
einen Besuch erwarten. Zum Brief nun selber. Also wir wissen ja, dass wir natürlich diese Briefe
sehr genau lesen. Also wenn ich jetzt sage, wir lesen den Epheser-Brief und wir studieren den
gemeinsam. Was machen wir jetzt in diesem Viertel? Dazu nehmen wir uns drei Monate Zeit. Einmal in
der Woche. Trotzdem ist es ein Brief, der recht schnell durchgelesen ist, oder? Dauert nicht so
lang. Und die Idee, mit der wir hier konfrontiert werden, ist, dass wir sozusagen diesen Brief
laut lesen und die Leute, damals habe ich den Brief nicht selber gelesen, sondern da gab es
einen, der das laut vorlas und die anderen saßen da und hörten zu. Warum können die in einer
Viertelstunde das Anliegen des Apostels Paulus verstehen und warum brauchen wir da drei Monate,
um es in die Tiefe zu studieren? Könnten wir das erklären? Ich gehe mal davon aus, dass wir das
nicht geschafft haben, alles zu ergreifen, was ihnen vorgelesen wurde und dass der Brief auch
öfter verlesen wurde. Er ist ja schon sehr gehaltvoll, aber er gehört schon zu den Briefen,
die leichter verständlich sind. Wir haben andere, die deutlich schwerer sind. Was mir gefällt an
diesem Brief ist, dass er so lebensnah ist. Du hast so vieles, was einfach praktische Ermahnungen
für deinen Alltag sind. Wenn du Christ bist und als solcher leben möchtest, achte auf diese Dinge.
Und das war dann schon sehr eingängig und leicht verständlich. Und trotzdem, glaube ich, ist es gut,
wenn man sich mehr Zeit nimmt, als mal kurz zuhören, um in die Tiefe zu überlegen, welche
Konsequenzen hat das für mich? Ich denke, Paulus wird ein bisschen schon die Leute gekannt haben,
nachdem er drei Jahre dort war. Er wird die Probleme dieser Hauptstadt in Kleinasien gekannt
haben. Und vielleicht hat er auch Freunde oder Kollegen gehabt, die ihn besucht haben,
die ihm gewisse Dinge auch erzählt haben. Vielleicht kamen auch Briefe zum Paulus und
so weiter. Das ist so, wie wenn jetzt jemand einen Brief schreiben würde an eine spezielle Gemeinde
hier im deutschsprachigen Raum. Und die vom Norden würden sich denken, interessant, die Leute
aus dem Süden vielleicht. Man wird das nicht verstehen. Aber die Leute, die aus dieser Gemeinde
kommen, die angesprochen sind, die kennen die Geschichten, die dahinter vielleicht passiert
sind oder die im Hintergrund da sind und fühlen sich dann sicherlich auch adressiert und angesprochen.
Es ist so, dass wir ja hier diese Darstellung haben, diese Einteilung in die verschiedenen
Abschnitte des Epheserbriefs. Da kommt er auf 13 Abschnitte hier. Die geben uns sozusagen einen
inhaltlichen Überblick. Was sind die wichtigsten Themen? Wenn ihr den Epheserbrief durchlest,
was fällt euch auf? Was sind die wichtigen Themen? Mission und Einheit. Einheit ist ein wichtiges
Prinzip für den Apostel Paulus, auch im Korintherbrief. Also das Leitthema ist für mich von
bis hinten irgendwie die Lebensreform. Wir waren mal im Tod, wir sind jetzt im Leben. Wir sind
jetzt Kinder des Lichts. Das zeigt sich ganz praktisch in unserer Lebensweise. Also das Prinzip,
ihr seid jetzt anders als früher. Ihr wart tot und jetzt seid ihr lebendig. Man könnte fast dazu
sagen, drum lebt auch so wie lebendig. Dieser Appell ist da immer drin. Betrachtet euch als andere
Leute. Also man kann sagen, durchgängig nicht diese Sichtweise, ihr seid jetzt für ein anderes
Leben da. Natürlich auch immer das Evangelium, was das dann für unser Leben bedeutet. Das ist
natürlich für ihn ganz am Anfang immer zu beschreiben, was hat genau Jesus jetzt für
uns getan. Dieses wunderschöne Evangelium. Und dann die Auswirkungen. Was kommt einem so in den
Sinn, wenn man an den Epheserbrief denkt? Natürlich auch diese Waffenrüstung. Natürlich,
das ist ganz berühmt, die Waffenrüstung. Das ist dann das, wo man ermutigt wird,
es anzulegen und dann auch umzusetzen. Die Waffenrüstung ist berühmt. Auch Epheser 5 ist
sehr berühmt. Diese Darstellung der Beziehung zwischen Jesus und der Gemeinde, also eine
Beziehung zwischen Braut und Bräutigam und so weiter ist auch sehr berühmt. Was man auch für
krasse Texterinnerungen an den Epheserbrief. Jesus ist ganz zentral. Jesus ist zentral.
Dieser Evangeliumsgedanke. Bei mir, wenn ich es denke, Epheserbrief kommt mir als erstes immer
in den Sinn. Epheser 2 ist eine Stelle, die mir persönlich in meinem christlichen Werdegang sehr
viel bedeutet. Nicht, dass eben ohne unser Zutun wir gerechtfertigt sind durch den Glauben an
Jesus Christus. Und dass dieser Glaube, durch den wir gerecht werden, dass der aber bestückt ist
mit guten Werken und das steht dort so schön im zweiten Kapitel Vers 10, für die Gott uns zuvor
bereitet hat. Das heißt, das sind gute Werke, die er für uns gemacht hat schon, dass wir sie tun
sollen im Glauben an ihn. Also sogar auch das Thema Heiligung ist völlig ihm unterworfen. Und
das praktisch aus Gnade, dass eben da ist diese Erlösung und nicht aus eigener Kraft. Das ist
Gottes Werk. Und da merkt man, das ist ein ganz wichtiger Punkt. Das haben wir im Galaterbrief,
das haben wir im Römerbrief. Das bringt Paulus also ständig an die vorderste Front und auch bei
den Ephesern. Das ist ihm ganz wichtig. Habt ihr persönliche Erfahrungen mit dem Epheserbrief?
Vielleicht mit dem Brief als Ganzes. Nicht in der Art, aber viele einzelne Verse. Wenn ich mir die
Kapitel durchsehe, viele sind einzelne Versen, die ich sehr gerne verwende hier und da, wenn es
um moralische Belehrung geht, was ist richtig, was ist falsch. Wenn es um praktische Ermahnung geht,
wenn es um das praktische Christsein geht, gerade Kapitel 4. Wenn da die Rede davon ist einfach zum
Beispiel nur, worauf sollen wir achten, wenn wir reden. Dass es erbaulich sein soll, dass wir nicht
schlecht über andere reden, dass wir nicht lästern sollen. Das sind Themen, die kann man nicht oft
genug erwähnen. Darüber muss man einfach reden. Und da bin ich dankbar, dass er in Epheser 4 so
vieles gesammelt hat, was bis heute in der Gemeinde einfach ganz praktische Relevanz besitzt. Was man
immer wieder lehren muss. Die großen Tugenden, der Liebe, der Rücksichtnahme und so weiter, die
kommen hier ganz stark zum Ausdruck. Oder ganz praktisch auch in Epheser 5, wenn es um die
Beziehung zwischen Mann und Frau geht oder Eltern und Kinder. Hier wird einfach geregelt, wie soll
der Umgang aussehen? Wie stehen die zueinander? Wie eng soll das auch sein? Wie sorgt man sich
umeinander? Das sind einfach auch ganz klare christliche Ansprüche, die hier gegeben sind,
wo man einfach nicht sagen kann, naja, das gilt jetzt mal nicht für mich. Wenn der Mann seine
Frau lieben soll, wie Christus die Gemeinde, der sich selbst hingab für die Gemeinde, dann ist
das schon eine unbändig große Liebe, die hier einfach mal so als Maßstab für den Ehemann
angesetzt wird. Das sind so Dinge, die sind zutiefst praktisch und die reißen einen dann
schon irgendwie, weil man sagt, okay, das ist der Anspruch des Evangeliums. Es ist eben nicht
einfach nur eine gewisse Theorie dessen, was jetzt Jesus vielleicht im Himmel tut als unser
hoher Priester, sondern es ist ganz praktisch, will ich ihm nachfolgen, verhalte ich mich so als
Ehemann oder als Vater und so weiter. Die verschiedenen Rollen, die hier einfach vorgegeben
angesprochen werden. Ich lade euch ein, den Anfang zu lesen. Epheser 1, die ersten beiden Verse.
Vielleicht machst du das, David? Und Thomas, kann ich dich bitten um das Ende? Epheser 6, 21 bis 24.
Wir wollen das kontrastieren, wie der Brief anfängt und wie er aufhört. Epheser 1, Vers 1. Paulus,
ein Apostel Christi Jesu, durch den Willen Gottes an die Heiligen in Ephesus, die Gläubigen in
Christus Jesus. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus.
Und bitte 6, Vers 21. Damit auch ihr wisst, wie es mir geht und was ich tue, wird euch Tychikus
alles mitteilen, der geliebte Bruder und treuer, diener Herrn, den ich eben darum zu euch gesandt
habe, dass ihr erfahrt, wie es um uns steht und dass ihr eure Herzen tröstet. Friede werdet den
Brüdern zuteil und Liebe samt Glauben von Gott im Vater und dem Herrn Jesus Christus. Die Gnade
sei mit euch allen, die unseren Herrn Jesus Christus lieb haben, mit unvergänglicher Liebe.
Sehr schön, wie er redet. Mir gefällt das sehr gut. Was seht ihr hier an Kontrast und an Ähnlichkeit
in diesem Anfang und Ende? Man könnte fast sagen, das zeigt so ein bisschen das Mindset des Apostels
Paulus auf. Ja, seine unglaubliche Zuversicht und den Frieden, den er hier anspricht und ausstrahlt,
ist eine starke Sicherheit. Auch die persönliche Nähe. Wir haben das im ersten Vers, er spricht
ganz konkret Leute an, um die es jetzt hier geht und wir hören am Ende wieder davon, dass er möchte,
dass sie wissen, wie es ihnen geht. Dass ihr einfach nicht nur rein theologische Informationen
ausgetauscht werden, sondern auch persönliche Befänglichkeiten. Es ist eine persönliche
Beziehung, die er gegeben ist. Durch diesen abgesandten Tychikus, den er ihnen da schickt.
Genau, auch das Trösten. Das ist ja auch so ein Thema, was er hier anspricht. Er möchte,
dass sie getröstet sind. Und wenn man den Hintergrund weiß, Paulus selber sitzt im
Gefängnis. Nicht unbedingt ein Ort, an dem man sich wünscht, wo man gerne sein möchte.
Und er schreibt hier an die Epheser und tröstet sie. Er tröstet sie. In diesem Brief kommt er
praktisch dreimal vor. Am Anfang in der Einleitung, dann in Kapitel 3 am Anfang. Führte sich nochmal
ein als Paulus und im Kapitel jetzt am Schluss, haben wir gehört, wie er sich von ihnen verabschiedet.
Also der Brief erhebt zweifelsfrei den Anspruch, dass Paulus der Autor ist. Zumindest der, der
ihn diktiert. In die Hand vielleicht eines Sekretärs oder so. Und trotzdem finden wir
immer die Situation, dass mancher sich überlegt, ob das jetzt wirklich von Paulus stammt. Wie steht
ihr zu solchen Ansätzen? Das gibt es ja immer wiederum, vor allem in der aufgeklärten Theologie.
Soll man das ernst nehmen, wenn da ein Autor angenommen wird? Oder ist das einfach nur eine
fromme Tradition, die nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen muss? Man muss sich fragen,
woher die Gedanken kommen, dass es nicht Paulus wäre, wenn es doch so explizit drin steht. Beim
Hebräerbrief steht es nicht explizit, dass man da überlegt, ob es wer anders war. Das kann man
nachvollziehen. Und trotzdem glaube ich, gibt genügend Gründe dafür, zu sagen, es ist von
ihm. Beim Epheserbrief nochmal mehr. Der Grund dafür, dass man annimmt, es sei vielleicht von
jemand anderem, ist ja, dass wir andere thematische Schwerpunkte haben, als wir es sonst kennen und
damit ein anderes Vokabular. Im Hebräerbrief wird ja auch stark mit Vokabular argumentiert.
Aber ich habe den Eindruck, einfach von dem Thema, das er sich hier gewählt hat, von den Anliegen,
die die Gemeinde beschäftigen, braucht es natürlich dann auch ein anderes Vokabular,
eine andere Ausdrucksweise. Aber ich finde von den Gedankengängen, die wir hier haben, so vieles,
was in anderen von den übrigen 13 Paulusbriefen so eng auch gegeben ist, das gleiche Thema. Zum
Teil finde ich auch wirklich die gleichen Gedankengänge, die gleiche Wortwahl, dass
man sagen muss, selbst wenn er es jetzt nicht explizit gesagt hätte, fällt es ganz schwer,
sich hier jemand anderen vorzustellen. Es ist keine Notwendigkeit gegeben. Es liegt nichts vor,
wo man sagen müsste, wenn Paulus das geschrieben hat, dann haben wir hier oder da ein Problem.
Das ist nicht der Fall. Geht es euch auch so, wenn es nicht gerade eine Bibelübersetzung ist,
die sehr gefällig ist, also die im Tonfall sehr leicht runtergeht, dass, wenn ihr wirklich eine
Übersetzung habt mit den Ausdrücken, die er gebraucht, dass es ein bisschen holprig zu lesen
ist. Es ist doch immer ein bisschen die Überwindungsbedürftigkeit. Du liest es zum
ersten Mal und denkst, was sagt er jetzt genau. Du liest es ein zweites Mal und dann versuchst du
das klar zu sehen und plötzlich wird es klar. Aber es braucht ein bisschen Anstrengung. Es ist
nicht gerade wie Zeitung lesen. Es braucht ein bisschen Hingabe. Und wer sich dem Text hingibt,
der wird auch belohnt. Der kriegt auch etwas dafür, was er durch einfach bloße drüberschauen kann.
Und das ist auch vielleicht etwas, was uns unterscheidet von dem damaligen. Ihnen waren
diese Vorbilder vielleicht zu vertraut, dass es für sie mühelos war, sie mit Inhalt zu füllen,
zu verstehen. Wir müssen hier eine Art Horizontverschmelzung herstellen, damit uns das
Vokabular auch geläufig wird. Das erschließt sich nicht von alleine. Es liegt ja auch eine lange Zeit
dazwischen. Ich denke auch, wenn hier ganz klar davon die Rede ist, gerade auch in Epheser 3,
Abvers 1, da heißt es ja ganz klar, deshalb bin ich, Paulus, der Gebundene in Christus Jesus für
euch gehalten und so weiter. Er sagt ganz klar, dass er den Brief schreit, dann dürfen wir davon
rausgehen. Davon gehen wir auch aus. Interessant finde ich die Überlegung. Ich habe hier so eine
Fußnote im ersten Vers, an wen es eigentlich gerichtet war. Da haben wir jetzt bei uns in
Übersetzungen drin stehen, die in Ephesus. Jetzt ist hier bei mir in der Elberfelder eine Fußnote
und bei anderen Übersetzungen zum Teil auch, dass es in anderen Handschriften, manche sagen in den
ältesten Handschriften, nicht enthalten ist. Und tatsächlich steht es nicht da in den ältesten,
die wir haben. Wodurch eine These aufgekommen ist, die gar nicht bibelkritisch ist, sondern die
durchaus sich deckt mit anderen Aussagen der Bibel, dass es vielleicht der Brief ist, der an die
Region Ephesus geschickt wurde, aber eigentlich an die Gemeinde Laodicea. Weil wir in Kolosser 4,16
von Paulus hören, er hat einen Brief an die Laodicea geschrieben und der soll auch in
Kolosser gelesen werden. Es soll also ein Austausch von Briefen stattfinden. Und da die Paulusbriefe sehr früh
schon ordentlich gesammelt, vervielfältigt und in anderen Gemeinden gelesen wurden, könnte man
tatsächlich davon ausgehen, dass der Brief, der an die Epheser genannt ist, eigentlich speziell für
die Laodicea gedacht war, aber die Überschrift später bekam an die Epheser, weil es die
Bezirkshauptstadt ist und weil damit klar war für diesen gesamten Bezirk der sieben Gemeinden, von
denen wir in der Offenbarung auch hören, ist das gedacht. Vor dem Hintergrund ist eben der Inhalt
des Briefes umso interessanter, weil die Gemeinde Laodicea, wenn wir in Offenbarung 3 lesen, sehen
es eine laue Gemeinde, die gerade was das praktische Leben angeht, echt Probleme hatte. Sie sagen,
sie glauben alles, theologisch scheint es zu passen, aber im Alltag setzen sie es nicht um. Und das ist,
wie ich empfinde, hier auch das Hauptthema dieses Briefes. Also da könnte man wirklich sagen,
aber innerbiblisch konsistent, vielleicht ging es eigentlich speziell an die Laodicea,
aber stellvertretend eben der Titel Epheser, weil es die Bezirkshauptstadt war. Aber wenn es um die
Autorenschaft geht, ist das eigentlich zweifellos explizit genannt. Das ist Paulus, wurde in der
alten Kirche auch nie kritisiert. Das ist Paulinisch, ja. Letzter Abschnitt, bevor wir zu den
Schlussfragen kommen, Epheserbrief als christozentrische Abhandlung. Bitte um eure
Kommentare. Wie viel Christus steckt da drin? Du merkst einfach, dass das seine Beziehung ist. Er
brennt dafür und er gibt das weiter. Und ich glaube, das ist auch dieser Brückenschlag, so wie wir das
gelesen haben am Anfang und am Ende. Diese Beziehung, die er zur Gemeinde hatte, das kann
man auch auf Gott überschlagen. Das, was mir Halt gibt jetzt im Gefängnis, was ich euch vermittle,
das ist alles, kommt von Gott. Und wenn ihr diese Beziehung habt, wenn ihr das im Zentrum habt,
dann wird es euch gut gehen und dann könnt ihr das auch weitergeben. Also wenn ich hier jetzt
einfach mal nur meine Augen so drüber wandern lasse, ich hätte es mal mit einer Wortsuche
nachschauen müssen, dann habe ich hier den Eindruck, es vergehen keine zwei Verse, ohne
dass Christus genannt wird. Das kommt so viel vor, wie vermutlich in keinem anderen Brief,
das ist ständig Thema. Alles, was Christus uns gegeben hat, was er vorhat mit uns, was wir in
ihm sind, was wir in ihm sein sollen, ständig. Interessant finde ich auch in Kapitel 4 dieses
Vers 5, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe. Er weist immer auf diesen einen Jesus Christus hin und
versucht aber alle rundherum zu befrieden, alle seine Nachfolger. Da gibt es viele unterschiedliche
Menschen, viele Meinungen, viele Strömungen vielleicht. Und er sagt aber immer, verhaltet
euch so, wie es Christus vorgelebt hat und findet dadurch zu dieser Einheit hin. Also wir haben
irgendwo diese Vielfalt in der Gemeinde, aber diesen ganz klaren Fokus auf den Einen.
Wo er eben versucht, die Leute alle zusammenzuhalten. Sich zusammenzuhalten,
damit sie sozusagen an einem Strang ziehen und für das eine Werk eben sich alle einsetzen.
Ein wichtiger Punkt auch für uns heute, dass die Verkündigung, die wir haben,
bei allem Detail, was wir verkündigen, ihre Christdozentrik nie verlieren darf. Das ist
ganz wichtig, dass die Menschen, wenn sie uns zuhören, merken, dass wir durch Jesus und durch
seine Tat inspiriert sind. Und dass egal worüber wir reden, sozusagen Jesus aus dem, was wir reden,
herauszuhören ist. Dass Jesus immer herauszuhören ist. Und da gehören halt dann auch diese Prinzipien,
der Liebe, der Geduld, des gegenseitigen Annehmens. Und wir wissen alle, dass das nicht immer leicht
ist. Und manchmal fällt es leichter, manchmal schwerer. Und niemand von uns kann sagen,
da bin ich schon Meister, das habe ich schon voll im Griff. Es ist für uns immer wieder eine
Ermutigung, dass wir hier dem, was wir glauben, auch folgerichtig Ausdruck verleihen in der Art
und Weise, wie wir darüber reden. Dass Christus aus uns heraus leuchtet. Gut, Schlussrunde. Worauf
freuen wir uns in diesem Viertel, wenn wir den Feserbrief studieren? Was sind die Sachen,
auf die ihr euch schon am meisten freut? Jeder von uns kennt den Feserbrief nicht. Das ist ja
nicht so, wie wir ihn zum ersten Mal anschauen. In so einer Gesprächsrunde entdeckt man immer
wieder was Neues, wenn man sich so ein Quartal Zeit nimmt und die Gedanken des Autors auch von
der Lektion. Ich freue mich drauf, vielleicht noch das eine oder andere jetzt zu hören oder
zu lesen, das mir einfach noch nicht aufgegangen ist bisher. Bei allem Studium, bei allem, was man
so schon über die Zeit einfach versucht hat zu begreifen, dass da noch irgendwo was kommt,
wo ich denke, wow, da ist nochmal eine neue Dimension. Das wird kommen, ja. Das wird auf
jeden Fall kommen. Das sehe ich auch so und ich freue mich auch schon drauf, weiter tiefer zu
studieren. Ich meine, die Wiederholung soll ja die Mutter der Weisheit sein. Das heißt,
manches wird bekannt sein, aber hier geht es noch tiefer. Und darauf freue ich mich in diesem
Quartal. Wir haben viel Zeit für sechs bis sieben. Vierzehn. Hast du nachgeschaut? Viel Zeit. Gut.
Also für mich ist es auch dieses, wenn ich darüber, man liest es, es ist bekannt,
man hat es gehört, man kann es gut anwenden, aber wenn man es dann für sich selber studiert,
dann geht das noch einmal tiefer und dann, ja, nicht nur für andere, sondern auch für einen
selber wieder daran erinnern und vertiefen. Genau. Ich finde, dass der Paulus im Epheserbrief
trotz seiner Komplexität noch relativ einfach ist für paulinische Verhältnisse und ich freue
mich schon auf die vergleichsweise einfache Lesbarkeit des Epheserbriefs im Vergleich
mit anderen Büchern. Und ich freue mich einfach überall dort, wo der Text zur Geltung kommen
wird und wir den Text des Epheserbriefs uns einverleiten können. Damit verbinde ich auch
ein Experiment, das ich unseren Zuhörern und Zusehern im Internet vorschlagen möchte. Und zwar,
es wird ja hier in der Lektion einmal gesagt, ein Epheserbrief durchzulesen dauert ungefähr 15
Minuten. Geben wir uns mehr Zeit, sagen wir 20. Und mein Vorschlag für uns alle in der kommenden
Woche wäre, dass wir jeden Tag diesen Brief einmal durchlesen. Jeden Tag einmal durchlesen.
Der Apostel Petrus sagt ja in seinem zweiten Brief, dass Endliches bei unserem Bruder Paulus schwer zu
verstehen sei. Und ich würde vorschlagen, wir stellen uns diese Herausforderung dadurch,
dass wir einen Text immer wiederum lesen. Und je öfter wir diesen Brief lesen, desto vertrauter
wird uns der Text werden und plötzlich werden sich viele Schlussfolgerungen von ganz allein
ergeben, ohne dass sie uns große Mühe machen. Die Erfahrung können wir aber nur machen,
wenn der Text in uns lebt. Und deshalb fordere ich euch und uns alle auf, dass wir uns mal in
einer Woche diesem Experiment stellen, dabei Gott uns einen Segen bieten und dann voller Spannung
nach einer Woche schauen, was uns passiert ist. Gott sei mit euch. Danke für eure Mitarbeit. Und
liebe Carmen, bitte bittest du mit uns zum Schluss. Danke.
Himmlischer Vater, ich möchte dir danken für dein Wort, das du uns gibst, das so reichhaltig ist,
das so immer wieder neue Facetten hervorbringt. Wir bitten dich, dass du uns begleitest, wenn wir
es studieren, dass du unsere Herzen öffnest, dass wir aufnehmen können, was du uns ganz persönlich
zu sagen hast und dass sich das in unserem Leben widerspiegelt, dass wir durch dich verändert
werden und dass dann alles möglich ist, wie wir das auch heute gelesen haben. Wenn wir das für
uns in Anspruch nehmen, dann bist du mächtig durch uns. Hilfst du, dass wir Licht sind, dass wir das
weitergeben, dass wir es für uns selbst verinnerlichen und leite du uns an. Und wir danken dir dafür. Amen.
Die zweite Lektion lautet Gottes großartiger auf Christus ausgerichteter Plan. Es geht um ein
paar Dinge aus dem Kapitel 1. Zwei Dinge möchte ich herausgreifen. Kapitel 1, Vers 7, Erlösung.
Was ist Erlösung? Da gibt es dieses griechische Wort Apolytrosis und das heißt Loskauf eines
Sklaven. Und wir merken Loskauf und Erlösung, das ist irgendwie verwandt, nicht nur im Deutschen,
sondern auch im Griechischen. Kapitel 1, Vers 13 und 14 sprechen von der Versiegelung mit dem
Heiligen Geist. Der Heilige Geist ist das Unterpfand. Andere Übersetzungen sagen die Anzahlung, die
Garantie. Ich möchte dich einladen, unsere Bibelrunde anzusehen.
