Der Deutsche Warren Buffett Hendrik Leber: Diese Aktien sind JETZT Perlen // Mission Money

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69 Videoaufrufe·30.10.2024
Dann habe ich da eine richtig große Performance.
Die sehe ich aber nicht, wenn ich bei einem Autozulieferer investiere, der gerade mit seiner Existenz kämpft.
Weil ich habe mir die Firmen rausgepickt, die etwas Interessantes zu bieten haben.
Eine Firma, die wächst mit 20 Prozent pro Jahr.
Säule geht hoch, hoch, hoch.
Die Profitabilität ist eingebaut in das Geschäftsmodell.
Da fragt man sich, was ist denn das für eine heiße Branche?
Servus und herzlich willkommen in einem neuen Video der Mission Money.
Wir sind in Frankfurt unterwegs bei einem unserer Lieblingsgäste.
Das darf ich so formulieren.
Und dieses Mal hat es auch mal wieder geklappt, dass wir uns persönlich sehen.
Das freut mich sehr.
Er ist natürlich Gründer der Vermögensverwaltung Akatis.
Herzlich willkommen und vielen Dank, dass wir bei Ihnen sein dürfen.
Ja, ein interessanter Nachmittag wird es werden.
Das will ich hoffen, das will ich hoffen.
Das hängt ganz von Ihnen ab.
Mein Beitrag ist überschaubar.
Stellen Sie gute Fragen.
Genau.
Das ist mein Teil.
Der Rest kommt dann von Ihnen.
Mal ein ganz einfacher Anstieg.
Wenn wir uns mal die letzten Monate anschauen.
Es war ein Wahnsinnsbörsenjahr, wenn man mal so ganz stumpf auf die großen Indizes schaut.
In der Realität, natürlich wissen wir auch alle, mit der nicht vorhandenen Marktbreite,
die so langsam kommt, ist das Bild natürlich ein bisschen differenzierter.
Aber in Summe war es einfach ein richtig geiles Jahr.
Ist jetzt noch eine Phase, in der man noch spannende, echt interessant bewertete Unternehmen findet?
Oh ja.
Ich gehe mal ein, zwei Wochen zurück.
Es gibt ja jedes Jahr so Herbstkonferenzen, wo die Firmen sich präsentieren.
Und gerade im Herbst sind das die auf Deutschland fixierten.
Und ein Kollege war da, nee, der Kollege war nicht da.
Er hat sich berichten lassen über die Konferenz.
Er sagte, das muss ja schlimm gewesen sein.
Deutsche Autoindustrie, Chemieindustrie und alles Mögliche, die wandern ja alle ab.
Das war ein erschütterndes Bild.
Ich sagte, ich war gar nicht auf der Konferenz.
Ich war auf einer mit interessanten Firmen.
Weil ich habe mir die Firmen rausgepickt, die etwas Interessantes zu bieten haben.
Und da gibt es reihenweise gute Firmen.
Deutschland ist ja auch so ein bisschen, wenn ich jetzt über Deutschland spreche,
ein bisschen das Land der verborgenen Champions.
Also wenn man ein Auto ansieht, dann sieht man vielleicht eine schicke Marke,
aber unten drunter ist viel deutsche Technik.
Und wenn ich mich auf Deutschland beziehe, ja, da gibt es interessante Firmen.
Nicht so wahnsinnig viele, aber richtig gute, Perlen.
Und auch weltweit habe ich das Gefühl, da gibt es spannende Dinge zu entdecken.
Wir lassen uns im Moment so ein bisschen täuschen von diesen großen Magnificent 7, 8, 6 oder wie viele es auch sind.
Aber dahinter ist ein ganz breiter Markt, der positiv unterwegs ist.
Aber man kann ja schon sagen, also wenn wir jetzt mal zum Beispiel rübergehen in den USA,
klar, da haben wir eben diese Unterschiede.
Mach 7 oder Fab 4, ist egal.
Und der Rest der Markt ist natürlich lange nicht so richtig mitgelaufen.
In der Breite, und wir wollen natürlich immer uns die Perlen nachher raussuchen,
aber in der Breite ist auch der normale Markt okay bewertet.
Klar, die Großen sind ein bisschen davongelaufen,
aber der Rest ist jetzt auch nicht so, dass man sagt, alle so super Schnäppchen.
Der Markt ist ja so, die Boote haben sich ja ein bisschen gehoben
und man ist so ein bisschen im langjährigen Schnitt, schnappt es drüber und das war es.
Ja, wobei ich glaube auch, wenn man klug hinguckt,
sieht man eben auch Wachstumsraten, die was hergeben.
Das Zinsthema ist ja immer wieder ein Thema.
Und man betrachtet immer Zinsen und der Einfluss auf ein Unternehmen und tut denen das weh oder nicht.
Viel wichtiger ist eigentlich der Blick vom Anleger aus.
Was habe ich denn eigentlich vor mir auf dem Tisch, woraus kann ich auswählen?
Und jetzt habe ich eben Zinspapiere, die bringen so 3% oder vielleicht in den USA mal 6%.
Wir sagen, das ist die eine Alternative, dann habe ich die andere Alternative.
Das ist die Aktie, was bringt die mir eigentlich?
Und egal jetzt auf welchem Kursniveau ich einsteige,
wenn ich eine Aktie habe, die 10 bis 15% wächst in den nächsten Jahren
und ich kann so vielleicht 5 Jahre dabei bleiben,
dann habe ich da eine richtig große Performance.
Die sehe ich aber nicht, wenn ich bei einem Autozulieferer investiere,
der gerade mit seiner Existenz kämpft oder um seine Existenz kämpft.
Das heißt, je nachdem, wie ich drauf gucke, finde ich wirklich Segmente,
die haben ein ordentliches Wachstum vor sich.
Am Ende treibt das Wachstum dann den Wert der Firma,
auch wenn ich ein bisschen teurer eingestiegen bin
und aus den freien Cashflows, die die Firma dann generiert, kann ich gute Rentiten erzielen.
Was sind das für Segmente, wo man wirklich Wachstumspotenzial sieht?
Natürlich das große Schlagthema KI, das ist natürlich eines.
Gibt es so Segmente tatsächlich, wo man sagt, da ist einfach viel Musik?
Darf ich Ihnen mal ein Weltbild kurz erläutern?
Drei große Kreise, wenn ich die hier auf den Tisch ziehen könnte.
Ein Kreis ist der ganze Bereich Künstliche Intelligenz.
Ein zweiter Kreis ist für mich der ganze Bereich Medizin, Gesundheitswesen.
Der dritte Kreis ist der Bereich Infrastruktur.
Was ich selber mal für mich rausgesucht habe, da gibt es die Pure Plays natürlich.
Da gibt es eben die Firmen, die machen nur Pharma oder sowas
und Firmen, die bauen nur Bahnstrecken.
Aber in den Schnittmengen wird das interessant,
wo die KI auf die Gesundheit stößt, wo die KI auf die Infrastruktur stößt.
Ich fange mal mit Pure Plays an.
Ich habe euch einen Chart gezeigt von einer Firma, die wächst mit 20 Prozent pro Jahr.
Säule, geht hoch, hoch, hoch und ist zwar nicht ganz profitabel,
aber die Profitabilität ist eingebaut in das Geschäftsmodell.
Dann fragt man sich, was ist denn das für eine heiße Branche?
Und das ist die Branche, die Mülldeponien von ihren Abgasen befreit
und diese verkauft ans öffentliche Gasnetz.
Das ist ein Ansatz, wo ich wirklich mit den Förmchen da praktisch meinen Teig auspresse und backe.
Also Cookie-Cutter-Approach sagt man auf Englisch.
Wo ich denke, wow, in einer alten Branche.
Dann habe ich zum Beispiel den Bereich Künstliche Intelligenz und Medizin.
Und da hatten wir gerade diese Woche die Firma Oxford Nanopore zu Besuch.
Die machen Gensequenzierung.
Und zwar, indem durch kleine Löcherchen die Gene durchgezogen werden
und beim Durchziehen kann man sie sozusagen entschlüsseln.
Und dann gehört die Datenbank dazu.
Was habe ich denn eigentlich für Gene da vor mir?
Und die KI hängt direkt in dem Apparat drin und kann mir sagen, was ich da eigentlich gerade analysiert habe.
Und so kommen da unglaubliche Dinge zusammen.
Das nur als kleine Idee.
In diesen drei Themen und speziell an den Schnittmengen finden sich tolle Chancen.
Ich meine, das wird ja ohnehin das ganz spannende große Thema der nächsten Jahre werden.
Natürlich reden wir jetzt alle über NVIDIA und Microsoft und Co.,
die jetzt diese ganzen riesen Investitionen anschieben.
Aber das Spannende wird ja, wie immer, in diesen industriellen Revolutionen und Umbrüchen dann,
die, die dann nachher davon profitieren.
Und das kann vom Industriekonzern über den Pharmakonzern, die die KI anwenden.
Und da ist ja eigentlich das, am Ende des Tages das wahre Potenzial.
Ja, auch die wahren Chancen, wahre Gefahren.
Gestern Abend hat mir ein Anwalt einen Text zugeschickt.
Ich habe den in die ZGPT reingepackt und sagte, ist das stichhaltig, was hier steht?
Und er hat gesagt, Punkt eins, plausibel, Punkt zwei, plausibel, Punkt drei.
Richtig gut argumentiert.
Da frage ich mich, das Anwalt, das junge Anwalt, der noch keine Lebenserfahrung hat.
Puh, das hätte ich so schnell nicht hinbekommen.
Und dann merkt man, wie das in viele Berufe reingeht.
Ich kann es mir beim Architekten vorstellen.
Hier bei uns im Haus Softwareentwicklung.
Also Kollege, ich habe jetzt am Nachmittag mal mit ZGPT mir kurz ein Programm geschrieben.
Wow, dafür hast du früher ein Programmierer gebaut.
Also manche Leute bereichert es, für manche bietet es Gefahren.
Es wird auf alle Fälle mehr zusammenfließen an Informationen.
Und das ist natürlich, Sie sind ja auch Vorreiter schon.
Sie arbeiten ja selber auch im Haus immer sehr viel mit KI.
Wir haben gerade eben schon ganz kurz im Vorgespräch so ein bisschen darüber gesprochen,
dass da eben natürlich auch wahnsinnig viele Möglichkeiten gibt,
vor allem im Bereich, okay, finde und analysiere mir mal Unternehmen natürlich auch auf andere Art und Weise.
Und auch schon ganz real, dass auch zählbarer Erfolg dabei rauskommt.
Genau. Und das kann ich auch wirklich klar vergleichen.
Also es gibt so Standardprogramme in der AI.
Also FinBert ist eins für Textanalyse.
Und da kann man rauslesen aus den Transcripts, also das sind die Investorengespräche,
wie so die Stimmung ist.
Wir unterscheiden jetzt Stimmung zwischen dem Management und Stimmung der Analysten,
wer hat die bessere Stimmung.
Das war vor drei Jahren ungefähr.
Das ist das Signal bei uns in unseren KI-Modellen drin.
Wir haben gesagt, wir können aber mit den neuen Modellen viel, viel klüger rangehen
und nehmen jetzt etwa 500.000, oder haben das gemacht bereits, 500.000 Unternehmensgespräche
und stellen ganz spezifische Fragen.
Und eine meiner Lieblingsfragen, hat diese Firma eine Art Wow-Effekt?
Das gibt es manchmal, dass eine Firma sagt, wir haben eine irre Erfindung gemacht und so weiter.
Und das ist nämlich ein Wow-Effekt.
Die KI findet mir solche Sachen raus.
Also eine ganz neue Qualität noch.
Das ist natürlich eine ganz andere Ebene, als ob wir sagen,
okay, ich finde mal in Relation zu dem Restmarkt eine Unterbewertung oder so.
Da reden wir ja von ganz anderen Geschichten.
Und ich rede effektiv über die Zukunft, die da besprochen wird.
Wenn ich heute Zahlen analysiere und dann vielleicht noch ein Jahr Analystenerwartung dazu packe,
dann habe ich einen recht kurzen Zeitraum.
Wir planen in den nächsten Jahren, in folgenden Ländern auszuweiten
und sehen, wie die Kundenzahl sich entwickelt.
Das sind Zukunftszahlen.
Wenn wir mal ein bisschen in der kürzeren Frist bleiben und die nächsten Monate uns anschauen,
sollte doch eigentlich allen von den Abgewürbern mal die Big Tech und so weiter weglassen.
Jetzt kommen wir in so ein Momentum, wenn es denn so kommt.
Wir sehen wieder steigende Gewinnwachstumszahlen, vor allem in den USA, auch in der Breite.
Ab dem nächsten Quartal, wenn man mal so die Konsensmeinungen so dahernimmt,
werden natürlich KI so langsam normalere Wachstumsraten haben bei den klassischen, großen Mac-7-Unternehmen.
Ich glaube, wir bleiben bei den großen.
Wir bleiben bei den großen, bevor wir dann auf die spannenden Kleinen kommen.
Das wiederum ist ja eigentlich ein sehr gutes Umfeld für alles, was eben hinter diesen paar Big Caps ist.
Also wir kriegen eine Wachstumsdynamik, offensichtlich sieht das im Moment so aus,
als ob wir nicht in einer Rezession marschieren in den USA.
Das heißt, das ist ja eigentlich dieses Ding, wo wir so langsam aber sicher ins Bootheben kommen.
Da wundere ich mich auch immer darüber, dass jeder sagt, wird das eine weiche Landung, eine harte Landung sein?
Ich sehe keine Landung.
Ich sehe auch keine Landung.
Ich sehe schon durchaus, dass manche Branchen einfach harte Zeiten durchleben.
Auch beim Hausfonds können sich die Hausbesitzer das alles leisten, können die auch sich neue Autos leisten.
Klar, da gibt es schon Dellen, aber diese Fundamentalkräfte, die wir da gerade erleben,
in der KI oder in der Infrastruktur, die sind so immens stark.
Die schlagen alles, was so ein bisschen an Stimmungsbilder drin steckt.
Wie wichtig ist es monetär aus Ihrer Sicht im Suchen und Finden von guten Unternehmen?
Im Unternehmen oder bei der KI?
Für Unternehmen, wenn Sie spannende Unternehmen suchen.
In welchem Umfeld sind wir gerade?
Ich meine, wir haben jetzt den Umbruch in die Zinssenkung.
Die ist manchmal vielleicht ein bisschen euphorisch, manchmal ein bisschen weniger euphorisch.
Aber in Summe wird es natürlich vielen Unternehmern helfen, wenn die Zinsen wieder runterkommen.
Wie wichtig ist dieser Effekt für Sie im Suchen nach Unternehmen, nach Schnäppchen?
Ja, so ein bisschen.
Aber die Zahlen helfen mir da nicht allzu viel.
Es hilft mir vielmehr die Information zum Beispiel, dass Private Equity Exit-Probleme hat.
Also für einen Privatanleger, Private Equity Firmen kaufen Firmen im großen Stil,
bauen die um, verkaufen sie weiter.
Am liebsten über die Börse, dann haben sie das Geld und dann wird es ein paar Jahre später wiederholt.
Wenn die Börse sagt, ich habe kein Interesse an euren Firmen, dann steht Private Equity da,
hat das Geld untergebracht, kann die Investoren nicht ausbezahlen und da klemmt es im Moment.
Ich beobachte es auch in der Venture Capital Szene, in welchen Gebieten Firmen sich wie sauer Bier anbieten.
So eine Euphorie, dass man eine Milliardenbewertung hat und man hat noch gar nichts produziert.
Das ist seltener geworden.
Das sind mehr die Stellen, wo ich hingucke, in welchem Umfeld bewegt sich die Firma.
Eine Firma, die ich liebe, vom Grundsatz her, hat steigende Kundenzahlen,
mehr Umsatz pro Kunde, mehr Produkte pro Kunde und ist über den Break-even-Punkt hinaus.
Und da habe ich so ein Beispiel einfach.
Nehmen wir so eine Firma Uber, die ich selber vor ein paar Jahren testweise inzwischen regelmäßig benutze.
Jeden, jedes, ich weiß gar nicht in welchem Rhythmus, ich glaube sie haben etwa 160 Millionen Kunden,
aber da kommen immer wieder 10 Millionen Kunden dazu und nochmal 10 Millionen.
Und dann hat es nicht nur die Fahrten, sondern hat auch die Essenslieferung.
Das heißt, aus dem Kunden mache ich immer mehr und mehr und mehr.
Wenn ich das sehe und wir haben über den Break-even-Punkt überschritten,
dann ist das einfach Bargeld in die Firmenkasse rein.
Und ob die Zinsen dann ein Prozent höher oder niedriger sind, macht gar nichts aus.
Bei Biotech ist es etwas anders, weil die lange planen müssen und viel Geld für lange Zeit aufnehmen müssen.
Wenn das Geld nicht zur Verfügung steht, dann haben die Schwierigkeiten.
Das sieht man ganz deutlich.
Aber es ist weniger das Zinsniveau, sondern ist der Markt gerade geöffnet oder geschlossen für diese Firma?
Ja. Ist der Markt so wahnsinnig offen im Moment?
Also Sie haben es schon angesprochen, wenn Private Equity und vor allem Venture Capital schon so wahnsinnige Schwierigkeiten hat?
Nein, im Moment ist er auf der Private Seite, also da, wo die Fonds investieren, die nicht börsennotierten Fonds,
ist es eher ein bisschen verstopft.
Und die Börse, ehrlich gesagt, wollen Sie wirklich in Deutschland an der Börse sein?
Nein.
Und deutsche Behörden und deutsche Vorschriften und dann noch diese lästigen Investoren,
die immer alles missen wollen, und dann der Kurs, der runtergeht, obwohl man doch gute Nachrichten hat,
das ist auch ein mühsames Geschäft.
Das ist aber die Chance für mich.
Als Konträrer an dir kann ich sagen, ich nutze alle diese Gelegenheiten.
Wenn jemand anders die Firma nicht haben möchte, ich kaufe sie gerne.
Aber man, finde ich, hat natürlich schon, also in den USA zumindest, dieses Phänomen,
dass es viele richtig spannende, auch große Unternehmen, Start-ups, die jetzt nicht mehr so richtig als Start-up gelten,
mir würde da so eine JGPT-Firma einfallen, die drängt es gar nicht mehr in die Börse.
Weil es immer noch, oder es gab die letzten Jahre, das kann sich jetzt wieder ändern,
eben sehr viel Private-Equity-Geld gab, die dann sagen, warum sollte ich mir den ganzen Kladderadatsch,
den ich habe, den ich mir mit dem Börsengang ins Haus hole, warum soll ich den mir ins Haus holen, wenn es ohne geht?
Ja, oder noch eine andere Perspektive aus der Strategiesicht heraus.
Ich habe neulich mit einem Vorstandsvorsitzenden gesprochen, der sagt, ich habe im Moment so viele Pläne,
ich möchte in den USA da was dazu kaufen, in Dänemark das dazu kaufen,
ich möchte jetzt in einen anderen Sektor noch vorstoßen, hat ganz klare Ideen.
Und dann kommt so ein Analyst und sagt, wie ist die Gewinnaussicht für das nächste Quartal?
Und wenn er das alles weglässt an Plänen, steht er besser da.
Und da bietet Private-Equity oder Venture-Capital die Gelegenheit, diese großen Pläne umzusetzen.
Auch bei einer Open-AI, also JGPT, wenn die gezwungen werden, von der Börse mal Profite endlich abzuliefern,
dann sind die tot von der Entwicklung her. Die müssen viel Geld in die Hand nehmen.
Und gerade aktuell haben wir ja so einen Wettkampf, ein Wettrüsten im Grunde in dieser KI-Szene.
Die Modelle werden größer, werden teurer, kosten nicht mehr 100 Millionen im Training, sondern 10 Milliarden.
Ich brauche riesige Rechenzentren.
Ich kann mir sagen, ich spare mir das Geld, aber dann bin ich draußen.
Dann habe ich das Spiel strategisch verloren.
Das ist ja das, was der Microsoft-Chef mal gesagt hat, auf die recht lapidare Frage,
wann sich denn eigentlich diese ganzen KI-Investitionen rechnen.
Er sagt, das weiß ich nicht. Ich weiß aber nur, dass ich es mir nicht erlauben kann, sie nicht zu betätigen.
Und alles andere wird man dann eben sehen.
Und es war auch spannend, ich weiß nicht, ob Sie den Namen Alex Karp kennen?
Ja, klar, natürlich.
Der Chef von Palantir.
Palantir.
Sie sagten mal im Interview, da fragten alle, das ist so ein Gewinn und so bei Ihren Verträgen.
Erst mal sozusagen hole ich mir den Marktanteil, der ist im Moment 100 Prozent in dem Segment.
Und dann können wir immer noch über die Gewinn- und Verlustteilung reden.
Dann können wir schon immer noch mal ein paar Schrauben drehen und ein paar Prozent rausholen.
Der Punkt wird dann noch kommen.
Genau, ja.
Und dieses strategische Denken ist an der Börse gerade auch mit dieser Kurzatmigkeit und den Quartalsberichten ist verloren gegangen.
Was sehr schade ist, gerade in so Zukunftsthemen, in denen man ja eigentlich auch gerne dabei sein möchte,
da dann irgendwie spannende Unternehmen zu finden, die tatsächlich auch am Kapitalmarkt sind
und für jedermann auch zu kaufen sind.
Und wir sehen es ja auch an der Biontech.
Also wenn ich jetzt von KI mal weggehe Richtung Biotech rüber.
Das Programm, das sie haben, ist seit Jahren nicht fast das gleiche,
aber es sind die gleichen Medikamente, die dann durch Phase 1, 2 und 3 durchgehen.
Und die Börse sagt, interessiert mich überhaupt gar nicht.
Was hast du denn heute?
Und die ganze Aufmerksamkeit ist bei Abnehmdrogen, DLP1, Algonisten, Antagonisten, ich bringe es immer durcheinander.
Wir wissen alle, was gemeint ist.
Da ist ja Profit und das mache ich gerne.
Und wenn du was in der Zukunft hast, komm wieder, wenn du soweit bist, bis dahin interessierst du mich nicht.
Was natürlich eben, und da kommt natürlich immer die Stärke des langfristigen Value Investors,
der sagt, das ist der Moment, wo ich am liebsten jetzt mir die Tasche voll mache und dann setze ich es aus.
Ganz genau.
Und freue mich dann.
Und das machen wir auch.
Man muss ja mal die Beziehung zu unseren Kunden sehen.
Da gibt es Kunden, die sagen, das war mal ein schwaches Jahr jetzt und ich wollte nicht mal was tun.
Und die Versuchung ist dann schon groß, zu sagen, okay, ich nehme die Marke in den Titel, da mache ich nichts verkehrt.
Nur, wenn ich die langfristigen Erfolge haben möchte, brauche ich auch Kunden, die langfristig denken.
Und nach einer Zeit bildet sich das raus.
Wir haben die Kunden, die wir verdienen und das passt gut zusammen.
Aber auch die müssen manchmal lange durchhalten, wenn der Nachbar den ETF da hat auf dem Weltindex.
Das sieht toll aus.
Und er muss abwarten, bis seine Biotech-Aktien was werden.
Ja, das ist ja auch die Diskussion, die ich den letzten zwei Jahren bei ganz vielen Anlagestrategen,
die eben breiter aufgestellt sind und so Basis-Investments machen, immer sagen,
am Anfang des Jahres muss man natürlich jedes, also dieses Jahr am Anfang des Jahres,
letztes Jahr am Anfang des Jahres, konnte man nicht mit,
also wenn man andere Leute Geld verwaltet und Verantwortung dafür hat,
nicht sagen, ja, machen jetzt mal All-In von drei, vier Tech-Aktien und lassen es laufen.
Was der simpelste Weg gewesen wäre, hinterher sagt ja immer jeder, ja, guck mal, das war doch einfach.
Oder du hast dich einfach ein Nasdaq-ETF gekauft.
Das geht halt normalerweise nicht.
Das Gewichtungsthema.
Wir haben ja Regularien, wir dürfen nicht mehr als x Prozent von einem bestimmten Titel haben.
Wir haben gerade aktuell, gerade heute das Problem, die China-Aktien sind ja bombastisch gelaufen.
Wir haben in einem Fonds teilweise 39 Prozent Rendite gehabt dieses Jahr.
Aus dem Nichts heraus.
So, und dann schießen die Titel alle über die 10-Prozent-Grenzen raus.
Und dann müssen wir die abverkaufen, obwohl man sagt, eigentlich geht es mir richtig gut.
Könnte man schon noch ein bisschen laufen lassen.
Das darf man auch nicht vergessen, wenn wir so die Indizes angucken.
Wir sind in Regulanten, das ist auch gut.
Weil das schützt am Ende den Anleger.
Genau, das ist ja auch einfach so ein Risikopuffer, der man sich da irgendwo auch reinholt durch Systematik.
Genau.
Ganz schumpf.
Weil jeder natürlich kann nicht wissen, was exakt morgen so alles passiert oder nächste Woche am Markt.
Schauen Sie sich so auch in der Industrie überhaupt noch um?
Wir haben jetzt sehr große, wenn wir mal hier in Deutschland sind, sehr große Diskussionen.
Und die werden auch, die sind nicht umsonst natürlich gegeben.
Ja.
Aber wissen wir auch, dass natürlich am Ende des Tages die Welt halt verrückt nicht untergeht.
Ja.
Und oft morgen auch wieder die Sonne scheint.
Ja, das ist ein bisschen auch der Bereich Infrastruktur.
Ja.
Also da gehört unter anderem auch Robotik dazu zum Beispiel.
Also da sind wir engagiert.
Dann die ganzen grüne Erneuerung, die kommt.
Also kennen wir zum Beispiel Prismian mit den Stromnetzen, die müssen irgendwie verbunden werden.
Da gibt es eben Kabelhersteller, die machen das.
Es ist langweilig, aber es ist Industrie und es wächst wie verrückt.
Das ist ja das, was man will.
Langweilig oder nicht, ist ja egal.
Das ist keine Kriterium.
Oder eine Firma, die ich interessant fand, die ich noch nicht näher studiert habe und noch nicht habe, Jenoptik.
Jenoptik kann ich von den Radar fallen.
Naja, dann braucht man immer so einen Moment, um das zu überwinden.
Ja, genau.
Schweinehunder.
Und ich dachte immer, in der deutschen Industrie sind es zwei Firmen, die speziell für die Chipfertigung wichtig sind.
Das ist die Zeiss mit ihren Spiegeln und die Trumpf mit ihrer Lasertechnik, die dann gucken, dass man Wellenlängen hinkriegt,
die kleiner sind als das Licht und damit auch in die Chipfabriken reingehen.
Unverzichtbar.
Ich wusste nicht, dass eine Firma wie Jenoptik die Inspektionen dieser ganzen Sachen macht.
Das wird dann produziert und dann nachträglich untersucht, ob auch alles in Ordnung ist.
Und da denkt man auch, deutsche Industriefirma weiß kein Mensch, dass sie so zentral sind.
Oder eine andere Firma, die VAT-Gruppe in Österreich ist es, also an der schweizerisch-nichtdeutschen Grenze.
Ich habe mal den CEO erlebt, der sagte, nachlassender Chip-Boom macht mir doch nichts.
Ohne unsere Geräte geht es ja nicht und dann kommen die ein Jahr später und wir produzieren dann unsere Vakuum-Technik dafür.
Der war so entspannt, weil er sagte, ohne uns läuft da gar nichts.
Wenn wir nicht liefern, ist die Chipindustrie tot.
Und das sind so Einsichten, wo man hat, das sieht aber langweilig aus mit Vakuum und dicken, schweren Metallanlagen,
die dann dicht gemacht werden. Ganz entspannt, Chipindustrie und so, mitten hier unter uns.
Also sieht man eben doch, es ist noch Hoffnung im deutschen Industriewesen.
Ja, aber man muss wirklich gut hingucken. Man muss auch gut verstehen, wovon die abhängig sind.
Infineon kennen wir doch alle. Einer meiner Lieblingsaktien.
Und die hängen ja an der Autoindustrie. Und speziell an dem elektrischen Auto und speziell an dem Elektroauto selber.
Weil das ist ja nicht mehr so ein Autoradio, das man fast mit einer Taschenbatterie betreiben kann,
sondern das sind große Ströme, die das Auto antreiben.
Da ist ja Infineon stark in der Steuerung dieser Leistungselektronik.
Und dann sagte der, in jedem Rechenzentrum sind sie drin.
Und die Zahl der Rechenzentren wird sich vervierfachen in den nächsten Jahren.
Und überall ist er dabei. Ich meine, ich hatte da immer Auto gedacht, aber tatsächlich ist es Rechenzentrum.
Also auch da wieder klassische Industrie, die aber in diesen Bereichen profitieren kann.
Ja, es ist interessant. Man muss schon tiefer schauen natürlich heutzutage bei all dem Getöse, das wir da haben.
Und über den Zustand der deutschen Wirtschaft und der deutschen Industrie natürlich vor allem.
Aber es gibt sie halt dann doch nach wie vor, diese Hidden Champions.
Oder was langweilig ist, wir hatten ja diese drei Themengebiete und nochmal Medizin.
Da gibt es zwei Firmen, Gerritsheimer Glas und Schott Pharma. Die machen beide Ampullen für Spritzen zum Beispiel.
Läuft ganz gut, weil zum Beispiel diese Abnehmspritzen sind Spritzen.
Der Trick besteht darin, die nicht mehr sozusagen aus der Fabrik dahin zu liefern,
sondern vorher zu sterilisieren und abfüllfertig zu machen.
Also dass die Pharmaindustrie die gar nicht mehr reinigen muss, sondern einfach direkt rein in den Produktionsprozess.
Oder aus Plastik herzustellen. Und diese Zahl der Medikamente nimmt zu,
weil alle biologisch hergestellten Medikamente einfach ein großes Wachstum haben.
Und die profitieren einfach von der Qualitätssteigerung im Portfolio.
Die haben jetzt einen Durchhänger und das wird vielleicht noch ein Jahr dauern,
aber der Grundtrend, der darunter liegt, ist da, wo man denkt, was für eine langweilige Branche.
Aber es ist eben doch keine so wahnsinnig langweilige Branche, es ist relativ ein Musiktrend.
Sind Sie noch viel in Japan unterwegs?
Ich gehe nächstes Jahr wieder in den Februar und freue mich wahnsinnig drauf.
Das war natürlich jetzt auch ein verrücktes Jahr für den japanischen Aktienmarkt.
Endlich ist er aus dem Dornröschenschlaf erwacht sozusagen.
Und dann gab es natürlich jetzt auch mal so ein paar Turbulenzen und ein reinigendes Gewitter.
Ist das für Sie jetzt noch ein richtig attraktiver Markt nach alledem?
Man diskutiert sich so aus. Das war ja in der Zeit Everybody's Darling,
da haben wir schon oft drüber gesprochen.
Und das hat jetzt doch einige auch wachgerüttelt mit den Carriage Rates
und natürlich auch mal ein bisschen auf die Nieren schauen.
Und dann ist aber die Hälfte nicht mehr so euphorisch wie noch vor einem halben Jahr.
Also es ist ein bisschen erschreckend, dass diese kleine Zinsanpassung dazu führte,
dass plötzlich Währungsräume ins Ungleichgewicht kommen.
Da hat man manchmal das Gefühl, welche Zauberkünstler sitzen da eigentlich und sagen,
ein Viertelprozent mit Zins, ich hole das Geld jetzt wieder zurück aus Amerika.
Und was ich aber spannend finde, ist der Yen ist günstig, also man kauft sich gut ein.
In manchen Branchen ist Japan unverzichtbar.
Da ist auch wieder Computertechnik zum Beispiel, Wassertechnik und solche Themen.
Und die japanischen Produkte sind die besten in der Welt.
Aber auch da gilt es gut hinzuschauen.
Japan ist eine überalterte Gesellschaft wie Deutschland auch.
Manche Prozesse sind wahnsinnig steinzeitlich noch und manuell.
Und die fangen erst in den letzten Jahren an wirklich effizient zu werden.
Und ein Kollege sagte mir das auch gestern bei unserer gestrigen Sitzung hier.
Er sagte, die fangen jetzt an mit den ERP-Systemen, also was eine SAP anbietet,
um mal zu gucken, was haben wir eigentlich so im Sortiment, was brauchen wir eigentlich,
wo liegt denn das eigentlich rum?
Also die Effizienzsteigerungen, die der japanischen Wirtschaft bevorstehen, sind auch noch sehr, sehr groß.
Ich gehe gerne da rein in Spezialthemen in Japan, nicht im japanischen Binnenmarkt,
sondern in die Exportfirmen, die einfach eine gute Position haben.
Ich könnte mir natürlich vorstellen, man redet ja natürlich, wenn man den Markt an sich jetzt nimmt,
natürlich immer über dieses ganze Aufdröseln sozusagen der Japan AG,
also dieses Gegenstück für Deutschland mit diesen ganzen neuen Corporate Governance Regeln,
dass da natürlich wahnsinnig viel schlummert, weil man natürlich riesige Konzerne hat,
die immer so ein paar feine Filets eigentlich haben, die dann jetzt irgendwann mal zum Vorschein kommen.
Und das ist was, was in Japan natürlich unfassbar riesig ist,
dieses alles ist unter einem Konzernmantel.
Das ist ja viel unvorstellbarer, als das in Deutschland und den USA vor 20, 30 Jahren noch der Fall war.
Man sieht es gar nicht.
Ich war bei einer Autoelektronikfirma, ich glaube, das war letztes Jahr,
und die hatten unglaublich viele Teile.
Und ich habe gesagt, wer entscheidet bei Ihnen eigentlich darüber,
ob Sie ein bestimmtes Teil für das Autoradio oder sowas produzieren?
Die sagten, wenn der Kunde es haben möchte, dann machen wir das.
Also gar nicht, wenn man sagt, rechne ich dich das, sondern der Kunde kommt und so.
Weil die mit einem Großkonzern zusammenhängen.
Und da sagt man nicht nein.
Also das sind ja nicht mal unternehmerische Beteiligungen,
sondern einfach nur, das ist ein Ökosystem, das sich gemeinsam entwickelt hat,
wo es so nicht auf die Kosten ankommt, sondern wird ...
Und wenn das durchgehackt wird und wenn die Firmen effizienter werden,
dann gibt es auch da noch Schüler.
Und dann natürlich findet man dann auch die Einzelperle, die es eben jetzt nicht gibt,
weil sie in so einem Riesenkonzern keine Rolle spielen.
Ja, oder wenn es rausgelöst wird, hat es plötzlich eine neue Eigendynamik,
was man häufig sieht.
Okay, also Japan bleibt auf jeden Fall ein spannendes ...
Ein wunderbares Land, ja.
Ja, von der menschlichen Seite und ...
Aber auch von der Ingenieursleistung, die man da sieht.
Ich denke immer nur noch zurück an einen Besuch auf der Halbleitermesse in Tokio.
Ich war da in der japanischen Gruppe unter Japanern, das war schon mit Übersetzer,
aber es ist schon ein eigenartiges Gefühl.
Und ich war bei der Disco Corporation auf dem Stand
und die haben die Oberfläche ihrer Computersiliziumscheiben da gezeichnet.
Wie sie die messen, wie genau.
Und man ist einfach nur hin und weg mit welcher Präzision die Japaner arbeiten.
Und das haben wir uns in Deutschland ein bisschen abgewöhnt.
Das wollte ich gerade einschieben.
Das muss man nicht feststellen, was ist mit unserer Ingenieurskunst.
Wir sind ganz schön stehen geblieben in vielen Bereichen.
Überall natürlich.
Was mir Sorgen macht, die Schluterigkeit, die sich so reinschleicht irgendwo.
Ganz ein böses Beispiel, aber bei meinen Kollegen in der Verwandtschaft
wurden die Proben in der Onkologie vertauscht.
Falsche Diagnose, oder?
Genau, ja.
Und das liegt möglicherweise daran, dass wir von der Arbeitsethik her
nicht so mehr sind, wie wir es mal waren.
Und ich weiß nicht, wie Sie gekommen sind,
wenn Sie mit der S-Bahn vom Bahnhof gekommen sind.
Mal fährt die Rolltreppe, mal fährt sie nicht.
In anderen Ländern, Japan, Schweiz, fährt sie immer.
Ja, das ist beworben.
Bloß auf der langen Strecke, wir sind aus München mit dem Zug gekommen
und dürfen heute auch wieder heimfahren.
Und wir haben gesagt, aus all unseren Trips ist es ein Running-Gag
der letzten Jahre und wir sind immer doch häufiger mal mit dem Zug unterwegs.
Es ist immer 50-50 statistisch mittlerweile.
Also eine Fahrt geht einigermaßen pünktlich, die andere wird eine Katastrophe.
Hinweg war dummerweise pünktlich.
Mal schauen, wie das heute Abend wird.
Ich werde mich nicht überraschen.
Ich glaube, dass die Deutsche Bahn auch besser wird.
Dann haben wir da Infrastruktur und KI.
Die Deutsche Bahn hat ja das Projekt Digitale Schiene.
Also im Moment traue ich ihr nicht viel zu, aber ich glaube,
sie machen dann doch einiges.
Und Digitale Schiene arbeitet mit NVIDIA und mit Bentley Systems zusammen,
um das gesamte Schienennetz in der physischen Infrastruktur
elektronisch zu erfassen.
Und wenn da die Schraube sich lockert, dann wissen die das im digitalen Zwilling.
Ich staune immer darüber, dass der Zug 20 Minuten verspätet ist,
aber die Anzeige im Zug noch die falsche Zeit zeigt.
Woher hat die eigentlich ihre Information?
Das frage ich mich auch oft.
Warum die nicht wissen, wo ihr Zug ist.
Und warum hat der Schaffner was anderes als der Lokführer,
als die Schaltzentrale, als die Bahnhofsansage?
Allein diese Daten zusammenzufügen, wird wieder Qualitätsfortschritte bringen.
Und das betrifft die Deutsche Bahn, betrifft das auch die Behörden?
Ich wollte gerade sagen, wenn quasi die Gesellschaft
und vor allem natürlich auf der Entscheidungsebene,
sowohl politisch wie auch in der Wirtschaft, bereit dazu ist, das auch zu tun.
Noch hat man immer das Gefühl, der Druck scheint immer noch nicht groß genug zu sein,
um innovativ zu werden.
In den Behörden, meinen Sie?
In den Behörden, wie auch in ganz vielen alten, verkrusteten Unternehmen.
Wie auch in der Politik.
Wobei die Entscheidungen werden jetzt schon getroffen.
Ich habe neulich erfahren, dass Miele in die Schweiz geht,
weil die Arbeitskosten in der Schweiz niedriger sind als hier.
Da wird es verrückt.
Ja, weil die Schweizer sind flexibler, arbeiten länger, weniger Ferien.
Und diese Flexibilität, die bringt.
Und wenn hier immer die Homeoffices sind und Brückentage,
der Output ist nicht so gewaltig.
Und dann höre ich gleichzeitig, dass in Griechenland die Sechstagewoche eingeführt werden soll
oder vielleicht auch schon eingeführt ist.
Die packen an.
Das Leid, das ökonomische Leid wird kommen, nachdem die Politik es verstanden,
bevor die Politik es verstanden hat.
Die Umsiedlungen von deutschen Fabriken in andere Länder, die wird jetzt eingeleitet,
wird aber erst in zwei, drei Jahren eine Wirkung haben.
Also das ist schon drastisch.
Ich denke auch an deutsche Behörden.
Die deutschen Behörden sind ja ein Teil des Problems.
Ob das die Ausländerbehörde ist, was für Formulare braucht man da eigentlich?
Wenn ich mir vorstelle, dass in deutschen Behörden Aktenberge liegen,
dieser Aktenberg ist verhindertes Bruttosozialprodukt.
Wäre dieser Aktenberg abgearbeitet, würden draußen die Bagger laufen.
Und allein wenn man eine Regel machen würde, dass die Genehmigungszeiten sich halbieren müssten,
und sonst gilt es als genehmigt, wird es sofort zu einem ökonomischen Boom auslösen.
Das ist das einfache Ding.
Aber genau, das ist etwas, wir reden ja seit so vielen Monaten, Jahren jetzt schon darüber,
aber es ist tatsächlich so, es muss der Schmerz erstmal so groß werden,
dass die Politik natürlich auch richtig wachgerüttelt ist.
Oder es eben natürlich verrückte Wahlergebnisse gibt, als Retro-Kutsche sozusagen.
Das kann jetzt clever sein oder nicht so clever,
aber es muss halt offensichtlich das Organ sein, worüber man es austrägt und zeigt.
Und dann kommt erst der andersherum Schritt.
Professor Lars Feld berät uns ja ein wenig in volkswirtschaftlichen Themen.
Und er schreibt gerade jetzt für uns in seinem Monatsbericht,
es ist ein bisschen so der Reset-Knopf, der muss jetzt gedrückt werden.
Die Politik macht einiges, also hat sich schon ein bisschen gedreht.
Ich hoffe nur, dass es drastisch genug wird.
Wir brauchen große Veränderungen in kurzer Zeit, um die Energien wieder freizusetzen.
Und das ist ja, also ich schlage nochmal ein bisschen so den Bogen.
Wenn wir sehen, was die Amerikaner machen, natürlich wirtschaftspolistisch,
mit dem Inflation Reduction Act, und wir sagen es ja auch immer heute,
ist es eigentlich wurscht, ob Trump oder Harris am Ende des Tages gewinnt.
Die Richtung ist die gleiche, nur in anderer Art und Weise, in anderer Tonlage.
Reindustrialisierung in den USA findet statt, entweder über Strafzölle,
also Verstärkung bei Trump über Strafzölle, oder eben eine Verstärkung
durch so etwas wie den Inflation Reduction Act.
Das ist natürlich ein gefährliches Spiel.
Andererseits ist es auch etwas, was man, glaube ich,
investorenseitig im Auge behalten muss, dass eben auch viele Unternehmen
gar keine andere Wahl haben, zu sagen, da ist der Markt, der Absatz,
und ich habe da wahnsinnig viele Möglichkeiten, mich da frei zu entwickeln
und eine vernünftige Basis für mein zukunftsfähiges Geschäft zu legen.
Das ist auch etwas, was man als Investor im Auge haben muss.
Die grundsätzliche Frage ist, bin ich eigentlich willkommen hier?
Ja.
Und wenn ein deutsches Unternehmen von den Behörden, ich nenne die Behörden wieder,
aber einfach so wie ein Bittsteller behandelt wird und nicht wie jemand,
der Umsatz und Profitabilität in die Region reinträgt.
Wenn das Finanzamt mit einer Strafandrohung alle Briefe unterschreibt,
denke ich, eigentlich bin ich hier nicht willkommen.
Ja.
Ich fand das interessant, wir haben ja eine Schweizer Tochtergesellschaft
und als wir da zur Steuerbehörde gingen, wir sagten einfach,
können wir was für einen Service tun?
Sind sie zufrieden mit uns?
Macht die Steuerbehörde uns?
Ja.
Weil die wissen, wir sind wichtig.
Ja.
In Deutschland, du bist erstmal die Behörde, die einen behindert,
die es einem schwer macht, die einen warten lässt
und auch die Bevölkerung ist nicht so wirtschaftsfreundlich in Deutschland.
Das ist das, was wir seit Monaten immer diskutieren, genau.
Es fehlt da auch so ein bisschen der Wille dazu, festzustellen,
dass ohne Wirtschaft der Rest halt auch nicht funktioniert.
Der Wohlstand kommt nicht aus der Steckdose.
Genau.
Das ist es ja.
Und da fehlt natürlich leider auch das Verständnis.
Und deswegen hat man natürlich am Ende, sagt man immer,
man hat auch zum Beispiel die Politiker, die man verdient hat.
Weil, und das ist ja dann in der Breite so,
wenn man das Verständnis dafür nicht hat,
it's the economic stupid,
dann braucht man sich nicht wundern, wenn man das eben auch nicht kriegt.
Ja.
Also ein Wunsch, den ich hätte an die Politik wäre,
dass jeder Politiker vier Wochen mal eine Pommesbude geleitet haben muss.
Ja.
Denn wenn ich das mache, muss ich Kundenservice bieten,
ich muss früh aufstehen, abends spät ins Bett gehen,
ich muss ein bisschen mit den Behörden rumschlagen,
ich muss Steuererklärung machen.
Und das einmal erlebt zu haben, wie es ist, in der Praxis Geld zu verdienen,
gibt einem Demut vor dem, was die Wirtschaft leistet.
Und da kommen nicht so schnell neue Gesetze, wenn man das mal erlebt hat.
Das ist ein Schlusswort, das ich so gerne stehen lassen möchte,
weil das darf jeder mit nach Hause nehmen,
weil das würde ich hundertprozentig unterschreiben.
Clever, das hat sehr viel Spaß gemacht. Vielen Dank.
Vielen Dank für das Kommen nach Frankfurt in unsere Räume hier.
Ja, es ist sehr, sehr schön bei Ihnen.
Ihr Lieben, ich hoffe, ihr konntet ein bisschen was mitnehmen.
Ihr hört's, es gibt immer noch richtig, richtig spannende Unternehmen.
Und das ist das, was mich bei Lever auch immer freut,
dieser unfassbarer Enthusiasmus und die Neugierde,
neue und spannende Ideen zu finden, auch mal ein bisschen um die Ecke zu denken
und dann eben eigentlich langweilige Buden festzustellen,
dass es unfassbar spannende Unternehmen sind.
Und das ist etwas, was ich wahnsinnig inspirierend finde.
Und deswegen ist es eine Freude, mit Ihnen zu sprechen.
Ich denke, euch geht's auch so, Schatz.
Gerne in die Kommentare, wie ihr so ein bisschen unterwegs seid.
Jetzt im Moment würde mich interessieren.
Ansonsten vielen Dank fürs Zuschauen und bis nächste Woche wieder.
Ciao.
