Markus Krall: Darum lässt sich unsere Pleite nicht mehr aufhalten // Mission Money

Mission Money
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4 Videoaufrufe·31.10.2024
Alles, einfach alles, heute in Europa sehr viel schlechter aussehen in jedem einzelnen
Land als in Griechenland vor fünf Jahren.
Das bedeutet, dass die eigentlich alle pleite sind und nur durch den Nachschub an Zentralbankgeld
an der Zahlungsunfähigkeit gehindert werden.
Die Deflation, in der wir sind, ist die Voraussetzung für die Inflation, die kommt.
Wenn erstmal die Leute sagen, die Inflation ist da, dann fangen sie nämlich an, alles
zu kaufen, wovon sie glauben, dass es den Wert besser erhält als das Geld.
Und nach einem halben Jahr ist auch ein Salatkopf, der nur ein paar Stunden sich hält, haltbarer
als das Geld, für den sie ihn einkaufen.
Diese Katastrophe aufzuhalten, ist leider zu spät.
Die Menschen können sich entscheiden, in den Sozialismus zu gehen, wenn diese Sache
hier kollabiert ist.
Und wenn die Menschen sich anders entscheiden, das heißt, sie entscheiden sich nicht für
den Sozialismus, dann können sie sich nur für die Freiheit entscheiden.
Ich kann den Politikern keinen Rat mehr geben, weil der Zug ist abgefahren.
Servus Leute und herzlich willkommen in einem brandneuen Video der Mission Money.
Wir sind heute zurück aus Frankfurt und zwar an einem ganz besonderen Ort.
Wir sind hier im Goldmuseum der Degussa mit einem sehr besonderen Gast.
Ihr kennt ihn bereits von der Mission Money.
Er ist CEO der Degussa, Goldhandel und mehrfacher Bestsellerautor.
Herzlich willkommen, Markus Kall.
Vielen Dank und ich heiße Sie herzlich willkommen in der Goldkammer.
Er ist sehr schön hier, also kann ich euch nur wärmstens empfehlen.
Wirklich spektakulär und es sind auch wirklich sehr tolle Exponate, viel Menschheitsgeschichte
und vor allem sehr viel Gold.
Herr Kall, jetzt kommen wir zu einem Video, das wir gemeinsam gemacht haben.
Ich habe es extra nochmal rausgeschrieben, 27.02.2018.
Damals haben Sie den Crash ausgerufen für 2020.
War nicht ganz so unerfolgreich das Video, mittlerweile fast eine Million Aufrufe.
Jetzt kommen heute noch immer Kommentare nach dem Motto, ja, ich bin noch nicht pleite.
Was ist denn jetzt schiefgelaufen?
Schiefgelaufen ist eigentlich gar nichts.
Es läuft eigentlich alles, wie soll ich sagen, fast nach Uhrwerk ab.
Aber eine Krise der Größe, wie wir sie jetzt gerade erleben,
hat natürlich viele Moving Parts.
Und im Moment ist es natürlich so, dass durch die ungeheure Flut an billigem Geld
und an Helikoptergeld, das gedruckt wird, noch die Dinge, wie soll ich sagen,
immer noch gewaltig übertüncht werden können.
Das heißt also, wir haben, also ohne den Eingriff der Zentralbanken an den Märkten
und das Drucken von gewaltigen Mengen Geld, hätte sich natürlich der Aktienmarkt
nicht von dem Crash Anfang des Jahres erholt.
Und da das nur ein Strohfeuer ist und man ständig mehr Luft in den Ballon blasen muss,
damit er nicht in sich zusammensackt, weil er Löcher hat.
Und die Menge an Geld, die erforderlich ist, um diese Illusionen aufrechtzuerhalten,
täglich wächst und nicht kleiner wird, wird dieses Ding an sein Ende kommen.
Also ich würde das mal nicht im Sinne von schiefgelaufen betrachten,
sondern wir schauen uns jetzt mal an, wie lange die Puste der Zentralbank hält.
Und ich glaube nicht mehr, dass es sehr lange noch hält.
Dann ist die Frage, wann gehen wir denn pleite?
Also wie lange kann sowas noch gehen?
Ist das jetzt eine Frage von Wochen, Monaten, Jahren?
Wie lange kann Pleite gehen und Pleite sein?
Also pleite sind wir ja eigentlich schon als Kontinent und als Land.
Was wir im Moment noch haben, ist die Illusion des Bilanzselbstbetrugs
oder des Bilanzbetrugs, wenn Sie so wollen.
Wir haben eine Situation, in der die Bankbilanzen komplett ausgehüllt sind.
Übrigens an der Stelle, Sie erinnern sich vielleicht,
dass ich damals in meinem Interview gesagt habe,
dass ich damit rechne, dass 1.500 Milliarden Euro
zusätzliche faule Kredite auf uns zurollen, wenn es zur Krise kommt.
Die Zahl wurde im Wesentlichen letzte Woche
von der Europäischen Bank auf Sicht bestätigt,
als Befürchtung, dass jetzt 1.500 Milliarden Euro
zusätzliche Kreditausfälle auf uns zukommen.
Blöderweise ist die Europäische Zentralbank mit der Analyse
ein paar Jahre hinten dran, denn es wird leider sehr viel schlimmer
als das, was ich vor zwei Jahren gesagt habe.
Denn wir haben heute nicht 300.000 Zombies,
sondern 800.000 Zombies und wenn die kippen,
dann werden wir feststellen, wie pleite wir sind.
Jetzt kommen wir zur ersten Zuschauerfrage.
Da kamen wirklich sehr viele.
Da hatten wir letzte Woche aufgerufen dazu.
Ein Zuschauer fragt, was sieht denn Herr Krall,
was andere Vermögensverwalter, Analysten und Ökonomen nicht sehen?
Also nach dem Motto, warum gehen die denn nicht raus
aus den Märkten, wenn es denn so offensichtlich ist?
Na ja, man kann da unterschiedlich drüber nachdenken
und trotzdem den gleichen Blick drauf haben.
Ich kenne viele Vermögensverwalter, die sagen,
ja, wir gehen auch davon aus, das ist ein Strohfeuer,
das mit billigem Geld aufrechterhalten wird.
Aber solange es aufrechterhalten wird, bleibe ich da drin
und nehme mit, was ich kann.
Ich traue mir zu, dann rechtzeitig zu merken,
wenn die Musik aufhört.
Das ist gefährlich, oder?
Ja, das ist gefährlich.
Ich würde das nicht machen.
Ich muss auch ganz ehrlich sagen,
dass ich mich da gar nicht dazu in der Lage sehen würde.
Ich halte mich jetzt nicht für einen ökonomischen Analfabeten,
aber für so smart, dass ich das Timing einer solchen Sache
kurz vorher merke und dann schnell aussteige,
bevor alle anderen das erst richtig mitkriegen,
für so schlau halte ich mich nicht.
Aber es gibt Menschen, die glauben, dass sie das schaffen
und dann wird es welche geben, die schaffen das
und dann wird es andere geben, die schaffen das nicht
und dann wird es sich zeigen,
wie sich die Spreu vom Weizen da trennt.
Aber man kann zu der Schlussfolgerung kommen,
dass das billige Geld alles aufrechterhält
und trotzdem so handeln.
Aber dann hat man halt eine gewisse Risikoneigung.
Also würden Sie da mit Nassim Taleb gehen,
der sagt, dass man so politische
und wirtschaftliche Extremereignisse
jetzt nicht voraussagen kann in dem Sinn?
Also man kann sie nicht im genauen Timing voraussagen.
Also wenn Sie jetzt von mir wissen wollen,
ob der Aktienkresch nächste Woche kommt
oder in vier Wochen, das kann ich Ihnen nicht sagen.
Aber ich bin ziemlich sicher, dass er in absehbarer Zeit kommt.
Aber wenn Sie zum Beispiel mal an das,
was Nassim Taleb als den klassischen schwarzen Schwan
ja bezeichnen würde, denken,
den können Sie natürlich per Definition
nicht voraussagen.
Die Corona-Krise ist im Grunde genommen
der klassische schwarze Schwan schlechthin
und vorausgesehen hat sie niemand.
Es ist zwar so, dass ich letztes Jahr gesagt habe,
es kann irgendein Ereignis sein,
irgendein Schockereignis, was das Ganze auslöst.
Aber um dann zu sagen,
das wird das sein oder jenes, das ist nicht möglich.
Aber ist es der klassische schwarze Schwan?
Denn es gab ja sowas schon mal.
Das ist natürlich schon lange her.
Es gab alles schon mal.
Vielleicht kommen auch nochmal Sachen,
die außerirdisch sind.
Wir wissen es ja nicht.
Natürlich war nicht damit zu rechnen,
aber ja gut.
Naja, also dass es eine gewisse Wahrscheinlichkeit
für pandemische Ereignisse gibt,
das ist schon seit vielen Jahren klar.
Das Ding hat auch eine Statistik.
Jeder Rückversicherer befasst sich damit,
dass das Ding eine Statistik hat
und eine gewisse Häufigkeit hat.
Dass das, was wir jetzt bekommen haben,
keine richtige Pandemie zu sein scheint,
weil einfach die Sterblichkeitsrate
dem nicht entspricht,
hat nichts mit der grundsätzlichen Frage zu tun,
dass sowas auftreten kann
und hat auch nichts mit der grundsätzlichen Frage zu tun,
wie das dann zu managen ist.
Also es gibt eigentlich
praktisch keinen schwarzen Schwan,
der nicht schon mal gedacht worden ist.
Also ich habe noch von keinem gehört,
egal ob Kriege oder Pandemien
oder Aktiencrashs oder Angebotsschocks
oder Energiekrisen
oder was auch immer.
Also es gab jeden schon mal,
den man sich denken kann.
Insofern ist es eher eine Frage des Timings.
Jetzt ist die Frage,
was wahrscheinlicher ist.
Also wenn wir uns mal die Lage anschauen
und mal davon ausgehen,
dass die Lage nicht rosig ist,
gibt es ja zwei Optionen.
Entweder stürzt alles ab
oder es gibt diesen bekannten Crack-Up
oder Melt-Up-Boom.
Das könnte ja auch sein.
Also wir haben es ja auch in einer gewissen Weise
auch schon gesehen,
dass die Aktienmärkte dann zwischenzeitlich
gut gelaufen sind, Gold ist gut gelaufen,
was jetzt auch keine Überraschung ist.
Aber was halten Sie denn für wahrscheinlicher,
dass wir jetzt da erst richtig loslegen
mit diesem Melt-Up-Boom
oder dass es dann doch abstürzt?
Also Sie sehen ja an der Seitwärtsbewegung
der Aktienmärkte,
dass da nicht mehr viel Luft nach oben drin ist.
Und zwar deswegen, weil jeder weiß,
dass sie sich eigentlich schon längst
von der Realwirtschaft abgekoppelt haben.
Finanzwirtschaft und Realwirtschaft
sind komplett entkoppelt.
Und zwar in einer Weise,
die einfach nur noch spektakulär zu nennen ist.
Wir haben in den Vereinigten Staaten
einen Bruttosozialprodukt-Zurückgang von 30%.
Wir haben in Europa einen Bruttosozialprodukt-Zurückgang
von irgendwo zwischen 20 und 25%.
Also nicht die 5, irgendwas Prozent,
die man uns da erzählt hat.
Das ist ja Blödsinn.
Wenn allein im zweiten Quartal die Wirtschaft
um über 10% schrumpft,
dann kann sie nicht aufs Jahr gerechnet
um 5% geschrumpft sein.
Das geht mathematisch nicht.
Das ist nicht möglich.
Also glaube ich die Zahl schon deswegen nicht,
weil sie mathematisch nicht möglich ist.
Aber wir haben diesen gewaltigen Rückgang
der Produktion und wir haben
ein gewaltiges Einbrechen
der Gewinne der Unternehmen.
Also hier in der Nähe gibt es eine Stadt
im Rhein-Main-Gebiet.
Da habe ich neulich gehört,
dass die Hundesteuereinnahmen dieser Stadt
deutlich höher liegen als die Gewerbesteuereinnahmen aktuell.
Das sagt uns ja was aus
über den Zustand unserer Realwirtschaft und Industrie.
Und dann
auf Rekordniveau zu sein am Aktienmarkt
kann mit Realität ja wohl nicht viel zu tun haben.
Es kann also nur mit billigem Geld zu tun haben.
Und da es jetzt
trotz der riesigen Flut an billigem Geld
die ja nicht nachlässt.
Es kommen ja jeden Tag 10 Milliarden dazu oder mehr.
Trotz dieser riesigen Flut an billigem Geld
geht es nur noch seitwärts.
Das heißt in dem Moment, wo sich auch nur
der Zufluss verlangsamt
oder er nicht mehr weiter exponentiell ansteigt
fällt das Ding zusammen
wie ein nasser Sack.
Und dann wird es sichtbar.
Aber ökonomisch sind wir schon längst da angekommen.
Die Frage ist ja, wie lang geht sowas?
Denn wenn man jetzt mal überlegt,
dann müssten wir eigentlich ja schon längst Inflation haben.
Nicht zwingend.
Woran liegt das, dass wir das noch nicht haben?
Es kam auch eine Zuschauerfrage, welche Auswirkungen hat denn
das Geldmengenwachstum beim Euro und Dollar
und wie kommt das Geld von der EZB in die Wirtschaft?
Wie kann man sich das vorstellen?
Ich glaube, die Leute können sich das gar nicht mehr erklären
mit diesen ganzen Milliarden, Billionen.
Es wird ja immer abstrakter,
weil absurder.
Also
es ist im Grunde genommen so,
Sie müssen sich mal anschauen, aus welchen Geldmengenaggregaten
die ganze Sache besteht.
Wir haben einmal das Zentralbankgeld
und wir haben das Giralgeld, das von den Banken geschöpft wird
im Wege der Kreditschöpfung.
Und das Zentralbankgeld entwickelt sich
exponentiell seit die
EZB ins Leben getreten ist.
Im Jahr 1999,
also vor 20 Jahren,
hatten wir weniger als 700 Milliarden Euro
Zentralbankgeld.
Das war die Bilanzsumme der EZB.
Dann ist sie im Zuge der Krisen angestiegen
und beträgt jetzt knapp
7.000 Milliarden, also das Zehnfache.
Und jede Krise
hat dazu geführt,
dass man sozusagen mehr Geld gedruckt hat.
Und mit diesem neu gedruckten Geld
hat man neue Ungleichgewichte geschaffen
und diese neuen Ungleichgewichte
haben die nächste Krise vorbereitet
und weil diese Ungleichgewichte mit mehr Geld
vorbereitet waren als die letzte Krise,
waren sie auch größer als die letzte Krise,
sodass eine Gesetzmäßigkeit da drin liegt.
Und die Gesetzmäßigkeit ist,
dass jede Krise zwei bis fünfmal,
vielleicht unter Umständen sogar manchmal
zehnmal so viel Geld braucht,
um sie quasi wieder unterm Deckel zu halten
wie die vorhergehende.
Deswegen wächst die Geldmenge der EZB
exponentiell.
Und man kann es auch sehr schön sehen,
dass die Geldmenge vor ungefähr zwei Jahren
eine Art Kniepunkt erreicht hat,
wo sie dann wirklich rasend schnell nach oben geht.
Und jetzt in den letzten sechs Monaten
hat es sich nochmal beschleunigt,
denn von den fast 7.000 Milliarden Euro
Geldmenge, die die EZB
schon gedruckt hat, sind alleine 2.500 Milliarden
aus den letzten sechs Monaten.
Das heißt also,
die EZB hat in sechs Monaten
halb so viel Geld geschaffen,
wie in ihrer 20-jährigen Geschichte vorher zusammengenommen.
Und das ist auch logisch,
weil eben der Exponentialverlauf
ist der Exponentialverlauf.
Es gibt wenige Dinge, die mathematisch so schön sind
wie eine schöne Exponentialfunktion.
Und wenn Sie die einfach weiterverfolgen,
dann stellen Sie was fest.
Sie können dann ablesen,
ungefähr wann die nächste Krise kommt
und wie viel Geld gebraucht wird, um die zu lösen.
Und die nächste Krise steht schon vor der Haustür.
Und zwar ist das die Zombie-Krise.
Nur wird die wesentlich, wesentlich
größer als die, die ich prognostiziert habe.
Da habe ich mit meinen
300.000 bis 350.000 Zombie-Unternehmen
in Deutschland und eine Million
in Europa leider viel zu optimistisch
daneben gelegen.
Da hat natürlich die Politik
zur Eindämmung der Corona-Situation,
ob gerechtfertigt oder nicht,
das sei mal eine andere Debatte,
hat natürlich dazu beigetragen,
dass das Ganze jetzt nochmal
auf einen ganz neuen Level angekommen ist.
Wir haben also jetzt in Deutschland
laut Kreditreform eher 800.000 Zombies
als 300.000.
Und die Zahl halte ich auch für realistisch.
Das ist jedes vierte Unternehmen.
Und wenn jedes vierte Unternehmen in Deutschland
ein Zombie ist, dann ist es auch jedes vierte Unternehmen
in Europa. Da reden wir von drei Millionen.
Wann fallen diese Zombies um?
Also das ist ja die Frage.
Also gerade es wird ja auch schon seit Monaten
gefühlt jetzt von der Insolvenzwelle
geredet, die irgendwann kommen soll.
Wann, glaube ich, fragen sich
viele Leute, wann geht's los?
Das ist die alles entscheidende Frage.
Und dieses Wann geht's los
hat natürlich die Politik kunstvoll verzögert
im Prinzip mit Hilfe von
Bilanzbetrug. Und zwar auf zwei Ebenen.
Auf der Ebene der Realwirtschaft
und auf der Ebene der Finanzwirtschaft.
Fangen wir mit der Realwirtschaft an.
Da ist der ganz große Bilanzbetrug eigentlich zu sagen,
wer insolvent ist,
wer überschuldet ist, muss nicht mehr zum
Konkursrichter. Das heißt also,
Unternehmen, die pleite sind, die können so tun,
als wären sie es nicht.
Früher war das ein Straftatbestand. Dafür ist man
ins Gefängnis gegangen.
Und heute ist es das sozial erwünschte Verhalten.
Das heißt also,
die Politik ermuntert die Menschen zu einem kriminellen
Verhalten.
Und dieses kriminelle Verhalten ist auch nicht folgenlos,
weil von den 800.000 Zombies, die wir haben, sind schon
200.000 nur durch die Ansteckung gekommen
mit den Zombies, die normalerweise
gar keine Geschäfte mehr eingegangen
wären. Das heißt, die Zombies
laufen rum, die gehen Geschäfte ein,
da bilden sich Forderungen und Verbindlichkeiten
und diese Zombies werden ihre Verbindlichkeiten
nicht begleichen. Und damit werden
Gesundunternehmen, die eigentlich überleben würden,
mit in den Abgrund gezogen.
Das sind die Kosten dieser Politik.
Das ist die eine Ebene.
Und dann haben wir die zweite Ebene
auf der finanzwirtschaftlichen Seite.
Nämlich, erstens ist es natürlich so,
dass die Banken die Zombies,
solange sie nicht pleite gehen,
nicht mehr als Verlustquelle
quasi sehen. Und selbst dann, wenn die Zombies
Zins und Tilgung nicht mehr bezahlen,
dann müssen sie es nicht mehr
abschreiben. Das heißt also, sie werden
ermuntert, gegen die Regeln
der Bilanzwahrheit und Klarheit zu verstoßen,
indem man ihnen sagt, wenn da einer
nicht mehr zahlt, Zins oder Tilgung,
dann fangt ihr jetzt bitte erst mal an
und prüft in aller Ruhe, ob der vielleicht
nach Corona, unter Umständen gegebenenfalls
mit viel Konjunktiv, doch nochmal
irgendwas bezahlt. Und solange ihr das nicht
zu Ende geprüft habt, müsst ihr nicht abschreiben.
Die Banken sagen natürlich, super, ich schreibe das
nicht ab, ich bin doch kein Selbstmörder.
Also die Banken sagen,
die schreiben alle nicht ab. Und wenn sie mal sehen,
dass ein Viertel der Unternehmen Zombies sind
und die eigentlich alle zum Konkursrichter
müssten,
dann können sie sich vorstellen,
was für riesige Summen
da in der Bilanz der Banken demnächst fehlen werden.
Und wenn das eintritt,
dann hat die Zentralbank wieder
die Möglichkeit, mehr Geld zu drucken.
Dann braucht sie allerdings nicht die 2500
Milliarden der letzten sechs Monate,
sondern dann braucht sie ein Vielfaches davon.
Und dieses Vielfache ist genau das,
das wird der Strohhalm sein,
der dem Kamel den buchstäblichen, sprichwörtlichen
Rücken bricht.
Das Problem ist ja, dass wir gefühlt schon so viel Geld gedruckt haben,
was man sich davor auch gesagt hat,
das geht ja gar nicht.
Und es ist ja völlig klar, Corona,
wenn dann sozusagen Geld ausfällt und dann wird das
neu gedruckt, wenn das auf Dauer
gehen würde, dann bräuchten wir alle nie wieder arbeiten.
Ja, dann bräuchten wir keine Steuern mehr,
bräuchten wir nicht arbeiten.
Das kann ja nicht funktionieren auf Dauer.
Aber die Frage ist, warum ist noch nichts passiert?
Die Illusion kann eine Weile aufrechterhalten werden.
Warum ist noch nichts passiert?
Die Antwort ist, zumindest meine Hypothese
ist dazu, und ob die richtig ist,
wird sich in den nächsten 24 Monaten erweisen.
Meine Hypothese dazu ist,
dass die Zentralbank, ist ja nicht
rasch, Kapital noch nicht aufgebraucht hat,
aber es in absehbarer Zeit aufbrauchen wird.
Und dazu muss man wissen, was ist denn
das Senior-Rasch-Kapital? Das Senior-Rasch-Kapital ist
sowas wie der, wenn die
Zentralbank eine Aktiengesellschaft wäre,
dann wäre das der Aktienwert des
Geldschöpfungsmonopols.
Sie müssen sich das so vorstellen, in einer wachsenden
Wirtschaft, die zum Beispiel von 100
auf 103 wächst, das Bruttosozialprodukt
wächst um 3%, und die
Geldumlaufgeschwindigkeit des Geldes bleibt konstant.
Dann können Sie die Geldmenge um
3% erhöhen, ohne dass
das Verhältnis von nachfragewirksamer
Geldmenge zu Produkten und Gütern
sich verändert. Das bedeutet,
Sie können das im Wesentlichen ohne Inflation.
Genau, das ist ja die Geldumlaufgeschwindigkeit,
die sehr entscheidend ist. Das ist im Prinzip
das Senior-Rasch-Einkommen, das
die EZB erzeugen kann.
Sie kann das aber nicht nur in einem Jahr erzeugen,
sie kann das jedes Jahr erzeugen. Jedes
Jahr, wo die Wirtschaft wächst, kann
das die EZB machen. Das heißt,
wenn wir wissen wollen, was dieser
Zahlungsstrom wert ist, dann müssen wir das langfristige
Gleichgewichtswachstum kennen,
und dieses langfristige Gleichgewichtswachstum,
das ist dann multipliziert mit dem
Bruttosozialprodukt, das ist der Zahlungsstrom,
den wir da haben, und dann müssen wir das
dividieren durch den natürlichen
Zinssatz. Aber da der natürliche Zinssatz
genauso groß ist wie das Wirtschaftswachstum,
bedeutet das, dass die beiden
Zahlen, Wachstum und Zins, sich rauskürzen,
und was bleibt stehen als Wert des
Geldschöpfungsmonopols? Das Bruttosozialprodukt
des Währungsraums.
Das ist auch logisch, weil letzten
Endes ist dieses Geldschöpfungsmonopol
eine Expropriation
des Währungsraumes in diesem Sinne.
Das heißt, solange
die EZB nicht das gesamte Bruttosozialprodukt
abgeschöpft hat, solange geht
es noch gut. Und wenn
wir uns jetzt mal anschauen, was das
bedeutet, das bedeutet, die EZB kann
schlechte Assets ins Buch nehmen.
Gute Assets machen nichts. Also wenn sie Gold
kaufen würde, würde es keine Rolle spielen, weil das kriegt sie wieder
los. Aber wenn sie wertlose Staatsanleihen
nie mehr loskriegt, da reinnimmt,
dann bedeutet
das, dass sie einen negativen Assetwert
auf ihre Bilanz bekommt.
Wenn jetzt also die EZB-Bilanz
im Moment aktuell, ich glaube es sind 6,5
oder 6,8 Billionen ist,
davon ist eine Billion etwa werthaltig.
Das ist im Wesentlichen das Gold, was die
Mitgliedsbanken haben.
Davon sind aber
5, irgendwas Billionen sind nicht
werthaltig.
Und zwar deswegen, weil das Anleihen
von europäischen Staaten sind. Inklusive
Deutschland sind die nichts mehr wert. Und zwar
deswegen, weil die Kennzahlen, Verschuldung
zum Sozialprodukt, Wachstum,
Steuerkraft, alles,
einfach alles, heute in Europa
sehr viel schlechter aussehen in jedem einzelnen Land,
als in Griechenland vor fünf Jahren.
Und das bedeutet,
dass die eigentlich alle pleite sind und nur
durch den Nachschub an Zentralbankgeld an der
Zahlungsunfähigkeit gehindert werden.
Das wiederum bedeutet, dass
in Zusammenwirkung mit der anstehenden
Bankenrettung, die unvermeidbar kommt,
weil auch die Zombies irgendwann zahlungsunfähig
werden und dann endet das
auch, wenn wir sie nicht abgeschrieben haben.
Das heißt, diese Zusammenwirkung, diese
Aufblähung der schlechten
Assets in der EZB mit der kommenden
Bankenrettung, die noch mehr schlechte Assets
in die EZB reinschaufeln wird, nämlich die ganzen
schlechten Kredite der Banken, die im Moment noch an
Zombies vergeben sind, das alles
endet dann dort. Und wenn
jetzt die schlechten Assets in der
Zentralbank das Bruttosozialprodukt übersteigen,
dann
ist die Geschichte Ende Gelände.
Und wann ist das der Fall?
Da muss man sich nur die beiden Grafiken angucken.
Einmal der exponentielle Verlauf der Assets
minus die guten Assets
und zum anderen das Bruttosozialprodukt,
das den entgegengesetzten Verlauf
nimmt und muss gucken, wo schneiden die sich.
Und schneiden werden sie sich und zwar in Wälde.
Was auch
oft kam in die Frage, Stichwort
Bankencrash und vor allem wie
auch die anderen Banken aufgestellt
sind in Europa. Also ob jetzt nur die
deutschen Banken schlecht dastehen oder ob es
vielleicht sogar in Spanien, Italien,
Frankreich, ob es da vielleicht sogar noch schlimmer ist.
Und was auch eine interessante Frage wäre, ist das
dann auch weltweit oder machen das z.B. die amerikanischen
Banken alles viel besser?
Oder ist das eigentlich auch alles
... Also das amerikanische Bankensystem
funktioniert zunächst mal anders als das
europäische, weil es ein Investmentbanking-System ist.
Und dieses
Investmentbanking-System basiert ja darauf, dass die
Banken das Risiko gar nicht auf ihr Buch nehmen.
Und der größte Teil der Unternehmensfinanzierung
läuft über
und übrigens auch der Konsumentenkredite
etc. Das läuft über Vehikel, die
das Risiko
am Ende nicht bei den Banken haben,
sondern bei den Sparinvestoren
direkt.
Und insofern funktioniert das System
dort anders. Und die Frage, die man
sich stellen muss in Amerika, ist aber genau die
gleiche. Wie stark wächst die
Geldmenge mit schlechten Assets? Das
tut sie, nicht langsamer als in Europa.
Und wie groß ist das Seniorage-Kapital
des US-Dollars?
Und hier kommt jetzt ein wesentlicher Unterschied zum
Tragen. Deswegen ist es eine komplette Illusion,
zu glauben, dass der Dollar, nur weil die Fed noch
schneller ist mit dem Gelddrucken, zuerst ins Gras beißt.
Das wird nicht passieren. Und zwar
deswegen, weil der Währungsraum des Dollars sehr viel
größer ist als die USA. Der Dollar
ist immer noch die Weltleitwährung
und gewaltige Mengen an Dollars werden
weltweit gehalten
in Form von
Bargeld und in allen möglichen
Formen von Leuten,
die diesen Dollar gar nicht abstoßen können,
weil sie so viel davon haben.
Nehmen Sie die vielen Billionen, die China hat,
aber es gibt auch noch Billionen, die in Südamerika
bei irgendwelchen Drogenhändlern
rumliegen. Also
der Währungsraum, damit will ich
das jetzt nicht gutheißen, um Gottes Willen, aber der
Währungsraum des Dollars ist sehr viel gewaltig
größer als der des Euro-Landes.
Ungefähr dreimal so groß, würde ich schätzen.
Das heißt, sie können auch dreimal so viele schlechte Assets
in der Fed-Bilanz ansammeln, bevor
die den Weg allerseitigen geht.
Und da sind die noch weit weg von.
Also man könnte sagen, der Überziehungskredit, der Rahmen
bei den USA ist etwas größer. Sehr viel
größer, ja.
Die Frage ist ja jetzt auch, wer dann
die Rechnung bezahlt. Also Inflation ist natürlich
möglich.
Was passiert denn,
wenn der Tag kommt,
wie Talib das mit dem Truthahn ganz
schön beschreibt, der wird gefüttert
und irgendwann gibt es dann seinen Kopf ab.
Was passiert denn danach?
Also das Problem
an der Stelle ist,
wenn man fragt, wer bezahlt die Rechnung,
da gibt es ganz viele.
Einmal ist es natürlich so, dass die Inflation die
Nominalvermögen zerstört.
Und die Nominalvermögen,
die sind
nun mal das Rückgrat der Sparleistung
der meisten Bürger. Ob das jetzt
Rentenversicherungen sind, Pensionsversicherungen sind,
ob das Sparkonten sind,
Lebensversicherungen
oder ob das Fondanteile
von Geldmarkt oder
Anleihefonds sind.
Das sind alles Vehikel,
die nominal
bewertet werden und in der Inflation
gehen die Flöten. Wenn Sie heute
eine Milliarde haben und Sie haben
50 Prozent Inflation pro Monat, dann ist es
nach einem Monat noch 500 Millionen wert, nach zwei noch
250, nach drei noch 125.
So können Sie es fortschreiben.
Nach einem Jahr Inflation ist da
nichts mehr da, was Sie davon kaufen könnten.
Und die Kernfrage
ist, also
ist das alles?
Nein, das ist nicht alles, weil natürlich auch die Wirtschaft
im schwarzen Loch der Inflation
kollabiert. Also
die ganze Wirtschaft wird zurückgesetzt
auf einen Stand,
bei dem die Transaktionsfunktion
des Geldes nicht mehr
erforderlich ist. Das bedeutet,
dass alle Transaktionen in der Wirtschaft,
bei denen ein funktionierendes Geld erforderlich ist,
nicht mehr stattfinden, weil das Geld eben nicht mehr
funktioniert. Und das
wiederum bedeutet, dass wir aus einem ganz niedrigen
Niveau uns dann wieder hocharbeiten müssen,
wenn das Wirtschaftswachstum danach, nach der Krise
wieder einsetzt. Und das bedeutet,
alle zahlen die Zeche, alle.
Gibt es irgendwie eine Reißleine?
Also könnte man
die Zinsen erhöhen, könnte man eine Haircut machen?
Gibt es aus Ihrer Sicht irgendwas,
was man jetzt noch richtig machen könnte, um zu
sagen, okay, dann wird es vielleicht
nicht ganz so schlimm? Es gibt
mit Sicherheit noch Möglichkeiten,
den Schaden zumindest
zu begrenzen,
aber diese Katastrophe aufzuhalten
ist leider zu spät.
Und zwar einfach deswegen, weil wir da schon zu tief im Schlamassel
sind. Wir sind hinter dem Ereignishorizont des
Schwarzen Loches, wenn man so will.
Ich glaube,
was man machen könnte, wäre beispielsweise
über ein Wochenende mal schnell den Euro
aufzulösen und durch
eine anständige Währung zu ersetzen und dann die
große Abschreibung vorzunehmen auf die Tage
2 Seiten und was wir da alles haben.
Die werden sowieso weg sein.
Das wäre
eine Möglichkeit, weil das würde natürlich dazu führen,
dass das Progrustusbett des Euro,
der ja selbst für die meisten Ungleichgewichte
verantwortlich ist, die er dann managen
soll, dass das weg wäre.
Wenn Sie sich mal vorstellen, der Euro existiert
jetzt 20 Jahre.
Den größten Teil seiner Lebenszeit wurde
der Euro gerettet.
Das Progrustusbett, vielleicht kurz
zur Erklärung, dass das sozusagen immer so zugeschnitten werden muss.
Also Progrustus ist
eine griechische
Sagengestalt. Das ist ja sehr treffend, dass
das ausgerechnet eine griechische Sagengestalt
ist und keine römische oder germanische.
Progrustus war
Hotelier und hatte zwei Betten.
Ein sehr kurzes und ein sehr langes.
Und wenn er einen Gast gehabt hat, der klein war, dann hat er
den in das lange Bett gelegt und ihn so lange gestreckt,
bis er reingepasst hat.
Und wenn er einen großen Gast hat, dann hat er den in das
kurze Bett gelegt und ihm die Beine abgehackt.
Und das ist das, was der Euro mit der
europäischen Wirtschaft tut. Der Euro ist für die
Deutschen immer zu weich und für die Italiener immer zu hart.
Das passt eigentlich keinem.
Und jeder kriegt genau das Falsche ab
von dem, was er eigentlich nicht braucht.
Jetzt
nehmen wir mal an, das würde
alles daneben gehen oder würde
so aufgehen, wie Sie uns das
schildern, dann
fragen natürlich alle immer, wie kann man denn sein Geld
vielleicht noch retten oder wie kann man es
investieren noch sinnvoll? Da können wir uns einfach mal ein bisschen
durchgehen. Zum einen kam mal eine Frage
an Markus Kall,
würde er aktuell noch den Neubau eines Einfamilienhauses
für den Eigenbedarf empfehlen?
Vielleicht können wir es ein bisschen allgemeiner formulieren.
Sind Immobilien eine Alternative?
Also Immobilien schützen vor der Inflation.
So wie Gold auch. Also Sachwerte generell
schützen vor der Inflation, haben sie schon immer getan.
Das Problem ist, dass wir
vor der Inflation die Deflation
haben. Also das ist ein Paradox.
Das ist ein großes Paradox, weil die Leute
sagen immer zu mir, der redet von Inflation.
Was erzählt er da? Wir haben Deflation, die
Preise sinken und gleichzeitig
wird Geld gedruckt und
dann sinken trotzdem die Preise. Also es passt für die
Leute nicht zusammen. Die Wahrheit ist, wir haben im Moment
eine deflatorische Krise. Und zwar
deswegen, weil die Wirtschaft schrumpft. Unternehmen gehen
pleite und das bedeutet,
dass das Kreditvolumen fällt,
das Giralgeld-Kreditvolumen fällt
und diese Pleiten
der Unternehmen führen zu einer Kontraktion, die
deflatorisch wirkt. Das ist das Muster
der deflatorischen Depression von
1929. Das hat also mit
Inflation erst mal im ersten Schritt noch gar nichts
zu tun. Das heißt, wir sind in einer
deflatorischen Phase, die auch letzten
Endes dazu führen wird, dass
die Aktienkurse wieder abstürzen werden.
Also in einer Deflation stürzen
normalerweise die Aktienkurse ab. Dass sie
künstlich hochgehalten werden, ist das Ergebnis
der Medizin quasi,
die die EZB und all die
anderen Zentralbanken
glaubt, uns verabreichen zu müssen,
um gegen diese Deflation vorzugehen.
Das heißt, was die
EZB macht ist, sie sagt, wir haben eine Deflation
nach unserer Meinung und deswegen müssen wir jetzt so viel
Geld drucken, um die aufzuhalten.
Das Problem ist, sie können das nicht
kalibrieren. Das heißt, sie werden übers
Ziel rausschießen und zwar deswegen,
weil sie können sehr lange Geld drucken.
Das sehen wir ja gerade im Moment.
Sie können eine riesige Menge an Zentralbankgeld
anstauen, ohne dass es
knallt, weil der deflatorische Druck
dagegen steht. Das sind zwei Kräfte, die
gegeneinander wirken. Und dann,
wenn der deflatorische Druck
erst mal überwunden ist und tatsächlich
der erste Anschein von Inflation
einsetzt, dann werden sie
feststellen, dass sie viel zu
viel gedruckt haben, um das
auf die zwei, drei, vier Prozent
Inflationen hinzukriegen, die sie sich
erträumt haben. Die kriegen ihre zwei, drei,
vier Prozent. Nur nicht im Jahr, sondern am Tag.
Und das heißt, sie werden überschießen.
Die Deflation, in der wir sind, ist die
Voraussetzung für die Inflation,
die kommt. Und zwar deswegen, weil sie
die Zentralbanken dazu verleitet und verführt,
diese Mengen an Geld zu drucken. Und zwar so lange,
bis es zu spät ist, dass sie merken,
dass sie weit übers Ziel rausgeschossen sind.
Also, Herr Hansweiler-Sindert
hat das bei uns vor kurzem schön erklärt.
Inflationen wie ein Pferd quasi. Und wenn die
Zügel dann am Boden schleifen und dann kommen noch Hummeln und
stechen da hinten rein, dann kann man
quasi nichts mehr machen. Also, wenn sie da ist,
dann ist es sozusagen zu spät.
Dann galoppiert sie sofort.
Und man muss natürlich auch das Verhaltensmuster
der Menschen sehen. Wenn erst mal
die Leute sagen, die Inflation ist da,
dann fangen sie nämlich an, alles zu kaufen,
wovon sie glauben, dass es den Wert besser
hält als das Geld. Am Anfang sind es
Immobilien und Gold und Silber.
Dann sind es andere Rohstoffe.
Dann geht es zu Autos und
Waschmaschinen und Kühlschränken.
Dann geht es die ganze Leiter
der langlebigen Konsumgüter
runter. Und nach einem halben Jahr
ist auch ein Salatkopf, der nur
ein paar Stunden sich hält, haltbarer als das
Geld, mit dem sie ihn einkaufen.
Dann kommen wir jetzt gleich noch
zum Stichwort Gold und auch,
was wir vielleicht noch ein bisschen optimieren können
für unsere Portfolien zu Hause.
Kommen wir erstmal kurz zu Degussa.
Da kamen auch ein paar Fragen nach dem Motto,
klar, Sie vertreten ja die Interessen von
Degussa. Wie sehr
profitieren Sie denn davon, wenn das
jetzt alles, sag ich mal, schief geht? Oder auch, wenn die
Leute jetzt einfach Angst haben, dass sie ihr Geld
verlieren können? Also, es ist natürlich klar,
das ist ja mein Job als Chef der
Degussa, das Gold gut zu finden.
Ich darf dazu allerdings sagen, dass ich
das Gold ja schon bei unserem letzten Gespräch
und bei unserem vorletzten Gespräch, als ich den Job noch nicht
ausgeübt habe, auch schon gut fand.
Also, umgekehrt wird eigentlich ein Schuh draus.
Es ist nicht so, dass ich das Gold empfehle,
weil ich dieses
Amt innehabe, sondern ich
mache diesen Job, weil ich Gold für
gut halte. Also, ich habe im Prinzip
die richtige Konsequenz für mich draus gezogen,
zu sagen, okay, wenn
das richtig ist, dann solltest du auch dafür sorgen,
dass du in dem Bereich arbeitest und nicht in einem von denen
glaubst, dass du abstürzt. Das wäre ja nicht rational.
Und es ist auch
natürlich so, dass
es ja allgemein bekannt, dass ich der Meinung bin,
dass wir einen Goldstandard als Währung haben sollten
und dann sagen auch die Leute immer, ja, das macht er, weil er
Chef eines Goldhändlers ist. Das ist natürlich Blödsinn.
Ein Goldhändler hat in einem
Goldstandard gar nichts mehr zu tun.
Das heißt also, in dem Moment,
wo wir wieder Münzen
hätten und mit Gold bezahlen und
mit Scheinen, die mit Gold gedeckt sind,
dann braucht keiner mehr, sich
parallel zu seiner Währung mit Gold einzudecken,
sodass also unser aktuelles
Geschäftsmodell gar nicht mehr existieren würde.
Insofern schneide ich mir da ins eigene Fleisch,
wenn ich sage, wir wollen einen Goldstandard haben.
Aber ich bin sicher, wir werden ein neues Geschäftsmodell entwickeln,
was auch nutzbringend und sinnvoll
ist. Aber es ist
zu kurz gesprungen zu sagen, ja,
weil er Chef, der der Cousin ist, redet er, wie er redet.
Da gibt es viele Moving Parts,
sage ich mal. Ist so ein Goldstandard
realistisch aus Ihrer Sicht?
Ich glaube,
dass der Goldstandard
nicht nur realistisch, sondern eine unvermeidbare
historische Notwendigkeit ist.
Aber wahrscheinlichkeitstechnisch?
Ich denke, nach dem Kollaps
dieser Währung wird es passieren.
Also es gibt dann zwei Möglichkeiten.
Und das hängt davon ab, wofür sich die Menschen
entscheiden. Die Menschen können sich entscheiden,
in den Sozialismus zu gehen, wenn diese Sache hier
kollabiert ist. Nach der Devise, der Markt hat
versagt, der Kapitalismus hat versagt.
Was natürlich ein Blödsinn ist. Was hier versagt, ist der
Geldsozialismus und die ganze Intervention und
Überbürokratisierung des Staates, die die
Marktwirtschaft in den letzten 20 Jahren erwürgt hat.
Das ist das, was passiert ist.
Und dieses im Prinzip
nur noch rudimentär
marktwirtschaftliche sozialistische System,
also ein Sozialismus mit marktwirtschaftlichem Hilfsmotor,
dass das irgendwann an sein Ende
kommt, ist klar. Aber wenn die Menschen
das glauben, dass der Markt versagt hätte und dann
in Richtung Sozialismus gehen wollen,
dann werden wir allerdings nicht diesen
sogenannten weichen demokratischen Sozialismus
kriegen, von dem jetzt alle schwatzen.
Sondern wir werden wieder den stalinistischen
Sozialismus kriegen. Einen anderen gibt es
nämlich in Wahrheit gar nicht.
In Venezuela hieß es auch, jetzt
kommt hier der demokratische Sozialismus und da sterben
jetzt Menschen, weil die Todesschwadronen
der sozialistischen Regierung die Oppositionellen
umbringen.
Es gibt
keinen demokratischen Sozialismus. Es gibt
nur den stalinistischen Sozialismus. Und wenn
die Menschen sich für den scheinbar weichen
demokratischen Sozialismus entscheiden, dann werden sie genau
dort landen, im stalinistischen Sozialismus.
Auf dem Parteitag der Linken hat sich
ja schon jemand verplappert, indem er gesagt hat,
dass 1% der Reichen erschießen. Damit
hat er nicht 1% der Reichen gemeint, sondern das
1% reiche Menschen in Deutschland, also
800.000 Menschen. Das war mit
dem Satz gemeint. Also das sind
stalinistische Konzepte so.
Und wenn
die Menschen sich anders entscheiden,
das heißt sie entscheiden sich nicht für den
Sozialismus, dann können sie sich nur für die Freiheit entscheiden.
Wenn sie sich aber für die Freiheit entscheiden,
dann werden sie sich auch für eine Währungsordnung entscheiden,
bei der sie nicht mehr ständig beraubt
und hinters Licht geführt werden, so wie das bei unserer
aktuellen Währungsordnung der Fall ist.
Und das wiederum bedeutet,
dass wir im Prinzip
quasi zwangsweise
bei zwei Dingen landen. Erstens beim Goldstandard
und zweitens beim Wettbewerb von Währungen.
Beides ist notwendig, damit die Leute
frei sein können.
Und deswegen ist der Goldstandard nach meiner
Überzeugung eine historische Unvermeidlichkeit.
Was auch noch eine interessante Frage kam,
ob Gold crashen könnte, wenn
der Impfstoff da ist?
Also erstens glaube ich gar nicht, dass
der Impfstoff irgendwie eine
Relevanz hat.
Und ich glaube auch nicht,
dass er mit dem Gold verknüpft ist. Und zwar
aus zwei Gründen.
Wenn wir uns die Statistiken dieser
Corona-Geschichte anschauen,
dann stellen wir fest,
die Sterblichkeit war
am Anfang unklar. Hohe Streuung,
höchst extrem hohe Streuung bei den gemessenen
Sterblichkeiten von Land zu Land.
Dazu habe ich Hypothesen, aber die lassen wir jetzt
hier mal weg, warum das so ist.
Jedenfalls wenig Wissen
und jetzt so langsam kristallisiert
sich heraus, was die tatsächlich
Sterblichkeit ist. Dann kommen immer mehr Studien.
Die letzte große Studie, wo
es gab jetzt eine Metastudie, die auch bei der
WHO veröffentlicht worden ist, von einem der
bekanntesten Virologen auf dem Planeten,
einem der zehn meist zitierten Wissenschaftler
überhaupt, der gesagt hat, wir landen
so ungefähr bei 0,23%
Sterblichkeit.
Nach allem, was wir jetzt wissen, da gibt es immer
noch eine Schwankungsbreite, aber nach allem, was wir
jetzt wissen, sind es 0,23%.
Und das bedeutet, wir liegen im Spektrum einer
Grippe. Natürlich ist es auch
egal, wenn jemand stirbt, es ist immer
bedauerlich egal, woran er stirbt.
Es geht hier nicht um Verharmlosen oder sonst
was, aber wir liegen im Spektrum einer Grippe.
Die ökonomische Bedeutung
dieser Sache, die nährt sich nicht aus der Frage,
ob da eine
Impfung kommt oder nicht. Die ökonomische Bedeutung
dieser Sache, die nährt sich allein aus der Wahrnehmung
der Politik oder aus der Fehlwahrnehmung der Politik
über die tatsächlichen Risiken.
Und wenn wir uns die Reaktion
der Politik ansehen, dann sind wir ja mittlerweile
an dem Punkt, wo uns selbst die Politiker
sagen, ja, wir schützen euch was, was
nur so schlimm ist wie eine Grippe, aber
ihr wollt ja kein Risiko.
Also,
da muss ich sagen,
da entzieht sich mir die Rationalität des
Vorgehens. Also insofern glaube ich, dass
der Impfstoff überhaupt keine Rolle spielt, abgesehen davon,
dass ich der Meinung bin, dass sich
unglaublich viele Menschen gar nicht freiwillig impfen lassen
werden mit dem Zeug, weil es
ganz unmöglich ist, einen Impfstoff auf den
Markt zu bringen, der ordentlich getestet ist in kurzer
Zeit. Und einen nicht getesteten
Impfstoff, das, also
ich würde mir den nicht verabreichen lassen, wenn der nicht anständig
getestet ist, ganz sicher nicht.
Das ist ja suizidal.
Also,
insofern, ich glaube auch, dass
die Frage, was
tut das Gold, hat mehr was damit
zu tun, was tut die Fiat-Währung,
was tut das Fiat-Geld.
Und das Fiat-Geld ist nun mal so, dass es auf einem
Wachstumspfad ist. Es wird Geld gedruckt, als gäbe es
kein Morgen. Und solange das der Fall ist,
wird Gold nach oben gezogen.
Richtig ist allerdings auch,
und das haben wir auch im Frühjahr beobachtet,
wenn der Aktienmarkt crasht,
dann geht Gold im ersten Moment mit
nach unten. Und das ist auch logisch.
Warum? Weil die Leute dann
Margin Calls haben,
weil sie Liquidität brauchen, weil Unternehmen
dringend Geld brauchen und dann da ist irgendwo
noch ein kleiner Goldvorrat und der wird dann liquidiert,
um die Liquiditätslage
im Crash zu stabilisieren. Und deswegen
ist es so, dass wenn die Aktien runtergehen,
zieht das Gold erst meistens auch mit runter
und erholt sich kurze Zeit später. Das ist eigentlich
die optimale Kaufsituation, weil man
weiß, es stürzt aus technischen Gründen ab und
erholt sich dann aus fundamentalen Gründen zwei Wochen
später. Ja, also man
kann das, wir haben das jetzt mehrfach beobachtet
und das sind eigentlich eher die Treiber
des Goldpreises, als ob da jemand
irgendeine Impfung macht.
Kommen wir zur Lagerung. Da kamen auch
einige Fragen. Herr Greilich hat immer wieder zu einem relativ
hohen Anteil an physischem Gold im Depot.
Bei einem Großteil der Lagerung rät er allerdings vom heimischen
Tresor und auch vom Bankschließverkehr innerhalb
der Bundesrepublik Deutschland ab.
Wo genau wäre denn eine Lagerung z.B. der Schweiz
oder in Lichtenstein sinnvoll
und was ist vor allem steuerlich zu beachten,
wenn ich jetzt das Gold im Ausland lagere?
Also, es ist nicht ganz richtig, was in der Frage
drin steht, was ich empfehle, sondern ich empfehle
eigentlich zu streuen. Es macht
einer gewissen Menge Sinn, sowohl im In-
als auch im Ausland entsprechend
seinen kleinen Goldvorrat anzulegen.
Und zwar im Inland braucht man eine gewisse Menge,
weil im Falle einer ernsthaft
sich zuspitzenden Krise
ist das Gold als Zahlungsmittel
geeignet und dann muss ich es auch verfügbar haben.
Wenn dann unter Umständen, haben wir gesehen,
Grenzen können dicht gemacht werden, wenn ich dann
keinen Zugriff drauf habe, dann ist es schwierig.
Auf der anderen Seite ist es durchaus denkbar,
dass bei einem Marsch in den Sozialismus
der Raubstaat kommt und den Leuten alles
wegnimmt, was sie haben. Immobilien,
Gold, Aktien,
sonst was. Und dann
ist es sinnvoll, wenn man auch ein bisschen was im Ausland
hat, damit man überhaupt noch eine Basis hat, von der man
wieder was aufbauen kann. Und insofern
plädiere ich eigentlich für Diversifikation.
Und
was jetzt das Lagern selbst
angeht, da gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten.
Für kleine Mengen kann man
sich zu Hause ein Tresor einbauen lassen oder man kann
ein Schließfach mieten.
Und da gibt es jetzt zwei Varianten. Sie können
zu ihrer Bank gehen oder sie können
zu einem Anbieter wie der
Rekusa gehen.
Das ist so,
dass nicht Banken
die Vertraulichkeit
und die Souveränität
sozusagen über ihr Schließfach ein bisschen höher als
bei Banken, weil da andere Meldepflichten gelten.
Aber grundsätzlich
gibt es da eine ganze Reihe von
Optionen in allen Größen und
in allen Größen Farbe und Variation.
Und
man braucht auch keine riesigen
Schließfächer. Wenn Sie sich überlegen,
also ein kleines Schließfach, was
vielleicht 200 Euro im Jahr kostet,
da können Sie schon 10, 20 Kilo Gold drin
unterbringen. Das ist mehr als die meisten Menschen jemals
haben werden.
Die Kosten der Lagerung sind eigentlich überschaubar.
Wie stehen Sie denn zu
Xetragold? Da kamen auch ein paar Fragen, wie Sie
das einschätzen.
Das Xetragold ist ja
hinterlegt. Das heißt, Sie haben da im Wesentlichen
auch eine physische Golddeckung. Die ist zwar nicht
100 Prozent laut
der AGB dort, glaube ich, sondern
98 oder so, aber
im Wesentlichen ist es substanziell gedeckt.
Und da
das Xetragold ja von der deutschen
Börse betrieben wird und
die deutsche Börse eigentlich ein
Unternehmen mit guten Namen
und
guter Tradition ist,
werde ich da ganz sicher nichts
dagegen sagen.
Es ist so, dass man
unterschiedliche Präferenzen hat. Man kann mit
Xetragold schneller größere Mengen handeln
und hat trotzdem die physische
Hinterlegung und man hat aber nicht
das physisch in der Hand.
Wer es physisch in der Hand haben will, das ist
eine Präferenzfrage und auch eine
Risikomanagementfrage,
der kann es dann halt physisch nehmen. Aber ich glaube,
dass beide Produkte ihre Berechtigung haben.
Haben Sie noch Aktien im
Depot? Die Frage kam auch ganz oft.
Nein. Gar keine? Im Moment
gar keine. Gibt es welche, die Sie gerne
hätten oder gibt es Unternehmen,
die Fragen kamen auch oft, oder gibt es
Unternehmen, wo Sie sagen, die profitieren
von der ganzen Situation vielleicht oder
die sind so stark wie Amazon,
dass es einfach egal ist, was passiert? Also es gibt eigentlich
sechs antizyklische Branchen, die ich durchaus empfehle, auch wenn
ich im Moment selbst keine Aktien halte. Das hat
was mit der größeren Struktur meines
Vermögens zu tun, die ich jetzt
nicht in der Öffentlichkeit erläutere. Das wäre aber interessant.
Ja, auch ich habe
eine Privatsphäre.
Aber grundsätzlich ist es so, dass es
sechs antizyklische Branchen gibt, von denen
ich glaube, dass man sie immer noch
mit Verantwortungsbewusstsein
ins Portfolio nehmen kann, wenngleich
man in dem anstehenden
Crash, der nach meiner Meinung nach kommt,
wenn die Gelddruckerei in ihrer
Wirkung nachlässt, wenngleich
man in dieser Situation eine hohe Volatilität
aushalten wird, müssen.
Aber für den, der langfristig
investiert, der hält
die Volatilität ja auch aus. Und was sind das für
Branchen? Das ist einmal Lebensmittel, weil
die Leute immer was essen müssen. Das ist
Pharmazeutika und Medizin, weil die Leute auch immer
eine Gesundheitsversorgung brauchen.
Das ist Verteidigung,
weil Krisenzeiten
leider auch solche sind,
in denen sich die internationalen Spannungen nicht
senken, sondern tendenziell eher erhöhen,
was wiederum bedeutet, dass
die Staaten von ihrem schrumpfenden Budget in
größeren Teilen in die Verteidigung stecken.
Das ist Goldminen,
weil natürlich Goldminen
eine Option aufs Gold sind.
Im Grunde genommen ist es etwas, was
einen Hebel hat. Wenn der Goldpreis steigt, steigen
Goldminen noch stärker.
Das ist Entertainment, weil
die Leute in schlechten Zeiten Abwechslung
suchen. Das war schon in den 30ern so,
die große Zeit Hollywoods. Ist natürlich
jetzt nicht wieder Hollywoods, sondern es ist irgendwas anderes,
aber man muss eben,
das Stockpicking kann ich den Leuten nicht abnehmen.
Und das ist Big Tech
und zwar nicht
allein deswegen, weil viele von den großen
Technologieunternehmen, also die Amazons und Googles
und Apples dieser Welt,
nicht nur haben die viele
Dienstleistungen, die jetzt in der Pandemie
quasi relevant sind,
wo die Leute quasi auf Distanz
über das Internet handeln und
sich über das Internet verabreden
und treffen und nicht mehr
physisch, sondern
der Knackpunkt, glaube ich, bei den
großen Technologie-Big Techs
ist, sie verfügen über
ein riesiges Portfolio an Technologien.
Und dieses Portfolio
ist so breit aufgestellt, so groß,
dass es eigentlich fast für jede sich
entfaltende makroökonomische
Situation irgendwas hat, was
dann noch Cashflow erzeugt.
Das heißt, man kauft eigentlich mit Big Tech ein
diversifiziertes Technologieportfolio
und das kriegt man
eigentlich mit kaum einer anderen Investition so hin
und deswegen sind das die sechs antizyklischen
Branchen oder resilienten Branchen,
wenn sie so wollen, von denen ich glaube, dass wenn man
Aktien haben möchte oder
wenn sie gerade ins Portfolio passen, dass das am ehesten
reingehört. Ich selbst
allerdings habe im Moment keine Aktien.
Ich plane im Moment
dafür, dass ich welche
erwerbe und zwar aus genau diesen Branchen, wenn
es zum Spur gekommen sein wird.
Aber sind Sie dann eher ein ETF-Investor?
Sagen Sie, ich investiere wirklich in die
Branchen oder dann wirklich in Einzelunternehmen?
Ich investiere in Einzelunternehmen.
Wie stehen Sie denn zum Bitcoin? Die Frage kam
auch ein paar Mal, ist ja theoretisch
der digitale Nachfolger
des Goldes. Sehen Sie das auch so oder sagen Sie
um Gottes Willen, nein?
Die Frage kommt immer und es ist ja so, dass
ich die ein oder andere provozierende These schon mal
in die Welt gesetzt habe zum Thema Bitcoin. Da hatte ich dann die halbe
Bitcoin-Fangemeinde an der Backe.
Die Wahrheit ist, ich
halte die Blockchain und auch die Bitcoin
für eine großartige Erfindung. Ich bin aber erstens
da nicht investiert und zweitens
glaube ich, dass
die Bitcoin und überhaupt die Blockchain-Währungen
per se, auch wenn es eine großartige
Erfindung ist, die nach meiner Überzeugung eine große
Zukunft hat, ich glaube,
dass wir im Moment noch nicht an dem Punkt sind, wo der
marktliche Suchprozess uns da was geliefert hat,
was der Weisheit letzter Schluss ist.
Und zwar aus folgenden Gründen. Wenn Sie
eine reine Bitcoin mal sich betrachten,
in der Bitcoin ist
nichts drin. Also Sie können den
Strom, den Sie verbraucht haben, um
das zu machen, können Sie nicht mehr da rausziehen.
Also das
Mining ist zwar ressourcenaufwendig,
aber es kommt dabei nicht etwas raus, was Sie anfassen
können. Wenn Ihnen jemand den Strom
abstellt oder das Internet stilllegt,
können Sie keine Zahlung mehr durchführen damit.
Das heißt, Sie sind von einem globalen
infrastrukturellen Netzwerk abhängig
hinsichtlich der Verfügbarkeit
Ihrer Bitcoin.
Und es
ist natürlich so, dass die Bitcoin
oder überhaupt die Kryptowährungen jetzt
gerade erst mal ein bisschen mehr als 10 Jahre alt sind.
Und die Leute
fragen mich ja auch, wie vergleicht sich das mit Gold?
Und da sage ich, ja, wenn Sie hier durch dieses Goldmuseum laufen,
dann sehen Sie Stücke aus 7.000 Jahren Menschheitsgeschichte.
Von diesen 7.000
Jahren diente Gold 5.000 Jahre
lang als Geld.
Und hat sozusagen
die Bewährungsprobe
in gewisser Weise
aller Arten von Krisen schon 100 Mal bestanden
oder 1.000 Mal bestanden.
Diese Bewährungsprobe hat die Bitcoin
oder eine andere Kryptowährung erst noch
vor sich. Ich glaube
aber, eine Hypothese aufstellen zu dürfen,
auch wenn die natürlich auch nicht vom Markt getestet
ist, aber vielleicht wird der Markt sie ja irgendwann mal
testen, dass Kryptowährungen,
in denen was drin ist,
also Tokens, wo man was hinterlegt hat
dafür, zum Beispiel Gold oder Silber
oder andere Assets, dass die eine
größere Zukunft haben und zwar deswegen, weil
ultimativ man dann an sein Asset
auch rankommt, wenn das Internet abgeschaltet wird.
Stellen Sie sich vor, Sie haben den Code
und stellen Sie sich vor, Sie haben eine zentrale Sammelstelle
und Verwahrstelle für das hinterlegte Asset
und jetzt wird abgeschaltet, jetzt gehen
Sie mit Ihrem Code dahin und sagen, ich will meine
30 Unzen haben, die ich
hier im Konto habe und dann wird
diese Blockchain-Adresse eben
nicht dezentral, sondern zentral
abgeschaltet und das Gold ausgehändigt.
Also sowas kann ich mir vorstellen,
ein Hybrid zwischen
Alt und Neu, wo man
die Dezentralität der
Blockchain oder der Bitcoin, die ja ein
großer Vorteil ist, mit der physischen
Verfügbarkeit des Goldes verknüpft.
Das ist unter Umständen
eine Sache mit Zukunft.
Sehr schön. Jetzt würde ich zum
Abschluss gerne, weil viele Leute
damals bei dem Video drunter geschrieben haben,
jetzt erzählt ihr uns das hier und jetzt macht ihr so
Wirbel und stellt das so negativ
dar und entlastet uns am Ende ohne Lösungsmöglichkeiten.
Vielleicht, was
würden Sie gerne den Leuten noch mit auf den Weg geben?
Jetzt haben wir über Gold gesprochen, über mögliche
Aktieninvestments,
vielleicht noch andere Währungen oder was können
die Leute vielleicht noch tun? Oder was können
vielleicht auch die Politiker noch tun, um das Ganze ein bisschen
besser zu machen? Also was wäre sozusagen Ihr Appell,
wie wir da noch alle möglichst
gut rauskommen aus dem Markt? Also ich glaube,
das muss man zweiteilen. Das eine ist
die Frage der Geldanlage, das andere ist die Frage der Politik.
Bei der Geldanlage
ist es so, dass mein empfohlenes
Portfolio ist 20%
des liquiden Portfolios in Gold,
20 bis 40%
tatsächlich in Aktien,
jetzt oder später, wenn es geknallt hat.
Ein gewisser Teil Cash,
weil Deflationen,
deflatorische Phasen erfordern einen gewissen Cash,
da muss man einen gewissen Vorrat an Cash haben, weil
Cashflow ausfallen kann, sei es aus
dem Beruf, weil man arbeitslos wird oder sei es aus der Miete,
weil der Mieter nicht mehr bezahlt.
Es passiert ja aktuell, 60%
der Mieter in vielen großen
Innenstadtlagen zahlen nicht mehr,
also Geschäfte etc.
Aber Cash
dann in verschiedenen Währungen?
Cash in verschiedenen Währungen und
entweder in Form von Banknoten oder in Form von
sehr kurzlaufenden Staatsanleihen außerhalb
der Eurozone, aber das ist ja auch nicht das erste Mal,
dass ich das empfehle. An dieser Empfehlung halte ich nach wie vor
fest. US-Dollar, britisches Pfund,
russischer Rubel.
Und
auch
selbst genutzte Immobilien möglichst
nicht zu hoch verschuldet, weil hohe Verschuldung kann
in der deflatorischen Phase lauten,
dass es einem das Genick bricht, wenn der Cashflow ausfällt.
Und
das ist das eine. Also ein diversifiziertes
Portfolio, international diversifiziert
und über Assetklassen diversifiziert.
Und die zweite Frage
ist die politische. Und da sage ich,
ich kann den Politikern keinen Rat
mehr geben, weil
der Zug ist abgefahren.
Und die
Katharsis, die da kommt, da muss die Gesellschaft durch.
Und ich
glaube aber, wenn
ich einen Rat geben darf,
dass sich die Menschen darüber im Klaren sein müssen
und sich darüber im Klaren sein werden,
dass die Entscheidung, die sie dann zu treffen haben,
zwischen Freiheit und Sozialismus zugunsten der
Freiheit ausfallen muss, wenn sie
für sich und ihre Kinder ein halbwegs
anständiges Leben im Sinne haben.
Aber wenn sich die Gesellschaft dann
für eine freiheitliche Wirtschaftsordnung entscheidet,
und das bedeutet auch, die ganzen alten Zöpfe
und Bürokratie abzuschneiden, die wir
uns jetzt seit 50 Jahren leisten.
Wenn wir das tun,
dann ist es allerdings so, dass ich der
Überzeugung bin, dass wir in wenigen Jahren
einen Wohlstand haben werden, von dem träumen
wir heute noch nicht mal.
Das ist doch mal ein tolles
Schlusswort. Dann freuen wir uns einfach mal da drauf
und hoffen das Beste. Jede Krise
ist ja dann auch, wenn sie dann richtig
durchschlagen sollte, eine Chance. Herr Krall, herzlichen Dank.
Ich danke Ihnen. Das hat großen Spaß gemacht.
Besonders an alle Ihre Zuschauer. Genau,
an euch nämlich. Danke euch
fürs Zuschauen und ich glaube,
wir haben einigen Stoff geliefert zum
diskutieren. Schreibt doch mal in die Kommentare
und drückt den Like-Button,
wenn ihr Dr. Markus Krall
gerne wieder bei der Mission Money sehen wollt.
Danke Ihnen. Vielen Dank. Danke euch.
Wir sind jetzt raus. Bis zum nächsten Mal.
Tschau.
