„Wie werden unsere Pferde selbstbewusster?“ Das war die Frage, die Katrin in ihrem ersten Fachvortrag für das Buchenhof-Team klären durfte. Danach war schnell klar: an Gelassenheits- und Anti-Schreck-Training führt kein Weg vorbei. 👻☂️📣
Was ist der Unterschied zwischen Gelassenheitstraining und Ant-Schreck-Training? Wie beginnt man? Welche Reize kann man kreieren? Ab wann weiß ich, wann mein Pferd bereit für den nächsten Schritt ist? Das alles erklären Katrin und ich euch in diesem Video. Viel Spaß 🙂
Wer ist Momo? "Ich bin 26 Jahre jung und seit meinem 6. Lebensjahr sind Pferde ein fester Bestandteil meines Lebens. Von Führzügelklassen über die Goldene Schärpe und Deutsche Meisterschaften bis hin zur Europameisterschaft haben sie mich gebracht. 🏆 Ich bin im internationalen Springsport bis zur Klasse S*** aktiv und habe dort schon einige Platzierungen mit meinen Pferden erkämpft."
Da steckt aber noch mehr dahinter! „Mein Name ist Alex, ich bin 27 Jahre alt und studiere Jura. Schon früh in meinem Leben hatte ich durch meine Familie Umgang mit Pferden. Natürlich lag mit dieser Grundlage die Teilnahme an Reitturnieren nicht fern. Und so konnte ich Platzierungen bis zur Klasse M im Springsport erreiten. Derzeit bestimmt sowohl die Arbeit am Hof, als auch das Studium meinen Alltag."
Und wo sind wir? Seit November 2020 dürfen wir diesen schönen Hof unser Eigen nennen! Wir nehmen euch mit auf die Reise des Ausbaus und zeigen die Höhen und Tiefen mit einer eigenen Reitanlage. ➡️ https://buchenhof-ballenstedt.de
Neuen Video. Heute geht es rund ums Schrecktraining.
Wir haben euch das ja in Katrins Vorstellungsvideo schon kurz mal mit gezeigt.
Auch in Vlogs habt ihr schon kurze Sequenzen mitgesehen.
Aber wir wollen das Ganze nochmal so ein bisschen ausführlicher, auch über die letzten Wochen betrachtet, für euch aufbereiten.
Und dabei wünsche ich euch ganz viel Spaß.
Katrin baut gerade noch im Hintergrund auf und die Halle wird noch gesprengt.
Das kommt natürlich noch raus, obwohl es vielleicht auch ganz lustig wäre, dann gleich mit Regenschaft hier durchzulaufen.
Aber Dienstag ist bei uns jetzt so ziemlich fest etabliert schon, dieser Bodenarbeit-Gelassenheitstag.
Katrin wird da auch gleich selber noch ein bisschen was dazu erklären.
Denn das Ganze ist ja auch daraus entstanden, dass wir regelmäßig im Team jetzt so Fachvorträge haben, sag ich mal.
Und da hat jeder eben so ein Thema, was er bearbeitet und darüber das ganze Team informiert,
dass alle so ein bisschen vom Wissensstand her abgeholt sind, sich zusammen weiterbilden können.
Und da hat sie eben den allerersten Vortrag tatsächlich im Team gehabt.
Und da eben dieses Gelassenheits- oder Antischrecktraining, was der Unterschied ist, werdet ihr auch gleich noch lernen, als Thema gehabt.
Und seitdem ist das eben so Dienstag fest etabliert.
Das hat sich bei uns ganz gut angeboten, weil Dienstag hier jetzt keine Ponyreitstunde dann für die Reitbeteiligungsschulponys ist.
Und wir da hinten raus so ein bisschen Puffer haben, wenn eben mal was länger dauert oder man noch ein Pferd machen will, haben wir da eben Zeit.
Und dann baut Katrin sich jetzt ihr Zeug auf. Das kann sie dann gerne alles selbst erklären, was sie sich dabei heute denkt, sonst denkt.
Und ich bin auch sehr gespannt.
Es gibt zwei verschiedene Ansätze beim Gelassenheitstraining.
Einmal das Gelassenheitstraining, aber eben auch das Antischrecktraining.
Da gibt es nämlich einen wesentlichen Unterschied.
Und zwar hast du beim Gelassenheitstraining den Fokus darauf liegend, dass das Pferd das in Ruhe selber entdeckt, das Hindernis,
die akustischen Reize, die visuellen Reize und so weiter.
Beim Antischrecktraining hast du eben die Konfrontation mit dem Gegenstand.
Also auch gezieltes Erschrecken manchmal, um die Pferde eben auf dieses Objekt dann zu desensibilisieren.
Also beim Gelassenheitstraining geht es eben darum, dass man die innere Gelassenheit festigt und auch eine Vertrauensbasis zwischen Pferd und Reiter stärkt.
Und das Antischrecktraining ist eben dazu da, um eine gezielte Desensibilisierung zu erzielen.
Und im Training selber muss man halt einfach schauen, welcher Ansatz sich gerade mehr anbietet, welchen man braucht auf das Pferd.
Da ist jedes individuell. Da muss man einfach schauen, welcher Ansatz beim jeweiligen Pferd Sinn macht.
Also beim Gelassenheitstraining habe ich mich auf vier Punkte spezialisiert.
Einmal taktile Reize, visuelle Reize, akustische Reize und den Engpass.
Mit taktilen Reizen ist gemeint, dass Pferde eine Aufgabe, ein Hindernis nehmen, indem sie drüber gehen.
Zum Beispiel eine Plastikplane, Äste, was auch immer man halt findet.
Visuell ist, glaube ich, sehr selbsterklärend eben alles, was die Pferde optisch reizt.
Akustisch ist auch sehr selbsterklärend eben alle möglichen Geräusche.
Und mit dem Engpass ist gemeint, dass die Pferde zwischen Dingen durchgehen müssen,
was halt auch sehr hilfreich sein kann fürs Hängertraining.
Also es ist quasi Hängertraining nur eben am Boden und auch sehr hilfreich für zum Beispiel jetzt die Hallensaison,
wenn man mal einen Springparcours in einer etwas kleineren Halle stehen hat
und dort auch Wege zwischen Sprungen und Bande lang reiten muss,
die nicht mehr allzu breit sind und auch noch geschmückt sind mit allen möglichen visuellen Reizen.
Daher kombiniere ich das auch sehr gerne. Das zum Beispiel habe ich jetzt auch mit Melly gemacht.
Also Melly ist eigentlich sehr unerschrocken für ihr Alter und daher habe ich immer kombinierte Reize mit ihr.
Zum Beispiel den Engpass kombiniert mit sehr vielen visuellen Reizen und auch akustischen Reizen
oder auch das kleine Kreuz, was ich aufgebaut habe mit dem visuellen Reiz, quasi diesem Teppich als Unterbau.
Und auch an der Seite jetzt ein Regenschirm oder die Plane, die so schimmert und auch im Sonnenlicht blenden kann,
was die Pferde auch oft ein bisschen verwirrt und irritiert, dass sie sich nochmal neu sortieren müssen.
Und dafür ist es sehr hilfreich. Mit dem Sonnenschirm zum Beispiel hat Melly auch sehr wenig Probleme.
Wenn er dann so ein bisschen raschelt, hat sie zwar erst ein bisschen geschaut,
aber dann, wenn man nach einer Pause wieder hingeht und das nochmal macht, ist zum Beispiel plötzlich alles gut
und es ist schon gar nicht mehr spannend und da merkt man dann schon diesen Fortschritt innerhalb der ersten oder der einen Einheit mit ihr.
Und das ist ganz schön zu sehen, dass das dann doch anschlägt, was man da macht.
Katrin hat gerade gesagt, dass die meisten Pferde jetzt alle schon so weit sind, dass man jetzt auch unterm Sattel mit denen starten könnte,
wie wir das mit Püppi auch schon gemacht haben, weil die jetzt schon alle recht unerschrocken sind mit dem, was ich hier aufbaue
und es immer entspannter und ruhiger mit allen wird.
Die Püppi ist vom Boden aus ein sehr sicheres Pferd.
Genauso braucht sie diese Sicherheit auf Turnier oder in neuen Situationen, wenn jemand nebenher läuft,
fühlt sie sich absolut vertraut mit der Situation, vertraut dem Menschen und hat da dann ihren Ruhepol.
Aber dieses Selbstbewusstsein, eben alleine geritten voranzugehen, das müssen wir aufbauen.
Und genau deswegen haben wir eben mit ihr dann auch den nächsten Schritt gewagt und haben eben diese Aufgaben geritten,
was natürlich wieder eine ganz neue Reitsatzung war.
Und sie musste eben selbstbewusst sein.
Und da hat man schon den ein oder anderen Unterschied zur Bodenarbeit gesehen.
Püppi ist innerlich tot.
Achso, okay, mittlerweile können wir das sagen.
Katrin hat mit dem Schirm gewackelt, während ich schon angeritten bin.
Das heißt, Püppi hat das von ganz weit weg schon gesehen.
Und jetzt gleich haben wir das nochmal anders gemacht.
Das werdet ihr im Originalton hören.
Da gebe ich Katrin ein Signal, wenn ich so drei Galopp-Sprünge vorher bin.
Und dann hat sie angefangen zu wackeln.
Also auf Turnier kann es ja genauso mal sein, dass so eine Windböe oder so kommt
und dann plötzlich vorm Sprung was raschelt von Bäumen oder so.
Und genau das haben wir damit nachgestellt.
Hier Mauern quasi draus machen.
Und halt dieses wunderbare Wirken.
Wenn ihr das schon von weitem seht.
Ich hoffe, euch hat der Einblick gefallen.
Das Gelassenheitstraining ist natürlich einerseits eine absolut sinnvolle Ergänzung zum normalen Training,
was vor allem körperlich für die Pferde jetzt nicht so anstrengend ist,
dafür aber psychisch sehr viel fordert und sie daran eben auch wachsen lässt.
Und es ist natürlich auch ein großer Vorteil, dass die Pferde dadurch dann selbstbewusster werden,
gerade für Turniersituationen, aber genauso auch für zu Hause, für die alltägliche Arbeit,
für Situationen beim Ausreiten kann das genauso hilfreich sein.
Also man sollte sich da jetzt gar nicht so im Kopf auf diese Turniersituationen beschränken,
sondern es gibt ja so viele alltägliche Abläufe,
die man mit mehr Selbstbewusstsein beim Pferd einfach einfacher meistern kann.
Und es ist auch total spannend zu beobachten,
wie verschiedene Pferde einerseits natürlich auf verschiedene Situationen reagieren
und wie wir ihnen da dann eben durch das Training auch weiterhelfen können.
Genauso aber ist es für uns ja auch immer wieder spannend,
dann bei Pferden das frühzeitig zu erkennen,
wenn die zum Beispiel neu bei uns einziehen, die neuen Berittpferde,
dass man dann eben eher mal das Training ein bisschen so und so anpassen kann
und dann schneller zum Erfolg kommt.
Und es ist wirklich super, dass wir das jetzt so umsetzen können.
Es war zeitlich einfach, als ich noch alleine war, überhaupt nicht machbar gewesen,
das noch in so einem vor allem auch regelmäßigen Umfang noch zu gewährleisten.
Deswegen ist es jetzt cool, dass Katrin da einerseits auch so viel Spaß dran hat,
sich da so reinzudenken und mit den Pferden da zu arbeiten
und dass wir es eben, wie gesagt, einfach so zusätzlich mit einbauen können
und dadurch eben nichts anderes irgendwie hinten angestellt werden muss,
sondern dass es eine super Ergänzung ist.
Katrin, wir haben heute auch Bären beim Schrecktraining.
Ich weiß nicht, ob er so gefährlich aussieht.
Bestimmt.
Neben mir findet ihr jetzt noch zwei weitere Videos, wenn ihr da vorbeischauen wollt.
Einmal das Vorstellungsvideo von Katrin, wo sie euch auch schon ein bisschen was
über das Gelassenheitstraining, aber auch generell über ihren Job erzählt
und darunter findet ihr das neueste Video, da könnt ihr auch gerne vorbeischauen
und dann sehen wir uns hoffentlich beim nächsten Video wieder.
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