#Wissenswert: Abenteuer Outdoor

Museum für Naturkunde Berlin
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Korbinian und Fred aus der Biologen-WG sind Guides am Museum für Naturkunde Berlin. Sie zeigen euch, welche Tiere ihr bei einem Spaziergang am Wasser in der Hauptstadtregion entdecken könnt.
In #Wissenswert überbrücken unsere Guides die Zeit, in der keine Führungen im Museum stattfinden, mit informativen Videos aus dem Homeoffice – immer mit Bezug zu Sammlung und Forschung am #mfnberlin. Die Serie ist Teil von #fürNatur digital, im Rahmen dessen wir unsere Online-Angebote ausbauen: http://bit.ly/fürNatur-digital #WirBleibenZuHause
Herzlich willkommen zurück in der Biologen-WG.
Du, Gabi, heute ist irgendwas anders, oder?
Ja, ich habe eine neue Mütze auf heute.
Wie ihr seht, sind wir heute mal nicht in unserer Lieblingsküche,
sondern in unserem Lieblingsgewässer.
Mittlerweile ist nämlich der Frühling schon voll und ganz da in der Natur.
Und da haben wir uns gedacht, schauen wir heute mal raus
und schauen mal hier rum, was wir hier so finden
und nehmen euch einfach mal mit.
Wir finden bestimmt ganz tolle Tiere, ein paar Pflanzen.
Einfach mal schauen.
An den schönen Blüten hier sieht man schon,
der Frühling ist jetzt voll im Gange.
Aber da wir hier an einem Gewässer sind,
hört man vor allem, dass der Frühling hier ist.
Und das hören wir uns jetzt mal gemeinsam an.
Ihr werdet vielleicht schon erraten, was man hier hört.
Genau, ganz unverwechselbar.
Froschgequake hört man hier.
Und genau genommen sind das die männlichen Frösche, die hier quaken.
Und zwar ganz besonders im Frühjahr,
denn sie sind aus einem ganz bestimmten Grund hier.
Und ja, dann wollen wir doch mal sehen,
warum die hier so laut durch die Gegend schreien.
Frösche sind nämlich Amphibien.
Und wie alle Amphibien können sie zwar auf dem Land leben,
aber müssen, um sich vorzupflanzen,
das heißt, ihre Eier zu legen,
die werden auch Laich genannt, ins Wasser gehen.
Genau, und aus dem Laich entwickeln sich dann sogenannte Kaulquappen.
Das sind die kleinen Larven der Frösche.
Die sieht man hier mal ganz gut.
Und aus denen entwickeln sich dann mit der Zeit die kleinen Frösche,
die dann eben wieder fähig sind, auch an Land zu leben.
Und damit haben wir auch die Antwort schon gefunden,
warum die so laut quaken.
Die Männchen müssen natürlich, um sich vorzupflanzen,
erst mal ein Weibchen finden.
Und die locken sie mit den Rufen an.
Frösche sind aber nicht die einzigen Amphibien,
die im Frühling ins Gewässer gehen, um sich vorzupflanzen.
Es gibt noch andere Amphibien,
die gar nicht so leicht zu finden sind,
weil sie nicht so laut rufen
und weil sie oft auch kleiner sind.
Und die suchen wir hier.
Und da sieht es so aus,
als hätte der Fred hier schon einen entdeckt.
Ja, tatsächlich haben wir einen gefunden,
und zwar einen Molch.
In dem Fall einen Teichmolch.
Und was ihr hier seht, ist das Männchen.
Das kann man gut an der auffälligen Färbung erkennen
und an der großen Schwanzflosse,
die so einen großen Flossensaum hat.
Hier sieht man nochmal diese bläuliche Färbung am Schwanz sogar.
Und im Vergleich dazu das Weibchen
ist deutlich unauffälliger gefärbt
und hat eben auch nicht diesen breiten,
verbreiterten Schwanz sozusagen.
Wie ihr gleich sehen könnt,
wenn wir den wieder freilassen,
können die mit diesem Schwanz natürlich wunderbar schwimmen.
Aber der große, breite
und gefärbte Schwanz hat bei den Männchen
noch einen anderen Grund.
Und zwar haben wir ja gesagt,
die Molche können nicht wie die Frösche rufen,
um auf sich aufmerksam zu machen.
Und deswegen machen die das über die Färbung.
Und hier sehen wir jetzt ein Männchen,
wie es versucht, das Weibchen anzulocken,
indem es seinen Schwanz zeigt,
mit dem Schwanz wedelt und dem Weibchen
seine schöne Färbung präsentiert.
Der Teichmolch ist mit Abstand
der häufigste Molch hier rund um Berlin.
Aber wir haben unseren Augen kaum trauen wollen,
als wir noch eine zweite Molchart
gefunden haben, und zwar den Kammmolch.
Der wird deutlich größer,
das könnt ihr hier sehen.
Und die sehen auch ein bisschen anders aus.
Was wir hier sehen, ist ein Weibchen.
Männchen haben wir leider keins gefunden.
Könnt ihr mal online schauen.
Die Männchen sehen nämlich beim Kammmolch
noch ein bisschen beeindruckender und schöner
gefärbt aus, als beim Teichmolch.
Wie die Frösche,
legen auch die Molche ihre Eier im Wasser ab.
Und dann, wenn sie das erledigt haben,
gehen die erwachsenen Tiere
wieder zurück an Land,
wo sie dann das restliche Jahr
über ihr Leben verbringen.
Da leben die erwachsenen Molche
eigentlich relativ versteckt,
und man bekommt sie eigentlich nie zu Gesicht.
Was ihr hier sehen könnt,
ist ein Tier, was euch vielleicht von der Körperform
ein bisschen an Molche erinnert.
Und zwar eine Eidechse. Die sind ganz flink.
Die kennt ihr vielleicht.
Die sitzen gerne morgens in der Sonne, um sich aufzuwärmen.
Und die sind mit den Molchen
überhaupt gar nicht verwandt.
Die haben zwar auch so einen langen Schwanz und vier Beine,
sind aber Reptilien.
Im Gegensatz zu den Amphibien,
zu denen die Molche gehören,
können Reptilien vollkommen unabhängig vom Wasser leben.
Das heißt, sie brauchen kein Wasser mehr,
um sich fortzupflanzen.
Sie legen ihre Eier an Land.
Und die meisten Reptilien
können sich auch viel flinker und besser
an Land bewegen.
Und wenn ihr gut aufgepasst habt,
habt ihr vielleicht gesehen, dass wir zwei verschiedene Eidechsen
entdeckt haben, nämlich zuerst
die Zauneidechse und das hier ist die Waldeidechse.
Wir haben aber sogar
noch eine dritte Reptilienart gefunden.
Und auch wenn
die vollkommen unabhängig ist vom Wasser,
lebt die sehr, sehr gerne an Gewässern,
an kleinen Tümpeln, an Bächen
und so weiter, weil sie sich nämlich
von Amphibien ernährt.
Die Rede ist von der Ringelnatter.
Die Ringelnatter
ist die häufigste Schlange in Deutschland.
Und ihr könnt euch sicher vorstellen, wie der Fred
sich gefreut hat, als wir nicht nur
eine entdeckt haben, sondern gleich
eine ganze Gruppe von Ringelnattern,
die sich hier zusammen auf einem hohlen Stamm
in der Sonne aufwärmen, um dann später
am Tag noch Jagd auf Frösche
und Molche zu machen.
Das sind jetzt noch relativ junge Tiere,
ungefähr ein bis zwei Jahre alt.
Die sind auch noch relativ klein,
die hier ganz süß aus dem Loch rausschauen.
Insgesamt kann man sagen,
die Ringelnatter ist eine vollkommen harmlose Schlange.
Die ist nicht giftig, das seht ihr hier auch.
Die ist auch nicht aggressiv, also
überhaupt keine Gefahr.
Eine haben wir hier mal gefangen, um uns die
mal ein bisschen aus der Nähe anzuschauen
und um auch ein paar schöne Fotos aufzunehmen.
Natürlich
lassen wir auch die gleich wieder frei.
Und hier sieht man, dass die Ringelnatter
wunderbar schwimmen kann, muss sie auch,
um ihre liebste Beute, Frösche,
im Wasser jagen zu können.
Neben den Reptilien und Amphibien,
die wir gefunden haben, haben wir natürlich
auch noch ganz viele andere Sachen entdeckt.
Zum Beispiel Insekten, die auch
ans Wasser gebunden sind, wie Rebellen zum Beispiel.
Ganz viele Vögel haben wir gesehen.
Das können wir euch natürlich
in dem kurzen Video jetzt nicht alles zeigen.
Wir sehen aber, dass Gewässer
für viele Tiere und Pflanzen
ein ganz wichtiger Lebensraum sind,
den wir auch so schützen und erhalten sollten.
Nochmal ganz wichtig, wir haben ja
ein paar Tiere heute auch gefangen, um die euch zu zeigen.
Insgesamt ist es aber besser,
wenn man natürlich die Tiere nur beobachtet
aus der Entfernung und die eben nicht so sehr stört
in ihrem natürlichen Verhalten.
Ihr könnt ja auch einfach mal schauen, wenn ihr mit euren Eltern
jetzt dann in der nächsten Zeit mal durch den Wald
spazieren geht, könnt ihr auch einfach mal schauen,
ob ihr ein paar Tiere, die wir euch heute gezeigt haben,
da vielleicht auch entdeckt.
Das ist nicht so einfach, wie das bei uns aussieht.
Die muss man nämlich manchmal ganz schön suchen.
Das ist richtig.
Ja, dann viel Spaß euch, genießt die Natur
und wir sehen uns beim nächsten Mal
aus der Biologen-WG. Ciao!
