Hier lernt ihr die japanischen Tischmanieren und wie man mit den Stäbchen umzugehen hat. No-Gos + Wissenswertes über Japan, wie z. B. was "Itadakimasu" bedeutet.
Hallo und herzlich willkommen bei Einfach Japanisch.
Ich bin Hiro, und heute geht es um das Thema Stäbchen
bzw auch ein bisschen was über Tischmanieren - weil als ich das No-Go-Video gemacht habe,
gab es ja schon einige Leute, die gesagt haben, sie wollen auch was über Tischmanieren wissen und Stäbchen-Manieren.
Und das was gewünscht ist, wird auch auf jeden Fall gedreht.
Jetzt möchte ich dann alles über die Stäbchen Manieren sagen.
Also es gibt da noch ganz viele Regeln und ich sage mal,
die meisten Japaner kennen das auch nicht komplett auswendig und nicht jeder hält sich auch daran.
Ihr werdet es auch verstehen.
Es sind auf jeden Fall sehr viele Regelungen.
Manche sind sinnvoll, manche sind fraglich,
aber es ist nicht verkehrt zu wissen, was da so gibt
und ob man sich daran halten kann oder will.
Das könnt ihr selbst entscheiden.
Zumindest bei einigen Regeln ist es so, dass man sich schon daran halten müsste,
weil das ja doch durchaus die Laune anderer verderben kann.
Jedenfalls sage ich mal:
Los geht's und viel Spaß
Am Anfang des Essens sagt man "Itadakimasu".
Das heißt dann erst mal: Ich empfange das Essen.
Das wird oft so mit "Guten Appetit" übersetzt, aber der Sinn dahinter ist etwas anders.
Also bei Itadakimasu ist es so, dass man sich dafür bedankt, dass man das Essen bekommen hat.
Also quasi ein Dankeschön an die Person, die das gekocht hat,
die das zubereitet hat und auch Dankeschön an die Zutaten.
Man bedankt sich bei den Zutaten, weil man quasi das Leben anderer Wesen genommen hat
und das zur eigenen Energie, Kraft macht.
Daher wird auch dieses Dankeschön zum Ausdruck gebracht, um nicht zu vergessen, woher das Essen kommt.
Also ich persönlich finde dieses Prinzip ganz toll,
also dass man sich dann wirklich für alles bedankt.
Aber in Japan gibt es da auch ganz viele geteilte Meinungen, und auch Leute,
die das wirklich für einen Schwachsinn halten.
Wie seht ihr das?
Ihr könnt das auch gerne ins untere Kommentarfeld hineinschreiben.
Also mich würde auch ernsthaft interessieren, was ihr davon haltet.
Aber ja, gehen wir mal weiter.
So man soll und
darf nicht den Teller mit dem Stäbchen zu sich ziehen, also wegschieben ist genauso schlecht.
Aber das heißt dann Yosebashi.
Und das ist verboten.
Wenn man etwas verschieben möchte, dann mit der Hand.
Utsuribashi.
Das Wechseln der Stäbchen.
Also man geht erst mal zu einem Gericht,
berührt das und dann wechselt man doch das Ziel.
Also das Hin- und Herjumpen.
Das ist nicht gut.
Man geht mit dem Stäbchen von einem
zum anderen rüber und dabei überlegt man sich, was man nehmen möchte.
Auch nicht schön.
Entscheiden.
Nehmen.
Essen.
Die Stäbchen werden dann auf den Teller oder auf die Schüssel gelegt.
Auch das wird ungern gesehen, machen sehr viel Leute und es eigentlich auch nicht so ultra schlimm.
Aber man sollte zumindest darauf achten, dass die Stäbchen nicht zur Person gegenüber zeigen.
Möglichst quer und wenn möglich sollten die Stäbchen auch eigentlich auf einem Stäbchenhalter liegen.
Liegt keine Stäbchen Halterung auf dem Tisch, werden die Stäbchen dann so ganz unauffällig,
möglichst weit weg von der Person gegenüber, Also nahe bei dir,
und seitlich auf dem Teller oder Schüssel
oder irgendetwas kleines draufgelegt.
Mit der Spitze zum Rand.
Das Stechen mit den Stäbchen.
Also wie eine Gabel oder so zum Beispiel.
Das hinterlässt den Eindruck, als ob man ja ein bisschen kindlich ungeschickt ist,
weil man mit dem Stäbchen nicht umgehen kann und deswegen sollte man das auch meiden.
Das habt ihr sicher schon öfter gehört,
aber nicht mit den Stäbchen in den Reis stechen.
Das gehört sich nicht und das macht man eigentlich nur beim Essen für eine verstorbene Person.
Bei der Aktion werden die Stäbchen quasi zu einer Brücke
zwischen der irdischen Welt und der Welt der Verstorbenen.
Daher macht man das nicht beim normalen Essen.
Man sollte auch nicht mit dem Stäbchen ins Essen so rein bohren oder rein wühlen,
um das beste Stück dann rauszusuchen oder um zu gucken, was da drin ist und so.
Das gilt auch als unhöflich.
Auch da heißt es: nehmen, essen, gut.
Das Überreichen von Essen, von Stäbchen zu Stäbchen,
das ist auch ein Tabu.
Es gilt als unordentlich, wenn aus dem Essen irgendwas runter tropft.
Am schlimmsten ist es, wenn das tropfende Etwas dann so einfach zu dir rüber gezogen wird
und alles landet auf dem Boden oder auf dem Tisch oder auf deinem Kleid.
Das ist nicht schön.
Man müsste dann so aufpassen, dass nichts tropft ...
oder bei der Miso-Suppe ist es auch so, dass man die Schüssel ordentlich hält und auch zu sich zieht.
Damit nichts dreckig wird.
Wenn man etwas aus der Schüssel trinkt, ist es wichtig, dass die Stäbchen
entweder auf dem Stäbchenhalter liegen,
oder dass die Stäbchen halt nicht zur Person gegenüber zeigt.
Also die Stäbchen Spitze bleibt dann halt so quasi in der Schüssel drin.
Das Lecken oder Lutschen
oder Saugen von Stäbchenspitze.
Das wird auch nicht gern gesehen.
Ich glaube, das ist offensichtlich,
aber man sollte die Stäbchen nicht als Zahnstocher nutzen.
Widerlich.
Das Entfernen von Essensresten von Stäbchen mit dem Mund,
also ablutschen, ablecken, abbeißen,
das wird nicht gern gesehen.
Das Reindrücken von Essen, was bereits im Mund ist.
Überhaupt nicht schön.
Das Reinschaufeln von Essen bei einer Schüssel.
Auch nicht so schön.
Mit den Stäbchen zum anderen zeigen
oder zum Objekt oder was auch immer.
Die Stäbchen sind was zum Essen und sind kein Laserpointer.
Übrigens gibt es auch noch was.
Das ist das Hintereinanderessen von einem einzigen Gericht.
Also in diesem Fall liegt ja auf dem Tisch Gyoza.
Und nur weil man Gyoza mag, soll man nicht Gyoza hintereinander komplett leer essen,
sondern gleichmäßig Gyoza, Salat,
Miso-Suppe, Tofu und so weiter aufgeteilt essen.
Warum ist das so?
Also nährwerttechnisch wird sich sicher nichts ändern.
Ob man so gleichmäßig ist oder eins nach dem anderen aufisst.
Aber das hinterlässt den Eindruck, als wäre man ja gefräßig.
Und das möchte man nicht in Japan.
Heißt es.
Das heißt dann Kasanebashi.
Kasaneru heißt dann übereinander aufstapeln oder auch wiederholen.
Sprich die Stäbchen gehen immer weiter zu einem Gericht.
Immer wieder, immer wieder.
Deswegen heißt das Kasanebashi.
Joa, ansonsten gibt es auch noch Chigiribashi.
Also dass man halt beide Stäbchen in zwei Händen so nimmt
und versucht, das Essen so auseinander zu reißen.
Nigiribashi ist auch nicht so schön.
Das ist dann, wenn man beide Stäbe mit einer Hand so greift, um zu stechen.
Wäre eher was für Kleinkinder.
Was sonst so nicht gern gesehen ist ...
Aber das hat auch nichts mehr mit den Stäbchen Regelung zu tun.
Aber das ist ja auch in Deutschland gleich, wie zum Beispiel mit dem vollem Mund reden
oder beim Kauen auch den Mund groß aufreißen.
Das ist auch ein No-Go in Japan.
Am Ende des Essens sagt man "Gochisousama deshita".
Oder nur "Gochisousama".
Das ist sozusagen die Höflichkeitsform von
Essen, Festmahl, Köstlichkeit.
Also am Ende bedankt man sich auch noch einmal für das tolle Essen.
Damit wird das Essen abgeschlossen.
Also das Prinzip ist auch so, das mit Itadakimasu und Gochisousama, mit dieser Dankbarkeit,
die man zum Ausdruck bringt, dass dieser Vorgang
auch zum Nährstoff der Seele, des Geistes wird.
Auch das finde ich ganz nice.
Und grundsätzlich ist es so,
dass man alles aufessen sollte, dass auch nicht ein Reiskorn halt
noch in der Schüssel übrig bleibt, aber auch das wird mittlerweile etwas lockerer.
Also man muss nicht komplett komplett aufessen, weil es ist schlimmer, wenn es einem schlecht wird.
Das ist ja auch das, was die Leute, die halt das Essen serviert haben, Essen gemacht haben, nicht wollen.
Einige denken, dass man das Essen auf jeden Fall übrig lassen muss,
als Zeichen, dass da genug Essen auf dem Tisch gab.
Würde man alles aufessen, heißt es ja.
"Ja, es gab zu wenig.
Ich bin nicht satt geworden.
Was soll das?" Nein, stimmt nicht.
Das gilt nicht für Japan.
Und das mit dem Aufessen war es auch so ...
Also früher war das auch mehr oder weniger ein Muss.
Dadurch gab es auch viele traumatisierte Kinder durch das Essen in der Schulzeit.
Also das Mittagessen wird ja in der Schule angeboten
und die Leute, die es nicht aufessen konnten,
mussten auch immer da sitzen bleiben, auch im Klassenraum,
während andere Kinder draußen spielen oder schon den Klassenraum putzen.
Da ist ein bisschen sehr militant und hinterließ
dann auf jeden Fall mental ungünstige, nicht schöne Spuren.
Vor allem auch hart, da das Schulessen früher halt nicht so top war wie heute.
Heute ist das Essen besser, deutlich besser sogar.
Und heute ist es auch kein Muss, dass man etwas aufisst.
Man kann auch die Menge vorab bestimmen.
Dadurch wird das Essen noch weniger verschwendet.
Aber selbst wenn man etwas übrig lassen sollte, es ist schöner, wenn man das in einer Ecke so zusammenfasst.
Also in einer Schüssel.
Sollte der Reis auch zum Beispiel nur in einer Ecke übrig bleiben
und nicht irgendwie so verteilt in 24 verschiedenen Teilen.
Aber wenn man zum Beispiel den Reis aufisst, ist es auf jeden Fall angebracht, wenn man auch alle Reiskörner aufisst.
Könnte natürlich ein bisschen schwierig sein,
wenn man mit den Stäbchen nicht so gut umgehen kann, aber das kommt mit der Zeit bestimmt.
Das sind so die wichtigsten Stäbchenregelungen.
Es gibt sicher irgendwie noch weitere, wenn man halt noch danach sucht,
weil - es gibt ja diese teilweise
interessante Manierenlehrer, Manierencoaches,
die jedes Jahr neue Regelungen erfinden.
Ich meine, es gibt ja auch so eine neue Regelung, wie zum Beispiel
die Sitzordnung, die Anzeigeordnung bei einer Zoom-Sitzung.
Halte ich für einen kompletten Schwachsinn, aber in manchen Firmen
ist das total wichtig Kann ich überhaupt nicht verstehen.
Ich finde es auch recht stark, dass manche Leute so was echt durchziehen.
Aber so ist das in der japanischen Gesellschaft.
Daran muss man auch in einigen Situationen halten.
Ist so, nicht hinterfragen.
So mehr habe ich auch zu diesem Thema erst mal nicht zu sagen Hat es euch gefallen?
Ich hoffe es schon.
Ja, ihr könnt ja dann jetzt ins Kommentarfeld hineinschreiben, was ihr davon haltet.
Und wollt ihr auch die ganzen Regelung lernen?
Oder sagt ihr: Ja okay, ich esse nie was mit Stäbchen.
Ach und wenn ja, was mit den Stäbchen essen wollt
und nicht wisst, wie man damit umgeht, könnt ihr auch dieses Video checken.
Da lernt ja schnell, wie man damit umgeht.
Bei manchen geht es schneler, bei manchen dauert es länger.
Aber früher oder später werdet ihr es schaffen, wenn ihr dran bleibt.
Habt ihr weitere Anregungen, Kommentare, Ideen, Meinungen?
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Also wie immer hoffe ich, dass wir uns wiedersehen.
Tschüß!
Mata ne!