Geschichten die das Leben schreibt #hörspiel Gustl Bayrhammer 1981 #kopfkino #missmarple

HOR MAL ZU HORSPIELE & CO
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05.12.2024
Rauhreif in der Winternacht.
Geheult ist es.
Handschuh brauchen wir für draußen.
Einkuscheln in eine warme Decke.
Und Hörspiele von Hörmolzu hören.
Schönes, feines, gute Unterhaltung
mit unseren Mundart-Hörspielen
bei Hörmolzu in der Weihnachtszeit.
Jetzt lassen Sie ihn halt sein Geschäft machen.
Du sollst dein Geschäft machen, was gehört?
Gehört der Ihnen, der Hund?
Nein, ich gehöre ihm.
Ja, ja, die Dackel haben einen eigenen Kopf, gell?
Ich habe auch so einen im Kopf.
Gerade so einen wie den da.
Aber ich habe ihn weggeben müssen,
wenn wir nach München umgezogen sind.
Haustiere sind bei uns verboten.
Bei Ihnen nicht?
Nein, bei uns sind Menschen verboten.
So, also, jetzt hat er sein Geschäft gemacht.
Er hat zwar noch ein Feuchtes,
aber darf ich meinen Hund jetzt wieder mitnehmen?
Ja, bitte, bitte.
Ja, Wiedersehen.
Wiederschauen.
Grüß dich, Otto.
Ja, sag nichts.
Gehörst kalt sein schon.
Oh, da haben Sie aber wieder einmal zugeschlagen, gell?
430.000 Mark.
Und gleich bei uns ums Eck rum
hast du die Sirene gehört heute Nacht.
430.000 Mark warst du, gell?
Das hätte uns gut gegangen.
Da könntest du uns die Gräscher am Abend besuchen.
Moment, bleib da, Batzi.
Sie, Herr Wammerl,
könnte ich Sie einen Augenblick sprechen?
Ungern.
Ich wüsste nämlich nicht,
was wir uns noch zu sagen hätten.
Aber ich.
So geht es nämlich nicht weiter mit Ihnen.
Von mir aus kann das weitergehen bis zum jüngsten Tag.
Und wenn Ihnen das nicht passt,
dann lassen Sie sich Ihrem Herrn Rechtsanwalt einen Brief schreiben.
Den lege ich dann zu den übrigen.
Ich habe schon eine ganze Sammlung davon.
Herr Wammerl, so geht es nicht.
In zwei Monaten kommen die Handwerker.
Ich habe nichts dagegen.
Die Wohnung gehört schon lange renoviert.
Übrigens, weil Sie gerade schon da sind.
Mein Gasherd brennt nicht mehr.
Haben Sie mein Gas abgetriffen?
Ja, die alten Leitungen entsprechen nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen.
Das ist Vorschrift.
Aha.
Das ist Schikane.
Aber zum Glück habe ich noch einen Elektroherd am Speicher.
So bringen Sie mich nicht aus meiner Wohnung raus, gell?
Wammerl, die Wohnung ist verkauft.
Ja, muss ich Sie denn mit der Polizei anschmeißen lassen?
Schauen Sie mal.
In einem Heim.
Da werden Sie doch viel besser aufkommen.
Ihre Beine werden nicht jünger und Ihr Kopf auch nicht.
Was Kopf?
Wollen Sie mir einen Paragraphen anhängen?
Der Wammerl, der spinnt.
Der ist allgemein gefährlich, oder was?
Das muss ich auch nicht anfassen, gell?
Kopf.
Den nehmen wir zurück, gell?
Ich bin ein ganz normaler Mensch.
Vielleicht normaler als wir Sie.
So.
Und dann reden Sie doch immer mit Ihrer Tasche.
Wie kommen Sie denn da drauf?
Na ja, so viel sagen.
Erst redet man mit sich selber und dann mit einer Tasche.
Und man merkt es nicht einmal.
Das ist die Einsamkeit.
Sie gehören unter Leute.
Und dann brauchen Sie auch nicht mit Taschen reden.
Was war das?
Was?
Gratuliere.
Was haben Sie in der Tasche?
Das war mein Magen.
Es ist Essenszeit, wissen Sie.
Machen Sie die Tasche auf, aber sofort.
Finger weg!
Ein Hund!
Ich bringe Sie in der Flucht nicht auf.
Ein ganz kleiner Hund.
Warte.
Warte mal.
Jetzt habe ich Sie.
Hund ist Hund und Vertrag ist Vertrag.
Sie haben seinerzeit, wie jeder in Haus unterschrieben,
dass Haustiere nicht in Frage kommen.
Ja, das war vor 34 Jahren.
Da hat meine Frau noch gelebt.
Da habe ich keine Gesellschaft gebraucht.
Wenn Sie damit sagen, dass Sie dieses Fichter
schon seit dem Tod Ihrer Frau in Erinnerung rausschmuggeln,
das wäre immer besser.
Das ist ja acht Jahre her, mindestens.
Ja, mindestens.
Aber Sie haben recht.
Bevor ich anfange, mit einer Tasche zu reden,
habe ich etwas Entwendiges hineingetan, nicht?
So.
Schauen Sie es Ihnen an.
Der mag Sie sogar.
Ja, aber ich mag ihn nicht.
Das ist ein Kerl und das ist eine Ratte.
Ist das so?
Na, na, na.
Und Sie werden von meinem Anwalt werden, gell?
Es regt sich einfach nicht auf.
Ja, woher denn?
Ich freue mich.
Einen größeren Gefallen hätten Sie mir gar nicht tun können,
lieber Wammerl.
Auf Wiederschauen.
Jetzt rufen wir gleich den lieben Dr. Anzinger an.
Und der schreibt uns dann einen schönen Eitschreibebrief.
2, 5.
Ja, Isolde Greischner.
Geben Sie mir den Dr. Anzinger.
Ja, ich bin's, Herr Doktor.
Gut, dass ich Sie noch erreiche.
Stellen Sie sich vor, was passiert ist.
Nein.
Nein, viel besser.
Der Wammerl hat sich uns freiwillig sozusagen auf einem silbernen Tablett serviert.
Ja.
Ja, deswegen rufe ich Sie ja an.
Also, Herr Doktor, schreiben Sie mit.
Ich erzähle Ihnen alles haarklein.
Ja.
Jetzt haben wir's.
Jetzt ist's aus.
Wenn wir unser Gast nicht halten können.
Wedemorgen in der Früh ist im Kasten der Brief vom Herrn Rechtsanwalt mit der Kündigung.
Und dann, ja, dann sitzen wir auf der Straße.
Ja, nein, nicht so wie du meinst.
Bei den Menschen heißt es nicht Gassi, sondern in der Gosse.
Dann sitzen wir in der Gosse, wenn wir nix finden.
Zigarrenrauchender, rüstiger Rentner sucht für sich und seinen kräftenden Dackel eine billige Wohnung.
Mit Aussicht auf den Englischen Garten und mit einem Aufzug.
Hoffnungslos ist dies. Hoffnungslos.
Sag einmal, für wie blöd hältst du mich eigentlich?
Für so blöd, dass ich jetzt aufstehe und mit dir runtergehe?
Ja, du hast recht.
Ich bin so blöd, ich kann sowieso nicht schlafen.
Aber das eine sag ich dir, größere Spritztür wird das nicht, gell?
Herr Plank, nein, die Taschen, die braucht man nimmer.
Und auch kein Kalkul mehr, wir sind enttarnt.
Und runter gehst gefälligst allein, gell?
Rauf trage ich dich vielleicht, wenn's dein Geschäft anständig macht.
Also jetzt gehen wir.
Patsi, was machst du denn?
Seid doch stark, was willst du denn an der Tür, in der Trauchenhöhle?
Ist gut.
Liegt doch, das ist ja Gas.
Was tu ich denn jetzt? Polizei, Feuerwehr? Die Gräscher?
Nein, nicht.
Frau Gräscher!
Sagen Sie mal, sind Sie wahnsinnig, was soll dieser Lärm?
Wissen Sie nicht, wie spät es ist?
Hoffentlich noch nicht zu spät, schnell. Wo ist die Feuerwehr?
Gas!
Die riechen sich überhaupt nix.
Tatsächlich.
Schnell! Und machen sie kein Licht, sonst gehen wir alle miteinander in die Luft.
Frau Gräscher!
Ja, da riecht alles nix.
Herrgott, ist die schwach.
Warten Sie, ich helfe Ihnen.
Nein, nein, lassen Sie es, das schaffe ich schon allein.
Gehen Sie lieber in die Wohnung und machen Sie alle Fenster aus.
Ja, natürlich.
Und das mir.
Na, endlich.
Aber keine Angst, das ist kein Albtraum, sondern das ist die reine Wirklichkeit.
Dankeschön meine Herren, Sie kommen zu spät, es ist alles unter Kontrolle.
Das müssen Sie uns überlassen. Wo ist denn die undichte Stelle?
Da in der Küche.
In der Küche?
Also, liebe ich Sie.
Was ist denn passiert?
Hätten Sie nicht nur mir so nach Ihnen die morsche Gasleitung abgedreht, dann wäre nichts passiert.
Nein.
Ach, mein Gott, da haben Sie ein Glück gehabt, dass der liebe Gott den Hund so angehabt hat.
Wenn Ihnen die Ratte nicht das Leben gerettet hätte, dann wären Sie jetzt schon im Himmel.
Und ich könnte mir denken, der Herr da droben, dem wäre das auch sehr unpassend vorgekommen.
Komm, Patsi, jetzt gehen wir Gassi, du hast das redlich verdient.
So, jetzt gehen wir aber heim, ich bin nämlich wirklich müde.
Und morgen kriegst du den Ripperl.
Ja, wie? Sind Sie nicht im Krankenhaus?
Naja, ich bin halt sehr, als ich ausschaue.
Herr Mermel, danke.
Ja, schön, schön, aber jetzt gehen Sie ins Bett und sowas spaßt mir nicht.
Und was ich noch sagen will, wegen dem Hund, wenn morgen der Brief vom Rechtsanwalt kommt, dann werfen Sie ihn einfach in den Mülleimer.
Ja.
Na, du Patsi, du, hm?
Und wieder eine Freifahrt für unsere kleine Prinzessin.
Wenn ich für jede Freifahrt eine Mark von Ihnen kriegen würde, dann wäre ich ein Millionär.
Grüß Gott, Herr Direktor.
Ach, der Herr Direktor, was verschafft mir die große Ehre?
Stellst du das Karussell da auf? Ich muss mit Ihnen reden.
Du weißt nicht, was ich mit Ihnen zu reden hätte.
Was ich Ihnen zu sagen gehabt habe, habe ich am Telefon schon gesagt.
Dann stellen Sie es einfach ein bisschen schnell.
Und wieder geht eine Runde zu Ende.
Aber wenn Ihr Papa und Mama schön frotzt, geht's auf eine neue große Reise.
Sieg, ich mach du weiter.
Ist gut.
Also, was ist, Herr Strobik?
Was haben Sie mir zu sagen?
Es ist aus.
Was?
Das Karussell ist verkauft.
Was?
Ja, wo Ihr heut Mittag versteigert.
Ich habe Sie gewarnt, Herr Strobik.
Ich Sie auch.
Jetzt ja, lege ich drauf.
So ein Karussell, 5 Mike, 6 Farken, ja wo gibt's denn das?
Die Jugend von heute, die will was erleben.
Rauf, runter, rechts rum, links rum.
Ja, ja, ein bisschen erschlägt werden.
Aber das ist meine Kundschaft und das ist was anderes.
Das sind die Kleinen, die sind doch nicht so verrückt.
Wo soll ich denn hingehen?
Und ich, der Sieg, wo soll ich denn hingehen?
Ich habe Ihnen ja gesagt, Sie können jederzeit bei mir bei der Achterbahn anfangen.
Ich habe ja nichts gegen Sie, im Gegenteil.
Leute wie Sie, die was hinlangen können,
und die was für solche eine Stimme haben wie Sie,
die kann ich allerweile brauchen.
Ich bin ein Spezialist und kein Hilfsarbeiter.
Von dem Karussell da kann ich jede Schrauben-Achterbahn.
Da muss man ein bisschen Schmalz haben und umeinander blähen.
Aber das Karussell ist eine Wissenschaft.
Eben.
Das fällt ja schon halbert auseinander.
Für die Wissenschaft sollte einem das Forschungsministerium keine Zuschüsse, oder?
Nein, nein, Tassler.
Mal Schluss.
Jetzt sperren Sie ab.
Und morgen wird abgebaut.
Nehmen Sie es nicht so tragisch.
Das Leben geht weiter, oder?
Ja, ja, für Sie vielleicht.
Aber ich, seit 30 Jahren fahre ich mit dem Karussell über die Dörfer.
Und die Kinder, die vor 30 Jahren zu mir gekommen sind,
die kommen heute noch mit ihren Kindern
und zeigen denen, wo sie einmal gefahren sind.
So ein Karussell ist keine Maschine.
Das gehört ja nicht ins Museum.
Das ist was Lebendiges.
Herr Strobeck!
Sie machen alles kaputt, Herr Strobeck.
Und immer schneller und schneller zur letzten Runde,
zur letzten Fahrt.
Wer ist denn die da?
Keine Ahnung.
Die hat 20 Karten gekauft.
20 Karten? Was spinnst denn du?
Da sind wir doch um Mitternacht noch da.
Dann soll ich sie wieder wegschicken.
Immerhin 20 Mark.
Das kommt, Robert.
Ich wüsste nicht, dass wir per Du sind,
wenn es um die Kinder geht.
Was?
Das ist ein Kinderkarussell.
Und aus dem Alter sind Sie ein Zwischenrauskneefrau, oder?
Ja, ja. Und du?
Bist ja auch nicht mehr der Jüngste
und fährst immer noch auf demselben Karussell.
Ich fahre nicht Karussell.
Ich führe ein Karussell.
Das ist ein kleiner Unterschied.
Und jetzt bitte steigen wir raus, meine Frau.
Nein. Ich habe ordnungsgemäß gezahlt
und ich fahre, solange ich mag.
Sie kriegen ordnungsgemäß ihr Geld zurück.
Das war die letzte Runde. Verstehen Sie mich?
Ich habe es Ihnen gesagt,
ich muss mich nicht mit Ihnen hier herumstreiten.
Jetzt gehen Sie bitte zur Kasse,
lösen Ihre Billetts und gehen Sie.
Und ärgern Sie vielleicht Ihren Wertengemal daheim.
Ich habe aber keinen Wertengemal daheim.
Na, wie wäre es denn mit noch einer Runde?
Herr Platz, genug haben wir doch.
Ich lade dich auch ein.
Jetzt schau halt nicht gar so krank dich, Robert.
Für Sie immer noch, Herr Dassler.
Warum denn so förmlich?
Früher hast du ja auch Martha zu mir gesagt.
Martha?
Das ist zwar schon Ewigkeit her,
aber ich habe dich nie vergessen.
Martha.
Die Martha Edelmann.
Ja, mit den blauen Augen und den Ringelzöpfern.
Ja, und der Robert Dassler mit seiner Lederhose
und diesem frechen Mundwerk.
Ja, aber bissen hast du mich.
Ich glaube, die Lippen hast du mir ein bisschen gebissen.
Oh, das tut mir aber leid.
Naja, ich habe aber damals nicht wissen können,
dass das ein Kuss hätte werden sollen.
Also, was ist, fahrst du mit
oder lasst mich wieder allein weiterfahren wie damals?
Sigi, auf geht's.
Volldampf voraus.
Der Chef macht eine Spritztour.
So ist es schön.
Weißt du, dass ich das nie vergessen habe?
Die eine einzige Fahrt auf dem Karussell damals mit dir.
Ich glaube, so glücklich bin ich danach nie mehr gewesen.
Dumm, gell?
Nein, nein, weil man wird älter, man wird gescheiter,
man wird reicher, aber glücklicher wird man meistens nicht.
Ich glaube, die erste Karussellfahrt ist die schönste im Leben.
Und die traurigste die letzte.
Was?
Ja, nichts. Magst du Zuckerwatte?
Ja, gern.
Sigi, bring eine Zuckerwatte für die Dame.
Zwei!
Dassler, sind Sie jetzt vollkommen übergeschnappt, Dassler?
Sie haben mir gar nichts zu sagen und jetzt sowieso nicht.
Ich bin da privat.
Genau, deswegen hören Sie jetzt auf, mein Karussell zu ramponieren.
Und posieren Sie ihn dann woanders.
Darf ich auch mal was sagen?
Vorsichtig, die Dame beißt.
Nur im Notfall, aber so weit wird es nicht kommen, wenn der Herr...
Strohbeck heißt er.
Der Herr Strohbeck jetzt schön stark ist und uns in Ruhe lässt.
Aber bei Ihnen, das Karussell gehört Ihnen doch gar nicht mehr.
Ihnen ja wohl auch nicht.
Nein, aber dem Herrn Dassler.
Hä?
Entschuldige, Robert, aber wie ich gehört habe, dass Sie dir das Karussell wegnehmen wollen.
Da habe ich es ersteigert.
Da, das gehört dir.
Mir?
Ja, ich wüsste ja gar nicht, wie man so ein Karussell fahren lässt.
Habe ich es ja noch nie gleich gesagt, die Dame beißt.
So, und jetzt schleicht es einer da von meinem...
von unserem Betrieb, gell?
Sonst lasse ich Sie wegen Hausfriedensbruch.
Zieh geh!
Kauf dir einfach so mir nix, dir nix, mein Karussell.
Sag einmal, das kostet doch kein Müll.
Geld.
Geld hat mir mein verstorbener Mann genug hinterlassen.
Ist doch schön, wenn ich dir jetzt ein bisschen helfen kann, hä?
Vielleicht können wir zwei wieder da anfangen, wo es einmal aufgeklärt hat.
Was meinst du?
Mein lieber Schwan.
Ah, ja.
Ja, danke.
Au, Herrschaftszeiten.
Du, da kurbelst mich eh.
Schluss jetzt.
Bei der Kommunion vom Schorsch hat das Hemd noch pass.
Ja, ja.
Wenn das ausschaut.
Und einen neuen Anzug brauchst du auch.
Einen neuen Traktor brauche ich und keinen neuen Anzug.
Rutsch einmal da.
Geh, du fährst immer so langsam.
Lass mich fahren.
Und schau nicht so böse.
Und brüll nicht gleich rum.
Ja.
Sonst schicken sie dich wieder weg.
Ich bin ein Bauer und kein Ziehharmonikadudler, der bettelt.
Und wenn der Holzinger mit seinen lächerlichen paar Hektar einen Vertritt kriegt,
dann muss ich schon lange angreifen.
Ich sag ja bloß, du sollst nicht so krimmig reinschauen.
Außerdem, die Tochter vom Holzinger ist mit dem Sohn vom Direktor so gut wie verlobt.
Und du, du hast ihn in aller Öffentlichkeit einen nixnutzigen Schmarotzer geheißen.
Das war am Stammtisch.
Und Schmarotzer hab ich nicht gesagt.
Das ist eine Verheimdung.
Ich hab bloß gesagt, dass die Banken und die Bauern zuzahlen,
das ist die reine Wahrheit.
Und mit der Wahrheit kommt man nicht weit, Sebastian.
Deswegen geh ich in die Stadt, da kommt mich keiner.
Ja, hoffentlich.
Versprich mir, dass du dich zusammenmachst, gell?
Mit Gefühl, nicht mit Gebrüll.
Ja.
Es geht um einen Hof.
Ja.
Und komm gleich heim.
Ja.
Luder.
Ja, geht's dir vielleicht raus, was wir erwarten?
Bist du schon nervös, Vater?
Nein, aber einen Zorn hab ich.
Die ganzen Jahre waren wir gut, nur haben sie mit uns verdient und nicht schlecht.
Und jetzt, wo es ums Trickern geht, jetzt drehen sie eine Hand zu.
Und die Bauern sind die Dummen.
Fingerspitze gefühlt, dass sie nicht lachen.
Aber ich hab sie kommen sehen und deswegen macht mein Tochter ein Abitur.
Ein Bauer muss heutzutage offensichtlich einen Doktor haben, damit er mit denen in der Stadt mithalten kann.
Wenn wir dann einen Hof haben.
Ja, wie?
Ich denk, du musst in die Schule.
Ja, sowieso.
Aber ich hab Charlie versprochen, dass wir ihm die Mathe noch vorbeibringen.
Er fehlt nämlich schon seit zwei Tagen.
Verstehst?
Krippe.
Das ist ja mit dem Computer-Dings.
Du, das ist ein Genie.
Also.
Also, dann mach's gut auf der Bank.
Viel Glück.
Ja.
Und lass dich nicht...
Naja, holst mich wieder ab und zu in die Schule.
Ja, ja.
Ich schätze dich.
Schorschi, du, was ist denn?
Komm, du musst mir helfen.
Und wer holst mich?
Ja, nix.
Hinlegen kannst du nachher wieder.
Jetzt wird gearbeitet.
Du wirst nerven.
Ich hab 39.8 Fieber.
Hongkong-B3.
Absolut resistent.
Da helfen nicht einmal mehr Tabletten.
Ja, den Virus kenn ich.
Den hast du bei der Susanne eingefangen.
Letzten Sonntag.
Ach so.
Woher möchtest du das wissen?
Ja, weil sie auch krank ist.
Und weil du ihr dein Motorrad gezeigt hast.
Und über zwei Stunden lang.
Und das bei der Nacht.
Jetzt komm, sterben kannst du nachher wieder.
Warum denn?
Weil du der größte Hacker von Oberbayern bist.
Ach, Schumann.
Ich muss in die Bank.
Und zwar bevor mein Vater dort ist.
Du möchtest eine Bank knacken?
Eine richtige Bank.
Ja.
Die Heimbank.
Ja, nix Schlimmes.
Ich brauch nur ein Plus auf dem Konto.
Wo jetzt ein Minus ist.
Verstehst?
Und vielleicht ein Komma versetzen.
Damit es besser ausschaut.
Da ist die Kontonummer.
Schorschi, das geht nicht.
Also jetzt red doch nicht.
Wer hat denn behauptet,
der knackt jeden Code im Schlaf
und ist der größte Computergenie südlich der Isar?
Nein, aber das ist doch was anderes.
Das ist kein Spaß mehr.
Das ist eine kriminelle Tat.
Da sperren sie uns ein, wenn sie uns erwischen.
Also das merkt doch keiner.
Ich brauch das nur für eine Stunde.
Und dann kannst du es wieder rausnehmen.
Niemandem wird was gestohlen.
Bitte, Charlie.
Ich kann's nicht mit anschauen,
wie sie meinen Vater wieder heimschicken ohne Geld.
Nur für eine Stunde.
Einen Soll machst du haben
und das Komma schiebst du zwei Stellen nach rechts.
Das sind ja hunderttausend Mark Unterschied.
Jetzt komm.
Also gut, aber bloß für eine Stunde.
Jetzt brauch ich erst meine Tabletten.
Holst du mir ein Glas Wasser?
Das Gesicht von den Bankmenschen,
das würde ich gern sehen.
Wenn der Vater zu einem kommt
und ihm die Faust und den Nasen hält.
Der Vater will mir alles mit Gewalt.
Aber das geht jetzt nicht mehr.
Hast du was, dann kriegst du was.
So geht das.
Und ich krieg einen Ranzenfall von meinem Vater,
wenn er mich erwischt beim Hacken.
Helf dir nix.
Da haben wir's ja, die Bank.
Enter Code to Prove Authorization.
Jetzt wird's ernst.
Wenn wir den Hund vom Herrn Direktor,
den Namen wüssten,
dann wär's kein Problem.
Das ist nämlich meistens der Name vom Hund.
Oder von der Tochter.
Warte mal, das haben wir gleich.
Die kenn ich nämlich vom Schwimmbad, den Anzug.
Ist das die Blonde mit dem Leopardenbikini?
Die Leute sind schon blöd.
Mein Vater hat einen Safe,
und weißt du, was er als Kombination hat?
Ein Geburtstag von der Oma,
weil er glaubt, das vergisst eher jeder.
Aber für einen Hacker ist das ja ein Kinderspiel.
Da haben wir's ja schon, die Teckler.
Sind wir schon drin.
Jetzt geben wir mal die Kontonummer.
102.
Jetzt schauen Sie den an, Herr Dobermann.
Ist ja tierisch.
Wenn das der zu mir kommt und einen Kredit will,
ich kenn doch diese Typen.
Die nach dem Sitz der Krawatte vergeben.
Okay.
Sie vergeben doch überhaupt keine Kredite.
Das macht doch alles der Computer.
Aber ich entscheide, ob der Computer entscheidet.
Immer noch.
Na, was hab ich gesagt?
Schnur strahlt's auf mich zu.
Na, da bin ich mal gespannt.
Man hat mich zu Ihnen geschickt, Herr Dobermann.
So, wie's auf dem Schild steht.
Bitte, was kann ich für Sie tun?
Danke.
Ich brauch ja der kleine Spritzen.
80.000.
Und wofür, wenn ich fragen darf?
Ein Swimmingpool oder etwa eine kleine Segeljacht?
Ja, wieso?
Für sowas kriegt man Geld.
Ja, wenn Sie ein Konto bei uns haben
und Ihre Einkünfte es gestatten, warum nicht?
Haben Sie?
Was?
Ein Konto bei uns.
Ja, nicht direkt bei Ihnen,
sondern in Ihrer Filiale in Moosbrunn.
So, ja, und wieso kommen Sie dann zu mir?
Moosbrunn, da ist doch der Herr Blaser, nicht?
Ja, ja, der Herr Blaser hat mich zu Ihnen geschickt.
Ja?
Ich kann mich nicht leiden.
Aha, das kommt schon mal vor auf dem Land.
Bei uns hier in der Zentrale
spielen persönliche Animositäten
keine Rolle bei der Vergabe eines Kredits.
Trotzdem würde mich interessieren,
warum der Herr Blaser
Ihren Kreditwunsch abschlägig beurteilt hat.
Ja, weil er ein blöder Hund ist.
So?
Das soll aber nichts gegen Sie sein.
Nein, nein, mit dieser Meinung
stehen Sie übrigens nicht allein.
Äh, man denkt hier im Hause ernstlich daran,
mir die Leitung Ihrer Filiale anzuvertrauen.
Ja, da ist ja alles in Ordnung, Herr Rothweiler.
Dobermann.
Ja, das wollen wir mal sehen.
Wie ist Ihr Name?
Sebastian Krauter.
Und Ihre Kontonummer?
Ja, das wird Ihnen nicht viel nützen,
weil wenn Sie meinen Kontostand sehen,
dann werden Sie sich denken,
das ist ein Tarnabeschwan
von uns 80.000 Mark haben zu wollen.
Aber ich muss investieren.
Ja, ja, überlassen Sie diese Entscheidung ruhig mir.
Also wie ist die Kontonummer?
102.
Ach so, da haben die noch nicht umgestellt bei Ihnen draußen.
Nein, ich war einer von den ersten im Dorf,
der einen Kontostand gehabt hat.
Das ist schon 20 Jahre her.
Jetzt haben wir sogar ein eigenes Telefon.
Jetzt verstehe ich, was Sie meinen.
Bei dem Kontostand drängt sich natürlich die Frage auf,
warum Sie um einen Krediter suchen.
Vor allem bei einem Filialleiter auf dem Dorf,
der nicht gewohnt ist,
dass Geschäftsleute Investitionen grundsätzlich
nicht mit ihrem eigenen Geld tätigen
und Zinsen abschreiben.
Also, ich sehe keine Probleme.
Und der Computer auch nicht.
Na also, das ging doch wie geschmiert.
Das heißt, ein Formular müssen wir schon ausfüllen.
Zum Beispiel brauche ich noch Ihren Anschaffungswunsch.
Ja, ich brauche einen Traktor.
80.000 Mark für einen Traktor?
Für das Geld können Sie einen Sportwagen haben.
Ja, schon, aber einen Traktor ist mir lieber.
Oder haben Sie schon mal probiert,
mit einem Sportwagen Rüben zu ernten?
Also, ich glaube, das reicht jetzt.
Jetzt kannst du es wieder löschen.
Ich kann gar nichts mehr.
Ich bin tot.
Also, was soll ich machen?
Du tippst den Originalbetrag wieder ein
und dann drückst du auf Enter.
Dass so etwas geht?
Jetzt stell dir mal vor,
die Bankräuber kommen nicht mehr in die Bank,
sondern machen das ganz einfach aus dem Bett aus.
So einfach ist das auch nicht.
So ein Computer ist doch nicht blöd, oder?
Spätestens abends bei der Abrechnung merkst du das.
Ja, auf jeden Fall danke dir, recht schön.
Das werde ich nie vergessen.
Du Hacker, du alter.
So, das wäre es, Herr Krauter.
Der Rest geht vollautomatisch.
Ja, dann danke ich Ihnen halt recht schön.
Sie sind der Mann nach meinem Geschmack.
Und wenn Sie als Filialleiter zu uns nach Moosbrunn auskommen,
dann sehe ich schon eine hervorragende Zusammenarbeit.
Eine vollautomatische Mistanlage, die darf mir nicht fallen.
Kein Problem. Und grüßen Sie den Herrn Blaser.
Ja.
Bitteschön, bitteschön.
So, ihr Batzis.
Und jetzt sind wir schon bei der letzten Geschichten.
Viel Vergnügen.
Herr Batz, ich brauche nur eine Medizin für den Opa.
Komm!
Jetzt?
Ich weiß, es ist spät, aber ich war ein bisschen eben in der Klinik.
Und der Doktor meint, er soll das Rezept heute auf die Nacht nehmen.
Wegen der Hitze und dem Blutdruck.
Ich nehme nichts.
Und das nimmst du?
Und wenn ich das höchstpersönlich eintrichtern muss?
Ja, das ist ja nichts zu, das muss ich erst zusammenstellen.
Ausgerechnet heute.
Mir kannst du das gleich bleiben lassen.
Ich nehme sowieso nichts.
Also, Frieder, ich würde an deiner Stelle das andere überlassen,
die was davon verstehen.
Oder willst du, dass dir der Schlag trifft?
An mich, der Schlag trifft bestimmt nicht du,
sondern der Herrgott, gell?
Der Herrgott.
Der Herrgott hat andere Sorgen als so einen Dickschädel wie dich
vom Schlag zu bewahren.
Also, jetzt kommt's weit.
Und außerdem hat der liebe Gott nicht nur die Krankheiten
und Plagen erfunden, die er uns geschickt hat,
sondern auch die Mittel und Kräuterchen dagegen.
Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.
Wie hilft mir er selber?
Da will ich dir mal eine Geschichte erzählen.
Sie passt genau zu so einem Sturkopf,
wie du einer bist.
Also, pass auf.
Da war eine Überschwemmung.
Sag ich dir, eine Überschwemmung.
Das war schon die reinste Sintflut.
Und das Wasser steigt und steigt und steigt.
Fast bis zum Dach.
Und der Bauer, der steigt aufs Dach rauf,
weil er nicht schwimmen kann.
Welcher Bauer?
Da kann's wurscht welcher, so einer wie du halt.
Oder kannst du schwimmen?
Der Opa?
Der traut sich nicht einmal in die Badewanne.
Eben.
Der Bauer sitzt also auf dem Dach.
Und wenn er schon nicht schwimmen kann,
eines kann er beten.
Er betet also zu seinem lieben Gott,
dass er ihn aus dieser misslichen Lage befreien möge.
Und siehe da,
da kommen auch schon ein paar Nachbarn angeschwommen
und wollen ihn vom Dach runterholen.
Aber der Bauer weigert sich und sagt,
schwimmst du noch weiter?
Nein, nein, der Herrgott wird mich schon erretten.
Warum?
Weil es fürchtiger und frommer Mensch ist,
der seinem Herrgott vertraut.
Der Bauer kniet also wieder nieder
und betet.
Und siehe da, da kommt die Feuerwehr
mit dem Motorboot.
Aber auch die schickt er weiter und sagt,
der Herrgott wird mich schon nicht im Stich lassen.
Und dann?
Das ist doch die dümmste Geschichte,
die ich je gehört habe.
Wart's ab!
Und der Bauer betet wieder,
aber diesmal noch heftiger
und noch imbrünstiger,
und du wirst es nicht glauben.
Auf einmal hört er das Knattern eines Hubschraubers
und der lässt auch schon das Seil runter.
Aber da schüttelt der Bauer am Kopf,
stößt das rettende Seil von sich
und der Hubschrauber zieht ab.
Und so sehr der Bauer auch betet,
das Wasser steigt und steigt und steigt,
bis es ihn schließlich vom Dachfürst runterschwappt
ins Wasser hinein, wo er jämmerlich ersauft.
Und jetzt gehören halt einmal die Titel.
Ja, und weil der Bauer ein frommer Mann war,
wie wir ja gehört haben,
kommt er direkt in den Himmel.
Nicht nur mit einer gehörigen Menge Wasser im Bauch,
sondern mit einem heiligen Zorn.
Und so marschiert er,
Bart Schnaus, wie er war,
schnurstracks zum Herrgott,
um ihm seine Meinung zu sagen.
Was er sich denn gedacht hat dabei,
dass er ihn so jämmerlich hat absaufen lassen.
Und ob er seine Gebete nicht erhört hat,
oder ob Gottvertrauen nichts mehr gilt heutzutage,
oder ob man mit dem lieben Gott verwandt sein muss,
so wie der liebe Herr Sohn,
der übers Wasser gehen kann.
Aber der liebe Gott hört sich das alles geduldig an
und lächelt.
Du sagst er, ich hab dir die Nachbarn geschickt,
ich hab dir die Feuerwehr geschickt,
ich hab dir einen Hubschrauber geschickt.
Mehr kann sogar der liebe Gott nicht für dich tun.
Und?
Und wenn du die Medizin nicht nimmst,
für das du aufgeschrieben hast,
einen Teelöffel dreimal täglich nach den Mahlzeiten,
dann kannst du dem lieben Gott,
vor dem du sicher bald stehen wirst,
einen schönen Gruß von uns sagen.
Wir hätten alles probiert,
aber gegen einen Dickschädel wie du einer bist,
ist eben kein Kraut gewachsen.
Ich werd schon dafür sorgen, dass er sie nimmt.
Und was bin ich schuldig?
Das zahlst du an, dass es mir anders passiert jetzt.
So.
Raus mit euch.
So, komm.
Und jetzt legst du dich dann gleich hin
und wirst sehen, morgen geht's dir schon wieder besser.
Ich hab Hunger.
So ist recht.
Dann kann's so schlimm nicht sein.
Ich hab von heute Mittag noch die Pfannkuchen im Ofen,
die kannst du haben.
Alles schuldig.
Ja halt, deine Medizin.
Dreimal täglich vor den Mahlzeiten.
Nein, nach den Mahlzeiten.
Vor.
Auf dem Rezept steht ausdrücklich vor.
Der Herr Leopold hat's auch gesagt.
Und vor, und zu, und nach.
Ich nehm sie sowieso nicht,
und wenn ich sie nicht nehmen möchte,
dann wurf und zu ich sie nicht nehmen.
Das werden wir ja sehen.
Entweder du nimmst sie,
oder du kriegst nix zum Essen.
Von mir aus.
Wenn's keine Mahlzeiten gibt,
dann brauch ich auch keine Medizin nehmen.
Weder vor, noch zu, und nachher ist's recht.
Das würd dir so passen.
Du bleibst jetzt genau so sitzen und rührst dich nicht.
Ich hol nur geschwind meine Taschen.
Jetzt ist ja kalt.
Das macht nix.
Immer gibt's nur aufgewärmtes Essen.
Heute Mittag waren sie frisch,
aber du hast nix essen wollen.
Jetzt spät's mir halt nicht mehr.
Ich mach die Pfannkuchen genauso wie die Mutter.
Ja, aber schmeckst dann anders.
Streu halt einen Zucker drüber.
Mehl.
Wie?
Das Mehldosen.
Nein, der Zuckerdosen ist doch das Wirtschaftsgeld.
Ja, und was ist das Mehl?
Der Reisdosen, du magst doch keinen Reis.
Ich muss in der Apotheken vergessen haben.
Ja, nimmst keinen Zucker.
Bei der Mutter hast du immer Zucker genommen.
Ich darf nicht.
Zucker ist Gift für den Organismus.
Seit wann?
Ist wissenschaftlich.
Vitaminräuber.
Im Sonntagsblatt steht's.
Also gut.
Isst du nicht mit?
Nein, die Tasche macht mich ganz narrisch.
Ich weiß, ich hab's noch gehabt im Auto.
Halt!
Wegschmeißen brauchst du deswegen noch lang nicht.
Kannst ja morgen früh den Hühnern geben.
Aber Opa, wir haben doch gar keine Hühner mehr.
Trotzdem, die Mutter hätte sowas nie weggeschmissen.
Du kannst ja die Brühe schneiden.
Auch recht.
Aber deinen Tee trinkst du noch.
Willst du ihn hier oder im Bett?
Im Bett.
Ich bring den gleich.
Ja, halt.
Deine Jacke nimmst du gefälligst mit.
Ich hab keine Lust, dir alles nachzutragen wie die Mutter.
Jetzt stell dich nicht an wie ein kleines Kind.
Oder muss ich den Hermann rufen?
Komm, mach den Mund auf.
Na schön.
Wie du willst.
Da muss es eben mit Gewalt gehen.
Hermann, er will nicht.
Du musst ihm die Nasen zuhalten.
Na, endlich wirst du vernünftig.
So ist es brav.
Nacht und jetzt schläfst du.
Morgen sollst du später umschlafen, haben sie im Fernseher gesagt.
Dann geht's dir gleich wieder besser.
Gell?
Und der und der und der und der.
Jetzt schaffst du es.
Jetzt musst du werten.
Fräulein, nicht zu früh.
Der Abend ist noch zu lang, gell?
Sag mal, was gibt's denn da?
Wenn du mir den Blutdruck so hoch treibst
mit deiner ewigen Angeberrei.
Na, dann mal sehen.
50 Mio.
Ach, das war ja mehr.
Oh Gott.
Sag mal.
Sag mal, was willst du?
Oh Gott, Frieder!
Frieder, komm her!
Komm, aufstehen!
Wir müssen in die Klinik, Magen auspumpen.
Hilfe!
Die Medizin, was weiß ich, die der Kim hat,
die war falsch, das Rezept war falsch.
Und die haben nur mich gewalttätig zu erzwingen müssen.
Ja, wenn du jetzt nicht aufstehst, bist du ein toter Mann.
Ist eh ein Wunder, dass du nicht ich bist.
Ist kein Wunder, sondern völlig logisch.
Ich hab die Medizin nicht genommen.
Ich nehm keine Medizin.
Lass mich doch nicht umbringen
von euch Doktoren und Giftmischen.
Ja, wie?
Du hast das gar nicht genommen, die Medizin?
Ich hab's selber gesehen, Opa.
Ah, wie ich ein Wasser getrunken hab.
Ja, wo hast du denn die Medizin?
Im Nachtreifer.
Wo es hinkommt, das zeige ich euch.
Dankeschön, meine Herren, ich brauche nicht mehr viel.
Anzeige geht so weit runter, ich komme gleich.
Also das muss ich ja zugeben.
Diesmal hast du dem Teufel ein Schnäppchen geschlagen.
Mit deinem Dickschädel.
Oder dem Herrgott.
Opa.
Obwohl, eigentlich schade.
Das Gesicht vom Allmächtigen hätte ich ganz gern gesehen,
wenn ich da plötzlich so unverhofft auftaucht wäre
und hätte mich gefragt, ja Frieder, was machst denn du da herum?
Mit den Drachen.
Und ich hätte gesagt,
ein schöner Gruß von Herrn Apotheker soll ich ausrichten.
Ja, sehr komisch.
Und morgen kriegst du eine neue Medizin.
Aber da werde ich die Einnahme höchstpersönlich machen.
Persönlich überwachen.
Du brauchst aber nicht zu mir in die Apotheke kommen,
ich bring dir das Präparat morgen früh raus.
Nein, das wäre nett. Gute Nacht, Herr Matz.
Gute Nacht und gewohnt auf deinen Opa.
Untertitel von Stephanie Geiges
