Hormone im Leitungswasser – klingt erstmal besorgniserregend, oder? Wir klären, wie viele Hormone in unserem Leitungswasser sind, ob Leitungswasser wirklich unsere Gesundheit gefährdet und woher die Hormone überhaupt kommen. Von der Antibabypille bis zu Industrieabwässern: Was gelangt tatsächlich in unseren Wasserkreislauf? Außerdem machen wir den Test: Wie hormonbelastet ist das Leitungswasser in einem typischen Haushalt? Ein besonderes Augenmerk legen wir auf die Rolle von Wasserrohren und was du beim täglichen Wasserkonsum beachten solltest.
// Kapitel 00:00 So gelangen Hormone in dein Leitungswasser 03:15 Das Problem mit den Kläranlagen 05:26 Gefährden Hormone im Leitungswasser deine Gesundheit? 08:01 Die Sache mit den letzten Metern 10:24 Testergebnisse: Grenzwerte überschritten? // Unser Team Autorinnen: Katrin Ewert, Monika Sax Realisation: Shajan Ramezanian Kamera und Schnitt: Lukas Anhalt Grafik: Klaudia Fischer Redaktion: Lara Schwenner
keine Ahnung wie es bei dir ist aber wir
trinken eigentlich fast ausschließlich
Leitungswasser aber im Netz stoßen wir
immer öfter auf solche Videos du trinkst
Leitungswasser du Blödmann wenn du Lust
hast mit niedrigen Testosteron
rumzulaufen mit schwachen Armen wie ein
Lauch dann nur zu trink Leitungswasser
ach ja fast vergessen dein Hüftspeck
ähnlich wie Rettungsringe bekommst du
auch nicht mehr weg weil dein
Testosteron Level im Keller ist wenn du
es nicht einsiehst dann trinkt dein
hormonbastetes Wasser weiter pure
panikme aber tatsächlich gibt da ein
Punkt über den wollen wir in diesem
Video sprechen denn ja es sind Hormone
in unserem Leitungswasser die Frage ist
halt welche sind das und wie viele und
was machen die mit dir genau dazu gibt
es eine brandneue Untersuchung und wir
haben die ersten Zwischenergebnisse und
außerdem haben wir auch das Wasser bei
mir zu Hause testen lassen wir kennen
die Ergebnisse noch nicht aber sie sind
hier drin wie krass das wä wenn da jetzt
rauskommt dein Wasser richtig verseucht
ist wie gelangen Hormone überhaupt ins
Leitungswasser der Punkt ist Hormone
werden zu großen Teilen nicht in den
Kläranlagen herausgefiltert weniger als
1% der Kläranlagen in Deutschland haben
nämlich solch einen speziellen
hormonfilter hier in Köln und der Kölner
Umgebung etwa gibt es kein einziges
Klärwerk das eine extra Klärstufe für
Hormone hat und auch hier in meiner
Wohnregion fehlt ein hormonfilter das
gibt mir jetzt nicht das beste Gefühl
aber genau deshalb haben wir eben einen
Test mit einem Labor für umweltanalysen
gemacht Nummer ein hier ist jetzt mein
Wasser drin geht ins Labor und dann bin
ich mal gespannt was dabei rauskommt
schauen wir erstmal wie kommen Hormone
überhaupt in dein Wasser und tatsächlich
gibt es mehrere Quellen fangen wir mal
bei uns Menschen an denn über den Urin
scheiden vor allem wir Frauen aber eben
auch Männer natürliche Östrogene aus
also weibliche Geschlechtshormone und
zwar sprechen wir hier vor allem über
das 17 bet Östradiol und das ganz ohne
Antibabypille wer die antibaby Pille
nimmt scheidet vor allem 17 Alpha
ethyylöstradiol aus das ist ein
künstliches Östrogen wir Menschen
scheiden natürlich auch Testosteron aus
aber in geringen Dosen und das ist auch
nicht so stabil kommen wir zu Quelle
Nummer 2 das sind unsere Nutztiere sie
bekommen über Futter und Medikamente
Hormone verabreicht und die werden eben
am Ende auch wieder ausgeschieden und
landen dann im Wasserkreislauf und auch
hier spielt natürliches Östrogen die
Hauptrolle kommen wir jetzt zur dritten
Quelle und über die wird tatsächlich gar
nicht so viel gesprochen das sind zwar
keine richtigen Hormone aber es sind
Substanzen die wie Hormone wirken da
wärden unter anderem Nonylphenol das
wird z.B in Farben und Lacken oder bei
der Herstellung von Kunststoffen und
Klebstoffen verwendet und über die
Abwässer der Industrieanlagen gelangt es
eben auch in den Wasserkreislauf und bis
Phenol a kurz BPA steckt z.B in harten
Kunststoffen unter anderem in bestimmten
Rohrleitungen es gibt natürlich noch
weitere Hormone aber diese vier sind
tatsächlich die relevantesten und die
haben wir auch in Matthias Wasser testen
lassen jetzt könnte man ja denken aber
das wird ja bestimmt irgendwie
herausgefiltert oder tja ganz so einfach
ist es leider nicht das Abwasser mit den
hormonell wirkenden Stoffen durchläuft
tatsächlich drei
Reinigungsstufen der erste Schritt ist
relativ grob es werden größere Dinge
entfernt wie z.B Plastik vielleicht eine
Socke von dir die Du schon seit dem
Sommer vermisst tote Ratten und so
weiter
Hormone sind zu klein die bleiben im
Wasser in Stufe 2 sind Mikroorganismen
im Einsatz sie bauen organische Stoffe
wie fäekalien oder Essensreste ab die
körpereigenen Hormone wie das 17
betaöstradiol können hier teilweise
abgebaut oder gebunden werden künstliche
Hormone aus der Antibabypille allerdings
eher nicht denn sie sind chemisch
stabiler und können auch durch diesen
Filter durch in der dritten Stufe kommt
die chemische Reinigung hier werden
Stoffe wie vor allem Phosphate z.B aus
Waschmitteln oder Dünger entfernt auch
hier können die Hormone und
hormonähnlichen Stoffe immer noch durch
so und die meisten Kläranlagen hören an
dieser Stelle auf und leiten das Wasser
zurück in Flüsse und sehen aus denen wir
dann auch wieder Trinkwasser beziehen
aber es gibt noch eine vierte quasi eine
superkärstufe die aber nur in ganz
wenigen klleranlagen gemacht wird mit
dieser vierten Reinigungsstufe können
sogar die sehr stabilen künstlichen
Hormone rausgefiltert werden und
entweder kommt dabei Ozon ins Wasser was
auch stabile Stoffe wie künstliche
Hormone zerlegen kann oder man nimmt
Aktivkohle das kennst du vielleicht von
Wasserfiltern zu Hause da steckt auch
unter anderem Aktivkohle drin und die
hat eine poröse Oberfläche und zieht
damit Hormone und auch andere Rückstände
an und bindet sie das Ding ist die
Methoden sind halt sehr aufwendig auch
teuer und die hinterlassen Müll und
deshalb kommt sie so selten zum Einsatz
von daher bleiben am Ende Hormone und
hormonähnliche Stoffe tatsächlich häufig
übrig und diese vierte Reinigungsstufe
die kann tatsächlich auch mikroplastik
rausfiltern und das ist ja echt großes
Problem was auch nicht geringer wird
deshalb wird dieser Bedarf nach dieser
vierten Reinigungsstufe tatsächlich
steigen die Frage ist ja jetzt sind die
Hormone in meinem Leitungswasser für
mich gefährlich das kommt auf die
Konzentration an wir trinken ja nicht
direkt das Wasser aus Seen oder Flüssen
sondern es wird für unser Trinkwasser
noch mal im Wasserwerk aufbereitet und
das Trinkwasser aus Oberflächenwasser
also Seen oder Flüssen macht nur ein
Teil unseres Trinkwassers aus der
Großteil stammt aus dem Grundwasser das
mit Hormonen gar nicht in Kontakt kommt
wenn wir es jetzt noch mal konkret
machen in einem Liter Trinkwasser sind
höchstens 1 Nanogramm Östrogene drin
unser Körper produziert aber tagtäglich
viel mehr Östrogene selbst Männer
produzieren am Tag 50.000 Mal so viel
die Hormonmenge die du du beim Trinken
aufnimmst merkt dein Körper überhaupt
nicht wir haben schon überlegt wie wir
das hier im Studio veranschaulichen
sollen z.B mit einem Salzkorn im Wasser
aber hier passt halt kein Olympia
Sportbecken rein du kannst also aufhören
auf diese alarmierenden Stimmen zu hören
die behaupten dass wir wegen der
Antibabypille im Abwasser alle
verweiblichen um mit deinem
Leitungswasser auf die Dosis eine
Antibabypille zu kommen müsstest du
20.000 l Leitungswasser trinken und
dafür bräuchtest du 27 Jahre unser
Trinkwasser wird in Deutschland sehr
streng kontrolliert die
Trinkwasserverordnung schreibt etwa
Grenzwerte für alle möglichen Stoffe in
unserem Wasser vor also Pestizide
Schwermetalle oder radioaktive Stoffe
und auch für BPA gibt's einen
festgelegten Grenzwert in der
trinkwasserforordung der muss also
laufend gecheckt werden für alle anderen
hormonell wirksamen Substanzen gibt es
Leitwerte von der EU die müssen
Wasserversorger aber nur dann
kontrollieren wenn das Risiko in ihrem
Gebiet erhöht ist zu einer
Grenzüberschreitung kommt es in
Deutschland grundsätzlich sehr selten
mehr als 99% der Proben sind unauffällig
und selbst wenn der Grenzwert
überschritten wird heißt das noch nicht
dass das Leitungswasser direkt
gefährlich für dich ist denn es ist
immer noch ein Puffer mit eingerechnet
so wie bei den Beispiel mit den 20.000 l
Wasser aber was ist denn mit den anderen
Hormonen also die die gehörden eventuell
noch gar nicht auf dem Schirm haben
wurde da vielleicht was übersehen es
gibt gerade Untersuchung die sich genau
das Anschauen also ob sich menschliche
Zellen durch das Trinkwasser verändern
durch welchen Stoff auch immer in einer
aktuellen Studie vom Umweltbundesamt
haben die Forschenden z.B das
Trinkwasser von 50 Haushalten in
Deutschland genommen und geschaut ob
Substanzen an den Hormonrezeptoren von
menschlichen Zellen im Labor andocken
und dort ein Effekt verursacht und jetzt
gibt es zum ersten Mal vorläufige
Ergebnisse wir sind mit der Testung noch
nicht ganz durch letzte Test stehen noch
aus und wir müssen die Daten noch mal
genau auswerten und statistisch auch
betrachten aber von den jetzt
vorliegenden Ergebnissen das sind mehr
als die Hälfte der Proben haben wir
jetzt durch konnten wir keine Effekte
bei keinen der betrachteten Wirkweisen
feststellen also alles fein und Hormone
im Trinkwasser sind gar kein Problem tja
es gibt da eine Sache die tatsächlich
doch zu einem Problem werden kann und
das Problem hat nichts mit dem Abwasser
oder dem gewinnen und Aufbereiten von
Trinkwasser zu tun es geht hier um die
letzten Meter des Wasserkreislaufs also
das Wasserrohr in deinem Haus das liegt
nämlich nicht mehr in der Verantwortung
der Wasserversorger guck mal hier das
ist ein altes trinkwasserrohr das mit
epoxidhartz das ist dieses grünliche
beschichtet wurde sieht ein bisschen
eklig aus aber eigentlich ist das eine
ganz smarte Idee
denn damit kann man Rohre sanieren ohne
die Wände aufreißen zu müssen das
epoxidhz wird in den Rohren verteilt und
macht so eine neue Innenbeschichtung und
das schützt dann z.B vor Rost und vor
Ablagerung und in Deutschland wurden
schätzungsweise 100.000 Wohnungen damit
saniert jetzt gibt's da leider doch ein
Problem viele Epoxidharze enthalten
unter anderem BPA du erinnerst dich
vielleicht dass es ein hormonähnlicher
Stoff also vielleicht das ganze doch
nicht so smart ein Forschungsprojekt im
Rhein neckerkreis hat untersucht ob
davon etwas ins Leitungswasser gelangt
die Forscher haben also
Trinkwasserproben in Wohnung entnommen
deren Rohre mit epoxidhart saniert
wurden und dann untersucht erstmal die
gute Nachricht beim Kaltwasser gab es
keine Probleme hier alles im grünen
Bereich beim Warmwasser sah es anders
aus teilweise wurden BPA Werte gemessen
die 80 Mal höher waren als erlaubt wie
kann das sein das Problem ist hier wenn
epoxidhartz erhitzt wird kann sich das
BPA lösen und geht ins Wasser über was
bedeutet das jetzt für dich das
Umweltbundesamt empfiehlt dass du
sicherheitshalber nur kaltes Wasser
konsumierst also z.B wenn du Wasser zum
Spaghetti kochen nimmst nimm kaltes
Wasser und am besten solltest du es so
lange laufen lassen bis es richtig kalt
ist und wenn du jetzt unsicher bist wie
es um die Leitung in deinem Haus
bestellt ist könntest du z.B deinen
Vermieter fragen wichtig ist an dieser
Stelle jetzt ganz grundsätzlich gibt's
keinen Anlass dass du dein Wasser testen
lassen musst wenn du aber jetzt wirklich
verunsichert bist wenn du irgend einen
Grund ein Verdacht hast raten wir Dir
dazu dein Wasser direkt von einer
offiziellen Untersuchungsstelle testen
zu lassen es kostet dann z 150 € oder
vielleicht was mehr das hat aber den
Vorteil dass du ein wirklich
verlässliches Ergebnis bekommst ich kann
mir nicht vorstellen dass irendwas über
den Grenzwert oder sonst was ist aber am
besten W natürlich wenn da gar nichts
drin ist ich bin sehr gespannt
oh schon sehr viele
Zettel probetyp Leitungswasser kalt ja
mhm schauen wir
mal
okay folgende Parameter überschreiten
den Grenzwert gemäß
Trinkwasserverordnung was Doppelpunkt
nichts
keine sehr gut kann sein dass was von
den Stoffen da drin ist aber eben
unterhalb der Nachweisgrenzen da wurde
tatsächlich noch viel mehr untersucht
als ich dachte also auch
iboprophen verschied
Medikamente und eben unsere vier Hormone
aber aber tatsächlich
hier haben wir ein einen Wert der ist
nachweisbar Matthias und zwar
Metformin das ist ein orales
Antidiabetikum also wird bei Diabetes
eingesetzt und ich glaube es wird immer
wieder untersucht auch bei anderen
Krankheiten einzusetzen der Grenzwert
beträgt 1 der Warenwert 0,5 dein
Ergebnis ist 0,0078
okay deutlich entfernt davon müssen wir
uns keine Sorgen machen aber
interessanterweise tatsächlich etwas was
man nachweisen kann das heißt Wasser ist
eigentlich sauber oder
ja schön dann bleib ich do bei dem
Leitungswasser sagen wie sieht's bei dir
aus trinkst du Leitungswasser schreib es
mal in die Kommentare klar ist du kannst
Leitungswasser trinken und 100 Jahre alt
werden was du noch tun kannst um 100
Jahre alt zu werden erfährst du in
diesem Video z.B intervalfasten mach's
gut ciao
[Applaus]