Simple Coaching-Methode: Kleine Unterschiede - große Wirkung

Akademie für Lerncoaching
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16.12.2024
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Willkommen zu diesem Video. Heute stelle ich dir eine Coaching-Methode vor, die
sehr einfach, aber auch effektiv gleichzeitig ist.
Es ist so eine von meinen Lieblings-Coaching-Methoden. Ich bin Fabian
Grollimund, Psychologe, Lerncoach und ich nutze diese Coaching-Methode immer
wieder, wenn es darum geht, über längere Zeit so an einem bestimmten Thema zu
arbeiten, Ziele zu erreichen, die man eben nicht dadurch erreichen kann, dass
man einmal irgendetwas Großes verändert, sondern wo es eigentlich darum geht, dass
man viele kleine Dinge im Alltag anpasst. Das kann zum Beispiel sein, dass man
merkt, man schiebt immer wieder auf, aber man möchte die Dinge anpacken oder man
möchte beispielsweise gesünder leben. Oder diese Idee haben wir eben auch
verwendet, wenn es um das Thema ging, wie kann ich mein Kind beim Lernen bei den
Hausaufgaben sinnvoll begleiten, wie kann ich die Selbstständigkeit fördern, aus
Hausaufgaben kämpfen, aussteigen, die Motivation meines Kindes ein Stück weit
aufbauen. Du findest diese Methode auch als erste
Strategie in unserem kostenlosen Online-Kurs mit Kindern Lernen, den kannst
du unten in der Box abonnieren. Um was geht es? Der Kurzzeit-Therapeut Steve
DeGeser, der so diese lösungs- kurzzeitorientierte Beratungsrichtung
mitgegründet hat, der hat so verschiedene Schlüssel zur Lösung von Problemen
erstellt und einer war das Spiel mit Unterschieden.
Ihm ist aufgefallen, wenn Klienten Probleme haben, beispielsweise sie sagen
ich bin depressiv oder ich schiebe auf, dann merkt man, wenn man genauer hinschaut,
dass es nicht jeden Tag gleich ist. Also Klienten geht es an einem Tag ein
bisschen besser, am anderen Tag ein bisschen schlechter oder auf unser Thema
bezogen, Eltern merken zum Beispiel, es gibt Tage, wo es bei den Hausaufgaben
eigentlich ganz gut läuft oder beim Lernen oder eine Jugendliche merkt, heute
bin ich gut vorangekommen, gestern überhaupt nicht und es lohnt sich da
mit der Lupe drauf zu gucken. Und wenn wir das machen, wenn wir uns fragen, was
läuft eigentlich an guten Tagen anders, also gibt es da kleine Unterschiede in
der Situation, in der Art und Weise, wie wir die Aufgabe angehen etc., gegenüber
den Tagen, wo es nicht gut läuft, dann schaffen wir es da diese Unterschiede
herauszufiltern. Also beispielsweise, wenn ich Eltern
frage, denken sie an einen Tag diese Woche, wo es bei den Hausaufgaben gut lief,
was fällt ihnen da auf, was war da anders als sonst und dann sagen Eltern so
kleine Sachen wie, ja da haben wir die Hausaufgaben zuerst geplant oder wir
haben es uns ein bisschen gemütlich gemacht oder wir haben Pausen eingesetzt,
ich habe meinem Kind erlaubt Musik zu hören während der Hausaufgaben, also
lauter kleine Dinge, aus denen eine Liste wird, die zeigen, wenn wir das und das
und das und das tun, dann wird es ein bisschen leichter. Und wenn man mutig ist,
kann man auch hinschauen und sich fragen an den Tagen, wo es besonders schlecht
läuft, was ist da anders und da sagen beispielsweise viele Eltern, ja wenn ich
selber unter Zeitdruck stehe, gestresst bin, wenn ich mein Kind antreibe, wenn ich
mich zu Kritik hinreißen lasse, wenn ich das Kind damit überfalle, dann geht es
schlechter. Bei einer Jugendlichen hat das zum Beispiel so ausgesehen, sie
wollte sich auf die Lehrabschlussprüfung vorbereiten und sie hat
gemerkt, überhaupt nicht gut läuft es, wenn ich abends nach der Arbeit erschöpft
nach Hause komme, dann ins Zimmer gehe, dort lernen will, weil dann lege ich mir
sowieso zuerst mit dem Handy aufs Bett und dann ist es eigentlich gelaufen.
Besonders gut ging es an Tagen, wo ich etwas früher aufgestanden bin und früher
in meinen Betrieb gefahren bin und dort gelernt habe, am Morgen, in dem Umfeld, wo
ich normalerweise arbeite. Es geht für mich besser, wenn ich gemeinsam mit einer
Freundin lerne, anstatt alleine. Es läuft gut, wenn ich mir ganz klare, kleine Ziele
setze. Mir helfen Vendantpläne, zum Beispiel, wenn ich in den Bus einsteige,
dann nutze ich die Zeit, um Vokabeln zu lernen für Englisch oder Französisch
und daraus hat sie sich auch ein kleines Erfolgsrezept gepastelt, wo sie
alles aufgeschrieben hat, was sie tun kann, um ihrem Ziel, die
Lehrabschlussprüfung zu bestehen, einen Schritt näher zu kommen.
Ich finde, diese Liste hat mehrere positive Effekte. Es fällt uns zum
Beispiel ein bisschen auf, gerade im Moment, bevor wir in Fallen treten, wenn
das auf unserer Don't-Liste steht, dass wir zum Beispiel merken, jetzt bin
ich selber ein bisschen gestresst als Elternteil, wenn ich jetzt so in die
Hausaufgabensituation mit meinem Kind gehe, dann läuft es schief und ich habe
vielleicht auf der anderen Seite bei den Dingen, die mir helfen, kümmere dich
zuerst um dich selbst. Also dann trinke ich besser zuerst eine Tasse Tee oder
mache mir kurz Gedanken, wie will ich in die Situation hineingehen oder mein Kind
und ich machen zuerst irgendetwas, was uns entspannt, bevor wir mit den
Hausaufgaben beginnen. Also das heisst, wir können eher diese
Fallen vermeiden und auf der anderen Seite wird uns oft bewusst, wir kennen
uns eigentlich selber viel besser, als wir das meinen und wenn wir das
aufschreiben, dann haben wir wirklich einen Katalog von Handlungsmöglichkeiten,
von auch situativen Aspekten, die für uns stimmen. Also nicht allgemeine
Empfehlungen, sondern Dinge, wo wir wissen, das ist genau für mein Kind oder
für mich das Richtige, wenn ich viel von dem umsetze, dann wird es immer leichter
und leichter und indem wir diese Liste aufhängen, diese Dinge immer wieder
bewusst tun, werden die wir ein Stück weit automatisiert und ich finde, dass
gute Lerner vor allem sich dadurch auszeichnen, dass sie sich selbst gut
kennen. Also sie wissen, wo muss ich lernen, mit wem muss ich lernen, mit
welchen Strategien, damit ich ein gutes Ergebnis erziele.
Man kann zuerst einfach mal sammeln, was man schon weiss, dann kann man diese
Liste immer wieder dabei haben, Beobachtungen aufschreiben und man kann
dann langsam anfangen, die Liste zu ergänzen.
Also beispielsweise, wenn man ein Buch liest, ich empfehle auch natürlich gerne
unsere Bücher, die Stefanie und ich geschrieben haben, zum Beispiel Clever
Lernen oder Erfolgreiche Lernen mit ADS und ADS. Man nimmt also ein Buch, man liest
ein Kapitel, man probiert irgendetwas aus, was darin steht und das sind alles
Empfehlungen, von denen wir wissen, dass die allgemein wirksam sind, aber die
Frage ist ja dann immer, ist das wirklich für mich und mein Kind das Richtige und
dann kann ich eben so etwas ausprobieren und wenn ich gemerkt habe, das bringt
etwas, dann kommt es auf meinen Wegweiser oder auf mein Waage-Modell, wie man das
nennen will, wo ich weiss, das funktioniert, das will ich wieder tun.
Und wenn es jetzt so ist, dass das überhaupt nichts bringt oder das
Gegenteil, dann kann ich es auf die andere Seite schreiben und dann werde
ich das nicht mehr verwenden. Aber indem ich immer wieder das analysiere und in
diesem Prozess gehe, von ausprobieren, reflektieren und dann aufschreiben und
wieder nutzen, werde ich immer besser wissen, wie ich meinen Zielen näher komme.
Wie gesagt, darauf baut auch unser kostenloser Online-Kurs auf. Dort haben
wir verschiedene Experimente, die wir vorschlagen über einen Zeitraum von 24
Wochen hinweg, zwölf Lektionen, wo immer so zwei, drei Experimente vorgeschlagen
werden, die du mit deinem Kind ausprobieren kannst, um immer besser zu
merken, wenn ich so und so vorgehe, dann kommen wir gut voran.
Vielen Dank fürs Zuschauen und bis zum nächsten Mal.
