20. Türchen: S wie Sanitäter

Österreichs Bundesheer
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Hergehört im Advent
Hallo und herzlich willkommen, mein Name ist Klara.
Ich arbeite in der Presseabteilung beim Bundesheer
und heute stelle ich euch einen extrem wichtigen Beruf beim Bundesheer vor
und damit auch zum heutigen Buchstaben, es wie Sanitäter.
Und genau darüber spreche ich heute gemeinsam mit
Zugführer Christoph Fischer vom Sanitätszentrum Ost in Wien-Stammersdorf.
Hallo Christoph.
Hallo Klara.
Kannst du dich bitte zu Beginn kurz vorstellen und was du beim Bundesheer genau machst?
Ja, gerne. Mein Dienstgrad ist Zugführer, Fischer Christoph.
Ich bin seit Jänner 2018 wieder beim Bundesheer eingetreten.
Bin damals in meiner Grundwehrdienstzeit von 2006 bis 2007 Grundwehrdiener gewesen
und bin quasi durch meinen ehemaligen Gruppenkommandant von damals
wieder dazu aufgemuntert oder überredet worden,
wieder zum Bundesheer zurückzukommen, was ich auch damals schon wollte,
nur damals war das etwas schwieriger.
Und da quasi der Sanitätsberuf für mich aus privaten Gründen
sehr früh den Vater verloren usw. immer eine sehr wichtige Sache war.
Wenn man nie viel Familie hatte, war natürlich das beim Militärauszügen,
wo man einfach viele Kameraden hat, wieder eine sogenannte Familie gefunden hat,
natürlich ein tolles Angebot, wo ich nicht sehr lange überlegt habe.
Du hast ein unglaublich umfangreiches Arbeitsgebiet.
Was würdest du sagen, welche Eigenschaften braucht ein Sanitäter?
Also die wichtigste Eigenschaft, die ich, das ist jetzt meine persönliche Ansicht,
ist einmal die Entschlossenheit dazu und dass man sich der Verantwortung bewusst ist,
dass man auf Menschen arbeitet und mit dem Menschenleben zu tun hat.
Ich bringe dir immer gerne das Beispiel des Elektrikers, wo ich sage,
wenn ich einen Fernseher zum Reparieren bekomme, wird der auch am nächsten Tag,
egal welchen Zustand er ist, auf mich warten in der Sanität
oder wenn ich auf dem Patienten arbeite, kann ich nicht sagen,
da weiß ich jetzt was nicht oder da habe ich etwas nicht.
Er soll bitte morgen nochmal kommen, weil wenn es um das Menschenleben geht,
dann muss ich sofort funktionieren.
Deswegen sind wir wieder bei der Fort- und Weiterbildung.
Man muss das dementsprechende Wissen auch immer haben,
weil es kann für mich als Notfallsanitäter vor Ort alle Szenarien, die es gibt,
die man sich vorstellen kann, eintreffen.
Man muss jetzt gar nicht im Zuge des Vorhabens sein,
weil wir alle sind einfach nur Menschen und aufgrund des Alters kann alles Mögliche passieren
oder von Vorgeschichten oder wie auch immer.
Und dazu muss ich immer bereit sein, muss wissen, was brauche ich mit,
muss wissen, wo sind meine nächsten Krankenhäuser,
muss wissen, alle möglichen Notfallkontakte,
muss wissen, wie sieht die Rettungskette aus, wenn sie aktiviert wird,
wo sind meine ersten Ansprechpersonen,
muss Verantwortung übernehmen können und auch wissen,
wen teile ich zu was dann ein, weil ich bleibe beim Patienten.
Das heißt, da muss man dann auch den Mut haben,
dass man zu einem Offizier sagt, du rufst mir jetzt die Rettung an.
Obwohl man es vielleicht jetzt militärisch gewohnt ist,
dass der Charge, der Unteroffizier dem Offizier normalerweise nichts sagt.
Aber ja, das sind einfach Sachen.
Im Ernstfall bist du dann nur das medizinische Personal vor Ort und du triffst dann die Entscheidungen.
Wenn etwas schief geht, haftest auch du dafür.
Der heutige Buchstabe lautet R und kommt an die 17. Stelle.
Du hast es jetzt schon angesprochen, diese extrem herausfordernden Situationen.
Du musst alles dabei haben, du darfst nichts vergessen, du hast die größte Verantwortung
und du musst im Bruchteil von Sekunden entscheiden.
Wie gehst du mit so herausfordernden Situationen um?
Ich denke, dass der Alltag und wie länger man sich in diesem Beruf befindet, einen festigt.
Das heißt, wenn ich das Wissen habe und ich weiß, egal was da jetzt passiert,
ich weiß was zu tun ist, dann gibt mir das Sicherheit und Ruhe.
Das ist natürlich, wenn ich in diversen Situationen nicht weiß, was zu tun ist
und dann schon, wenn ich einen Einsatz annehme oder antrete, weiß,
hoffentlich passiert das nicht, weil da müsste ich jetzt nachlesen, was da zu tun ist,
dann natürlich wird es schwierig.
Aber ich sage einmal, wenn ich mich zurückerinnere an meine erste Reanimation,
damals im Zuge der Ausbildung, das war natürlich auch eine, ich war total nervös,
aber da gibt es Gott sei Dank sehr gute Sanitäter beim Militär, so wie auch beim Roten Kreuz
und man schaut da schon drauf, wenn man einsteigt in diese Berufsschiene,
dass man einem nicht gleich, man ist ja in der Ausbildung sehr lange
und hat nicht gleich die volle Verantwortung dort vor Ort,
sondern bringt einmal als Dritter oder Vierter mit,
schaut sich das einmal von außen an und man wird langsam einmal herangeführt,
weil man es ja auch gar nicht verantworten könnte,
dass man jemanden, den man jetzt gar nicht einschätzen kann, wie reagiert er,
kann man ja nicht alleine gleich losschicken auf einen Patienten,
weil wenn der selbst in einen Zustand gerät, in dem er nicht vorbereitet ist,
dann wird er selbst vielleicht zum Patient, ja.
Also deswegen, da wird man schon sehr gut auf, ich sage es jetzt einmal mit Anführungszeichen,
auf Herz und Nieren geprüft, ob man auch wirklich für diesen Beruf qualifiziert ist.
Hast du einen kleinen Tipp für uns, wie man gerade in so herausfordernden Situationen umgehen kann,
auch wenn man jetzt nicht Notfallsanitäter ist?
Ja, das, was ich sehr wichtig finde persönlich und ich finde,
das müsste man auch in vielen privaten Bereichen oder Unternehmen eigentlich heutzutage fördern,
ist einfach die Erste Hilfe, weil ich traue mich jetzt fast behaupten,
die meisten Menschen verbinden Erste Hilfe noch mit einem Erste Hilfe Kurs aus dem Führerschein,
der bei den meisten auch schon x Jahre zurückliegt
und ich selbst sage auch immer zu meinen Grundwehrdienern,
wenn ich sie in der Selbst- und Kameradenhilfe ausgebildet habe, den guten Spruch.
Die Frage ist nicht, ob jeder Mensch einmal einen Sanitäter braucht, sondern wann.
Weil jeder Mensch auf dieser Welt wird eines Tages einen brauchen.
Das weiß man, das ist fix. Nur wann.
Und dadurch, ich wünsche keinem, dass es einem so ergeht wie mir,
dass man das in der privaten Familie vor den eigenen Augen basiert.
Deswegen kann ich immer nur sagen, sich da ein bisschen vielleicht selbst freiwillig vorzubilden
und vielleicht den ein oder anderen Erste Hilfe Kurs, ob das jetzt der 8- oder 16-Stündige oder wie auch immer ist,
und sich damit beschäftigen und das aufzufrischen, ist einmal, glaube ich, nicht verkehrt
und nimmt auch nicht so viel Zeit in Anspruch, dass ich einmal weiß,
wenn ich in einen Reanimationsfall komme, wen kontaktiere ich als Notfallnummer,
lernt man schon in der Schule, und wie schaut so eine Reanimation aus, ein Zyklus,
wie oft muss ich beatmen, wie oft muss ich eine Herzdruckmassage durchführen.
Und da ist wirklich oft so viel geholfen, das unterschätzen Leute,
weil wir Sanitäter oft wohin kommen und dann erleben wir,
dass ein Patient, der schon 10-15 Minuten ohne mit einem Atemkreislaufstillstand dort vorzufinden ist,
wo Angehörige nichts getan haben.
Und das entscheidet auch oft sehr massiv über den positiven Ausgang einer Reanimation.
Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit geht es vor allem auch darum, anderen etwas Gutes zu tun.
Was würdest du sagen, was ist so das Schönste daran, anderen zu helfen?
Also ich muss sagen, das Gefühl, einem Menschen, wenn man es jetzt so betrachtet, sein Leben zurückzuschenken,
der eine neue Chance erhält, wo man quasi immer so ein bisschen gegen den Tod ankämpft als Sanitäter,
im schlimmsten Falle, muss nicht jetzt immer gleich um eine Reanimation gehen,
aber ich finde allgemein immer den Spruch sehr gut, braucht es einen Grund, um einem anderen Menschen zu helfen.
Ich glaube, allgemein sollten Menschen sich mehr helfen und mehr unterstützen in allen Bereichen des Lebens,
aber gerade wenn es um die Gesundheit oder das Leben von Menschen geht,
habe ich schon sehr oft erlebt, wie auf einmal, jetzt positiv erwähnt,
auf einmal Menschen wirklich sehr gut zusammen funktionieren,
die grundsätzlich jetzt, sage ich mal, im Alltag jetzt so nicht viel miteinander zu tun haben,
sich auch gar nicht kennen, aber einfach, weil sie beide sich fort- oder weitergebildet haben und gewusst haben,
was zu tun ist, wurde man ein Team. Und solche Dinge schweißen sich ja zusammen.
Und wenn man dann einmal das Danke eines Patienten erhalten hat, so quasi Danke dafür, dass ich wieder lebe,
das muss man selber erleben, dass man weiß, was das dann für ein Gefühl ist.
Lieber Christoph, vielen Dank für Deine Zeit und vor allem Danke für Dein unglaubliches Engagement,
für andere da zu sein und anderen zu helfen.
Danke, Gern geschehen.
Und Euch vielen Dank fürs Zuhören und hört auch das nächste Mal wieder her.
Ihr wollt am Gewinnspiel teilnehmen?
Dann sammelt die Ziffern und Buchstaben aus dem Adventkalender und bringt sie in die richtige Reihenfolge.
Nähere Infos findet Ihr in den Show Notes.
