21. Türchen: T wie Tiere

Österreichs Bundesheer
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Hergehört im Advent
Herzlich Willkommen und Hergehört zur heutigen Adventfolge mit dem Buchstaben T wie Tiere.
Mein Name ist Marcel Taschwer und an meiner Seite begrüße ich Frau Oberstveterinär Dr. Ulrike Winter.
Schönen guten Morgen.
Schön, dass du Zeit hast. Danke sehr.
Wofür werden denn Tiere beim Bundesheer eingesetzt?
Wir haben 180 bis 200 Hunde, die vor allem im Schutz, in der Suche eingesetzt werden,
im Spüren von Sprengstoffen oder Personen.
Das können Trümmerhunde sein, das können Suchtgifthunde sein.
Und wir haben natürlich Tragtiere, 60 im Traktezentrum in Hochvielzen,
mittlerweile verstärkt durch acht Esel.
Also das sind unsere Haupttiere, die wir jetzt haben.
Was kann ein Esel besser als ein Pferd?
Ein Esel ist kein kleines Pferd, ein Esel tickt anders.
Man sagt immer, sturer Esel ist er nicht. Er muss nur beim Denken stehen bleiben.
Das heißt, sie sind hochintelligent, sie sind keine Fluchttiere.
Das macht unter anderem die Ausbildung scheinbar leichter, weil sie nicht davonrennen.
Allerdings muss man berücksichtigen, dass die Rückenmuskulatur sich langsamer ausprägt,
dass man dementsprechend trainieren muss.
Esel sind schmalfüßiger, das heißt, sie können auf kleineren Wegen gut unterwegs sein,
sind aber natürlich aufgrund ihrer grundsätzlichen Größe mit der Last beschränkt.
Du hast vorher auch die Hunde angesprochen, diese Trümmerhunde.
Was kann man sich darunter vorstellen?
Trümmerhunde sind Spürhunde, die im Katastropheneinsatz, egal ob das jetzt in Österreich oder im Ausland ist,
zum Einsatz kommen nach Erdbeben, nach Gasexplosionen, nach Hauseinstürzen,
umverschüttete Personen, das nennt man biologische Spüren,
weil der Hund riecht sehr gut, Verschüttete ausmachen kann.
Du warst ja selbst mit dabei das letzte Mal in der Türkei bei dem schlimmen Erdbeben.
Was macht den Einsatz im Ausland denn dann so herausfordernd, wenn man sich um die Tiere dort kümmern muss?
Es fängt schon mit der Herausforderung, Alarmierung, schnell in den Einsatzraum kommen,
nichts vergessen, an und setzt sich natürlich fort, indem man ein massiv zerstörtes Umfeld hat,
in dem man möglichst brauchbar arbeiten soll.
Man muss sich sowohl um die Tiere kümmern, als auch um Lebensmittelqualitätssicherung und Hygiene.
Und natürlich werden Tiere auch verletzt.
Stellenweise können sie die Pfoten zerschneiden.
Man muss sich ja vorstellen, da ist ja alles zerstört.
Da liegen Glassplitter, da liegen verbogene Bleche.
Da muss man immer sehr vorsichtig unterwegs sein.
Du hast ja schon kurz angesprochen, Tiere ist das eine Aufgabengebiet von deiner Seite,
aber um was kümmerst du dich noch beim Bundesheer?
Ich werde immer gefragt, was macht jetzt ein Veterinär?
Gibt es überhaupt noch Tiere oder wie viele gibt es?
Natürlich sind Tiere ein großer Bestandteil bei unserer Arbeit,
aber mittlerweile ist eigentlich die Hauptarbeit Lebensmittelqualitätssicherung und Hygiene.
Wir sind mehrere Tiere, die verschiedene Schwerpunkte haben.
Im Endeffekt muss jeder von allem etwas machen,
aber Lebensmittelqualitätssicherung und Trinkwasserhygiene ist ein großer Bestandteil,
sowohl in den Auslandseinsätzen als auch im Inland.
Lebensmittelqualität, worauf schaut die Expertin, wenn sie Kekse kauft in der Weihnachtszeit?
Natürlich auf die Frische.
Es ist sehr viel sensorisch dabei.
Das heißt, man schaut, wie schauen die Sachen aus, man riecht und man schmeckt.
Wenn da irgendetwas verdorben ist, kann man es beurteilen.
Weg nochmal kurz von den Keksen hin zu den Tieren.
Hat es in der Vergangenheit auch andere Tiere beim Bundesheer gegeben,
die in unterschiedlichen Funktionen eingesetzt wurden?
Absolut.
Erstens muss man sagen, es hat mehr Pferde als Soldaten im Zweiten Weltkrieg gegeben.
Pferde waren früher einfach für den Transport wichtig, als Provianttiere wichtig,
aber natürlich hat es auch noch so etwas gegeben wie Brieftauben.
Die sind erst um die Jahrtausendwende, na stimmt nicht, um 2000 abgeschafft worden.
Das war kurz bevor ich dann zum Bundesheer gekommen bin.
Dann haben wir außerdem Fische gehabt.
Das war früher im Bunker zur Kontrolle des Trinkwassers.
Das ist ein bisschen sensibler Bereich und es ist jetzt heutzutage nicht mehr notwendig,
Fische in einem Aquarium zu halten, um die Wasserqualität zu überprüfen.
Darum ist man dann davon abgekommen.
Andere Armeen setzen Tiere im Wasserbereich ein, um Unterwasseraufklärung zu betreiben,
um Ausrüstung zu transportieren etc.
Gibt es auch andere Tiere, zum Beispiel in der Luft, an die du denkst?
Wir haben auch im Einsatz noch in unseren Bereichen zur Vergrämung,
sowohl in Langenlebern als auch immer wieder im Zeltweg,
dass einmal Falken zum Einsatz kommen oder auch Jagdhunde,
die alle Tiere, die am Boden unterwegs sind, vergrämen sollen,
damit es da zu keinen Schäden kommt.
Gibt es besondere Geschichten oder Traditionen für Tiere beim Militär während der Weihnachtszeit?
Jeder wird seinem Tragtier, das er führt und das er gerne hat,
sicherlich dann irgendeine Leckerei vor Weihnachten zukommen lassen.
Und bei den Hunden ist das gleiche.
Ich glaube, bei den Hunden ist eher üblich,
dass jeder Hundeführer dann vielleicht seinem Hund noch irgendeine Leckerli unter den Weihnachtsbaum legt.
Aber wenn ich mir jetzt denke, so ein Tier ist ja nicht nur dann ein Wegbegleiter und Kamerad,
sondern da ist ja wirklich 24-7, man muss tagtäglich mit dem Tier trainieren,
man muss dazuschauen, ist das nicht eine extreme Herausforderung auch?
Natürlich ist es eine Verantwortung,
aber grundsätzlich muss man sagen, jedes Tier ist eine Verantwortung,
die, wie man so oft aus der Zeitung auch vernehmen kann, nicht immer so ernst genommen wird.
Es werden Tiere verschenkt und man denkt nicht daran, wie es ausschaut im nächsten Urlaub,
wie groß dieses Tier wird, ob man es auch versorgen kann oder ob man es sich auch leisten kann.
Apropos Tiere verschenken und das bringt mich schon zur Abschlussfrage.
Wer schenkt Tiere? Bist du eher Team Weihnachtsmann oder Team Christkind?
Ich stehe auf Schneemänner, aber wenn ich mich entscheiden muss, dann wahrscheinlich Team Christkind.
Frau Doktor, ich sage danke für den Einblick in die Tierwelt
und unseren Zuhörern wünsche ich noch viel Freude in der Weihnachtszeit
und wir freuen uns, wenn ihr auch das nächste Mal wieder herhört.
Ihr wollt am Gewinnspiel teilnehmen?
Dann sammelt die Ziffern und Buchstaben aus dem Adventkalender und bringt sie in die richtige Reihenfolge.
Nähere Infos findet ihr in den Show Notes.
