Louis Liu träumte seit seiner Kindheit davon, Tänzer bei Shen Yun zu werden. Die Verfolgung seiner Familie wegen ihres Glaubens an Falun Gong prägte seinen Lebensweg. Heute erzählt er auf der Weltbühne mit klassischem chinesischem Tanz von Kultur, Glauben und Überleben.
Wir freuen uns über rege, themenbezogene Diskussionen. Bitte achten Sie dabei auf eine angemessene Umgangsform! Beleidigungen sind nicht erwünscht. Danke. ________________________________________________________________
Willkommen zum Epoch Times Podcast mit dem Thema
Internationale Tournee
Was Chinas Regime verbergen will und was die Shen Yun Künstler enthüllen
Ein Artikel von Catherine Yang vom 25. Dezember 2025
Louis Liu träumte seit seiner Kindheit davon, Tänzer bei Shen Yun zu werden.
Die Verfolgung seiner Familie wegen ihres Glaubens an Falun Gong prägte seinen Lebensweg.
Heute erzählt er auf der Weltbühne mit klassischem chinesischem Tanz von Kultur, Glauben und Überleben.
Schon als Kind hatte Louis Liu einen klaren Traum.
Er wollte Tänzer bei Shen Yun Performing Arts werden.
Jedes Jahr verfolgte er die Aufführungen der weltweit führenden klassischen chinesischen Tänzer aus New York.
Besonders faszinierten ihn die männlichen Tänzer, die mit großen Sprüngen und Salty durch die Luft wirbelten
und antike Helden und legendäre Gestalten auf der Bühne zum Leben erweckten.
Liu beobachtete genau ihre Karrieren, wer Solist wurde und welche Rollen sie übernahmen.
Zitat, ich habe es absolut geliebt, ich fand einfach, dass sie so cool aussahen,
schwärmte Liu rückblickend in einem Interview mit der amerikanischen Epoch Times.
Ein Traum mit Hindernissen
Es war ein grosser Traum, den Liu verfolgte.
Seine Mutter Gao Weiwei befürchtete jedoch, dass er ihn nie verwirklichen könnte.
In China galt bereits der Besitz von Shen Yun DVDs, wie die, die Liu immer wieder ansah,
als Vorwand für eine Verhaftung durch die Behörden der Kommunistischen Partei Chinas, KPCH.
Die Partei bewachte die Familie bereits, um sie daran zu hindern,
über den gewaltsamen Tod von Gao Weiweis Schwester Rong Rong zu sprechen,
der 2004 durch staatliche Verfolgung verursacht wurde.
Fotos von Rong Rongs durch Elektrofolter entstellten Gesicht gingen um die Welt.
Sie dokumentierten nicht nur diesen tragischen Fall persönlicher Verfolgung,
sondern machten auch das System von Arbeitslagern und die systematische,
oft tödliche Folter durch Beamte der KPChinas sichtbar.
Gao Rong Rong wurde zu einem der weltweit bekanntesten Gesichter der Verfolgung von Falun Gong.
Sie starb im Juni 2005 im Alter von nur 37 Jahren.
Falun Gong, auch bekannt als Falun Dafa, ist eine buddhistisch geprägte spirituelle Praxis,
die auf den drei universellen Prinzipien Wahrhaftigkeit, Mitgefühl und Nachsicht beruht.
In den frühen 1990er Jahren verbreitete sich Falun Gong rasch in China.
Die Praxis wurde von Mund zu Mund weitergegeben
und viele Übende berichteten von erheblichen gesundheitlichen Verbesserungen für Körper, Geist und Seele.
Frau Gaus Mutter hatte diese positiven Erfahrungen selbst gemacht
und brachte daraufhin ihren beiden Töchtern Falun Gong bei.
Diese kontaktierten wiederum ihre Schwester Rong Rong, die zu dieser Zeit in Japan arbeitete,
und berichteten ihr von ihren Erfahrungen mit der Praxis.
Rong Rong, geschätzt und beliebt.
Die Familie schilderte gegenüber der Epoch Times, dass Rong Rong das Nesthäkchen und der Liebling der Familie gewesen sei.
Ihr gütiges und liebevolles Wesen habe sie sich bis ins Erwachsenenalter bewahrt.
An der Kunsthochschule, an der sie arbeitete, sei sie sehr beliebt und in ihrer Gemeinschaft hoch angesehen gewesen.
Viele Studenten hätten begonnen, Falun Gong zu praktizieren, nachdem sie durch Rong Rong davon erfahren hatten.
Mit Beginn der staatlichen Verfolgung von Falun Gong im Jahr 1999 geriet Rong Rong jedoch ins Visier der Kommunistischen Partei Chinas.
Als Falun Gong Praktizierende waren die Gaus überzeugt, dass es nicht ausreichte,
nur über Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht zu sprechen, sondern dass diese Werte auch gelebt werden müssten.
Das bedeutete, der allgegenwärtigen Propaganda der Partei,
mit der sie versuchte, die Bevölkerung zu täuschen und ihre Verbrechen zu verschleiern,
die Wahrheit über die tatsächlichen Geschehnisse entgegenzusetzen.
Die Familienmitglieder reichten Petitionen ein, protestierten und verteilten Flugblätter über die Verfolgung.
Dafür wurden sie bereits in den frühen Jahren mehrfach inhaftiert.
Rong Rong traf es jedoch am härtesten.
Sie galt dem Regime als prominentestes Ziel, geführt als streng geheimer Fall Nummer 26.
Entgegen aller gesetzlichen Vorschriften wurde sie in das Longshan Arbeitslager gebracht und dort systematisch gefoltert.
Fotos, die um die Welt gingen.
Nach einer siebenstündigen nächtlichen Folterrunde im Mai 2004 unternahm Gao Rong Rong einen verzweifelten Fluchtversuch.
Sie sprang aus einem Fenster im Obergeschoss und brach sich dabei mehrere Knochen an Fuß, Bein und Becken.
Schwer verletzt wurde sie in ein Krankenhaus gebracht.
Zehn Tage später entstanden die Fotos, die heimlich ihren Weg an die Öffentlichkeit fanden.
Sie zeigten eine junge Frau mit einem durch Elektroschocker entstellten und verbrannten Gesicht.
Im Oktober wurde Rong Rong von Freunden aus dem Krankenhaus geschmuggelt und versteckte sich monatelang bei Praktizierenden im Untergrund.
Im Frühjahr 2005 wurde sie und ihre Helfer entdeckt und erneut festgenommen.
Mitte Juni informierten die Behörden die Familie, dass Rong Rong im Krankenhaus des Masanjia Arbeitslagers liege, das für seine hohe sogenannte Umerziehungsquote bekannt ist.
Laut einem Bericht von Amnesty International fand die Familie sie dort bei einem Besuch bis auf Haut und Knochen abgemagert und bewusstlos an ein Beatmungsgerät angeschlossen vor.
Sie wurde in das Universitätskrankenhaus von Shenyang verlegt, wo sie vier Tage später starb.
Ein Vorgehen, das häufig dazu dient Todesfälle aus der Lagerstatistik auszulagern.
Druck auf die Familie nach ihrem Tod
Nach Rong Rongs Tod setzten die Behörden die Familie weiter unter Druck.
Sie sollten ein Formular unterzeichnen, das einer schnellen Einäscherung zustimmte.
Frau Gao ist überzeugt, dass das Regime so Verantwortung abwälzen und Beweise für die Folter beseitigen wollte.
Die Schikanen hielten an. Frau Gao und ihr noch junger Sohn, der späterischen Jünntänzer, lebten rund fünf Monate im Untergrund und auf der Flucht.
Schließlich wurden sie entdeckt und festgenommen.
Überraschenderweise ließ man sie jedoch noch in derselben Nacht wieder frei.
Frau Gao berichtete der Epoch Times, sie habe dabei heimlich ein Gespräch zwischen dem Vorgesetzten der Beamten und dessen Mitarbeitern mitgehört.
Dieser habe erklärt, er wolle nicht in einen Falun Gong-Fall verwickelt werden.
Unerschütterlicher Glaube
Trotz jahrelanger Einschüchterung wankte Frau Gao nie in ihrem Glauben.
Sie sprach weiterhin offen über die Verfolgung von Falun Gong und erklärte, es sei ihre Verantwortung, nach den Prinzipien der Praxis zu leben und die Wahrheit auszusprechen.
Das zeigte sich im Alltag.
Sie erklärte den Lehrern ihres Sohnes, warum er den jungen Pionieren nicht beitreten würde, was akzeptiert wurde.
Auch während der Olympischen Spiele 2008 in Peking sprach sie ruhig mit den Polizisten, die ihr Haus überwachten, und stellte fest, dass viele von ihnen kaum wussten, worum sie sie beobachten sollten.
Sie setzte ihre Aufklärungsarbeit fort, verteilte Informationsmaterial und hängte Plakate auf.
Für ihren Sohn Louis Liu bedeutete dies, mit dem Bewusstsein aufzuwachen, wie wichtig ein prinzipientreues Leben ist.
2013 reifte bei Louis Liu der Entschluss, sich in den USA an der Feitian Academy of the Arts, der Shenzhen vorgeschaltenen Ausbildungsstätte, zu bewerben.
Mithilfe von im Ausland entwickelter Technologie umging er die chinesische Internetzensur Goldenshield und reichte seine Bewerbung online ein.
Neuanfang in den USA
Für Liu stand fest, dass dies sein Weg war.
Entgegen den Sorgen seiner Mutter verliefen sowohl der Bewerbungsprozess als auch die Beschaffung der notwendigen Dokumente reibungslos.
Schließlich wanderte er die gesamte Familie in die Vereinigten Staaten aus.
Das erste Jahr in Amerika verging für Liu wie im Flug.
Er begann seine formelle Ausbildung im klassischen chinesischen Tanz und fand sich Schritt für Schritt in seiner neuen Umgebung zurecht.
Als er schließlich mit Shen Yun auf Tournee ging, wurde ihm bewusst, ich mache hier etwas ganz Besonderes.
Im Gespräch mit der Epoch Times erinnerte sich Liu an seinen ersten Bühnenauftritt.
Zitat.
Rückblickend beschreibt Liu das vergangene Jahrzehnt als einen fortlaufenden Prozess der künstlerischen und persönlichen Reifung, bei dem jeder Schritt von Bedeutung gewesen sei.
Zitat.
Auch heute liebe er den Tanz ebenso sehr wie zu Beginn seines Traums.
Zitat.
Zitat Ende.
Die Aufführungen von Shen Yun bestehen aus mehr als einem Dutzend Szenen.
Eine davon erzählt tänzerisch, wie Falun Gong Praktizierende im heutigen China trotz staatlicher Unterdrückung an ihrem Glauben festhalten.
Auch Louis Liu wirkt in diesen Stücken mit.
Er sagt, dass er dabei nicht nur die Geschichte seiner eigenen Familie erzähle, sondern die vieler Praktizierender, die das auf der Bühne Gezeigte selbst erlebt hätten.
Zitat.
Sagt der Shen Yun Tänzer.