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"Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse - Das Martyrium der Heiligen Apollonia" (1461 von Jean Fouquet)
6. Folge der 24-tlg. Doku F 2015 von Carlos Franklin.
Aufnahme: ARTE 22.07.2018.
Um 1450 ging der Hundertjährige Krieg seinem Ende entgegen, aber das Königreich Frankreich war noch gespalten. Die Kämpfe, die Pest und die Hungersnot hatten die Bevölkerung fast um die Hälfte dezimiert. König Karl VII. und sein Hof ließen sich in Tours nieder. Im Stadtzentrum hatte der hoch angesehene Maler Jean Fouquet sein Atelier.
Von dort stammt seine Miniatur im Format 16 × 12 Zentimeter, die den Titel „Das Martyrium der Heiligen Apollonia“ trägt. Bei dem religiösen Werk handelt es sich um eine der 47 noch erhaltenen Bilderhandschriften, die Fouquet für das Stundenbuch Etienne Chevaliers, eines reichen Auftraggebers, ausführte. Wie alle Buchmaler schuf Fouquet das sehr behutsam gemalte Werk mit Hilfe einer Lupe. Er ließ sich von einer der Geschichten der „Legenda aurea“ anregen, die um 1260 von dem Dominikaner Jacobus de Voragine verfasst wurde. Diese „goldene Legende“ beschreibt die Folterungen der ersten Christen im Römischen Reich.
Der Maler zeigt, wie die Henker der auf einem Folterbett gefesselten heiligen Apollonia die Zähne ausreißen, damit sie ihrem Glauben abschwört. Eine undisziplinierte Menge drängt sich indes auf den Zuschauerrängen, um dem Schauspiel zuzusehen, als handle es sich um ein Mysterienspiel, eine theatralische Darstellung des Martyriums der Heiligen.
Fouquets Werk fordert den Betrachter auf, dieser Entfaltung von Schmerz und Gewalt beizuwohnen, die in der mittelalterlichen Vorstellungswelt kein Einzelfall ist. Durch die Einbettung in eine Theaterszenerie verharmlost der Künstler jedoch das Dargestellte. Er setzt das Theatralische als eine Art Filter ein und erzwingt damit eine Distanzierung, die bereits die Anfänge der Renaissance ankündigt.
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Mitte des 15 jahrhunderts lässt es sich
an den Ufern der Loir gut leben König
Karl I vi der den Beinamen der
siegreiche trägt hat sich mit seinem Hof
in Tour niedergelassen hohe Mauern
winden sich um die Stadt und strecken
sich gen Himmel die silhuetten ihrer
Türme und Glockentürme schießen wie
luftige Spitzen aus der gedrängten Masse
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Häuser die Gewalt des Hundertjährigen
Krieges hat das abgelaufene jahrhundert
geprägt Gefechte Pest und Hungersnöte
haben fast die Hälfte der Bevölkerung
dahinerafft das Königreich Frankreich
ist noch immer geteilt die Straßen sind
weiter gefährlich die haben ihre Waffen
noch nicht niedergelegt Söldner und
Räuber machen die Wege
unsicher im Schutze des Königs und im
Schatten der Stadtmauer von Tour drängen
sich die Menschen dennoch durch die von
Geschäften Werkstätten und Bürgerhäusern
gesäumten
Straßen an einer Biegung einer dieser
Straßen arbeitet irgendwann zwischen
1452 und
1461 der sehr berühmte Maler
in seinem Atelier an einem Werk das den
Namen das Martyrium der heiligen
Apollonia
trägt was sehen wir darauf eine
gefesselte Heilige und merthürrerin die
von Henkern mit übertriebenen Gesten
brutal gequält wird um sie herum drängt
sich die versammelte Menge im Halbkreis
auf den Stufen um der Martha des Zähne
ausreißens
beizuwohnen nackte Männer mit Haaren
bedeckt und mit Knüppeln bewaff
[Musik]
Teufel
Engel und das Maul der Hölle zieren die
Szene welche Bedeutung steckt hinter
diesem fantastischen Bild das einer der
größten Meister in der Geschichte der
französischen Malerei schuf um das
herauszufinden müssen wir die Elemente
und Figuren des Werkes erforschen die
Geheimnisse lüften die sich hinter der
Komposition verbergen um zu verstehen
was uns der Künstler über eine Zeit
ihren Glauben und ihre Ängste
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erzählt gehen wir etwas näher heran um
das Wesentliche zu betrachten Apollonia
von Alexandria eine merthürerin aus dem
dritten Jahrhundert christlicher
Zeitrechnung ist bereit im Namen ihres
Glaubens ihre Zähne zu
opfern fou Bild ist äußerst detailreich
dabei misst das Werk nur x 12 cm es
handelt sich um eine
Bilderhandschrift wie alle Buchmaler
arbeitet auch Jean Fouquet mit einer
Lupe und vermutlich auch mit einer
schwarzen Glasscheibe die das Bild auf
den Kopf dreht und es ihm so erlaubt
seine Arbeit aus einem anderen Winkel zu
betrachten in der Mitte Ruh das
gelassene Gesicht der heiligen Apollonia
sie erträgt die Schmerzen in aller Ruhe
ihre Gesichtszüge sind in einer Maske
der Seligkeit erstarrt und tragen so die
Botschaft der Kirche weiter die
merärtürer haben für euch gelitten
verglichen mit ihnen sind eure Schmerzen
harmlos das Paradies liegt am Ende des
Weges das Martyrium der heiligen
Apollonia ist ein religiöses Werk es ist
eines der 47 noch erhaltenen
Bilderhandschriften die foket für das
Stundenbuch ien Chevaliers
ausführt ein Stundenbuch ist eine
illustrierte Sammlung von Gebeten und
eine Hilfe zur Andacht für Leihen die
ihren Glauben stärken wollen indem sie
zu Hause zu 7 Stunden des Tages nach dem
Rhythmus der Kanoniker beten es enthält
außerdem einen Kalender mit den
wichtigsten festen und
Tagesheiligen die Handschrift an der
Jean fouet arbeitet ist einmalig sie ist
ein äußerst luxuriöses Objekt ein
originales Kunstwerk der Künstler nutzt
so viel wie möglich von der BL Fläche er
verzichtet auf die traditionellen
blumenränder und bedient sich des
normalerweise dem Text vorbehaltenen
Raumes indem er die initiale den
schmückenden Großbuchstaben in seine
Komposition einfügt so wird die
Bilderhandschrift zu einem echten
Gemälde das führt allerdings dazu dass
das Stundenbuch einige Jahrhunderte
später auseinander genommen wird alle
Bilderhandschriften werden
herausgeschnitten und so zu
eigenständigen Bildern die sich in die
ganze Welt
[Musik]
zerstreuen bei dem Martyrium der
heiligen Apollonia greift fuket wie bei
allen anderen Bilderhandschriften nicht
auf die klassischen andachtsfiguren der
heiligen Apollonia zurück er erfindet
vollkommen neue Kompositionen
hier inszeniert er die Martha die von
einem Mann kommentiert wird der aus
einem Buch liest und die Protagonisten
mit seinem langen Stock anzuleiten
scheint der römische Kaiser dezius der
von einigen Höflingen begleitet wird
versucht die heilige dazu zu bringen
ihrem Glauben
abzuschwören als Zeichen der Verachtung
entledigt sich ein Narr seiner Beinlinge
und zeigt seinen nackten
Hintern die heilige ist gefesselt und
ihren Henkern vollkommen ausgeliefert
einer von ihnen zerrt mit aller Kraft an
ihrem Haar angestachelt von einem
schwarzen Teufel während sich ein
anderer mit einer riesigen Zange ihrem
Mund
nähert auf den Rängen inmitten des
zuchtlosen Publikums sind die
verschiedenen Orte der Handlung
symbolisiert in der Mitte der Hof des
Kaisers mit dem leeren da er über die
Leiter zum Ort des Geschehens
hinabgestiegen
ist links das Paradies beherrscht von
Gott in roter und dem heiligen Michael
in goldener
Kleidung zu ihren Füßen die Engel bereit
die heilige Apollonia zu empfangen sodan
steigen die Engel vom Paradies herab und
als sie die Erde erreichen Kreisen sie
um den Platz ohne Streit zu suchen
rechts die Hölle dem Teufel und seiner
Frau vorbehalten die auf ihre Beute
warten unter ihren Füßen erlaubt das
weit aufgerissene Maul der Hölle einen
Blick auf die verdammten zur großen
Freude der Menge schließt sich das Maul
der Hölle wieder die Dämonen schwenken
ihre feuerlampen die Engel fliegen im
Kreis Figuren erscheinen und
verschwinden in Rauchwolken
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sehen wir uns einmal die Seite an die F
dem alttestamentarischen Helden Hiob
widmet auf seineem Misthaufen
zusammengesunken fügt sich der im
Schatten liegende alte Arme resignierte
und geduldige hiop in eine entschieden
naturalistische Landschaft ein die Bäume
sind echte Bäume weit entfernt von den
stilisierten kaum modellierten Formen
mit begrenzter Farbauswahl die im
Jahrhundert davor
dominierten die Szene öffnet sich der
Perspektive ein Donjon zeichnet sich im
Hintergrund ab er ist eindeutig zu
identifizieren er gehört zum Schloss von
Versen Hiobs Freunde lassen ihren Ekel
erkennen indem sie ihre weiten Mäntel
Schürzen unter Falten deren Volumen
durch das perfekte Spiel mit Licht und
Schatten wiedergegeben wird erwachen
ihre Körper zu leben
fou nutzt die Leuchtkraft von Gold in
Form von Schraffierung oder vibrierenden
Punkten um dunkle Kleidung dort zu
erleuchten wo die Sonne auf sie trifft
und helle Kleidung auf der Schattenseite
zu modellieren die lebhaften Gesten und
die wahrhaftige Bewegung zeigen foué ist
auf der Suche nach dem
realen wie verhält es sich mit unserer
heiligen Apollonia nachdem wir die Szene
als fantastisch bezeichnet haben können
wir bei ihr dennoch auch jenen Realismus
entdecken der sich bei Hiob zeigt das
ist tatsächlich möglich die Holzstufen
über Apollonia und ihren Henkern binden
den Raum in einer mittelalterlichen
Theaterbühne
ein der Mann mit dem Stock ist ein
Spielmeister Engel Dämonen und
Rauchwolken sind Spezialeffekte oder
Geheimnisse fou LT uns hier zu einem
ein einer Inszenierung des Martyriums
der heiligen die sich weigert Christus
abzuschwören Mysterienspiele sind urbane
Aufführungen die heilige Geschichten
darstellen sie bestehen aus einer Folge
von Szenen die komische und dramatische
Episoden mit musikalischen gesungenen
Einlagen verbinden eine Aufführung kann
mehrere Tage dauern und bis zu 500
Rollen beinhalten Statisten nicht mit
eingerechnet die werden von den
Einwohnern der Stadt gespielt in manchen
Familien wird die Rolle des Christus
oder des Judas vom Vater auf den Sohn
weitergegeben mittelalterliche
Mysterienspiele brauchen sowohl
spektakuläres wie auch realistisches so
wird nicht gezögert echte Henker zu
engagieren die ihre eigene Rolle
übernehmen es werden auch gern
sogenannte scheinkörper eingesetzt
blutige Puppen durch die Darsteller
geschickt mit Hilfe von Falltüren
ersetzt
werden die symbolischen Orte die
sogenannten manion sind mit Vorhängen
ausgestattet und dienen den Darstellern
auch als Garderoben in denen sie sich
zurückziehen und zwischen den Szenen
umziehen können fou gibt das brodelnde
Leben dieses theaterortes wieder an dem
Darsteller und Zuschauer aus allen
Gesellschaftsschichten zusammenkommen
Mysterienspiele sind von Natur aus
vergänglich Tribünen und Kulissen werden
an den Fassaden der Häuser errichtet und
nach den Aufführungen wieder
abgebaut foues Bild liefert uns davon
ein einmaliges Zeugnis er kennt die
Mysterienspiele besonders gut denn er
ist selbst auch einer der angesehensten
Regisseure seiner Generation ein Meister
der
Geheimnisse in die Kreuztragung Christi
einer weiteren Bilderhandschrift aus dem
Stundenbuch sehen wir im Vordergrund
hedruid die Frau Frau des Schmiedes die
die Nägel für das Kreuz Christi
herstellt es ist eine Szene aus dem
Passionsspiel einem der populärsten
mysterienpiele der damaligen Zeit in
dieser Bilderhandschrift lässt sich
ermessen wie sehr foué das religiöse
portraät von den Konventionen befreit er
legt Wert darauf die einzigartige
Identität jedes Wesens zu erfassen schon
sehr früh war fouet als Meister des
Portraits anerkannt und so bekam er auch
bei seinem Aufenthalt in Rom den Auftrag
für ein Bildnis der Papst des Eugens des
vierten das Werk ging zwar verloren doch
durch zwei Kopien ist es uns heute noch
bekannt fou Portrait des Papstes lässt
eine komplexe Persönlichkeit zum
Vorschein kommen ein verkniffenes
Gesicht das Ernsthaftigkeit zeigt
unbewegliche Muskeln in einem Fest
modellierten
Gesicht alles Elemente die seine sehr
persönliche Herangehensweise an dieses
Genre zeigen Jean fou hatte ungefähr ein
Jahrzehnt zuvor die lange und
gefahrenreiche Reise nach Itali
unternommen während auf Frankreichs
Straßen der Krieg wütete um unversehrt
in Rom einzutreffen hat er sich
vermutlich einer Pilgergruppe
angeschlossen er verbrachte mehrere
Jahre auf der
Halbinsel nach seinem Aufenthalt in Rom
reiste er nach Florenz wo er die Arbeit
der großen toskanischen neuerer gesehen
haben soll dannach mant wo er den
hofnaren Gonella gemalt haben soll
weiter reiste er über Padua nach Venedig
wo er Künstler wie Andrea del castagno
oder dcopo Bellini
kennenlernte nur wenige Gemälde wurden
erhalten doch fou hat in Italien einen
starken Eindruck hinterlassen der
Florentiner Francesco Florio schrieb
1478 in einem Brief durch die
Gewandtheit seiner Malkunst erhob sich
Jean Fouquet nicht nur über seine
Zeitgenossen sondern auch über alle
alten seit dir dessen sicher denn was
ich schreibe ist die Wahrheit jener
fouet hat die Macht mit seinem Pinsel
Gesichtern Leben
einzuflößen in der Kreuzigung aus einem
Stundenbuch erinnert die Anordnung der
Kreuze seltsamerweise an die seines
florentinischen Kollegen Fra
Angelico doch wenn wir uns die Kreuze
des fläischen Meisters Jan van Eik
ansehen bemerken wir das F sich ihm
ebenfalls nähert durch die genaue
Darstellung der Texturen die Vorliebe
für ausdrucksvolle Gesichter die
Modellierung der Körper und eine
bestimmte Art das Licht in Schwingungen
zu
versetzen Fouqué gehört nicht zu den
Künstlern der italienischen Renaissance
die die antike
wiederentdecken dennoch hat er von
seinem Aufenthalt in Italien
Kompositionen mitgebracht die durch eine
zugrunde liegende Geometrie gegliedert
werden die dank der perspektivgesetze
von Alberti eine Illusion von Tiefe
möglich
macht allerdings spielt er mit dieser
Perspektive und erschafft hier eine
kreisförmige Bühne die an römische
Zirkusse erinnert in denen damals die
ersten Christen geopfert wurden im
gesamten Stundenbuch setzt fuki immer
wieder dieselbe Seitengestaltung um ein
runder mittlerer Bereich und ein
Vordergrund in dem die gleichen wilden
Menschen die gleichen Wappenschilde
tragen
diese traditionellen Figuren des
Karnevals symbolisieren ein harmonisches
Leben mit der Natur und präsentieren die
Wappen des Auftraggebers des
stundenbuchs Etienne
Chevalier im Jahr
1453 isten Chevalier der Schatzmeister
König Karls vi und Mitglied dessen Rates
nach einem Jahrhundert Krieg ist
Frankreich nicht mehr dasselbe der König
mstraut dem falen Adel und befördert
neue Männer in die
des Königreichs reich gewordene
Großbürger die häufig frisch geadelt
sind een Chevalier ist einer von ihnen
er ist reich genug um bei fou zusätzlich
zu dem Stundenbuch ein Gemälde für die
Kirche notredame in Mon in Auftrag zu
geben das diptchon von Mon so wird es
später heißen stellt ihn betend vor
einer stillenden Madonna da die durch
den Kontrast zwischen der durchsichtigen
Reinheit ihr Farbe und dem kräftigen Rot
der Engel besticht die Madonna trägt
angeblich die Gesichtszüge von anes
Sorell der Verstorbenen und
einflussreichen metresse des Königs
deren Testamentsvollstrecker ien
Chevalier gewesen
war im Stundenbuch weltfouet seine
Sujets danach aus was itien Chevalier
gefällt
ähnlich dem Diptychon von Melon stellt
er ihn betend vor der Madonna da und mit
einer gewissen Kühnheit malt er sogar
vorausschauend das Begräbnis seines
Auftraggebers doch er hat sich nicht
damit begnügt den Schatzmeister des
Königs darzustellen so trägt einige
Seiten weiter in die Anbetung der Könige
der auf einem mit Lilien verzierten
Teppich kniende König der dem Jesuskind
Gold darreicht die Gesichtszüge Karls vi
links verkünden im Hintergrund drei
Herolde das Ende eines Gefechts ein
Stern beleuchtet mit seinen strahlen die
Schlacht vermutlich eine Anspielung auf
den Sieg des Königs über die Engländer
im Jahr
[Musik]
1453 der Hundertjährige Krieg
beherrschte das Leben und die Herrschaft
Karls über ein Jahrhundert an
dynastischen Kämpfen zwischen dem Haus
planten das England unterstützte und dem
hausois das der französischen Krone treu
war eine Abfolge von Bündnissen großer
lehsherren die zu einer Schwächung der
französischen Könige und des Königreichs
führten
Karl VI den seine Feinde lange spöttisch
den König von Burge nannten wendete die
militärische Lage zu seinen Gunsten 25
Jahre zuvor hatte er Frankreich an der
Seite jeandar durchritten und sich in R
zum König krönen
lassen doch jenseits dieser symbolischen
Figur ist das Land angeschlagen und
gespalten Karl VI weiß um es zu einen
muss er sich als starken König
darstellen
[Musik]
foué wird ihm dabei helfen und
Miniaturen für eine von Vertrauten des
Königs verfasste Handschrift der Grand
chronique de France malen eine Sammlung
von mehreren unabhängigen Aufzeichnungen
die die Geschichte des Landes anhand all
seiner Herrscher erzählen in seinen
Illustrationen feiert fouet die
Monarchie indem er Schlachten königliche
Einzüge und Krönungen darstellt ganze
elf Krönungen erlauben ihm diese
religiöse Zeremonie hervorzuheben bei
der ein Monarch zum König von Gottes
Gnaden
wird damit wird foué zum geschichtsmaler
und Propagandisten im Bett der Justiz
von vondom zeigt er wie Karl der VI mit
Protestierenden lehsherren
umgeht reglos und gelassen tront der
König in der Mitte er sitzt den Prozess
gegen den des Verrats Beschuldigten
Prinzen von Geblüt Herzog von alonson
vor eine einzige Figur blickt den
Betrachter an es ist foué selbst der
sich damit zum vertrauenswürdigen
Augenzeugen macht fou lässt die Menge an
dem Ereignis teilhaben er zeigt König
Karl VI an der Spitze als Herr über das
Schicksal seiner
Untertanen trotz der geringen Größe
seiner Werke liebtes fou Menschenmengen
in Bewegung zu malen im Martyrium der
heiligen Apollonia bilden die Zuschauer
eine zusammenhängende Gruppe die die zur
schaugestellte Gewalt umhüllt und
verstärkt alle Blicke kommen im
Hauptmotiv des Werkes zusammen auf das
auch die meisterliche Zange quer über
das Bild zeigt das Herausreißen von
apollonias
Zähnen zu jener Zeit steckt die
Zahnmedizin noch in den Kinderschuhen
und Verletzungen im Mund sind äußerst
schwerwiegend die Zähne sind eine
wesentlich Ursache für leiden
symbolisiert durch die heilige Apollonia
die später zur Schutzpatronin der
Zahnärzte werden
[Musik]
wird die Menschen müssen entweder leiden
oder sich in die Hände der Barbiere
begeben diese bilden die unterste Stufe
der Medizin nach den Chirurgen und den
Ärzten ihnen werden die chirurgischen
Leistungen bei nichttödlichen Wunden
überlassen
[Musik]
bewaffnet mit einem Schwamm der mit
einem Saft aus Bilsenkraut Opium und
hanfgränkt ist extrahieren Sie Zähne mit
Hilfe von Scheren schabinstrumenten
geraden oder krummen spachteln gezahnten
und glatten Zangen und sogar mit einem
brandneuen Instrument dem sogenannten
Pelikan die geschicktesten verstehen es
angeschlagene Zähne durch Schnürung zu
stabilis
oder durch ein Stück ochsenknochen zu
ersetzen caries behandeln sie mit einer
Gewürznelke die in das Loch im Zahn
gesteckt wird oder setzen erhitzte
Instrumente zum kauterisieren ein eine
Volksweisheit lehrt zahnausreißer sind
Lügner denn sie versprechen bei allem
unterschiedslos ein glückliches
Ende oft ist es zuverlässiger die
heilige Apollonia um Hilfe zu bitten die
in ihrem Martyrium Gott bat die
Zahnschmerzen derjenigen zu lindern die
ihren Namen
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anrufen Pein und Leid stehen im
Mittelpunkt von fou Bilderhandschrift
das Werk macht sich zum Sprachrohr einer
unruhigen Zeit der König hat die Bildung
blutrünstiger Milizen erlaubt um die
lehsherren zu bekämpfen die seine
Autorität in Frage stellen nach dem
Vorbild der Gesellschaft widmen sich
Malerei Mysterienspiele und religiöse
Texte der verblümten und ergreifenden
Darstellung der
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Gewalt von dem Horror der Grausamkeit
und Folterungen den die ersten Christen
im römischen Kaiserreich über sich
ergehen lassen mussten wird mit einem
außerordentlichen Schwung in der Legende
auria erzählt die der spätere Genueser
Erzbischof Jakobus de Voragine 1260
verfasste diese Erzählungen sind ein
Riesenerfolg und F hat sich für sein
Stundenbuch stark v ihnen inspirieren
lassen nun ist es an der Zeit zu
weiteren Foltermethoden überzugehen
angefangen mit jener die darin bestand
den Frauen eine oder beide Brüste
abzuschneiden um ihr Leiden in höchstem
Maße zu
steigern in dem Mysterienspiel das ihr
gewidmet ist wurde Barbara von
Nikomedien vor der zentralen
enthauptungsszene bereits ausgepeitscht
durch eisenkämme zerfetzt sowie mit
brennen Fackeln verbrannt schließlich
wird versucht ihren Schädel mit
stahlhämmern zu zertrümmern und nachdem
ihr die Brüste abgerissen wurden wird
sie dazu verurteilt sich nackt durch die
Stadt treiben zu
lassen die heilige Barbara ist alles
andere als ein Einzelfall agatha Agnes
Anastasia Katharina zeecilia Christina
und honorina werden der feuerfolter
unterzogen den Löwen vorgeworfen ihre
Augen werden herausgerissen die Zunge
abgeschnitten sie werden gepfäht ihre
Beine werden gebrochen Füße und Hände
abgetrennt und natürlich werden Ihre
Zähne herausgerissen womit wir wieder
bei unserer heiligen Apollonia
wären einige Kommentatoren sehen in dem
Narren der seine Beinlinge wieder
zuschnürt den Beweis dass der Henker
sich außerdem bei Apollonia gerade
schändliche Handlungen erlaubt hat eine
gewiss Fr Interpretation die dennoch
glaubwürdig ist bei der allgegenwärtigen
Darstellung von Gewalt insbesondere
gegen Frauen das Martyrium der heiligen
Apollonia und sämtliche
Bilderhandschriften aus dem Stundenbuch
gehören zu den letzten Ausprägungen der
mittelalterlichen Kunst die mit Fouquet
ihren Höhepunkt erreicht hat es ist eine
Übergangszeit für die Malerei wie auch
für Frankreich nach dem verheerenden
adalas der dem ländlichen Frankreich
schwer zugesetzt hat verbessert sich die
Lage gegen Ende seiner Herrschaft wird
Karl VI das Königreich mit Hilfe eines
stehenden Heeres sichern das durch das
Steuer und Finanzsystem finanziert wird
das een Chevalier und seine Kollegen
modernisiert haben fou hat sich auf
dieses Frankreich eingestellt das dabei
ist sich zu erneuern und zu verwandeln
indem er den Filter einer
Theateraufführung benutzt führt er in
das Mysterium der heiligen Apollonia
eine Form von Distanz in der ellung von
Gewalt ein dieser Abstand so klein er
auch sein mag ist ein erster Schritt zu
einem neuen Blick auf die Welt mit
seinem feinen Pinsel trägt foué die
goldenen Fäden eines zaghaften
Humanismus auf und lässt am Horizont den
Silberstreif der Moderne aufziehen
[Musik]