Philosophieren #69: Entscheiden mit Matthias Burchardt und Alexander Christ

Kontra Funk
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04.06.2024
Source:
https://www.spreaker.com/episode/philosophieren-69-entscheiden--60159341
Wir alle kennen die Freude am Entscheiden, aber auch die Qual der Wahl. Lassen sich Entscheidungsprozesse rationalisieren? Folgen wir dem Kalkül der Nutzenmaximierung, oder sind wir von irrationalen Motiven (Angst, Begehren, Gruppenzugehörigkeit) getrieben? Welches ist der existenzielle Sinn von Entscheidungen, wenn ich nicht nur etwas, sondern mich entscheide? Darüber philosophieren Alexander Christ und Matthias Burchardt in dieser Sendung. Schließlich lüften sie auch das Geheimnis, wie über die Musik der Sendung entschieden wird.
liebe Hörer diese Sendung können Sie
vollständig auf
kontrafunk.radio hören hier gibt es aus
lizenzrechtlichen Gründen nur eine
gekürzte
Version guten Tag liebe Hörer mein Name
ist Matthias Burchert und ich heiße Sie
herzlich willkommen zur Sendung
philosophieren im kontrafunk mit den
Bedenkenträgern im Wolkenkratzer des
Entscheidungs Imperiums gemeinsam mit
Alexander Christ diskutiere ich von
Woche zu Woche alltägliche und
tiefgründige Themen kennen Sie das auch
mir fällt es manchmal schwer mich zu
entscheiden ich bin überfordert von der
Vielzahl an Optionen und dann gibt es
auch das Gegenteil ich fühle mich
übergangen bei wichtigen Entscheidungen
da hätte ich gerne mitgestimmt wir
fragen uns heute was es mit dem
entscheiden auf sich hat und entdecken
dabei auch die Lust an der
Unentschiedenheit
[Musik]
philosophieren im kontrafunk mit
Alexander Christ und mit mir Matthias
bchert heute haben wir uns entschieden
über das entscheiden zu sprechen und
haben festgestellt dass es da einige
Hürden und Barrieren gibt die wir
diskutieren müssen Alexander wie stehst
du denn zu den Entscheidungen und die
klassische Frage am Beginn unserer
Sendung tja ich muss natürlich auch
jeden Tag Entscheidungen treffen da
geht's mir nicht anders als
wahrscheinlich allen Menschen und du
hast es ja schon gesagt wir beide
mussten uns natürlich entscheiden jede
Woche müssen wir uns entscheiden was wir
aufnehmen wir können das nicht nicht
entscheiden das geht gar nicht weil dann
gibt's keine Aufnahme wobei jetzt fällt
mir gerade ein vielleicht wäre auch das
mal ganz lustig dass wir uns überhaupt
nicht entscheiden und mal eine Sendung
völlig ins Blaue hinein machen und
gucken worüber wir dann so reden wenn
wir uns für nix in entschieden haben
aber nein jetzt mal Spaß beiseite also
wir wollen ganz ernsthaft über das
Entscheiden sprechen und ich denke doch
tatsächlich dass Entscheidungen
jeglicher Art uns jeden Tag begleiten es
wird kein Tag vergehen ich glaube ich
kann mich an keinen in meinem Leben
erinnern an dem ich gar nichts
entschieden habe möglicherweise warst du
als Säugling da noch etwas
zurückhaltender und ich hoffe dass du
möglichst lange Entscheidung treffen
kannst weil wir verbinden mit der
Möglichkeit und dem Recht Entscheidung
zu treffen eben auch sowas wie eine
Souveränität in existenzieller Hinsicht
aber auch in politischer Hinsicht
insofern hängt ja einiges daran aber es
kann eben auch ein Fluch sein liebst du
es zu entscheiden oder belastet es dich
auch manchmal tja also eigentlich hätte
ich auf die Frage sofort
geantwortet unvorbereitet ich liebe es
total Entscheidungen zu treffen ich bin
ja jemand der gerne auch bestimmt wo es
lang geht und das hat jetzt weniger was
mit autoritärem über andere Köpfe hinweg
entscheiden zu tun darauf wenn wir
sicherlich auch noch zu sprechen kommen
sondern das hat eher was damit zu tun
dass ich einfach gerne an einer
Entscheidungsfindung beteiligt bin auch
das ein wichtiges Stichwort das wir
nachher noch mal aufgreifen müssen und
dann also meinen Anteil daran kenntlich
machen möchte insofern hätte ich gesagt
das liebe ich aber ich habe in den
letzten Jahren auch ganz andere
Erfahrungen gemacht und vielleicht darf
ich die gleich am Anfang erzählen lieber
Matthias ich reise ja sehr gerne und und
ich war vor einigen Jahren vor den
covidjahren in Japan und ich war jetzt
ganz aktuell in Marokko und in beiden
Ländern habe ich das Gefühl ist es so
dass einem Entscheidungen abgenommen
werden da gibt es ganz viel was schon
entschieden ist will jetzt mal
exemplarisch auf Japan eingehen meine
Beobachtung der japanischen Kultur war
eigentlich eher die dass die Menschen
sich zurücklehnen und darauf bauen
darauf vertrauen sich nein fallen lassen
in ein Gefühl das andere für einen
bereits alles entschieden haben und dass
sie das selbst nicht mehr tun müssen
dass sie sich darauf verlassen können
dass gute Entscheidungen auch für Sie
für jeden einzelnen getroffen worden
sind und dass in diesem bereits
entschiedenen man ganz klar
vorgezeichnete Wege gehen kann wenn ich
das mal so ganz pauschal und allgemein
zusammenfassen darf so jedenfalls mein
Gefühl und das hat mich selbst auch
ergriffen und darüber war ich sehr
erstaunt damit hatte ich nicht gerechnet
ich habe eigentlich gedacht dass ich
mich nicht so wohl fühle in Kulturen in
denen vieles schon geklärt ist wie hat
man sich zu verhalten was darf man was
darf man nicht dass man im Grunde sich
eingeengt fühlt das war meine
Erwartungshaltung dass ich denke hier
bin ich aber unfrei hier kann ich gar
nicht mich so bewegen wie ich es
eigentlich möchte ich möchte doch lieber
selber entscheiden und möchte selber
bestimmen wie ich jetzt aus dem Haus
gehe ob ich die Tür beim Einsteigen in
ein Taxi beispielsweise znalle oder
nicht aber das darf man eben nicht in
solchen Gesellschaften ist verpönt also
man kann es schon machen aber man
kennzeichnet sich dann gleich als
Außenseite und macht deutlich dass man
eben rücksichtslos über die Gebräuche
und Kulturen des jeweiligen Landes hin
weegtrampelt das wollte ich natürlich
nicht also habe ich mich dran gehalten
und die große Überraschung für mich war
ich habe mich wohlgefühlt und das wirft
natürlich eine grundsätzliche Frage auf
die wir im Zusammenhang mit dem
Stichwort entscheiden in dieser Sendung
auch besprechen wollen
manche Menschen fühlen sich sehr wohl
ich selbst zu meiner eigenen
Überraschung eben zumindest zeitweise
auch wenn Dinge entschieden sind wenn
andere sie für einen entschieden haben
aber da muss man natürlich drauf bauen
können dass sie dann gut entschieden
worden sind ich möchte natürlich nicht
von einem Diktator bestimmt werden und
eingeengt werden das kann ich ja auch
ganz sicher sagen also das wird glaube
ich gleich einige Fragen auf die wir
heute besprechen werden ich habe in der
Vorbereitung der Sendung auch über
Entscheidung nach gedacht und mir ist so
aufgefallen dass ich je mehr ich mich
mit einer Sache auskenne umso
schwieriger fällt es mir dann mich zu
entscheiden weil die Zahl der Optionen
so gewaltig anwächst und auch die
Unterschiede von denen man dann die
Entscheidung abhängig machen könnte
eigentlich immer marginaler werden also
das ist mir aufgefallen etwa wenn ich
eine Lehrveranstaltung an der
Universität plane und verschiedene
didaktische Wege gegeneinander abwäge
oder bestimmte Texte die man lesen
könnte also es fällt mir immer immer
schwerer und dann ist mir noch mal eine
Lebensentscheidung eingefallen die ich
tatsächlich so ein bisschen spielerisch
dem Zufall überlassen habe es gibt eine
ähnliche Szene bei Rousseau der auch dem
Zufall eine Chance gibt sein Leben zu
bestimmen ich habe nämlich bei einem
Spaziergang mit meiner damaligen
Freundin
einem Wintertag einen Schneeball geformt
und gesagt wenn ich jetzt mit diesem
Schneeball den Baum da hinten treffe
dann werden wir beide heiraten und das
ist was Gutes und ich habe geworfen und
ich habe getroffen und wir haben
geheiratet ob wir ohne diesen Schneeball
nicht auch geheiratet hätten das ist die
zweite Frage aber ich habe gemerkt dass
ich in dieser symbolischen Bemühung des
Zufalls durchaus auch meine eigene
Entscheidung versteckt habe oder mich
vielleicht auch ein bisschen vor ihr
gedrückt habe weil solche gravierenden
Dinge zu entscheiden da gibt's ja für
und wieder und man kann vielleicht ewig
abwarten und kommt dann nie zu einem
Ergebnis so dass man sich vielleicht
auch um ein Glück bringt wenn man die
Entscheidung vor sich herchiebt und
manchmal bringt man sich eben auch um
das Glück wenn man zu rasch und zu grob
entscheidet mhm ich neige auch oft dazu
nicht zu entscheiden das möchte ich auch
gleich am Anfang deutlich machen du hast
es ja in der Anmoderation auch schon
angedeutet du hast gesagt wir werden
vielleicht einschwenken in einen Lob des
nicht Entscheidens ich würde es eher ein
Lob des Abwartens nennen abwarten wie
sich die Dinge von alleine entwickeln
ich gebe mal ein Beispiel ich habe in
einer Woche ganz häufig mehrere
kollidierende Termine diese Woche von
der ich jetzt spreche die liegt
vielleicht noch weit entfernt also es
ist nicht die nächste Woche es ist
vielleicht die Woche in zwei Monaten
diese bestimmte in der nun drei Termine
miteinander kollidieren was soll ich tun
soll ich den einen Absagen soll ich den
anderen Absagen welcher Termin ist mir
wichtiger soll ich nach solchen
Kriterien entscheiden soll ich mir
wirklich überlegen welcher Termin ist
mir wichtiger oder ist es vielleicht
besser zu fragen welcher Termin ist den
anderen besonders wichtig welche
Kriterien sind eigentlich die richtigen
die mich in meiner Entscheidung
bestimmen und da neige ich oft dazu
erstmal gar nicht zu machen gar nicht zu
entscheiden sondern zu warten bis ich
sehe was sich von selbst entwickelt und
tatsächlich in meinem Leben das kann ich
zurückverfolgen wie eine rote Spur ich
würde sagen über die letzten 30 Jahre
wenn ich die mal so vor meinem Auge
vorbeiziehen lasse tatsächlich hat sich
eigentlich fast fast immer mit
vielleicht D vi 10 maximal an zwei
Händen abzuzählenden Ausnahmen von
selbst so entwickelt dass ich die Dinge
dann geregelt haben da ruft dann also
irgendjemand an und sagt ach wir haben
den Termin jetzt verschoben wir brauchen
dich gar nicht in dieser besagten Woche
oder ein anderer hat vielleicht selbst
eine Lösung gefunden und braucht mich
nicht dafür und kann den Termin absagen
und dann bleibt noch ein Termin von
dreien übrig nicht auszudenken hätte ich
mich selbst entschieden und hätte ich
vielleicht dann eine Entscheidung
getroffen die gerade diesen einen Termin
der übrig bleibt ausschließt das wäre
ungünstig gewesen und so kann ganz
beruhigt dann zu diesem einen Termin
fahren und die Dinge haben sich von
selbst geregelt das liebe ich sehr und
das hat für mich überhaupt nichts mit
einer Entscheidungsschwäche zu tun das
möchte ich auch gleich sagen wobei die
ja auch nicht nur ein persönliches
Unvermögen ist sondern einfach auch das
Resultat von überfororderung durch zu
viele Optionen mir ist das total
sympathisch ich werde das jetzt auch mal
ausprobieren insbesondere vermeidet man
damit ja auch beziehungsbotschaften weil
man dir irgendjemand dann mitteilt du
bist mir nicht wichtig der an den
anderen ziehe ich mir vor also diese
Dilemma Vermeidung durch heranreifen
lassen einer Situation das ist mir sehr
sympathisch lass uns mal ein bisschen
auf die Wortbedeutung eingehen weil dieä
mich unglaublich interessant ist das ist
immer dein Steckenpferd was ich als sehr
bereichernd erlebe weil wir von der
Oberfläche des Wortes her noch gar nicht
absehen können in welche Tiefe uns die
Wortgeschichte denn da auch bringt was
hast du rausgefunden zum Wortursprung
das entscheidend ja also ich will was
zum Wortursprung sagen aber ich will
auch was zu dieser zusammengesetzten
Form sagen wir haben ja bei solchen
werben
entscheiden immer zwei Teile die
zusammengesetzt sind und allein das
bringt uns ja schon in eine bestimmte
Richtung oder wirft viele Fragen auf
hier beim entscheiden wirft es
tatsächlich viele Fragen auf wir haben
also das Scheiden in diesem
entscheiden wenn wir jetzt erstmal
überlegen was das Wort entscheiden sonst
noch so alles bedeuten kann ich gebe mal
ein paar Beispiele dann wird glaube ich
die Bandbreite sehr sehr schnell
deutlich wir sprechen also vom mit
entscheidenden Moment vom Spiel
entscheidenden Beitrag man kann sagen
ich bin entschieden etwas zu tun ein
Streitfall wird natürlich entschieden
dann wird in diesem entscheiden auch
häufig ein ausschlaggebendes
bestimmendes Urteil abgegeben also damit
wird im Grunde entschieden wer hat Recht
oder wenn wir jetzt vielleicht eine
Frage aus dem Familienrecht aufgreifen
wem wird das Kind zugeteilt der Mutter
oder dem Vater dann wird ein
Zweifelsfall entschieden da weiß
vielleicht nicht so ganz genau was das
richtige ist es gibt mehrere
Möglichkeiten die sind vielleicht sogar
gleichwertig aber ich muss mich
entschließen denn ich kann am Ende nur
einen Weg gehen entscheiden tut häufig
genug auch das Los oder das Schicksal
dann ist so ein Überraschungsmoment
dabei ich habe die Dinge nicht in der
Hand es gibt dann entscheidende
Sitzungen in denen die Entscheidungen
fallen den entscheidenden Moment indem
ich mich entscheide entschließe zeige
ich gehe nach links oder nach rechts
wenn ich das tun darf dann habe ich auf
den Hut auf hab das sagen kann also
bestimmen hab das letzte Wort und
Menschen die solche Fragen stellen
stehen vielleicht am Scheideweg jetzt zu
deiner Ausgangsfrage woher kommt das
Wort entscheiden scheiden das scheint
mir vom althochdeutschen skidern
abgeleitet zu sein also eine sehr alte
Form die so habe ich das nachgelesen bis
ins 8te jahrhundert zurückgeht und dort
hat man unter diesem Wort skidern ein
Teilen trennen standen aber eben auch
ein beilegen ein Beenden ein auslegen
also es gibt mehrere Varianten ich kann
eine davon auswählen indem ich das tue
beende ich das Thema beende ich die
Diskussion und wenn wir jetzt ein Stück
weitergehen und noch ein paar andere
Begriffe damit in Verbindung bringen
dann kommt man auch sehr schnell bei
skidern scheiden auf den Scheitel auf
den Scheid ein Holzscheid auf den
Schädel finde ich auch sehr interessant
dann aber auch weil ich mir den
zerspalten muss wenn ich mich entscheide
ja weil ich ihn mir zermartern muss
genau zerspalten muss ich muss etwas
Teilen in meinem Kopf ein Scheid teile
ich auch und dann finde ich auch die
Idee an Schild zu denken ganz
interessant weil das schützt mich
letzten Endes aber es ist auch etwas was
vielleicht ein herrschaftssymbol
darstellt dann steckt auch das Schneiden
darin letzten Endes kommen wir dann
dadurch auf das Schlitzen spalten reißen
trennen verdünnen und dann wenn wir
etwas weitergehen eben auch auf das
auseinanderlegen auf eine Unterscheidung
auf ein einteilen und jetzt sind wir
glaube ich an einem Punkt den du ganz
wichtig findest der Dir sicherlich
gefallen wird hier wird Ordnung
geschaffen damit will ich jetzt nicht
sagen dass du so ein Ordnungsfanatiker
bist aber es ordnet eben die Dinge wenn
ich etwas scheide ich lege etwas auf die
Linke auf die rechte Seite oder in die
Mitte und kann dann da damit
Meinungsverschiedenheiten eben auch
sichtbar machen ich kann sie optisch
darstellen und damit kann ich sagen ich
habe in einen undurchsichtigen
Sachverhalt so etwas wie Ordnung
gebracht über das Thema Urteil
schiedspruch Entschluss muss ich glaube
ich nicht weiter sprechen denn das ist
in unserem heutigen Sprachgebrauch sehr
geläufig und ich glaube das ist sehr
gängig das mit dem Stichwort des
Entscheidens zu verbinden mir ist noch
eingefallen nachdem ich deine
Vorbereitung gesehen habe dass auch der
Chemiker früher der scheidekünstler war
jemand der in der Lage war das
molekulargebundene des grobstofflichen
aufzusplitten in verschiedene Elemente
die dabei zum Tragen kommen das heißt
die Ordnung des gegebenen wird ausgelegt
in der Analyse im zerlegen dessen was
sich zeigt und wird dann aufgefächert in
den jeweiligen Ursprünge ich glaube dass
da eine menschliche befäung zum Ausdruck
kommt nämlich sowohl im Denken als auch
im tun etwas zerlegen zu können aber
nicht um es zu zerstören sondern um
Ordnungen zu schaffen und ich glaube die
Entscheidung wäre dann das präferieren
eines einzelnen Elementes das dann mit
einem besonderen Rang ausgestattet wird
ist es das ja ich glaube das ist es und
das alles wirft für mich sofort die
Frage auf wer darf das wer hat die
Berechtigung das zu tun kann das jeder
oder ist es nur bestimmten ausgewählten
Personen Vorbehalt und entscheiden die
für andere mit oder darf das eben jeder
einzelne für sich selber tun kann es
überhaupt jeder kann jeder entscheiden
ist jeder in der Lage Entscheidungen zu
treffen oder gibt es Menschen die das
vielleicht nicht können all diese Fragen
entstehen glaube ich automatisch wenn
man sich mit dem Wort des Entscheidens
befasst mhm das wird sicherlich dann
noch mal interessant wenn es darum geht
nicht nur das persönliche Schicksal oder
einzelne Handlungen mit Entscheidungen
zu belegen sondern eben auch das
Gemeinwesen die Ordnung des politischen
Raums den Lauf der Geschichte durch
Entscheidung zu bringen insofern auch
andere tangiert sind meine Vermutung
wäre Menschen können gar nicht anders
als zu entscheiden mit satre
variationsreich gesprochen wir sind
verdammt dazu Entscheidung zu treffen
wobei du jetzt einen Fall ausgegraben
hast an dem man etwas zeigen kann
nämlich einen Menschen der aufgrund
eines Unglücks außer Stande gesetzt war
zu entscheiden ja da gibt es den Fall
des finers Gage und und den finde ich
insofern ganz interessant weil er
einerseits zeigt dass tatsächlich jeder
mit der Fähigkeit erstmal von geburtern
ausgestattet ist Entscheidungen zu
treffen natürlich dann nicht wenn man
krank wird oder wenn man ein Unglück
erleitet diese finas Gage erlitt ein
solches Unglück es handelt sich bei ihm
um einen Mitarbeiter einer Gesellschaft
die den Eisenbahnbau in Amerika
vorangetrieben hat und es kam dort zu
einem Unglück ich glaube es war eine
Explosion die dazu geführt dass seine
Eisenstange sehr schnell nach oben
schnellte und bitte liebe Hörer nicht zu
deutlich vorstellen diese Eisenstange
wurde durch diesen Schlag durch den Kopf
des finas Gage getrieben also einmal zu
Backe rein und meem Hinterkopf wieder
raus er hat das überlebt
unglaublicherweise war dann lange Zeit
ein herumgereichtes Exponat der Ärzte er
ist also wie ein menschliches Wunder
ausgestellt und gezeigt worden aber es
mehr oder weniger voll ständig genesen
nach anfänglichen Schwierigkeiten und
hat dann wieder arbeiten wollen konnte
sich also äußern aber es fehlte ein Teil
des Gehirns ein Teil des Gehirns wurde
eben durch diese Eisenstange nach außen
katapultiert und offensichtlich genau
dieser Teil des Gehirns der eben für die
Entscheidungsfindung verantwortlich ist
jedenfalls hat er festgestellt er konnte
danach keine eigenen Entscheidungen mehr
treffen er konnte sich nur noch in
festgefügten Bahnen bewegen wurde dann
Postkutscher und hat dort eine Route
abgefahren das ging aber immer dann wenn
es zu unvorhergesehenen Dingen kam und
seine eigene Entscheidungsfindung
gefragt war dann versagte er kläglich
und konnte das nicht allerdings hat er
interessanterweise später noch eine
eigene Entscheidung getroffen die
historisch verbürgt ist wenn man die
Geschichten glauben kann er hat
entschieden dass er diese Eisenstange
bei sich haben wollte die gab's noch und
die hat er aus dem Museum holen lassen
und zu sich bringen lassen ein ganz
interessanter Fall der eben zeigt dass
das Entscheidungs Organ ein Teil des
Gehirns ganz wichtig ist um diese
Entscheidungen treffen zu können das
nutze ich jetzt mal als Gelegenheit
unseren Hörern noch mal die Ausrichtung
unserer Sendung zu verdeutlichen weil
wir manchmal hören dass wir bestimmte
Theorien nicht berücksichtigen unser
Frage und antworthorizont ist der der
Philosophie die Hirnforschung zitieren
wir gerne und nehmen gerne auf sie Bezug
wir können auchüber Spiegelneuronen und
anderes sprechen aber das sind
gewissermaßen die Erkenntnisse der
Naturwissenschaften die eine andere
beschreibungs Ebene im Blick haben als
wir die mit der Philosophie verfolgen
denn das was du beschreibst in hinblck
auf finas Gage zeigt ja eigentlich nur
dass es da Beeinträchtigung gibt die
aber Ex negative dann davon erzählen
dass wir normalerweise jedem Menschen
der eben über einen gesunden Leib
verfügt und ein gewisses Alter erreicht
hat zutrauen und zumuten Entscheidungen
zu treffen und insofern wundert es nicht
dass es auch entscheidungstheorien gibt
und jetzt bemühen wir wieder einen
anderen theorierahmen nämlich den der
Ökonomie die bewon besonders großen Wert
auf das Entscheiden Ligen nämlich in der
Entscheidungstheorie ja du spielst auf
die Theorie der rationalen Entscheidung
an wenn ich das auf Englisch ausspreche
die rational choice theory auch das ist
natürlich etwas was wir jetzt sehr
vertiefend darstellen könnten wollen das
aber ausdrücklich nicht tun sondern wir
wollen vielleicht nur in einigen wenigen
Punkten drauf eingehen weil sie uns
einen schönen Ausgangspunkt liefert um
philosophische Fragestellungen
aufzuwerfen worum geht's hier bei es
geht um die Idee dass Menschen
eigentlich alles so entscheiden dass sie
sich fragen was ist für mich der
größtmögliche Nutzen wie kann ich selbst
am optimalsten aus einer Sachlage
herausgehen und das meint vor allem da
muss man die Autoren kennen die das
beschrieben hab das meint vor allem
betriebswirtschaftliche
volkswirtschaftliche wirtschaftliche
Sachverhalte also es geht darum den
Gewinn zu ma imieren es geht darum für
mich den größten Profit herauszuholen
aus einer Situation und es geht auch
gleichzeitig logischerweise darum
negative Begleiterscheinungen negative
Folgen zu vermeiden die Idee dahinter
ist jetzt dass man diesen Ansatz
eigentlich auf jegliches menschliche
Handeln übertragen kann es hat mich
nicht überzeugt möchte ich sagen wenn
gleich ich natürlich feststellen kann
dass vieles auf der Welt genauso
funktioniert oder Matthias ja mich
überzeugt es auch nicht ich möchte daran
aber auch ein grundsätzliches Problem
aufweisen Wissenschaften haben die
Neigung bestimmte Phänomene in Modellen
so zu fassen dass sie beschreibbar
werden und damit völlig einhergehend
gestehen sie auch ein dass das Phänomen
selber reicher und komplexer ist in
seiner Ganzheit als das was das Modell
abbildet also etwa das Modell der Seele
bei Freud oder auch das Evolutionsmodell
da gibt's verschiedene Modelle dass die
schreibungsadäquat sind aber immer
zugleich wissen es gibt Lücken die
Ganzheit ist mehr die ist reicher was
mich an diesem rational choice Modell so
ein bisschen ärgert ist dass es nicht
nur beschreibt wie ökonomische Prozesse
zu modellieren sind und die Rolle der
einzelnen Marktteilnehmer damit näher
charakterisiert sondern dass man es auch
zu einem Modell für die Gestaltung von
Wirklichkeit gemacht hat indem man
Menschen eingeladen hat sich selber so
zu verstehen und dann finde ich es
besonders problematisch wenn man sagt
damit ist alles über das Entscheiden
gesagt wir sollten uns das Modell des
noch mal etwas genauer angucken du hast
diesen Entscheidungsprozess noch mal
zerlegt in einzelne Elemente mhm genau
die stell ich auch sofort vor ich will
nur vielleicht eingangs noch sagen ich
stimme Dir völlig zu es ist absolut
hilfreich wenn man durch ein Modell
etwas mehr über das erfährt was da um
ein herum stattfindet und was ich
beispielsweise sehr sehr interessant und
auch wirklichkeitsgetreue fand
festzustellen dass Menschen schon dazu
neigen nutzen maximierend zu entscheiden
das können wir ja alle beobachten wenn
man vor einer Kaufentscheidung steht
dann möchte man möglichst viel für sein
weniges Geld bekommen also man möchte
möglichst wenig ausgeben
kostenminimierend und man möchte nutzen
maximierend das beste Produkt das alles
kann für dieses Geld das man eben
ausgeben möchte bekommen das ist glaube
ich eine sehr nachvollziehbare
Beschreibung aber du hast es schon
gesagt beschreibt diese Darstellung auch
schon gleich alles was uns im Leben
begegnet vielleicht nicht und die
einzelnen Schritte eines idealen
Entscheidungsprozesses nach dieser
rational choice Theorie machen das
glaube ich deutlich die einzelnen
Schritte sehen so aus Schritt ein man
muss erstmal das Problem
identifizieren das jetzt hier nach einer
Lösung schreit das eine Lösung verlangt
Schritt Z die wichtigen Informationen
zusammensammeln und dat natürlich gleich
schon ein Problem kann ich überhaupt
alle wichtigen relevanten Informationen
erlangen habe ich Zugang zu allen
relevanten Informationen da würde ich
ein großes Fragezeichen dahinter machen
Schritt 3 die alternativen
identifizieren na ja das kriegt man
vielleicht noch hin dass man feststellen
kann ich habe die Möglichkeit ich habe
eine zweite Möglichkeit ich habe eine
dritte Möglichkeit aber auch hier ein
großes Fragezeichen bin ich überhaupt in
der Lage mit meinem Wissen bereits alle
denkbaren Alternativen die sich bieten
mögen um dieses Problem zu lösen zu
erkennen oder brauche ich dazu
vielleicht noch mehr wissen auch
vielleicht mehr Zeit mehr Beobachtung um
im Laufe meiner Beobachtung Details zu
erkennen die ich auf anhb nicht sehen
würde Schritt 4 jetzt geht's darum
festzustellen wo liegen denn jetzt
irgendwelche erkennbaren Lücken das
nennt man GAP analysis wenn man das
Englisch ausdrücken will also wo könnten
irgendwelche Stolpersteine liegen wo
könnten Lücken zwischen dem Bahnsteig
und der U-Bahn dort hört man ja ständig
das Wort GAP wenn man in London
beispielsweise unterwegs ist wo könnten
solche Lücken liegen in die ich
hineinfallen könnte also das muss ich
genau analysieren auch das erfordert
wieder ein gewisses Wissen Schritt 5
jetzt soll ich mich entscheiden bin ich
überhaupt schon so weit mich entscheiden
zu können Schritt sech ist einfach jetzt
habe ich mich entschieden ich muss dann
also eine entsprechende Aktion beginnen
ich handle und dann Schritt 7
idealerweise lege ich dann noch mal eine
Kurve ein eine Schlaufe und schau mir an
was habe ich entschieden welche
Konsequenzen hat mein entscheiden
gezeitigt habe ich genau das erreicht
was ich wollte habe ich den Nutzen
maximiert und die Kosten minimiert das
wäre der ideale Prozess und ich glaube
es ist schon deutlich geworden dass man
eigentlich bis auf Stufe 1 an alle
weiteren Stufen große Fragezeichen
machen muss insbesondere bei der Frage
ob man überhaupt in der Lage ist das
Problem so zu zu überblicken alle
Informationen zu erlangen die nötig
sind ich würde gerne noch einen Aspekt
dazuehmen den ich in dem Zusammenhang
gehört habe nämlich die individuellen
Präferenzen die eine Rolle spielen die
auch eingetragen werden in diese
entscheidungspyramide das heißt du
willst ja einen bestimmten Zweck
erreichen zu möglichst geringem Aufwand
und dieser Zweck der muss ich Decken mit
deinem Interesse ob du etwa eine
bestimmte Qualität eines Produktes
bevorzugst ob Du wissen möchtest wie es
hergestellt wurde ob du die ökologischen
Konsequenzen abschätzen möchtest und so
weiter all das spielt auch noch mal mit
herein und macht eigentlich aus jeder
Entscheidung eine Art Rechenbeispiel das
unter Konkurrenz und mangelbedingungen
dafür sorgt dass du bestimmte Vorteile
für dich beanspruchen kannst unter einem
möglichst geringen Mitteleinsatz so
könnte man das möglicherweise
zusammenfassen und insofern ist das
ganze auch die DNA des homoökonomikus
des Menschen der eben genau nach diesem
Ansatz Lebensentscheidung genauso trifft
wie er Kaufentscheidung oder
Investitionsentscheidung fällt ja ich ge
ein Beispiel ich musste heute eine
Farbentscheidung für ein Badezimmer
treffen und da hat dann derjenige der
die Arbeiten ausführen wird gleich
gesagt also diese Farbe die ist immer
vorrätig die kriege ich nächste Woche
das hat mich natürlich entsprechend
beeinflusst ich habe aber trotzdem
gedacht ist das die Farbe die ich haben
will und das ist die Farbe dann
allenfalls die ich haben will jemand
ander der daneben steht möchte
vielleicht eine ganz andere Farbe haben
dem ist diese Farbe viel zu dunkel oder
VI vielleicht sind auch meine
zeitaspekte gar nicht relevant für
jemand anderen ob die Arbeiten nun
schnell ausgeführt werden können oder
nicht so schnell mag für einen anderen
überhaupt keine Rolle spielen und so
weiter das könnt wir unendlich
fortsetzen und deshalb ist es natürlich
ganz wichtig welche Präferenzen habe ich
selbst schon wenn ich eine Entscheidung
demnächst treffen werde was bringe ich
also mit und was wird mir gesagt was
wird mir sozusagen untergeschoben und
nahe gelegt was mich beeinflussen wird
weil ich dann sofort auf einen
entsprechenden Zug aufspringe und sage
ja das ist natürlich toll wenn die Farbe
immer verfügbar ist dann weiß ich dass
die Arbeit nächste Woche ausgeführt
werden kann und dann nehme ich die
natürlich bevor ich lange warten muss
und bestellen muss und so weiter und so
fort da sind wir schon an den
Möglichkeiten der Manipulation und der
ausbeutbarkeit dieses
entscheidungsmodells das uns ja
einerseits Freiheit suggeriert und
Selbstverantwortung in Hinblick auf die
Konsequenzen unserer freiheitsakte auf
der anderen Seite aber auch unser Leben
insgesamt in den Bezugsraum eines
bestimmten Modells der Lebensführung
zwingt wo wir fragen müssen ist das
überhaupt ein zutreffendes Modell ich
möchte noch mal die Entscheidung für
meine Frau vor diesem Hintergrund
diskutieren ist es tatsächlich so dass
ich aus einer Vielzahl möglicher
Alternativen als verschiedener anderer
Frauen die ihr zur Seite gestellt wurden
die ich dann nebeneinander Stelle und in
Hinblick auf kostennutzen erwegungen so
gegeneinander abwäge oder ausspiele dass
ich für mich selber am meisten dabei
rausziehe ist es tatsächlich eine
relative Wahl die aus mehreren
Alternativen die günstigste für mich
wählt oder wünschen wir uns nicht alle
in Liebesdingen dass wir eine absolute
Wahl treffen können nämlich zu sagen du
oder sonst niemand auf dieser Welt und
auch in Anbetracht von möglichen
Hemmnissen es gibt ja Überlegung dass
man sagt na ja wenn ich jetzt jemanden
heirate der vielleicht Vorfahren hat die
genetische Erbkrankheiten haben dann
könnte mich das ja sehr schwer
beeinträchtigen also ist dieses Kalkül
nicht auch ein zynisches das unter Markt
und Investitionsbedingungen vielleicht
Sinn hat aber in anderen Lebensbereichen
etwa der Liebe der Politik der Kultur
keinen Sinn ergibt also ich finde sehr
gut dass du eben auch die Politik in
diese Reihe stellst und unter anderen
Feldern das Politikfeld erwähnst ich
glaube dass wir wirklich genau erkennen
müssen was hier tatsächlich passieren
soll uns wird eine
Entscheidungs Maschinerie vorgestellt
eine Art Automatismus vor Augen geführt
und man liegt natürlich gerne
leichtsinnig möglicherweise diesem
scheinbaren scharmen dass diese
entscheidungsmaschinerie quasi
unfehlbare Ergebnisse hervorbringen wird
das wird schon klappen was soll
schiefgehen wenn ich eins und eins
zusammenzelle muss zwei rauskommen
entscheiden funktioniert so aber nicht
entscheiden funktioniert in vielen
Kontexten eben nur wenn ich ganz andere
Aspekte du hast jetzt beispielhaft die
Liebe volle Betrachtung genannt ganz
andere Aspekte zum zugekommen lasse die
in einer solchen
entscheidungsmaschinerie zermalmt würden
die da gar nicht vorkommen können und
ich glaube es ist ganz wichtig zu
erkennen dass diese aus der Ökonomie
stammende Idee dort vielleicht wirklich
funktionieren mag aber dass sie eben in
vielen vielen anderen Lebensbereichen
kläglich versagen muss ganz schön fand
ich da ein Zitat dass ich bei Max
grundik gefunden habe der hat gesagt der
selber Unternehmer ich überlege mein
Bauch entscheidet und das hat mir ganz
gut gefallen weil das eigentlich zeigt
dass eben die Überlegung gewisse Dinge
vielleicht vorbereiten kann aber das es
noch ganz andere Aspekte gibt die eine
wichtige Rolle spielen insbesondere
glaube ich dass etwas zutiefst
menschliches verloren geht das in dem
Grundig Zitat auch schon angesprochen
ist nämlich die
Ganzheitlichkeit wenn ich Entscheidung
nach dem Modell des rational choice
betrachte dann kann ich letztendlich
auch den Algorithmus an meine Stelle
setzen der mir alles ausberechnet der
alle Informationen heranzieht der dann
auch die kostennutzenabwegung und die
Konsequenzen austrägt und dann sagt das
ist das einzig richtige nur möchten wir
tatsächlich so ein Leben doch gar nicht
leben wir möchten auch die
unwirkbarkeiten und vielleicht sind auch
die berechneten Entscheidungen
problematische Entscheidung insbesondere
und jetzt kommt das interessante weil
natürlich diese Modellierung des
Menschen auch im hohen Maße ausbeutbar
ist wie wir gleich sehen werden denn auf
diese einzelnen Elemente nämlich
Präferenzen
Informationen Zeitdruck rationale
Entscheidung da kann man natürlich auch
manipulativ zugreifen wie wir gleich
sehen werden sagst du ganz richtig
vielleicht ist genau jetzt Zeit für eine
schnelle Pause
[Musik]
philosophiere dem kontrafunk mit
Alexander Christ und mit mir Matthias
Bcher heute mit dem Thema entscheiden
und wir haben in der ersten Hälfte
unserer Sendung schon einiges zum Thema
beigetragen wir haben die Wortgeschichte
des Wortes entscheidend kennengelernt
wir haben unsere persönlichen Umstände
und Probleme mit dem entscheiden mit der
Lust und dem Frust des Entscheidens des
diskutiert und haben uns mit dem
rational choice Modell auch beschäftigt
das den
homoökonomikus modelliert nämlich ein
Menschen der bestimmte Präferenzen
verfolgt und unter Konkurrenz und
Marktbedingungen
Entscheidungen treffen muss die seinen
Nutzen maximieren und seine Kosten
minimieren nun sind wir an dem Punkt zu
zeigen dass dieses Modell vielleicht
ökonomische Entscheidungen beschreiben
kann aber in anderen Bereichen
problematisch ist und auch im hohen Maße
ausbeutbar das beginnt damit dass etwa
die Informationen die ich bekomme oder
nicht habe mich im hohen Maße
manipulieren können wenn ich z.B etwa
diese Lebensmittelampel mir anschaue
dann habe ich da bestimmte Informationen
etwa in Hinblick auf Tierwohl oder
Fettgehalte und so weiter bestimmte
andere Aspekte fallen völlig untern
Tisch denn z.B der Geschmack eines guten
Käses ist nicht abzubilden in einer
Lebensmittelampel oder auch vieles
andere mehr was ich mit Energiepass und
so weiter Verbindung bringe das heißt
hier gibt es eine möglich
diesen vermeintlichen freiheitsakt des
Entscheiders zu unterlaufen indem ich
ihm eine Skala der Bewertung schon
unterschiebe und damit auf seine
Kaufentscheidung zugreife und auch
ideologisch natürlich ihm auch einen
bestimmten präferenzrahmen geben kann
dass ich plötzlich sage na ja mich
interessiert gar nicht mehr dein
Geschmack sondern mich interessiert dein
Wohlverhalten in Hinblick auf Klima in
Hinblick auf Tierwohl und so
weiter ich kenne Menschen die leben
natürlich so die fahren dann zum Tanken
wenn eine App ihnen sagt an welcher
Tankstelle ist es gerade jetzt günstig
dann entscheiden Sie sich zum Tanken ich
lebe so halt nicht vielleicht bin ich
dafür nicht anfällig andere schon warum
lebe ich so nicht ich entscheide mich
tanken zu gehen wenn ich merke jetzt
habe ich kein Sprit mehr und ich muss
gleich noch fahren und da ist es mir
dann relativ egal wie viel es kostet
weil ich brauche ja jetzt Sprit also für
mich funktionieren schon diese
ökonomischen Sichtweisen nicht besonders
gut aber ich weil du dir es leisten
kannst jetzt müssen wir fair sein ja das
ist natürlich ein Argument das dann
gerne gebracht wird aber ich würde dann
halt im Zweifel wenn ich es mir nicht
leisten könnte vielleicht an dem Tag
dann nicht fahren das wäre jetzt mein
Gegenargument und auch dann würde ich
nicht sagen ich muss jetzt auf teufelk
raus alle Entscheidungen ökonomisch nach
diesem Kosten minimierungs und Nutzen
maximierungsaspekt Treffen der ist mir
wirklich sehr suspekt weil er natürlich
ganz viel von dem was Leben ausmacht
ausblendet das ist eigentlich der Punkt
auf den ich zu sprechen kommen wollte
ich betrachte dann alles was ich tue nur
noch unter dem Aspekt dass ich möglichst
viel rausholen möchte nun glaube ich
nicht dran dass alles was ich aus der
Welt raushole anderen weggenommen wird
tatsächlich haben wir das auch schon mal
in der vorherigen Sendung thematisiert
sondern ich glaube dass es schon viele
viele Optionen gibt und man sich da
berechtigterweise auch möglichst viel
Nutzen nehmen darf das will ich also
damit nicht gesagt haben aber ich glaube
dass man sich selbst einfach ganz viele
Aspekte des Lebens abschneidet und das
ist der entscheidende Punkt ja möchten
wir so leben also also möchte man
permanent nach dem jben Cent gien und
sich verwandeln in diesen homoökonomikus
weil das macht einen ja auch lenkbar das
heißt dann ziehen die Ströme der
Menschen zu den Tankstellen und werden
informationell verknüpft und verhalten
sich im hohenmaßen rational aber doch wo
ist die Lebenslust wo ist die Freude ich
möchte noch auf einen anderen
manipulativen Punkt eingehen nämlich den
des Zeitdrucks dass man sagt na wenn du
jetzt eine günstige Entscheidung triffst
dann Christ du es billiger weil das
Angebot besteht nur für diesen oder
jenen Zeitraum Angebote
Winterschlussverkauf oder auch
Versteigerungen da gibt's Möglichkeiten
Menschen zu bestimmten Entscheidungen zu
bringen und was mir auch noch
aufgefallen ist ist dass es natürlich
gar nicht nur rational zugeht in der
marktumgebung auch in der Politik nicht
denn wir sind ja nicht nur dieses
rationale System sondern es gibt auch
noch eine zweite Säule die den Menschen
ausmacht in diesen ökonomischen Theorien
und das sind diese primitiveren
Möglichkeiten des reptilienhirn wenn man
es ein bisschen metaphorisch sagen
möchte das mit sich bringt dass wir auf
Verlockungen sehr stark anspringen das
bedeutet einerseits die Verlockung der
Sexualität sexcells ne das scheint ein
Aspekt zu sein und auf der anderen Seite
natürlich auch die Bedrohung durch die
Angst und wenn wir mal die Kommunikation
im Rahmen der coronazeit uns anschauen
gab es da etwa diese Nötigung zur
Impfentscheidung und diese Nötigung zur
Impfentscheidung hatte eine rationale
Komponente die appellierte an diesen
rational choice Typus aber sie hatte
eben auch einen Aspekt von Angst
Kommunikation und Bedrohung und
Gruppenzwang die interessanterweise alle
getanzt sind um dieses Element der
Entscheidung herum und zugleich sowas
wie eine Freiheit dabei übersprungen
haben genau und das haben wir auch
vielfach gehört im Freundes und
Bekanntenkreis war das ein viel geübtes
Argument dass man gesagt hat na ja wenn
ich das jetzt mache mit der Impfung dann
habe ich eben Zugang also ich habe
beispielsweise gehört ich kann dann
abends in den Club gehen oder ich kann
ins Restaurant gehen und die armen
Menschen die sich so nicht entschieden
haben die sich gegen die Impfung
entschieden haben die können das ja alle
nicht dass aber in dieser Entscheidung
gegen etwas ein viel größerer
freiheitsaspekt ausgedrückt war haben
eben die anderen gar nicht gesehen weil
sie nur nach dem kostennutzen Prinzip
agiert haben und sich eben angeschaut
haben welche Nachteile bekomme ich wenn
ich das nicht mache welche Vorteile habe
ich wenn ich das mache dadurch werde ich
natürlich sehr leicht aus meiner Sicht
manipulierbar wenn ich mich so
entscheiden würde und ich persönlich
möchte das nicht sondern ich habe dann
immer sehr schnell den Impuls zu sagen
nein das schaue ich mir jetzt lieber
erstmal noch eine Weile an bevor ich
eine Entscheidung treffe ist also besser
jetzt erstmal abzuwarten und zu schauen
genau das habe ich gemacht hätte ich
also gesehen dass um mich herum jetzt in
jedem zweiten Haus wie Herr Söder das
mir angedeutet hat Menschen sterben
quasi flugzeugladungen an Toten durch
die Städte gekarr werden dann hätte ich
womöglich meine meine Entscheidung noch
mal überdacht aber das war so nicht und
deshalb hat dieses abwarten dieses
zuwarten dieses das Anschauen der
Situation das überlegen viel gebracht
mir hat es dann wichtige Erkenntnisse
gebracht nämlich die Erkenntnis dass das
gar nicht so schlimm ist wie es
dargestellt wurde ja jetzt sind wir
schon angekommen im politischen Raum und
das ist sicherlich ein ganz wichtiger
Aspekt indem man auch eine Ambivalenz
des Entscheidens ausmachen kann denn das
eine ist von Entscheidungen
ausgeschlossen sein indem es
entscheiderfiguren gibt die für mich
entscheiden wenn ich den vertrau mag das
gut sein wenn ich ich mich den
ausliefere dann bin ich manchmal
verraten mit dem Konzept der Aufklärung
verbinden wir auch das Moment der
Selbstbestimmung und der Mündigkeit und
das heißt eben unabhängig von Vormündern
auch Entscheidung treffen zu können sod
dass wir im demokratischen System
eigentlich das entscheiden auf der Ebene
des gemeinschaftlichen abstimmens
etabliert haben was großen Sinn ergibt
und auf der anderen Seite gibt es auch
eine Art Unterwerfung durch
Entscheidungszwänge das klingt erstmal
ein bisschen widersprüchlich wir werden
ja gleich noch drüber sprechen dass ich
gerade da wo ich zu Freiheit aufgerufen
werde im höchsten Maße in Unfreiheit
unterworfen werde wollen wir erstmal auf
den starken Mann und in den Entscheider
noch eingehen oder kann sich das jeder
selber schon vorstellen na ich glaub
zwei Worte müssen man dazu sagen also
ich denke schon dass über die
Jahrhunderte hinweg dieses Bild des
starken Entscheiders das sind ja dann
oft auch so starke Männerfiguren die man
dann historisch in den Raum gestellt hat
das hat sich etabliert also es ist sehr
positiv besetzt wenn jemand in cheidet
Entscheidungsstärke ich bin ja jemand
der auch viel mit auswahlprozessen in
Unternehmen beruflich zu tun hatte und
hat und kenne es also dann auch von
Vorstellungsgesprächen dass man dann
versucht herauszubekommen ob jemand ein
starker Entscheider ist ja ist man
entscheidungsfreudig oder eben nicht
zaudert man das Zaudern also das nicht
entscheiden das Abwarten dass ist
negativ besetzt während das sehr
schnelle sehr entschlossen auftretende
entscheiden positiv besetzt ist da kann
aber manchmal auch ein großes Moment der
Dummheit drin liegen wenn jemand sehr
schnell und sehr offensiv entscheidet ne
also trampelig in den Raum kommt und
sagt ich bin hier der Boss so wird's
gemacht und das ist dann eben alles
falsch und darf nicht hinterfragt werden
Stichwort lotha wier das sind natürlich
alles so Punkte die ich heute anders
sehe als ich vielleicht noch vor 20 30
Jahren gesehen hätte weil ich da
beigebracht bekommen habe wie viele
andere vielleicht auch wie Hörer werden
sich da möglicherweise wiedererkennen
dass der leider der starke der alles
verkörpert und alles weiß auch der hat
ja auch diesen nmbus des allwissenden er
hat das alles schon mitbedacht ich muss
selber gar nicht mehr nachdenken der ist
positiv besetzt und das ist der Maxe der
alles macht würde ich auch wieder große
Fragezeichen dran machen
inzwischen wobei es eben auch etwas für
sich hat denn ich das kennst du
vielleicht wenn Kinder rumsitzen und
nicht sich nicht entscheiden können was
gespielt wird dann ist er Nachmittag rum
und die Zeit ist irgendwie zäh geworden
und man ist zu nichts gekommen und wenn
dann einer mit reißend und entschlossen
einen Vorschlag macht und die anderen
begeistert gerade durch so eine
Entschlossenheit kann es auch was
starkes haben also wir wollen das
sicherlich auch in der Ambivalenz
aufrech erhalten wenn ich darf würde ich
jetzt gerne zu diesem
überforderungspunkt kommen nämlich am
Begriff der
Multioptionsgesellschaft das kann man an
vielerlei Aspekten zeigen ich ma mal
etwa den Kauf eines Kaffees bei
Starbucks oder eines Sandwiches bei
Subway wo man um ein Lebensmittel zu
erwerben unendlich viele Entscheidungen
treffen muss die dann scheinbar
freiheitsspielräume schaffen und
zugleich aber auch unglaublich nervig
und anstrengend sind weil ich in
bestimmten Punkten gar keine Kriterien
habe im Unterschied zu einem fertigen
mal wo ich dann vielleicht auf der
Menükarte zwischen verschiedenen
Gerichten wählen kann aber nicht noch
entscheiden muss ob ich ein extra
Pfeffer bekomme oder nicht ich
fotografiere und weiß von meiner Kamera
aus den 90er Jahren dass ich da die
Belichtungszeit die Blende einstellen
konnte und den ISO Wert das war alles
heute brauche ich ungefähr 3 Stunden um
eine Kamera zu konfigurieren weil ich
tausende von Optionen habe und ich habe
immer das Gefühl ja die kann ich dann
ganz persönlich konfigurieren und auf
mich selber anpassen aber warum mache
ich das eigentlich alles weil die
bleiben relativ folgenfrei dieser
Entscheidung und während ich zu Tode
beschäftigt bin permanente Bullshit
Entscheidung zu treffen werden in Berlin
über mich Entscheidungen getroffen bei
denen ich eben nicht gefragt werde wie
passt das eigentlich zusammen na ja weil
wir uns in so einem entscheidungstheater
befinden wir sind da tatsächlich eben
aber keine Akteure sondern
allenfalls Zuhörer Zuschauer wir haben
das Gefühl dass gerade jetzt wo wir da
sind entschieden wird und das es ganz
wichtig ist dass wir da sind und dabei
sind aber andere treffen die
Entscheidungen ich würde inzwischen so
weit gehen und behaupten wollen dass die
die jetzt beispielsweise in Berlin die
Entscheidungen treffen sie auch nicht
treffen nicht wirklich treffen sondern
nur die Entscheidung nach außen hin
verkünden aber ganz sicher treffen die
Bürger die Entscheidung halt eben nicht
das heißt es ist denke ich ganz richtig
was du darstellst in den wirklich
wichtigen Fragen die jetzt für uns alle
im Einzelnen sehr entscheidend sein
können beispielhaft zieht Deutschland in
den Krieg wie wollen wir leben möchte
ich dass mir gesagt wird was ich essen
darf dass ich Fleisch auf dem Grill
legen darf oder nicht möchte ich dass
man mir sagt dass ich mich im Auto
anschnallen muss obwohl ich selbst der
Fahrer bin und vielleicht doch die
Freiheit haben sollte mich selbst zu
wenn ich das möchte und so weiter und so
fort es würde sich jetzt eine endlose
Liste anschließen möchte ich all das von
anderen entschieden haben nein natürlich
nicht ich möchte sowas selbst
entscheiden aber tatsächlich beschränkt
sich das ganze Theater auf die Auswahl
der Kaffeesorte und mit Sahne oder ohne
mit welcher Milch und so weiter ja und
mit dem cinnamon flavor vielleicht sogar
ne ja ich möchte jetzt ein anderes
Entscheidungsmodell mal dagegenstellen
nämlich dass der existentiellen
Entscheidung an der einiges deutlich
wird nämlich auch eine Form von
wirklichkeitsstiftung die dadurch
entsteht die eine ganz andere Bedeutung
hat als bloß die rational choice Theorie
oder das politische
mündigkeitsproblem ich möchte beginnen
mit einem Gedanken von Johan Gottfried
Herder der die menschliche Freiheit
beschreibt als eine Möglichkeit eine
Wagschale vor sich zu halten und zu
wägen also was du sprachgeschichtlich
gezeigt hast das Unterscheiden des
geschiedenen und des aufteilen in ein
Ordnung wird dadurch aber wir
entscheiden ja nicht nur über etwas
sondern es gibt ja auch eine reflexive
Variante des Entscheidens ich entscheide
mich und Herder formuliert das wunderbar
er sagt wir können nicht nur die
Gewichte in die Wagschale legen sondern
wir müssen uns selbst in die Wagschale
hineinwerfen mit jeder Entscheidung
entscheide ich über mich gestalte ich
meine eigene Existenz gebe ich mir eine
Identität und das ist natürlich bei
einer kaffeeentscheidung nicht unbing
mitgegeben aber bei Entscheidungen über
Wohnorte
Lebensentwürfe Ausbild Berufe und so
weiter kann man das ganz gut
nachvollziehbar machen dass da einiges
mehr auf dem Spiel steht denn die
Entscheidung steht gewissermaßen an der
Schwelle der Wirklichkeit zur
Möglichkeit aus der Vielfalt von
möglichen Optionen tritt durch das Tor
der Entscheidung eine in die
Verwirklichung hinein und das ist eben
irreversibel wenn ich mich entschieden
habe und wenn ich etwas entschieden habe
dann wird daraus eine Wirklichkeit die
mich bindet und das ist natürlich Teil
des Hintergrundes Teil des Drucks der
dadurch entsteht und anders natürlich
auch das große und schöne Element des
menschlichen schöpfertums das ich
vollzieht eben in der Entscheidung würde
das dann auch bedeuten dass ich gar
nicht falsch liegen kann mit meiner
Entscheidung das möchte ich mal
nachfragen weil du sagst es ist eine
Möglichkeit die sich verwirklicht es
könnte aber genauso gut doch auch eine
andere sein und auch das wäre gut und
völlig in Ordnung weil dann würde sich
meine Existenz mein sein eben in einer
anderen Form verwirklichen aber die eben
nicht schlechter ist sondern eben nur
eine andere das ist genau das Problem in
dem Moment wo ich mich für etwas
entscheide ist ja die andere Option
gewissermaßen vergangen und ich habe
niemals die Möglichkeit die
nebeneinander zu legen und zu
vergleichen wenn ich wieder besseres
Wissen eine Entscheidung treffe deren
Folgen ich eigentlich absehen kann dann
gibt es auch falsche Entscheidung aber
das meiste was wir entscheiden findet
doch statt in einem Horizont von
unwegbarkeit und unabsehbarkeit der
folgen sodass ich aus dem Wagnis gar
nicht herauskomme ich kann mich nicht
hineinrechnen in die richtige
Entscheidung sondern ich muss wie kirkeg
vielleicht sagen würde hineinspringen
wie in den Glauben in die Entscheidung
und dann als derjenige der entschieden
hat auch weiterhin existieren davon
lässt sich dann auch herleiten dass es
bei den wesentlichen Entscheidungen
nicht immer nur um etwas einzelnes geht
sondern dass wir in der Beratung die der
Entscheidung vielleicht vorausgeht auch
immer in Entwurf des ganzen mitdenken
wenn ich also mich z.B entscheide ob ich
eine bestimmte medizinische
Behandlungsmethode anwende oder sie
ausschlage entscheide ich mich damit
auch für einen Lebensentwurf im Rahmen
von geordneten gesellschaftlichen Bahnen
oder fern ab von bestimmten Mainstream
Festlegung wie etwa ein
Gesundheitssystem auszusehen hat in
welchem Rahmen Medizin sinnvoll ist oder
unsinnig ist in welchem Sinne die
Ökonomisierung von Medizin eine Rolle
spielt das heißt mit meiner kleinen
Entscheidung bekenne ich mich
gewissermaßen zu einer Lebensform die
dadurch wirklich ist dass sie in meiner
Entscheidung auch Realität gewinnt
richtig und falsch glaube ich ist nicht
die zutreffende Kategorie sondern es
geht um existentiell stimmig oder
existentiell unstimmig wir haben ja
vorher schon mal kurz über das Urteilen
gesprochen als wir beim Bordin waren da
hatte ich das erwähnt und das darf ich
jetzt gerade mal aufgreifen also in
diesem Sinne wäre dann das Entscheiden
eben deutlich mehr als ein urteilen das
Entscheiden bezieht sich auf die sich
hieraus ergebende Handlung ist
eigentlich darauf hin ausgerichtet und
das Urteilen das ist vielleicht nur das
Benennen einer Möglichkeit unter mehr
im Sinne von da würden wir jetzt
heutzutage auch sagen einer Entscheidung
aber eine Entscheidung nicht im Sinne
einer Verwirklichung einer Existenz
sondern eine Entscheidung die eben aus
mehreren Möglichkeiten eine auswählt und
schon auf gewissen Grundlagen beruht und
insofern wäre dann das vorausgehende
urteilen vielleicht ein Vorstufe des
sich dann anschließenden Entscheidens
das auf eine Handlung ausgerichtet ist
und ideal Weise wie du es jetzt
beschreibst so von mir verkörpert wird
dass ich sage das was ich hier jetzt
entschieden habe das bringt meine
Existenz in eine bestimmte Richtung es
hätte aber genauso gut eben auch eine
andere sein können genau entscheiden
heißt verwirklichen und das ist die
große schöpferische Kraft die im
entscheiden liegt aber die ist natürlich
auch für viele Menschen beängstigend es
gibt diesen managerspruch entscheiden
heißt verzichten in dem Moment wo ich ja
zu meiner Frau sage sage ich Ja zu 3,9
Milliarden anderen möglichen Frauen
was dazu führt dass Menschen gerne mögen
dass alle Türen offen stehen nur wenn
sie keinen dieser Räume betreten dann
sind sie verdammt zu einem Leben auf dem
Flur das kenne ich von jungen Leuten die
etwa verschiedene Ausbildungen zur
Option haben aber nicht für eine
bestimmte sich entscheiden mögen und
dann letztendlich nichts werden auf der
Stelle treten das ist für mich auch eine
Gefahr der Multioptionsgesellschaft dass
wir einfach überfordert sind den Schritt
von der Möglichkeit in die Wirklichkeit
zu tun und da zitiere ich gerne meinen
dr Vater Egon Schütz der mal gesagt hat
na wenn alles möglich ist was ist dann
noch wirklich hat es nicht auch einen
Sinn den möglichkeitsrahmen zu
minimieren und den wirklichkeitsraum zu
intensivieren denn wir leben in der
Wirklichkeit na ja und am Ende wollen
viele sich ja eben auch tatsächlich
ständig optimieren das heißt also wenn
man sich für eine Lösung entschieden hat
dann kann es eben noch unter den 3,9
Millionen 3,8 Millionen bessere Lösungen
geben ja oder vielleicht eben nur zwei
oder 100 bessere Lösungen und die will
man ja unbedingt auch nicht verpassen
sondern nach Möglichkeit eben im Sinne
der Theorie wie wir sie vorher
dargestellt haben wahrnehmen können und
damit versagt man sich ganz viel man
bleibt auf der Stelle stehen und lebt
eigentlich gar nicht und vielleicht ist
deshalb der Sprung in die Entscheidung
eine schöne Konsequenz aus dieser
Sendung und auf der anderen Seite aber
auch das zuwarten bis eine Entscheidung
heranreift bzw die Dinge sich von selbst
klären da wo wir uns gelassen auf das
verlassen können was als Welt uns
geschieht wir kommen zum Schluss unserer
Sendung das war philosophieren im
kontrafunk heute mit Alexander Christ
und mit mir Matthias bchert zum Thema
entscheiden jetzt spielen wir zum
Schluss noch Musik da habe ich
entschieden wir hören mal was vom chill
Astronauten zum Thema Liebe und
Völkerverständigung das haben wir aber
nicht abgesprochen also da bin ich gar
nicht einverstanden du kannst auch jetzt
wirklich nicht über meinen Kopf hinweg
entscheiden ich habe mus entscheiden nee
komm ich hab nee nee nee das entscheiden
wir zusammen also das M wir
zusammen aber gefällt nur nicht weil ich
das entschieden habe das behauptest du
aber tatsächlich habe ich ja eine viel
bessere Idee was wir spielen könnten die
wel do ja ich weiß gar nicht ob dieses
Lied überhaupt gut ist kann man das
überhaupt spielen ist ist geeignet ich
habe z.B von gerade das muss man spielen
ich habe was von ruen Blades ausgesucht
das heißt desision das wä auch K wir
also so geht das nicht du kannst nicht
jetzt einfach hier irgendetwas mus
entscheiden wir haben entschieden dass
ich das entscheiden kann als du gesagt
hast ich übernehme die Redaktion das
stimmt gar nicht wer hat das
was ist das überhaupt für ich weiß gar
nicht wir versorgen Sie täglich mit
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