Philosophieren: Widersprechen

Kontra Funk
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3 Videoaufrufe·09.09.2024
Source:
https://www.spreaker.com/episode/philosophieren-widersprechen--60895271
Es kränkt schon die eigene Eitelkeit, wenn mir jemand widerspricht. Vermutlich sind Herrscher deshalb geneigt, politische Opposition zu unterdrücken. Schließlich ist der Widerspruch mehr als eine Provokation: Er wirft die Frage nach der Wahrheit meiner Behauptung auf. In der Wissenschaft ist er deshalb idealerweise höchstwillkommen. Im gemeinsamen Interesse an der Wahrheit bietet der Widerspruch einen guten Anlass zur Sachklärung. Was aber bedeuten Widersprüchlichkeiten für unser persönliches Leben? Müssen sie biografisch immer aufgelöst werden?
[Musik]
guten Tag liebe Hörer mein Name ist
Matthias bchert und ich heiße Sie
herzlich willkommen zur Sendung
philosophieren im kontrafunk die Fleisch
gewordene Gegenrede unter dem
konsensdiktat des
Veganismus gemeinsam mit Alexander
Christ diskutiere ich von Woche zu Woche
alltägliche und tiefgründige Themen geht
es Ihnen auch so Gesundheitspolitik
Migration Klima oder der Kampf für die
Demokratie kaum hört man eine politische
Verlautbarung schon springen einem
sofort die zahllosen Widersprüche ins
Auge erlassene Maßnahmen passen nicht zu
den vermeintlichen Zielen Deutungen
nicht zu den Fakten Taten nicht zu den
Worten und Experten Meinungen nicht zu
den wissenschaftlichen Erkenntnissen
jeder versucht dem politischen Diskurs
mit Logik beizukommen endet unweigerlich
in der Frustration insofern ist es
dringend erforderlich dass wir in
Philosophie über das widersprechen
nachdenken denn es wird ein weiter weeg
vom Satz des Widerspruchs bis hin zum
herrschen durch die
[Musik]
[Applaus]
[Musik]
[Applaus]
Widersprüchlichkeit philosophieren im
kontrafunk mit Alexander chr und mit mir
Matthias bchert heute zum Thema
wiedersprechen das ist ja ein chierendes
Thema weil wir einerseits eine logische
Frage haben und andererseits auch den
Mut des öffentlichen Diskurses
thematisieren fällt es dir leicht
jemanden zu widersprechen Alexander also
erstmal muss ich dir wiedersprechen das
stimmt ja gar nicht das ist ja völlig
einfach dieses Thema und absolut
eindeutig und klar da brauchen wir gar
nicht viel erklären also du hast keine
Probleme damit jemand zu widersprechen
zumindest nicht mir im öffentlichen
Diskurs wolltest Du damit jetzt der
Sache zur Geburt helfen oder dich selbst
profilieren nein ich wollte mich
natürlich selbst profilieren
nein wir fangen ja oft ein bisschen
launisch an unsere Hörer kennen das von
uns aber tatsächlich jetzt spaß beiseite
ich finde widersprechen ist ein Thema
das mir auf jeden Fall sehr liegt ich
liebe den Widerspruch ich finde das
wichtig ich finde das ganz entscheidend
dass man Nein sagt ich finde das ganz
entscheidend dass man eine eigene
Position vertritt ich gebe zu ich macht
das manchmal auch ja ein bisschen
bewusst übertrieben selbst wenn ich dem
Vorredner in Teilen zustimme liebe ich
es eine Gegenposition aufzubauen
Widerspruch in diesem Sinne finde ich
unbedingt erforderlich und belebend für
jede
Diskussion gibt es Gründe vielleicht auf
Widerspruch auch zu verzichten einfach
vielleicht aus Gründe Höflichkeit einer
guten Stimmung Willen vielleicht auch in
der Partnerschaft um eine andere Person
nicht zu beschämen ja also natürlich
fallen auch mir da einige Gründe ein
aber auch da muss ich mich auten und
zugeben dass ich oft den Widerspruch
erliege und dann trotzdem widerspreche
und danachher denke ich mir das hättest
du vielleicht nicht tun sollen
vielleicht wär es klüger eleganter
höflicher gewesen nicht zu widersprechen
ich gebe zu dass für mich der
Widerspruch als solcher schon ein
gewissen Reiz besitzt mhm ja bei mir ist
das in fachlichen Debatten und
politischen Debatten auch ganz
nahelegend im Privaten stimme ich gerine
Leuten zu ich mag das ihre Positionen
stark zu machen mich erstmal einzulassen
und zu verstehen warum es ihnen
überhaupt geht und es gibt diesen alten
Satz du hast recht und ich habe meine
Ruhe auch das hilft einem ja durch das
Leben weil man manchmal Konflikten auch
entgeht indem man einfach das was man
für richtig hält gar nicht äuert
insbesondere wenn dann gar nicht der Ort
und die Zeit ist etwas auszudiskutieren
es ist ja auch so dass Menschen die
stets und gerne widersprechen sichtbar
hörbar einen gewissen Spaß am
Widerspruch haben von den anderen
teilweise gar nicht so sehr geschätzt
werden man spricht ja gerne auch vom
korintenkacker das ist dann der der sich
so an klein igkeiten festbeißt und gar
nicht wie du das jetzt eben empfohlen
hast damit beginnt zu sagen ja ich finde
deine Position sehr begreiflich und
möchte sie hiermit mit folgenden
Argumenten stark machen sondern jemand
der sich die Punkte raussucht die eben
nicht stimmig sind die vielleicht
tatsächlich nicht stimmig sind oder die
aus dessen Sicht nicht stimmig sind und
dann sagt aber das das stimmt ja nun gar
nicht und das geht ja auch nicht und
hier liegt man ja auch falsch und da
gibt's auch noch ein Teil des nicht
beachtet wurde und das sind dann eben so
Menschen die ja das Haar in der Suppe
suchen so wird man oft dar stellt wenn
man sich in den Widerspruch begibt also
der neinsag ist glaube ich auch als
solche eine Figur die man vielfach aus
dem täglichen Leben kennt ja und auch
das ist vielleicht keine positiv
besetzte Figur zumal manchmal auch eine
Gesprächssituation verkannt wird wenn es
nicht um die sachklärung oder um die
politische Willensbildung geht sondern
einfach nur um einen ja smallt oder
einen Beziehungsgespräch in dem ein
Kontakt aufgewärmt wird da ist es
manchmal sehr sehr lästig wenn die
Menschen dann immer widersprechen und
einen Gesprächsfluss hemmen ich glaube
da kommt es ganz drauf an dass man auch
versteht was der Sinn eines einzelnen
Gespräches ist ja finde es jetzt schön
dass du das Thema sachklärung
angesprochen hast da möchte man ja
meinen dass Menschen gemeinhin die
sachklärung in den Vordergrund ihres
Bemühens stellen das es also oft um die
sachklärung gehen sollte das es wichtig
ist in Sachverhalt vollständig
aufzuklären und auch da kann man sich
eben wenn man sich um die sachklärung
bemüht ja unbeliebt machen oder eben
Probleme schaffen ich erinnere mich da
an eine persönliche Begebenheit aus
meiner Kindheit ich war mit meinen
Eltern an der Pforte am Eingang eines
kleinen Zoos in Österreich da konnte man
Tiere streicheln so und streichelz und
konnte Ziegen sehen Hasen und so weiter
also es war auf jeden Fall etwas wo ich
als Kind gerne mitgegangen bin und dann
stehen wir an dieser Kasse an so einem
Kassenhäuschen mein Vater studiert die T
stellt fest unter 7 Jahre ein anderer
Preis als über 7 Jahre und sagt zu der
ticketverkäuferin im brustthund der
Überzeugung ich sei 6 Jahre alt und
natürlich hat es mein Widerspruch
hervorgerufen ich habe mich sofort zu
Wort gemeldet umgefragt habe gesagt aber
ich bin doch bereits sieben und
natürlich mussten wir dann den höheren
Betrag zahlen mein Vater hat das so ein
bisschen heruntergespielt aber
letztenendes ist mir natürlich dann
danach klar geworden oder hättest du
geschwiegen das so eine schöne Situation
aber ich wollte den Sachverhalt klären
ihn klarstellen durch meinen Widerspruch
deutlich machen ich bin bereits sieben
und nicht mehr 6 Jahre alt das waren
insgesamt nicht so schön und eine häufig
von meinen Eltern erzählte Anekdote zu
dem Stichwort musst du immer
widersprechen Kindermund tut
wahrheitkund auch da wo sie dem ganzen
schadet wir sprechen über das
widersprechen und die
Widersprüchlichkeit in großen und im
kleinen Maßstab heute und es ist ja
offensichtlich eine Frage die antwortet
auf das menschliche bemühen mit Sprache
sich zur Wirklichkeit zu verhalten und
die Wahrheit durch das Abwägen von
Argumenten und einwenden im Gespräch zu
gewinnen was dabei immer vorausgesetzt
ist dass wir Widerspruchsfreiheit
anstreben das werden wir gleich auch
noch über den Satz des Widerspruchs
klären und dass wir selber mit uns im
Reinen sind sod dass wir von
selbsteinheit Identität und
Widerspruchsfreiheit auch in uns selbst
ausgehen können das ist naiverweise
vorausgesetzt jetzt gibt es einen
starken Provokateur dieser Einstellung
in Michelle de montaie der gerade die
selbstzerrissenheit die
Widersprüchlichkeit zum Wesen des
Menschen erklärt du hast da eine starke
Passage gefunden aus den Essays die ich
dich bitten würde jetzt vorzulesen weil
wir damit feststellen werden dass
offensichtlich wir selber uns gar nicht
so gewiss sein können dass wir die
Widersprüchlichkeiten in der Welt
auflösen können weil wir vielleicht
selber der größte Träger aller
Widersprüche selbst sind mm das tue ich
gerne ich lese das gerne vor allerdings
nicht ohne den Gedanken vorausschicken
zu wollen dass ich dir auch in deiner
kurzen Einleitung zu dieser Textpassage
gerne wiedersprechen möchte du sagtest
nämlich wir streben an widerspruchsfrei
zu sein und ich weiß gar nicht ob das
allen so geht allen Hörern so geht das
würden wir auch gerne mit den Hörern
diskutieren vielleicht schreiben Sie uns
dazu ich persönlich sehe das nicht so
ich strebe tatsächlich die
Widersprüchlichkeit an und sehe einen
großen Gewinn darin verschiedene Aspekte
erkennen zu können und es muss eben
überhaupt nicht passend und stimmig sein
aber dazu sicherlich später mehr jetzt
erst die Textstelle von Michelle de
montenne alle Widersprüche finden sich
in mir je nach Gesichtswinkel und
Umständen schamhaft und unverschämt
keusch und geil geschwätzig und
schweigsam tatkräftig und zimperlich
geistreich und und blöde mürrisch und
leutselig lügnerisch und wahrhaftig
kenntnisreich und unwissend geizig und
verschwenderisch von alledem finde ich
etwas in mir je nachdem ich mich drehe
wir sind alle aus lauter flicken und
Fetzen so kunterbunt unförmlich
zusammengestückt dass jeder Lappen jeden
Augenblick sein eigenes Spiel treibt
ja das finde ich sehr sehr
nachvollziehbar und zugleich sehr
schockierend weil die Attribute die hier
durch ein un verbunden sind ja
eigentlich sich wechselseitig
ausschließen entweder bin ich tatkräftig
oder zimperlich geistreich oder blöde
zumindest im selben Moment bin ich mal
das eine mal das andere also er zeigt
auch dass es am Gesichtswinkel und an
den Umständen liegt an der Perspektive
dass ich offensichtlich ganz viele
Facetten habe die im Einzelnen auf mich
zutreffen obwohl sie dann in der Summe
gesehen sich wieder sprechen das heißt
meine Identität ist keine
widerspruchsfreie ich bin nicht a a
sondern ich bin möglicherweise Varianten
meiner selbst die in die Zeit
ausgestreut und je nach Situation eine
andere Facette von mir zum Vorschein
bringen und erst der Anspruch der Logik
produziert das Problem der
Widerspruchsfreiheit meine Existenz ist
in sich widersprüchlich mhm und was das
Besondere an diesem Gedanken aus meiner
Sicht ist ist ich trage es in mir das
heißt es wäre verfehlt anzunehmen dass
ein Mensch eben stets und immer fort der
eine gleiche unänderbare sein müsse ganz
im Gegenteil die Anlagen sind da ganz
unterschiedliche Facetten zu zeigen die
Möglichkeiten sind da bestimmte Aspekte
auszuprägen und das bedeutet natürlich
dass in uns selbst im Menschen bereits
angelegt ist diese Varianz diese
Vielfalt diese
Vielgestaltigkeit auch die
Widersprüchlichkeit auch mal das eine
und mal das andere zu sein ich mag dir
vielleicht zustimmen wenn du sagst es
hängt von dem Moment ab in diesem einen
einzigen Moment in dieser einen
logischen Sekunde bin ich vielleicht
wirklich das eine der eine ja
möglicherweise möglicherweise aber auch
nicht selbst da würde ich noch ein
kleines Fragezeichen machen aber in der
Gesamtschau betrachtte bin ich eben ganz
sicher nicht nur immer der eine gleiche
unveränderliche damit wir natürlich das
Konzept des Subjektes der Person und der
Identität radikal in Frage stellt weil
wir gerade davon ausgehen dass
selbstiiddentität uns kenntlich macht
gegenüber den anderen was wir hier sehen
ist dass wir halt viele Facetten haben
und damit auch nicht greifbar sind und
bei monttenne geht das noch weiter er
führt es zurück auf die Welt selber die
in einer widersprüchlichen Bewegung zu
sein scheint der sagt die Welt ist eine
ewige Schaukel das heißt wir haben auch
hier kein feststehendes Element das uns
eine Identität gewährleisten könnte
durch das gleich bleiben die
Zeitlichkeit ist eingekehrt in das Wesen
der Welt aber das war nur ein paar
Andeutungen zum anrauen des Themas ist
denn damit in deinen Augen die Forderung
nach
Widerspruchsfreiheit im theoretischen
Diskurs bei der sachklärung und
vielleicht auch im politischen Diskurs
hinfällig geworden müssen wir da nicht
sagen ja gut dass die uns alle belügen
und mal das ein und mal das andere sagen
das liegt in der Natur des Menschen also
können wir doch auf den logischen
Anspruch der Widerspruchsfreiheit
verzichten nein das glaube ich nicht und
das würde ich beruhigen und da möchte
ich gleich auf ein Grundproblem
hinweisen wenn wir davon ausgehen wollen
dass die Widersprüchlichkeit den
Menschen angelegt ist und dass sie eben
ein Grund Tatbestand ist den es
anzuerkennen gilt Widersprüchlichkeit
existiert sie ist möglich wenn wir davon
ausgehen wollen dann bedeutet es eben
keineswegs ein Freibrief für alle die
sich jetzt quasi immer in jeder Sekunde
aussuchen können wer sie sein wollen wie
sie sein wollen und was wahrhaftig sei
und was nicht das nun eben gerade nicht
das heißt die Sache Klärung bleibt eine
wichtige Forderung und es bleibt
natürlich auch eine wichtige Regel dass
man davon ausgehen sollte dass Menschen
vernünftig denken sollten und dass wenn
man vernünftiges denken voraussetzt
erstmal keine widersprüchlichen
Überzeugungen gehegt werden sollten es
ist also deshalb weiterhin auch aus
meiner Sicht nicht vernünftig
gleichzeitig zu meinen man sollte immer
früh aufstehen aber auch man sollte
immer lange schlafen das würde sich
widersprechen und das würde natürlich
nicht zusammenpassen insofern ist für
mich natürlich klar dass wir jetzt den
Widerspruch offen zuage gelegt haben die
Widersprüche sind da sie bestehen sie
sind in der Welt wir werden uns damit
irgendwie auseinandersetzen müssen aber
gleichzeitig wünschen wir in den
Sachfragen eine Aufklärung eine
Richtigkeit eine Stimmigkeit da bin ich
völlig bei dir ich versuche das jetzt
mal aus der Logik heraus zu entfalten
und zwar aus der traditionellen Logik
wie ster bei Aristoteles kennenlernen
und da wird ja einen Satz formuliert der
Satz vom Widerspruch nämlich der besagt
dass etwas was ich widerspricht nicht
wahr sein kann also ein erstes Kriterium
zur wahrheitsprüfung ist die
Widerspruchsfreiheit aus der
Widerspruchsfreiheit folgt nicht
zwangsläufig die Wahrheit sondern nur
der Ausschluss des falschen was ich
widerspricht ist falsch das heißt ich
kann nicht einer Sache gleichzeitig ein
Attribut zusprechen und es ihr
gleichzeitig absprechen das Wirt zu
Widersprüchen also ein quadratischer
Kreis ist ein Widerspruch weil entweder
handelt es sich um ein Quadrat oder um
einen Kreis das ganze korrespondiert
jetzt mit einer ontologischen Überlegung
also das sein betreffend nämlich zur
selben Zeit kann etwas nicht in einer
Beschaffenheit existieren und zugleich
nicht existieren das ist völlig
plausibel diese Sätze müssen nicht
begründet werden sie gelten als evident
also als unmittelbar einleuchtend und
ich würde dem auch nichts entgegensetzen
mit der Ausnahme vielleicht von Monten
dass es beim Menschen irgendwie wieder
eine schreckliche Ausnahme gibt aber ich
finde entweder handelt es sich um einen
Würfel od eine Kugel um einen Kreis oder
einen Quadrat der ist entweder rot oder
blau aber er ist nicht beides zugleich
oder er existiert oder existiert nicht
aber existiert und existiert nicht zur
selben Zeit ich glaube diese Sätze sind
so evident dass man ihn kaum
widersprechen kann oder würdest Du da
noch widersprechen nein da würde ich
auch nicht widersprechen ich bringe
jetzt ein sehr einfaches Beispiel wenn
ich beispielsweise eine Katze anschaue
und sehe sie ist schwarz dann kann ich
nicht gleichzeitig behaupten sie sei
weiß dann ist sie eben schwarz wenn sie
natürlich weiße Flecken hat ist sie weiß
und schwarz aber grundsätzlich eine
einfarbige Katze die schwarz ist ist
schwarz und nicht weiß wenn ich jetzt
provokant formuliere dann würde ich
sagen Menschen sind entweder ein Mann
oder eine Frau sehr provokantes Thema
ich weiß gar nicht ob wir das heute
sagen genau nein dürfen wir habe ich
natürlich nicht gesagt ist auch vom
Sachverhalt nicht ganz so stimmig und so
einfach also es gibt ja Unterschiede die
sind kontradiktorisch also entweder das
eine oder das andere oder es gibt
Unterschiede die haben graduelle
Zwischenräume und vielleicht ist es bei
den Geschlechtern ja durchaus auch
gegeben na ja jedenfalls möchte ich Dir
also da zustimmen und sagen dass es
bestimmte
Erkennungsmerkmale gibt die uns sagen
wie etwas ist und da gehört ja auch dein
Beispiel dazu wenn ich einen Gegenstand
ein Körper vor mir sehe dann kann ich
seine Form beschreiben und wenn wir uns
vorher auf die Konvention geeinigt haben
dass etwas was scharfe Kanten hat und
auf einer Ebene vier Ecken hat hat und
insgesamt gesehen acht Ecken hat dann
ist das wohl ein Würfel davon wird man
dann eben innerhalb dieser Konvention
ausgehen dürfen und auch genauso davon
sprechen dürfen und kann nicht etwa
sagen das ist jetzt eine Kugel das geht
eben nicht mhm du hast die Passage bei
Aristoteles noch rausgesucht in der das
mal wunderbar sprachlich gefasst ist
vielleicht trägst du die noch mal vor
damit wir eine schöne Grundlage für alle
unsere weiteren Überlegungen
haben das sicherste unter allen
Prinzipien ist das jenige bei welchem
Täuschung unmöglich ist denn ein Prinzip
welches jeder notwendig besitzen muss
der irgendetwas von dem Seienden
erkennen soll ist nicht
Annahme Hypothese und was jeder erkannt
haben muss der irgendetwas erkennen soll
das muss er schon zum Erkennen
mitbringen welches aber dieses ist
wollen wir nun angeben da nämlich
dasselbe demselben und in derselben
Beziehung
und dazu mögen noch die anderen näheren
Bestimmungen hinzugefügt sein mit denen
wir logischen Einwürfen ausweichen
unmöglich zugleich zukommen und nicht
zukommen kann das ist das sicherste
unter allen Prinzipien es ist nämlich
unmöglich da jemand annehme dasselbe sei
und sei
nicht ein bisschen umständlich
formuliert mit verersen Flanken
schützenden Argumenten noch zur Seite
ist glaube ich ein wesentlicher Punkt
darin bestimmt dass nicht etwas
zurgleich einer Sache zukommen kann und
nicht zukommen kann das mag eine
bestimmte Eigenschaft sein die entweder
zutrifft oder nicht zutrifft das mag
aber auch die Existenz der Sache sein
oder auch nicht und damit ist eigentlich
die Grundlage für den Widerspruch
bestimmt also da wo sich Widersprüche
finden dort herrscht ein logischer
Fehler vor und alles weitere was daraus
folgt kann nur falsch sein es können
Begriffe widersprüchlich bestimmt sein
also ein quadratischer Kreis z.B oder es
können auch Urteile widersprüchlich sein
indem man etwa in dem Subjekt über das
ein Urteil gefällt wird und dem Prädikat
das diesem Subjekt zugesprochen wird ein
Widerspruch aufbaut indem man etwas was
dem Subjekt enthalten ist in dem
Prädikat negiert also man kann sagen
dieser Ball ist würfelförmig dann wird
gewisser Maßen in dem Prädikat
würfelförmig das Attribut der Kugelform
das in den Begriff des Balles enthalten
ist negiert das klingt jetzt alles sehr
sehr formal ist aber als Voraussetzung
für unsere weiteren Überlegungen relativ
bedeutsam weil wir damit eine logische
Grundlage haben die wir mit
argumentstatus versehen können wenn es
um politische ethische oder theoretische
Äußerung geht insoferern ist es ganz gut
sich das anzuschauen und sich ein
bisschen mit Logik zu bewaffnen wenn man
in den öffentlichen Diskurs einsteigen
möchte
bevor wir diesen Gedankengang
weiterspinnen lass mich eine Frage
stellen und vielleicht hast du da ja
eine gute Antwort ist mit diesen
Überlegungen jetzt jeder Fantasie jeder
Suche nach neuen Beschreibungen und
neuen Lösungen sozusagen die Tür
verschlossen worden kann ich jetzt nicht
mehr über den Tellerrand hinausdenken
was ich damit sagen will ist wenn wir
einmal festgelegt haben dass etwas eine
Kugel ist muss es dann eben zwingend
eine Kugel sein weil ich ja gesagt
es ist unmöglich mit Aristoteles dass
jemand annehme dasselbe sei und sei
nicht dasselbe sei so und dasselbe sei
eben nicht anders oder habe ich trotzdem
noch die Möglichkeit mit Kreativität und
Fantasie Dinge komplett in Frage zu
stellen und zu sagen es ist wirklich
auch für den Fortschritt notwendig neue
Gedankengänge zuzulassen und
unkonventionelle Ansätze zu ermöglichen
geht das noch also da geht jetzt einiges
in der Frage kompliziert durch inander
was man vielleicht noch mal sortieren
sollte die Aufgabe des Philosophen ist
ja zunächst einmal zu sagen was der Fall
ist und das schließt ja nicht aus dass
in einer momentanen Aussage eine
Eigenschaft sich auch wandelt also ich
kann z.B sagen der Ball ist rot und ich
kann sagen der Ball ist grün dann sind
das ja zwei widersprüchliche Aussagen
die aber über den Zeitstrahl durchaus
miteinander kompatibel sind das heißt
wenn ich sage der Ball ist heute rot und
morgen habe ich ihn grün angemalt dann
ist er grün dann passt das wieder
zusammen diese Eigenschaften die sich
wandeln können an den Dingen das nennt
man die akzidentellen Eigenschaften das
sind also Dinge die ihnen zufällig
zukommen und ihnen mit der Zeit gegeben
und damit auch wieder genommen werden
können in der ballheit selber allerdings
und das ist der Punkt ist eine
Verknüpfung zwischen dem was ich als
Merkmale im Begriff denke und dem was
ihr sein ausmacht so gegeben dass eine
Aufhebung von bestimmten Merkmalen dazu
führt dass das Ding nicht nur in einen
denkwiderspruch mündet sprachlich
sondern dass es in eine Auflösung des
Seins mündet ich versuche mal einen
Beispiel zu geben um das deutlich zu
machen also wir können halt sagen ein
Lebewesen ist jung oder alt ne das kann
man ja feststellen und das zeigt sich in
der Zeit dass eine Eigenschaft des
verweilt habens in der Zeit sich wandelt
zum wesentlichen Eigenschaften eines
Lebewesens gehört aber z.B Stoffwechsel
zu haben und wenn du jetzt die
Eigenschaft des Stoffwechsels negierst
und sagst es ist ein Lebewesen aber es
hat keine Stoffwechselfunktion mehr dann
hast du zum einen einen Widerspruch
ausgeführt weil du nämlich in dem
lebewesenbegriff ist der Stoffwechsel
mit vorhanden den negierst und wenn das
der Fall ist dann ist in der Realität
auch dieses Lebewesen tot denn die
Einstellung der stoffwechsselfunktionen
kommt mit der Auflösung eines seinden
als Lebewesen gewissermaßen gleich das
heißt hier müsste man noch mal genau
unterscheiden wovon man spricht die
Perspektive des neuen und des
fantasievollen verlässt nicht den
Bereich der Logik und der
Widerspruchsfreiheit denn du kannst ja
alles mögliche ausmalen aber wenn du
dich in den Bereich des Widerspruchs
begibst dann kommst du in den Bereich
der denkunmöglichkeit also etwas
widersprüchliches kann man noch nicht
mal denken also versuch mal eine Kugel
zu denken deren Mittelpunkt überall und
deren Peripherie nirgends ist geht nicht
ist ein Beispiel von Hermes Tris
magistos oder das Ganze kann nicht nur
nicht gedacht werden sondern es kann
auch nicht existieren das heißt hier
haben mit der Logik ein bestimmtes
Fundament formuliert dass der Fantasie
Rahmungen gibt sie aber dann doch auch
kategorisch einschränkt mhm darf ich das
noch mal in meinen Worten übersetzen und
dich fragen ob ich damit richtig liege
mit diesem Verständnis du sagst also
dass ich bei aller Fantasie den Gesetzen
der Physik und den Gesetzen der Logik
nicht entkommen kann ich kann sie nicht
komplett zur Seite legen ich kann zwar
sprachlich so tun als würde ich sie
nicht beachten aber damit begebe ich
mich eben in einen Widerspruch zu dem
was nach meinet wegen den Gesetzen der
Logik oder den Gesetzen der Physik
zwingend gilt wäre das richtig ja ganz
genau das heißt sprachlich geht alles
mögliche aber du merkst schon versucht
dir mal so eine Kugel vorzustellen das
ist übgens ein Beispiel von BL Pascal
der das versucht als Provokation für den
Geist heranzuführen du kannst dir so
eine Kugel nicht vorstellen weil du mit
dem Begriff der Kugel immer einen
Mittelpunkt und eine limitierte
Peripherie annimmst eine Hülle der Kugel
ja und wenn du jetzt sagst im
Mittelpunkt ist überall und die Hülle
ist nirgends das geht nicht ja das war
jetzt glaub ich einfach nur eine
wichtige Klärung auch für alle die die
den Spruch als etwas nehmen was sich
rein sprachlich abspielt natürlich kann
ich sprachlich jedem xbiebigen Satz
widersprechen das ist absolut möglich
aber ich verlasse eben dann noch nicht
die Gesetze der Logik jetzt müssen wir
beide ehrlicherweise noch mal kurz die
Waffen strecken weil bei Hegel wird das
Ganze in eine Geschichtlichkeit
übersetzt als eine Art
bewegungsgesetzmäßigkeit in der das
Denken bei der sachklärung
voranschreitet durch die Dialektik aber
auch durch die das sein sich verbessert
von einem schlimmen schlechten Zustand
in einen immer besseren Zustand dazu
könnte und müsste man viel sagen ich
glaube du hast ein paar Überlegungen da
vorbereitet aber so wirklich tief könen
wir darauf nicht eingehen wir wollten
nur zeigen dass dieser Widerspruch nicht
einfach nur eine statische
ausschlussperspektive ist sondern no
eine dynamische Geschichtlichkeit
besitzen kann also dazu müsste man wenn
ich dich da zitieren darf 7 x 7 Jahre
heägel studieren und die Zeit hatte ich
jetzt zur Vorbereitung dieser Sendung
leider nicht Hegel ist natürlich
wirklich die denkbar komplizierteste
Materie die man sich vornehmen kann aber
nichtsdestotrotz müssen wir beim Begriff
des Widerspruchs oder des widersprechens
natürlich hegelsbegriff der
dialektischen Aufhebung kurz nennen und
beschreiben dass er damit den Vorgang
der Überwindung eines Widerspruchs meint
wobei die positiven wertvollen Elemente
erhalten und fortgeführt werden und die
negativen entfallen für Hegel scheint es
sich nach meinem verständ das wie gesagt
mit einer starken subjektiven
Einschränkung das ist mein Verständnis
von dem wenigen was ich von Hegel kenne
und in Anführungszeichen verstanden zu
haben glaube für Hegel scheint es sich
aus meiner Sicht tatsächlich um einen
Prozess zu handeln der in drei Momente
gegliedert werden kann einmal die
Beendigung die Überwindung einer
bestimmten
Entwicklungsstufe beispielsweise die
Aufhebung eines Gesetzes oder eines
Erlasses dann das Erhalten einer ganz
bestimmten
zukunftsträchtigen Seite dieses
vorhergehenden Zustands der wird
aufbewahrt der wird sozusagen
konserviert und mitgenommen in eine
höhere Stufe der Entwicklung in der
mehrere Seiten des vorhergehenden
Prozessschrittes integriert werden
wodurch dann eine neue Funktion erlangt
wird und das beschreibt Hegel als eine
Art Erhöhung etwas wird erhöht wird in
einen besseren Zustand versetzt und
damit ist für ihn der Widerspruch ein
ganz wichtiger Schritt in dieser
Zeitspanne im Grunde könnte man sagen
dass die alte Ordnung ins wankengerät
und durch eine neue Ordnung ersetzt wird
eine bessere Ordnung und für ihn ist es
glaube ich deshalb ganz wichtig dass man
durch diese Phase hindurchgeht und nicht
auf der Ebene des Widerspruchs vor allem
stehen bleibt wir werden im Folgenden
auch noch über die Dialektik sprechen
nicht unbedingt die hägelsche Dialektik
und werden zeigen wie der Widerspruch
damit zum Motor der sachklärung wird
einen Aspekt den hast du bei der
Vorbereitung noch hervorgehoben der mir
völlig entfallen war den ich aber für
sehr wichtig halte ist der performative
Widerspruch wir haben bisher über den
Widerspruch im sein gesprochen oder im
Sprechen es gibt aber auch einen
Widerspruch der nicht in den geäußerten
Sachverhalt liegt sondern in dem
Verhältnis zwischen dem äußerungsmodus
und der Äußerung selbst ich habe das
jetzt sehr kompliziert gesagt vielleicht
kannst du das schöner erklären was ist
ein performativer Widerspruch na ja
gemeint sind damit die Widersprüche
zwischen den sprachlichen Äußerungen
selbst und nicht sprachlichem handeln
und das begegnet uns ja tatsächlich
würde ich mal behaupten jeden Tag
ständig sehen wir das dass jemand etwas
sagt und ganz anders handelt da brauche
ich jetzt gar nicht die hohe Politik zu
bemühen aber da sind die Beispiele ja
beständig doch damit jetzt kein
Missverständnis entsteht es geht also
nicht nur um den Widerspruch zwischen
dem was ich sage und später tue sondern
ich gebe mal ein ganz konkretes Beispiel
wenn ich sage ich schreie doch überhaupt
nicht aber ich schreie diesen Satz raus
ich schreie doch überhaupt nicht dann
schreie ich natürlich tatsächlich aber
tatsächlich sage ich etwas anderes oder
ein Kreter sagt alle Kreter Lügen das
wäre ein zweites Beispiel das wir
vielleicht an der Stelle geben könnten
um das mal zu analysieren dieses
Beispiel mit dem Kreter wenn ein Kreter
sagt alle Kreter Lügen dann ist der
Sachverhalt der bezeichnet wird alle
Kreter Lügen und die äußerungstätigkeit
des kreters selber in diesem sagen wird
ein bestimmter Wahrheitsanspruch erhoben
der ist gewissermaßen in der
sprachhandlung mitvollzogen und insofern
gibt's einen performativen Widerspruch
das ist häufig auch bei Nietzsche zum
Vorwurf geworden der sagt es kann keine
Wahrheit geben jede Erkenntnis ist ein
Abdruck des Willens zur macht man kann
mit diesem performativen Widerspruch
ganz gut auch Leuten die Luft ablassen
die sich sehr aufplustern und dann die
die sie äußern in der Art und Weise wie
sie sie äußern der Lächerlichkeit
preisgeben wir sind alle Demokraten und
das sage ich jetzt ganz autoritär wäre
für mich noch ein weiteres Beispiel mhm
wir sehen jetzt eine weitere Bedeutung
dieses Wortes Widerspruch das heißt da
besteht eine Differenz ein Delta eine
Unstimmigkeit und das wäre eben auch
eine wichtige Bedeutung und wir merken
weiterhin dass wir sensibel sind in
Hinblick auf Widersprüche wenn es um
sachklärung oder um autoritär Auftreten
von Personen geht was auch noch ein
schöner Punkt ist ist dass sich bei dem
Widerspruch und das kommt ja dem Wort
selber schon zum Tragen irgendwie immer
um sprechende sprachliche Handlungen
handelt widersprechen beinhaltet immer
ein sprechen das mit einem anderen
verknüpft ist das zu einem Sachverhalt
sich äußert das zu Menschen sich äußert
und insofern sollten wir die
Sprachlichkeit des Widerspruchs selber
noch mal genauer in den Blick nehmen du
hast diesen Punkt angeführt was war dir
daran wichtig ja ich würde ihn würdigen
wollen wer widerspricht der spricht
zumindest noch mit dem anderen also ein
widersprechen bedeutet ich setze mich
mit dem anderen auseinander ich will
noch den Sachverhalt gemeinsam aufklären
ich will Weiterkommen ich will mit
meinem Widerspruch etwas bewirken ich
will nicht einfach nur einen Kontrapunkt
setzen ich will vielleicht natürlich
manchmal meine Position untermauern aber
zumindest möchte ich noch irgendwie an
diesem Diskurs teilhaben mit anderen
Worten wer dem anderen widerspricht der
schießt noch nicht auf ihn das ist ein
schöner Punkt vielleicht können wir
jetzt noch mal auf das Moment der
Dialektik eingehen der Modus des
Widerspruchs ist der des Streites und
Streit gilt ja als verpönt als feindlich
als Vorstufe des Krieges du hast es
gerade angedeutet das ist in der
Wissenschaft überhaupt nicht der Fall
und auch in der Philosophie nicht wenn
wir um eine Sache streiten sind wir
verknüpft in dem gemeinsamen Interesse
an der Erkenntnis die Liebe zur Wahrheit
ist ein schönes Motiv freundschaftlich
zu streiten Wissenschaftler publizieren
ihre Ergebnisse und stellen sie damit z
Diskussion laden damit explizit zum
Widerspruch ein Philosophen
argumentieren legen ihre Gründe und ihre
Schlussfolgerungen offen um andere
darauf hinzuweisen hier könnte auch
etwas faul sein geh doch bitte mit
deiner Skepsis darüber und versuche mir
zu zeigen wo ich mich irre damit ich
mich selbst verbessern kann und zwar
nicht nur mich selbst sondern die
Wahrheit damit besser zur Geltung
bringen kann denn dieses Prinzip des von
thesee und Antithese mündet nicht in ein
wechselseitiges Festhalten an dem was
ich behauptet habe sondern sie sind ja
auf einer gemeinsamen Achse so veranlagt
dass sie verpflichtet sind oder bemüht
sind eine gemeinsame Wahrheit zum
Ausdruck zu bringen die größer ist als
die Position der jeweils einzelnen das
heißt die Frage nach der Wahrheit
überragt den Streit der Streitenden und
ist grundiert durch eine gemeinsame
Anerkennung dass es da einen Gegenstand
gibt der selber Widers frei ist das
heißt wenn einer sagt die Erde ist eine
Scheibe der andere sagt die er ist eine
Kugel dann sagen Sie das beide weil sie
die Wahrheit suchen und da es nur eins
von beiden wahr sein kann und nicht
beides gleichermaßen wahr sein kann
müssen sie mit Argumenten und belegen
prüfen wer von beiden denn Recht hat
wenn sie sich auf dieselbe Erde beziehen
und ihre Vernunft mit einer Liebe zur
Wahrheit ausgestattet ist das heißt der
Streit und der Widerspruch ist nicht ein
Hindernis ein Unfall der Kommunikation
sondern ein notwendiges Erfordernis bei
der Wahrheitsfindung insofern diese im
Diskurs stattfindet und nicht einfach
nur autoritär verkündet oder aus der
Basis der Macht heraus veranlasst wird
das ist vielleicht ein ganz schönes Bild
das uns in die Pause führen könnte die
Wahrheitssuche eigentlich heißt es ja
die Wahrheit ist da sie ist erkennbar
ich habe sie aber nur noch nicht erkannt
und deshalb braucht es diese Rede und
Gegenrede das Aufbauen verschiedener
Positionen den Widers Spruch um mich
dorthin vtzuarbeiten gemeinsam mit dem
anderen dem ich widerspreche und der mir
dann vielleicht widerspricht
[Musik]
[Musik]
sie hören philosophieren im kontrafunk
mit Alexander Christ und mit mir
Matthias burcher heute zum Thema
Widersprüchlichkeit widersprechen und
der Widerspruch in der ersten Hälfte der
Sendung haben wir uns zunächst mit
Michelle de montenie beschäftigt der die
Widersprüchlichkeit als Wesensmerkmal
des Menschen selber ausgemacht hat dann
haben wir uns mit der Logik beschäftigt
die davon ausgeht dass etwas was ich
widerspricht falsch sein muss weil eine
Sache nicht zugleich eine Eigenschaft
besitzen und nicht besitzen kann wir
haben dann gemerkt dass auf der
Grundlage dieser Ontologie und
erkennnistheoretischen Voraussetzungen
der Widerspruch ein Motor der Erkenntnis
in der Philosophie und in der
Wissenschaft ist das Verfahren haben wir
als Dialektik bezeichnet nämlich der
Streit um die sachklärung im Namen einer
gemeinsamen Wahrheit die den Menschen
zugänglich ist auf dem Wege der
wechselseitigen Kritik und haben dann
noch schließlich damit geschlossen dass
wir sprachgebundene Menschen sind die
darauf angewiesen sind im gemeinsamen
Austausch von Argumenten auf der Ebene
der Sprache die Welt zur Geltung zu
bringen das gilt aber jetzt nicht nur
für den theoretischen Klärungsbedarf den
wir haben sondern es geht auch darum
dass wir gemeinsam befinden müssen wie
wir leben wollen und das ist die Frage
der Politik welche Bedeutung hat der
Widerspruch in der Politik welche
Bedeutung hat er aus meiner Sicht wäre
wahrscheinlich die bessere Frage weil
wir finden vieles von dem was ich jetzt
gleich beschreibe in der heutigen
Politiklandschaft kaum wieder ich muss
ganz ehrlich sagen ich bin ein bisschen
bestürzt in welcher Situation wir uns
heute befinden wenn ich mir ansehe dass
der Widerspruch im Grunde sofort als
Delegitimierung abgetan wird also der
Weg dorthin ist wirklich nur noch ein
sehr sehr kurzer und kleiner Schritt
dann wird mir ein bisschen Angst und
Bange um den Zustand unserer
gegenwärtigen Politik aber eigentlich
sollte es so sein dass der Widerspruch
unbedingt dazu gehört ich habe das auch
tatsächlich mal in meinem
politikwissenschaftsstudium in der Uni
gelernt dass die Demokratie vom
Widerspruch lebt das war so beliebter
Satz also es gehört dazu dass in
politischen Diskursen eine Position mit
einer Gegenposition und vielleicht mit
einer dritten Position und mit einer
vermittelten Position dann am Ende
versehen wird um letztenendes genau das
zu erreichen was du beschrieben hast man
sucht den Weg nach dem ja besten
möglichen Leben nach einer bestmöglichen
Situation für alle wie wollen wir leben
das ist die Grundfrage die sich stellt
und da ergeben sich eben rein
prinzipiell mehrere
Lösungsmöglichkeiten in der Politik ist
es sehr sehr oft so dass eben nichts
alternativ los ist wie wir mal von einer
sehr schlechten Kanzlerin gehört haben
sondern tatsächlich gibt es eigentlich
immer unglaublich viele Alternativen es
ist einfach nur ganz schwierig sie zu
beschreiben oder sie umzusetzen oder es
ist vielleicht ganz schwierig die Gelder
für eine Alternative aufzubringen oder
es mag vielleicht schwierig sein die
entsprechenden Verbündeten zu finden und
die Unterstützung dafür zu gewinnen und
so weiter sind vielleicht dann am Ende
Umsetzungsfragen aber alternativlos ist
eigentlich fast nichts und daher ist der
Widerspruch ein zwingendes Mittel ein
zwingender Beitrag zur politischen
Willensbildung auch für die Wähler ist
es ganz wichtig dass der Widerspruch in
der Politik sich zeigt dass die
unterschiedlichen Positionen ersichtlich
werden das heißt der Widerspruch sollte
also auch noch zudem in der Politik
nuanciiert sein s dass er zu erkennbar
unterschiedlichen Positionen fürt die
Wähler dann letzten Endes vor eine
Erwachsene Entscheidung stellen wen
möchte ich wählen wer vertritt meine
Interessen unterm Strich am Ende des
Tages am besten ja das Gemeinwesen
bringt Herrschaftsverhältnisse zustande
und die können ganz unterschiedlich
legitimiert sein wenn man sich etwa mit
Platons höhengleichnis beschäftigt soll
der Philosoph der Herrscher sein und
zwar deshalb weil er die Idee des Guten
geschaut hat und deshalb weiß wie das
Gemeinwesen zu steuern und welchem Ziel
es zuzuführen ist dieser Herrscher darf
durchaus autoritär sein weil die anderen
seine Bewegründe und die Argumente
sowieso nicht verstehen würden und
insofern gibt es ja eine Grundlage die
ideeller Natur ist die das politische
herrschen orientiert und legitimiert das
ist mit dem Ende der platonischen
Metaphysik längst nicht mehr gegeben wir
leben in demokratischen Verhältnissen
weil wir dem Einzelnen nicht mehr
zutrauen die Geschicke des Gemeinwesens
alleine und aus Gründen der Weisheit dem
guten zuzuführen sondern weil wir
glauben dass wir die Frage nach der
Wahren und Guten des Einzelnen und des
Gemeinwesens auf viele viele Schultern
verteilt werden muss und insofern kommen
wir nur zu einer Berücksichtigung der
einzelnen und einer Klärung der Frage
wie soll das gemeinwesenin gut gelingen
indem wir möglichst viele Stimmen zu
Wort kommen lassen und gegeneinander
abwägen im politischen Diskurs da ist
der Widerspruch nicht nur normal sondern
zwingend erforderlich während wir ihn
als Einwand gegen die Autorität durchaus
inszenieren können also wenn das Kind
sagt der Kaiser ist nackt damit eine
angemaßte Herrschaft als solche entlarft
und über den Widerspruch der
Lächerlichkeit preisgegeben also wir
müssen sagen genauso wie bei der
sachklärung ist bei der politischen
Willensbildung in einem demokratischen
Gemeinwesen der Widerspruch nicht nur
legitim sondern zwingend erforderlich
ich möchte noch mal eine Variante eines
meiner lieblingssätze bringen nämlich
ist es in einem demokratischen
Gemeinwesen legitim unterschiedliche
Auffassungen in Sache und Zielfragen zu
vertreten ja es ist nicht nur legitim
sondern es ist erforderlich weil es zur
Stärkung des Gemeinwesens zwangsläufig
beiträgt und ich glaube es ist auch der
Ausdruck eines Regimes wie viel
Widerspruch dazuässt in Hinblick auf
seine Legitimität und seine Vitalität
sind die Sterbenden Regime die den
Widerspruch mit Gewalt unterdrücken mhm
und jetzt möchte ich Dir tatsächlich
ausnahmsweise überhaupt nicht
wiedersprechen lieber Matthias sondern
diesen Gedanken möchte ich noch etwas
verstärken ich glaube dass es für die
Legitimität des staatlichen Handelns
gerade zu zwingend erforderlich ist dass
sich staatliches Handeln begründen lässt
und zwar nicht nur für eine kleine
Gruppe oder eine große Gruppe da spielt
die Größe jetzt tatsächlich keine Rolle
aus meiner Sicht also ist egal wie viel
Menschen ein Staat überzeugt oder
scheinbar überzeugt wichtig ist dass er
sich bemüht und es dann tatsächlich auch
in der Umsetzung schafft die große Menge
zu überzeugen und die große Menge
tatsächlich hinter sich zu bringen
jedenfalls dieser großen Menge durch
Argumente zu ermöglichen staatliches
Handeln nachzuvollziehen und wenn jetzt
aus dieser doch recht anonymen Gruppe
der Bevölkerung Widerspruch kommt dann
muss ich staatliches Handeln damit
auseinandersetzen wenn es das nicht kann
oder ersichtlich nicht tut sondern diese
Gruppe der Widersprechenden als
Staatsfeinde brandmarkt und sie eben
zukünftig delegitimieren nennt dann
setzt sich dieser Staat von vorne herin
durch alles was er in dieser Hinsicht
tut in ein ganz generelles und
grundsätzliches Unrecht und kann sein
Handeln nicht mehr legitimieren das ist
glaube ich aus meiner Sicht der
entscheidendste Punkt der den
Widerspruch zu einem ganz zentralen
Element macht Widerspruch ist also wenn
man das so betrachtet etwas womit sich
Staat staatsakteure die ja letzten Endes
nur Vertreter derer sind die Sie gewählt
haben kein eigenes Recht haben
irgendetwas zu wollen sondern nur wollen
können was diejenigen wollen die sie
vertreten dass sich diese Akteure mit
diesem Widerspruch auseinandersetzen
müssen ihn aufgreifen müssen und ihm
eine Gegenrede entgegenzustellen haben
den zu ignorieren und ihn sozusagen als
eine unberechtigte Rebellion abzutun das
wäre nicht in Ordnung davon ist ja auch
geprägt immer noch das Beamtenrecht über
die
remonstrationsmöglichkeit oder
vielleicht sogar die
remonstrationspflicht kannst du etwas
zum Thema Widerspruchsrecht
widerspruchspflichten im rechtlichen
Raum sagen als Baustein eines
Rechtsstaates ja ich glaube wir haben
darüber auch schon mal in einer Sendung
gesprochen aber ich kann das gerne noch
mal an dieser Stelle wiederholen weil es
ja hier zentral zum Thema gehört wir
gehen oft davon aus oder einzelne
Akteure des Staates vor allem gehen
davon aus dass Beamte stets und ständig
staatstreu zu sein hätten und nicht den
Hauch eines Zweifels an dem haben
dürften was ihnen da an Befehl und
Direktive vorgegeben wird das ist aber
ganz im Gegenteil der Fall tatsächlich
liegt es in dem Beamtentum dass der
jenige der nun beauftragt ist
irgendetwas umzusetzen selbst
mitzudenken hat also das Gehirn ist
nicht auszuschalten sondern es ist
mitzudenken wenn ich es mal etwas
flapsig sagen darf niemand hat das Recht
zu gehorchen Hanna Arend genau jeder hat
die Pflicht mitzudenken und zu prüfen
was ihm da an Direktive auferlegt wird
und wenn eben erkennbar ist dass es ganz
eindeutig rechtswidrig ist auch schon
wenn der Anschein entsteht dass es
rechtswi sein könnte dann darf es im
Zweifel nicht gemacht werden mhm das
heißt der Beamte ist eben nicht das
Exekutivorgan einer Regierung er ist
nicht Diener des Staates sondern er ist
Diener des Volkes das heißt er ist einer
höheren Autorität verpflichtet denn alle
Staatsgewalt geht ja vom Volk aus wenn
ich das mal so naiv formulieren darf ja
das bringt mich vielleicht rechtlich
auch noch mal zu ein ganz kleinen Exkurs
für alle diejenigen die jetzt hier
spitzfendig sind und sagen wir sprechen
immer nur vom Widerspruch und nicht vom
Einspruch da gibt es ja diese klein für
mich tatsächlich am Ende des Tages
völlig unbedeutende aber rechtlich doch
formal bedeutsame Unterscheidung
zwischen Einspruch und Widerspruch ein
Einspruch beispielsweise legt man gegen
den Steuerbescheid oder gegen einen
Bußgeldbescheid oder auch gegen einen
Strafbefehl ein ein Widerspruch dagegen
erhebt man gegen behördliche
Entscheidungen insbesondere auch wenn
zivilrechtliche Forderungen gegen ein
geltend gemacht werden jemand glaubt
dass eine Geldforderung noch zu bekommen
sei und macht diese durch den
Mahnbescheid gelten dann würde man einen
Widerspruch erheben das sind aber so
kleine Spitzfindigkeiten letzten Endes
möchte ich das umgangssprachlich damit
übersetzen dass ich dem was daagegen
mich behauptet wird einen Einwand
entgegenstelle und sage damit bin ich
nicht einverstanden damit sind einzelne
Aspekte nicht beachtet worden und die
bringe ich jetzt in meiner Begründung
ich bin also nicht einverstanden ich
erhebe einen Einwand wä vielleicht für
mich der
Oberbegriff aktuell scheint die
Regierung ja eher der Pflanze der Mimose
zu ähneln die bei der kleinsten
Berührung oder dem Hauch von Kritik sehr
empfindlich reagiert Mimose in Hinblick
auf die eigene Empfindlichkeit robust
gegenüber den Leuten die diesen
Widerspruch äußern ich habe das mal
versucht zusammenzufassen wie die
Regierung momentan mit Widerspruch
umgeht also sie nutzt durchaus die
Möglichkeiten einer Zensur das heißt
einer Limitierung der Reichweite von
Sprechern Verbote von Presseorganen
haben sich inzwischen auch ereignet
Einschüchterung von Gegnergruppen
gruppendynamische
gesinnungsharmonisierungen finden statt
indem man die Schweigespirale von nöle
Neumann bemüht also indem die Menschen
sich nur noch trauen das zu sagen von
dem sie denken dass alle anderen
dasselbe denken da gibt es einige
Möglichkeiten den Widerspruch als Motor
der politischen sachklärung und
Willensbildung stillzustellen um eine
bestimmte Agenda zu realisieren das
finde ich ganz schön bedenklich
weiterhin ist mir aufgefallen dass es
den herrschenden relativ gleichg ist
dass ihre Argumente sehr widersprüchlich
sind also ich habe am Anfang ja einige
Beispiele genannt ob das jetzt Migration
Klima Gesundheitspolitik oder auch der
Kampf für die Demokratie ist dass man so
durchaus mit robusten undemokratischen
oder rechtlich fragwürdigen Mitteln die
Demokratie verteidigen möchte das klingt
für mich erstmal nach einem Widerspruch
das ist der macht aber egal s dass wir
zu einer Formulierung kommen die Burck
hat Müller Ulrich geprägt hat die
Operationalisierung von Widersprüchen
das heißt die Widersprüche sind ein
Hindernis für den der versucht zu klären
was es damit auf sich hat sind aber kein
Hindernis mit glatter macht
durchzuregieren und den anderen damit zu
verwirren die Macht scheitert nicht an
Widersprüchen und ich habe das mal
versucht in ein paar Varianten eines
Satzes durchzuspielen um zu zeigen wie
gleichgültig inzwischen dieser
widerspruchsaspekt geworden ist also die
Politik hat sich gewissermaßen
emanzipiert davon durch Begründungen die
widerspruchsfrei sind ihre Maßnahmen zu
legitimieren das beginnt mit dem Satz
die Corona Maßnahmen sind richtig auch
wenn unsere Begründungen widersprüchlich
sind wir hatten da einiges in der Zeit
wo man gesagt hat ja das ist zwar
widersprüchlich aber es gilt halt
trotzdem weil wir es sagen denn die
Begründung und jetzt kehrt sich das
ganze um scheinen zu gelten weil die
Maßnahmen richtig und notwendig sind das
heißt es verkehrt sich das Verhältnis
zwischen Begründung und Maßnahme nicht
mehr die Begründung legitimiert die
Maßnahme sondern die Notwendigkeit der
Maßnahme setzt die Begründung ins rechte
Licht da ist man dann bei den
faktencheckern die dann einfach sagen ja
das stimmt auch alles weil die Maßnahmen
sind ja unbedingt erforderlich es geht
noch weiter vielleicht war es ein Fehler
die notwendigen und richtigen Maßnahmen
überhaupt zu begründen das hat so noch
keiner gesagt aber es klingt doch so ein
bisschen an weil die Politik inzwischen
das begründen fast ein bisschen
aufgegeben hat und nur noch in
Ankündigung von Maßnahmen sich ergeht
und damit den diskursraum gar nicht mehr
bemüht als solchen überhaupt akzeptiert
und damit ein wichtiges Prinzip von dem
du gerade gesprochen hast unterschreitet
nämlich dass eigentlich eine Regierung
dem Rechenschaft schuldet über das was
es tut und deshalb auch Begründungen
schuldet und weil du gerade die
faktenchecker angesprochen hast ist
natürlich auch ein ganz interessantes
Moment bei dieser ganzen Geschichte wir
haben also sowas wie faktenchecker in
Anführungszeichen die den Anspruch
erheben die Fakten zu checken und der
Allgemeinheit sagen zu können was
tatsächlich wirklich geschah was
tatsächlich wirklich richtig ist das
heißt da wird der Anspruch erhoben eine
Wahrheit erforschen zu können Sie dann
auch zu verkünden dann wird irgend was
als Wahrheit präsentiert und kurze Zeit
später merkt man dann dass das überhaupt
nicht der Wahrheit entspricht sondern
dass die faktenchecker etwas behaupten
als wah was tatsächlich gar nicht wahr
ist sondern allein das wird nur
behauptet um ein Regierungshandeln durch
einen angeblichen Faktencheck mit einem
Qualitätssiegel versehen zu können das
verwirrt die Öffentlichkeit natürlich
noch weiter weil die inzwischen erkannt
hat dass das gar nicht stimmt ich könnte
als Beispiel jetzt dieses angebliche
Treffen in Potzdam heranziehen das uns
vor einigen Monaten erschüttert hat oder
nicht erschüttert hat weil man ja
eigentlich recht schnell wusste dass das
was da angeblich behauptet wurde bei
diesem Treffen gar nicht passiert ist
aber es hat eben doch zu einer gehörigen
Verwirrung geführt und Menschen auf die
Straße geführt die dann in Verkennung
der tatsächlichen Lage glaubten dass das
was die faktenchecker ihnen berichtet
haben in dem Fall war es Korrektiv das
dann absurterweise auch noch einen
Journalistenpreis dafür bekommen hat
also absurter geht's gar nicht mehr da
wird die Unwahrheit ausgezeichnet dass
das eben der Wahrheit entsprochen habe
aber tatsächlich wusste man das war gar
nicht so das alles führt zu einem
kompletten
verwirrungszustand und fordert weiteren
Widerspruch heraus der dann als bald
eigentlich umgehend sofort wieder als
nicht berechtigt abgetan wird von den
Regierenden die dann sagen na ja dieser
Widerspruch der geht ja nun gar nicht
weil wir haben durch faktenchecker einen
qualitätsbeleg dass das alles genauso
gestimmt hat also die Verwirrung ist
glaube ich und das ist das was Burgard
müorich mit seinem Wort meinte ist Teil
des politischen Spiels geworden wir
blicken nicht mehr durch das sollen wir
auch nicht denn dann wird das alles viel
zu kompliziert und die die an der Macht
sind können noch ungehinderter tun was
sie ohnehin tun wollen damit wird ein
Prinzip der Moderne preis gegeben
nämlich dass eine Äußerung dann gilt
wenn sie wohl begründet ist unabhängig
davon wer sie äußert in diesem Moment
wird nicht mehr die Begründung zum
Ausgangspunkt der Geltung gewählt
sondern die sprecherposition aus der der
Aussage heraus begründet wird das heißt
ob es der Papst sagt der Priester von
der Kanzel oder der faktenchecker das
sind die legitimierungs und
ausweisinstanzen für die Geltung einer
Aussage die dann auch nicht mehr in
Frage gestellt werden die Maßnahmen
dürfen niemals in Frage gestellt werden
das mündet dann den Ansatz den ich jetzt
als letzte Variante noch mal den
spitzfindigen Hörern zum Fras vorwerfen
möchte nämlich die Maßnahmen sind
richtig weil die Begründungen
widersprüchlich sind credo quia absurdum
S ich glaube es weil es absurd ist damit
sind wir in dem Bereich der Theologie
des Kultes und des Mythos vorgedrungen
und haben dem Bereich des gepflegten
Diskurses des argumentativen Austausches
der Dialektik der politischen
bildensbildung damit weit verlassen ich
finde das ist ein Armutszeugnis für eine
gegenwärtige Politik mhm also das glaube
ich tatsächlich dass wir diesen Raum des
gepflegten Diskurses schon längst
verlassen haben und umso wichtiger
scheint es mir dass wir beide heute dem
wie sprechen als wichtigen Aspekt eines
gepflegten Diskurses ja eine Bedeutung
wieder zurückgegeben haben ich hoffe das
ist uns gelungen und die Hörer haben
gesehen dass es natürlich kein Freibrief
für die Unwahrheit ist das Bemühen um
Wahrheit daran muss es uns unbedingt
weiter gelegen sein aber es geht eben
darum den Widerspruch als solchen
zuzulassen ja nicht nur ihn zuzulassen
sonder ihn zu fordern ihn zu wünschen
weil er die Debatte belebt und am Ende
zu einem besseren höheren fürührt zu
einem Erkenntnisgewinn an dem uns alle
gelegen sein muss und dann klingt auch
der
montennesatz es mag sein dass ich mir
widerspreche der Wahrheit widerspreche
ich nicht nicht als die Einladung dazu
die Unwahrheit zu sagen und permanent in
Widersprüche sich zu verstricken sondern
als Ausdruck einer skeptischen Demut in
Hinblick auf die Widersprüchlichkeit
unserer Existenz die die Verpflichtung
zur sachklärung im Namen der Wahrheit
gerade nicht preis gibt sondern
einfordert dem möchte ich ausdrücklich
nicht
widersprechen mehr kann ich heute glaube
ich nicht erreichen sie hörten
philosophieren im kontrafunk heute mit
dem Thema wiedersprechen am Mikrofon
waren Alexander Christ und Matthias
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