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zuhören unter dem Hammer von else
u zum ersten zum zweiten und zum
dritten dröhnend flog der schwere
Eisenhammer des Gerichtsvollziehers auf
den Tisch wieder wanderte ein Stück der
lieben alten Möbel die zum Teil noch vom
Großvater her stammten in fremde
Hände mit brennenden Augen schaute der
zwölfjährige Erwin auf die Menschenmenge
die sich auf dem Gutshof angesammelt
hatte
sein schlanker Körper bebte vor
verhaltenem Schluchzen fest hielt er
beide Arme um Putti das zierliche kleine
Pony seinen treuesten Freund
geschlungen und als ob Putty den tiefen
Schmerz seines jungen Herrn Verstände
blickte er ihm mit klugen traurigen
Augen an und rieb mitleidig die braune
Stirn mit dem weißen Fleck an Erwins
Brust wir müssen uns zusammennehmen
Putti flüsterte der Knabe seinem Pony
ins Ohr wir dürfen es Vater nicht noch
schwerer machen sieh nur wie elend und
gebeugt er aussieht und jetzt er fährt
sich mit der Hand über die Augen Putti
ich glaube gar der Vater weint seit
Mutters Tod vor vielen Jahren hatte
Erwin seinen Vater nicht mehr weinen
sehen das Herz des durch Unglück früh
gereiften Knaben krampfte sich zusammen
als er den leeren trostlosen Blick
gewarrte mit dem der sonst so starke
Vater einstück nach dem anderen seiner
habe in alle vier Winde wandern sah die
bösen bösen Menschen murmelte Erwin sie
nur Putti jetzt nehmen Sie die alte
Standuhr vom Großvater auf die Vater so
stolz gewesen und nun sein Atem stockte
Mutters brautbild das große Ölgemälde
nein das dürft ihr nicht nehmen schrie
er außer sich und stürzte zum
versteigerungstisch
aber rohe Hände schoben den schmächtigen
Knaben zurück und eine barsche Stimme
sagte Marsch hier hast du nichts mehr zu
suchen da schlich sich Erwin wieder auf
die Seite zu seinem Pony und mit
ohmächtig geballten Fäusten schaute er
zu wie ein Bäuerlein den dick gespickten
Beutel zog und fünf blanke talerstücke
für die alte standu auf den Tisch zählte
während ein Trödler das große brautbild
der verstorben Mutter auf seinen
armseligen Karren lut dich dürfen sie
nicht nehmen Putti nicht wahr du gehst
mit mir flüsterte der Knabe verzweifelt
Putti spitzte die Ohren und wierte
hell da stand der Vater hinter
Erwin nun musst du deinem Pony lebe wohl
sagen mein Junge sprach er mit
stockender Stimme du kannst die nicht
behalten es hilft nichts er muss
mitverkauft werden und Erwin der noch
ebenso trotzig aufbegehrt bis tapfer die
Zähne zusammen als er das müde
graubleiche Gesicht des Vaters sah und
neigte sich zu seinem Pony herab zum
letzten Male streichelte er puttis
glänzendes
Fell ich kaufe dich bestimmt zurück mein
Liebling sprach er mit tränenerstickter
Stimme dann kam ein KNE
nahm Putti an den Zügel und führte ihn
vor komm
Erwin sprach der Vater weich der seinem
Sohn den Schmerz sein Pferdchen in
fremden Händen zu sehen ersparen wollte
komm mein Junge wir wollen gehen aber
Erwin rührte sich nicht von der Stelle
mit starren blicken sah er das fremde
Menschen Putti befühlten und
begutachteten wie jämmerlich das kleine
Pony zu ihm zurückblickte
und dann Erwin zuckte J zusammen der
unbarmherzige Hammer fiel dreimal
dröhnend auf den Tisch Putti war
verkauft ein dicker schlechtermeister
spannte ihn zu seinem Grauschimmel vor
den Wagen die Peitsche knallte und
rasselnd fuhr er davon zur
Stadt der Vater aber nahm Erwin an die
Hand und ging noch einmal mit ihm durch
das leere Haus und über die heimatliche
Scholle glückliche Jahre hatte er hier
verlebt er hatte gearbeitet und sich
geplagt vom frühen Morgen bis zum späten
Abend aber unredliche Beamte denen er zu
viel Vertrauen geschenkt hatten ihn um
die Frucht seiner Arbeit gebracht der
Ertrag seiner Felder war in die Tasche
seines unehrlichen Inspektors gewandert
und heute musste er als Bettler für
immer der Heimat den Rücken
kehren langsam und stumm Schritten Vater
und Sohn die graue Landstraße entlang in
die ungewisse Zukunft hinein keiner von
ihnen sah sich mehr um
Erwin aber erblickte in der Ferne vor
sich eine dichte Staubwolke das musste
Putti sein und wieder ballte der Knabe
seine kleinen
Hände ich kaufe dich zurück Putti stieß
er leidenschaftlich zwischen den Zähnen
hervor und dann war die Staubwolke
plötzlich seinen Blicken
entschwunden 20 Jahre sind seit jenem
Tage vergangen längst hat Erwin sein
Versprechen dass damals dem kleinen Pony
gegeben in dem wilden Kampf ums tägliche
Brot vergessen der Vater konnte den
schweren Schlag nicht verwinden er starb
nach einigen Wochen und ließ Erwin
Heimat und mittellos zurück der einst so
verwöhnte Knabe musste eine Stelle als
Laufbursche annehmen aber bald wurde der
Herr des Geschäftes auf den klugen und
fleißigen Jungen aufmerksam er nahm ihn
ins Kontor und nun stieg Erwin von Stufe
zu Stufe und heute war Erel der reiche
Besitzer jenes
Handelshauses er hatte die Tochter
seines ehemaligen Herrn geheiratet und
sein kleiner Sohn Hans Riss verwundert
die blauen Augen auf wenn der Vater ihm
erzählte wie er einst beim Großvater
Düten geklebt und Öfen geheizt habe auch
heute musste der Vater seinem Söhnchen
beim täglichen Spaziergange wieder von
vergangenen Zeiten
erzählen plötzlich aber machte sich Hans
von des Vaters
Handl arell ein Karussell jubelte er
lieber Vater ach bitte lass mich doch
einmal
herumreiten und der Vater gab seine
Einwilligung
hi war das eine Lust bei fröhlicher
Musik ging es jauchzend im Kreise herum
ein altes steifbeiniges Pferdchen zog
das Karussell hier Hans hast du Zucker
sagte der Vater lächelnd und hob den
kleinen wieder herab gib ihn dem
Pferdchen zum Dank für seine Mühe Hans
nahm den Zucker doch als das Pony
schnuppernd seine Hand berührte zog er
dieselbe ängstlich wieder zurück
Hasenfuß lachte der Vater nahm den
Zucker und hielt ihn selbst dem Pony hin
aber siehe da das Pferdchen schnupperte
nahm den Zucker nicht stieß ein helles
freudengewehr aus und rieb den braunen
Kopf zärtlich an Erwins Arm da wurde
dieser aufmerksam er stutzte er strich
dem Pferdchen die braune ponymähne
zurück ein weißer Fleck zeichnete sich
auf der dunklen Stirn ab
ach was machte der kleine Hans für große
Augen als der Vater freudig Putti rief
und das treue Pony das den feinen
einstigen Herrn erkannt hatte wieder
laut zu wiren
begann ich kauf dich zurück Putti sprach
er wie vor sich hin ja was der Knabe
einst versprochen wird der Mann
erfüllen und zu hänzchens Jubel führte
man das alte Pony der auf dem linken
Hinterfuß lahmte zu der schönen Villa
vor der Stadt die sie
bewohnten unterwegs aber erzählte Erwin
seinem kleinen von dem furchtbaren Tage
an dem er und sein Vater von Haus und
Hof mussten wie man ihnen alle Sachen
die große Standuhr des Großvaters das
brautbild der Mutter und zuletzt auch
Putti sein liebes Pony unter dem Hammer
verkauft habe Hans lauschte mit heißen
Backen der Erzählung des
Vaters draußen auf der sonnigen Wiese
hinter dem Garten ließ man Putti das
schöne frische Gras abfressen und
hänzchen saß dabei und schaute Putti
nachdenklich zu er dachte an die
traurige Geschichte die der Vater ihm
heute erzählt hatte da fielen ihm mit
einem Male die Augen zu und plzlich sah
er wie Putti das fette Gras stehen ließ
zu ihm herübergehumpelt kam tief
aufseufzte und zu sprechen
anhub ja ja das war ein böser Tag damals
hänzchen als dein Vater und ich Abschied
voneinander nehmen mussten als der Dicke
Schechter mich mit hü und Hot von dem
schönen Gutshof in die Stadt trieb ach
und der Grauschimmel mit dem ich
zusammengespannt wurde war ganz und gar
keine passende Gesellschaft für mich ich
ich war nur an vornehme Reitpferde
gewöhnt um ungebildete Acker und
Zugpferde hatte ich mich nie gekümmert
jetzt musste ich kleines Pony jeden
Morgen den schweren schlechterwagen
ziehen und das Fleisch zu den Kunden
hinfahren ach wenn das mein Freund Erwin
wüsste habe ich da manch liebes mal
geseufzt an einem grauen Novembermorgen
war es dichter Nebel verhüllte alles auf
den Straßen da hielt ich an einem großen
Torweg der schlechter Geselle lieferte
im Hause das Fleisch ab der Wagen stand
unbewacht plötzlich hörte ich im Torweg
ein leises Flüstern ich spitzte meine
Ohren ach Karl tu es nicht um Himmels
willen tu es nicht es ist eine Sünde das
war die flehendliche Stimme eines
kleinen Mädchens und dann eine
Knabenstimme ach was Sünde Sünde ist es
die Mutter fast verhungern zu sehen der
Arzt sagt sie muss kräftiges Fleisch
essen kaufen können wir keins da muss
ich es eben stehlen ich schrak zusammen
stehlen wollte der böse junge gib Acht
anchen dass keiner kommt hörte ich ihn
aufgeregt flüstern es ist ja so neblig
es sieht mich keiner doch Gott sieht
dich schluchzte die kleine tu es nicht
gute Menschen werden helfen aber schon
sah ich wie ein zerlumpter Junge aus dem
Torweg heraussprang und ein Z D an einem
Wagen emporklettern wollte das konnte
ich nicht mit ansehen nein der Junge
sollte nicht zum Dieb werden ich machte
einen wilden Sprung und riss den Wagen
zur Seite dass ein Rad zerbrach der
herzueilende schlechtergeselle ließ roh
die Peitsche um meine Ohren sausen ich
aber fühlte die Hiebe nicht hatte ich
doch das frohe Bewusstsein einen
Menschen vor einer bösen Tat bewahrt zu
haben bald danach kam ich fort ein
zirkusbesitzer der bei meinem Herrn
kaufte fand mich so schön dass er mich
für seinen Zirkus erwarb ja freilich das
war ein anderes Leben blitzblank wurde
ich jetzt gehalten rote Tücher mit
goldenen Fransen schmückten mich und
schö geputzte Kinder jubelten im
Zuschauerraum wenn ich abends bei
Lichterglanz in die Reitbahn trabte auf
meinem Rücken stand in kurzem
flitterkleidchen litzi die kleinste
Reiterin der Welt warf lachend
Kusshändchen in das Publikum und machte
graziös ihre Kunst Stücke ach die
Beifall klatschenden Kinder wussten ja
nicht wie sehr die kleineen litzi jeden
Vormittag bei den Proben gequält wurde
wie unbarmherzig der Direktor seine
Reitpeitsche auf die nackten Schultern
und Ärmchen der bitterlich weinenden
kleinen herabsausen ließ ich aber wusste
es und ich sah auch wie der lustige
Clown der immer neue lachstürme durch
seine drolligen Späße hervorrief zum
Gaudium des Publikums auf den Händen aus
der Bahn lief und einen schnellen ver
ten Blick hinter den kleinen Raum warf
indem sein Weib schwerfiebernd daneder
lag ich konnte dieses glänzende Elend
dass ich hinter dem funkelnden
flittertang verbarg nicht lange mit
ansehen denn ich habe ein weiches Gemüt
ich magerte zusehens ab und schließlich
verkaufte man mich an einen Trupp
Kollegen als lastier in die Berge h
jetzt kam eine böse Zeit jeden Morgen
schnallte mir mein neuer Herr ein
15-Jähriger barfüßiger junge einen
schweren Holzbügel um daran hing er
große flache Körbe die waren mit
flebensmitteln gefüllt und dann trieb er
mich die steinigen Pfade zu den
unterkunftssüttenend roboben auf den
Berg empor ach da habe ich gar oft
geächzt und gestöhnt wenn der Aufstieg
gar so steil ging aber das schlimmste
war wenn ich als Reittier vermietet
wurde und die dicken Herren und Damen
zur Höhe schleppen musste denen das
Steigen zu beschwerlich war daher habe
ich wohl auch meine Kurzatmigkeit
zurückbehalten manch schönes aber habe
ich auf meinen Wanderungen geschaut
weite blühende Täler mit lustigen
Dörfchen silberhellen Bächlein
fruchtbaren Feldern und rauschenden
Waldungen und viele frohe singende
Menschen habe ich durch die schöne
gottesnatur wandern sehen und denke nur
hänzchen eines Tages Band mich mein
herer an eine Dorfschenke draußen an das
Fensterkreuz fest und als ich in die
Wirtsstube lugte W sah ich da die alte
Standuhr von deinem Großvater die damals
mit mir zusammen unter den Hammer
gekommen ich hatte sie gleich an ihrem
schwermütigen Klange erkannt sie sah
recht heruntergekommen aus die würdige
alte Dame sie war viel in der Welt
herumgestoßen worden doch gerade als sie
mir ihre Erlebnisse erzählen wollte
wurde ich losgemacht und mein Herr trieb
mich davon da hatte die
Wiedersehensfreude ein schnelles Ende
und noch jemand aus meiner ersten
Jugendzeit auf dem Gutshof deines
Großvaters traf ich viele Jahre später
als ich betagtes abgetriebenes Pony
schließlich nur noch gut dazu war einen
lumpenkarren zu ziehen Alters schwach
und hässlich war ich inzwischen geworden
aber ich fühlte mich doch in ständiger
Gesellschaft von Lumpen nicht wohl
trotzdem viele von ihnen gar vornehme
Abkunft waren eines Tages hielt ich vor
dem Keller eines Trödlers wo man
schmutziges Papier auf meinen Karren lud
und plötzlich erblickte ich durch die
Türspalte in einer kellernische ein
bekanntes Bild ein großes Ölgemälde ich
zerbrach mir den Kopf wo ich dasselbe
schon einmal gesehen schließlich fand
ich es es war das brautbild deiner
Großmutter hänzchen das damals mit mir
zusammen versteigert wurde ich wollte
mich gern bemerkbar machen aber es
schien mit dem zunehmenden Alter
schwerhörig geworden zu sein es verstand
mich nicht so laut ich auch schrie ich
aber wurde durch das alte Bild wieder an
meine einstige Jugendzeit erinnert und
ich begann mich meiner unwürdigen
Beschäftigung zu schämen in der Nacht
lief ich meinem Herrn davon irrte viele
Tage auf Wiesen und Felder umher und
schließlich fand mich eine herumziehende
Truppe die spannte mich vor ihr
Karussell da musste ich alter Lama Gaul
bei lustiger Musik unaufhörlichem Kreise
herumtraben das mir ganz schwindlig
davon im Kopf wurde und das übrige weißt
du hänzchen ach ich habe es nicht
gehofft dass mir noch einmal solch ein
glücklicher Lebensabend beschieden sein
würde Putty verstummte und hänzchen rieb
sich verschlafen die Augen dann aber
sprang er empor klopfte zärtlich putis
Hals und eilte spornstreichs zum
Vater Vater schrie er von weitem denke
dir Putti hat mir eben seine
Lebensgeschichte erzählt ach was hat er
alles erlebt und die alte standu und das
brautbild deiner Mutter hat er auch
gesehen und junge unterbrach ihn der
Vater lachend und strich dem kleinen die
blonden Haare aus der heißen Stern junge
Hans du hast geträumt am hellen lichten
Nachmittag bist du eingeschlafen solch
ein kleiner
Faulpelz Hans aber schüttelte den Kopf
er wusste was er wusste Putty selbst
hatte ihm ganz bestimmt seine Geschichte
erzählt eifrig späte der kleine von nun
an in jede Dorfschenke und in jeden
trödelkeller aber die alte Standuhr und
Großmutters brautbild das einst mit
Putti unter den Hammer gekommen hat er
niemals entdeckt und Putti
verriet nichts
[Musik]
mehr danke fürs zuhören wenn dir das
Märchen gefallen hat und du noch nicht
schläfst würde ich mich über einen
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freuen und falls du noch nicht schlafen
kannst findest du hier ein weiteres
Märchen bis bald