Was ist das alles wirklich? | EINE KLEINE GESCHICHTE DER PHILOSOPHIE
04.11.2024
Hallo und herzlich willkommen bei unserem Kurs
Eine kleine Geschichte der Philosophie.
Ein Kurs, bei dem wir eine Reise machen werden.
Eine Reise durch mehrere Jahrhunderte und über mehrere Kontinente hinweg,
wo wir zahlreiche Philosophen kennenlernen werden,
die durch ihr Leben, aber vor allem natürlich durch ihre Schriften,
einen großen Einfluss hatten auf die Entwicklung der Geistesgeschichte,
der Kultur und der Gesellschaft.
Ja, das sind so namhafte Philosophen wie Sokrates,
Platon, Aristoteles, Thomas von Aquin, René Descartes,
Thomas Hobbes, John Locke oder natürlich Immanuel Kant,
David Hume bis hin zu Arthur Schopenhauer, Friedrich Nietzsche,
John Rawls oder Karl Raimund Popper.
Und diese Philosophen werden wir kennenlernen,
ihre Gedanken werden wir kennenlernen
und wir werden eben eine Zeitreise machen von den antiken Griechen und den Römern
über die Theologen des Mittelalters bis hin zu den Philosophen der Aufklärung
und des 19. und 20. Jahrhunderts und werden versuchen,
die wichtigsten Gedanken in ihrer logischen Folge auch darzustellen.
Einige Vorbemerkungen muss ich machen.
Es ist natürlich eine kleine Geschichte der Philosophie.
Das ist eine sehr beschränkte Auswahl in diesen neun bis zwölf Stunden.
Vieles fehlt natürlich.
Wir haben uns konzentriert auf das, was den größten Einfluss hatte.
Es ist vielleicht ein klassischer Kanon,
aber natürlich auch ein rudimentärer Bildungskanon.
Es ist ein westlicher Fokus, den wir hier vornehmen.
Man kann uns da ruhig Eurozentrismus vorwerfen.
Das ist eben auch der Kürze und der Knappheit der Zeit geschuldet.
Die interkulturelle Perspektive muss dann auch ergänzt werden.
Das ist überhaupt natürlich eine spannende Geschichte des intellektuellen Austauschs
und der Berührung der Kulturen.
Also die interkulturelle Philosophie wäre dann ein Thema für einen weiteren Kurs.
Größtenteils sind es auch Männer, sehr, sehr größtenteils.
Und zwar erst ab dem 20. Jahrhundert werden wir dann die ersten Philosophinnen treffen.
Ja, und obwohl es eine Geschichte ist, also wir chronologisch auch vorgehen werden,
haben wir auch einen thematischen Aufbau.
Das heißt, wir werden die Fragen thematisch angehen.
Zum Beispiel, was ist das alles wirklich?
Wie sollen wir leben? Was soll man tun?
Was können wir wissen und erkennen?
Welches Gemeinwesen ist das beste und das gerechteste?
Das heißt, die Grundfragen der Philosophie, ihre Disziplinen,
also zum Beispiel die Metaphysik und Ontologie oder die Ethik oder die Erkenntnistheorie,
die Staatstheorie und viele weitere.
Da wird es auch immer wieder Querverbindungen geben und Verweise auf die einzelnen Lektionen
und auch Möglichkeiten, das Ganze zu vertiefen und auch weiterzuführen,
vor allem dann in den Live-Lektionen, zu denen ihr herzlich eingeladen seid,
über das Erweiterungspaket.
Da gibt es dann drei weitere vertiefende Lektionen.
Ich gebe euch eine kleine Übersicht jetzt am Anfang des ersten Kurses,
eine Übersicht über die nächsten neun Lektionen.
Wir werden zuerst ins antike Griechenland reisen und uns fragen, was ist das alles wirklich?
Und dort die Vorsokratiker kennenlernen, Platon und Aristoteles.
Dann werden wir uns fragen, wie soll man leben? Was ist das gute Leben?
Da werden wir weiterhin uns um die Gedanken von Sokrates, Platon, Aristoteles kümmern,
aber auch Epikur und der Stoa.
Wir fragen dann mit dem Mittelalter, was ist Gott?
Wie können wir ihn erkennen mit Thomas von Aquin, Meister Eckart, Nikolaus von Coues?
Und dann werden wir uns fragen, was kann ich überhaupt wissen?
René Descartes würde eine Rolle spielen, Spinoza, David Hume, Immanuel Kant.
Und wir fragen uns, wie sollen wir zusammenleben?
In welcher Gesellschaft sollen wir leben? Mit Thomas Hobbes, John Locke,
wieder Spinoza und Jean-Jacques Rousseau.
Im sechsten Kurs fragen wir uns nicht weniger als, was ist der Sinn des Lebens
mit dem deutschen Idealismus, Fichte, Schelling, Hegel,
aber auch weiter mit Schopenhauer, Nietzsche und Kierkegaard, den Denkern des 19. Jahrhunderts.
Und wir fragen wieder, wie sollen wir leben? Wie sollen wir handeln?
Was ist das moralisch Gute mit David Hume, mit Immanuel Kant, aber auch mit Nietzsche?
Und wir fragen uns, können wir das Leben überhaupt verstehen mit solchen Denkern wie Martin Heidegger,
den Existenzialisten Hans-Georg Gadamer, Adorno, Foucault oder Jürgen Habermas?
Und in der letzten, der neunten Lektion geht es um das Thema Freiheit.
Wie viel Freiheit brauchen wir? Und das fragen wir uns mit den Frühsozialisten,
den Anarchisten mit John Stuart Mill, Karl Marx, Karl Raimund Popper und John Rawls.
Aber kommen wir jetzt zu unserer ersten Lektion, gehen wir ins antike Griechenland,
gehen wir nach Kleinasien und fragen uns, was ist das alles wirklich?
Da setzt jetzt dieses Nachdenken über die Welt ein, die Welt als Ganzes und die Frage nach dem Urstoff
oder dem Urprinzip hinter den mannigfaltigen Erscheinungen oder darüber, über diesen Erscheinungen.
Was ist das Wesen der Dinge? Was ist das Wesen der Wirklichkeit?
Welche Kräfte und Gesetze wirken hier und was ist es, was die Welt im Innersten zusammenhält?
Das haben sich vor allem die Vorsokratiker gefragt, mit denen man gemeinhin die westliche Philosophie beginnen lässt.
Die lässt endlich Schluss machen mit dem mythischen Weltbild.
Die Mythen haben ja die Funktion, die Entstehung und Ordnung der Welt zu erklären,
das Wesen, das Menschen, die Sitten der Gemeinschaft verständlich zu machen
und anschaulich zu machen anhand von personalen Wesenheiten, von Göttern.
Aber die Vorsokratiker waren die Ersten, die das kritisiert haben, die das mythische Weltbild,
so dann um das 6. Jahrhundert vor Christus herum, kritisiert haben und zwar auch aus seinem Wissen heraus,
dass es mehr gibt, als die eigene Sichtweise ist, die eigene Kultur.
Handel und Austausch zwischen den Kulturen haben dazu geführt, dass das eigene nicht mehr so selbstverständlich war
und das dann das kritische Denken eingesetzt hat.
Was man gesehen hat, die Götter der Menschen, die sehen aus wie Menschen, die wirken wie Menschen, die handeln wie Menschen.
Ist das nicht komisch? Xenophanes hat dazu gesagt, naja, wenn die Pferde Götter hätten, dann sähen sie eben wie Pferde aus.
Und diese Vorstellung, dass die menschlichen Götter eben wie Menschen aussehen, nennt man Anthropomorphismus.
Da kann also doch irgendwas nicht stimmen.
Die Vorsokratiker waren dann die Ersten, die nach unpersönlichen Prinzipien gesucht haben.
Der Archä, nämlich dem Prinzip von allem, dem Urgrund oder auch dem Urgesetz.
Die haben, wie gesagt, gewirkt in Kleinasien, aber auch in Süditalien, im Zeitraum von etwa 600 bis 350 vor Christus.
Zum Beispiel Thales Familie. Der sagte, es ist das Wasser. Das Wasser ist der Urstoff von allem.
Daraus entsteht alles. Alles lebt durch das Wasser.
Der Kaiser meiner Seele soll.

