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Die Tour geht weiter im Norden Deutschlands - zweiter Halt meiner Reise mit der These zur importierten Gewalt & Kriminalität ist Rostock, genauer das linksalternative Viertel KTV der Hansestadt. Wie passend, dass sich "zufällig" zwei Wochen zuvor genau am Austragungsort ein brutaler Messerangriff ereignet hat - ich bin gespannt, was das junge Publikum dazu zu sagen hat!
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So Leute, meine Change My Mind Tour geht weiter.
Nach Hamburg stand nun die nächste Hansestadt auf dem Plan, nämlich Rostock.
Nachdem es im letzten Sommer so gut gelaufen ist und auch das Y-Kollektiv mich begleitet hatte,
die Dokumentation findet ihr übrigens auf deren Homepage, ist in der Videobeschreibung verlinkt.
In Rostock selbst habe ich mich in das Links-Alternative-Viertel KTV platziert
und sogar die regionalen Berichterstatter haben für meine Veranstaltung geworben.
Da sollte man meinen, dass Linke sich aufgefordert fühlen, anzutreten und jetzt mal Argumente sprechen zu lassen.
Pustekuchen.
Kein einziger kam zur offenen Debatteneinladung, aber einige Kanalfreunde haben mir einen Besuch abgestattet.
Vielen Dank auch für eure spontane Hilfsbereitschaft beim Auf- und Abbau.
Nur wenige Meter von meinem Standort entfernt hatte sich zwei Wochen zuvor eine blutige Messerattacke ereignet.
Die Täter, Klientel der üblichen Verdächtigen, das Schweigen der Linken darüber, genauso üblich und verdächtig.
Bennet ist der erste Mutige, der in die Diskussion ging, trotz klirrender Kälte.
Ich wünsche viel Erkenntnis mit diesem Austausch.
Ich darf mich erst mal vorstellen. Ich bin der Feroz.
Bennet.
Bennet?
Genau.
Freut mich, Bennet. Wir haben uns kurz eingangs unterhalten über die These an sich.
Das klang schon nach sehr viel Zugeständnis erst mal im ersten Schritt.
Was heißt Zugeständnis? Ich finde einfach, dass es sehr einfach ist zu sagen, dass das einer der Gründe ist.
Aber es steht eben so viel mehr dahinter.
Also es ist eben, wie gesagt, sehr einfach zu sagen, Migration hat Deutschland krimineller gemacht.
Aber es liegt auch einfach daran, dass mehr Leute in das Land gekommen sind.
Mehr Leute gleich mehr Kriminalität.
Dass die Integration nicht funktioniert.
Leute haben ewig keine Arbeitserlaubnis.
Leute werden in Auffangslagern erst mal...
Ganz kurz, Bennet, bevor wir darüber reden, über die Hintergründe, können wir gerne reden.
Hintergründe, Beweggründe, Erklärungen, Erklärungsansätze, sowas.
Erst mal möchte ich das an Erkenntnis festhalten.
Weil, was ich immer wieder in der Debatte beobachte, ist, dass man erst mal,
was du jetzt nicht gemacht hast, aber was viele machen, ist,
erst mal versucht zu bestreiten, dass es so ist.
Und wenn man merkt, ja, man kann diesen Wall nicht mehr halten,
dann schnell rüber geht zu den Erklärungsansätzen.
Ja, es ist so, aber es hat einen Hintergrund, es hat Erklärungsansätze und sowas.
Ich möchte erst mal glasklar hören.
An sich stimmt es, dass wir durch Zuwanderung Sicherheiten der Öffentlichkeit eingebüßt haben.
Und die Gewaltkriminalität haben wir uns zu einem gewissen Faktor auch importiert.
Und die ist gestiegen.
Ich würde ungern sagen, dass es nur daran liegt.
Nee, nicht nur daran.
Deswegen finde ich es auch wichtig, da zu differenzieren.
Nicht nur zu sagen, Migration hat zu mehr Kriminalität geführt,
sondern es sind eben viele Faktoren, die zu diesem Zeitpunkt zusammengeführt haben dazu,
dass es momentan eine höhere Kriminalität gibt.
Und das lässt sich ja auch nachweisen.
Es ist ja faktisch richtig, dass momentan mehr Gewaltstraftaten,
mehr Straftaten generell einfach stattfinden.
Du hast jetzt zum Beispiel gesagt, dass wenn wir uns generell eine Gruppe importieren,
dass wir importierend klingen, aber du weißt, dass wir Zuwanderung zulassen,
dass da natürlich auch ein gewisser Anteil dabei ist an Gewaltverbrechern.
Das ist ja selbstverständlich.
Das kann man ja dann nicht eliminieren in dem Fall.
Ich wäre sogar der Meinung, dass man das in Teilen sogar eliminieren kann,
indem man zum Beispiel im Vorfeld die Personalien kontrolliert
und die Identitäten überprüft.
Das findet ja schon mal nicht statt, meiner Meinung nach.
Es findet nicht statt.
Die deutschen Grenzen werden nicht gesichert.
Wir wissen nicht, wer im Land kommt.
Erst nachdem sie bestialische Straftaten begangen haben,
kommt raus, dass die mehrfach Identitäten hatten beispielsweise.
Also diesen Teil beispielsweise hätte man ja zum Beispiel verringern können
oder in irgendeiner Form eindämmen können.
Ja, definitiv.
Es ist ein Problem, aber es hängt ja so viel mehr damit zusammen,
als zu sagen, es ist blöd, dass es nicht funktioniert,
sondern teilweise fehlen da die Gelder
oder es fehlt die Infrastruktur, die erst gebaut werden muss.
Für Grenzkontrollen?
Genau.
Es ist definitiv ein Punkt, der angegangen werden muss,
dass es auch stattfindet.
Da muss auch Europa generell mehr an einem Strang ziehen,
weil es kann nun mal nicht sein, dass Polen sagt, sie machen die Grenzen dicht,
dass Österreich sagt, wir nehmen nur so und so viele Leute auf.
Das funktioniert eben nicht, weil dann eben liberaler denkende Länder
wie zum Beispiel Deutschland dazu bereit sind, mehr Leute aufzunehmen.
Und das führt dann auch zu mehr Problemen, auch in der Infrastruktur,
die einfach nicht dafür gemacht ist.
Und deswegen denke ich, dass es einfach ein viel größeres Problem ist,
als zu sagen, Deutschland ist krimineller geworden durch Ausländer.
Das ist evident.
Wenn wir uns die Zahlen anschauen, egal ob bezogen auf Nichtdeutsche
oder bezogen auf Asylzuwanderer, dann sind sie überrepräsentiert
in vielerlei Statistiken.
Beispielsweise Messerstraftäter.
Wir sitzen jetzt hier in der KTV.
Vor zwei Wochen gab es hier vorne eine Messerstecherei,
eine arabisch-migrantische Gruppe, zehn Männer,
die auf zwei Russen eingestochen haben.
Und Messerstraftaten generell werden in der Mehrheit
von Nichtdeutschen begangen.
Über 50 Prozent der Messerstraftäter in Deutschland
wird begangen von Leuten, die gar nicht deutsch sind.
Diesen Anteil könnten wir auf jeden Fall reduzieren.
Ich wüsste nicht, warum man das nicht definitiv
auf den Faktor Migration zurechnen könnte.
Oder sollte.
Man kann es eben nicht nur auf diesen Faktor Migration zurückführen,
weil es eben auch um mehr geht als nur die Migration.
Es sind eben auch die Umstände, die die Leute in den Situationen dazu bringen,
Straftaten zu verbringen.
Man kann nicht einfach sagen, derjenige ist Migrant
und hat deswegen eine Straftat begangen,
sondern derjenige ist halt Migrant, hat ein schweres Leben,
hat keine Arbeitserlaubnis, hat kein Dach über dem Kopf,
außer er ist in einer Flüchtlingsunterkunft.
Dann kommen wir jetzt mal zu den Hintergründen und Beweggründen.
Können wir gerne darüber reden.
Das sind einfach alles Faktoren, die dazu führen,
dass manche Leute sich dann gezwungen fühlen,
Straftaten zu begehen.
Darf ich fragen, eine grundsätzliche Frage,
bevor wir da wirklich einsteigen.
Hast du das jemals erwogen
oder machst du das auch im Kontext von Rechtsextremen,
Übergriffen von Straftaten, Straftaten von Rechtsextremen,
dass du da auch sagst, wir müssen deren Hintergrund beobachten,
wir müssen deren sozioökonomische Umstände berücksichtigen
und erst dann können wir vielleicht denjenigen in die Eigenverantwortung nehmen.
Hast du das auch schon mal gemacht?
Ja, definitiv.
Also natürlich, es ist ja nun mal einfach die Realität eines jeden Einzelnen,
was sie wahrnehmen.
Und man kann Leuten nicht vorwerfen, wie sie ihre Realität wahrnehmen,
sondern einfach, wenn sie Straftaten begehen,
haben sie eine Straftat begangen.
Und wo ist deren Eigenverantwortung vor allen Dingen?
Naja, die Eigenverantwortung ist auf jeden Fall da.
Wenn du eine Straftat begehst, dann hast du dafür auch,
nach welchem Strafrecht verurteilt zu werden.
Kannst du mir eingrenzen in Prozent von den Beweggründen,
wie viel Prozent nimmt Eigenverantwortung in deinen Augen ein,
wenn jemand hier als Migrant, sagen wir mal als Asylzuwanderer,
auf einen Menschen einsticht oder eine Gruppenvergewaltigung vollzieht?
Wie viel Prozent Eigenverantwortung von den 100 Prozent würdest du dem zurechnen?
Ja, ich glaube, das ist eine schwierige Frage, weil...
Näher als 50 Prozent? Da nähern wir uns an.
Näher, mehr als 50 Prozent oder weniger als 50 Prozent?
Ich würde mich da ungern auf einen Prozentsatz festlegen.
Ich würde grundsätzlich sagen, dass wir vor allen Dingen,
hauptsächlich sind wir selbst für unsere Taten verantwortlich.
Ich würde sagen, das, was du anführst, also definitiv mehr als 50 Prozent,
80 Prozent mindestens, alles auch du.
Wenn du einen Diebstahl begehst oder einen Raubüberfall,
dann würde ich als erstes dich anfragen.
Nicht fragen, ob du aus welchem Viertel kommst. Ja, 100 Prozent.
Deswegen, ich finde es so schwierig an dieser Diskussion, die wir führen,
dass es immer den Bezug auf Migranten haben muss,
weil das ist ja auf jeden anwendbar.
Es ist ja egal, ob derjenige jetzt Deutscher ist,
ob derjenige jetzt einfach Urlaub hier macht.
Sobald er eine Straftat begeht, hat er eine Straftat begangen.
Das hat nichts damit zu tun, wo er herkommt und was er...
Das bestreite ich. Ich darf das begründen.
Ich möchte ja differenzieren.
Also wenn du sagst, du willst am liebsten die Nationalität,
die Herkunft komplett isolieren oder gar nicht betrachten.
Ich möchte herausfinden, woran es liegt.
Und ich bin der Meinung, das ist ja eine Binsenweisheit,
dass es Ursachen hat. Alles hat Ursachen.
Es gibt nichts, was keine Ursachen hat.
Auch wenn jemand im Amok läuft
oder wenn ein Mann aus Eifersucht seine Frau ersticht
oder was auch immer. Alles hat Ursachen.
Ob es eine Rechtfertigung ist, ist nochmal eine andere Frage.
Ob es als Rechtfertigung oder als Schuldmindernd
herangezogen werden kann, ist nochmal eine andere Frage.
Um herauszufinden, ob es am Migrant liegt
oder nicht Migrant, also Migrationshintergrund liegt.
Ich würde sagen, mich interessiert der kulturelle Hintergrund.
Und wenn wir beispielsweise unterschiedliche Zuwanderergruppen
miteinander vergleichen.
Meine These bezieht sich hauptsächlich,
das ist der Elefant im Raum,
das bezieht sich auf muslimische Zuwanderer.
Zuwanderer aus dem muslimischen Raum.
Wenn wir die jetzt vergleichen mit Zuwanderern aus Vietnam.
Gerade hier im Osten gab es eine Welle in den letzten 30, 40 Jahren.
Ukraine jetzt aktuell oder Kosovo-Flüchtlinge.
Die sind allesamt übrigens mit Kriegshintergrund.
Warum erleben wir diese Untaten und diese Gewaltwelle
nicht seitens dieser Zuwanderergruppen?
Ja, das hat eben auch mit den kulturellen Hintergründen zu tun.
Also hat das was mit der Kultur zu tun?
Ja, auf jeden Fall. Das ist ja auch ein Teil der Realität dieser Menschen.
Also das ist ja definitiv etwas, was man mit einbeziehen muss.
Und es kann nun mal sein, dass bestimmte Kulturen
in einigen Sachen etwas toleranter sind als andere.
Auch toleranter gegenüber Gewalt.
Toleranz muss ja nicht immer gut sein.
Das hast du positiv ausgedrückt.
Ich würde sagen, die haben eine höhere Gewaltaffinität.
Ja.
Anderes Frauenbild.
Ja, das ist definitiv ein Teil der Kultur.
Ja, ist ein Faktor.
Das stimmt.
Das ist nur,
es ist halt schwierig,
das zu dem Grund zu machen.
Also das Problem an dieser Debatte ist meistens,
dass es daran endet,
dass es sehr schnell generalisiert wird.
Und es dann nicht nur noch um diese Leute geht,
die Straftaten vollbracht haben.
Aber du redest ja heute mit mir und ich differenziere ja schon.
Ja, ich weiß.
Aber es geht ja dann auch um zum Beispiel Leute,
die dir dann folgen.
Und vielleicht ein bisschen extremere Ansichten haben
als das, was du jetzt vermittelst.
Dann nur das raushören, was sie wollen.
Und diese Debatte wird eben sehr schnell als Werkzeug benutzt.
Ich verstehe die Angst.
Aber dann kann ich ja hier vielleicht eine Durchsage machen.
Ich bin stets für Differenzierung.
Ich bin dafür, die Leute zu differenzieren.
Und nicht natürlich auf dem Straßenbild
alle in demselben Topf zu bauen.
Das geht natürlich nicht.
Aber wir haben bestimmte Mittel zum Differenzieren.
Zum Beispiel haben wir BKA-Statistiken.
Die trennt die Spreu vom Weizen.
Also die zeigt auf, welche sind kriminell, welche nicht.
Und wenn wir die Situation haben,
dass du hier mit einem Messer stechen kannst
oder andere bedrohen kannst,
und trotzdem droht dir nicht mal eine Abschiebung,
obwohl du im Asylstatus bist,
dann haben wir eben nicht die Möglichkeit zu differenzieren.
Weil dann laufen die genauso frei rum
wie alle Leute, die sich hier vernünftig benehmen.
Meiner einer, der optisch vielleicht auch in das Bild passt.
Also genau das passiert ja nicht.
Das ist ja eher mein Punkt.
Dass wir eben nicht differenzieren.
Wir trennen nicht die Spreu vom Weizen.
Man kann ja zum einen nicht sagen,
dass die Leute frei rumlaufen.
Sie werden ja trotzdem, wenn sie eine Straftat begehen, verurteilt.
Und du weißt nicht, wie häufig
Bewährungsstrafen ausgemacht werden.
Ja, das passiert ja aber auch generell.
Das hat ja jetzt wieder nichts mit der Herkunft zu tun.
Das ist einfach ein generelles Problem.
Ich denke bloß, dass...
Zulassen in Justiz?
Ja, teils, auf jeden Fall.
Und ich...
Jetzt habe ich meinen Punkt verloren.
Darf ich nochmal daran fragen?
Wir haben unterschiedliches Recht,
je nachdem, ob du Staatsbürger bist oder nicht.
Und ich meine, das macht auch Sinn.
Weil derjenige, der ist hier nicht sozialisiert,
der ist zu uns zugewandert,
der ist in vielen Fällen,
insbesondere wenn er Asylzuwanderer ist,
ist er sowieso Bittsteller,
der ist im Diskredit zur Gesellschaft.
Wenn ausgerechnet so jemand,
dem wir eigentlich geholfen haben,
ja, angeblich haben wir ihm das Leben gerettet,
dadurch auffällt, dass er hier die Öffentlichkeit
in irgendeiner Form beeinträchtigt,
die Sicherheit, ja.
Menschen bedroht oder Menschen angreift.
Anderweitig negativ auffällt.
Ausgerechnet jemand, der sowieso Bittsteller ist,
bist du nicht der Meinung,
der sollte sofort nach dem ersten Delikt
im nächsten Fliegersitz abgeschoben werden?
Kommt sehr drauf aufs Herkunftsland an.
Weil ich finde, manche Leute schickt man einfach
in den sicheren Tod, wenn man sie zurückschickt.
Und das ist halt einfach
mit meiner Moral nicht vereinbar.
Das ist etwas, wo ich nicht hinterstehen kann.
Aber wir tragen das Risiko, ne?
Naja, wenn jemand in Deutschland eine Straftat begeht,
wird er nach deutschem Strafrecht verurteilt.
Das ist meine Meinung dazu.
Ich finde, dass wir eben
soweit sind zu sagen,
bei uns gibt es keine Todesstrafe.
Aber wenn man jemanden zurückschickt, dann...
Okay, sagen wir mal so, er ist nicht aus dem Kriegsgebiet,
dann würdest du safe sagen, zurückschieben.
Wenn das ein sicheres Herkunftsland ist.
Nordafrika zum Beispiel.
Maghreb-Staaten zum Beispiel.
Da machen die Urlaub.
Ja, es ist...
Ja, da machen die Urlaub.
Aber den Urlaub kannst du ja nicht vergleichen.
Dann bist du da in irgendeinem Urlaubsressort.
Aber sicher sind die Länder schon.
Von mir aus sind die wirtschaftlich
eher schlecht aufgestellt.
Aber sicher sind die schon.
Die droht keine Todesstrafe, die droht keinen Krieg.
Und selbst wenn...
Ich bin da auch nicht mehr bereit.
Wenn es doch so schlimm war, wo du hergekommen bist,
und diese Gesellschaft hat dir geholfen,
dann ist das Letzte, woran ich denke,
dass ich die Menschen hier in irgendeiner Form
bedrohe oder angreife,
dass ich denen noch auf die
Lastfalle,
deren Sicherheit beeinträchtige.
Das steht überhaupt nicht zur Debatte.
Das verstehe ich.
Das Problem ist bloß, wie diese Hilfe aussieht.
Also sehr viele dieser Leute fühlen sich ja von Anfang an
ausgegrenzt, ein bisschen herabgestuft.
Man kann ja mit unfassbar
vielen Leuten sprechen, die auch schon seit
Jahren oder Jahrzehnten hier
vielleicht auch schon in zweiter, dritter Generation
in Deutschland leben. Die haben trotzdem Angst
vor der Entwicklung, die momentan stattfindet.
Was meinst du damit? Welche Entwicklung?
Naja, momentan in Deutschland gibt es ja
politisch gesehen schon ein Rechtsrock.
Ja, ich finde schon,
dass es einfach generell normalisierter
geworden ist, über rechte Gedanken zu sprechen.
Und das ist halt auch
verständlich, weil es eben Probleme gibt,
die mit
Zuwanderung zu tun haben, unter anderem.
Ich finde aber
trotzdem erschreckend zu sehen,
wenn jemand sagt, der in dritter Generation hier in Deutschland
wohnt und einfach nur
studiert und
trotzdem dann erzählt, dass sie
Angst hat, unterwegs
zu sein, weil sie jeden Tag angepöbelt
wird. Da gibt es ja
aber auch mit einem rassistischen
Hintergrund angepöbelt wird.
Das ist das Problem, was ich an dieser Debatte
sehe. Dass es eben genau dieses
Verhalten
anfeuert.
Zum einen
wollte ich sagen, Rechtsruck
würde ich sogar sagen, gab es.
Aber ich würde es ein bisschen
differenzierter sehen. Es gab auch einen Linksruck.
Meiner Meinung nach hat sich die Gesellschaft polarisiert.
Die Ränder sind ein bisschen stärker geworden.
Darauf können wir uns einigen.
Was das andere anbelangt,
die Gefahr, dass du
in irgendeiner Form
Opfer einer Sexualstraftat wirst, als Frau,
in der Öffentlichkeit, oder mit
einem Messer bedroht wirst, ist, glaube ich, definitiv
viel höher, als dass du Opfer
eines rassistischen Angriffs,
sei es nun eine Pöbelei ist, wirst.
Also ich
weiß, dass das in unseren
Gefilden ein Meme ist, dass du
rausgehst und Angst hast vor Rechtspopulisten.
Du hast nicht Angst vor Rechtspopulisten, wenn du als Frau joggen gehst.
Wenn du als Frau joggen gehst, nicht.
Aber wenn du eben als Migrant oder
als Ausländer schaust...
Ich bin ja so. Ich bin seit zehn Jahren im Osten.
Ich habe die Erfahrung nicht gemacht.
Also seit neun Jahren im Osten.
Das ist ja dann
meine persönliche...
Fair enough.
Hundertprozentig.
Meiner Meinung nach
liegt es auch ein bisschen daran, was du erwartest
von den Leuten.
Das Gesetz der Anziehung.
Wenn du auf die Leute so zugehst, die hassen mich ja sowieso,
weil ich nicht weiß bin.
Dann vielleicht empfindest du
das dann auch so.
Okay, von mir aus. Kann man den Punkt anerkennen.
Nichtsdestotrotz wäre
das keine Rechtfertigung dafür,
in irgendeiner Form Straftaten zu begehen.
Insbesondere Gewaltverbrechen. Und eine Sache, um das
zu falsifizieren.
Diese Anfeindung und Ausgrenzung
und Diskriminierung, rassistische Diskriminierung,
die gab es auch vor 30, 40 Jahren,
haben auch die Vietnamesen hier erlebt.
Aber seitens Vietnamesen
haben wir hier komischerweise nicht diese
Ausschreitung und diese Gewaltwelle gehabt.
Warum? Guck mal, jetzt ist alles gleich.
Muslime versus
Zuwanderergruppe der Vietnamesen.
Die haben beide Kriegshintergrund. Die haben beide keine
guten Bedingungen. Ich glaube in den 90ern waren die
Verhältnisse in DDR noch bescheidener
als heute.
Die haben vielleicht auch geringere Bildung,
weil die vom Land kommen oder sonst was.
Die können die Sprache nicht.
Jetzt ist alles gleich. Nur die Kultur ist unterschiedlich
und das Verhalten ist unterschiedlich.
Meiner Meinung nach ist damit der Hauptfaktor
definitiv ausgemacht.
Also Kultur.
Was sagst du dazu?
Die Kultur hat auf jeden Fall einen großen Einfluss
darauf. Aber ich finde trotzdem, dass man nicht das Recht hat,
nur weil man die Kultur
eben als einen der Faktoren identifiziert hat,
dann zu sagen,
ist einfach alles...
Die haben generell einfach eine...
Man hat ja trotzdem dadurch
durch diesen Fakten
Vorurteile den Menschen gegenüber.
Wenn du von sich aus sagst,
Leute, die
muslimischen Glauben haben, haben von sich aus
eine höhere Affinität
für Gewalt, dann ist das einfach
schwierig, weil du von Anfang an den Leuten
gegenüber triffst.
Derjenige hat...
Ja, verstehe ich. Du wirst auch den einen oder anderen
zu Unrecht verurteilen.
Das finde ich einfach schlecht. Ich finde, man sollte einfach von Mensch
zu Mensch beurteilen. Und wenn jemand
ein schlechter Mensch ist und Straftaten begeht,
dann liegt es nicht daran, woher er kommt
oder was für einen Glauben er hat,
sondern es liegt daran, dass er ein schlechter Mensch ist.
Und natürlich gibt es eben in einigen...
Es gibt halt Tendenzen, die halt Kulturen bestärken.
Ja, ja. Also Kulturen haben auf jeden Fall...
Also ich finde, gerade Kulturen,
in denen das eben ein großer Faktor ist,
haben eben noch einen Wandel vor sich, der definitiv passieren muss.
Und man muss die dann auch dabei unterstützen,
dass dieser Wandel stattfindet.
Dass man zum Beispiel
Leuten beibringt,
die frauenfeindliche
Auffassungen haben, die eine größere
Gewaltbereitschaft haben, dass man eben
da versucht, einfach so gut wie möglich
das abzuschaffen und dass man eben
trotzdem nicht davon ausgeht,
sobald jemand diesen Glauben hat...
Also es hat ja nichts mit dem Glauben per se
zu tun, sondern einfach
mit der Kultur, wie sie momentan ist.
Aber diese Kultur kann sich auch wandeln.
Das war ja...
Da klingt ein gewisser Optimismus aus dir raus.
Ich bin Ex-Muslim.
Und ich habe den Islam kennengelernt.
Und ich glaube, mit Grundgesetz und Integrationskursen
kannst du den Islam nicht in die rechten Bahnen lenken,
was aus mitteleuropäischer Sicht
die rechten Bahnen sind.
Ich glaube, die haben ein gewisses
Hoheitsverständnis,
Selbstverständnis, dass die halt moralisch
auch souveräner sind
als die hiesigen Menschen
und die hiesige Kultur.
Okay, aber ich glaube, dass der Islam
besonders dogmatisch auftritt.
Und ich bin da
alles andere als optimistisch,
dass du Muslime
insbesondere in der Anzahl
in irgendeiner Weise belehren könntest
oder
beeinflussen könntest,
das zu hinterfragen.
Und das ist ja nicht nur ein schlechteres Frauenbild.
Die haben ein anderes Frauenbild.
Und das verstehen
Mitteleuropäer überhaupt nicht,
was damit alles einhergeht.
Und dass die das überhaupt nicht verstehen,
dass die,
beispielsweise das Phänomen des sogenannten
Victim Blaming, das wird in linken Kreisen
so genannt, wenn bei einer Vergewaltigung
gesagt wird, die Frau hat...
Glaub mir mal, das ist in linken und deutschen
Kreisen eine Debatte. Unter Muslimen
ist das noch nicht einmal eine Debatte.
Das ist selbstverständlich.
Ich weiß, was du meinst.
Ich möchte aber trotzdem noch mal kurz reingrätschen,
weil du meintest,
dass du Muslime nicht umstürmen kannst.
Ich finde schon. Also es gibt da genug
Positivbeispiele, bei denen das funktioniert hat.
Du kannst ja auch unter anderem
dich selbst nehmen, der eben...
Ich verstehe die Ausnahmen nicht.
Ja, aber es gibt genug Ausnahmen.
Es gibt die wenigsten Ex-Muslime.
Ja, natürlich ist es momentan noch in einem
Wandel.
Und der muss eben stattfinden.
Und ich kann dir nicht
sagen, ob das passiert. Und ich weiß auch nicht,
wie schnell das passiert. Ich hoffe einfach, dass es passiert.
Diesen Optimismus
behalte ich mir einfach mal bei.
Aber ich finde, dass man eben nicht sagen kann,
Muslime generell
sind dadurch eben
schlechtere Menschen, sondern es ist halt...
Es gibt einfach mehr Leute,
die Stärke auf dieser Meinung beharren.
Das ist...
Und ich wollte noch einmal ganz kurz eingrätschen,
weil du vorhin meintest, dass wir uns auf etwas einigen können
zu dem
Rechts- und Linksruck. Ich denke definitiv,
dass die Fronten sich verhärtet haben und die weit auseinandergerutscht
sind. Polarisierung. Genau.
Trotzdem denke ich, dass
ein Großteil der deutschen
Politik einen
größeren Schritt nach rechts gemacht hat als nach links.
Anders als vor der Corona-Pandemie, da würde ich
sogar behaupten, da ist es eher ein bisschen nach links
gegangen. Leute sind offener dem
Klimawandel gegenüber gewesen. Aber durch die
Pandemie und die ganzen damit
einhergehenden Probleme ist es eben wieder
zu
mehr Bevölkerungsfragen
gekommen. Und dadurch hat
der Populismus jetzt eben wieder ein bisschen
zugenommen. Hast du mal Beispiele dafür,
an welchen Fragen du das festmachst?
Naja, allein schon,
wenn es darum geht,
Klimawandel ist eine teure Geschichte.
Dafür muss man auf vieles verzichten.
Aber gerade in der
Corona-Pandemie haben schon viele Leute auf viel
verzichtet.
Und jetzt
nochmal extra drauf zu verzichten,
ist für die erstmal
schlecht. Weil jetzt geht es erstmal darum,
wie geht es mir selber. Ich möchte selber wieder einen schönen...
Und das würdest du schon als
rechts einordnen?
Was daraus folgt, ist eben das, was ich
als rechts einordnen würde. Also wenn es eben nicht nur
darum geht, ich möchte selber ein schönes Leben haben,
sondern ich möchte selber ein schönes Leben
haben und dafür müssen andere erstmal sich
hinten anstellen. Das ist eben das,
was ich so ein bisschen als problematisch sehe.
Ja, Entschuldigung.
Das sind ja nun mal trotzdem
wichtige Themen, die angegangen werden müssen, auch in der Zukunft.
Sei es das Klimawandel, Immigrationsprobleme.
Das sind ja nun mal
wichtige Sachen.
Und
ja, ich denke einfach,
dass viele Leute momentan so
ein bisschen egoistischer
denken, als noch vor der Pandemie
zum Beispiel der Fall war.
Und dass dadurch dann eben auch
der...
Das assoziierst du mit rechts?
Ich würde das eher als freiheitlich
definieren.
Individuell halt.
Individualistisch, freiheitlich. Ich will machen können, was ich will.
Ich will hinfliegen können, wohin ich will. Unabhängig jetzt von
der Thematik.
Das große Problem ist bloß, dass es
ich würde sagen, als rechte Partei
würde ich jetzt einfach mal besonders die AfD
in den Vordergrund schieben.
Ich bin übrigens AfD-Wähler. Ja, habe ich mitbekommen.
Das wusste ich schon.
Aber ich habe das Gefühl,
dass gerade die AfD verstanden hat,
wie wichtig Populismus momentan ist.
Populismus ist nicht unbedingt was Schlechtes, sondern einfach nur
runterbrechen von schwierigen politischen Fragen
auf allgemeines Verständnis.
Aber du hast ja gesehen, dass ich versuche schon zu differenzieren
und den Dingen auf den Grund zu gehen.
Ich kann ja die Faktoren auch alle kennen. Ich sage ja nicht, dass das gar kein Faktor ist.
Nein, nein, nein.
Worauf ich bloß hinaus wollte, ist, dass eben
diese Parteien es besser geschafft haben,
auf den Populismus aufzuspringen und den Leuten
besser verständlich zu machen, was die einfachen
Probleme sind und dass sie einfache Lösungen dafür haben.
Und das haben eben
linkere Parteien verschlafen.
Die versuchen trotzdem immer noch
auf sehr hoher
Ebene zu diskutieren und
die AfD
tut zumindest,
also zeigt zumindest
oder will den Menschen zeigen, dass sie sie
verstehen und dass sie ihnen zuhören.
Ob sie es nachher umsetzen, ist eine andere Frage.
Das ist ja jetzt gerade gar nicht die Debatte.
Aber würdest du dir wünschen, dass die
anderen Parteien populistischer werden?
Ja, ich finde, dass Populismus generell eine sehr wichtige Sache ist,
weil es da einfach nur...
Es hat eben nicht jeder die Zeit,
sich viel mit Politik zu beschäftigen.
Für mich ist es jetzt ein Hobby, würde ich mal behaupten.
Ich beschäftige mich ganz gerne mit Politik.
Ich finde, das ist ein sehr interessantes Thema.
Aber ich würde sagen, dass der Großteil der
Menschheit einfach nicht die Zeit,
die Lust und das Interesse dazu hat.
Und deswegen ist es eben wichtig, die Politik runterzubrechen,
sodass jeder es versteht.
Ich bin ein bisschen skeptisch, wenn es darum geht,
einfache Antworten zu kritisieren.
Nee, einfach Antworten
kritisieren ist nicht das Problem.
Weil es manchmal sein kann, dass es
einfache Antworten bedarf.
Also in meiner Meinung ist es nicht so kompliziert.
Wenn jemand hier eine Straftat begeht, dann hat er in jedem Land nichts mehr zu suchen.
Also jemand, der zugewandert ist, den wir hier aufgenommen haben.
Das ist eine einfache Antwort
auf ein recht einfaches Problem.
Und da finde ich, ist das auch völlig
legitim, völlig berechtigt.
Ja, also ich finde, einfache Antworten sind
legitim.
Bloß sobald sie dann eben
falsche Wahrheiten vermitteln könnten
oder auch sich einander widersprechen
könnten, obwohl sie aus derselben
Richtung kommen, ist es eben schwierig.
Ich habe jetzt kein
Beispiel von der AfD, sondern hätte jetzt einfach mal
eines von Trump. Ist jetzt auch, glaube ich, ein sehr
aktuelles Thema. Würde ich jetzt einfach mal mit reinwerfen,
um zu verdeutlichen, was
Populismus so macht.
Er hat ja zum einen gesagt, er möchte die
Inflation senken. War eins der größten
Themen. Leute denken, okay, cool, unsere Währung
wird mehr wert, wir werden alle reicher.
Er möchte aber gleichzeitig auch die Zölle erhöhen
auf alles, was reinkommt. Ich glaube,
20, 20 Prozent und 60 Prozent
aus China, was der größte Importeur ist.
Das beides funktioniert ja gar nicht.
Es hört sich beides erstmal super an.
Aber das ist ja, als würde er
versprechen, jetzt ein bisschen Geld zu drucken. Das funktioniert ja
nicht, weil dadurch, dass du Zölle erhebst,
wird ja die Inflation erstmal steigen.
Das kannst du ja gar nicht umsetzen.
Aber wenn du Geld druckst, dann steigt die Inflation auch.
Ja, genau.
Also das ist ja das, was ich meine. Dadurch,
dass er Zölle erhebt,
wird alles erstmal teurer. Inflation steigt.
Deswegen kann er diese beiden Ideen gar nicht
erfüllen.
Aber das Problem ist eben,
dass die Leute nur hören, ach ja,
Zölle, wir kriegen mehr Geld.
Und Inflation geht auch runter. Das heißt,
unser Geld ist noch mehr wert. Das klingt ja alles richtig gut.
Aber eben diesen Schritt weiter zu gehen.
Das ist das, was beim Populismus manchmal fehlt.
Dass man eben diese Hintergründe noch weiter
vermittelt.
Das ist halt die Gefahr, die ich darin sehe.
Das ist ein berechtigter Punkt. Das ist zwar ein anderes Thema,
im Gegensatz des Atlantiks.
Aber ich denke, zu dem Thema,
war das ein interessanter Austausch?
Nein, hab ich nicht.
Dann danke ich dir für das Gespräch.
Was sagt ihr zu diesem Gespräch?
Schreibt es mir gerne in die Kommentare.
Gleich am nächsten Morgen bin ich nach Berlin gefahren,
um dort das Revier zu markieren.
Wurde aber nicht so herzlich empfangen.
Statt sich meinem Standpunkt argumentativ zu stellen,
entschied die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz,
feige von der Ferne
ein Statement zu setzen.
Kein Platz für Nazis, kein Witz,
das haben die laut Auskunft der Polizei
einen Tag zuvor aufgehangen.
Auch in Berlin hatte ich mich angekündigt
und es wurde impulsiv.
Doch, es geht um sexualisierte Gewalt,
diese passiert immer.
Ja, aber diese sexualisierte Gewalt
passiert am meisten in Paarkonstellationen.
Und wenn Sie der Frage
oder meine Aussage ausweichen,
dann bist du die unehrliche Person dort.
Die Folge seht ihr demnächst hier auf meinem Kanal.
In diesem Sinne abonnieren nicht vergessen.
Patreons und Kanalmitglieder
können allerdings schon früher in den Genuss kommen.
Schon ab wenigen Euro im Monat
könnt ihr meinen Ton unterstützen.
Dafür bedanke ich mich,
bleibt mir erhalten und in diesem Sinne
gerne bis zum nächsten Mal.