Sturm (Orkan) am Donnerstag – Luftmassengrenze mit Schnee & Regen – Modelle drehen um 180 Grad.

Kai Zorn Wetter
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30.12.2024
Da war ich eben noch. Ich komme also aus der Dunkelheit.
Und wir hatten gestern und heute Morgen darüber gesprochen, dass die Ensembles alle im Keller sind und der Hauptlauf weit oben.
Gestern war er weit unten.
Und ich habe ermahnt, dass der Hauptlauf sehr schnell alle anderen nachziehen kann, dass sich die Wetterlage komplett ändert.
Innerhalb von drei Läufen ist sowas möglich.
Und als wäre es ein Unkenruf gewesen, ist es passiert.
Innerhalb von drei Läufen haben sich alle Wettermodelle geändert. Alle.
Als gäbe es eine völlig andere Wetterlage.
Da muss man ein bisschen vorsichtig sein.
Wenn eine Wetterlage mal so aufbauend berechnet wurde, wird die kurze Hand völlig umgeschmissen ins Gegenteil.
Und dann wartet man so zwei, maximal drei Tage.
Und dann pendelt sich das wieder ein.
Das ist wie so ein großer Pendel, der in beide Richtungen geht.
Und dann wird die erst wieder festgestellt.
Wir gehen jetzt mal verschiedene Dinge, die relativ wichtig sind, mit den neuesten Erkenntnissen durch.
Grüße Sie und Grüße Euch.
Wir starten erst einmal mit dem Vergleich hier am Beispiel für München.
Der Temperatur in 1500 Meter Höhe.
Das hier ist der 18er Lauf von gestern.
Also der Abendlauf der vergangenen Nacht.
Und das ist der aktuelle 12er Lauf.
Und schaut Euch mal den Unterschied an zwischen dem langjährigen Mittel und dem Mittel der Berechnungen.
Da ist mal ganz kurz die gesamte Temperatur um 5 Grad als Luftmassentemperatur nach oben gehievt worden.
Ein bisschen was noch von dem Knick nach unten ist übrig.
Dann ging es nach oben hier, der Hauptlauf.
Und da hat sich alles angepasst.
Aber es sind immer noch einige kalte Läufe dabei.
Es ist ungefähr so, das was hier an Kalt war, wird hier mit einzelnen Läufen berechnet.
Das was hier an Mild war mit einzelnen Läufen, wird hier an allen Läufen berechnet.
Das ist wieder dieses Pendeln.
Und wenn wir uns mal die aktuelle gemittelte Wetterlage für den 4. Januar, den Samstag anschauen,
dann haben wir hier dieses kräftige Tiefdrucksystem.
Und das weitet sich bis zu uns aus.
Ganz, ganz knapp kommt es bis zu den Alpen voran.
Dümmlicherdings ist da ein Tief auf dem Atlantik.
Das kann alles verhageln.
Und von den Temperaturen her kommen wir vorübergehend in den winterlichen Bereich.
Und im Norden ist es richtig tiefwinterlich.
Und da auf dem Atlantik dreht sich eben dieses Tief und es schaufelt milde Luft nach Norden.
Dieses kommt von Norden herangezogen.
Es bildet sich eine Luftmassengrenze, die ein paar Tage später, das wäre der Donnerstag,
der übernächsten Woche am 9. Januar genau über der Mitte Deutschlands liegen würde.
Im Norden wäre es kalt, im Süden wäre es mild.
Temperaturen in 1500 Meter Höhe, im Norden eben winterlich, im Süden mild.
Und da haben wir es wieder.
Mit dem Vorfeld des Tiefs kommt die sehr milde Luft herangezogen und im Norden eben die kalte Luft.
Und es sind in den aktuellen Berechnungen unfassbare Schneemengen drin.
Und zwar für den Nordwesten Deutschlands und den Norden Deutschlands.
Im Süden wäre es total mild, regnerisch und windig oder eben föhnig.
Und im Norden würde sich das alles an der immanigären Luftmassengrenze staunen, an einer Mauer.
Also die Luftmassengrenze ist ja nicht, die sieht man nicht, aber man spürt sie.
Und da ist eine Mauer und da wird es schneien ohne Ende.
Das ist die Situation der aktuellen Modellberechnungen für eben Donnerstag, den 9. Januar.
Jetzt nehmen wir mal den Lauf, der von der Nacht noch war.
Auch die gemittelte Wetterlage ist etwas völlig anderes.
Es sind zwei völlig unterschiedliche Wetterlagen.
Und das im Mittel wohlgemerkt. Wir gehen nochmal zurück.
Da ist das Tief auf dem Atlantik, hat kein Hoch dazwischen.
Da ist auch das Tief auf dem Atlantik, es ist ein bisschen schwächer.
Dazwischen liegt aber ein Hoch.
Das wurde mal ganz kurzerhand weggerechnet.
Und auf der Ostflanke des Hochs wären wir im Trog drin mit eben sehr kalter Luft.
Und was ich auch gerade eben erwähnt habe, mit diesen starken Schneefällen.
Das sind die Schneesummen.
Die fallen soll innerhalb der nächsten zehn Tage bis zum 8. Januar nach dem amerikanischen GFS-Modell.
Und wenn das mal nur so kommen würde, dann hätten wir hier im Nordwesten unfassbar viel Schnee.
Unfassbar. Bis nach Belgien rein, aber auch in den Niederlanden und überhaupt in NRW.
Man stelle sich mal vor, hier zum Beispiel westlich des Rheins gäbe es einen halben Meter Schnee.
Selbst wenn es nur für ein paar Stunden ist, kommt ja dann gleich wieder Tauwetter.
Da geht gar nichts mehr.
Und diese Zunge würde sich dann bis in den Nordosten reinziehen.
Und die Schneefälle, die wir hier haben, die kommen mit der Kaltfront am Donnerstag.
Und das würde dann noch am 8. Januar liegen bleiben.
Immerhin, das wäre viel, viel, viel heftiger als das, was wir gestern besprochen haben von den Auswirkungen her.
Wenn im Alpenraum ein halber Meter Schnee liegt, interessiert keine Sau. Verkehr läuft normal.
Wenn hier ein halber Meter Schnee liegt, geht nichts mehr. Aber gar nichts.
Die Niederschlagsummen sind auch sehr, ja doch schon erheblich.
Da kämen innerhalb der nächsten zehn Tage dann im Westen über 50 Liter auf den Quadratmeter zusammen.
Aber auch das ist nur eine punktuelle Betrachtung. Das schaukelt ja ständig hin und her.
Und apropos schaukeln, wir haben es dann auch noch mit einem Sturm zu tun in der Nacht von Neujahr auf Donnerstag, von Mittwoch auf Donnerstag.
Das ist das Windfeld. Es wurde ein bisschen nach oben angefacht.
In den Niederlanden kommen da Windspitzen von über 120 Kilometer pro Stunde im Binnenland an.
Das ist schon eine ganz schön ordentliche Hausnummer.
Und auch im westlichen Niedersachsen, westliches NRW über 90 Sachen.
In den Frühstunden käme das Windfeld zu uns gezogen mit der Gefahr von Orkanböen.
Das würde richtig rappeln und wäre ein ausgewachsener Wintersturm mit Orkanen.
Nicht an der See, sondern im Binnenland. Über die See zieht das tief.
Und das Windfeld wäre dann eben in der nördlichen Mitte und wird auch Teile Süddeutschlands erreichen und dann abziehen.
Es schwächt sich ab und da sieht man so komische Wellen drin, so Knicks.
Das wird dann eine Kaltfront sein. Die kommt erst ganz schnell herangezogen und macht dann ...
und wird immer langsamer und dadurch gibt es hier ergiebige Niederschläge, die von Regen in Schnee übergehen.
Und das Hauptwindfeld ist noch im Nordosten.
Und diese beiden Sachen hier bringen entsprechende Niederschläge.
Um 16 Uhr gäbe es im Nordosten dann Schnee mit Sturm.
Und hier diese ... Front, die schleifend ist, würde mehr Niederschläge auslösen,
die dann bis zum Abend den Alpenrand erreichen.
In der Schweiz, im südlichen Baden-Württemberg, südlichen Bayern und auch in Vorarlberg und Tirol, später Salzburg, würde es kräftige Schneefälle geben.
Am Freitag und danach wäre es dann wieder schön, ehe sich die nächste Luftmassengrenze aufbaut.
Schauen wir mal ganz kurz noch über die anderen Modelle und die anderen Entwicklungen.
Das hier ist für Tag 10, und da sind wir wieder am 8. Januar, das kanadische GEM-Modell.
Der Polarluftvorstoß, der gestern genau über Europa berechnet wurde, wird jetzt retrograd auf den Atlantik berechnet.
Wir bekämen die Gegenbewegung mit Temperaturen von über 5 Grad in 1500 Meter Höhe.
Das wäre phönig.
Zur gleichen Zeit macht der neue Lauf des amerikanischen GFS-Modells.
Diese Variante würde hier über den Baltikum die große Kaltluft bringen.
Wir wären drin und hätten dann eben Polarluft und Schneefälle.
Es wäre tiefwinterlich nach der Luftmassengrenze davor.
Es würden viele Wiesen unter Wasser stehen, es friert sofort fest.
Und wenige Tage später, am 14. Januar, berechnet das amerikanische GFS-Modell mit seinem Hauptlauf das Tief vor den Toren Europas.
Eine satte Südströmung mit der wärmsten Luftmasse, die es überhaupt um diese Jahreszeit geben kann, mit einer 15 Grad Isotherme.
Das ist theoretisch total warm, aber da kommt unten nicht viel an.
Da wird es nicht ganz so warm werden, aber das wäre klassische Phön.
Also es ist alles drin und alles möglich.
Und der Formhalber nehmen wir noch, wir gehen wieder zurück auf den 8. Januar, das europäische ECMWF-Modell für diesen Tag.
Da haben wir den geblockten Atlantik mit eben dem Tief drüber und der Polarluft.
Wir gehen nochmal zurück zur GEM-Modell.
Das macht es so, tief da draußen, hier die milde Strömung.
Das europäische Modell macht hier das Hoch und hier die Kälte.
Also absolut gegensätzlich.
Das europäische ECMWF-Modell wird sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den anderen Modellen anpassen.
Das ist so, die werden ja alle mit Daten gefüttert, die ein bisschen anders dann aussehen.
Und dadurch gibt es diesen Schwung in die andere Richtung.
Was besonders doof ist, wenn man zum Beispiel auf Wetterseiten schaut oder auf die Apps.
Die sind jetzt noch, wer mit dem europäischen ECMWF-Modell handelt, tiefwinterlich.
Da sieht man Dauerfrost und Schnee und denkt sich, krass.
Und morgen um die Zeit steht da Frühling drauf.
Deshalb behandeln wir das hier hinter die Kulissen.
Also das bleibt schon eine ganz spannende Kiste für die nächste Zeit.
Einen schönen Abend und bis morgen.
