Großer Hochdruck - kleine Veränderungen. Polarwirbel wandert zu uns. Wettervorhersage 11.-19.01.2025

Kai Zorn Wetter
20 Abonnenten
59 Videoaufrufe·12.01.2025
Eines bitte vorweg und da bitte ich um Verständnis.
Muss ich ja eigentlich gar nicht, aber es wird nur ein Video heute und morgen geben.
Von der Wetterlage her tut sich nicht allzu viel und irgendwelche verbotenen Sachen für die nächsten Monate sparen wir uns auf.
Draußen ist das Wetter so schön, dass ich es auch selber gern privat genießen würde.
Ich grüße Sie und grüße Euch und danke fürs Verständnis.
Das Hochwasser, das wir haben zum Teil, fließt jetzt langsam ab.
Der Benjamin hat dieses Bild hier zwischen Köln und Düsseldorf gemacht.
In Zonz am Rhein, da ist der Rhein über die Ufer getreten, da liegt noch ein bisschen Schnee.
Und in Cochem an der Mosel war der Florian unterwegs. Übrigens ein sehr, sehr schönes Bild.
Das Licht hat schon wieder so mehr Intensität und da freut man sich dann aufs Frühjahr, das noch sehr weit weg ist.
Und ich bitte auch alle Alpenländer um Entschuldigung, wenn ich jetzt die Fotos mal nicht aus Österreich, der Schweiz oder Deutschland aus den Alpen nehme,
sondern wieder mal von NRW. Das ist hier so besonders, dass hier der meiste Schnee liegt.
Unter anderem der Roberto hat dieses Bild reingeschickt von einem Winterspaziergang eben in NRW.
Noch wird der Schnee hier bleiben und da wird auch in den nächsten Tagen noch dafür sorgen, dass es nachts, wenn es aufklärt, mal richtig bitterböse kalt wird.
Wir werfen jetzt mal einen Blick woanders hin, wurde auch darum gebeten, auf den Polarwirbel.
Der Polarwirbel ist das Steuerungszentrum in rund 32 Kilometer Höhe, sozusagen die Chefposition.
Und wir müssen uns dieses Ding hier als ein Tief ganz vereinfacht vorstellen.
Und in der Regel ist es so, dort wo dieses Tief liegt, wenn es sehr ausgeprägt ist, der Polarwirbel, direkt über dem Nordpol,
hat er zum Beispiel die Westrift in Gang, schlingert er, gibt es Schlingerwetterlagen, löst er sich auf, dann gibt es eine Zonalwindumkehr.
Das bedeutet, dass wir es auf der Nordhemisphäre eher mit Ostwind zu tun bekommen, das sind dann die kälteren Winter.
Er ist nicht unmittelbar für das Wetter verantwortlich, sondern mittelbar, so manches Mal, durch die Blume.
Und er ist auch nicht für Kälte oder Wärme verantwortlich, sondern für Wetterlagen.
Und momentan liegt der Polarwirbel zwischen Grönland und Alaska.
Und wenn wir uns das so als sich drehendes Tief vorstellen, dann sind wir auf der Vorderseite des Tiefs.
Und wenn das auf der Vorderseite passiert, haben wir in hohen Höhen dann eher eine südliche Strömung.
Und was passiert derzeit, wenn eine südliche Strömung ist? Das stützt Hochs.
Und so haben wir es eigentlich mit sehr viel Hochdruck in der nächsten Zeit zu tun.
Eine Stratosphärenerwärmung findet auf der anderen Seite statt.
Und jetzt gehen wir mal so ein bisschen peu à peu das Ganze durch.
Am 15. Januar wandert der Polarwirbel in die Gebiete zwischen Grönland und schon wieder Richtung Baltikum, also bei uns.
Das heißt nicht, dass sofort sich das Wetter unten ändert. Das dauert manches Mal ein bis drei Wochen.
Aber es ist ein bisschen Bewegung drin.
Und im weiteren Verlauf, da sind wir beim 19. November, liegt es dann über Nordeuropa.
Und am 23. Januar liegt das Ganze hier zwischen Spitzbergen und Skandinavien.
Und die letzte Karte für den 26. Januar liegt dann auch hier.
Und auffällig ist, dass der Polarwirbel so ein bisschen an Schwung verliert, die Schwungmasse.
Auf der anderen Seite ist die Stratosphärenerwärmung auch schwächer. Es beginnt sich alles abzuschwächen.
Was könnten wir denn daraus schließen, was in der nächsten Zeit und damit in den nächsten Wochen stattfinden wird?
Wenn das steuernde Tiefzentrum hier liegt, dann müssen wir uns auch die Strömung so vorstellen.
Da ist eine West- bis Nord- und Nordostlage möglich.
Auf der einen Seite und auf der anderen Seite geht ja der Dampf verloren.
Das heißt, die Strukturen werden sich in den nächsten Wochen eher so gummiartig verhalten und keine satte Westrift bringen,
sondern so ein Hin- und Herschlingern der Wetterlagen.
Wir haben ja vor vielen Wochen auch über den Polarwirbel gesprochen und dadurch gesagt,
es wird nie eine Wetterlage längere Zeit Bestand haben.
Und auch diese Hochdrucklage, auch wenn sie noch so monströs momentan aussieht, die wird nicht ewig gehen.
Und schon gar nicht den ganzen Winter, restlichen Winter über. Da wird sich dann auch wieder etwas ändern.
Schauen wir auf die gemittelte Wetterlage und die sieht einbetoniert aus.
Die gemittelte Wetterlage für den 18. Januar zeigt direkt über Mitteleuropa ein Hoch.
Und das ist ein richtig fettes Betonhoch.
Und hätten wir jetzt, wie zum Beispiel in NRW, überall eine Schneedecke, dann wäre das eine so sehr kalte Lage.
Und so wird es nur in Anführungszeichen zu einer Invasion kommen, wenn das Ganze so direkt über uns liegt.
In 1500 Meter Höhe ist es auch total mild.
Die Kaltluft fließt da ab, wo es der Polarwirbel hin steuert. Momentan.
Gehen wir einen Zeitschritt weiter. Da sind wir am 26. Januar.
Das Hoch baut sich langsam ab und vermeintlich ist da immer noch die große Kälte, die da abfließt.
Aber wir gehen nochmal zurück und schauen uns jetzt die Schattierungen im Hintergrund an.
Das sind die Farbtemperaturen von 5,5 Kilometer Höhe.
Und wenn wir nochmal zurückgehen, da haben wir hier einen richtig fetten Block in 5,5 Kilometer Höhe und das Boden hoch.
Und dann, eine gute Woche später, ist das Boden hoch zwar noch da, aber das Höhenhoch ist abgebaut.
Das heißt, der Hochdruck wird Ende des Monats wieder abgehobelt werden.
Und über Russland kommt immer mehr Kälte ins Spiel.
Und da spielen diese ganzen Temperatur- und Druckgiganten dann eine andere Rolle als jetzt.
Und damit werden sich auch die Wetterlagen wieder ändern und da kommt viel mehr Schwung dann wieder in die Atmosphäre.
Nicht unbedingt Westdrift, sondern eine gemischte Zirkulation, wo alles dabei sein kann.
Und im weiteren Verlauf vielleicht im Februar dann häufiger Nordwest- bis Nordlage.
Kommen wir zu den Ensembles. Wir beginnen im äußersten Norden Deutschlands, in Flensburg.
Ihr kennt die Linien. Die rote Linie ist das Mittel der Luftmassentemperatur in 1.500 Meter Höhe, der sogenannten 850er.
Das heißt in 850 Hektopascal. Die Fläche hier wird als 1.500 Meter Höhetemperatur genommen.
Bei Hochdrucklagen ist sie ein bisschen höher, bei Tiefdrucklagen ein bisschen niedriger.
Die ist auch nicht in Stein gemeißelt, sondern das ist auch so ein Hin- und Hergewoge.
Und die ist gerade sehr hoch und die Temperatur auch. Also ein großer Hochdruckblock hier.
Ein kleiner Knick ist da drin und der wird dann so Dienstag, Mittwoch ein bisschen Nieselregen bringen können.
Und hinten raus beginnt es dann mit dem Rauschen. Einige Läufe rauschen in den Keller, andere bleiben oben.
Das Mittel geht runter, die Niederschläge nehmen zu. Beim europäischen ECMWF-Modell ist es exakt dasselbe.
Wenn wir in den äußersten Süden Deutschlands gehen, ist der Wärmeberg nicht so ausgeprägt.
Wie kann das denn eigentlich sein?
Wenn das Hoch so weit im Norden ist, kann um dieses Hoch herum an der Ost- und Südostflanke von Osten auch mal der eine oder andere Kaltlufttropfen reinziehen.
Das kann zum Beispiel hier passieren um die Wochenmitte. Da sind ein paar Niederschläge dabei.
Die Temperaturen gehen wieder ein bisschen zurück, steigen dann an, dann kommt der Hochdruckblock.
Hinten raus geht es ein bisschen runter mit den Temperaturen. Ein paar Eisläufe sind auch dabei.
Das europäische ECMWF-Modell sagt, das machen wir auch so.
Hier ist es nur ein bisschen milder mit dem Ganzen dann um die Wochenmitte.
Was da um die Wochenmitte passiert, sowohl im Norden Deutschlands als auch im Süden Deutschlands,
das wird die Inversion oder die sich aufbauende Kälte jetzt dieser Tage mal wegräumen.
Vor allem in der Nordhälfte Deutschlands, da wird es dann auch Tauwetter geben.
Danach baut sich die Inversion erst mal so richtig auf und hinten raus wird es dann eben kälter.
Die Niederschlagsummen für die nächsten rund zwei Wochen sind mau.
Da wird nicht viel passieren, sowohl nach dem europäischen als auch nach dem amerikanischen Modell.
Was allerdings, wenn wir nochmal zurückgehen, auffällig ist.
Hier wird über Norditalien einiges an Niederschlag berechnet, bei den Amerikanern gar nicht.
Also so viel Einigkeit ist da auch nicht da.
Die Niederschläge oder Niederschlagsummen von gestern.
Knapper Liter kamen da runter.
Viele Schneeschauer waren unterwegs, vor allem im Nordosten und im Norden.
Die Sonnenscheindauer auch relativ mau, 1,6 Stunden deutschlandweit gemittelt.
Die Tiefstwerte zwischen minus 11 auf der Alb und plus 3 Grad auf der See.
Die meisten Tiefstwerte, die hier im Minusbereich sind, wurden eh erst in den Abendstunden kurz vor Mitternacht erreicht.
Die Höchstwerte lagen zwischen minus 3 Grad im oberen Erzgebirge und plus 6 Grad am Oberrhein.
Von der Wetterlage her haben wir hier noch dieses steuernde Tief mit der Nordlage gegen die Alpen.
Die Luft ist nur zu trocken.
Eigentlich wäre das eine Lage, wenn da so ein bisschen Feuchtigkeit im Spiel wäre.
Das würde so gegen die Alpen ballern ohne Ende.
Aber es passiert einfach nicht viel bei Temperaturen zwischen minus 5 und minus 10 Grad in 1500 Meter Höhe.
Und das ist kalt.
Die Kälte wird hinterlassen, kommt dann zur Ruhe unter dem Hoch.
Und am Mittwoch kommt hier dieser Knick rein.
Der wird im Norden und Nordosten dann für Durchmischung sorgen.
Das heißt, die Kälte, die sich hier aufgebaut hat, wird abgebaut.
Südlich der Hochachse wird nicht so viel passieren.
Und im weiteren Verlauf, und das sind wir am nächsten Wochenende, das müsste das dritte Januarwochenende sein, sind wir unter diesem fetten Hoch.
Und das wird dann dafür sorgen, dass wir erneut eine Inversionswetterlage bekommen.
Das heißt, es findet ein Absinken statt.
Die Wolken, die bis dahin aufgekreuzt sind, die hochnebelartigen Wolken, kommen immer weiter runter.
Wenn es aufklärt, gibt es Frost.
Dann bildet sich Nebel.
Und in dem sich bildenden Nebel herrscht dann Dauerfrost.
Und das Ganze breitet sich von Süden wieder nach Norden, nach Norddeutschland aus.
Und es wird langsam kälter.
Ist in den Modellen übrigens nicht drin beim direkten Temperaturoutput.
Der heutige Tag bringt dann im Nordosten Schneefall von Polen her.
Das kommt jetzt doch ein bisschen weiter nach Deutschland voran, als es gestern noch gezeigt wurde.
Von Vorpommern bis über das Oderbruch und zur Neiße wird es ein paar Schneefälle im Laufe des Tages geben.
Sonst passiert nicht allzu viel.
Durch die Nordlage gibt es ein bisschen Hebung im Bereich der Mittelgebirge.
Und auch an den Alpen ist hier nicht abgebildet.
Da kann mal der eine oder andere leichte Schneeschauer entstehen.
Ansonsten haben wir eine Mischung aus hochnebelartigen Wolken, Hochnebel, Sonnenschein,
vor allem an der See und auf der jeweiligen Südseite der Gebirge.
Und ab und zu mal einen leichten Schneeschauer.
Und im Nordosten eben die Schneefälle.
Der Wind bleibt weiter unangenehm und rappelt ganz schön.
Das ist ein bisschen wie Nadelstiche auf der Haut.
Die Höchstwerte erreichen minus 4 Grad im oberen Erzgebirge plus 6 Grad an der Mur und an der Nordsee.
Am Abend und in der Nacht kommen so die Reste dieses Schneefalls Richtung Erzgebirge voran.
Im oberen Erzgebirge ist tiefster Winter.
Es ist erstmal saukalt, es ist windig und es schneit die ganze Zeit.
Das ist hier ein Musterwinter der Jahre, die es schon lange nicht mehr gegeben hat.
Das hört dann so ein bisschen auf und so ein bisschen was der Restfeuchte kommt gegen die Alpen.
Da wird es ein paar ganz leichte Schneefälle noch geben, sonst passiert nicht viel.
Im Norden setzt sich die Sonne durch und hier zum Beispiel wird Sonnenschein berechnet vom Modell.
Wir werden aber in der NRW beispielsweise relativ viel Hochnebel haben.
Der Wind schwächt sich ein bisschen ab.
Der fließt so über Deutschland dann raus über die Alpen bei Höchstwerten von minus 4 bis plus 4 an der See bis plus 5 Grad.
Am Montag haben wir nach einer eisigen Nacht Sonnenschein und noch einige Nebelfelder.
Es wird mit der kälteste Tag des Winters und der nächsten Zeit sein.
In vielen Niederungen haben wir Dauerfrost zwischen minus 6 und 0 Grad.
Leichte Plusgrade gibt es im äußersten Nordwesten unter dichten Wolken.
Am Dienstag wird es sehr windig im Norden mit leichtem Nieselregen.
Hier wird alles weggeräumt, was mit Kälte zu tun hat.
Im Süden wird die Kälte ein bisschen abgeschwächt, minus 3 bis plus 6 Grad.
Am Mittwoch kommt so diese feuchtere Luft, die wir eben gesehen haben, in den Osten voran.
Am Erzgebirgsnordrand teils gefrierender Nieselregen oder Nieselregen in den Niederungen.
In den Ostalpen ein paar leichte Schneefälle im Südwesten auch etwas Sonnenschein bei minus 1 bis plus 8 Grad.
Am Donnerstag viel Hochnebel, es bleibt größtenteils trüb.
Die Sonne zeigt sich nur selten, eher ein trister Tag, auch noch mild mit minus 2 bis plus 8 Grad.
Und die Tage dann von Freitag bis Sonntag sollten, wenn dieses Hoch so liegt wie es jetzt berechnet wird, dann wieder kälter werden.
Im Norden haben wir noch Wolken, ansonsten das Absinken eben.
Die Wolken lösen sich auf und werden zu Nebel und Hochnebel, die oft beständig sind.
Auch durch Windstille oder ganz schwachen Ostwind bei minus 5 bis plus 5 Grad.
Nochmal, der direkte Modelloutput zeigt keine Minusgrade tagsüber, sondern ist wesentlich milder, zeigt so 3 bis 10 Grad an.
Kommen wir zu den Ensembles. Da ist auch keine Inversion übrigens drin.
Hier die nächsten Tage kalt, dann wird es im Norden deutlich milder und langsam gehen die Temperaturen hinten raus zurück,
wo die Niederschläge wieder zunehmen und da sind auch wieder Schneesignale dabei Ende Januar.
Im Westen ist es jetzt kalt, dann wird es auch hier mild und laut Modell mild bleiben.
Hinten raus ebenfalls ein paar Ausreißer nach unten, ein paar Ausreißer nach oben.
Niederschläge nehmen zu, auch wieder welche als Schnee.
In der Mitte kalt, hoher Tagesgang der Temperaturen, sprich Minusgrade in der Nacht, 0 Grad tagsüber.
Dann geht es mal rauf, später dann wieder runter mit den Temperaturen, mit den üblichen Ausreißern und aufkommenden Niederschlägen in der dritten Dekade.
Viele davon dann auch wieder als Schnee.
Und für den Osten, da ist es erst mal frostig, dann geht es in den Plusbereich.
Da werden wir eine Weile bleiben. Hinten raus ein paar Niederschläge, auch dann wieder Optionen auf Schnee.
Winter, richtiges klassisches Winterwetter mit Schnee und Dauerfrost und Tiefdruck ist in den Ensembles nirgends richtig drin.
Bis auf ein, zwei Läufe vielleicht.
Im Süden Deutschlands Dauerfrost, dann geht es Richtung 0 Grad.
Das passt so einigermaßen, außer in den Inversionsgebieten, da müssen wir viel weiter runter gehen mit den Temperaturen.
Hinten raus ein paar Niederschläge, dann wieder als Schnee.
Und dann auch noch hier rund um den Mittwoch, Donnerstag, vielleicht mal der eine oder andere Schneeschauer dabei.
In Basel passiert auch nichts, hoher Tagesgang der Temperaturen, inversionsähnlich.
Da wird nicht viel passieren, da wird nichts abgebaut.
Hier ein paar Niederschläge am Ende, wenige davon als Schnee.
Und zu guter Letzt der Blick auf die Alpen-Südseite nach Klagenfurt.
Da passiert gar nichts, da bleibt es einfach nur größtenteils sonnig und kalt, abseits von Nebel und Hochnebel.
Und erst hinten raus sind ein paar schüchterne Niederschlagssignale dabei.
Die sind zwar schüchtern in der Anzahl, aber mächtig, wenn das so kommen würde mit ein paar Läufen, die dann richtig viel Regen und Schnee bringen würden.
Jetzt euch erst einmal einen schönen Einstieg ins Wochenende und bis morgen.
