Philosophieren: Emigrieren (Wdh.)

Kontra Funk
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Source:
https://www.spreaker.com/episode/philosophieren-emigrieren-wdh--60895016
Diesmal geht es um ein ernstes Thema. Was bedeutet es, wenn man aus politischen Gründen sein Land verlassen muss? Matthias Burchardt und Alexander Christ diskutieren über Heimatlosigkeit am Beispiel eines Textes von Günther Anders. Am Ende wird auch deutlich, warum die aktuelle Debatte nur noch von Migration spricht und jegliche Vorsilbe scheut. (Wiederholung vom 12.2.2024)
triägerwarnung in dieser Sendung wird
das Wort migrieren mit Vorsilben
verwendet werden deshalb ist diese
Sendung mit Vorsicht zu
[Musik]
genießen guten Tag liebe Hörer mein Name
ist Alexander Christ und Sie hören
philosophieren im kontrafunk im Wald der
Merkzeichen im Reich des
Vergessens gemeinsam mit Matthias
burcher diskutiere ich wöchentlich über
alltägliche und tiefgründige Themen über
Heimat und deren Bedeutung haben wir in
philosophieren schon mehrere Male
gesprochen doch nicht genug wie wir
meinen denn die Bedeutung der Heimat als
Haltegriff der menschlichen Existenz
kann nicht oft genug betont werden
manchmal jedoch werden Menschen aus
ihrer Heimat vertrieben Kriege können
das bewirken politische Gründe aber auch
mehr oder weniger subtile Spielarten von
lebensgefährdenden Verfolgungen
Andersdenkender wie ergeht es solchen
Menschen die ihr Land aus solchen
Gründen verlassen haben wir
philosophieren heute über das
emigrieren
[Musik]
philosophieren im kontrafunk mit
Matthias Burchert und mit mir Alexander
Christ hallo Matthias grüß Dich
Alexander alle sind zu Gast auf dieser
Welt damit ist doch eigentlich jeder Ort
ein möglicher Ort aber stimmt das auch
ich bin mir nicht mehr so ganz sicher
das habe ich eigentlich früher immer
gedacht man könnte als Mensch überall
hingehen und wäre überall gleich
willkommen es gibt auch Sprüche die
sagen man ist da zu Hause wo man sein
Herz gelassen hat man ist da zu Hause wo
die lieben sind und so weiter in ganz
vielen verschiedenen Varianten kann man
Trost darin finden irgendwo anders
hinzugehen und sich dort sofort zu Hause
zu fühlen aber wie gesagt ich bin mir
nicht mehr so ganz sicher ob das stimmt
ja ich habe das philosophischer schon
seit längerem reflektiert dass wir
gewiesen sind auf etwas was wir nicht
selbst hervorbringen können nämlich eine
räumliche Einbettung wir sind eben auf
der Welt nicht wie eine Murmel im
Container oder ein Stein im Fluss
sondern eben in einer Beziehung zu
derselben und das wird uns vor allem
dann schmerzhaft bewusst wenn wir diese
Beziehung Kappen müssen ich empfinde das
Thema das wir heute behandeln nämlich
dass der Emigration als eins der
schmerzhaftesten was wir jemals
besprochen haben und ich hoffe dass wir
den richtigen Ton treffen um die damit
verbundenen Verletzlichkeit noch alle zu
berücksichtigen ja da sollten wir
vielleicht erstmal überlegen wo der
Begriff eigentlich herkommt
Immigration vom lateinischen Ex hinaus
und migrare wandern also jemand wandert
aus einem Ort hinaus gemeint ist das
Verlassen eines Heimatlandes manchmal
auf Dauer manchmal auf Zeit und wenn man
nach den Hintergründen für eine solche
Immigration fragt für eine Auswah
fragt dann hört man von den Immigranten
oder den Auswanderern dass sie ihre
Heimat oft aus politischen Gründen
verlassen manchmal sicherlich auch aus
wirtschaftlichen Gründen möglicherweise
aus religiösen
Beweggründen vielleicht sind es auch
berufliche Gründe man erhofft sich an
einem anderen Ort in einer neuen Heimat
bessere berufliche Chancen als diese
vielleicht im eigentlichen Heimatland
gegeben sind manchmal sind es auch
persönliche Gründe Menschen wollen ein
Ort en und streben an einen neuen Ort
weil sie vielleicht aus einer
Liebesbeziehung die in zwei gegangen ist
oder aus sonstigen menschlichen
Enttäuschungen an den bisherigen Ort
nicht mehr verweilen können also es gibt
vielfältige Gründe warum Menschen ihr
Land verlassen und dann ist mir
aufgefallen als ich mich mit dem Thema
angefangen habe zu beschäftigen dass auf
eine Auswanderung aus einem Land ja
immer nahzu automatisch eine
Einwanderung eine immigration in ein
anderes Land folgt diese Dualität dieser
beiden Begriffe Auswanderung
Einwanderung imigration
Immigration die wird uns heute auch noch
beschäftigen und wir werden uns
sicherlich überlegen was es einmal
bedeutet aus einem Land rauszugehen
vielleicht auch zu meinen dass man
rausgehen muss dass man vertrieben wird
und in ein anderes Land hineingespült zu
werden vielleicht auch in ein Land in
das man eigentlich gar nicht gehen will
du hast jetzt diese Vorsilben verwendet
vor denen wir gewarnt haben denn die
tauchen ja heute im politischen Diskurs
nicht mehr auf wir sprechen nur noch von
Migration und damit wird die Migration
zu einer Wanderung und der Mensch zum
mobilen Element in einer Welt der
Globalisierung die keine Heimat mehr
kennt mit den Vorsilben e und im werden
Bezugspunkte oder räumliche kulturelle
heimatliche Gegebenheiten benannt die
ich verlasse oder auf die ich mich
lassen muss wenn ich ankommen möchte mir
scheint es bemerkenswert zu sein dass
diese Vorsilben verschwunden sind weil
wir offensichtlich die
vergleichgültigung des räumlichen damit
im Begriff der Migration auch hören es
ist wie der flexible Mensch von dem
Richard Senet spricht der in Mobilität
unterwegs ist aber eigentlich
letztendlich ist die Mobilität selbst
das Ziel gar nicht mal das Ankommen und
wenn diese Mobilität auch vielleicht ein
räumlichen eine Verschnaufpause findet
bedeutet das noch lange nicht dass ich
aus der Mobilität heraus bin ich finde
sehr schön dass wir über das igrieren
sprechen und auch V allem die politische
imigration aus den 40er Jahren dabei im
Blick haben wir arbeiten uns ja entlang
an einem Text von Günther anders der
Migrant der so ja vielsagend und
exemplarisch ist dass er glaube ich eine
ganze Sendung Wert ist mhm genau dieser
Text hat uns geleitet und das wollen wir
unseren Hörern auch gerne verraten und
gleichzeitig damit vielleicht zum mit
und Nachlesen anregen das ist einer der
schönsten Texte die ich in den letzten
Jahren gel en habe das möchte ich gleich
am Anfang sagen und dieser Text ist mir
deshalb sehr ans Herz gewachsen weil er
tatsächlich auch einen Teil meiner
eigenen aktuellen Existenz beschreibt
ich habe den Text als sehr ja heilsam
für mich selbst empfunden ich habe mich
wiedergefunden in diesem Text ich denke
ich verrate nicht zu viel wenn ich sage
dass ich mich zu den Menschen zähle die
sich in den letzten Jahren aus
Deutschland vertrieben gefühlt haben und
die das Gefühl hatten da gibt es wie
gesagt ganz viele Menschen man kann
Statistiken dazu konsultieren und wird
feststellen wie viele Menschen in den
letzten Jahren insbesondere nach den
coronajahren Deutschland verlassen haben
also ich zähle mich zu den Menschen die
sich vertrieben gefühlt haben die aber
gleichzeitig gar nicht weggehen wollen
und gleichzeitig auch nicht wissen wo
sie hingehen sollen also ich bin in der
Schwebe so wie Günther anders in diesem
Text das ist natürlich ein gravierender
Schritt wenn du vor allem nicht als
Einzelperson sondern möglicherweise auch
mit Angehörigen unterwegs bist darf ich
ohne zu tief in deine Biografie
Eindringen zu wollen nach den Motiven
fragen was mündet in die Entscheidung
ich halte es hier nicht mehr aus was
sind da die Gründe ja da muss ich ein
bisschen ausholen also einmal ist es ja
so dass mich immer schon der Begriff des
Wanderers und das Bild dieses freien
Menschen der wie ein Vogel überall
hinziehen kann fasziniert hat und ich
finde immer noch dass dieses Bild eine
starke Anziehungskraft hat dann habe ich
natürlich auch mit großer Freude in der
Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
irgendwann als Jurist in Artikel 13
gelesen der ja so schön formuliert dass
jeder Mensch das Recht hat sich
innerhalb eines Staates frei zu beewegen
und seinen Aufenthaltsort freiuwählen
aber auch und jetzt kommt jedes Land
einschließlich seines eigenen zu
verlassen und in sein Land
zurückzukehren wenn man das so hört und
liest dann denkt man wir sind frei
überall
hinzugehen nun kommen Situationen hinzu
politische Situationen Situationen von
immensem Druck Druck der in den letzten
Jahren auf vielen Menschen gelastet hat
ich spreche von den mich sehr
belastenden immer noch sehr belastenden
coronajahren ich muss ganz ehrlich sagen
da dringst du gar nicht tief in mich ein
sondern das kann jeder ja nachlesen der
irgendetwas von mir liest was ich an der
ein oder anderen Stelle veröffentlicht
habe oder sich Dinge anhört die ich an
der einen oder anderen Stelle sage ich
finde dass diese Zeit bis heute nicht
aufgearbeitet ist es geht mir immer noch
nach und ich fühle mich dadurch unter
einem immensen Druck ich fühle mich in
Deutschland nicht mehr zu Hause ich
finde dass dieses Land für mich jede
Sicherheit und jede Beheimatung verloren
hat gleichzeitig leide so intensiv an
diesem gesamten geschehen dass ich gar
nicht weggehen will und in dieser
Situation du hast es angesprochen kommt
ja auch noch hinzu dass man ja nicht
alleine ist auf der Welt man hat in der
Regel Familie und muss dann überlegen wo
ist man sicher wo kann man sicher leben
in welcher Ecke dieser Erde wird man in
Ruhe gelassen wenn die nächste Pandemie
über uns alle hinweggejagt wird das sind
die Beweggründe die mich vor schon
einiger Zeit während Corona schon dazu
gebracht haben darüber nachzudenken ob
man in Deutschland noch sein kann und du
weißt ja diese Suche diese Überlegung
ist bis heute nicht abgeschlossen ich
habe da auch keine endgültige
Entscheidung für mich getroffen ich kann
nur sagen ich leide an dem Land und ich
leide genauso daran dieses Land gefühlt
verlassen zu müssen das kann ich sehr
gut nachvollziehen und habe das auch in
erwegung gezogen und mich dann dagegen
entschieden und habe für mich sowas wie
eine innere Immigration beschlossen die
natürlich auch nicht vollkommen
vollzogen wird aber doch ein gewisses
Gefühl der Distanz hat aufkommen lassen
was uns dann doch auch wieder in eine
Gemeinsamkeit bringt wollen wir mal die
Spur von Günther anders jetzt genauer
aufnehmen er arbeitet das ja an einigen
Punkten ab die in unterschiedlicher Art
und Weise diese neue Situation Bedenken
und was ich daran so spannend finde ist
dass sie nicht nur ein Licht auf den
Auswanderer werfen sondern auch auf das
was demjenigen der einfach fraglos in
seiner Heimat lebt immer schon geschenkt
ist ohne dass er überhaupt auf die Idee
käme zu würdigen das heißt wir haben ja
eine erkenntnissituation dass uns im
Entzug von etwas eigentlich die
Kostbarkeit des gegebenen erst deutlich
wird der erste Punkt den er anspricht
ist dass er nicht mehr nur eine
Lebensgeschichte eine Vita hat sondern
mehrere Vita den Punkt habe ich erst gar
nicht verstanden weil ich habe gedacht
na gut das ist doch Teil meiner Vita
dann habe ich halt eine Episode drin in
der ich mich im Ausland aufhalte aber
hier wird offensichtlich etwas zerlegt
hier zerfällt das Leben in verschiedene
Teile wie hast du diesen Punkt
wahrgenommen mhm genauso also mir ging
es am Anfang auch so dass ich erst
gedacht habe ich verstehe das nicht er
erklärt das dann natürlich im Folgenden
und sagt um es zu erklären was er unter
diesen mehreren Leben versteht er
versteht darunter eine Vielheit und er
spricht davon dass der imigrant zu einer
solchen Vielheit verurteilt ist er kann
sein Leben nicht mehr als Konstante
empfinden seine Welt in der er sich
wiederfindet die Welt die neue Welt die
Welt in die es ihn gespült hat könnte
man sagen diese Welt hat keine
Anspielungen auf seine frühere Welt mehr
er findet sich also in einer Welt ohne
Bezug zu seiner früheren Welt wieder und
damit ist diese neue Situation eben
nicht nur eine Episode oder nur eine
Spielart eine lustige Abwechslung
sondern es ist tatsächlich ein Schicksal
in das der immigrant hier hineingeworfen
wird sein Schicksal ist es nämlich sagt
Günther anders aus jeder Welt in die er
geraten ist in die nächste gejagt zu
werden immer unter dem Zwang sich mit
den immer neuen Inhalten zu saturieren
und zwar mit solchen die auf die alten
nicht verweisen also diese Erklärung
dass eine neue Welt auf die alte nicht
verweist das war mir völlig neu das habe
ich bei ihm zum ersten Mal gelesen und
es wurde mir im Grunde mit dem Lesen
sofort schlagartig klar was er meint
weil und jetzt knüpfe ich bei mir selber
an so fühle ich mich auch auch wenn ich
mich also außerhalb von Deutschland
aufhalte und das tue ich ja hin und
wieder dann merke ich dass diese
konkrete Welt in der ich gerade bin mit
nichts auf Deutschland verweist
gleichzeitig zerfällt mein Bezug zu
Deutschland Stück für Stück und damit
finde ich mich eben nicht in einer
wunderbaren Abwechslung wieder sondern
ich bin in einem völlig unbekannten Wald
in dem es keine Merkzeichen mehr gibt
wie Günther anders sagt ich ich versuche
das mal hlich auf die systematischen
Aspekte ein bisschen zu gliedern und aus
der existenziellen Beschreibung heraus
zu übersetzen in eine Philosophie des
Raumes das beginnt mit einer Philosophie
der Geschichte nämlich der
Lebensgeschichte Lebensgeschichte
stiftet Identität wir bleiben uns
kenntlich wir werden andere im Laufe der
Zeit aber dadurch dass wir eine einzige
Geschichte erzählen fangen wir dieses
verschieden werden immer wieder ein das
beruht aber auf Voraussetzungen die wir
selbst nicht zustande bringen durch uns
erzählen sondern durch etwas was gegeben
sein muss denn im Laufe der Lebensphasen
erinere ich mich sehr stark also nicht
nur durch eigene Entscheidung sondern
auch durch das was mir körperlich
passiert ich reife heran zum jungen
Erwachsenen ich werde zum grereis oder
wie auch immer da gibt es Veränderung in
mir selbst aber da bleibt etwas gleich
oder fließt langsamer weiter das ist die
Heimat die gleich bleibt und insofern
gibt es etwas beharendes was mich trägt
und insofern ist meine Veränderung
erträglich weil ich ein Rahmen habe der
mich einbettet der mir als Unterstützung
dient in dem Moment wo meine Geschichte
also in mir möglicherweise schwindet und
auf der anderen Seite aber in der Welt
noch getragen ist habe ich eine
Veränderung die mich irgendwie nicht so
sehr existentiell bedroht das ist immer
noch meine Geschichte was jetzt passiert
ist dass in den Umgebungen in denen wir
uns befinden also die Umwelt ist ein
Wald von Merkzeichen sagt Günther anders
und du hast es ja auch zitiert das heißt
ich muss mich gar nicht erinnert ich
habe es nicht nötig mich zu erinnern
weil ich erinnert werde an etwas die
Zahnbürste die morgens in meinem
Badezimmer liegt erinnert mich daran mir
die Zähne zu putzen mein Stift den ich
auf dem Schreibtisch habe liegen lassen
erinnert mich am nächsten Morgen daran
dass ich mein Schreibwerk fortsetzen
muss und so weiter und so ist eigentlich
die ganze Welt aufgeladen und Träger
meiner Geschichte und der
bewandtniszusammenhang der Heimat ist
nicht nur von meiner Autorschaft
abhängig sondern wirkt wieder als
Autorisierung meiner Biografie zurück
sofern alles einiger Maßen stabil und
verlässlich bleibt wenn ich aber diesen
Kontext komplett verlasse und das können
wir im Kleinen schon nachvollziehen wenn
wir umziehen wenn wir in Urlaub fahren
was ich ganz schlimm finde ist wenn
Menschen ins Altersheim kommen und dann
aus ihren Kontexten komplett
herausgelassen werden wo sie eigentlich
von ihrer körperlichen ja Fähigkeit
vielleicht in ihrer Erinnerung Kanar
nicht mehr so souverän sind wird ihn
auch noch das geraubt was sie erinnert s
dass sie dann möglicherweise eine
demenzerfahrung an den Tag legen die
eher darauf beruht dass man ihn die
Kontexte geraubt hat und genauso kann
man sagen ist der
igrant ein dementer dem nicht der Geist
gestohlen wird denn der ist noch
funktional und präsent sondern dem die
Merkzeichen der Umwelt abhanden gekommen
sind und insofern enthält dann
tatsächlich die heutige Welt keine
Anspielung mehr an die frühere Welt und
der Fluss der Zeit so sagt der Volg
nicht mehr gerade ich kann mich mehr an
den Reihen stellen und runter gucken wo
komme ich hergeflossen sondern der macht
so viele Kurven dass ich bei jeder
Wendung eigentlich herausspringe und aus
dem Blick verliere wo ich eigentlich
herkomme und immer es wirkt so als wä
der fl abgebrochen das stelle ich mir
sehr sehr erschütternd vor mhm er sagt
ja schon dass ein normales Leben auch
Kerben aufweisen kann aber die Kerben
gehen nicht so tief die bleiben in einer
Tiefe die man überwinden kann das heißt
man kann von der anderen Seite noch die
Seite Erkennen von der man gekommen ist
die Kerben die jetzt beschrieben werden
das sind richtige Tiefe quasi
unüberwindbare Klüfte die sich da auftun
es wird ein altes Leben komplett
abgeschnitten er spricht das auch von
einer Knickung von einem Abzweig das
klingt mir aber noch eigentlich zu
harmlos tatsächlich finde ich seinen
Begriff der tiefen Kerbe den finde ich
am treffendsten und dann hast du eben
den Punkt angesprochen dass man so
kleine Dinge braucht die Einen daran
erinnern dass es etwas gibt woran man
bisher gearbeitet hat am Vortag und an
dem arbeitet man am nächsten Tag weiter
ein Stift der irgendwo auf dem Tisch
liegt mir fällt auf dass ich dann wenn
ich als Reisender unterwegs bin immer
nur meinen Rucksack bei mir habe und
wirklich wie ein Wanderer durch die
Gegend Eile aber keinen Ort habe an dem
etwas ist zu dem ich zurückkehre und
diese Kontinuität die fehlt unglaublich
schnell das wird einem sofort als ganz
entscheidender Verlust klar und deutlich
den man auch durch nichts anderes
ausgleichen kann die erste Neugier an
einen anderen Ort zu kommen wie wird es
dort sein und was werde ich dort erleben
die ist nur von ganz kurzer Dauer sehr
schnell fällt einem auf dass dieses
weggehen und ankommen weggehen und
ankommen dieses immer wieder verlassen
eines Ortes diese ja Ortlosigkeit zu
einer absoluten Verlorenheit
führt ja das ist das erschreckende und
wir werden am Ende der Sendung auch
darüber nachdenken ob das nicht sogar
den daheim gebliebenen so geht wenn
ihnen die Kontext und die bewandnisse
geraubt werden und die Heimat aus
anderen Gründen verloren geht ohne dabei
jetzt den Schmerz der
Immigration harmlosen zu wollen es gibt
eine zweite Dimension die jetzt über das
Zerbrechen des Lebens hinausgeht in
Hinblick auf die soziale Frage nämlich
der verlorene seinsbeweis es gibt
offensichtlich eine Abhängigkeit der
eigenen Existenz von etwas äußerem das
auch das soziale Äußere ist das mich
vergewissert dass ich bin und wie ich
bin und auch das geht verloren mhm könte
anders beschreibt hier dass unser sein
vor allem davon abhängt dass andere
unserer Gedenk denken dass sich andere
an uns erinnern dass andere auf uns
reagieren und er sagt dann ganz konkret
dass man unser im Exil gedacht hatte
davon konnte keine Rede sein und was
dann folgt ist dass er das Gefühl hat
zwischen Millionen als Luft behandelt zu
werden und da das so sein Gefühl ist
folgt auch sofort die nächste Konsequenz
so wurden wir Luft das finde ich so
schrecklich und gleichzeitig so treffend
denn in einer solchen
unfreiwillig aufgesuchten zweiten Heimat
wird man einfach nicht anerkannt im
ersten Moment und vielleicht auch im
zweiten nicht es ist also ganz schwierig
sich in einer neuen Welt häuslich
einzurichten sich mit dieser dann
letztendlich vollständig zu
identifizieren und so bleibt es nicht
aus dass er auch das wirklich nur ganz
treffend und kalt beschreiben kann mit
den Worten es ist ein Weiterleben als
niemand ophisch beginnt er ja mit einer
Selbstvergewisserung in hinblck auf das
eigene Sein wie wir sie von Ren de
carart her kennen nämlich dieser Satz
kugito ergosum und der wirkt so
fundamental so unumstößlich ich denke
also bin ich und das Günther anders uns
hier zeigt ist ja pustekuchen du bist
nicht wenn du denkst dann bist du Luft
ja das reine Denken stiftet noch nicht
unsere Existenz unsere Existenz besteht
um mit einer Formulierung keiner aren zu
sagen darin unter Menschen zu en und
nicht einfach nur vorzukommen unter
ihnen wie einen Partikel und insofern
variiert Günther anders den Satz jetzt
ins passiv kogitor ergosum man denkt an
mich also bin ich es wird meiner gedacht
und dieses Element des es wird an mich
gedacht wird durch ein ganz
schmerzhaften Vergleich noch mal
deutlich gemacht wie brutal das
eigentlich ist also durch zwei
vergleiche das einees dass ich sogar als
Verfolgter in meinem Heimatland noch
existierte da war ich mein Existenz noch
gewiss weil sein Leidensdruck gab der
aus der Verfolgung heraus resultierte
jemand der nicht existiert den verfolgt
man nicht wenn ich aber im Exil bin
werde ich noch nicht mal verfolgt also
selbst das ist mir nicht gegeben und
dann vergleicht er den Menschen mit dem
Funktionär der in seinen Augen auch
schon eine fehlfigur des Menschseins ist
jemand der bloß funktioniert aber viel
schlimmer noch als Funktionär sein ist
die Funktionslosigkeit
überhaupt noch nicht mal geschweige den
ob man existentiell eine Rolle spielt
aber funktional überflüssig zu sein zu
den nutz en gehören zu den useless wie
glaube ich harari sie nennt das muss
doch erschreckend sein und insofern ist
dieses Gefühl des luftseins und zur Luft
werden ein sehr sehr nah liegendes das
heißt es eine Existenz bei der ich zwar
noch da bin und zugleich aber nur ein
Gespenst unter Menschen das nicht in
Kontakt treten kann weil es im ein ganz
anderen Kosmos ist und was mich dann
wiederum als Formulierung auch so
ergriffen hat ist die Ansprache der Welt
gilt nur für andere nicht für mich das
heißt alle die Botschaften die da
ergehen die Schilder die da stehen die
Reden die gehalten werden all das geht
mich nichts an und es ist einerseits
schön weil genau das hat man glaube ich
als imigrant ja auch gewollt dass man
aus diesem angegangen werden entflieht
aber das nicht mehr angegangen werden
das muss auch ein Schmerz sein mm genau
das ist es also ich denke der erste
Impuls ist tatsächlich sich in
Sicherheit bringen erinnern wir uns an
die Situation in der viele
Imigranten gerade im Zusammenhang mit
dem Zweiten Weltkrieg waren da hat man
Deutschland verlassen weil man sich und
seine Familie in Sicherheit bringen
wollte und das ist sicherlich auch das
erste Gefühl ankommen an einem Ort an
dem man in Sicherheit ist man wird erst
mal nicht mehr verfolgt aber dann sehr
schnell stellt sich die zweite
Erkenntnis ein an diesem Ort bin ich ein
Niemand ich bin nichts hier niemand hat
auf mich gewartet es ist also durchaus
nicht so dass die ganze Welt drauf
wartet dass irgendjemand in ihre Nähe
emigriert und dort dann auftaucht und
mit offenen Armen f wird überhaupt nicht
sondern tatsächlich ist es so dass ein
Kampf beginnt und man kann ja auch
erstmal nicht viel tun man kann
vielleicht an die daheim gebliebenen
weiter Appelle schicken weiter Briefe
schicken weiter mit ihnen
korrespondieren aber das bleibt ein
Rückbezug auf die alte Heimat der man ja
eigentlich gerade entfliehen wollte also
auch das funktioniert nicht reibungslos
und dann versucht man in Kontakt zu
kommen mit der neuen Welt und das
gelingt eine
nicht oder zumindest nicht sehr schnell
ich habe mit großem Interesse gelesen
was Thomas Mann zu seiner Situation
geschrieben hat er hat ja ganz trotzig
geschrieben wo ich bin ist Deutschland
das wurde auch sehr schnell aufgegriffen
und ist eigentlich ein bekanntes Zitat
von ihm geworden aber ich glaube in
diesem Satz wo ich bin ist Deutschland
steckt auch ganz viel trotz und wenig
Realismus denn natürlich war dort wo er
war überhaupt nicht Deutschland ganz im
Gegenteil und wer wenn ich Thomas Mann
blieb Zeit seines Lebens ein deutscher
Schriftsteller und das zeigt es eben
dass wir aus eigener Kraft nicht
zustande bringen können was uns
eigentlich letztendlich trägt nämlich
das Heimatland das Vaterland ich bin
Deutschland kann ich behaupten und muss
gewissermaßen aus eigener Kraft immer
wieder bestätigen gegen eine Realität
die mir jeden Tag das andere zeigt und
sagt während ich in meinem Heimatland
selbst das geschenkt bekomme wie eine
Luft die ich atme und wenn ich mir die
Luft selber geben muss wenn ich unter
Wasser bin dann reicht die halt nicht
weit weil ich offensichtlich was in
Anspruch nehme was ich von außen Bedarf
jetzt ist es ja so dass man sagen könnte
na ja gut es gibt ja dann sowas wie eine
neue Gruppe eine Gemeinschaft der
Immigranten die dann zueinander finden
wobei die dann auch noch mal zerfallen
den Zusammenhang den habe ich bei
Günther anders nicht ganz so gut
verstanden in verschiedene Gruppen und
Arten und Weisen umzugehen mit der
Ankunft neuen Land da gibt's dann welche
die sich assimilieren dann gibt's dann
welche die darauf bestehen ihr Leben als
niemand weiterzuleben da gibt's welche
die dann eigentlich nur den Rückzug
wieder beanspruchen habe ich das so
einigermaßen richtig verstanden ja und
ich glaube dass er sich über alle diese
Gruppen ein bisschen mckiert er findet
das glaube ich alles nicht so richtig
gut und will damit auch zum Ausdruck
bringen dass diese verschiedenen
Versuche mit der neuen Situation
umzugehen aus seiner Sicht nur sehr
unvollkommen sind und zum Scheitern
verurteilt sind so würde ich diese
Passage lesen Alexander das wird mich
jetzt schon mal interessieren warum alle
diese drei Formen eigentlich Fehlformen
sind warum ist es eine Illusion wenn
jemand sagt ich bin zwar jetzt erst eine
Woche hier in Amerika aber ich bin schon
ein ganz ein New Yorker warum ist es
problematisch zu sagen ich packe meinen
Koffer nicht aus warum ist es
problematisch zu sagen ich bin lieber
niemand als dass ich hier heimisch werde
warum sind das alles Varianten des
Scheiterns an einem Problem bei dem wir
zum Scheitern verurteilt sind mhm machen
wir es doch der Reihe nach die erste
Idee ich bin New Yorker ich bin im
Prinzip das wo ich mich gerade aufhalte
das wird glaube ich nicht gelingen weil
man eben nicht new yorer ist das ist ein
Trugbild sich vorzustellen dass man in
diesem einen Leben sich in beliebig
viele Rollen verwandeln kann wir sind
glaube ich wer wir sind wir sind
sicherlich begrenzt veränderungsfähig
aber wir können nicht in eine völlig
neue Existenz hineinspringen das ist
kein Schauspiel und kein Theaterstück
dass wir hier aufhören also das glaube
ich der erste Punkt der zweite Punkt ich
packe meinen Koffer gar nicht aus das
ist natürlich ein Punkt der deshalb
schon nicht klappt weil in diesem nicht
Auspacken des Koffers stets die Hoffnung
mitgetragen wird den Ort den man jetzt
gerade mühsam erreicht hat schnellst
möglich wieder verlassen zu können
dieses auf der Flucht sein wird dann zu
einem stäten auf der Flucht sein denn
man flüchtet eigentlich in dem Moment wo
man angekommen ist gedanklich schon
wieder von diesem Ort darum klappt das
auch nicht denke ich und der dritte
Punkt sich auf Dauer verstecken einfach
unterzutauchen und gar niemand mehr sein
sich mit nichts arrangieren zu wollen
auch das wird nicht klappen denn der
Mensch ist eben ein Wesen das darauf
angelegt ist sich einzufinden sich mit
anderen in Kontakt bringen zu können und
all das würde man sich ja dadurch
Versagen indem man einfach nur in einer
dunklen Höhle in einem dunklen Loch
verschwindet das geht begrenzt für einen
gewissen kurzen knappen Zeitraum aber
ich glaube sehr bald scheitert auch das
in allen drei Fällen also bleiben wir
Fremdlinge des Raumes die ausgestoßen
sind und zurückgeworfen auf sich selbst
wir werden aber auch Fremdlinge unserer
eigen Biografie Günther anders zeigt
dass einen Regress gibt ein
zurückgeworfen werden in eine
Lebensphase die wir als längst
überwunden betrachten nämlich die ewige
Pubertät die gerade nicht ewige Jugend
sondern permanente unerwachsenheit ist
wie hast du diesen Punkt
aufgefasst also ich hab das tatsächlich
so verstanden wie du es eben gesagt hast
es ist eben keine Rückkehr in ein Kind
sein sondern es ist eine Rückkehr in ein
nicht fertig sein nicht vollendet sein
nicht teilhaben können wir kennen das ja
wenn man aus der Pubertät in des
Erwachsenen Leben Übertritt wann auch
immer das bei jedem Einzelnen passiert
hat man das Gefühl jetzt bin ich dabei
jetzt habe ich einen sozialen Status
erreicht und gehöre der wirklichen Welt
an
gleichzeitig geht damit ja einher dass
ich mich dort jetzt auch langsam ein
bisschen auskenne ich finde mich zurecht
ich kenne die Wege der Welt ich bin dort
selbständig unterwegs ich kann selber
Entscheidungen treffen als Erwachsener
und kann sie dann auch umsetzen genau
das geht jetzt aber nicht mehr in dieser
von Günther anders beschriebenen ja
erzwungenen Form der längstüberholten
Pubertät ich muss mich dort wieder ganz
neu orientieren und vielleicht werde ich
eben nicht erwachsen werden in dieser
neuen Welt also auch da ist das
Kriterium der Erwachsenheit nicht
geknüpft an eine organische Entwicklung
oder eine persönliche Reifung sondern
eine Resonanz eine Passung in Hinblick
auf die Welt in der ich lebe also auch
wieder in der Beziehung in der Relation
gedacht und nicht nur im vereinzelten
Subjekt das scheint mE ein Grundzug
dieses Denkens zu sein ein Punkt der mir
dann sehr nah gegangen ist und wir haben
vorher drüber gesprochen ich darf Dich
das Fragen es gibt auch sowas wie ein
Sterben am falschen Ort ein ungültiges
Leben mündet dann in einen ungültigen
Tod s dass dann überliefert ist von
Günther anders dass eine Frau sagt mein
Tod der findet ja gar nicht statt das
ist ja nur Theater wo möchtest du
sterben Alexander in Deutschland oder
woanders also auch da sind zwei Seelen
in meiner Brust einerseits finde ich die
Vorstellung sehr romantisch an einem
anderen Ort fern von Deutschland zu
sterben und dort dann auch in ein
entsprechendes Grab gelegt zu werden
andererseits muss ich sagen
dass ich mit sterben auch einen Gedanken
an eine Rückkehr verbinde und das Gefühl
hätte dass ein Grab fern von Deutschland
fern von dem Ort wo viele Menschen sind
die mir nahe stehen ein Sterben einem
falschen Ort wäre und Günter anders sagt
es ja dann auch wirklich stirbt man nur
zu Hause sonst würde man wenn man
gestorben ist am Ende auch in einem
falschen Grab liegen das finde ich sehr
bedrückend den Gedanken und gleichzeitig
geht er mir sehr nahe also ich bin
Unentschieden ich find es auch
erschreckend ja ich muss einmal an
meinen Großvater denken der aus
ostpreuen vertrieben wurde oder geflohen
ist oder sagen mal unsere Familie
gerettet hatte jetzt in den Westen der
hatte immer ein Glas Heimaterde dabei
und sein Wunsch war es dass diese
Heimaterde auch in seinen Grab kommt in
seinen Sarg der Gedanke dabei ist also
wenn ich schon nicht in meiner Erde die
ich gehöre gebettet werde dann habe ich
wenigstens ein bisschen dieser Erde bei
mir und zeige natürlich damit auch die
Entfernung die Entwurzelung und Schmerz
der damit verbunden ist das betrifft
aber jetzt nicht nur die Resonanz zur
Landschaft und zum Gebiet und zum Boden
der Erde aus der ich entstamme in die
ich zurückkehre sondern mit dem Tod ist
natürlich auch das Andenken gemeint das
heißt es gibt so eine ganz zynische
Variante ich weiß nicht ob das noch
praktiziert wird dass man arme Menschen
aufgrund der Kosten infolge des
Sozialamtes im Ausland bestattet hat das
heißt also ein Sozialhilfeempfänger aus
Kastor brauxel wurde dann nach Rumänien
gefahren weil es einfach billiger war
Sozialamt die Asche dort irgendwie
unterzubringen also ganz auf die
Beerdigung wollte man nicht verzichten
das bedeutet dass niemand der
Angehörigen und niemand der
wahrscheinlich genauso wenig
wohlhabenden Freunde und Angehörigen
dieses Grab besuchen kann es wird ein
Grab sein das kein gedenken mehr auslöst
sondern ist ein Grab das letztendlich
ein namenloses sein könnte und das ist
dann vielleicht ein sehr sehr zynischer
Gedanke weil natürlich auch mit dem
Pflegen des Friedhofs und des Grabes
sowas wie ein eingeschrieben sein in die
Geschichte auch nach dem Tod möglich ist
im Andenken das ist vielleicht die
kleine Hoffnung auf Unsterblichkeit ein
Fortdauer nach dem Tod im Andenken der
anderen und das bleibt dem Immigranten
in dieser Hinsicht vielleicht auch
vorenthalten
[Musik]
sie hören philosophieren im kontrafunk
heute mit Matthias burcher und mit mir
Alexander Christ eben hörten wir ein
Lied von der Gruppe oktoberclub Berlin
wenn Leute unser Land
verlassen ja wir wollen weiter über den
Text von Günther anders sprechen der uns
beide Matthias da verratig nicht zu viel
sehr bewegt hat aus ganz
unterschiedlichen Gründen wir haben ganz
am Anfang ja schon angedeutet dass es
nicht nur eine
emmigration im Sinne eines Verlassen
eines Landes geben kann sondern auch
eine innere Immigration über beide
Formen sprechen wir heute und was das
bedeutet haben wir jetzt schon in den
ersten Schritten angedeutet Künder
anders hat ja ganz viele Aspekte
deutlich gemacht in seinem kleinen Text
ein weiterer Aspekt ist der dass
derjenige der weggegangen ist auch immer
noch denkt er hätte eine Fernwirkung auf
das Land das er verlassen hat das fand
ich gerade zu rührend als ich das
gelesen
habe ja das ist ja dieses zerrissense
sein zwischen auswandern einwandern aber
nie wirklich weg zu sein und
möglicherweise auch nie so wirklich
anzukommen und nachdem er jetzt die
verschiedenen Varianten des nicht
anommens thematisiert hat die im
Folgenden auch noch mal auftauchen
werden versucht er diesen rückwärtsblick
zu bedenken und ich kann das
psychologisch ganz gut nachvollziehen
dass man denkt ich habe das Land
verlassen ich bin wichtig und mein
verlassen ist ja ein Akt meiner
politischen Souveränität und auch wenn
ich hier nur im Provisorium lebe ist
doch das was ich zu sagen habe ein
Signal das politisch zurückwirkt in die
Heimat das heißt es gibt eine Illusion
der Rückkehr und auch eine Illusion der
eigenen wirksam it die natürlich wie der
Name schon sagt ein wenig fraglich ist
denn natürlich ist es so dass die
ausgewanderten letztendlich dann auch in
Vergessenheit geraten es sei denn Sie
haben eine große Stimme und werden
propagandistisch genutzt um
zurückzukommunizieren in den Bereich
aber für die meisten war es tsälich
einen Schritt in die Luft nicht n in die
Ferne Luft sondern auch in die Luft in
Hinblick auf diejenigen die dann für Sie
Vergangenheit waren mhm genau und damit
geht einher die falsche Annahme dass in
der Zeit in der man weg ist das
verlassene Land still steht eigentlich
steht die ganze Zeit still das
beschreibt er auch ganz schön indem man
sagt die Zeit läuft gar nicht mehr sie
steht der abwesende denkt das Land die
alte Heimat sei unveränderbar und damit
sei sie auch tatsächlich unverändert das
geht dann einher mit der felsenfesten
Überzeugung dass es nur eine Frage von
wenigen Tagen ist bis man genau an den
Punkt wieder zurückkehren könne an dem
das gültige Leben abgerissen war das
finde ich auch eine sehr treffende
Formulierung denn jetzt befindet man
sich offensichtlich in einem ungültigen
leben also das sind natürlich mehrere
irrige Annahmen ja insbesondere verlangt
es ja gar nicht nach einer Bewegung im
Raum sondern nach einer Bewegung in der
Zeit also ich würde tatsächlich auch
gerne auswandern und zwar nach
Deutschland ich weiß noch nicht in
welches Jahr aber auf jeden Fall in
einem Jahr vor 2020 vielleicht auch vor
2015 aber das ist natürlich irrig das
heißt selbst wenn ich dann nach dem Ende
der Katastrophe wieder zurückkehren
würde an den Ort den ich verlassen hätte
wäre das nicht derselbe Ort es wäre ein
andere Ort das wä eine Heimat die mich
dann nur noch als Tourist aufnehmen
würde wenn überhaupt ja und das kann ich
jetzt wiederum sehr gut bestätigen ich
bin ja nicht ganz weg ich bin ja immer
wieder mal weg und wenn ich nach
Deutschland zurückkehre dann habe ich
exakt dieses Gefühl ich denke dass
dieses Land dass ich da wiederfinde ein
ganz anderes ist also ich denke wenn ich
wegfahre die Zeit bleibt stehen aber
wenn ich zurückkehre stelle ich fest ich
reise wie in ein Land als Tourist und
betrachte mir diese wundersamen
gestalten die hier rumlaufen wie
Eingeborene die ich nicht kenne aber ist
das nicht ein schreckliches Gefühl der
Ortlosigkeit der
nirgendszugehörigkeit der Verlorenheit
einer unwiderruflichen Entwurzelung ja
ja auf jeden Fall das kann ich nur
bestätigen aber gleichzeitig bleibt ja
das Gefühl wieder weggehen zu müssen das
ist ja das Dilemma in dass man sich
geworfen sieht man kann hier nicht sein
und dort nicht sein ich weiß nicht wo
ich mich lassen soll in
Anführungszeichen Günther ander setzt
dann fort mit seiner Argumentation indem
er den Migranten auch in die Pflicht
nimmt weil alles was wir jetzt
beschreiben und das ist möglicherweise
schon tragisch aber sicherlich auch noch
immer eine exklusive und gesicherte
Situation verglichen mit den Menschen
die dem Holocaust entfliehen wollten
oder dem Zweiten Weltkrieg was sich dort
abgespielt haben muss das können wir
erahnen aber sicherlich nicht nachfühlen
und trotzdem geht jetzt Günther anders
mit diesem Menschen ins Gericht denn was
uns gelingt ist dass wir ja daraus eine
erkenntnissituation schöpfen und auch
das stellt sich nicht ein der Migrant
ist kein weiser der aus diesem Verlust
jetzt eine tiefe Erkenntnis zieht
sondern er ist ein Vertriebener und ein
Getriebener der in verschiedenen Formen
eigentlich dem wesentlichen Fragen sich
gar nicht stellen kann weil er viel zu
sehr mit unwesentlich zu tun hat genau
er ist damit beschäftigt ein neues
lebensminimum wiederherzustellen oder
überhaupt eine Art lebenserlaubnis zu
erlangen das äußert sich dann erstmal
dass man damit beschäftigt ist eine
Aufenthaltserlaubnis zu erlangen und
dann eine Arbeitserlaubnis erjagen muss
das hat alles dann auch
ungeahnte Zeitläufe zu Folge man weiß ja
nicht wie lange es dauern wird bis man
die begehrten Erlaubnisse bekommt man
muss unzählige behördenkorridore entlang
wandern man muss Formulare ausfüllen man
wird also eigentlich jeden Tag mit
Nonsens beschäftigt man muss geld
bezahlen das zu verdienen man nicht
gestattet bekommen hat von dem Staat in
dem man lebt auch das ist ein komischer
Widerspruch genau also für viele ist das
so jetzt müssen wir wieder einen
Unterschied ziehen heutzutage gibt es
natürlich Menschen die ihr Land
verlassen und dann in einem neuen Land
finanziell erstmal ein bisschen
abgesichert leben können aber es gibt
eben auch andere Menschen die das nicht
können und die dürfen dann in der Regel
nicht arbeiten übrigens auch Menschen
die aus ihrem Land ausreisen und nach
Deutschland einreisen dürfen ja häufig
genug in Deutschland lange Zeit nicht
arbeiten und sind dann quasi vor die
Situation gestellt das beschreibt auch
Günther anders bereits durch
Schwarzarbeit sich sofort an dem neuen
Ort in eine Art Rechtlosigkeit zu
begeben und in die Illegalität zu
begeben also eigentlich ein Teufelskreis
der nicht gut enden
kann ich habe mir in dem Zusammenhang
das springt jetzt ein bisschen vor in
die politische Frage aber wir nehmen den
Faden bei Günther anders gleich wieder
auf gefragt ob wir nicht mehr Mitgefühl
aufbringen müssen für die Menschen denen
das angetan wurde wenn sie nach
Deutschland kommen und tatsächlich ist
es für mich das stärkste Argument warum
ich gegen Migration bin ich bin gar
nicht gegen den Menschen den es in der
Not hier hingetrieben hat aus welcher
Not auch immer sondern ich bin gegen
diese Konstellationen die diese Not
herbeigeführt haben bei allem was man da
sicherlich kluges sagen kann ob sowas
wie Fluchtursachen überhaupt zu
bekämpfen sind oder wie auch immer aber
ich finde Migration ist so etwas
Schreckliches dass ich die Beschönigung
von Migration als Fachkräfte Zuwanderung
oder so gerade zu zynisch finde und wenn
ich gegen Migration und so weiter bin
dann einfach auch damit sowas wie
reimmigration gar nicht erst nötig wird
ich hoffe dass die Pointe deutlich ist
Günther anders sagt dass wir
letztendlich über diese ganzen
Besorgnisse des improvisierten Lebens
und in der
gewohnheitslosigkeit die wesentliche
Frage nämlich dessen was eigentlich das
Schicksal der Migration verursacht hat
bzw jetzt der Immigration nämlich
eigentlich arbeitet man sich dann nicht
am Nationalsozialismus ab oder an
anderen Akteuren sondern man ist im
Grunde in einer sehr trivialen sehr
nahfeldorientierten Tätigkeit gefangen
und bleibt in den wesentlichen Fragen
eigentlich gedankenlos auch das hat mich
sehr schockiert weil ich dachte die
Migranten die halten dann
stellvertretend für die verbliebenen die
Frage aufrecht nach der gerecht
Richtigkeit auch das ist nicht gegeben
wobei er daraus keinen Vorwurf
formuliert an die Immigranten sondern
sagt dass ist gewissermaßen
stellvertretend für uns alle die wir die
Tränen für das falsche vergießen für ein
Katzenvideo für dieses oder jenes was
uns die Tagesschau zeigt aber die Tränen
für das richtige gar nicht mehr übrig
haben ja es ist ein fortwährender Kampf
um den Fortbestand der eigenen Existenz
der ein dann davon abhält sich um die
wirklich wichtigen Fragen zu kümmern
es gibt noch einen letzten ganz
wichtigen Punkt den Günther anders
aufgegriffen hat der hat mich sehr
berührt er spricht davon dass wenn man
in ein neues Land kommt man der Sprache
beraubt ist und sich in eine Art
stammeldasein geworfen sieht man ist
nämlich plötzlich dazu verurteilt wie er
sagt einige Etagen unterhalb seines
eigenen Niveaus mit der Umwelt zu
verkehren und die Umwelt die stuft den
sprech natürlich nach der Qualität nach
dem Rang seines Sprechens ein wenn man
sich in der jeweiligen neuen Sprache
nicht sofort perfekt ausdrücken kann was
ja in der Regel der Fall sein wird dann
wird man von den Menschen dort gar nicht
wirklich ernst genommen die haben ja
auch eigentlich überhaupt keine Zeit
sich um die Gründe zu kümmern warum
jemand nicht wirklich auf ihrem Niveau
sprechen kann sondern sie sehen
denjenigen so wie er ist sie sehen
jemand als unfähig sich auszudrücken und
das schlimme ist ist dann wird man auch
unfähig sich auszudrücken sagt Günther
anders denn so wie man sich ausdrückt so
schlecht wie man sich ausdrückt könnte
man sagen so wird man das ist also ganz
schlimm und hat vor allem noch eine
weitere Pointe gleichzeitig zum
Unvermögen sich in einer neuen Sprache
vernünftig und adäquat und
abwechslungsreich auszudrücken verlernt
man dann Stück für Stück auch die
heimatliche Sprache die deutsche Sprache
man erleidet ja so einen dreifachen
Verlust man verliert sein soziales
ansehen ja also ich als jemand der in
der deutschen Sprache sich ein bisschen
umgetan hat müsste im englischen
stammeln und würde sicherlich erstmal
ganz unten wieder anfangen müssen der
selbstverlust das über die Sprache
jemand sein auch in Bezug auf sich
selbst geht verloren aber auch sich in
der Sprache die Welt erschließen auch
das geht verloren ich finde es sehr sehr
erschreckend aber und das kommt dann
noch mal dazu dass diese Sprache in der
ich mich bewege eine Art Heimweh auslöst
die Sprache ist Stück zu Hause dass ich
mit mir herumtrage was dazu führt dass
es eine Tag und eine nachtsprache gibt
dass die Leute das unterscheiden dass
sie ihren arbeitsvollzügen im neuen Land
die fremde Sprache versuchen zu lernen
und dann mit ihren Familienmitgliedern
oder Freunden aus der alten Heimat in
der Heimatsprache sich unterhalten aber
letztendlich auch da gilt wiederum das
eine verlassen haben ohne im anderen
anzukommen führt zu einer Ortlosigkeit
auch im Sprechen genau meine deutsche
Sprache und meine deutsche Literatur
sind das letzte was mir noch geblieben
ist ich selber erlebe das so dass ich
immer wenn ich in Deutschland bin mit
einem Rucksack voll deutschen Büchern
das Land wieder verlasse das ist ein so
unglaubliches Symbol es macht mich im
wahrsten Sinn des Wortes
sprachlos und falls ich das sagen darf
du hast eine große Bibliothek die in
Deutschland zurückgeblieben ist die dich
gewissermaßen ja auch verlassen hat die
dir nicht mehr zur Verfügung steht wie
diese Dinge die dich an etwas erinnern
und da ist auch die Frage ja ist das
jetzt die Geisel in den Händen
derjenigen die dich aus Deutschland
vertrieben haben kannst Du das wieder
zurückholen wie passt das überhaupt
zusammen auch das ist find ich ein
unglaubliches Sinnbild für jemand der so
mit Sprache verbunden ist wie ich dich
halt kenne und das ist sicherlich etwas
sehr sehr schmerzhaftes wenn wir das
jetzt abrunden glaube ich ist
hoffentlich deutlich geworden wie massiv
und radikal der Zugriff auf unsere
Existenz ist wenn wir unsere Heimat
verlassen müssen und in einer neuen
Heimat egal ob wir dort ankommen oder
ein Fremdling bleiben uns irgendwie
zurechtfinden müssen eine Frage die sich
für mich jetzt noch stellt ist gibt es
nicht auch Elemente von Heimatlosigkeit
die einen ereilen können selbst wenn man
da bleibt mir geht es so dass ich auch
da das Gefühl habe dass mir die
Merkzeichen der Welt nach und nach
abhanden kommen eine Erfahrung des
Alterns vielleicht dass ein durch die
Geschichte die Welt fremd wird mache ich
jetzt gewissermaßen vor der Zeit dass
ich vieles nicht mehr stehe die Jargons
der Politik die Empörung der Medien die
sprachveränderungen und ein zweiter
Punkt ist dass ich auch in meinem
eigenen Land oft nicht das Gefühl habe
die Sprache zu sprechen mit den ich mich
mit anderen verständigen kann wenn ich
mich ein großen Bahnhof befinde oder an
sonstigen Orten wo viel Menschen
unterwegs sind habe ich da eine
babylonische Erfahrung der Sprachen
Vielfalt die ich an guten Tagen genießen
kann weil ich sozusagen viele viele
Facetten der Sprachlichkeit höre und die
mich an schlechten Tagen in eine
Depression treibt weil ich das Gefühl
habe wo kommen noch
verständigungsbrücken her wenn die
Sprache so aufgesprungen ist in
verschiedene unversöhnliche Facetten ja
ich möchte noch eine kleine Anekdote
anfügen ich war vor kurzem in Berlin und
saß in einem Restaurant wurde dort
bedient und ein Umstand über den ich
früher vielleicht gelacht hätte ist mir
jetzt wirklich schmerzhaft aufgefallen
der ober der mich bedient hat war nicht
in der Lage Deutsch mit mir zu sprechen
er sprach einfach überhaupt gar kein
Deutsch und er konnte nur gebrochen
Englisch das aber konnte er so
einigermaßen das heißt ich konnte mich
in meiner Stadt in Berlin mit einem ober
in einem deutschen Lokal nur auf
Englisch gebrochen unterhalten das
drückt diese völlige sprachliche
Unverbundenheit und entwurzlung einer
gesamten Kultur glaube ich in einem
einzigen Bild aus hinzu kommt bei mir
auch in der coronazeit diese große
Weltfremdheit dieses luftgefühl also mir
waren diese ganzen Ansprüche imperative
ich weiß nicht ob du dich daran noch
erinnerst man konnte ja nicht in den
Supermarkt gehen ohne von Schildern oder
Lautsprecher dururchsagen verfolgt zu
sein irgendeine Hygiene gvernante sagte
dann wie schnell man einkaufen soll was
man anfassen darf welche Abstände man
anhalten muss all das war irgendwie an
mich gerichtet und zugleich ging es
komplett an mir vorbei weil ich dachte
das ist so lächerlich dass ein Theater
dass mich nicht mehr angeht auch da
hatte ich ein großes fremdheitsgefühl so
eine Art
expatriierung unter Beibehaltung meines
Aufenthaltsortes das heißt ich lebe
immer noch da wo ich lebte aber es ist
offensichtlich nicht mehr mein Land mm
man ist aus der Welt gestoßen und es
bleibt das Gefühl dies ist nicht mehr
mein Land aber ein anderes kann es auch
nicht werden ich finde die innere
Emigration genauso dramatisch wie die
tatsächliche Migration aus einem Land
aus einer Heimat an einen anderen Ort
ich weiß nicht welches Schicksal das
schlimmere ist tatsächlich und ich weiß
vor allem nicht und das betrügt mich am
meisten wie aus dieser Dauerschleife
wieder herauszukommen sein wird viele
von uns hoffen seit langem auf
tiefgreifende Veränderungen in unserem
Land in Deutschland und das es immer
noch mein Land ist kann ich für mich
jedenfalls ganz sicher sagen und
gleichzeitig kann ein ja nur eine große
Hoffnungslosigkeit ereilen wenn man an
die gegenwärtigen politischen
Verhältnisse denkt und sich
vergegenwärtigt wie es in Deutschland
geradez geht also diese Zerrissenheit
bleibt erhalten und es fehlt der Ausweg
hast du einen Ausweg ich kann das
Problem noch genauer beschreiben denn es
wurde mit großer Brutalität eine gewisse
Transformation all unserer Lebenssphären
herbei gezwungen eine Vergewaltigung
alessen mit dem wir vertraut umgegangen
sind und die neueschafften Fakten sind
gewissermaßen irreversibel
eingeschrieben bzw wären sie nur zu
revidieren
unter dem Aufwand einer Gewalt die
aufzubringen ich nicht in der Lage aber
auch nicht bereit bin die Brutalität des
rückgängig maens meines Erachtens darf
nicht das Maß nehmen an der Brutalität
der Gewalttaten die uns zugefügt wurden
sondern sie muss wieder etwas heilendes
und tragendes in sich haben und insofern
besteht meine Hoffnung nicht in einer
schnellen Veränderung in einer
Revolution oder in einem Umsturz sondern
im tiefen Vertrauen auf die Kraftquellen
der Kultur die wieder zur Geltung kommen
könnten und das kann meines Erachtens
nur passieren wenn wir uns wieder trauen
Vorsilben vor das Wort Migration zu
setzen denn auch die Immigration ist
nicht so schlimm wie die bloße Migration
das heißt wenn wir Menschen zumuten
würden die zu uns kommen doch zumindest
ein Mindestmaß an Sprachlichkeit an
Kultur an Zugehörigkeit auf sich zu
nehmen würden wir nicht nur uns
eingefallen damit tun sondern auch denen
eine Gelegenheit geben das bloß hin und
herchieben von Menschen führt dazu dass
Migration ja in im großen Buch
beschrieben wurde als Waffe das betrifft
sowohl diejenigen auf den diese Waffe
zielt aber auch diejenigen die als Waffe
missbraucht werden und das ist
möglicherweise noch mal eine ganz neue
Qualität im Vergleich zu dem wovon
Günther anders hier schreibt denn unser
Asylrecht wenn ich das richtig
verstanden habe ist ja eine Reaktion auf
die Erfahrung von Holocaust und Zweiten
Weltkrieg insofern war es auf eine
europäische Konstellation gedacht und
war nicht gedacht als eine Lösung für
alle Probleme der Welt was nicht heißt
dass die ungelöst bleiben nur ob das
eine Lösung ist da habe ich meine
Zweifel sie hörten philosophieren im
kontrafunk heute mit mir Alexander
Kristo mit Matthias Burchard
