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Der Platon kommt in seiner ganzen Philosophie, also Platon etwa 400 v. Chr., darauf,
dass die Idee des Guten alle anderen Ideen beleuchtet, so wie die Sonne alle Gegenstände beleuchtet.
Es wird sehr bildhaft ausgedrückt.
Der Thomas von Aquinas im Hochmittelalter denkt den Satz weiter und sagt,
es gibt gar nichts, was rein in sich nur böse ist, allem liegt irgendein Gut zugrunde.
Der Dieb ist zwar falsch, dass der klaut, aber das, was er erstrebt, ist für ihn ein Gut,
nämlich das Stück Gold und vielleicht verwendet er das Gold, um zu überleben oder seine Familie zu ernähren
und das zumindest ist ein Gut.
Das wird zwar auf eine ungute Weise erstrebt, aber eigentlich eine sehr menschenfreundliche Sicht würde sagen,
wir Menschen sind immer auf das Gute ausgerichtet und wir sind immer auf die Wahrheit ausgerichtet,
aber manchmal auf falsche Weise.
Und wie können wir das noch besser verstehen?
Grundsätzlich könnte man sagen, genau das wäre das Moralische,
danach zu streben, dass mein Wille auf das Gute ausgerichtet ist und auf das Wahre ausgerichtet ist
und es ist nicht selbstverständlich, dass es ist.
Und es wäre das tiefste Unmoralische, was es gibt, zu sagen, ob Wahrheit oder das Gute, das ist mir egal.
Das Wahre könnte auch das Falsche sein, das Gute könnte auch das Böse sein,
mit dem zu spielen.
Es wird in der Garten-Eden-Erzählung in der Bibel so berichtet,
dass das Spielen mit dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse ist.
Gott hat nicht wirklich gesagt, das ist nicht so schlimm,
dieses Spielen mit der Wahrheit ist der Grund des menschlichen Dilemmas überhaupt.
Und man könnte sagen, das Gute und das Wahre zu erstreben und zu wollen,
ist deshalb gut, weil es den Menschen frei macht.
Nochmal, was hieße denn frei in diesem Kontext?
Freiheit, haben wir vorher gesehen, nur auf der Handlungsebene, ist ja noch gar nicht so Positives.
Wenn ich sage, ich bin frei, alles zu tun, egal was zu tun,
kann ich mich auch umbringen oder ich bin frei, ein Kind zu misshandeln,
ich bin frei, die Natur zu verschmutzen, inwiefern sollte das was Gutes sein?
Also Freiheit ist nur dann gut, wenn sie mich zum Guten führt.
Und das Gute wiederum, erstaunlicherweise, vergrößert meine Freiheit.
Also nochmal den Gedanken vorher zurück.
Wenn ich die Freiheit nutze, um das Böse zu tun, wird meine Freiheit kleiner.
Also wenn ich die Lüge sage statt der Wahrheit,
bin ich das nächste Mal weniger frei, die Wahrheit zu sagen.
Ich brauche eine zweite Lüge, die das deckt.
Wenn ich die Freiheit verwende, ein Verbrechen zu begehen,
bin ich nachher weniger frei, weil wahrscheinlich werde ich eingesperrt.
Oder ich muss das Verbrechen kaschieren, ich muss mich verstecken.
Wenn ich eine Droge nehme, von der ich abhängig werde, auch wenn ich die will,
wird sie meinen Willen so korrumpieren, dass ich nicht mehr frei bin,
das zu wollen, was eigentlich gut ist.
Also ich befürchte, dass es ein bisschen abstrakt rüberkommt,
aber das Gute und das Wahre sind wie die Leitsterne der Freiheit.
Ohne die ist auch der Begriff der Freiheit beliebig
und die Freiheit schafft sich selber ab.
Ich würde sogar so weit gehen zu sagen,
auch eine Gesellschaft ist nur so frei,
wie sie sich am Guten und am Wahren orientiert.
Man könnte es doch exerzieren, was passiert denn mit einer Gesellschaft,
die nicht mehr am Wahren orientiert ist.
Die sagt, du hast schon die Meinungsfreiheit, jeder darf sagen, was er will,
aber alles ist gleich wahr oder gleich unwahr.
Das wird dazu führen, dass nicht die Wahrheit siegt,
sondern die bloße Macht.
Der eine hat halt mehr Reichweite,
der eine hat die Möglichkeit, die Meinungen einzuschränken.
Wenn alle Meinungen gleich viel wert sind,
dann siegt am Schluss die bloße Macht.