In diesem Video wird die Bindungstheorie nach John Bowlby, Mary Ainsworth und James Robertson dargestellt. Die Bindungstypen, Entstehung von Bindung, die Auswirkungen der unterschiedlichen Bindungserfahrung und weitere Informationen zu dieser entwicklungspsychologischer Theorie werden in diesem Video besprochen. 🏠 Inhalte nachlesen ►► https://erzieher-kanal.de/bindungstheorie/ ✅ https://www.erzieher-kanal.de ✅
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Was genau besagt die Bindungstheorie und wer hat sie entwickelt?
Wie entwickelt sich eine positive Bindung zwischen dem Kind und seinen Eltern?
Und warum ist eine positive Bindung überhaupt wichtig?
Das und vieles mehr erfährst du in diesem Video.
Hi und herzlich willkommen zu einem neuen Video.
In diesem Video geht es um die Bindungstheorie,
welche von John Bowlby, James Robertson und Mary Ann Swatt entwickelt wurde.
Da diese Thematik sehr umfangreich ist, wird es zwei Videos geben.
Dieses ist der erste Teil.
Den zweiten Teil findest du ab dem 4. Oktober 2020 auf dem YouTube-Kanal.
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Viel Spaß beim Video.
Die Bindung wird als ein emotionales Band zwischen zwei Personen verstanden.
In der Bindungstheorie insbesondere das emotionale Band zwischen Eltern und Kindern.
Dieses Band sorgt im Idealfall für Schutz und Sicherheit beim abhängigen Kind
durch eine stabile Bindung zu der Bezugsperson.
Bowlby beschreibt die Bindung als unsichtbares, gefühlvolles Band zwischen dem Kind und seinen Eltern,
welches eine starke Bedeutung in der kindlichen Entwicklung beimisst.
Die Bindungstheorie wird von Fachkollegen häufig als ein umfassendes Konzept
der Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes
als Folge der eigenen, individuellen, sozialen Erfahrungen bezeichnet,
mit welcher sich der Zusammenhang zwischen negativen Gefühlen,
Persönlichkeitsstörung oder emotionaler Distanz
und der negativen Bindung und Trennung zu Bindungspersonen beleuchten lässt.
Wie entsteht eine Bindung zwischen dem Kind und der Bezugsperson?
Direkt nach der Geburt hat das Kind keine emotionale Bindung zu den Mitmenschen.
Es erkennt allerdings die Stimme seiner Mutter.
Diese ist ihm aus der Schwangerschaft bekannt.
Später kommt die Stimme des Vaters und der Geruch der beiden Elternteile dazu.
Die Eltern hingegen haben eine biologische Disposition,
die dafür sorgt, dass sie eine starke Bindung zum Kind verspüren.
Das Kind entwickelt in der Regel im Verlauf des ersten Lebensjahres
eine emotionale Beziehung zu den Eltern.
Das Kind fordert die Befriedigung seiner Bedürfnisse
durch angeborene und intuitive Verhaltensweisen ein,
zum Beispiel durch Weinen, Klammern oder Schreien,
um bei Angst, Enttäuschung oder Kummer
eine fürsorgliche Person, die diese negativen Gefühle vertreibt, herbeizuholen.
Diese angeborenen und intuitiven Verhaltensweisen stellt das Bindungsverhalten dar.
Kinder wenden diese aktiv an,
um sich emotionale Sicherheit und Geborgenheit einzuholen.
Die Eltern reagieren auf dieses Bindungsverhalten des Kindes intuitiv richtig.
Sie müssen keinen Kurs dafür absolvieren oder es mühsam erlernen.
Wenn das Kind Angst hat und schreit,
dann weiß die Mutter oder der Vater im Regelfall, was zu tun ist.
Das Kind wahrnehmen, es auf den Arm nehmen und mit sanfter Stimme beruhigen.
Dieses Pflegeverhalten der Eltern wird als intuitives Elternprogramm betitelt.
Das Pflegeverhalten der Eltern und das Bindungsverhalten des Kindes
passen gut zusammen und sind aufeinander zugeschnitten.
Lernt das Kind, dass es in den relevanten und nötigen Momenten,
in denen es das Bindungsverhalten zeigt,
Aufmerksamkeiten und Pflegeverhalten der Eltern erfährt,
dann lernt es Sicherheit.
Es nimmt im weiteren Situation unbewusst an,
dass es erneut eine positive Bedürfnisbefriedigung erfährt.
Erleben die Eltern, dass sie mit ihrem Pflegeverhalten
einen positiven Effekt auf das Bindungsverhalten des Kindes haben,
verfestigt sich dieses Verhalten ebenso.
Durch dieses Zusammenspiel und eine häufige positive Interaktion
zwischen Eltern und Kind,
festigt sich die Bindung und die Eltern werden nach und nach
zu einer sicheren Bindungsperson.
Es entsteht eine vertrauensvolle Beziehung und sichere Bindung.
Die Entwicklungsphasen der Bindungsbeziehungen
Das gerade beschriebene Bindungsverhalten durchläuft verschiedene Entwicklungsphasen.
Das Bindungsverhalten wird in diesen Phasen unterschiedlich ausgelebt,
entwickelt sich und wird komplexer.
Es lassen sich vier Entwicklungsphasen der Bindungsbeziehungen benennen.
Phase 1
Der Säugling zeigt Bindungsverhalten zur Befriedigung der Bedürfnisse,
zum Beispiel durch Weinen und Schreien.
Der Säugling unterscheidet dabei nicht zwischen vertrauten und unbekannten Menschen.
Er lässt sich von jeglichen Erwachsenen hochnehmen und beruhigen.
Diese Phase dauert vom ersten bis zum dritten Lebensmonat.
Phase 2
Das Bindungsverhalten wird auf ausgewählte Personen gerichtet,
tendenziell am ersten auf die Mutter.
Der Säugling unterscheidet zwischen vertrauten und fremden Personen.
Hochheben und Trösten können in dieser Phase allerdings noch durch fremde Personen möglich sein.
Diese Phase dauert vom dritten bis zum sechsten Lebensmonat.
Phase 3
Das aktive Bindungsverhalten erweitert sich,
dadurch, dass das Kind Bindungspersonen folgt, sie begrüßt oder gezielt Blickkontakt aufnimmt.
Das Kleinkind sucht die Nähe der primären Bindungspersonen, also im Regelfall der Eltern.
Diese Phase dauert vom sechsten Lebensmonat bis etwa zum dritten Lebensjahr.
Phase 4
Das Kind kann aufgrund gereifter Kompetenzen, Erfahrungen und Eigenschaften
die Emotionen und Motive der Bindungspersonen nachvollziehen.
Es kann also Rücksicht nehmen und es ist möglich,
dass das Kind nicht ausschließlich auf den eigenen Bedürfnissen beharrt.
Es ist in der Lage zu verstehen, dass es auch andere Bedürfnisse als seine eigenen gibt.
Die Beziehung zwischen Kind und dem Erwachsenen wird dadurch deutlich komplexer.
Diese Phase beginnt etwa ab dem vierten Lebensjahr.
Warum ist eine sichere Bindung von so großer Bedeutung?
Eine sichere Bindung ist von großer Bedeutung.
Es hat sich in Studien gezeigt, dass Jugendliche, die in einer stabilen Familie aufwuchsen,
in denen eine sichere Bindung herrschte, zufriedener, selbstbewusster und gesünder waren als Jugendliche,
bei denen die Familie in Situationen negativ oder instabil war.
Sicher gebundene Menschen und vor allem Kinder und Jugendliche
können unter anderem mit Stress besser umgehen.
Sie sind resilienter.
Ebenso sind sie fähiger, Probleme zu lösen und verfügen über ein ausgeprägtes Selbstwertgefühl.
Somit entsteht die Basis für psychische Gesundheit und die Charakterbildung in der frühkindlichen Entwicklung.
Die Bindung ist damit nicht in Stein gemeißelt,
aber eine sichere Bindung ist ein sehr großer Sturzfaktor für spätere psychische Erkrankungen und weitere Probleme.
Eine positive Entwicklung der Bindung ist zum Beispiel dadurch möglich,
dass die Eltern dem Kind mit Fürsorge und Geborgenheit entgegentreten.
Dabei darf das Kind allerdings nicht überbehütet oder dauergeschützt werden.
Eigene Erfahrungen durch einen Auskundschaften und Erleben der Umwelt ist für die kindliche Entwicklung ebenso wichtig.
Das Kind muss bei Bedrohung, Gefahr oder Angst jedoch wissen,
dass es Sicherheit und Schutz bei seinen Bindungspersonen erfährt.
So kann das Kind in Ruhe explorieren.
Welche Auswirkungen haben unterschiedliche Bindungserfahrungen?
Welche Bindungstypen können daraus entstehen und was hat das für Folgen?
Warum ist es wichtig, sich als Erzieher oder Erzieherin überhaupt mit der Bindungstheorie auszukennen?
Antworten auf diese Fragen gibt es im zweiten Teil.
Den Link zu dem Video findest du hier.
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Vielen Dank und bis zum nächsten Mal.