Wie ein Schweizer LSD erfand, eine Überdosis nahm und sich dann aufs Velo setzte!

Swiss Mind
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4 Videoaufrufe·29.10.2024
Heute erzählen wir euch die Geschichte von Albert Hofmann, dem Erfinder von LSD.
Hofmann kam am 11. Januar 1906 in Baden im Kanton Aargau zur Welt.
Als sein Vater schwer erkrankte, musste er als Ältestes von vier Geschwistern schon früh zum Familienunterhalt beitragen.
Dank der finanziellen Unterstützung seines Onkels konnte er dennoch eine kaufmännische Lehre, die Matura und später ein Chemiestudium an der Universität Zürich besuchen.
Beim späteren Nobelpreisträger Paul Carrer promovierte er nämlich mit seiner Arbeit über den enzymatischen Abbau von Chitin und Chitosan mit einer Auszeichnung.
Nach seinem Studium arbeitete Hofmann mehr als 40 Jahre für das Basler Chemieunternehmen Sandow.
Während seiner Zeit als Forscher für Sandow entdeckte Hofmann 1938 per Zufall zum ersten Mal LSD.
Hofmann arbeitete gerade an einem Mittel gegen Atem- und Kreislaufprobleme.
Dabei experimentierte er in seinem Labor mit verschiedenen Lysergsäuren.
Unter anderem testete er auch die Kombination von Lysergsäure mit Diethylamin, kurz LSD-25.
Ein Testbericht zeigte aber, dass LSD-25 in Tierversuchen nicht die gewünschte Wirkung zeigte.
Die Sandow teilte Hofmann kurzerhand mit, dass seine Entdeckung nutzlos ist.
Hofmann konnte LSD-25 einfach nicht vergessen. Er fühlte, dass da mehr dahinter stecken musste.
1943, fünf Jahre später, kreierte er den Stoff auf eigene Faust noch einmal.
Während der Synthese der Stoffe fühlte er sich plötzlich etwas benebelt.
Hofmann ging nach Hause und legte sich hin.
Am kommenden Montag beschrieb er seinem Vorgesetzten Arthur Stoll seinen ersten unbewussten LSD-Trip.
Zuerst dachte Hofmann, er hätte ein chloroformähnliches Lösungsmittel eingeatmet.
Doch wahrscheinlich gelang eine extrem geringe Menge LSD über die Haut an seiner Fingerkuppe in den Körper.
Um sicher zu gehen, woher die Symptome kommen, entschied er am 19. April um 16.20 Uhr einen Selbsttest durchzuführen.
Geplant war, schrittweise die Dosis zu erhöhen.
Also führte er sich eine vermeintlich geringe Dosis von 250 Mikrogramm zu.
Um 17.00 Uhr schrieb er für diesen Tag seinen ersten und letzten Eintrag in das Laborprotokoll.
17.00 Uhr, beginnender Schwindel, Angstgefühl, Sehstörungen, Lähmungen, Lachreiz.
Das Schreiben fiel ihm immer wie schwerer.
Er konnte sich nicht mehr klar ausdrücken und bat seinen Assistenten, ihn nach Hause zu bringen.
Da während des Zweiten Weltkriegs keine privaten Autos erlaubt waren, mussten die beiden Männer mit dem Velos nach Hause fahren.
Hofmann befand sich zu diesem Zeitpunkt auf dem ersten bewussten LSD-Trip.
Während der abenteuerlichen Heimfahrt mit dem Velo war seine Wahrnehmung verzehrt und er fühlte sich, als würde er sich nicht vom Fleck bewegen.
Später soll ihm sein Assistent erzählt haben, dass sie eigentlich ziemlich schnell unterwegs waren.
Zu Hause angekommen erschienen ihm Möbel und Einrichtungsgegenstände grotesk und ihm schien, als wollen sie ihm Böses.
Seine Nachbarin sah er als hinterlistige Hexe mit farbiger Fratze, die ihn bedrohte.
In einem späteren Protokoll schrieb Hofmann, dass er sich fühlte, als hätte ein Dämon Besitz von seinem Körper ergriffen.
Sein Körper löste sich von der ihm bekannten Welt und Hofmann fragte sich, ob er gerade am Sterben sei.
Als sein Arzt ihn untersuchte, war aber alles wie es sein muss.
Einzig seine riesigen Pupillen waren auffällig.
Die Dosis, die Hofmann eingenommen hat, ist etwa fünfmal höher als das, was heute als normal angeschaut wird.
So war Hofmann bei seinem ersten bewussten LSD-Trip gleich einer Überdosis ausgesetzt.
Nach einiger Zeit erwachte Hofmann aus seinem Horrortrip und er verspürte ein tiefes Glücksgefühl und Dankbarkeit.
Farben in seinem Sichtfeld leuchteten, selbst wenn die Augen geschlossen waren.
Und alles sah aus, als würde man es durch ein Kaleidoskop betrachten.
In seinem Protokoll schrieb Hofmann, alles leuchtete und glitterte. Es war, als wäre die Welt neu erschaffen worden.
Später meinte er dazu, ich habe LSD nicht gewählt. LSD hat mich gefunden und mich gerufen.
Nach seinem Trip wurde LSD an verschiedenen Tieren getestet, mit verblüffenden Resultaten.
Katzen wollten plötzlich keine Mäuse mehr jagen und Spinnen machten kuriose Muster mit ihren Netzen.
Eine Blütezeit erlebte LSD dann während der Hippie-Bewegung. Hofmann stellte sich stets gegen den Massenkonsum von LSD.
Er wollte aber, dass LSD in der Forschung eingesetzt werden kann.
Erst 2007 wurde in der Schweiz aber die erste legale Studie mit LSD zugelassen.
Damit hat sich vor seinem Tod ein großer Traum von Hofmann verbirglicht.
2008 starb Albert Hofmann im Alter von 102 Jahren im Kanton Basel-Landschaft an einem Herzinfarkt.
Seine Erfindung LSD wird bis heute jedes Jahr am 19. April mit dem Bicycle Day gefeiert.
Wenn euch das Video gefallen hat, lasst uns einen Daumen nach oben da und macht die Glocke weg. Bis zum nächsten Mal.
