Zeitumstellung in der Schweiz - soll sie wirklich abgeschafft werden?

Swiss Mind
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5 Videoaufrufe·29.10.2024
Jedes Jahr stellen wir Ende März und Ende Oktober unsere Uhren entweder eine Stunde vor oder nach.
Aber warum machen wir das?
In der Schweiz und vielen anderen europäischen Ländern gibt es die Normalzeit und die Sommerzeit.
Wenn wir von einer Zeit in die andere wechseln, reden wir von Zeitumstellung.
Erfinder der Sommerzeit ist Geheimrat Henry Böttinger, ein Mitglied des preußischen Herrenhauses.
Während des Ersten Weltkriegs verbrauchte die Rüstungsindustrie in Deutschland extrem viel Brennstoff.
Zusätzlich wurde die Zufuhr von Brennstoffen mit einer Seeblockade eingeschränkt.
Böttinger schlug darum vor, dass man am 30. April 1916 die Zeit einfach eine Stunde vorstellt.
Da so der Morgen für die Arbeiter eine Stunde später begann, konnten sie länger vom Tageslicht profitieren und brauchten weniger Energie für Lampen.
In vielen Städten in Deutschland führte das am 1. Mai zu Chaos.
Arbeiter kamen eine Stunde zu früh zur Arbeit und Lieferungen wurden zu früh geliefert.
1918, nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, wurde die Zeitumstellung dann wieder aufgehoben.
Auch während des Zweiten Weltkriegs wurde die Zeitumstellung in Deutschland wieder eingeführt.
Mit dem gleichen Ziel wie damals 1916.
Seit 1980 ist die Sommerzeit in Deutschland gesetzlich verankert.
Zum ersten Mal gab es die Sommerzeit in der Schweiz während des Zweiten Weltkrieges von 1941 bis 1942.
Genau wie Deutschland wollte die Schweiz 1980 die Sommerzeit einführen.
Dem damals 26-jährigen Bauer Rudolf Wettstein gefiel das aber gar nicht.
Er sammelte über 80.000 Unterschriften und konnte so das Referendum ergreifen.
So kam es 1978 zur Volksabstimmung.
An der Urne wurde die Sommerzeit mit 52% abgelehnt.
Im Gegensatz zum nördlichen Nachbarn Deutschland hatte die Schweiz also 1980 keine Sommerzeit.
Das führte natürlich zu einigen komischen Situationen.
Vor allem in der deutschen Enklave Büsingen, die vom Kanton Schaffhausen umgeben ist.
Büsingen gehört eigentlich zu Deutschland.
Da die Gemeinde aber von Schweizer Staatsgebiet umgeben ist, richteten sie sich 1980 nach der Schweizerzeit.
Die offizielle Zeit für Büsingen war aber die deutsche Sommerzeit.
Auf einigen Computern hat Büsingen deshalb sogar eine eigene Zeitzone erhalten.
Um dem Chaos ein Ende zu setzen, verabschiedete das Parlament 1980 das Zeitgesetz.
Diesmal wurde kein Referendum ergriffen und ab 1981 hatte die Schweiz dann im Sommer die gleiche Zeit wie ihre Nachbarländer.
2019 hat das EU-Parlament den Vorschlag, die Sommerzeit abzuschaffen, gut geheißen.
Eigentlich müsste die Sommerzeit 2021 abgeschafft werden.
Da sich die Mitgliedstaaten der Europäischen Union aber nicht auf eine Zeit einigen können, bleibt die Sommerzeit bis auf weiteres bestehen.
Die Schweiz ist in dieser Diskussion stiller Beobachter.
Der Bundesrat will warten, was in den Nachbarländern entschieden wird und wägt dann Vor- und Nachteile ab.
Was hältst du von der Sommerzeit?
Schreibe es uns in die Kommentare.
Und wenn du gerade dabei bist, lass uns doch auch noch einen Daumen nach oben da und mach die Glocke weg.
Bis zum nächsten Mal.
