Wurmbuntes Schwert: Eine Rekonstruktion in der frühmittelalterlichen Schmiede

LWL-Archäologie für Westfalen
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01.11.2024
Sie sehen aus wie Würmer, Drachen, fabulöse Wesen: Die Verzierungen frühmittelalterlicher Schwerter sind faszinierend. Wie sie genau beim Schmieden entstanden, welche inzwischen längst vergessenen Techniken dafür erforderlich sind: Der Archäologe Ulrich Lehmann hat es an westfälischen Schwertern erforscht und zusammen mit dem Schmied Stefan Roth ein glänzendes Exemplar nachgeschmiedet.
v
feuer kann zerstörung bedeuten zugleich
aber energie erzeugen und stoffe und
metalle verändern
schon im altertum machten sich schmiede
diese eigenschaft bei der
metallverarbeitung zunutze
ihr altes wissen ist im laufe der
jahrhunderte verloren gegangen im rahmen
eines weltweit einzigartigen projektes
haben sich der archäologe ulrich nehmen
und der waffenschmied stephan roth auf
die spuren der schmiede von vor über
1000 jahren begeben
schritt für schritt wollen sie ein
trumpf schwert aus dem sechsten
jahrhundert nach schmiden dieses
schmiede projekt das wir hier
durchführen ist aus einem
forschungsvorhaben von altertums
kommission für westfalen und lwl
archäologie für westfalen erwachsen und
wir haben hier im prinzip die einmalige
chance eine frühmittelalterliche waffe
zu rekonstruieren sowohl was das
material als auch die ursprünglich auf
der klingel sichtbaren muster angeht
doch erst muss das notwendige eisen
hergestellt werden
mit selbst gebauten renn höfen wird das
eisenerz mit hilfe von holzkohle
verhütet drei bis vier dieser höfen sind
nötig um genug material für die
verschiedenen eisen legierungen zu
erhalten
für den klingen kern benötigt stefan
roth einmal schwach kohlenstoffhaltige
reisen sowie das besonders schwierig
herzustellende phosphor eisen das
problem bei dem fuß reisens dass man
dafür
dementsprechend das erz h muss was einen
relativ hohen phosphorgehalt von haus
aus wir haben aber natürlich nicht ad
hoc lagerstätten gleich auffinden können
wo wir da so aus dem vollen schöpfen
konnten
du musst nach teilweise sehr viel
improvisieren und sehr viel rum
experimentieren das war teilweise sehr
anstrengend und sehr langwierig der ofen
ist aufgeschlagen
am boden hat sich die mit schlager
durchsetzte eisen luppe gesammelt
insgesamt 16 kilo metall werden bei dem
projekt verarbeitet um aus der luft ein
schwert schmieden zu können muss sie
weiter verarbeitet werden
stefan rothe hits die lupe erneut um sie
flach zu schmieden
in diesem zustand ist das material noch
stark mit schlacke und holzkohle resten
verunreinigt aus den flachen stücken
wird nun ein sogenanntes grundpaket
zusammengesetzt und das wichtige
entscheidung ist dass man wirklich keine
lücke dazwischen um eine vollflächige
verschweißung zu gewährleisten
das paket wird nun verschweißt immer
wieder erhitzt geschmiedet und gefaltet
dadurch werden unreinheiten entfernt und
weitgehend gleiche materialeigenschaften
erreicht eisen pakete wie dieses bilden
die grundlage des klingen kerns dieser
kern ist zusammengesetzt aus acht steben
jeder einzelne staat besteht wiederum
aus unterschiedlichen komponenten hier
ein schaubild das weiche schwach
kohlenstoffhaltige eisen wird mit dem
spröden und harten phosphor eisen in
verschiedenen lagen verschweißt und
eingewickelt
dieses paket wird nun zu einem staat
geschmiedet die unterschiedliche
beschaffenheit der einzelnen lagen wird
später auf der klinge als muster
sichtbar werden
einst war diese verzierung auf der
frühmittelalterlichen vorlage zu sehen
durch verschiedene techniken können
diese muster gesteuert werden
lange haben archäologe und schmid
experimentieren müssen um die schweiz
strukturen ihres schwertes entschlüsseln
zu können
in einer zeit in der die menschen noch
ein drachen und andere mythische tiere
glaubten spielte bei der auswahl der
verzierungen wohl auch magie eine rolle
besonders beliebt war die formen der
schlange die schlangen haben im
frühmittelalter ganz viele
unterschiedliche bedeutungen das wesen
wandelt quasi zwischen dies und jenseits
und kann dem träger der waffe heil und
schutz verreisen und bringen natürlich
andererseits den feind den man
gegenübersteht tod und verderben um
schlangen und andere muster auf die
klinge zu bekommen werden die aus
unterschiedlichen eisen lagen
bestehenden stäbe in bestimmten
abständen verdreht an diesen tradierten
stellen entstehen später vom nicht
vertreten teil abweichende mustern der
kern der klinge besteht aus zwei lagen
diese stäbe wird das schwert später
abgeschliffen werden diese muster
sichtbar verändern sich mit jedem
upgrade die ausführung der schweiz
strukturen beim mittelalter ein beleg
für die qualität der klinge und die
handwerkskunst des schmiedes
später wird an diesen weichen klingen
kern eine harte schneider aus stahl
geschmiedet
stefan roth beginnt die einzelnen stäbe
in genau festgelegten abständen zu
tradieren ein kleiner fehler oder eine
drehung zu viel und der aufwändig
hergestellte starb es zerstört besondere
schwierigkeit bei diesem projekt ist
erstens das material das ist natürlich
ein material mit dem man normalerweise
heute nicht mehr so arbeitet und man
kann also auch nicht irgendwie auf
erfahrungswerte zurückgreifen sondern es
ist wirklich alles experiment helfers
wir machen dann kam noch dazu die muster
steuerung die in der frau mir vorher
nicht bekannt war und ich glaube auch
vielen anderen archäologen und schmieden
nicht stefan roth hat die acht stäbe des
klingen kerns miteinander verschweißt
als nächstes muss er die schneid leiste
anbringen
sie ist um ein vielfaches härter als der
muster tragende klingen kann
das so genannte personen des schwertes
beginnt erneut sind maßarbeit und
konzentration angesagt
die schneid leiste wird mit dem klingen
kern verschweißt auch die griff angel
wird nun aus geschmiedet
ein schwert wie dieses vermittelten
luxusgegenstand und nur sehr
wohlhabenden und mächtigen trägern
vorbehalten
es gibt schriftquellen aus dem siebten
jahrhundert die den wert des schwertes
mit drei solide also drei großen gold
jungs mit ziffern
das ist in unsere heutige zeit natürlich
ein bisschen schwer zu übertragen aber
ich denke wenn man die sparte vergleich
mit einem oberklasse oder gar einen
luxuswagen in verschiedenen ausführungen
dann kommt man dem tatsächlichen wert
schon relativ nah nachdem die schneid
leiste angebracht ist wird das schwert
geschliffen
schicht für schicht wird abgetragen um
an die begehrten muster von schlangen
und würmern zu gelangen wurden bis auf
50 prozent der ursprünglichen
materialstärke wieder abgetragen
für das frühe mittelalter war dies ein
bemerkenswert hoher verbrauch von
ressourcen
auch stefan roth ist erstaunt über den
enormen aufwand mit dem im
frühmittelalter schwerter hergestellt
wurden
man muss da bei diesem schwert dann
natürlich sehr stark differenzieren wie
wie sie gearbeitet worden aber die
meisten städte die man gefunden hat
darum das dürfte sich dann obwohl zum
größten teilen um er fast
kultgegenstände oder statussymbole
handeln weil diese schwerter sind so
aufwendig gearbeitet also will ich so
ein schwert besitzen würde als träger
und würde im früh und leiter rumlaufen
ich würde das glaube ich nicht benutzen
einige tage später ist das schwert
fertig geschliffen und mit einem griff
versehen trifft es in münster in der
zentrale der lwl-archäologie 1
ulrich lehmann nimmt das ergebnis des
experimentes in augenschein
das experiment ist geglückt schlangen
und muster winden sich auf dem klingen
kern genau wie auf der vorlage aus dem
sechsten jahrhundert
es ist bisher die genaueste nachbildung
einer frühmittelalterlichen sparte so
der fachausdruck für diese art von
schwertern die rekonstruktion entspricht
weitgehend dem original sowohl im
material als auch in den schweiß mustern
der klingen oberflächen angesichts der
arbeitszeit von drei wochen über einer
halben tonne an holzkohle und 16
kilogramm verarbeitete metall
denn der wert einer solchen waffe kaum
zu hoch eingeschätzt werden
