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Hallo und herzlich willkommen hier auf dem Kanal Kultur Epochen zu diesem neuen Video.
Ja, zunächst einmal möchte ich mich sehr herzlich bedanken für das rege Interesse
am Vortrag, den ich vergangene Woche in Stuttgart-Möhringen in der Kirche der Christengemeinschaft halten
durfte.
Das Video hat viele Zuschauer bereits gefunden und ich möchte mit dem heutigen neuen Video
noch ein wenig auf Dinge eingehen, die ich während des Vortrags in Stuttgart nicht unterbringen
konnte, die ich aber für so wichtig erachte, dass ich an dieser Stelle gerne noch einmal
vertiefend darauf eingehen möchte.
Heute ist ein sehr windiger Tag und zudem befindet sich in unmittelbarer Nähe der Wohnung,
in der ich lebe, eine Baustelle, d.h. eventuell gibt es im Hintergrund einige Geräusche,
die sich im Moment nicht vermeiden lassen.
Ich hoffe, dass sie nicht allzu sehr stören werden während der Aufzeichnung und bitte
dafür um Verständnis.
Ja, der Vortrag in Stuttgart, Trinitarisch Denken, die Dreigliederung als Grundlage einer
modernen Weltsicht, dort möchte ich ganz gerne heute mit euch noch einmal anknüpfen
und besonders einen Aspekt vertiefen, der an diesem Abend aus meiner Sicht nicht genügend
beleuchtet wurde.
Der Vortrag sollte 60 Minuten dauern und ich habe mich versucht, an diese Zeitvorgabe
zu halten, aber das Thema der Trinität und diese Aspekte, die ich versucht habe, in diesem
Vortrag einmal anklingen zu lassen, sind so umfangreich, dass es hier an dieser Stelle
besonders bei einem Sachverhalt doch noch einmal geboten ist, das ein oder andere dazu
anzuführen.
Vor allen Dingen passt es auch gut in die Zeit hinein, wir bewegen uns ja nun auf den
Anfang des Monats Dezember zu, auf den Nikolaustag und dieser Nikolaustag soll auch heute eine
besondere Rolle spielen in den Gedanken, die wir heute anführen möchten.
Anknüpfen im Kontext an den Vortrag würde ich gerne an dem Punkt, wo wir gesagt haben,
das Geheimnis oder die Weisheit der Trichotomie und der Trinität, wie es Rudolf Steiner nennt,
das war die Tatsache, dass wir uns Vater, Sohn und Heiligen Geist angeschaut haben und
dass wir gesagt haben, wir bezeichnen den Vater als den ungezeugten Zeugenden, da er
vor Anbeginn der Zeit den Sohn aus sich herausgesetzt hat und damit die Beziehung zwischen Vater
und Sohn begonnen hat und zum anderen der Vater ein neues Bewusstsein erlangte, dadurch,
dass er in die Offenbarung trat und in dieser Beziehung zum Sohn sich selbst erkennt und
dass er sein Leben an den Sohn übertrug und dass dieses Leben aber fortan nicht mehr
das Leben des Vaters allein sein würde, sondern dieses Leben gehörte nun fortan auch dem Sohne.
Das heißt, der Vater als der ungezeugte Zeugende, die Ursache aller Ursachen und dann hatten
wir den Sohn und den hatten wir genannt, der vom Vater Gezeugte und schließlich bezeichnet
Rudolf Steiner den Heiligen Geist, diesen dritten Logos, der im Wesentlichen die Beziehung
zwischen Vater und Sohn widerspiegelt, diesen bezeichnet Rudolf Steiner dann schließlich
als der vom Vater und dem Sohn an die Welt mitgeteilte. Wir hatten es im Vortrag beschrieben,
wie es also zwei Offenbarungen des Heiligen Geistes gibt. Die erste durch den Vater im
Zuge der Jordantaufe und dann schließlich die zweite Offenbarung des Heiligen Geistes
durch den Christus, durch den Sohn, was mit dem Pfingstereignis und der Himmelfahrt verbunden ist.
Wir hatten dann die Himmelfahrt bezeichnet als eine Art Schlussstein oder als eine Art Abschluss
dieser Neuerung, dass der Mensch nun in die Freiheit entlassen wird, dadurch, dass der
Christus nicht sichtbar auf Erden weiter bleibt und wirkt, sondern dass er sich durch
die Himmelfahrt in unsichtbares Fähren zurückziehen muss, damit der Mensch moralisch werden kann
in Zukunft aus Freiheit und nicht durch eine, wenn auch liebevolle Autorität, den Christus.
Denn sonst würde der Mensch gut sein wegen des Christus und nicht aus Freiheit.
Und dieses Prinzip sollte nicht gelten, sondern der Mensch soll ein freies Wesen werden,
sodass er sich im Prinzip auch für das Böse entscheiden kann. Und somit ist die Himmelfahrt
der Abschluss dieses Freiheitsstrebens, dieses Freiheitsgeschenkes des Christus an die Menschheit,
an jeden Menschen. Und wir hatten gesagt, dass nun diese Weisheit der Trichotomie und der Trinität
im Laufe der Zeit verschüttet worden ist und wesentlich dazu beigetragen, dass die Verschüttung
dieses Umstandes stattgefunden hat, ist zu suchen in der Zeit des Mittelalters.
Und ich möchte in diesem Zuge heute besonders verweisen auf die Scholastik und einen der bekanntesten
Vertreter der Scholastik. Und einige von euch werden die Scholastik bereits kennen, sich vielleicht
auch schon mit ihr beschäftigt haben. Ich möchte hier nicht grundlegend auf die Scholastik eingehen,
möchte nur sagen, dass dieser Begriff der Scholastik eigentlich benennen möchte das,
was man auch bezeichnen könnte als die mittelalterliche Theologie. Der Begriff Scholastik
stammt also aus dem 18. Jahrhundert und wurde als Sammelbegriff für mittelalterliche Theologie
und Philosophie kreiert. Und es ist im Großen und Ganzen ein Ergebnis der Scholastik,
dass wir im europäischen Raum, aber ganz besonders auch im deutschsprachigen Raum
hingekommen sind zu einem Verbundensein der Menschheit, der Menschen mit der geistigen Welt.
Wir hatten das auch als atavistisches Hellsehen bezeichnet. Das war also eine Verbindung,
die im Wesentlichen auf die Kräfte des Vatergottes zurückgehen und die den Menschen
durch diesen Schöpfungsimpuls als Geschöpf mit der geistigen Welt verbunden hat.
Und das atavistische Hellsehen sorgte also dafür, dass die Menschen mehr oder weniger
auch während ihres Wachbewusstseins noch eine Restverbindung, könnte man sagen,
zumindest was die Zeit des Mittelalters anging. Denn wir haben gesagt,
die Menschen waren nach dem Mysterium von Golgatha nicht mehr wie die Menschheit zuvor strukturiert.
Aber auch nach dem Mysterium von Golgatha gab es eben noch Reste des atavistischen Hellsehens,
die nun auch maßgeblich mit der Hilfe der Scholastik, mit der mittelalterlichen Theologie
immer mehr vernichtet wurden. Und der Mensch wurde also dadurch,
dass er selber nicht mehr in der Lage war, in der geistigen Welt zu forschen,
in der geistigen Welt zu schauen, wie es früher der Fall gewesen war,
stellte sich natürlich für den Menschen nun die Frage, gibt es einen Gott?
Gibt es eine geistige Welt? Und wie können wir an die Botschaft des Evangeliums,
der frohen Botschaft der Menschwerdung Christi, aber auch die Botschaft
der Schöpfungsgeschichte zum Beispiel, der Genesis, wie können wir eine innere Verbindung,
ein rechtes, inneres Verhältnis zu diesen Quelltexten einnehmen?
Und so waren es die Vertreter der mittelalterlichen Theologie und Philosophie,
die den Menschen dazu brachten, zu sagen, dieses rechte Verhältnis
kann nur gefunden werden durch den Glauben.
Es war also die Geburtsstunde dessen, was wir, wenn wir heute
auf eine gewisse Religiosität schauen, was wir aus der heutigen Sicht
als Glaube bezeichnen würden. Das heißt also, es wird im Grunde genommen gesagt,
der Mensch ist nicht in der Lage, selbst die Wahrheiten und Sachverhalte,
die aus dem Evangelium hervorgehen, nachzuvollziehen, sondern er muss das,
was durch die Kirche und durch die Priester vermittelt wird, gläubig annehmen
und danach leben. Und wir hatten im Vortrag andeuten können,
dass dieser Vorgang eben zugunsten der Beendigung des alten atavistischen Hellsehens
bis zu einem gewissen Grade auch notwendig gewesen ist.
Und im Zuge dieser neuen Glaubensdogmatik, dass also nicht, wie es vorher war,
jeder einzelne Mensch seine eigene Verbindung zur geistigen Welt und zu Gott
zu haben vermochte, sondern dass nun ausschließlich ein Glaube
durch die Verbindung zur Kirche gegeben werden konnte.
Und es gibt in diesem Zusammenhang sehr interessante künstlerische Artefakte.
Eines davon habe ich selber einmal gesehen durch eine Fotodokumentation.
Und zwar gibt es im Bereich von Ravenna in Italien sehr viele kleine Kirchen.
Und die Besonderheit hier ist, dass man anhand dieser Kirchen ganz genau feststellen kann
beziehungsweise an der Innenausstattung der Kirchen,
wie sich damals dieses Verwandeln der Christenheit
von einem urchristlichen, man könnte sagen kleinordenhaften
hin zu einem kirchlichen Zusammenschluss der Vertreter abgespielt hat.
Und zwar ging es da um Fotos, die ich sehen konnte von zwei Taufkirchen.
Die eine Taufkirche war also von christlichen Mönchen gegründet worden,
die nach urchristlichem Prinzip keine institutionalisierte Kirche wollten.
Und hier kann man im Gewölbe des Bereiches, in dem das Taufbecken installiert war,
dort befand sich im Gewölbe der Kirche eine Malerei, eine Deckenmalerei.
Und dort ist zu sehen die Szene der Jordan-Taufe.
Und man sieht also deutlich, wie zunächst einmal Johannes der Täufer
eine Taufhandlung vornimmt an einem Menschen
und über diesem Menschen die weiße Taube,
das heißt die bildliche Darstellung des Heiligen Geistes,
dass diese weiße Taube auf den Menschen herniederkommt.
Dieser Mensch steht ungefähr bis zur Hüfte im Flusse Jordan.
Und wir haben auf diesem Gemälde, auf dieser Deckenmalerei ebenso anwesend
im rechten Bereich des Bildes eine Gestalt,
die sich darstellt als der Geist oder die Wesenheit des Flusses Jordan.
Das heißt also Johannes der Täufer, der Täufling,
wir haben die Wesenheit des Flusses Jordan und wir haben den Heiligen Geist.
Alle sind miteinander verbunden
und dieser Mensch, der dort getauft wird,
empfängt den Heiligen Geist direkt und ohne Zwischenschritte.
Und wenn wir dann auf eine ähnliche Deckenmalerei
in einer Taufkirche von frommen Menschen,
die sich fortan einer institutionalisierten christlichen Kirche anschließen wollten, schauen,
so haben wir dieselbe Szene,
allerdings es fehlt die Wesenheit des Jordan-Geistes.
Diese Gestalt gibt es nicht.
Es gibt den Täufling, es gibt den Heiligen Geist
und es gibt Johannes den Täufer.
Allerdings ist hier der große Unterschied zur ersten Deckenmalerei,
dass Johannes der Täufer nun eine Schale hält
zwischen das Haupt des Täuflings und dem Heiligen Geist.
Und er gießt nun diese Schale,
in die der Heilige Geist sich herniedersenkt,
die er gießt nun Johannes der Täufer über den Kopf des Täuflings.
Das heißt also, hier haben wir diesen entscheidenden Schritt,
wenn wir die Aussage dieser beiden Deckengemälde vergleichen.
Der Heilige Geist kann zukünftig nur noch,
man könnte sagen, über den Umweg der Kirche zu den Menschen gelangen.
Und dies sind Veränderungen, dies sind Geschehnisse,
die sich unter anderem auch mit der Scholastik des Mittelalters ergeben haben.
Und diese grundlegenden Änderungen haben sich dann auch hineingesenkt
in zahlreiche Regeln und Dogmen.
Und wie es Rudolf Steiner sagt,
dieser Umstand, dass die Kirche sich damals formierte
und Dogmen aufstellte, Regeln aufstellte,
ist eigentlich noch nicht das Dramatische,
sondern das Schädliche kam dann dadurch zustande,
dass die Kirche diese Dogmen vereist hat,
eingefroren hat, diese Regeln,
auf dass sie nicht wieder verlebendigt werden konnten
mit dem Beginn des Bewusstseinsseelenzeitalters.
Und wenn wir nun uns diese Scholastik und ihre Vertreter einmal anschauen,
so möchte ich heute eine Persönlichkeit besonders hervorheben
und zwar die Persönlichkeit des Thomas von Aquin
oder Thomas von Aquino.
Thomas von Aquin war vielleicht der bedeutendste Scholastiker,
der bedeutendste Theologe des Mittelalters
und er wurde geboren um Neujahr des Jahres 1225
in Mittelitalien als siebter Sohn eines Herzogs.
Das heißt, er hatte von Geburt an adeliges Blut.
Und dieser Thomas von Aquino erlebte in seiner Kindheit
eine bedeutsame Gegebenheit, wie uns Rudolf Steiner überliefert hat.
Und zwar als Thomas von Aquin ein Kind war,
ereignete es sich, dass er mit seinem kleinen Schwesterchen
sich in einem Raum befand
und als die beiden im Raum beisammen waren,
schlug in diesen Raum, in dieses Gebäude,
in dem sich die beiden befanden, ein Blitz ein.
Und der Blitzeinschlag verschonte zwar Thomas von Aquin,
allerdings wurde sein kleines Schwesterchen
bei diesem Blitzeinschlag getötet.
Und nicht nur das, sondern wie wir von Rudolf Steiner erfahren,
hatte dieser Blitzschlag die Konsequenz
für den kleinen Thomas von Aquin,
dass ihm der Astralleib des Christus eingepflanzt wurde,
einverwoben wurde.
Und was an dieser Stelle aus meiner Sicht bemerkenswert ist,
dass Rudolf Steiner an einer Stelle sagt,
es wäre der Astralleib des Jesus von Nazareth gewesen
und an anderer Stelle sagt er,
es wäre der Astralleib des Christus gewesen,
der Thomas von Aquin einverleibt wurde.
Ich möchte das nicht näher kommentieren,
aber euch wissen lassen,
denn wie wir ja bereits erwähnt haben,
besteht zwischen Jesus von Nazareth und dem Christus
natürlich ein Unterschied.
Und Thomas von Aquin beschloss dann als Jugendlicher
in den geistlichen Orden der Dominikaner
Mönche einzutreten.
Seine Familie war dagegen,
versuchte ihn davon abzubringen,
aber der Weg als Mönch leben zu wollen
war für Thomas von Aquin sehr klar.
Er wurde also Dominikanermönch
und wurde einer der bedeutendsten Theologen,
verfasste viele Schriften,
viele Bücher,
reiste durch ganz Europa,
unter anderem machte er auch Station in Köln,
lebte dort einige Zeit
und unter seiner Federführung
wurde also die mittelalterliche Theologie
man könnte sagen vollendet
oder auf ein sehr hohes Niveau geführt.
Und diese mittelalterliche Theologie
bestand auch darin,
Beweisführungen anzustreben,
so wie es die Philosophen und Denker
des alten Griechenlands unter anderem taten.
Aber wie wir von Rudolf Steiner erfahren,
war die Verstandesqualität,
wie sie damals im 13. Jahrhundert
zu Lebzeiten von Thomas von Aquino
vorgeherrscht hat,
nicht mehr wirklich vergleichbar
mit den Verstandesfähigkeiten der alten Griechen.
Und somit kam es also dazu,
dass die Scholastik im Wesentlichen
auch große Bestandteile hatte
an dem, was wir im Vortrag
versucht haben zu beleuchten,
nämlich, dass die Gedanken,
die die Menschen zu fassen begangen,
zunehmend abstrakte Gedanken waren,
die also nicht mehr
in einer lebendigen Verbindung
mit der geistigen Welt standen,
so wie es noch im alten Griechenland der Fall war,
und dass man davon sprechen konnte,
dass diese abstrakten Gedanken
zu einer Art Austrocknung
der Gedanken und des Innenlebens führten.
Und Thomas von Aquin war
ein sehr arbeitsamer Theologe.
Seine Aufgabe bestand
in seinen späteren Jahren darin,
dass er teilweise mehrere Aufsätze
gleichzeitig diktierte.
Er hatte also mehrere Sekretäre,
die das, was er diktierte,
mitgeschrieben haben.
Aber dann geschah etwas Bemerkenswertes.
Und zwar kam es
am 6. Dezember 1273,
d.h. am Nikolaustag des Jahres 1273,
dazu, dass Thomas von Aquin
einer heiligen Messe beiwohnte
und dass er nach dieser heiligen Messe
vollkommen verändert war.
Und seine Sekretäre,
als sie ihn daraufhin ansprachen
und sagten, wann es nun mit der Arbeit
weitergehen möge,
wann er seine Diktionen weiterführen würde,
daraufhin sagte Thomas von Aquin sinngemäß,
ich kann nicht mehr.
Alles, was ich bisher geschrieben habe,
kommt mir vor wie Spreu,
im Vergleich zu dem,
was ich heute gesehen habe.
Im Vergleich zu dem,
was ich heute geschaut habe.
Und von diesem Tage an,
nach diesem Erlebnis,
hat Thomas von Aquin
keine weiteren Schriften mehr verfasst.
Er hat nichts mehr diktiert.
Er hat seine komplette Tätigkeit,
seine theologische Tätigkeit, eingestellt
und ist auch kurz nach diesem Erlebnis
verstorben.
Er verstarb am 7. März 1274
und bemerkenswerterweise
verstarb er im Alter von 49 Jahren,
d.h. am Ende seines siebten Jahrsiebtes.
Und wir sehen hier,
warum ist dieser Thomas von Aquin
auch im anthroposophischen Kontext
von großer Wichtigkeit.
Nun, es gibt Hinweise darauf,
dass die vorangegangene Inkarnation
Rudolf Steiners
Thomas von Aquin gewesen ist.
Und dass dieser Moment,
dieses Erlebnis am Nikolaustag,
eine Art Durchbruch gewesen ist.
Dass diese Seele als Thomas von Aquin
sich so weit gestärkt hatte
an den eigenen abstrakten Gedanken,
also die irdische Perspektive,
könnte man sagen,
der trockenen Gedankenarbeit
in Richtung Göttlichkeit,
in Richtung geistige Welt
zu einer Art Perfektion gebracht hatte.
Dass es dann an diesem Nikolaustag
dazu gekommen ist,
dass mit einer gewaltigen Wucht,
mit einem Schlag
die imaginative Erkenntnis eröffnet wurde.
Und eine Seele,
die mit einer solchen Klarheit der Gedanken
in die imaginative Welt hineinversetzt wird,
hat den großen Vorteil,
dass durch die Klarheit der Gedanken
auch die Klarheit und Tiefe
der seelischen Bilder enorm ist.
Und es ist anzunehmen,
dass diese Seele,
die sich als Thomas von Aquino verkörpert hatte,
nun in diesem Leib,
in dieser Lebenssituation
nicht mehr weiterkam.
Denn sie sollte nun Größeres vollbringen.
Sie sollte nun weitergehen.
Und so ist es durchaus nicht unwahrscheinlich,
dass durch diese Vorarbeit,
diese Inkarnation des Thomas von Aquino,
dann schließlich die Seele
an den Punkt geführt hat,
an dem sie als Dr. Rudolf Steiner
im deutschsprachigen Raum
am Ende des 19. Jahrhunderts
damit begann,
die Geisteswissenschaft in die Welt zu tragen.
Und erstaunlich ist,
dass Rudolf Steiners Weg ja damit beginnt,
dass er in Weimar
am Wirkungsort großer Geister
wie Goethe, Schiller,
dass er dort beginnt,
die naturwissenschaftlichen Schriften Goethes
aufzuarbeiten,
neu zu strukturieren.
Und dass wir ja im Vortrag bereits gesagt haben,
dass Goethe ein Meister darin war,
diese Schwelle zur imaginativen Erkenntnis
immer wieder darzustellen,
immer wieder an dieser Grenze spazieren zu gehen.
Und dass Goethe seine Werke,
Rudolf Steiner schließlich,
dorthin führen,
dass er wieder an diese Grenze
der imaginativen Erkenntnis geführt wird
und von da aus dann beginnt,
vielleicht den Punkt wieder zu erkennen,
an dem er in der letzten Inkarnation
aufgehört hat.
Und wir sehen daraus,
wenn wir nun ganz bescheiden versuchen,
daraus eine Lehre zu ziehen
für unseren eigenen geistigen Weg,
für unsere eigene Weiterentwicklung,
von welch enormer Wichtigkeit ist,
dass wir auf der einen Seite
danach streben,
unsere esoterischen Fähigkeiten zu schulen,
uns in die Meditation zu begeben,
uns Gedichte zu Gemüte zu führen,
uns künstlerisch zu interessieren,
danach zu streben,
die geistige Welt kennenzulernen.
Aber dass es ebenso wichtig ist,
Gedankenklarheit anzustreben,
und zwar Gedankenklarheit
über die irdische Welt,
Zusammenhänge zu erkennen
und sich, wie es zum Beispiel
in der ersten sogenannten Nebenübung
Rudolf Steiners gegeben ist,
dass man sich mit einem physischen Gegenstand
ein kleines Gebilde
aus unserem Alltagsgeschehen
fünf Minuten beschäftigt
und an diesem Gegenstande
klare Gedanken bildet,
die miteinander in Beziehung stehen,
eine logische Abfolge bilden.
Denn wir brauchen diese Fähigkeit,
damit wir, wenn sich uns
die imaginative Erkenntnis eröffnen möchte,
denn das ist ein Moment,
den man nicht herbeizwingen kann,
sondern diesen Moment
kann man nur demütig erwarten.
Aber vorbereiten, schulen können wir uns,
indem wir Gedankenklarheit üben,
so wie es die Scholastiker taten.
Damals war es für sie notwendig,
noch nicht so sehr Gedanken anzustreben,
die dann, so wie es uns
die Geisteswissenschaft heute vermittelt,
auch gleichzeitig die imaginative Erkenntnis anregen,
sondern damals lag der Schwerpunkt,
weil das atavistische Hellsehen
noch relativ verbreitet war,
zunächst einmal auf der klaren Gedankenführung
im Abstrakten,
im objektiven Wahrnehmen
der sinnlichen Phänomene.
Und heute ist die Aufgabe,
dass wir diese Fähigkeit
der Gedankenklarheit verbinden
mit einer Hinwendung
an das Übersinnliche.
Denn von dort leuchtet uns
der Christus entgegen,
von dort sendet auch Erzengel Michael
sein Licht in unsere Herzen
und in unsere Gedanken hinein.
Und so ist es notwendig,
die Scholastik natürlich auf der einen Seite
kritisch anzuschauen,
aber auf der anderen Seite auch
die Notwendigkeit dieser Entwicklung
immer wieder hervorzuheben.
Und heute muss man sagen,
dass sich leider das Vereisen der Dogmen,
so wie es dann durch den Beginn
des Bewusstseinsseelenzeitalters hindurch
auch weiterhin bis heute getan worden ist.
Die Menschen degradiert wurden
zu Gläubigen,
denen gesagt wird,
nur die Kirche kann Verbindung
zum Göttlichen aufnehmen
und den Menschen davon berichten.
Die Menschen können nicht selber
in der geistigen Welt forschen.
Dieses Dogma muss heute
ganz dringend überwunden werden.
Und die Anthroposophie,
die Geisteswissenschaft Dr. Rudolf Steiners
ist aus meiner Sicht
der Weg für die Menschen Mitteleuropas.
Und dieses Vereisen der Dogmen
kann nur durch die Kraft
der Christussonne aufgeschmolzen werden.
Ja, das war mir wichtig
an dieser Stelle noch einmal zu betonen.
Wenn ihr erlaubt,
würde ich gerne zum Schluss des Videos
noch etwas Organisatorisches ansprechen.
Und zwar wird es einigen
aufgefallen sein, dass es
die Reihe Grundlagen der Anthroposophie
gibt.
Das war die erste Videoreihe,
die ich auf diesem Kanal erstellt habe,
dass die Videos nicht mehr
auf YouTube zu finden sind.
Und zwar habe ich mich zu diesem Schritt
entschlossen, da es mir zunächst einmal
an der Zeit schien,
da die Videos nun teilweise
fast zwei Jahre alt sind
und wir alle, die Welt
und auch wir selbst
uns in stetiger Wandlung und Entwicklung befinden
und dieses Thema Grundlagen
der Anthroposophie so wichtig ist.
Habe ich mich dazu entschieden,
diese Videos aus dem Netz zu nehmen
und bin nun gerade in einem
Entscheidungsprozess,
nämlich ob ich die Inhalte
Grundlagen Anthroposophie
in einer weiteren Videoreihe
noch einmal neu aufgreife,
noch einmal neu darstelle und beleuchte
oder ob es vielleicht
einmal ein Versuch eines neuen
Projektes werden kann,
nämlich die Grundlagen Anthroposophie
zu verschriftlichen
und eventuell in einer Art
Buchform herauszugeben.
Ich bitte da an dieser Stelle
vielleicht noch um ein wenig Geduld,
aber eins ist sicher,
wir werden die Grundlagen der Anthroposophie
in dieser oder jener Form
noch einmal miteinander bearbeiten
und ich denke, dass ich in der nächsten Zeit
zeigen werde,
in welcher Form dies geschieht.
Dann möchte ich an dieser Stelle
für heute das Video gerne zu Ende führen.
Ich bedanke mich noch einmal
sehr herzlich für euer Interesse,
für euer Mitdenken,
für euer Dabeisein,
für eure Nachrichten, eure Kommentare,
eure Zuschriften und natürlich auch
ganz besonders bei denen,
die eine kleine finanzielle Zuwendung
an diesen Kanal richten,
was sehr willkommen ist,
ganz herzlichen Dank dafür
und ich freue mich,
wenn wir uns beim nächsten Mal
dann in einer neuen Videoreihe
wiedersehen und wünsche euch
bis dahin eine schöne Zeit.
Der Advent kündigt sich an
und ich möchte an dieser Stelle
auch noch hinweisen auf den Weihnachtsvortrag
in Oberndorf am Lech.
Genauere Informationen dazu findet ihr
in der Videobeschreibung
und alle, die Zeit haben,
Gelegenheit haben, sind herzlich eingeladen
zum Vortrag zu kommen
und eine Videoaufzeichnung
dieser Veranstaltung wird es natürlich
dann auch hier auf dem Kanal wiedergeben.
Herzlichen Dank nochmals,
alles Gute und bis zum nächsten Mal.
Danke.