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Hallo und herzlich willkommen hier auf dem Kanal Kultur Epochen zu unserer neuen Videoreihe
Anthroposophie – eine Erlebnisreise.
Ja, der Titel soll alle interessierten Zuschauer an dieser Stelle ganz herzlich einladen, gemeinsam
auf eine Reise zu gehen durch die Grundbegriffe der Anthroposophie, durch einige Grundlagen,
Zusammenhänge, die wir dank der Geistesschau Rudolf Steiners heute vor uns haben können.
Und ich möchte eingangs zwei Dinge vielleicht ganz kurz erwähnen, und zwar zum einen wird
in dieser Videoreihe, wie in den anderen Videos auf diesem Kanal auch wieder angestrebt werden,
eine relativ langsame Sprechweise anzuführen.
Dies hat damit zu tun, dass ich sehr viele Zuschriften erhalte, dass diese langsame Sprechweise
für Menschen, die mit den Begrifflichkeiten der Anthroposophie arbeiten möchten, als
angenehm empfunden wird.
Und auch ich persönlich bin der Meinung, dass ich nicht auf YouTube angetreten bin,
um mich gemeinsam mit vielen anderen Kanalinhabern in einer Art Schnelligkeitswettbewerb – wer
schafft es, in noch kürzerer Zeit noch mehr Informationen unterzubringen – an diesem
Wettbewerb möchte ich mich nicht beteiligen.
Denn aus meiner Sicht brauchen wir vor allen Dingen auch, wenn wir spirituellen Fortschritt
machen wollen heutzutage, eine gewisse Entschleunigung unserer Umgebung und vor allen Dingen auch
eine Entschleunigung der Inhalte und Informationen, die an uns herangetragen werden.
Somit bitte ich um Verständnis, dass sich an meiner Sprechgeschwindigkeit in den Videos
Weiter soll der Titel »Anthroposophie – eine Erlebnisreise« auch nicht den Eindruck erwecken,
dass wir nun vorhaben, in den Videos mit visuellen Effekten, mit vielen bildhaften Einspielungen
oder dergleichen zu arbeiten, sondern ganz bewusst soll es weiterhin so sein, dass wir
hier entschleunigt und ruhig miteinander sprechen und dass die ausgeführten Gedanken für sich
stehen sollen.
Denn – und damit können wir durchaus schon unsere Erlebnisreise mit der Anthroposophie
beginnen – diese Erlebnisreise soll nicht eine Reise sein, die besteht aus Bildern,
die uns von außen in die Seele gelegt werden, sondern diese Erlebnisse, Vorstellungen, Gefühle
und vielleicht auch Taten, die durch das Arbeiten mit den anthroposophischen Inhalten als Konsequenz
daraus entstehen, müssen aus dem freiheitlichen Wesenskern eines jeden Menschen selbst heraus
entstehen.
Und das heißt, wenn hier gesagt wird »Anthroposophie – eine Erlebnisreise«, so ist dies so gemeint,
dass man hier eventuell Erlebnisse haben kann, nämlich dadurch, dass man durch die Videos
vielleicht die Anregung findet, sich tiefergehend mit der Geisteswissenschaft Dr. Rudolf Steiners
zu befassen und aus meiner Sicht die unerlässliche Nacharbeit, die darin bestehen sollte, dass
man sich mit dem Werk Rudolf Steiners auseinandersetzt, seine Schriften studiert, die stenografierten
Vortragsschriften auf sich wirken lässt, dass dann diese gemeinsame Reise, diese Videoreihe
zum Erlebnis werden kann, durch die eigene Tätigkeit der Zuschauer.
Nun, beginnen wir vielleicht mit dem Wort »Anthroposophie«.
Für diejenigen, die die Videoreihe »Grundlagen-Anthroposophie«, die einmal auf diesem Kanal erstellt wurde,
bereits mitverfolgt haben, bitte ich an der Stelle um Nachsicht, dass sich gewisse Dinge
hier wiederholen werden, ich hoffe aber, dass es trotzdem auch für euch interessant
bleiben kann und dass immer wieder auch neue Dinge hinzukommen.
So besteht dieses Wort, dieser Begriff »Anthroposophie« zunächst einmal aus den beiden Wortstämmen
»Anthropos«, das heißt zunächst einmal der Mensch, und »Sophia«, die Weisheit.
Das heißt also, ganz rudimentär gesprochen, ist Anthroposophie die Weisheit vom Menschen
und wenn wir es etwas genauer fassen und auch die Begrifflichkeit entsprechend erweitern,
so können wir sagen, Anthroposophie ist die Weisheit vom Menschenwesen.
Und was bedeutet nun aus einem anderen Blickwinkel dieser Begriff »Anthropos«?
Nun, der Anthropos, gerade so wie wir ihn auch heute in unserer Zeit verstehen sollten,
ist ein Wesen der besonderen Art.
Als Mensch sind wir alle natürlich Teil der göttlichen Schöpfung, aber wir können doch
beobachten, dass wir innerhalb dieser Schöpfung eine Sonderrolle haben.
Wir erkennen das sehr leicht, wenn wir zum Beispiel in die uns am nächsten stehenden
Wesen, die auch wie wir Teil der physisch-sinnlichen Welt sind, nämlich die Tiere, so beobachten wir
doch, dass das Leben der Tiere in gewissem Sinne sehr zweckmäßig gestaltet ist.
Das heißt, jede Tierart, jede Tiergattung erfüllt innerhalb der göttlichen Schöpfung
eine gewisse Aufgabe.
Und diese Aufgabe umfasst einen bestimmten Handlungsspielraum, einen gewissen Lebensraum,
bestimmte Verhaltensweisen, bestimmte Verrichtungen, die die Tiere ausführen.
Und wir sehen also, dass es innerhalb der einzelnen Tiergattungen wenig Spielraum für
Individuelles gibt.
Das heißt, ein Löwe, der sich an der einen Stelle in bestimmter Art und Weise verhält,
bestimmte Dinge tut, so wird dies auch bei einem Löwen so sein, der einige hundert
oder tausende Kilometer entfernt lebt, der Fall sein.
Aber wenn wir die Menschen heute betrachten, dann fallen diese Menschen in gewissem Sinne
aus dieser Zweckmäßigkeit und aus dieser festen Rollenverteilung heraus.
Kein Mensch gleicht dem Anderen, das Verhalten der Menschen ist immer unterschiedlich.
Wir erkennen zwar auch heute noch eine mehr oder weniger solide Gruppenhaftigkeit in einigen
menschlichen Vereinigungen, aber doch ist es selbst bei Menschen, die noch relativ
natürlich und ursprünglich leben, sehr deutlich zu verzeichnen, dass es bei Menschen nicht
um eine Gruppenseelenhaftigkeit wie bei den Tieren geht, sondern dass das Menschenleben
darauf ausgerichtet ist, immer mehr ein Abbild eines individuellen Impulses zu werden.
Und wenn wir nun den Anthropos versuchen durch diese vorher genannten Attribute neu zu charakterisieren,
dann können wir sagen, aus dieser Sichtweise heraus ist der Anthropos der Entgegengewendete,
das heißt ein Wesen, das als Teil der Schöpfung sich doch in gewissem Sinne aufmacht, sich
gegen die Schöpfung zu wenden, nämlich in dem Sinne, dass er sagt, ich bin ein Sünder,
und zwar Sünde so zu verstehen, dass es mit dem Begriff der Sonderung zu tun hat.
Und ihr merkt vielleicht, dass wir hier direkt am Anfang, auch wenn wir von Anthroposophie-Grundlagen
sprechen, das religiöse Gebiet betreten.
Und auch das ist im Sinne Rudolf Steiners, denn er sagte, dass die Anthroposophie-Forschung,
die Arbeit mit der Geisteswissenschaft auch immer zur Folge hat, dass es zu einer religiösen
Vertiefung kommt.
Allerdings, und das sei hier auch zu Beginn klargestellt, es handelt sich bei der Anthroposophie
nicht um eine Unterstützung der heute vorherrschenden christlichen Kirchenrichtungen oder ähnliches,
sondern die Anthroposophie und das, was Rudolf Steiner als religiöse Vertiefung bezeichnet,
richtet sich an ein universelles Erfassen der göttlichen Welt, völlig losgelöst von
Hautfarbe, religiöser Zugehörigkeit, Konfession und möchte vielmehr eine Klarheit in die
heute noch von blindem Glauben oft gekennzeichneten Verhältnisse der Menschen zum Göttlichen
hineinbringen.
Und wir werden auf dieses Gebiet noch oft zurückgreifen, für den Moment können wir
festhalten, der Mensch, der Anthropos, als der Entgegengewendete, ein Individualwesen,
ein abgesondertes Wesen, das in gewissem Sinne eine eigene Stellung innerhalb der Schöpfung
einnimmt, mit allen Konsequenzen, mit allen lichtvollen Höhen, aber auch mit allen finsteren
Tiefen.
Und wenn wir nun die Frage stellen, wie kam denn unsere Weltentwicklung eigentlich in
Gang, dann ist an dieser Stelle ganz wichtig zu erwähnen, dass Rudolf Steiner sagt, die
Frage nach dem Wie ist die richtige, nicht die Frage nach dem Warum, aus dem einfachen
Grund, weil das Werkzeug, das dafür sorgt, dass die Warum-Frage geschmiedet wird, ist
der Verstand.
Und da der Verstand bereits Teil der Schöpfung ist, und da der Verstand auch bereits Teil
unserer heutigen Bewusstseinslage ist, so ist es, wie wir noch sehen werden, nicht der
richtige Weg, mit dem Verstande die Warum-Frage zu stellen.
Aber das Wie, das soll uns hier weiter interessieren.
Das Wie, also wie hat sich unsere Weltentwicklung in Gang gesetzt?
So erhalten wir von Rudolf Steiner die Information, dass zunächst einmal, und wir können hier,
wenn wir es ganz genau fassen möchten, nicht Worte verwenden wie am Anfang oder zum Beginn.
Wir müssen zwar uns dieser Worte bedienen, aber wir müssen auch feststellen, dass die
Worte Anfang, Beginn gleichzeitig eine Qualität der Zeit, des zeitlichen Ablaufes in sich
tragen.
Und das, was wir nun als erstes betrachten möchten, diese Vorgänge spielen sich noch
ab in Gegebenheiten, in denen es keine Zeit und keinen Raum gibt.
Rudolf Steiner spricht hier von der sogenannten zeitlosen Ewigkeit.
Und in dieser zeitlosen Ewigkeit haben wir das göttliche Weltlicht, ein unfassbar hohes
Bewusstsein, das so umfassend ist, dass es in sich selbst ruhen kann, sich vollkommen
selbst genügt.
Und in diesem Bewusstsein sind alle Entstehungspotenziale enthalten.
Man könnte sagen, ein Licht, ein geistiges Licht von so hoher Reinheit, dass aus diesem
geistigen Lichte alles entstehen kann.
Und dann kommt ein Momentum außerhalb der Zeit, in der dieses Bewusstsein, man könnte
es auch nennen, das Vaterbewusstsein, die Vatersubstanz, beschließt nun, ein Spiegelbild
seiner selbst aus sich hervorgehen zu lassen.
Und der Vater belässt es aber nicht bei einem Spiegelbild, sondern dieses Spiegelbild soll
ein eigenes Leben erhalten.
Und an dieser Stelle kommen wir zu einem sehr wichtigen Grundzug der anthroposophischen
Weltanschauung, nämlich, dass wir von Rudolf Steiner erfahren, dass sämtliche Entwicklungsvorgänge,
alle Hörentwicklungen des göttlichen, des kosmischen, des wesenhaft Seienden, immer
zurückgeht auf die Opfertaten höherer Wesen.
Und in diesem Fall ist es die Opfertat des Vaters.
Der Vater opfert aus Liebe sein Leben und überträgt es dem Sohn.
Das bedeutet, fortan befindet sich also zum Vater, denn es ist nicht so, dass der Vater
durch diese Tat stirbt, sondern ein Teil des väterlichen Lebens geht an den Sohn über.
Aber dieses Loslösen, dieses Hingeben der eigenen Lebenskraft, so möchte ich doch an
dieser Stelle wähnen, bedeutet doch, weil es ein Opfer ist, in gewissem Sinne eine Schwächung
des väterlichen Daseins.
Denn Rudolf Steiner spricht von Opfer, nicht von Geschenk.
Und ein Opfer ist immer auch mit Entbehrung verbunden.
Und somit haben wir fortan den Vater, den Urgrund, die Ursache aller Ursachen und den Sohn.
Und der Sohn ist das direkte Spiegelbild des Vaters, allerdings mit einem eigenen Leben,
mit einem gesonderten Leben.
Aber, so sagt Rudolf Steiner, diese beiden Pole, diese beiden großen, wesenhaften Urgründe
reichen noch nicht aus, um ein Weltensystem in Gang zu setzen.
Dazu bedarf es nun, dass sich die Beziehung des Vaters zum Sohn noch einmal in einer neuen
Sphäre spiegelt.
Und diese Sphäre ist die Sphäre des Geistes.
Zur Sphäre des Heiligen Geistes, so wie wir aus unserer heutigen Erdensicht, so wie wir
diese Sphäre nennen, zum Heiligen Geist, so wie wir ihn verstehen, wird er im Prinzip
erst später.
Dazu werden wir kommen.
Halten wir zunächst also fest die Sphäre des Vaters, dann den Sohn und die Sphäre
des Geistes, in der sich die Beziehung von Vater und Sohn spiegelt.
Und in dieser Sphäre des Geistes, in diesem dritten Logos, dort finden wir nun auch neben
der Beziehung von Vater und Sohn ein Bild des Vaters.
Und dies ist ein weiteres Geheimnis, dass wenn wir später sehen werden, dass wir Menschen
Kinder des Geistes sind, denn in der Sphäre des Geistes, in der Sphäre des Heiligen Geistes,
wie er später heißt, dort liegt der Ursprung, die Entstehungszone, könnte man sagen, unseres
Innersten, unseres Iches.
So sind wir Menschen Kinder des Heiligen Geistes.
Und das bedeutet eben für uns, dass wenn wir nun an den Vater denken, wenn wir uns
versuchen, dem Vater anzunähern, dass wir es zunächst einmal zu tun haben mit einem
Bild des Vaters.
Und deshalb lesen wir im Neuen Testament in den Evangelien das Christuswort,
Niemand kommt zum Vater, denn durch mich.
Und das ist mir an dieser Stelle ein großes Bedürfnis, das besonders hervorzuheben.
Und damit auch einen wichtigen Unterschied zwischen der heute allgemein vorherrschenden
religiösen Denkungsart und der anthroposophisch-geisteswissenschaftlichen Sicht darzustellen.
Wenn wir dies nun verinnerlichen, Niemand kommt zum Vater, denn durch mich.
Dann müssen wir sagen, dass wer heute den Sohn missachtet, den Sohn nicht in seine Sichtweise
mit einbezieht, dass derjenige überdenken sollte sein Verhältnis zum Vater.
Und ob das, was als Vater angerufen wird, schließlich auch den väterlichen Grund benennen will.
Und so haben wir nun die göttliche Trinität, Vater, Sohn und Geist.
Und ausgehend von dieser Trinität gibt es nun eine Entstehung von neuen Wesen.
Diese Vorgänge, die sich im trinitarischen Miteinander der drei Sphären abspielen,
ist eine Explosion, könnte man sagen, des Lebens.
Die Tätigkeit des Vaters und die dann beginnende Tätigkeit des Sohnes
und die abbildende Tätigkeit des Geistes, resultierend aus der Interaktion von Vater und Sohn,
hat zur Folge, dass, obwohl es keinen Raum gibt, man sagen könnte, in der Umgebung der Trinität
kommt es zu mannigfaltigem Leben.
Neue Wesen entstehen und diese Wesen, sehr hohe Wesen,
die sich aus der Tätigkeit der Trinität zunächst bilden,
sind die sieben schöpferischen Geister.
Und diese sieben schöpferischen Geister ergeben sich aus der qualitativen Zusammenstellung
der drei trinitarischen Sphären.
Wir haben es im Vortrag in Stuttgart-Möhringen,
wer möchte, kann sich diesen gerne unterstützend anschauen,
näher beschrieben.
Das heißt, aus der Kombination der Qualitäten des Vaters, des Sohnes und des Geistes
entstehen sieben Qualitäten, sieben Wesenheiten, sieben Geister.
Und wiederum, hervorgehend aus diesen sieben schöpferischen Geistern
kommt es nun dazu, dass wir eintreten in die Welt der sogenannten Hierarchien.
Wir können uns natürlich nun fragen, woher kommen diese Wesen der Hierarchien?
Woher kommen diese sieben schöpferischen Geister?
Und an dieser Stelle wird es für uns geistig strebende Menschen besonders interessant,
denn wir können aus den Aussagen Rudolf Steiners ableiten,
dass nun diese Wesen der sogenannten ersten Hierarchie,
die wir gleich mit Namen auch benennen werden,
diese Wesen der ersten Hierarchie,
das heißt also unmittelbar folgend aus unserer Sicht,
unterhalb der sieben schöpferischen Geister,
diese Wesen haben bereits schon eine Vorgeschichte.
Sie haben ein Bewusstsein erlangt,
dass aus einer Entwicklung,
die jenseits unserer Weltenentwicklung sich abgespielt haben muss,
zu suchen ist.
Und daraus entsteht natürlich auch eine These,
nämlich man kann daraus schließen,
dass unsere Weltenentwicklung nicht der Anfang aller Anfänge war,
sondern dass es vor unserem Weltenentwicklungszyklus,
auch wenn die Formulierung schwer fällt,
denn wir befinden uns ja nun immer noch
in einer mehr oder weniger zeitlosen Ewigkeit,
aber es muss auch etwas anderes gegeben haben.
Eine Entwicklung, die mit unserem Weltensystem
noch nicht in unmittelbarem Zusammenhang steht.
Und das heißt, es kommen nun
hohe mächtige Wesenheiten in Tätigkeit.
Zunächst einmal die erste Wesensgruppe,
die der ersten Hierarchie zugehörig sind,
sind nach Rudolf Steiner die sogenannten Seraphien.
Und dazu wäre noch zu erwähnen,
dass diese Namen der Engelwesen,
der Hierarchiewesen,
diese Namen gehen zurück auf einen hohen Eingeweihten,
der den Namen Dionysius der Areopagite trägt.
Dionysius war ein Schüler des Apostels Paulus
und er hatte im alten Griechenland
eine Mysterienschule gegründet
und er ist derjenige,
auf den die Bezeichnungen,
die wir hier verwenden,
für die einzelnen Wesen der Hierarchien,
auf ihn gehen diese Bezeichnungen zurück.
Und Rudolf Steiner verwendet diese Namen
und so möchte ich es natürlich
in unseren Betrachtungen ebenso tun.
Das heißt, die erste Gruppe
von Hierarchiewesen sind die Seraphien,
die höchsten uns bekannten Engelwesen.
Und da sich die Seraphien unmittelbar,
räumlich gesprochen,
unterhalb dieses trinitarischen Geschehens befinden.
Sie können durch die sieben schöpferischen Geister hindurch
noch von Weitem die Hierarchie,
Entschuldigung, die Trinität wahrnehmen.
Und deshalb sind die Seraphien die einzigen Engel,
die in den ikonografischen Darstellungen
liegend erscheinen.
Mit dem Blick nach oben gerichtet
zur Trinität.
Und diese Seraphien nehmen nun
den göttlichen Schöpfungsplan entgegen
und wenn wir uns diesen Vorgang,
wie also der göttliche Plan aus der Trinität
herausfließt, könnte man sagen,
so haben wir auch hier eine erste geistige Urform,
die uns auch in der Natur begegnet,
nämlich die Form des Tropfens.
Das heißt, diese geistigen Urideen,
dieser gesamte Plan der Weltenentwicklung,
eine Idee, ein Anstoß
und auch die Substanz, die väterliche Substanz,
um diese hohen moralischen Ideen
in Tätigkeit zu versetzen,
fließen nun in Form eines Tropfens
herunter zu den Seraphien,
zu den Wesen der Ersten Hierarchie.
Und die Seraphien geben diesen Plan
nun weiter an die Wesen unter ihnen
und diese Wesen sind die sogenannten Cherubim.
Und die Cherubime sind diejenigen Wesen,
die innerhalb der Ersten Hierarchie-Ordnung
das Lebensprinzip, die Tätigkeit verkörpern.
Und somit nehmen die Cherubim
diesen weisheitsvollen göttlichen Plan
und beginnen sofort mit diesem Plan zu arbeiten.
Aufgrund dieses Plans werden sie unmittelbar
in Tätigkeit versetzt.
Und wir erfahren von Rudolf Steiner,
dass sich nun Wesen aus der Stufe der Cherubim aufmachen,
um sich räumlich anzuordnen.
Und wir müssen sagen,
räumlich heißt noch nicht,
dass es einen Raum gibt,
sondern es entsteht zunächst einmal eine Qualität,
eine hochgeistige Qualität, die räumlich ist,
durch die Anordnung der Cherubim.
Aber einen Raum und eine Zeit,
so wie wir sie kennen, ist immer noch nicht geboren.
Das heißt, die räumliche Anordnung der Cherubim
folgt aus der Gabe des göttlichen Planes
aus der Trinität über die schöpferischen Geister
an die Seraphim.
Die Cherubim wollen diesen Plan nun in Tätigkeit bringen
und indem sie sich nun räumlich anordnen,
lösen sie etwas aus in den Wesen unter ihnen.
Und diese Wesen unter ihnen,
die das Formprinzip der ersten Hierarchie verkörpern,
dies sind die Throne.
Und die Throne sehen die Tätigkeit
der Cherubim und sind von diesem Anblick
so angerührt.
Sie möchten nun den göttlichen Plan
und die Tätigkeit in eine bestimmte Form bringen.
Und sie sind so angerührt von der Tätigkeit
der Cherubim, dass sie ihr eigenes Selbst,
ihre eigene Substanz,
das, was sie an Formgebung imstande sind,
zu opfern, nämlich ihren Willen.
Die Throne opfern also
ihre eigene Substanz, ihre Willenssubstanz.
Und in diesem Moment, in dem sie
sich selbst opfern für die Cherubim,
für den göttlichen Plan, der dahinter steht
und in Tätigkeit versetzt wird,
und in diesem Moment, in dem sie sich selbst opfern,
entsteht die Zeit.
Und zwar entsteht die Zeit auch dadurch,
dass es hier eine bestimmte Tatsache zu berücksichtigen gibt.
Bruder Steiner erwähnt,
dass nicht alle Cherubim das Opfer der Throne
auch annehmen. Denn indem sie das Opfer der Throne annehmen,
werden auch sie teilweise
aus der zeitlosen Ewigkeit hineinversetzt
in ein Zeitliches. Und somit sind also auch Cherubim
vorhanden, die das Opfer der Throne nicht annehmen
und stattdessen sich gegen das Zeitliche entscheiden.
Und somit haben wir fortan eine
Übergangszone, eine Diskrepanz,
könnte man auch sagen, zwischen zeitloser Ewigkeit
und Zeitablauf.
Und der Zeitablauf ist etwas,
das für unsere Welt in Entwicklung von großer Wichtigkeit ist.
Denn Dinge, die in einem zeitlichen Ablauf
stehen, haben zugleich die Eigenschaft,
dass sie einen Anfang und ein Ende haben.
Und wenn etwas einen Anfang und ein Ende
und wieder einen Anfang hat und wieder ein Ende hat
und wieder einen Anfang hat, dann entstehen daraus
viele Versuche, viele Möglichkeiten, sich zu verbessern.
Dinge wieder gut zu machen
oder auch Dinge besser zu machen.
Und somit entsteht also
durch das Opfer der Throne zunächst die Zeit.
Aus der raumlosen Ewigkeit
aus der zeitlosen Ewigkeit
entsteht nun eine Welt der
zeitlichen Abläufe. Und dadurch, dass sich
die Throne opfern, entsteht
nun die erste Entwicklungsstufe
unseres Sonnensystems.
Und an dieser Stelle ist die Frage durchaus berechtigt,
was ist denn nun mit dem übrigen Universum?
Ich kann nur vermuten, dass das übrige
Universum in Schritten entstanden
ist, die wir vorher beschrieben haben, und dass ich
Rudolf Steiner also ganz bewusst auch konzentrieren möchte
auf die Zusammenhänge, die unser Sonnensystem betreffen.
Ein Hinweis, dass dies so ist, bietet
mir persönlich unter anderem die Tatsache, dass die Seraphim
auch genannt werden von Rudolf Steiner
die Geister der Allliebe.
Und ich entnehme daraus zunächst einmal, dass es sich wahrscheinlich
auf das Weltenall, das heißt also
das gesamte Universum bezieht, dass man also
vermuten kann, dass diese Seraphim
mit allem, was es im Universum
zu finden gibt, durch ihre Wesenheit, durch ihre
Substanz verbunden sind. Und das heißt, wenn wir das Opfer
der Throne anschauen, begeben wir uns also jetzt in unseren Betrachtungen
ganz konkret auf die Geschehnisse
unseres Sonnensystems. Und Rudolf Steiner sagt
also, dass die erste Stufe des in Erscheinung
Tretens unseres Sonnensystems und unseres Erdenplaneten
so ausgesehen hat, dass
durch das Opfern der Willenssubstanz der Throne
ein Wärmekosmos entstanden ist.
Und zwar noch keine physisch sinnliche Wärme, sondern
es handelt sich um eine geistige Wärme. Und hier beginnt
also auch eine kleine Forschungsaufgabe
für uns, nämlich uns zu
fragen, wie können wir uns einer
geistigen Wärme in unserer Erkenntnis
annähern. Wie ist eine geistige Wärme, die aus
dem Willensopfer der Throne vorzustellen?
Eine geistige Wärme, die aus dem
Opfer der Throne heraus resultiert, wie ist diese vorzustellen,
in uns erlebbar zu machen?
Und dieser Wärmekosmos war
größer als unser heutiges Sonnensystem.
Rudolf Steiner sagt, dass dieser Kosmos, dieser Wärmekosmos,
der auch der alte Saturn
genannt wird in der anthroposophischen Betrachtung,
dass dieser alte Saturn also in seiner
Größe hinausragte über die
Umlaufbahn des heutigen Planeten Saturn.
So groß war dieser Wärmekosmos.
Und Rudolf Steiner beschreibt es, dass, wenn man sich nun vorstellte,
im damaligen Zustand würden wir
als Raumfahrer in der Lage sein,
durch die unendlichen Weiten des Universums zu reisen,
so sagt er, muss man sich das so vorstellen, wenn man dann
das Gebiet des alten Saturn durchfahren hätte,
dass man auf einmal in seiner Seele
vernommen hätte, dass es eine
seelisch-geistige Wärme dort gibt, die es
außerhalb dieser Sphäre der geistigen Wärme
nicht gegeben hat. Und auf diesem alten Saturn
ordneten sich nun zum einen kleine
Wärmepunkte an der Peripherie
dieser riesigen Wärmekugel an
oder dieses Wärmetropfens. Wir beobachten
also, dass sich die Formgebung
immer mehr von der des Tropfens
in die der Kugel verändert.
Und so war nun dieser alte Saturn eine riesige Wärmekugel,
an deren Peripherie sich unzählige kleine
Wärmepunkte anordneten.
Und diese kleinen Wärmepunkte waren
die Anlagen der physischen Leiber
der heutigen Menschen. Und zusätzlich
entstanden durch das Opfer der Throne
auch Kinder, neue Wesen, die
also nicht wie die Seraphim, Cherubim und Throne
schon aus einer Vorgeschichte heraus
kamen, sondern diese Wesen sind neue
Wesen, die im Zuge unserer Weltenentwicklung
als erste neu entstanden sind.
Und diese Wesen sind die sogenannten Urengel
oder auch Archae.
Deshalb werden diese Urengel
auch die Urbeginne genannt
oder auch die Zeitgeister.
Denn wie wir eben gesagt haben, durch die Opfertat
der Throne entstand also zunächst auch die Zeit.
Ja, und mit Blick auf die Uhr
auch wir unterliegen den
Gesetzmäßigkeiten des Zeitlichen, würde ich diesen
ersten Teil unserer neuen Reihe hiermit gerne
für heute zu Ende führen. Ich bedanke mich sehr herzlich
für eure Aufmerksamkeit, für euer Mitdenken.
Ich wünsche euch weiterhin eine schöne
Adventszeit und bedanke mich
besonders herzlich bei allen, die eine
kleine finanzielle Zuwendung an diesen Kanal richten,
aber auch bei denen, die einen Kommentar
hinterlassen, den Kanal abonnieren.
Alles Gute und ich hoffe, wir sehen uns im nächsten Teil.
Danke und bis bald.