Heute muss der Gastgeber des Caruso unter Beweis stellen, dass seine Fusion aus italienischer und türkischer Küche ein gelungenes Konzept ist. Das erste Manko zeigt sich beim Carpaccio - Wird hier für die kritischen Tester extra gekocht?
„Mein Lokal, Dein Lokal“ stellt fünf sympathische Restaurantbesitzer mit ihren Lokalitäten vor und lässt diese gegeneinander antreten - aber nicht auf dem normalen Weg. Die Restaurantbesitzer lassen sich als Gast in vier weiteren Restaurants verwöhnen und nehmen die anderen Betriebe unter die Lupe. Im Gegenzug müssten Sie natürlich auch die anderen Teilnehmer für einen Besuch in Ihren Betrieb einchecken und Ihr Essen und Restaurant testen lassen. Wo der normale Gast in einem Restaurant vielleicht nur auf den vollen Teller achtet, wissen die Profis genau, worauf es ankommt: Geschmack, Service, Atmosphäre, Sauberkeit, ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis und natürlich das Gesamtkonzept. Außerdem ist der Profikoch Mike Süsser mit an Bord und gibt seine Bewertung ab.
***************************************
►“Achtung Kontrolle“ auf YouTube: www.youtube.com/@Achtung_Kontrolle
Im Publikum sitzen 4 Kritiker vom Fach.
Die erwarten jetzt Top-Vorspeisen.
Restaurantchef Arnob testet die Jakobsmuscheln
auf Kürbisingwerpüree.
Für Steffen ist das Vitello-Tonato,
das eben noch durch die Küche getanzt ist.
Simon hat sich vorweg eine Wachtelkeule mit Gänseleber bestellt.
Und Wiebke testet einen Klassiker, das Carpaccio di Manzo.
Dann wünsche ich euch guten Appetit.
Danke. Gleichfalls.
Italienische Vorspeisen mit orientalischen Akzenten.
Wie kommt der Mix bei Arnob an,
dem Gastronom mit den indischen Wurzeln?
Ist sehr schön angerichtet.
Mit dem Kürbisingwerpüree kenne ich es nicht aus italienischer Küche.
Aber es hat eine satte Farbe, es ist definitiv frisch.
Für meinen Geschmack, muss ich sagen, zu viel Ingwer.
Ich bin Inder, habe ich, glaube ich, schon mal erwähnt.
In der Essen sehr viel Ingwer, und da war das einfach too much.
Es war nicht die Schärfe. Ich konnte keinen Kürbis mehr schmecken.
Allerdings die Jakobsmuscheln könnt ihr selber auch sehen.
Superfrisch.
Ich glaube, die sind tatsächlich von heute...
Die nächste Kritik kommt vom Küken in der Runde.
Simon erzählt von seinem kleinen, scheuen Hühnervögelchen.
Also Wachteln auf den Punkt.
Die Haut ist wunderbar knusprig.
Ist ein bisschen Pesto mit drüber.
Daneben habe ich ein getrüffeltes Kartoffelpüree.
Super abgeschmeckt.
Sehr lecker.
Sehr schön dekoriert auf jeden Fall, mit Liebe, mit Blumen.
Ein bisschen was Ausgefallenes,
weg von der klassischen Petersiliendekoration.
Hier gehts weiter mit einer Gänseleber.
Die ist als Terrine angerichtet, hier in dem kleinen Gläschen.
Ist lecker.
An sich auf jeden Fall eine sehr runde Sache, sehr lecker.
Gastgeber Engin hat die Koch- und Gefechtsstation verlassen
und hofft, dass ihn die Rivalen nicht frontal angreifen.
Die einzige Kritik, die ich habe, mir ist es zu knoblauglastig.
Das war mir ein bisschen zu viel.
Ich werde mir das zu Herzen nehmen
und wahrscheinlich demnächst die Pesto extra abhaareichen.
Wer möchte, kann sich das dazu...
Wenn es so tolles Fleisch ist, verliert der Geschmack des Fleisches
durch den Knoblauchgeschmack, es wird übertönt.
Steffen ist ein Fan von Harmonie und bewertet seine Vorspeise.
Gewohnt, lieblich, kritisch.
Was ich jetzt ein bisschen schade finde, ist, es ist wie ein Carpaccio.
Es ist nicht durchgegart.
Ich hätte Fragen können, wie denn das Vitello Tonato...
Soll es ein bisschen durch sein?
Wie Vitello Tonato würde ich sagen.
Wie Vitello Tonato, richtig.
Und das ist durchgegart.
Wir wollen uns ein bisschen abheben von der normalen Küche.
D.h. von der klassisch italienischen Küche.
Das habe ich in meinem Vorwort in der Speisekarte beschrieben.
Deswegen haben wir das so serviert.
Der Ergin erwähnt auch in seinem Vorwort von seiner Speisekarte,
dass er sich gewisse Freiräume rausnimmt
und die Sachen auch mal anders darstellen möchte.
Und das hat er heute gemacht.
Völlig okay.
Hätte er dem Ganzen seinen persönlichen Namen gegeben
und nicht Vitello Tonato, sondern ein Kalbfleisch,
leicht angegart mit Thunfischsoße.
Das hätte auch dann dem entsprochen.
Wie frei der kreative Küchenchef die Hauptgerichte interpretiert,
prüfen Simon und Arnob jetzt.
Die Konkurrenten quetschen ihn förmlich aus.
Klassisch, die Pommes de Marquer ist mit Speck und Zwiebeln.
Machen wir heute aber nicht.
Weil wir uns gedacht haben, heute servieren wir das zum Steinbutt.
Und zum Steinbutt mit Speck würde das übertönen.
Deswegen haben wir gesagt, wir machen das vegetarisch.
Es ist heutzutage in der Gastronomie geworden,
dass die Gäste in das Lokal kommen und nicht mehr Stammgäste werden,
sondern Fans werden.
Und wenn man Fans hat,
dann kann man sich natürlich noch ein bisschen mehr austoben.
Finde ich super.
Der Engin, den kann man auch bejubeln, applaudieren.
Für seine Art und Weise von Typ, was er einfach ist.
Wer weiß, vielleicht wird er Deutschlands nächster Superstar.
Dass es bei Engin läuft wie geschmiert,
liegt bestimmt am Öl.
Was für eins nimmst du?
Alba-Olive, das ist immer eine gute Kombination.
Rapsöl und Olivenöl.
Die Fans fliegen drauf.
Ich höre mit ihm jetzt auf jeden Fall einen Engin-Schal,
einen Engin-Mütze, einen Engin-Trikot und auch noch ein Fähnchen.
Omega-3-Fettsäuren ohne Ende.
Also ist gut, jeden Morgen ein kleines Gläschen davon zu trinken.
Und Engin, das kann man echt so trinken?
Das kann man trinken, probieren wir einen Schluck.
Es schmeckt olivig, und das war echt geschmacksintensiv.
Das hat nach einem Olivenöl geschmeckt.
Fasziniert war ich davon, dass das auch so ultrahocherhitzend ist
und dabei nicht verbrennt, was ja dieses Besondere an dem Albaöl war.
Und das hat mich begeistert, das begeistert mich.
Und ich denke, wir werden das in Zukunft
sicherlich auch hier und da mal benutzen.
Das Gelbe vom Ei ist das Bindemittel.
Die grüne Petersilie, ein gesunder Kräuterkick.
Bisschen Salz und Pfeffer, das ist schon eine Mischung.
Aber ich mag es gern auch so leicht grobkörnig,
deswegen mach ich noch ein bisschen von dem da ran.
Und natürlich fein gehacktes Rosmarin,
das würde ich auch noch dazugeben.
Mitstreiter Arnob kann jetzt direkt mal zeigen,
ob er ein Händchen hat für den perfekten Mix.
Das sollte schon richtig kräftig gedrückt werden,
weil es nachher rein um die Masse ist.
Also die Masse ist ausschlaggebend dafür.
Also Thaimassage, ja?
Thaimassage noch ein bisschen härter.
Weiß ich nicht, was sagst du, Simon?
Ich fühle mich wie eine Kartoffel.
Das hat jetzt Simon gesagt.
Die Kartoffelbeilage wirkt richtig stimmungsaufhellend
auf die Kontrahenten.
Steckt da ein Zauber in diesem Teig?
Es gibt einen kleinen Trick bei den Pommes de Marcaron.
Und zwar machen wir ein bisschen Zucker in die Pfanne.
Und dann legen wir die Pommes de Marcaron rein.
Das Ganze wird leicht ankaramellisiert.
Das war es schon.
So, jetzt kommt ein bisschen Öl dazu.
Gibt noch mal eine schöne Note, das gibt einen perfekten Noteabgleich.
Den Grand Manier geben, hinter dem Springer.
Damit löscht man ja normalerweise Orangen und so was alles auf ab.
Grand Manier ist ja ein Orangenlikör.
Grand Manier ist ein Orangenlikör,
ein Franzose, wird zum Kochchemischen benutzt.
Der wird zum Kochen sehr viel benutzt,
weil er natürlich ein intensives Aroma hat.
Der Likör aus der karibischen Bitterorange
ist hoffentlich nicht zu dominant.
Das ist ein Kracher.
Richtig lecker.
Ein Traum.
Lecker.
Leckerschmecker.
Ich bin fast weggeschlafen.
Bingo, Ingo.
Äh, Engin.
Das Restaurant Caruso kann über leere Tische echt nicht klagen.
Und die leeren Mägen der Kritiker füllt Engin jetzt mit den Hauptspeisen.
Eine nussige Note erhofft sich Steffen vom Iberico Schweinerückensteak.
Nordlicht Wiebke liebt Fisch
und hat den Steinbutt auf Gemüsespaghetti bestellt.
Arnob gönnt sich ein Edelsteak, das US Prime Beef.
Und der bescheidene Simon testet
das weitaus günstigere argentinische Rumpsteak.
Guten Appetit.
Danke.
Die Rivalen wünschen sich erstklassige Zutaten,
eine super Optik und ein tolles Geschmackserlebnis.
Wunsch erfüllt, Wiebke?
Der Garpunkt ist gut.
Er ist durch, er ist nicht glasig.
Schön saftig, er ist schön kross von außen.
Wirklich super.
Die Pomme de Mercure, sehr flockig, sehr schön leicht.
Cremig, gut aufgeschlagen und wirklich gut gewürzt.
Das sautierte Gemüse ist schön im Nest gemacht.
Ist bissfest.
Geschmacklich sonst wirklich Bombe.
Hat Steffen mit seinem iberischen Schwein auch so ein Schwein gehabt?
Vom Geschmack her ist es gut.
Ich habe hier oben ein Plaum-Chutney, das sehr lecker ist.
Auch die Schärfe gut getroffen, ganz lecker.
Das Gemüse ist ausgesprochen schön klein geschnitten.
D.h. groß an die Küche.
Geschmacklich ist es sehr gut.
Ich denke, ich würde es mir nicht wieder bestellen.
Ich habe mir ein bisschen was anderes unter dem Fleisch vorgestellt.
Aber das liegt an mir, da ich es nicht kannte.
Ich habe nie eine Eiche gegessen, ich habe eine Kastanien gegessen.
Aber ich habe weder das eine noch das andere gemerkt.
Das schmeckt dem Fleisch nicht, die Eichen,
aber es hat einen eigenen Charakter.
Den konnte ich leider nicht feststellen.
Restaurantleiter Simon ist Service-Profi.
Er weiß, dass man den Gästen mit dem falschen Garpunkt
den ganzen Abend vermasseln kann.
Ich habe mir das Steak English Plus bestellt.
Das ist vom Garpunkt her auf jeden Fall getroffen.
Das sieht man schön hier.
Dass es noch innen fast die normale Fleischfarbe hat.
Und außen nur ein bisschen länger, als scharf angebraten wurde.
Es ist schön saftig.
Und der naturelle Fleischgeschmack, der bleibt halt so erhalten.
Dieses Gerede hinter seinem Rücken kann Engin gar nicht leiden.
Er will jetzt Fakten hören.
Die 1. Hälfte, die ich von meinem Fleisch gegessen habe,
schau dir mal den Garpunkt an.
Jackpot, 100 von 100 Punkten optisch.
Das Problem an der ganzen Geschichte ist,
das Fleisch hat entweder nicht geruht bei dir,
d.h. es ist von der Pfanne, vom Grill direkt auf den Teller.
Oder wir haben heute ein schlechtes, schlechteres Stück erwischt.
Meistens ist das Chateaubriand, aus der Mitte, das beste Stück.
Daraus habe ich das geschnitten, aber das ist gefährlich.
Gerade dieser Punkt kann beim Schlachten zusammenzucken,
weil es der größte Anteil an dem Muskel ist.
Dann kann so was passieren.
Fleisch, ein Naturprodukt.
Dem Tier kann es in dem Moment nicht so gut gegangen sein.
Das überträgt sich leider auch aufs Fleisch über.
Da müsst ihr jedes 2. Tier irgendwie vom Tod erschrecken.
Ich war mal dabei bei einer Schweineschlachtung.
Die quieken dir einen weg, die wissen, dass sie sterben.
Die haben ja immer, zucken ja immer.
Trotzdem kriege ich einen tollen, weichen Stapelspitz hin.
Wie siehts aus mit so nem kleinen Verdauungsschnäpschen?
Eine Sache hab ich noch.
Hoppla, vor dem Schnäpschen wirds tatsächlich noch mal bierernst.
Ich bin mit Steffen vorhin,
während die beiden bei dir in der Küche waren,
ein bisschen durchs Restaurant gelaufen.
Hab mit deinen Gästen einen kleinen Klönschnack gehalten.
Mir ist aufgefallen, wir hatten 2 Tische,
die auch das Carpaccio bestellt hatten, so wie ich.
Das sah aber ganz anders aus.
Seid ihr das 1. Mal hier?
Ich ja.
Du nicht?
Nein, ich nicht.
Was habt ihr bestellt?
Ich hab das Broschetta bestellt.
Bei mir gibts Carpaccio.
Ui, das ganz normale Carpaccio?
Von der Karte als Vorspeise?
Okay.
Ich hatte das grad auch, meins sah ganz anders aus.
Ich hatte Pesto und Antipasti mit da drauf.
Das kam so an den Tisch.
Sieht aus wie Sparpaccio im Vergleich zu Wiebkes Version.
Wieso, Engin?
Ich hab bei dir vorhin ein ganz tolles Stück genommen
von dem Dry-Age-Beef, was wir so da hatten.
Das war auch länger gereift.
Das, was die hatten, das war nicht so lange gereift.
Ich wollte heute was Besonderes geben.
4 Wochen abgehangen, gereift für unglaubliche 8,90 Euro.
Simon, wenn du für 8,90 Euro so ein Carpaccio bei dir machst,
ich bin ein Dauerstammkunde und komme jeden Tag zu dir.
Aber es sah ganz anders aus.
Ich hatte auch Antipasti da drin und Pesto da drin.
Das fanden deine anderen Gäste nicht.
Meine anderen Gäste der Tisch hatte eine Antipasti vorher bestellt.
Das Merkwürdige war, dass er gesagt hat,
die anderen hatten Antipasti vorweg.
Sind Sie gar nicht, oder?
Nee, ich hab die gebracht.
Hatten Sie nicht vorweg.
War denn Ihre Vorspeise?
Das war ihm unangenehm, und er wollte sich rausreden.
Ich denke ja.
Nicht ich denke ja, es ist so.
In vielen Gastronomiebetrieben wird das Carpaccio eingefroren.
So machen wir kein Carpaccio.
Hä?
Oh, das Eis wird dünn.
Er hat natürlich da sich so um Kopf und Kragen geredet
oder rausgeredet oder was auch immer.
Da wird auch getrickst in der Gastronomie.
Habe ich alles schon selber in diversen Lokalen erlebt.
So plaudert Engin aus der gastronomischen Trickkiste.
Aber ein Zauberspruch gegen seine verhexte Lage
ist leider nicht dabei.
Schade, dabei ist er doch ein guter Koch.
Ach so.
Fasch mich nicht.
Kinder.
Letzter Versuch.
Ein kleinen Pardon, Schnäpschen, so zwischendurch.
Ich nehme den gerne an.
Ich nehme den auch gerne an.
Ist die Carpaccio-Sache wirklich so schwer verdaulich?
Klar ist das ein bisschen strange für uns.
Warum kriegen die einen so ein Carpaccio
und die anderen so ein Carpaccio?
Aber ich glaube, in der Regel serviert das Carpaccio so,
wie ihr das vielleicht gesehen habt.
Und heute wollte er mal so ein bisschen auf die Kacke hauen
und uns was Besonderes anbieten.
Er hat es wohl gut gemeint mit uns,
was aber nicht notwendig gewesen wäre,
weil Wiebke hat ein Carpaccio bestellt.
Und zwar ein klassisches mit Rucola und Parmesan.
Und was hat sie gekriegt?
Eine Extraleistung, die gar nicht notwendig war.
Also hatte ich eine Extrawurst.
Für dich kann ich das aber auch wieder nachvollziehen,
dass du eine Extrawurst bekommst.
Ja, aber war die dann so lecker?
Nein, ich hätte es lieber so gehabt,
wie ich es am Tisch gesehen habe.
Ich möchte ein Missverständnis aufklären.
Ich wollte euch um Gottes willen nicht verarschen mit dem Carpaccio.
Bei Wiebke wollten wir richtig einen raushauen.
Da wollten wir uns, also wir wollten für sie was Gutes tun.
Das ist vielleicht nicht so gewünscht gewesen.
Dafür entschuldige ich mich, es tut mir leid.
Bitte fühlt euch nicht deswegen irgendwie verarscht.
Na gut, Schwamm drüber und zuckersüß weiter.
Wiebke assistiert bei dem Dessert.
Hier habe ich das Schokoladenküchlein.
Bestandteil, Hauptbasis davon ist z.B. Kakao, dunkler Kakao,
Zucker, Ei, Mehl, ein bisschen Sahne ist mit drin,
ein bisschen Vanille ist mit dran.
Das werden wir gleich für 6 min bei 180° aufbacken.
Bei diesem Dessert beweist Engin, dass er auch einen grünen Daumen hat.
In dem Fall hier bei den Zucchiniblüten,
die sind wirklich sehr, sehr empfindlich.
Man sieht das schon, wie locker und leicht sie sind.
Die schmecken wirklich hervorragend.
Die sind schon gewaschen.
Die werden hier bei uns einfach nur leicht hier oben
noch mal kurz angeschnitten.
Dann kommen sie gleich mit Zucker, werden sie karamellisiert in der Pfanne.
Passiert ja gar nix.
Dann können wir vielleicht so die Blüte so ein bisschen...
Ja, genau, jetzt ist genau da, wo es sein soll auf jeden Fall.
Sobald der Zucker Farbe annimmt, flambiert Engin die Blüte
mit Grand Marnier, dem Likör der Bitterorange.
Karamellisiert, Grand Marnier ist dran.
Unsere Blüte wird jetzt gerade schick so leicht zerblasen,
und die ist fett.
Das Dessert aus Küchlein und Blümlein nimmt Gestalt an.
Dann haben wir hier z.B. eine Himbeere.
Dann hab ich hier einen weißen Schokoladenmus.
Das hab ich ganz einfach gemacht, kann auch jeder nachmachen zu Hause.
Ihr kennt ganz normale weiße Schokolade.
Diese weiße Schokolade hab ich genommen, ganz einfach.
Dann hab ich mit Eiweiß zusammen und Sahne das Ganze aufgeschlagen,
natürlich ein bisschen Zucker, und das war es auch schon.
Ein Hub auf den Nachtisch.
Tolles Haupt-Dessert.
Engin startet seine süße Wiedergutmachungsoffensive
und serviert Wiebke eine Crème Brûlée ohne Extrawurst.
Arnott testet das Schokoküchlein mit karamellisierten Zucchiniblüten.
Simon hat sich zum fruchtigen Abschluss ein Mangosorbet ausgesucht.
Und für Steffen ist das Schokoküchlein mit flüssigem Schokokern.
Ich wünsch guten Appetit für das Dessert.
Ein neuer Fall für unsere Genusspolizei.
Die Kritiker verfolgen jede Geschmacksspur
auf der Suche nach dem perfekten Dessert.
Steffen hat erste Ermittlungsergebnisse.
Kernbar flüssig, ist lecker.
Ich muss sagen, ich bin begeistert über dieses Schokoküchlein.
Bin ich mit dem Dessert 100% zufrieden.
Es hätte nicht besser sein können.
Ich kann es bestimmt so nicht nachmachen.
Simon saugt sein Dessert förmlich auf.
Ich habe das Mangosorbet.
Das ist mit einem Prosecco aufgegossen.
Es ist sehr frisch.
Ich weiß aber nicht, ob das selbst gemacht ist.
Nein, mein Mangosorbet, das, was wir heute serviert haben,
das ist zugekauft. Das haben wir nicht selber gemacht.
Ist gekauft? Okay.
Gut, es war sehr lecker, gar keine Frage.
Aber dann hätte ich vielleicht die Preisschraube
ein bisschen weiter runtergelegt.
Volle Konzentration bitte für Arnobs Dessert.
Ist dann ja so was Gemüsiges mit was Süßem.
Schon seltsam, aber mir schmeckt das.
Muss man probiert haben.
Kann man kaum beschreiben, wie das sich tatsächlich zum Mund anfühlt.
Definitiv neuer Geschmack für mich.
Ich glaube, ich würde das bei mir in meinem Restaurant
vielleicht sogar auch so übernehmen.
10 von 10 Punkten beim Dessert für mich.
Perfekt.
Fehlt ja nur noch Wiebkes Applaus für die Creme Brûlée.
Die karamellisierte Schicht oben, hauchzart.
Für meinen Geschmack könnte sie etwas dicker sein.
Dafür ist die Creme wirklich hervorragend.
Sehr vanillig.
Man sieht auch noch wirklich Anteile von frischer Vanille.
Ich würde mir das auf jeden Fall noch mal wieder bestellen.
Ich glaube, alles in allem haben wir schon in allen Gängen
noch mal ein kleines bisschen on top gekriegt.
Ich glaube, er hat es sehr gut gemeint.
Es war, glaube ich, nicht immer exakt,
so wie es in der Karte steht.
Du meinst abgewichen,
dass wir wirklich besser behandelt wurden als andere Gäste?
Ja, glaube ich.
Das Gefühl hatte ich auch.
Im Restaurant Caruso präsentiert Chef Engin
seinen Mitstreitern die Rechnung.
Hoffentlich ohne Preisvorteil und mit gutem Gefühl.
Da war ich erleichtert im Anschluss.
Im Großen und Ganzen war ich sehr positiv überrascht.
Ich habe es mir schon mal vorgestellt.
Hoffentlich passt die Preisvorstellung der Tester
zur Rechnung.
So, Jungs, wir haben insgesamt 247,40 Euro.
Für 3 Gänge pro Kopf plus Getränke.
War es das wert?
Sehe ich bei meinem Essen nicht.
Ich weiß, was IBP kostet.
Finde ich nicht gerechtfertigt.
45 Euro für 200 g Filet ist zu heftig.
Zumindest so, wie ich es heute bekommen habe.
Was meint ihr?
Ich habe mal im Kopf addiert,
ich bin bei rund 40 Euro für meine 3 Gänge.
Ich hatte wenig Kritikpunkte.
Ich finde den Preis ziemlich gerechtfertigt.
Ich denke, das war hochpreisig.
Zu hochpreisig für die Qualität.
Gebe ich dir recht.
Jetzt zählen nur noch Punkte.
Die Rivalen werten geheim.
Maximal 10 Punkte kann jeder Kritiker dem Caruso spendieren.
Mein Bauchgefühl heute ist so,
dass ich sage, kann man drüber hinwegsehen über einige Fehler.
Aber es wird wahrscheinlich einen Punktabzug geben.
Weil einige Sachen wohl nach deren Geschmäcker
wohl nicht so war, wie es ist.
Für den heutigen Abend gebe ich Engin 7 Punkte.
Gute 6 Punkte.
Wie streng ist Arnob an der Tafel?
7 Punkte gebe ich Engin.
8 Punkte.
Ein neuer Fan.
Engin war ein super Gastgeber.
So einen Gastgeber wünscht man sich.
Ich möchte selber so ein Gastgeber sein.
Der war nett, herzlich, offen.
Alles, was man sich vom Gastgeber wünscht.
Klar, hier und da waren ein paar Poupars,
die hätten nicht sein müssen heute.
Kann aber auch der Nervosität geschuldet sein.
Heute ist unser 1. Tag, wir lernen uns gerade alle kennen.
Für das 1. Date mit den Kontrahenten hat das Caruso 28 Punkte kassiert.
Geht da noch mehr?
Morgen muss Arnob die Tester rumkriegen.
Die Fischverliebten lieben es frisch.
Ich habe Angst, dieses Gericht zu bestellen.
Tunfisch haben wir bei dir im Kühlschrank gesehen.
Da stand ein Datum drauf.
Das war schon über der Zeit.
Das ist nicht gut.
Das hat mich komplett überrumpelt.
Ich wusste nicht, dass er das bei uns in der Küche gesehen hat.