Wir müssen reden! [B&B #17 – Matthias Burchardt und Sven Böttcher im Gespräch]
4 Videoaufrufe·03.12.2024
Hallo Matthias. Hallo Sven. Guten Tag. Guten Morgen. Du bist genauso fröhlich wie ich. Das ist schön.
Ich hab manchmal das Gefühl, dass dieser Sonntagmorgen immer früher wird. Als wäre es gar noch nicht zwölf.
Ja, es ist noch nicht zu spät. Es ist noch immer zu früh. Aber du klingst genauso wie ich mich fühle. Darf ich dich was fragen?
Hau rein. Darf ich dich heute mal überfahren? Ich hab in den letzten Tagen oder so das Gefühl, also ich brauche mal einen Arzt.
Du kennst ja diesen alten Scherz mit den Geisterfahrern. Ich hab in den letzten Tagen das Gefühl, wenn ich mit Menschen spreche, du wirst mich sicherlich korrigieren.
Aber ich hab immer das Gefühl, alle sind im Urlaub. Allen geht's gut. Alle sind fröhlich. Hier ist es herrlich, die letzten Sonnenstrahlen.
Alle haben Bitcoins für 3000 Euro gekauft, die inzwischen bei 60.000 stehen. Niemand auf dieser Welt hat irgendein Problem. Niemand ist krank.
Alles ist toll, nur ich bin verrückt. Du hast jetzt gute Vorstellungen gemacht, wie man das vermeidet.
Kannst du mir folgen, dass man so das Gefühl hat, weil ganz viele Menschen, die unterhalten sich jetzt noch darüber, ob sie sich den richtigen Hybrid gekauft haben.
Also den richtigen Hybrid SUV. Aber ansonsten haben die alle gar keine Sorgen.
Ja, ich kenne nicht mehr allzu viele Leute, die sich mit sowas beschäftigen. Was ich momentan feststelle, ist, dass einige in den Urlaub fahren.
Und da freue ich mich tatsächlich für die. Wir haben ja gerade Herbstferien. Die Kinder sind von der Schulgeburt der Anwesenheitspflicht, wie du es immer so schön nennst, befreit.
Und da fahren die weg. Und ehrlich gesagt freue ich mich an jedem, der momentan Kraft tankt für die nächsten schlimmen Monate, oder?
Ja, ja, aber du weißt, was ich meine. Also kann es sein, dass ich ein Wahrnehmungsproblem habe und dass es eigentlich gar kein Problem gibt.
Was nimmst du denn wahr? Ich nehme auch nichts wahr. Es ist doch alles super. Wir haben jetzt gebildet, es gibt eine neue Regierung.
Achso, ich dachte, wir hätten es.
Wir haben jetzt, ich meine, diese Klimafrage wird endlich mal angegangen. Wir arbeiten unsere Kolonialgeschichte auf, wir stellen die Geschlechtergerechtigkeit her.
Was hast du denn für ein Problem? Und endlich ist Energie mal so teuer, wie sie uns der Umwelt auch kostet.
Also ich finde das in Ordnung. Jedes Mal, wenn ich tanken gehe, ich frage immer, wo ist die Spendenlose. Ich würde immer gerne noch mehr geben. Ob man das nicht machen kann.
Okay, aber das war dann bisher ein Missverständnis, auch in unseren Gesprächen. Ich hatte so das Gefühl, wir sehen uns in ein paar Kleinigkeiten anders.
Und mir kommt das jetzt auch vor, als hätte ich da Gespenster gesehen.
Das muss wohl ein Traum von dir gewesen sein. Wir haben die ganze Zeit darüber gesprochen, wie schön das ist. Guck dir doch die letzten Sendungen an.
Ja, na gut. Okay.
Das ist eine Form von Amnesie.
Gut, aber du weißt, was ich meine. Es sind so viele Menschen, die mich so komisch angucken und sagen, wir sind komisch, vorwurfsvoll.
Man muss sich ja nur impfen lassen. Was ist denn dein Problem? Was ist denn jetzt schon wieder das Problem? Das kriege ich ja hier über so eine Ecke.
Ich habe, wenn ich nicht ganz ignoriert werde und dass ich dann einfach denke, vielleicht hast du recht.
Du sagst das ja auch. Alles ist gut. Wir haben keine Sorgen. Alles ist fein.
Dann sehe ich auf der anderen Seite, also in meiner Filterblase.
Das war gerade nur für die Sendung. Ich wollte ein bisschen Spannung reinbringen. Das war komplett gelogen. Ich bin im Grunde sehr verzweifelt.
Ach so. Ich dachte, du kannst mir helfen. Dir kannst du auch nicht. Gut.
Wir können ja auch zusammen überlegen. Letztendlich ist da was dran. Wie lange hält man das aus, sich verzweifelt zu fühlen und sich fremd in der Welt zu fühlen?
Irgendwann läuft man dann über. Ich habe mich jetzt bei einem Gedanken ertappt.
Ob man sich impfen lässt.
Ob ich nicht krank werde. Ob ich nicht ein Attest mir nehme.
Ich steige mal aus. Aus dem Widerstand. Ich steige aus dieser ständigen Konfrontation.
Es gibt ja diesen schönen Satz von Günther Kuhnert. Ich weiß nicht, ob du den kennst. Das ist ein Lyriker aus der ehemaligen Ex-DDR.
Da hat man gesagt, Krankheit ist Urlaub vom Leben.
Das ist natürlich eine Beschönigung von Menschen, für die vielleicht die Krankheit der erste Schritt in den Tod darstellt.
Aber es gibt so eine Form von Krankheit, wo man sich ein bisschen freinehmen kann.
Da habe ich mir gedacht, vielleicht melde ich mich mal krank. Mir reicht es gerade so ein bisschen.
Das, was die anderen als Urlaub und SUV-Entscheidung machen, das könnte man auch auf dem Weg machen.
Ein Bedürfnis, diesem Druck zu weichen, ohne sich ihm zu fügen. Kann ich verstehen.
Ja, das verstehe ich auch.
Ja, klar. Deswegen frage ich dich, wie geht man damit um?
Die andere Möglichkeit wäre, anzuerkennen, dass die Welt schön ist und dass wir uns die ganze Zeit aufgerieben haben an irgendwas, was gar nicht existiert.
Das meinte ich mit dem Geisterfahrer.
Vielleicht haben die anderen ja recht.
Ja, eben. Ich wundere mich auch darüber. Kognitive Dissonanzen besprechen wir ja gelegentlich bei den anderen.
Das gehört aber ja zur Selbstkritik auch dazu, täglich.
Bei mir jedenfalls. Bei dir sicher auch.
Dass man auch sagt, guck mal aus der Filterblase raus, vielleicht ist dieser Twitter-Trend mit plötzlich und unerwartet.
Vielleicht sehen nur wir das.
Da gibt es ein Fachwort für Plust. Plötzlich unerwartet sterben.
Achso, das heißt Plust.
Ja, aber du weißt, was ich meine. Überprüfen, ist das vielleicht wirklich nur eine selektive Wahrnehmung, was wir hier machen?
Übertreiben komplett.
Ja, aber es ist auch trotzdem, ich kriege es nicht zusammen im Kopf.
Also wenn ich so sehe, dass, wie gesagt, Weihnachten ist glaube ich in einem Monat.
Ich weiß gar nicht, wo ich eine PS5 kaufen kann.
Jetzt kommen wir mal zu den wesentlichen Problemen.
Die Lager sind leer. In Australien sind die Lager auch noch leer.
Ich finde es ja gut, wenn die Lager leer sind.
Zumindest diese Lager, aber die anderen ja wohl auch.
Sicherlich auch selektive Wahrnehmung.
Bei mir, wenn ich dann sage, ich will ja gar keine PS5 kaufen, aber es gibt auch keine, kostet glaube ich 56 Euro plus 490 Euro Versand.
Ich habe gestern mal geguckt, fand ich ganz gut.
Es gibt kein Papier mehr, also das macht ja nichts.
Die Bücher liest doch sowieso keiner mehr.
Die liest eh keiner, das ist kein Problem.
Holz gibt es nicht mehr.
Ja, Holz bestellt für unseren Kaminofen.
Und der Lieferant sagte, also im nächsten Jahr gibt es keines mehr.
Die haben nichts mehr, die sind alle.
Na gut, dann müsst ihr eben was anderes verheizen, oder?
Bücher.
Ja, guck mal.
Zwei Fliegen mit einer Klappe.
Ja, natürlich.
Ja, sehr schön.
Aber es gibt ja auch, ganz unwichtig, aber ich habe ja gelernt, Magnesiummangel ist nicht gut für die Gesundheit.
Also wir sprachen ja letztes Mal Gesundheit.
Das gilt aber auch gesamtwirtschaftlich, weil ich zur Kenntnis nehme, dass wir gar kein Magnesium mehr haben.
Und da gibt es dann auch Verbände, das ist ja nicht mein Fachgebiet, aber die schreien jetzt Alarm, dass wir ab Dezember jetzt nichts mehr verarbeiten können.
Und das ist für die Kunstturner ein großes Problem?
Genau.
Weil die sich an sich nicht mehr an den Stangen festhalten können.
Erklär mir das mal.
Ich bin ja so ein bisschen Laie in Sachen Magnesium.
Ich lese nur mit, man braucht das offenbar für die Verarbeitung von Florian Hamm Büchen.
Nein, man braucht das offenbar für die Metallherstellung.
Also du kannst kein Aluminium, kein Aluminium, kein Stahl herstellen.
Der Panzernachschub wird auch knapp, oder?
Ja, die Inneneinrichtung der Panzer vielleicht, vielleicht auch die Panzer selbst.
Nein, aber es ist ja auch völlig unwichtig.
Interessiert mich doch nicht, dass wir keine Autos mehr herstellen können und keine Türbeschläge und eigentlich nichts mehr aus Metall,
weil Deutschland kein eigenes Magnesium herstellt.
Das kommt alles aus China, 95 Prozent, und die Chinesen haben ganz gut argumentiert und sagen,
ihr wollt doch, dass wir eine grünere Welt machen, also stellen wir mal die Hälfte unserer Magnesiumfabriken ab,
den Rest brauchen wir hier, um weiter Metall herstellen zu können, aber ihr kriegt jetzt keins mehr.
Das passt eigentlich ganz schön.
Also auch da hast du recht, alles ist gut.
Charmant, total charmant.
Wir haben keine Industrie mehr, aber wir tun was für einen grünen Planeten.
Also du hast recht, ich sollte es von der richtigen Seite betrachten und nicht auf diesen Mangel rumreiten.
Ja, mit dem grünen Planeten, der wird ja sogar noch grüner dadurch, dass wir diesen Bauern endlich mal ihr schmutziges Handwerk legen.
Das kommt ja noch dazu.
Das ist ja die größte Ökosäule überhaupt, also diese Bauern.
Die haben ja ihr Land nur, um es zu verwüsten und um die Natur zu töten.
Ja, du meinst Monokulturen und Dünger und solche Sachen.
Dünger und irgendwelche Pflanzenschutzmittel und so weiter, das machen die ja auch nur, um uns zu schaden.
Das mit dem Lebensmittelproduzieren ist ja auch nur ein Vorwand von denen.
Ach so, aber das kann man ja abstellen, oder?
Ja, die vergiften jetzt nur noch und machen kein Lebensmittel mehr.
Das würde ich gerne ernsthaft mal diskutieren.
Das ist ja tatsächlich sehr interessant, dass wir das, was eigentlich Lebensquelle und Schönheit sein könnte, nur noch unter der Perspektive von Verbrechen diskutieren.
Also erinnerst du dich, das, was in meinem Gesicht manchmal so ein bisschen aufflackert momentan?
Die Sonne war ja mal im Begriff von Wahrheit, von Schönheit, von Licht, von Lebensfreude.
Aber sie brennt ja direkt einen Krebs in meiner Haut, sobald ich mich ihr nähere.
Auch das Verhältnis der Geschlechter hatte ja mal durchaus was Inspirierendes.
Ich weiß nicht, ob du dich noch dran erinnerst, als man so nach Schmarrn der Frau die Tür aufgehalten hat.
Ja, ja, wir beide.
Ohne einen Vergewaltigungsverwurf nachher.
Das hatte was, oder? Das hatte was, ja.
Man könnte ja auch sagen, dass sowas wie ein Landwirt, der Lebensmittel produziert, was Schönes ist, weil er uns den Genuss und das Überleben ermöglicht.
Aber wir sehen ihn nur noch unter der Perspektive der Öko-Sau, was dazu führt, dass ja eigentlich die ökologische Situation nicht unbedingt verbessert wird,
sondern dass die kleinteilige Landwirtschaft keine Zukunft hat.
Die wird ja zerrieben zwischen Öko-Auflagen, Discounter-Druck, Freihandel internationaler Art,
sodass viele junge Generationen den Betrieb nicht weiterführen wollen, die die Eltern aufgebaut haben.
Das heißt, die Flächen liegen entweder brach oder es gibt Landgrabbing.
Das heißt, große Konzerne oder Agrarindustrie oder Hedgefonds kaufen Land auf, machen da entweder noch intensivere Bewirtschaftung, Monokulturen,
oder lassen es brach liegen, was ja auch eine Katastrophe ist, weil das Land natürlich auch der Natur abgerungen wurde über viele Generationen hinweg.
Also da geht dann auch Kulturlandschaft verloren.
Und dann wird es möglicherweise ähnlich sein wie mit dem Magnesia für Florian Hambüchen.
Wir können natürlich irgendwoher unsere Lebensmittel importieren, nur wenn die Transportwege nicht mehr so gut zur Verfügung stehen,
auch die Nahrungsmittelketten unterbrochen werden.
Dann werden wir uns fragen, ob wir sowas wie eine Lebensmittelautonomie oder Autarkie nicht auch als sinnvolles Startziel hätten gebrauchen können.
Also mir macht das Sorgen.
Du erinnerst dich an den Morgentau-Plan?
Ja.
Der wäre noch eine schöne Alternative letztendlich im Vergleich zu Deindustrialisierung und Deagrarisierung, die sich gerade abzeichnet.
Das heißt, also ich habe das ja auch vor ein paar Jahren mal die Zahlen angeguckt.
Da war es zumindest noch so, dass wir so einigermaßen in die Nähe von Versorgungssicherheit kamen.
Das ist aber, glaube ich, nicht mehr der Fall.
Von den Zahlen her weiß ich es nicht.
Ich kenne es tatsächlich aus dem Bericht vieler Landwirte, aber ich glaube, es ist auch oft von den Zahlen her erledigt.
Wir sprachen darüber zumindest mal einen Halbsatz und habe dann auch mal geguckt.
Das ist in der Tat so, dass wir vor ein paar Jahren noch zumindest was Getreide und bei Schweinefleisch sind wir, glaube ich, immer noch gut versorgt.
Das ist für mich nicht so interessant, weil ich das nicht esse.
Aber ansonsten hat das wirklich sehr nachgelassen.
Aber es ist ja auch Teil des größeren Plans, glaube ich.
Wir sind uns einig, es ist ja besser, wenn wir das alles synthetisch herstellen, also unseren Fleischersatz.
Und dann in die Städte liefern und dass man den Rest des Landes mehr oder weniger der Natur überlässt.
Ich weiß nicht so ganz genau, wie das mit den vielen Einwohnern hier geht, aber das ist vielleicht auch zweitrangig.
Die überlässt man dann auch der Natur.
Ja, als Dünger.
Das war jetzt deine Fantasie.
Ja, das schoss mir gerade so durch den Kopf.
Das Schöne ist, man erschließt ja neue Nahrungsmittelquellen jetzt auch im Bereich der Insekten.
Und die kann man ja auch in der Stadt farmen, gewissermaßen, glaube ich, oder?
Ich weiß nicht, ob das jetzt auch schon als Hauptmarzahl dient oder erst mal nur als Snack.
Und das soll ja durchaus sehr nahrhaft und appetitlich sein, wenn man das richtig zugekriegt hat.
Das ist schön.
Da gibt es ein schönes Werbevideo vom World Economic Forum.
Ich weiß nicht, ob du das gesehen hast, über die Zukunft der Städte.
Wir haben ja alle keinen Besitz mehr und treffen uns dann nur in den Büros, die da für jeden offenstehen.
Und es wird da offensiv propagiert, die Ghost Kitchen.
Also wir haben nicht etwa Geister gegrillt, sondern einfach, dass man das wie bisher macht.
Und dann im Zweifel auch so irgendwie Heuschrecken am Stiel.
Einfach so immer international ausfahren lässt.
Aber erlaub mir den Schlenker kurz.
Weil mein Lieblingslandwirt, du weißt ja, wer das ist, der größte Landwirt der Welt, ist ja Bill Gates.
Also der hat tatsächlich das meiste landwirtschaftliche Gebiet aufgekauft.
Er wird es brauchen für seine Windräder und seine Atomkraftwerke.
Ich habe da letzte Woche die Meldung tatsächlich vermisst.
Und manchmal gucke ich ja dann doch.
Bill ist ja in Europa.
Hat er bei dir vorbeigeschaut?
Nee, er hat bei Boris vorbeigeschaut.
Boris Becker?
Ja genau, in Boris Beckers Wohnzimmer in Wimbledon.
Nee, bei dem anderen Boris, da um die Ecke.
Also Boris Johnson.
Mir hat diese Meldung gefehlt, weil Bill hat sich getroffen mit Boris Johnson und mit den wichtigsten Bankern dieser Welt.
Das ist schon eine schöne Kombination.
Also mit den Solomons und Goldmans und wie sie heißen, Jamie Dixon.
Also den richtig.
Und hat beschlossen, wie das weitergeht mit dem grünen Wandel.
Also dass Great Britain da ganz vorne weg geht mit sehr sehr viel Geld.
Mit der neuen grünen Revolution.
Du willst was sagen, ich weiß.
Das Schöne war, dass auch der Guardian, wo die Meldung ja zumindest stattgefunden hat,
das verkauft hat unter der Schlagzeile der Menüfolge.
Also es gab ja einen Sternekoch, der da Aal in Aspik Kanapés gereicht hat
und mit Malt flambierte irgendwas, seine Spezialität.
Und es kam dann so als Text drunter, die Gäste waren übrigens Johnson, Gates und die wichtigsten Banker der Welt, Blackrock und so weiter,
die auch nur so durchgefahren sind, um dann bei COPS 25, nee COPS 26, also der neuen Klimaschutzkonferenz der Welt anzusagen,
was jetzt im nächsten Jahr passiert.
So, ich fand das eine Meldung wert.
So jetzt darfst du, du hast irgendwas mitgeschrieben.
Ich lese ja immer den Kommentar unter unserer Sendung, dass ich dich nicht ausreden lassen würde.
Das hast du aufgeschrieben eben.
Nein, nein, ich schäme mich immer so, weil mein Temperament immer so mit mir durchgeht,
aber es ist mal so eine gute Abwägung zwischen Porn und Höflichkeit und diesmal hat die Höflichkeit gesiegt.
Mist.
Und wo hast du das jetzt gelesen, in der Feinschmecker Zeitung oder im Loculus, dem Metzgereiblättchen oder wo stand das zum Bild?
Feinschmecker Guardian.
Es war zumindest, in England ist es zumindest irgendwie als Meldung unter Feinschmecker im Guardian gelaufen.
Okay.
Ja, aber jetzt möchte ich die Frage trotzdem noch stellen, weil du hast das gerade so schön formuliert.
Da hast du gesagt, die wollen mit Geld das Klima retten oder irgendwie sowas, oder?
Ja, möglicherweise, wenn ich das gesagt habe, war es ja gut.
Das finde ich eine Argumentation, die ich auch beobachte, insbesondere bei der sich anschickenden neuen weltrettenden Bundesregierung,
dass die sagen, es gibt einen Zusammenhang zwischen Geld und Umwelt retten.
Das heißt, wenn der Sprit teurer ist, ist das gut fürs Klima.
Ich dachte, das macht erstmal Menschen ärmer.
Und wenn Menschen ärmer sind, ist das gut fürs Klima.
Wo ist denn da der Zusammenhang zwischen, dass der Sprit teuer ist?
Weil die Menschen müssen doch trotzdem zur Arbeit fahren, die müssen trotzdem ihre Kinder irgendwo hinbringen
oder sollen die einfach ihre Lebenstätigkeiten einstellen, weil es zu teuer ist.
Ist das der Gedanke?
Die Argumentation haben wir aber, glaube ich, gehört von irgendeiner grünen Politikerin, deren Namen ich immer verdränge.
Also das war diese Entsprechung von, dann sollen sie doch Kuchen essen, wenn sie kein Brot haben, von Marie Antoinette.
Dass man sagt, wenn man zu viel Energie verbraucht, dann kann man halt irgendwie keine verbrauchen.
Also macht doch die Heizung aus.
Das ist natürlich gut. Je teurer, desto besser.
Weil wir dann natürlich wahnsinnig viel Energie einsparen, Matthias.
Das ist eine ganz einfache Rechnung.
Ich weiß es nicht.
Hast du keinen Mantel?
Wenn du das sehen würdest.
Ich habe mir hier unten, weil ich ja auch Energie einspare für den Planeten,
aber dann immer so blaue Füße kriege, wenn ich leider am Schreibtisch sitze.
Ich weiß nicht, kennst du wahrscheinlich auch, habe ich mir jetzt ein Schafsfell um meine Füße gewickelt.
Aber das zeige ich dir später.
Übertragen wir dann deine Füße mit zwei Extrakameras.
Aber wir haben jetzt sehr viel Unwesentliches gesprochen.
Der Punkt an deiner Nachricht ist ja, dass da Menschen in selbstloser Fürsorge für uns und den Planeten
ihre Zeit und ihr Geld opfern, um richtungsweisende Entscheidungen für die globale Politik zu treffen.
Und zwar, weil einfach auch Zeitdruck besteht unter Umgehung von demokratischen Prozessen und öffentlichen Diskussionen.
Genau. Aber was heißt also demokratische Prozesse?
Insofern schon noch, weil Johnson eben auch noch Gastgeber ist.
Deswegen fand ich es eben spannend, dass man sagt, die fahren dann weiter zusammen zur COPS 26.
Das ist dann die Weltklimakonferenz.
Das wäre so eine Spezialeinheit zur Verprügelung von Corona-Kritikern.
Ja, das ist ja auch ein bisschen umstrukturiert worden.
Die Einführungsveranstaltung moderiert dann Gates an.
Und das ist der demokratische Bestandteil, weil der Steuerzahler die Canapés bezahlen darf?
Ja, aber Gates ist jetzt auch ein Thank you for your leadership.
Also das war ja angesagt. Er hat erst mal die Leadership in den Impf- und Pandemiefragen übernommen.
Jetzt kommt am 31. ist, glaube ich, die Konferenz.
Seine Rede, wie es in der Zukunft weitergeht mit dem Klima, was wir jetzt machen.
Das ist so spannend, weil kurz bevor Gates seinen jährlichen Brief an uns schreibt,
seinen Annual Letter, sagt er, was im nächsten Jahr passiert.
Das wird jetzt wieder so sein. Da bin ich sehr gespannt.
Wir sollten den sehr aufmerksam lesen wegen der kommenden Blackdowns.
Und was Bill uns dann so für das nächste Jahr servieren wird, finde das schon sehr spannend.
Machen wir eine öffentliche Lesung hier, wir beiden.
Wir lesen mal, wo was kommt.
Aber vielleicht nochmal, du hast gerade einen Begriff verwendet, das war so ein Anglizismus.
Ich bin ja so ein bisschen sprachunbegabt.
Lida, wie würdest du das übersetzen eigentlich? Was heißt das auf Deutsch?
Das mache ich nicht. Das hatten wir in Deutschland schon mal so was.
Heißt das Führer?
Nein, das heißt Anführer. Danke für deine Anführerschaft, Bill.
Ich dachte, das mit dem Führerprinzip, das hätten wir schon mal gehabt.
Ich weiß nicht, was soll denn das schon wieder jetzt?
Ja, aber nochmal, er übernimmt ja nicht nur in Impf- und Kontrollfragen.
Er hat in beiden Briefen zwei Jahre nacheinander angekündigt, was kommt.
Jetzt kommt also die von ihm angekündigte Klimarevolution, also Minus 45, 55, 65.
Das heißt nicht, dass alle, die älter sind, gehen dürfen,
sondern das hat irgendwas mit den Emissionen zu tun.
Ich finde es wirklich hochspannend.
Erlaub mir den Ausflug bitte.
Ich habe ja sein Buch gelesen, sein letztes, und habe mich so gefreut.
Du schreckst aber auch vor nichts zurück, oder?
Nein. Na gut, ich habe es nicht zu Ende gelesen.
Ich war irgendwann ein bisschen genervt.
Dieser Mann, der geht dahin, wo es wehtut.
In die Buchhandlung.
Und was stand da drin? Komm, sag es.
Nein, ich fand es wirklich toll, weil er macht an einer Stelle,
und das ist ihm ganz wichtig, erklärt er wirklich zehn Seiten lang,
warum er den ganzen Tag mit seinem Privatflieger um die Welt fliegen darf,
weil sein Kerosin ein besonderes Kerosin ist.
Das wird nachhaltig im Mund geklöppelt oder sonst was.
Das ist wahnsinnig teuer.
Aber deswegen ist sein CO2-Footprint durch seine Fliegerei nicht größer.
Es ist quasi null.
Also es ist ihm ganz wichtig zu erklären, dass er da keinen Schaden anrichtet.
Man müsste dann nur wieder sagen,
das würde umgerechnet auf einem normalen Linienflug heißen.
Dein Flug von Köln nach Hamburg kostet 6.000 Euro.
Ich fahre mit der Bahn.
Ja, gut, aber jetzt in diesem Beispiel.
Auch ein Urlaubsflug kostet dann halt 6.000 bis 8.000 Euro.
Und damit sagt Bill ja auch, wer das danach dann noch kann.
Ich fand diese Argumentation nur ganz schön, dass man sagt,
ich darf das, weil ich mache das gut.
Das ist so ein bisschen wie, wenn du schlechte Zähne hast
und in der SPD-Karriere machst,
dann darfst du auch auf der Autobahn mit dem Handy telefonieren, oder?
Ja, das ist diese feudale Argumentation,
dass die so im Offenen stattfindet.
Das finde ich so spannend an diesen alten Menschen,
dass sie wirklich sagen, ich schäme und geniere mich nicht,
zu sagen, wieso, ist doch kein Problem,
wenn du die 8.000 Euro hast für einen Linienflug, kannst du auch weiterfliegen.
Das schadet doch der Umwelt. Wo ist denn dein Problem?
Das ist Maria Antoinette, dass sie das ja gut sagen kann.
Erinnert mich an einen deutschen Philosophen,
Richard David P., der in einer Diskussion
um das besinnungslose Grundeinkommen von sich gab,
in einer Diskussion mit Christoph Butterweg,
ich weiß nicht, ob du den kennst, ein Kollege von mir, Uni Köln,
war ja auch mal für das Bundespräsidentenamt im Gespräch,
zumindest von der Linken vorgeschlagen,
und dann fragte, wie das denn wäre,
ob es auch für Kinder Einkommen gäbe.
Nee, gäbe es nicht.
Dann hat Butterweg gefragt, wie das wäre,
wenn jemand vier Kinder hätte und von dem und dem Betrag leben möge.
Dann hat Richard David P. gesagt,
er würde auch nicht wollen, dass jemand vier Kinder hat,
der nur so viel Geld hat.
Das ist sowas wie eine qualifizierte Reproduktionslizenz.
Das heißt, nur Menschen mit einem ökonomischen Hintergrund
sollten Kinder haben dürfen.
Das ist natürlich auch eine selektive Haltung,
die dem Ganzen etwas gleicht.
Was ich überhaupt interessant finde,
ist, warum rechtfertigt der sich überhaupt?
Ist das nicht auch unendlich scheinheilig?
Wer?
Der Bill.
Ach, der Bill.
Nee, was heißt rechtfertigt?
Dass er überhaupt darauf eingeht.
Oder dass er sagt, ich habe ein gutes Gewissen.
Was soll denn das?
Ich meine, das Geld, was er dafür aufwendet,
um sich dieses gute Gewissen durch dieses mundgeklöppelte Kerosin zu kaufen,
das ist doch auch erwirtschaftet worden.
Da gibt es doch einen Äquivalent an ökologischem Fußabdruck.
Da gibt es einen Äquivalent an sozialen Katastrophen.
Ja, aber das fehlt ja völlig in der Wahrnehmung unserer neofoldalen Freunde.
Das ist völlig ausgeblendet.
Jetzt habe ich den Namen vergessen.
Freue hat, glaube ich, einen schönen Artikel darüber geschrieben.
Ich müsste den mal raussuchen.
Für dich über diese besondere Form von besonderem Psychopathen.
Dass da wirklich die Bodenhaftung komplett verloren gegangen ist.
Und dass man dann nur noch in diesem Kreis quasi,
wie es im Grunde dann Precht auch macht,
aber auch Bill nur argumentiert mit seinen Freunden,
die gar keinen Kontakt mehr haben zu diesen ganzen Gesocks.
Du meinst uns?
Nein, wir sind das Gesocks, genau.
Dass man so voreinander noch erklärt,
weil doch, ich darf so viel fliegen, weil ich bin der Beste von uns allen.
Nein, denn mein Benzin ist Püttenbenzin, Mundgeklöppeltes.
Das hat gar keine Berührung mehr zu uns.
Und dass das moralisieren hat auch sowas wie so eine Gucci-Tasche.
Also so wie die Frauen tragen dann irgendwie tolle Kostüme
und die Männer gönnen sich so ein bisschen ökologische Moral
und kokettieren damit.
Genau, und dann hat es immer ein bisschen was angegeben.
Das finde ich aber eben, deswegen finde ich Bill so spannend.
Weil er so bescheiden ist.
Mit seinen Annual Letters.
Nein, er sagt ja immer, er hält sich so mühsam zurück,
irgendwie das jetzt nicht zu sagen, was er macht.
Sondern, na gut, aber es wird jetzt ein großer Schlag beim Baseball nächstes Jahr.
Das kann ich euch sagen.
Und das hat was mit Impfen zu tun, aber mehr sage ich euch nicht.
Und dann kommt diese Pandemie zufällig daher.
Oder wir machen jetzt die Pandemic Preparedness.
Und das ist alles so, man erkennt schon, er weiß, was passiert.
Er hat natürlich auch ganz andere Informationsquellen als wir.
Jetzt wollen wir mal nicht in Richtung Verschwörungstheorie gehen.
Nein.
Sondern er hat natürlich, weil er mit Boris Cannabis ist
und mit den ganzen Bankern, ist er ja natürlich auch am Puls der Zeit.
Ja, du hast recht.
Also gut, er wird das schon machen.
Ich würde auch sagen, wir können das völlig zurücklehnen.
Ja, aber deswegen ist es schon hilfreich,
zwischen den Zeilen des nächsten Briefes genau zu lesen.
Wann kommt der denn?
Der kommt immer kurz vor Weihnachten.
Das ist die Neujahrsansprache kurz vorher.
Wenn man das richtig liest, weiß man, was 2022 passiert.
Dann machen wir eine Sondersendung und gucken mal, oder?
Wir machen eine Lesung.
Ja, das können wir das ganze Jahr dann machen.
Wir können ja mal ausgewählte Stellen lesen
und gucken, was wir daraus interpretieren können.
Ja.
Da ist ein Fisch eingeweint, wo er ist.
Gut.
Nein, aber du hast natürlich völlig recht.
Wenn wir jetzt hier rumalbern, das ist alles nicht schön.
Nur weil wir momentan nur geringfügig leiden
und eigentlich noch immer in einer Wohlstandsblase letztendlich sind
verglichen mit anderen Menschen auf der Erde,
die jetzt schon in den Lockdowns 2020 keine gute Zeit hatten,
sollten wir uns nicht darüber belügen,
dass das, was wir als kultiviertes, zivilisiertes Leben uns vorgetäuscht haben,
vielleicht seinen Zenit überschritten haben könnte.
Das sehen wir vielleicht an bestimmten Tagen deutlicher als andere.
Ich weiß gar nicht, ob das was Gutes ist, das so zu sehen.
Deswegen willst du ja auch in den Urlaub.
Ich möchte sowieso eine PCR-Stehe über Lobotomie, damit ich das nicht mehr merke.
Das hilft ja vielleicht auch, wenn man die weit genug durch den Kopf stößt.
Allein die Teststäbchen, ja genau.
Das ist wahrscheinlich irreparabel.
Aber nochmal deswegen zu dem Eingangspunkt zurückzukommen.
Ich bin dann wirklich erleichtert, dass du dich so mit mir fühlst.
Und das ist tatsächlich auch so, dass ich mit anderen, die so auch fühlen,
wie mich vernetzen und verständigen kann,
weil ich sonst wahrscheinlich schon lange wahnsinnig wäre.
Es ist nur so, je länger das dauert.
Wenn man jetzt sagt, was ich eine schöne Meldung der letzten Woche fand,
war, dass in Österreich die Konkursverwalter pleite gehen.
Wer rettet die denn jetzt?
Ja, weiß ich nicht. Die werden sicherlich saniert.
Aber das muss man sagen, weil der Staat, der österreichische wie unserer,
dermaßen besinnungsloses Geld aufnimmt von den aalessenden Bildfreunden,
also Kredite und Geld aus dem Fenster bläst, das es nicht gibt.
Gehen die Konkursverwalter pleite?
Das heißt, jede Form von...
Das ist so wie die Pleitewelle bei den Bestattern während der schlimmsten Pandemie aller Zeiten.
Da sind die auch alle pleite gegangen.
Da gab es, ja.
Ach ja, stimmt. Wenn wir sowas machen, darf ich das machen?
Wir hatten keine Übersterblichkeit, habe ich vorhin nochmal gesehen.
Darf ich einmal die Zahlen von heute oder vorgestern oder gestern auf den Tisch legen?
Ja, Zahlen bitte hier.
Zahlen bitte, ja. Die verlinke ich auch gerne nochmal.
Dass es in England tatsächlich eine Pandemie der Geimpften ist.
Also, dass sie tatsächlich mehr erkranken an Covid.
Das fand ich ja schon aufregend.
Aber ich will die Zahl auch...
Wie gesagt, ich verlinke das gerne mal.
Die Zahl der Notaufnahmen ist gestiegen.
Jetzt haben wir zum Glück keine Übersterblichkeit.
Auch 20 nicht gehabt.
Auch 2021 nicht wirklich ernsthaft.
Aber ich will das nur für dich und zum Verlinken.
Ich war noch nicht da, aber in den Notaufnahmen ist es eben so,
dass 6,4 Prozent mehr dort vorstellig werden.
Und die aber nicht mit Atemwegserkrankungen,
sondern mit Herz- und neurologischen Beschwerden.
Ich ertappe mich gerade auch bei dem Gedanken,
wie schlimm es ist, dass wir Krankheiten gegeneinander ausspielen.
Das sind ja alles einzelne Schicksale.
Und es gibt sicherlich Menschen, die diese Covid-Krankheit bekommen
und denen das schlecht geht.
Und es gibt Menschen, die sich aufgrund dieser Covid-Krankheit
nicht mehr zum Arzt trauen und denen geht es auch schlecht.
Dass wir das überhaupt gegeneinander abwägen müssen,
ist schon ein Zynismus, der resultiert aus den politischen Verhältnissen.
Das erschüttert mich immer mehr.
Um das nochmal aufzunehmen, wie es einem letztendlich damit geht.
Ich habe versucht, das auf eine Metapher zu bringen.
Und ich fühle mich wie ein Schiffbrüchiger einer alten Zeit.
Das Schiff ist kaputt, ich halte mich an einer Planke fest
und treibe auf dem wilden Meer.
Ich weiß genau, das Bruchstück, das Fragment,
das ich gerade noch unter mir halte,
das wird nie wieder sich zusammenfügen zu einem Ganzen.
Das trägt mich vielleicht eine Zeit lang neben mir,
treibt noch jemand anders, du vielleicht.
Und man trifft sich so ein bisschen,
aber so etwas wie ein gepflegtes Gemeinwesen,
eine tragende Kultur oder auch eine Zivilisation,
die uns vor allem möglichen schützt, das sehe ich nicht mehr.
Nur als ein Beispiel.
Mir schreibt ein lieber Kollege aus Süddeutschland,
dass er in seiner Hochschule jetzt hinnehmen muss,
dass Uniformierte den Seminarraum unangemeldet betreten
und dort 3G-Kontrollen durchführen.
Und er sei neben einem Kollegen der Einzige,
der dagegen protestiert habe.
Was passiert noch?
Ich finde, das ist eine Frage der Unhöflichkeit.
Man stört keine Lehrveranstaltung.
Da muss ich gar nicht mehr drüber sprechen.
Du fängst auch nicht mitten in der Bestattung an,
3G-Kontrollen durchzuführen.
Oder dem Pfarrer mal eben ein Stäbchen in den Rachen zu schieben.
Was ist da alles passiert?
Und wie kann sich das auch aufhalten?
Und was ich mich frage,
was sind eigentlich die Planken, an denen wir uns festhalten?
Ich habe manchmal auch das Gefühl,
dass ich auf bestimmten Punkten deutlicher insistiere,
als ich das eigentlich sollte,
weil das dasjenige ist, was mich noch trägt.
Für mich ist das ein Gedanke von Rationalität.
Gerade unsere Diskussion beim letzten Mal,
als ich gesagt habe,
wir müssen ja auch bei den alternativmedizinischen Aspekten
nach einer bestimmten Evidenz fragen.
Da habe ich mich gefragt,
vielleicht ist das für dich auch nur ein Fetisch,
um an irgendwas festhalten zu können,
um nicht zuzugeben, dass du alles verloren hast.
Das ist keine schöne Einsicht.
Ich wollte gerade nach einem tröstenden Wort,
aber ich lasse mich mal ein bisschen suchen.
Das heißt, wir halten uns ein bisschen ratiofest
und argumentieren uns noch ein bisschen hin und her,
weil wir sonst völlig wahnsinnig werden oder depressiv.
Das kann aber auch was anderes sein.
Für andere kann ein Planke der Glaube sein,
obwohl die Kirche ihn längst verraten hat.
Das kann auch Kultur sein,
obwohl die Buchmesse ein Bordell ist.
Aber die anfangs erwähnten Leute,
was ich am Anfang sagte,
die haben ja alle gar kein Problem da draußen.
Das ist für mich in deinem Bild mit dem Schiffbruch,
das macht mich ja zusätzlich wahnsinnig.
Die sind ja auf der AIDA unterwegs.
Nein, wir fahren auf dem gleichen Schiff,
nur die sagen, wir halten uns noch an der Planke fest
und die sagen, wieso ist doch nur der Pool.
Die haben ja noch gar nicht gemerkt,
dass dieses Schiff abgesoffen ist.
Die haben doch diesen großen Flamingo aufgebracht.
Ja, um den Bauch und so einen Cocktailschirm.
So nett hier.
Bisschen kalt jetzt das Wasser,
aber wird bestimmt da wieder wärmer.
Also haben wir noch nicht verstanden,
dass die AIDA abgesoffen ist.
Das stimmt.
Das ist das, wo wir am Anfang eigentlich waren.
Ja, okay, wir halten uns jetzt voneinander fest,
reden uns ein, es sei ein Problem.
Vielleicht ist das Schiff gar nicht abgesoffen, Matthias.
Nein.
Wir sind im Pool.
Ja.
Wir sind im Pool.
Du hast einen Flamingo um den Bauch.
Ei, Bilder im Kopf.
Ja, und Schaffälle gleichzeitig unter Wasser an.
Wir sollen nicht so albern sein.
Ja, wir sollen wirklich nicht so albern sein.
Nein, das geht nicht.
Sonst kommt doch irgendjemand auf die Dekarikaturen von uns zu zeichnen.
Ich habe auch gelesen,
dass du einen gewissen Prominenten sehr ähneln sollst äußerlich.
Ja, nee, lass das mal weg.
Das fand ich nicht nett.
Das stimmt auch nicht.
Was habe ich denn noch auf meiner Liste?
Was wir machen könnten?
Ich habe eine Zeitmaschine.
Ich könnte uns retten.
Ich weiß nicht, ich spreche da normalerweise nicht drüber.
Aber wenn du willst.
Ja, wo fahren wir denn hin?
Wir fahren in die 80er.
Ja, ehrlich.
Gut.
Würdest du mitkommen?
Ja, klar.
Da hatte ich auch noch eine richtig gute Frisur.
Kriege ich ja nie an.
Ich muss ja so.
Und Hugo Egon Balder hat alles nichts oder
zusammen mit Hella von Sinnen moderiert, oder?
Ah, ja, interessant.
Fernsehen.
Ja.
Sehr schön.
Sehr schön verkauft.
Ja.
Also du kommst mit in die 80er?
Ja, das ist ja.
Aber alles besser, ne?
Die Frisuren.
Na ja, gut.
Die Frisuren und die Anzüge.
Die Textilien, ja.
Die Schulterpolster und die Musik.
Ja, das wäre natürlich schick.
Das ist ja so.
Ich meine das jetzt ganz im Ernst.
Also den Ausflug mal eben.
Da waren wir beide, glaube ich, relativ jung und so in den 80ern.
Halbwegs noch.
Und ich würde auch gern die Welt mit oder ohne Zeitmaschine wieder so umbauen,
wie sie in meiner glücklichen, freien Jugend war in der Bundesrepublik Deutschland.
Aber da hätte ich wahrscheinlich.
Angela Merkel hat es ja geschafft.
Die hat ja die Welt ihrer Jugend wieder nachgebaut heute.
Also es kommt mir heute so vor, als hätte sie dieses Ziel erreicht.
Also dass man sagt.
Bemerkenswert, ne?
Ja.
Bemerkenswert.
Da bin ich ganz behalten.
Jurassic Park.
Historic Park.
Ja.
Fehlt jetzt nur noch irgendwie die Ausreise irgendwie.
Schwierigkeit.
Die haben wir eh schon.
Es ist eigentlich so ein Traum.
Also ich würde dann doch ganz gern zurück.
Ja, ich komme mit dir mit.
Also 80er Bundesrepublik.
Gar nichts dagegen.
Trotz der bestehenden Probleme und der Schulterpolster.
Aber bin ich sehr bei dir.
Da kann man was draus machen.
Wir dachten ja damals, wir leben in der langweiligsten aller Zeiten, oder?
Ja, ich ja nicht so.
Also ich habe ja damals gedacht, die Welt geht unter.
Ich bin ja nur future sozialisiert worden.
Ah ja, okay.
Ja.
Und habe dann dieses schreckliche Buch von Heumann von Dittfurt gelesen.
Lasst uns einen Abfallbäumchen pflanzen.
Und ich war ja fest davon überzeugt, dass im Jahr 2000 kein einziger Baum mehr steht.
Und deshalb habe ich vor dieser Klimakatastrophe auch keine Angst,
weil die Welt für mich schon so oft untergegangen ist.
Das rührt mich nicht mehr.
Aber war das nicht...
No future.
Also das war Anfang der 80er, oder?
Ich meine jetzt so dieser Übergang Richtung kurz vor dem Mauerfall
und dem Zusammenwachsen der beiden Deutschländer.
Also war es nicht so, dass wir wirklich...
Diese Entspannungsperiode, wo wir Gorbi-Fans waren.
Ja, aber dass man wirklich das Gefühl hatte, nachdem...
Also wir waren ja auch gegen Cruz-Mitteils und NATO-Doppelbeschluss auf der Straße tatsächlich.
Warst du in Bonn?
Ja, aber wir haben hier irgendwie alles...
Ihr habt das vor Ort gemacht.
Ja, Hamburg heißt das, ja, ja.
Aber es kam doch dann tatsächlich eine Zeit, wo man dachte, so jetzt wird es wirklich öde, oder?
So kurz vor der Wiedervereinigung.
So Entspannungspolitik.
Vielleicht idealisiere ich auch gerade was.
Aber ich habe das Gefühl, da haben wir gedacht, das ist ja eigentlich ein bisschen langweilig.
Ende der Geschichte.
Es wird alles langweilig.
Also vor allem die 90er.
Wäre vielleicht nicht schlecht gewesen.
Die Kontinuität fast größer als den Bruch.
Also die 80er-Jahre, das war schon was.
Dieser ganze Trash und dieses hemmungslose Konsumieren und irgendwie ging es bergauf.
Aber diese ganzen No-Future-Kräfte, das war ja schon auch ein Signum einer Generation.
Ich weiß nicht, wie nah dir das gegangen ist.
Mir war der Atomtod gewiss letztendlich.
Ach nee, jetzt kommt das ja wieder mit dem Atomtod.
Hast du dann auch so einen Parker und einen Palästinenser Schal umgehabt?
Nein, keinen Palästinenser Schal.
Nee, Buttons hatte ich.
Mit so einer Friedensdaube.
Atomkraft?
Nein, danke.
Und genau, schäme ich mich heute noch für.
Das war ja auch so eine Form von Uniformierung.
Und das, was du heute so als Status und diese komischen Emojis hast, hattest du damals als Button an den Kleidern.
Man fand sich ja damals auch super engagiert und ist letztendlich doch auch nur nach der Bröte der Mächtigen spaziert, oder?
Aber das müssen wir nächstes Jahr beobachten mit der Lektüre von Bill's Annual Letter.
Ob es jetzt dann auch Buttons oder Emojis gibt, die dann einfach für die, die dann 16, 17 sind, wo dann Atomkraft ja bitte draufsteht.
Und die natürlich mit einem grünen Logo.
Das finde ich eine schöne historische Wendung eigentlich, dass wir damals das, was wir da gewählt haben oder dachten, das müssen wir jetzt machen.
Atomkraft ablehnen.
Die Grünen toll finden.
Gorleben.
Mit Farbbeuteln und Eiern bewerfen.
Das beobachten wir nächstes Jahr mal.
Okay, dann haben wir ja noch eine Aufgabe hier.
Irgendwas müssen wir ja tun, auch von unserer Planke aus.
Weihnachtsplanke, okay.
Hast du noch was Tröstliches zum Schluss? Ich gucke mal auf meine Liste. Insekten haben wir gegessen.
Weihnachtsgeschenke gibt es keine. Ach so, die epidemische Lage von Nationaler Tragweite ist vorbei.
Das können wir vielleicht noch als gute Nachricht ansenden.
Ist das schon durch?
Ja, aber der, wie heißt der?
Söder.
Ja, aber Söder will ja nicht. Söder hat ja gemerkt, dass er damit keine Grundlage mehr hat für die Einschränkung.
Ach so.
Das ist, glaube ich, noch gar nicht durch.
Schade, schade.
Das müssen wir dann auch weiter beobachten, also wie das ausgeht.
Da hat er ja recht, also der Markus, das würde ja tatsächlich ein bisschen so...
Würde was ändern?
Ja, meinst du, da würden dann so irgendwie Verfassungsgrundsätze oder so ein Quatsch wieder ins Spiel kommen.
Entschuldigung, da kann ja nicht jeder einfach machen, was er will.
Also deswegen brauchen wir das wahrscheinlich noch ein bisschen.
Ja gut, okay, schauen wir mal.
Ich habe hier auf meinem Zettel nur noch meine Einkaufsliste für Weihnachten.
Ja, PlayStation gibt es nicht. Was kaufst du noch?
Nee, PlayStation gibt es nicht.
Papier gibt es nicht, Bücher gibt es nicht.
Hier steht Maskenvernichtungswaffen.
Soll ich kaufen? Das wollte ich haben, siehst du?
Ja, das ist doch gut.
Das machen wir.
Das wünsche ich mir auch.
Wenn jetzt das Licht ausgeht zu Weihnachten, darf man den Wachskerzen benutzen und Bäume fällen.
Da müssen wir, glaube ich, noch viele Fragen klären bis nächste Woche.
Oje, ich merke, wir haben unser Pulver verschossen.
Ja, aber das ist ja nicht so schlimm heute.
Das war wieder so eine martialische Metapher.
Was, Pulver verschossen?
Pulver verschießen.
Magnesium oder Backpulver.
Unsere Florian Hamm-Büchen-Gedächtnissendung nähert sich dem Ende.
Wir danken, glaube ich, unseren Zuschauern für die großzügige Unterstützung.
Das sollten wir ab und zu mal tun.
Nicht nur durch Kommentare, sondern auch durch Spenden.
Das tun wir.
Ich kriege das ja nicht so mit, aber du hast mir die Woche erzählt,
dass wir da ganz viel Anerkennung auf verschiedensten Wegen bekommen.
Und ich glaube, das verdient auch einen Dank, oder?
Ja, das verdient einen großen Dank.
Und ich freue mich auch, wenn wir nicht direkt das...
Wir sind ja quasi unter uns jetzt mit den 30.000, 40.000 Menschen, die uns zuhören.
Vielen Dank, dass ihr da seid.
Wir werden nicht so richtig mehr.
Das finde ich eigentlich ganz gut, weil es ist sehr, sehr angenehm,
was ich an Kommentaren lese.
Ich habe da eine große Freude, weil es intelligent und oft sehr witzig ist.
Mir gibt das ein ganz positives Feedback, dass es nicht explodiert,
dass wir jetzt nicht so wahnsinnig viele sind,
weil ich das Gefühl habe, das ist ganz gut so.
Ich fühle mich sehr wohl in diesem Kreis.
Von unserem Stefan, der für uns so freundlicherweise auch die Website macht,
soll ich euch nur noch mal zurufen.
Abonnieren ist immer gut.
Dann kriegt man auch mit, wo wir gerade stecken, diesen Sonntag, von wo wir senden.
Das sei nicht mal in die Runde geworfen.
Wollen wir da noch ein kleines Geheimnis lüften,
dass wir diesmal über gewaltige Distanzen hinweg unsere guten Verbindungen produzieren?
Ja, das solltest du unbedingt sagen.
Weil unser Techniker...
Ich glaube, den genauen Standort dürfen wir nicht sagen.
Doch, nein, nicht die Geodaten.
Aber wer uns den Sendemast zur Verfügung stellt, das dürfen wir schon sagen.
Das ist der Herr...
Na?
Putin heißt der.
Ja, genau.
Und wenn der Medvedev nicht jetzt gleich sagt, er hat die Schnauze voll von uns,
dann kriegen wir auch noch eine Verabschiedung.
Nein, also...
Unser lieber Matti, der sitzt gerade direkt neben der Datscha von Putin
und ist dort ausnahmsweise mal nüchtern,
während er eigentlich viel angelt.
Er ist ja kurz rübergefahren mit seinem Boot mit den Aalen drin,
weil für die Aalkanapes hat kurz geklopft,
ob er den Mast mal benutzen darf für Bräucherl und Böttcherl.
Das geht, siehst du?
Wir reden nur so um Kopf und Kragen.
Kamera war auch schon aus, oder?
Ja, zum Glück.
Gott sei Dank, wenn das jemand bekommen hätte.
Tschüss!
Nee, das krieg ich gar nicht mit.
Tschüss!
Ciao!

