Dr. med. Matthias Meier Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Facharzt für Notfallmedizin, Sportmedizin, Manuelle Medizin, und Osteopathie zeigt uns In dieser Sendung eindrücklich die Funktion des Kniegelenks auf und auch das Zusammenspiel mit vielen anderen Bereichen der Wirbelsäule und unseres autonomen Nervensystems. Erst wenn dies alles ganzheitlich betrachtet und behandelt wird ist auch oft eine Heilung oder Linderung bei chronischen Problemen möglich. Das Credo von Dr. Matthias Meier lautet Menschen, ganzheitlich zu unterstützen und so dem Körper die Regulation über seine Selbstheilungskräfte wieder möglich zu machen.
▬ Zu Gast ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ Dr. med. Matthias D. Meier, Unfallchirurg und Orthopäde Moderation: Corina Klein Sendungsnummer: NBas_240516_S7_impulsehealth_meier
▬ Über QS24 ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ QS24 stellt die erste deutschsprachige Informationsdatenbank dar, die die Naturheilkunde und ganzheitliche Medizin inklusive der Psyche abdeckt. Somit hat man eine weitere Sichtweise in Ergänzung zur herkömmlichen Medizin.
Aktivieren Sie unsere Push-Benachrichtigungen in Ihrem Browser jetzt kostenlos unter https://qs24.tv.
Vielen Dank! Ihr #QS24 Gesundheitsfernsehen aus der Schweiz 🇨🇭
Herzlich Willkommen liebe Zuschauerinnen und Zuschauer bei uns im Schweizer Gesundheitsfernsehen.
Heute freue ich mich wieder auf Dr. Med. Matthias Mayer.
Er ist Unfallchirurg und Orthopäde und hat eine ganzheitliche Sicht auf die Dinge.
Und ich durfte mit ihm jetzt schon Sendungen machen über die verschiedenen Gelenke.
Und heute sind wir beim Kniegelenk angelangt.
Und was er uns da zu berichten hat aus ganzheitlicher Sicht, wird auch Sie erstaunen.
Bleiben Sie dran.
Hallo lieber Matthias.
Ich sage es immer wieder, ich muss mich einfach wiederholen, weil ich bin so begeistert, wie du die Dinge siehst.
Und jedes Mal kommen mir so viele neue Erkenntnisse für Dinge, denen ich immer begegne im Leben oder Menschen, die davon betroffen sind.
Und mit deiner Sichtweise kannst du auch wirklich Menschen helfen, die jahrelang leiden.
Und das finde ich so fantastisch.
Das ist für mich natürlich auch befriedigend.
So schön, dass du diese Arbeit und diesen Forscherwillen in dir hast, diese Dinge wirklich zusammenzubringen, finde ich wirklich bemerkenswert.
Und heute sprechen wir über das Knie.
Ich habe gefühlt, fast jeder hat irgendeine Problematik mit dem Knie oder gehabt.
Ich weiß nicht, ob das zugenommen hat, aber ich habe das Gefühl, es ist omnipräsent.
Es ist ein bisschen schwierig, weil das Kniegelenk selbst schon relativ kompliziert ist.
Und es ist immer auch die Frage, was tut eigentlich weh oder wo ist das grundsätzliche Problem?
Und ist es überhaupt wichtig, wo das eigentlich Problem ist?
Oder habe ich einen Einsatz, um alles gleichzeitig zu verbessern?
Und da möchte ich diese Sichtweise einmal hier über dieses Video versuchen zu erklären.
Dazu muss man ein bisschen wissen, wie das Knie aufgebaut ist.
Und ich will jetzt keine Anatomie-Studie machen.
Aber dass man ein grundsätzliches Verständnis für das Kniegelenk hat, ist es vielleicht nicht schlecht.
Es gibt den Oberschenkelknochen mit der Oberschenkelrolle.
Und dann gibt es das Schienbein mit dem Plateau, wo die beiden Außen- und Innenmeniskus drauf sind.
Und dann diese Knorpelüberzug sowohl oben als auch unten, die wiederum dann dieses Gelenk bilden.
Dann haben wir zwei Kreuzbänder, das vordere und das hintere,
die jeweils eine Stabilität dann in dieser vorderen und hinteren Achse haben.
Und die Seitenbänder, die auch die Rotation limitieren.
Und von vorne gesehen haben wir diese Quadrizeps-Szene,
die von den großen Oberschenkelmuskeln die Patella, also die Kniescheibe praktisch umgreifen,
um dann vorne am Schienbein anzusetzen.
Und das ist wie so ein Sesambein in der Rolle zu bleiben,
damit diese Schienenfunktion von Streckung und Beugen des Knies reibungslos, wenn man so will, funktioniert.
Dafür ist die Kniescheibe da.
Die sollte auch schön in der Mitte dieser Rolle sitzen.
Es gibt es auch, dass sie nicht ganz in der Mitte ist und sie ein bisschen nach außen,
manchmal auch ein bisschen nach innen rutscht und dementsprechend nicht ganz reibungslos in der Mitte ist.
Das hat dann auch ein bisschen mit der Stärke der einzelnen Muskeln zu tun, die wiederum die Patella umgreifen.
Wenn ich auf der Außenseite mehr Kraft entwickle, dann kann die sich ein bisschen nach außen verschieben und ist zu weit außen.
Wenn ich auf der mittleren Seite mehr Kraft habe, dann kann sie ein bisschen nach innen rutschen.
Also sie wird getrackt von diesen Oberschenkelmuskeln, die harmonisch funktionieren müssen,
damit mein Knie gestreckt werden kann und die Patella weiterhin in ihrer Schiene liegt.
Und dieses Gesamtkonstrukt ist ziemlich interessant, unter anderem deswegen,
weil sie ähnlich wie Hüfte und Sprunggelenk auch ein hydraulisches Gelenk ist.
Das heißt, wenn ich auftrete, gibt es eine Kompression.
Wenn ich meinen Fuß hochhebe, wird es eine Entlastung geben.
Und dieses ständige Komprimieren und Entlasten ist wie eine Pumpe,
dass die Gelenkkapsel das Blut hineinfiltriert und damit mehr Nährstoffe in das Gelenk bringt,
damit Knorpel und Bänder genügend Nährstoffe haben, dass sie gesund bleiben.
Das heißt, wenn ich mein Knie nicht belaste, heißt es nicht, dass ich eine Degeneration vermeide.
Im Gegenteil, man hat ja auch z.B. Ultramarathonläufer untersucht und Büromenschen
und man findet eigentlich keinen großen Unterschied.
Manchmal haben die Büromitarbeiter sogar eine schlechtere Prognose,
weil sie eben diese Hydraulik nicht so gut benutzen.
Sitzende Berufe sind da im Allgemeinen nicht gut.
Und dementsprechend wird die Nährstoffversorgung von Knie- und Binnengewebe darunter leiden.
Entschuldigung, diese ganz kurze Werbeunterbrechung,
aber bitte abonnieren Sie unseren YouTube-Kanal hier unten,
denn das hilft nicht nur uns für die Verbreitung dieser Sendungen,
sondern wir können damit auch viel, viel mehr Menschen erreichen
und ihnen Hoffnung damit schenken.
In diesem Sinne danke ganz herzlich und weiterhin viel Spass.
Und so sieht diese Gelenkoberfläche aus.
Wer einmal im Operationssaal so eine Gelenkoberfläche angefasst hat,
eine gesunde Fläche, der wird erstaunt sein, wie glatt das ist.
Es gibt keine menschengemachte Oberfläche, die so glatt ist wie ein menschlicher Knorpel.
Da ist, wenn eine Synovia da ist, diese Flüssigkeit, die aus dem Blutfiltrat gebildet wird,
ist da eine Gelenkschmiere, wie man vielleicht sagt,
ist dieser Reibungskoeffizient fast null.
Es gleitet perfekt und es ist dafür gedacht, 120 Jahre lang perfekt zu bleiben.
Und man sieht dann auch hier, wie die Kreuzbänder wirklich sich überkreuzen,
deswegen heißen sie so, und wie dann unten der Meniskus außen und innen
praktisch mit den Bändern wie eine gemeinsame Bindegewebskonstruktion bilden.
Und das ist auch so gedacht.
Oben drumherum sieht man aber auch eben die Muskeln.
Man hat den Quadrizeps, der aus vier verschiedenen Muskeln besteht,
der wiederum an dieser Kniescheibe angreift und unten am vorderen Anteil vom Schienbein ansetzt,
wo ja auch Knieschmerzen entstehen können.
Auch zum Beispiel bei Jugendlichen beim Ostgutschlatter-Syndrom
ist, wenn diese Vorderkante der Tibia nicht so gut wächst oder nicht gut zuwächst
und dementsprechend der Zug durch die Sehne größer ist als die Belastbarkeit an der Stelle
und dadurch eine Entzündungsreaktion passiert,
dann haben wir natürlich die seitlichen Bänder und die gemeinsamen Ansätze auf der Innenseite,
das ist der sogenannte P.s. anserinus,
wo die Adduktoren und Anteile von den anderen Muskeln direkt zusammen hier ansetzen.
Und wenn da was wehtut, ist das was anderes, als wenn es an der Kniescheibe wehtut
oder am Meniskus oder am Außenband oder an den Kreuzbändern oder innerhalb des Gelenks.
Und dementsprechend ist es ganz gut, wenn man das ein bisschen unterscheiden kann,
weil Knieschmerz ist eben nicht gleich Knieschmerz oder Wachstumsschmerz.
Das ist wieder was anderes.
Da hatte ich aber schon mal ein eigenes Video drüber gemacht.
Das hier nochmal, um es etwas komplizierter zu machen.
Man sieht, wie die verschiedenen Muskeln, die an diesem P.s. anserinus ansetzen
oder an der Oberschenkelrolle innen, also einer ähnlichen Region,
wie die verschiedene Ursprünge haben.
Man sieht, dass der eine an der vorderen unteren Beckenschaufel ansetzt,
der andere vom Schambein, der andere noch weiter vom inneren Schambein,
der andere vom mittleren Schambein.
Und die haben alle ein bisschen eine andere Funktion.
Nur ganz leicht.
Je nachdem, wo sie ansetzen und wo sie ihren Ursprung haben,
können sie etwas anderes dann mit ihrer Hebelkraft bewegen.
Man sieht aber auch, dass wenn jemand jetzt ein Knieproblem hat,
dass ich das nicht lösen kann, ohne mich um das Becken zu kümmern.
Weil da kommen ja die Muskeln her, die das Knie stabilisieren.
Also muss ich mir das Becken angucken.
Wenn ich mir das Becken angucke, muss ich mir auch die Lendenwebesäule angucken,
weil sie die Beckenstatik mitbestimmt.
Wenn ich mir die Lendenwebesäule angucke, muss ich mir auch die Brustwebesäule angucken,
weil Lendenwebesäulen kompensieren manchmal auch Brustwebesäulenfehlstellungen.
Und dann bleibt noch Kopf und Hals.
Wenn ich den nicht mitbetrachte, habe ich kein ganzheitliches Konzept.
Also muss ich von Schädel bis Becken alles betrachten.
Dementsprechend ist auch das Knie nicht ein isoliertes Gelenk,
sondern eingebettet in das Gesamtkonstrukt Mensch.
Und dann sieht man hier auch die Adduktoren,
die auch wie fächerförmig sich aufteilen und die auch zum Knie runtergehen.
Das heißt, auch die muss man im Kopf haben, wenn jemand einen Knieschmerz hat.
Und die bewegen dann in dieser Art als Hebel diesen Oberschenkel
und setzen dann auch unten am Oberschenkel oder am Tibia-Kantenrand an.
Also wenn du das jetzt so sagst, kommt mir danach noch in den Sinn,
weil ich kenne jemanden, der hatte eine Hüftoperation
und nachher waren die Beine nicht mehr gleich lang.
Und zwar, ich glaube, 13 Zentimeter oder so.
Und dann hat der Chirurg auch gesagt, das spielt nicht so eine Rolle.
Und wenn du jetzt mir das ganze System, was so fein alles aufeinander abgestimmt ist,
dann denke ich mal, wow.
Und der hat jetzt wirklich Knieprobleme bekommen, oder?
Und jetzt bekommt er dann ein neues Kniegelenk.
Und wenn ich das aus dieser Sichtweise von dir,
und ich bin ja kein Arzt, dann leuchtet mir das so ein,
dass hier nicht die Lösung sein kann,
wenn du dann nachher Symptom für Symptom irgendwie wegmachst, oder?
Eine Beckenstatiksveränderung wird auch die Muskelspannung verändern.
Und hier sieht man zum Beispiel, wie die Muskeln ja am Becken mithängen.
Und das wird Einfluss darauf haben, wie stabil diese Achse ist,
ob mein Knie langsam in eine X-Bein-Achse gerät,
oder ob es in eine U-Bein-Achse gerät, oder ob es gesund bleibt.
Gesund ist so etwa 5 bis 7 Grad X-Bein-Stellung.
Und in der Situation ist das Tibia Plateau mit der Oberschenkelrolle schön am gleiten.
Die Muskeln sind harmonisch außen und innen.
Und so habe ich ein gutes Gleichgewicht und das Knie kann bei Belastung
und ordentlicher Nährstoffaufnahme auch gut funktionieren.
Darf ich noch etwas fragen?
Ja.
Ich kenne Menschen, die laufen extrem nach außen oder eher nach innen.
Sollte man, wenn man jetzt eine spezielle Stellung hat,
sich ein bisschen korrigieren,
oder ist das dann schon im System so angekommen?
Ich würde mir vor allen Dingen die Statik von Lernmöbeln und Becken anschauen,
weil je nachdem, wie das Becken konstituiert ist,
wird das Einfluss auf mein Hüftgelenk haben.
Das Hüftgelenk ist rotiert, nach innen oder nach außen.
Und je nachdem, wie mein Hüftgelenk rotiert, ist auch mein Fuß innen oder außen rotiert.
Wenn ich also nach außen laufe, habe ich vielleicht ein außen rotiertes Becken.
Und wenn ich es nach innen rotiere, geht der Fuß wieder nach vorne.
Ja, spannend.
Das ist eigentlich die gemeinsame Achse.
Man sieht das Kniegelenk wie ein Scharniergelenk.
Es ist aber mehr wie eine Art Schraubenmechanik,
weil die Innenseite des Knies sich doppelt so viel bewegt wie die Außenseite.
Außen haben wir den großen Außenmeniskus und das stabile Außenband.
Und innen ist der Meniskus nicht ganz so groß und lässt mehr Bewegung zu.
Es schraubt sich also in die Streckung und in die Beugung.
Und deswegen ist auch eine Knieschiene, wenn sie nur die Schienenfunktion hat,
von vorn nach innen, berücksichtigt sie nicht,
dass der Innenteil beweglicher sein muss als der Außenteil.
Dann zwinge ich das Bein in eine nicht ganz natürliche Bewegung.
Man denkt immer nur, es geht irgendwie gerade und gebeugt.
Aber es rotiert auf der Innenseite auch mit.
Und das muss berücksichtigt werden.
Bei einer guten Schiene ist die Innenseite wieder frei
oder lässt eine doppelt so große Bewegung zu wie auf der Außenseite.
Einfach immer diese Zusammenhänge, das ist einfach faszinierend.
Das heißt, innerhalb dessen haben wir auch unser Nervensystem.
Wir haben Nerven, die zum Knie gehen.
Wir haben eine Beckenstate, die kontrolliert wird durch mein Nervensystem,
wo Nerven herauskommen, die parasympathisch ins Becken gehen und Beckenorgane
oder auch das Fußgewirbel kontrollieren.
Wenn das Fußgewirbel flach wird, ändert das meinen Auftritt.
Das ändert die Achsenbelastung fürs Kniegelenk.
Das kann Auswirkungen haben für mein Hüftgelenk.
Das heißt, auch der Fuß, und das wäre ja dann das nächste Thema im nächsten Video,
hat Einfluss darauf, wie meine Gesamtstatik funktioniert.
Und auch Fuß und Knie und Becken sind ja eine gemeinsame Kette von funktionierenden Strukturen,
die aber alle auch davon abhängen,
zum einen, dass meine skeletale Achsenstruktur in Ordnung ist, inklusive Becken,
aber auch, dass die Nerven, die dorthin gehen, fließen können
und dass die entsprechende Nährstoffaufnahme ins Gelenk funktioniert.
Das heißt, dass die Ernährung natürlich da eine Rolle spielt, aber auch die Belastung des Knies.
Ich kenne da Leute, die laufen teilweise 100 oder 200 Kilometer pro Woche
und geben sich keine Pause und sind gedrungen, ständig Sport zu machen
und haben irgendwann mit 45, 50 Knieprobleme oder müssen eine Knieprothese haben.
Und dann denkt man immer, ja, warum läuft es da so viel?
Aber es gibt auch Leute, die laufen so viel und haben kein Problem damit.
Und da muss man sich fragen, wo ist denn der Unterschied zwischen diesen beiden?
Und derjenige, der ein Knieproblem entwickelt, der hat eine größere Belastung auf das Knie gelegt,
als die Belastbarkeit zulässt.
Ja, logisch, ja.
Das heißt, er hat nicht genügend Regeneration betrieben,
entweder aktiv oder durch ein strukturelles Problem vielleicht oder durch die Ernährung.
Das heißt, würde man die Struktur gesund haben, wenn die Nährstoffaufnahme gut ist,
die Achse gut und man adaptiert die Belastung zunehmend,
dann kann man auch 240 Kilometer pro Woche laufen und bei Olympiateilnehmern im Marathon laufen
und das Knie ist topfit und gesund.
Und dann macht das nichts, dafür ist es ja da, dass ich es benutze.
Andererseits kann es genauso gut einen Schreibtischtäter geben,
der sein Knie nicht bewegt und der hat mit 40 vielleicht auch ein Problem.
Das heißt, es liegt nicht an der Belastung an sich, sondern an der Belastbarkeit,
die eben nur eine gewisse Grenze zulässt.
Und diese Grenze kann ich aber erweitern, indem ich die Physiologie verbessere.
Und da haben wir nochmal dieses schöne Bild, wo aus der Wirbelsäule die Reflexzonen abgebildet sind
und das Knie wird typischerweise vom dritten Lendenwirbel versorgt.
Und was auch relativ häufig vorkommt, ist, dass der dritte Lendenwirbel,
weil er auch Blase und Prostata und Gebärmutter versorgt,
Leute mit Knieproblemen häufig auch Probleme mit irgendwelchen Beckensachen haben.
Und dann gehen sie zu verschiedenen Spezialisten, aber wenn die Ursache in der Struktur liegt,
dann ist es manchmal eleganter, beides auf einmal zu lösen.
Diese Verbindungen, die du immer wieder aufzeigst, die finde ich so elementar wichtig.
Und von denen hört man nie, und ich höre auch nie, dass jemand danach fragt, auch von ärztlicher Seite.
Das ist einfach für mich wirklich eine neue Welt.
Wenn man versucht, die Funktion des Kniegelenkes zu verbessern,
und wenn es zum Beispiel an einer Kniescheibe auch liegt, die nicht ganz in ihrer Schiene sitzt,
kann man das ja auch durch muskuläres Training schon verbessern.
Deswegen haben Leute, die Fahrrad fahren, merken häufig, dass diese Kniesituation besser wird,
weil sie muskulär anfangen, das zu stabilisieren. Das finde ich auch super.
Wenn es ohne große Beschwerden machbar ist, würde ich das machen,
weil üblicherweise, ohne die Erschütterungen durch Laufen zum Beispiel,
ist Fahrradfahren oder Schwimmen oder Wassergymnastik eine ganz elegante Methode,
um sanft Muskulatur aufzutrainieren und dann peu à peu die Belastung zu steigern.
Das ist mal so eine Kniearthrose.
Man sieht, wie so häufig, auf der Innenseite eine größere Belastung als auf der Außenseite.
Das führt dann eher zu einer O-Bein-Situation.
Und wenn man Arthrose, wie gesagt, als eine Erkrankung sieht,
dann kann man nicht allzu viele Lösungsansätze bieten.
Dann muss man das Kniegelenk eben ersetzen.
Oder man kann versuchen, die Achse mechanisch zu ändern.
Man kann auch ein Teil des Knochens heraus sägen, das Ganze umändern und dann so festschrauben,
dass die Achse einem wieder besser gefällt.
Ändert aber nichts an dem physiologischen Problem, der Biologie, die dahintersteckt,
die Ursache für die Entstehung des Problems.
Und deswegen ist es besser, wenn man sich dann diese Struktur einmal anschaut.
Und da sieht man, dass dieser Mensch mit der Kniearthrose gar keine Lendenwirbelsäulenkurve hat.
Der hat sogar vorne eine knöcherne Abstützung an der Lendenwirbelsäule
und eine Fehlstellung in der seitlichen an sich mit einem Beckenschiefstand.
Und das ist recht häufig, oder eigentlich ist es immer so,
dass ich eine Fehlstellung dort finde, wo die Nerven heraustreten, die zu einem Symptom führen.
Aber gleichzeitig sind diese Symptome begleitet von Kompensationsmechanismen.
Das heißt, Muskelspannung wird irgendwo vermehrt, Faszien werden fester
und Beweglichkeit wird dann eingeschränkt.
Manchmal ist auch eine Entzündung im Kniegelenk.
Das heißt, mein Nervensystem erkennt den Gewebeschaden, will ihn reparieren.
Das geht nur durch Nährstoffe und durch Aktivierung von Stoffwechsel.
Also wird es mehr Blut dorthin filtrieren.
Durch die Kapsel wird es dann in das Gelenk hineinfiltriert.
Deswegen sind bei arthrodischen Gelenken die Kapseln immer so durchblutet und so fest.
Da ist ganz, ganz viel kapillares Gewebe, was da reinwandert,
um möglichst viel Nährstoffe, das ist ja ein Hilfeversuch.
Ja, klar.
Und dementsprechend kann es anschwellen.
Und es tut weh und ist unangenehm.
Dann gehe ich zum Orthopäden, der zieht mir das natürlich wieder raus.
Das ist eine Funktion dieses Gelenkes, ganz häufig.
Und dann tut es nicht mehr so weh und der Patient sagt, super.
Aber man muss nur realisieren, dass man damit auch die Nährstoffe,
die ja heilen sollen, auch mit rausgezogen hat.
Ein anderes Problem ist, wenn ich versuche, die Entzündung chemisch zu reduzieren.
Mit einem nicht-steroidalen Antirheumatikum oder einem Schmerzmedikament,
was entzündungshemmend wirken soll.
Das funktioniert meistens.
Und damit kann ich auch eine Entzündung reduzieren.
Aber es wird auch die Regenerationsfähigkeit einschränken.
Also chemisch, weil die Entzündung ja dazu gedacht ist,
Knorpel wieder aufzubauen und Gewebe zu reparieren.
Und das wird dann nicht passieren, wenn ich es hemme, chemisch.
Es gibt auch Studien, die zeigen, dass bestimmte Medikamente,
die allgemein sehr bekannt sind, den chemischen Weg von Knorpelaufbau unterbinden.
Das heißt, gerade bei einer Arthrose, wenn man das ja nicht will.
Ja, das wäre Wahnsinn.
Aber das ist das, was wir jeden Tag machen.
Unglaublich.
Aber weißt du, ich frage mich dann, du hast ja auch klassisch Schulmedizin gelernt.
Was denkt man sich denn zum Beispiel?
Warum hat man zum Beispiel so eine Flüssigkeit im Gelenk?
Denkt man, das ist einfach eine Fehlsteuerung?
Weil man weiß ja, dass das System eigentlich nichts ohne Grund macht.
Das weiß man nicht.
Das ist eine falsche Grundeinstellung, die man im Studium mitbekommt,
dass der Mensch krank wird.
Wir haben Krankheit 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 100, 1000.
Und zudem gibt es die, die, die und die Themenvorschläge.
Für 1, 2, 3 gibt es Therapieschema 1, 2, 3.
Lern das auswendig und geh deines Weges.
Und dann ist das drin.
Das habe ich bei mir auch so gehabt.
Ich gehe zum Menschen und weiß, der ist jetzt krank an der einen Stelle.
Und dann repariere ich das mal so gut ich kann.
Ich habe noch nicht einmal realisiert, dass ich Symptome mit Medikamenten unterdrücke.
Weil man denkt, das ist Medizin.
Aber es ist nicht Medizin.
Es ist Unterdrückung von Physiologie.
Und das in einem selbstregulierenden Organismus kann nicht gut enden.
Es geht nicht. Es ist nicht machbar.
Man muss stattdessen diesen Selbstregulationsmechanismus stimulieren.
Dazu gehört auch eine Entzündung fördern.
Auch wenn das vielleicht kontraintuitiv wirkt.
Aber wenn ich ein dickes Kniegelenk habe und wenn es möglich ist,
dann würde ich versuchen, nicht unbedingt mit Wärme,
das kann natürlich etwas schmerzhaft sein,
aber ich würde immer versuchen, eine Wirbelsäule aufzurichten.
Kurkuma und Ingwer wirken entzündungshemmend,
aber sie wirken nicht entzündungshemmend.
Sie wirken entzündungsfördernd.
Sie helfen dabei, Nährstoffe dorthin zu bringen, wo sie hingehören,
damit eine Regeneration stattfinden kann
und die Entzündung nicht mehr so notwendig ist, sondern reduziert wird.
Das ist ein ganz anderer Mechanismus.
Ich hemme die Entzündung chemisch und sie wird dann auch weniger.
Bei der einen passiert Reparatur, bei der anderen nicht.
Und deswegen muss man eigentlich die Entzündung fördern.
Wenn man es nicht mehr aushält, weil es wehtut, was ich verstehen kann,
da kann man z.B. Quarkwickel helfen manchmal wunder.
Da sie kühlen und es ist keine Chemie
und das hilft einfach dabei, ein bisschen diesen Schmerz rauszunehmen.
Die Kniegelenkkapsel hat hinten eine Stelle, wo sie am schwächsten ist,
weil da kein Knochen ist, umgibt.
Vorne ist die Kniescheibe, dann sind die Knieknochen auf beiden Seiten,
aber hinten in der Kniekehle ist es eigentlich weich.
Und wenn ich eine Entzündung im Kniegelenk habe,
aufgrund eines Binnenschadens,
dann wird hinten manchmal die Kapsel etwas rausgewölbt.
Das nennt man dann Bakerzüste.
Und diese Bakerzüste ist meistens gut tastbar und ist so prallelastisch.
Und wenn sie dort ist und die Kapsel so ein bisschen erweitert ist,
dann wird man wahrscheinlich zum Orthopäden gehen
und der wird versuchen, durch das Herausziehen der Flüssigkeit,
auch dass diese Kapsel wieder ein bisschen in die richtige Position kommt,
zu versuchen, dass diese Schwellung weggeht.
Aber wahrscheinlich kommt es dann wieder.
Weil es gibt auch Leute, die operieren dann Bakerzüsten.
Okay.
D.h. man den Teil der Kapsel einfach nur rausschneidet und es zusammennäht.
Aber damit habe ich immer noch nicht das eigentliche Problem gelöst.
Das ist ja nur eine Reaktion auf irgendein Problem.
Und wenn ich es schaffe, dass diese Regeneration stattfindet,
dann ist die Notwendigkeit für den Erguss immer weniger.
Dann wird es weniger und dann wird es regenerieren.
Und dann wird auch die Kapsel nicht mehr nach hinten rausgepresst
und kann sich ebenfalls wieder anpassen.
Ich muss wieder daran denken, was du in einer anderen Sendung gesagt hast,
dass unser Körper nicht wie eine Waschmaschine funktioniert.
Eben, dass man nicht einen da abschneiden, da rausnehmen kann.
Dass da so feine Zusammenhänge sind.
Je mehr, dass ich mit dir spreche, desto entsetzter bin ich eigentlich,
wenn ich an das ganze Ausmaß dieser Fehleinschätzung eigentlich denke.
Es ist eigentlich eine sehr schöne Vorstellung,
dass biologische Systeme sich auch erholen von Dingen.
Und auch ganz selektiv adaptieren auf ein Problem
oder auf die Lösung eines Problems.
Und deswegen ist in meiner Ansicht auch eine Arthrose kein Verschleiß,
wie man sich das vorstellt.
Denn sonst müsste jeder 100-Jährige völlig ohne Knorpel rumlaufen.
Aber es gibt 100-Jährige, die wunderbar funktionieren,
die perfekte Kniegelenke haben,
die noch im Himalaya hoch und runter laufen in die Berge,
die keine Probleme haben.
Deswegen ist das nicht möglich.
Denn wenn es Menschen gibt, die das nicht haben,
die ja auch Menschen sind,
dann ist da ein Unterschied zwischen dem und dem,
der mit 40 schon eine Knieprothese braucht.
Und das ist nicht, dass der zu viel belastet hat,
weil der andere auch sehr viel belastet.
Das ist keine Erklärung dafür.
Also muss man sich überlegen, wie kann ich mir das erklären?
Und das geht nur über Systemanalysen.
Ja, und das ändert auch die Sichtweise aufs Alter.
Aber das mache ich jetzt nicht noch auf.
Aber das kommt mir permanent in den Sinn,
dass man einfach denkt, per se ist es so und per se ist es so.
Und das ist ja alles ...
In dem Alter ist es normal.
Ja, genau.
Das ist nicht normal in dem Alter.
Es ist mittlerweile normal.
Aber so hat die Natur das nicht vorgesehen.
Aber das ist immer ein beruhigender Gedanke,
dass im Prinzip das, was ich vielleicht für ein Problem habe,
natürlicherweise nicht unbedingt da sein müsste.
Dementsprechend auch eine Hoffnung besteht,
dass wenn ich den richtigen Ansatz finde,
wir das Problem vielleicht auch lösen können.
Ja, eben wenn wir wieder die Situation so herstellen,
dass unser System die Selbstheilung einfach mitbekommt.
So ein wunderbarer Ansatz.
Gibt es noch etwas zu ergänzen?
Weil ich habe schon wieder auf die Uhr gesehen.
Ich hätte noch etwas zu ergänzen.
Aber das werde ich im nächsten Video dann hinzufügen.
Das wird dann das Fuß-Video.
Weil auch der Fuß mit dem Knie zusammen eine Entität bildet.
Sie sind ja auch verbunden.
Aber das zeige ich dann im nächsten Video,
wo wir da ein bisschen mehr Zeit haben.
Gerne.
Und auch zum Schluss.
Wo finden die Menschen dich?
Online über impulse-hm.de.
Das ist unsere Webseite.
Auf der Seite findet man auch Links zu den Büchern
oder zu einer Online-Plattform,
wo ich Chronische Erkrankungen A-Z als Videothek
wie so eine Art Lexikon aufgebaut habe.
Und man sich anschauen kann, wie eine Diagnose entsteht
und wie man sie wieder rückgängig machen kann,
ohne Medikamente, Spritzen oder OPs.
Vielen lieben Dank, Matthias.
Sehr gerne.
Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer,
Ihnen herzlichen Dank fürs Dabeisein.
Ich glaube, das braucht nicht mehr viele Worte.
Ich hoffe, Sie konnten für sich da auch Erkenntnisse gewinnen.
Und ich hoffe, Sie sind bei der nächsten Sendung wieder dabei.
Bleiben Sie gesund und auf Wiedersehen.
Danke fürs Schauen vom Schweizer Gesundheitsfernsehen QS24.
Bitte gehen Sie auch hier auf wikisana.
Alle Sendungen für Sie zusammengestellt werbefrei.
Und hier unten haben wir den Button zu YouTube, unserem Kanal.
Bitte abonnieren Sie auch den.
Und hier eine Auswahl für Sie zusammengestellt
an interessanten Sendungen.
Alles Gute, bis ein anderes Mal. Auf Wiedersehen miteinander.