Geophysik und Archäologie auf dem Arnsberger Schlossberg

LWL-Archäologie für Westfalen
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21.05.2024
Joris Coolen ist seit 2018 bei der LWL-Archäologie für Westfalen angestellt. Hier leitet er das Sachgebiet Archäologische Prospektion. In ihrem Auftrag war er auch auf dem Arnsberger Schlossberg in Aktion.
ja vielen Dank auch ich möchte noch mal
kurz zurückgehen zu einer Fundstelle von
der wir heute schon im Referat von Micha
Mali gehört haben auf den Arnberger
slosberg dort wurde um 1100 äh wie schon
gesagt
äh vermutlich um 1100 die erste Burg
errichtet äh die dann zu stamburg der
Grafen von Arnsberg wurde und wieo oft
wurde die Burg im Laufe der Jahrhunderte
immer wieder erweitert oder neuestaltet
blieb aber bis ins 18 Jahrhundert
im Kern doch der der mittelartliche
Burganlagen sehr treu darunter auch der
mächtige Bergfried mit direkt daran
angeschlossen eine mehrkeschossige
Kapelle die Sie hier auf dem auf dem
linken Bild gut erkennen können
dieser Bergfried und und die Kapelle
wurden dann 1725 gesliffen ähm kurz
danach wurde dann die äh die Burganlage
wirklich wesentlich neu gestaltet und zu
einer barocken Dreiflügelanlage nach
Plänen von Johan konnrad von schlaauen
ausgebaut die aber leider nicht lange
Bestand hatte weil sie im Siebenjährigen
Krieg dann stark zerstört wurde und 1762
dann letztendlich komplett abgerissen
wurde äh seitdem äh bleibt von der Burg
arnberg oder Schloss arnberg nur noch
eine Ruine und inzwischen ist es
eigentlich nur noch eine Ruine von einer
Ruine äh weil der die Bausubstanz äh
doch in einem ziemlich schlechten
Zustand ist und äh relativ
sanierungsbedürftig ist und das hat dann
mehr
sachstandzermittlungen der LWL
Archäologie nach sich gezogen bei der es
unter anderem darum ging den Standort
dieses Bergfrieds noch mal genauer zu
lokalisieren denn wir wissen also der
Bergfried und die Kapelle standen
irgendwo frei in diesem Burghof man kann
auch in dem
hier in der in der Mitte erahnen oder
erkennen dass sie umgeben waren von
einer Mauer wie auch immer die zu deuten
ist Mauer oder Gang wie auch manche
meinen
aber wo genau auf diesem Plateau dieser
dieser Bergfried sich befand wissen wir
eben leider
nichts deswegen haben wir schon 2021
bodenraderuntersuchungen gemacht und sie
sehen hier links oben eine Animation
durch die verschiedenen also eine eine
Animation durch die verschiedene Tiefen
Bereiche im im Radarbild äh und sie
erkennen hier jetzt
so in der Mitte oben eine große
rechteckige Fläche wo so also diese
dunkle äh wo es dunkle Strukturen gibt
das heißt dort wird das radarignal
stärker reflektiert das deutet auf
substanzielle Mauerreste hin jetzt sind
wir schon ganz unten ich lass es noch
einmal durchlaufen ganz oben sehen wir
verschiedene Leitungen wir sehen noch
Wurzeln äh so ab 40 50 cm hier rechts im
Bild ganz schön dieser Runde vermutlich
ein ein barocker Brunen und hier sehen
Sie wie gesagt in der Mitte oben im Bild
dann diese große rechteckige Struktur
wie ich damals angenommen habe
doch ein nahliegender Kandidat für den
gesuchten Bergfried allerdings war die
Lage von Anfang an ein bisschen
merkwürdig weil es doch ziemlich weit am
Rand auf dem Plateau
äh war deswegen äh wurde hier 20 also
letzt letzten Sommer eine eine kleine
Grabung eine sondage äh gemacht und wie
so oft hat sich dann gezeigt dass die
Wirklichkeit doch ein bisschen komplexer
ist also ja es kam sehr substantielles
Mauerwerk zutage äh die äh die Mauer war
teilweise bis mehr als eineinhalb Meter
hoch erhalten und tatsächlich insgesamt
etwa 3 me stark allerdings hat sich hier
herausgestellt dass es nicht eine Mauer
ist sondern eine also eigentlich zwei
parallele oder eine mehrphasige Mauer
und das Sichtmauerwerk ist eben nicht
nach Süden wie ich damals angenommen
hätte sondern nach Süden sorry der Plan
ist nicht genordet also nicht nach nach
Westen sondern Richtung
Osten es fand sich auch keine
Bestätigung für die Quermauer das heißt
wir haben hier offenbar nicht wie ich
vermutet hatte das Fundament eines
Turmes sondern wie micher malares
vermutet entweder eine eine eines
Ringwalles oder aber der der
Umfassungsmauer die wir auf dem Plan aus
dem 17 Jahrhundert gesehen
haben wo sich jetzt genau der Bergfried
befunden hat also mit Sicherheit
irgendwo weiter Richtung Nordwesten aber
wo genau das können wir leider noch
nicht sagen es gibt Vermutungen auch
anhand der Radardaten die allerdings
nicht ganz so eindeutig sind und
deswegen wird auch diese Geschichte
nächsten Sommer weitergehen vielen Dank
[Musik]
