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Na, wie geht's Ihnen?
Immer mehr Beschäftigte in Deutschland
müssen diese Frage mit nicht so gut beantworten
und fehlen deshalb krankheitsbedingt im Job.
Das geht aus einer Erhebung der AOK hervor.
Die Krankenkasse rechnet in diesem Jahr
mit einem neuen Rekord an Krankschreibungen.
Die Fehlzeiten durch Krankheit sind in den letzten Jahren
stark angestiegen und waren bis zu diesem August
schon so hoch wie im ganzen letzten Jahr.
Was der Report auch zeigt,
Beschäftigte mit einer größeren emotionalen Bindung zum Unternehmen
sind weniger oft krank.
Britta Hilpert jetzt mit einem Beispiel aus Hamburg.
Seit über 25 Jahren arbeitet Enrico Bauer bei Butny in Hamburg.
Früher konnte man es sich nicht aussuchen,
ob man steht oder sitzt an der Kasse.
Und es wurde viel geschleppt und nicht gerollt.
Für die Mitarbeitergesundheit wurde viel getan,
meint Enrico Bauer.
Sogar eine Hotline gibt es nun für psychische Erkrankungen,
denn das wird immer mehr.
Ich finde schon, das ist ein Faktor der Zufriedenheit.
Es ist ein Angebot, das gern genutzt wird.
Man muss es auch schätzen,
dass ein Unternehmen sich dafür interessiert.
Es sei im Interesse des Arbeitgebers,
sich stärker um Mitarbeitergesundheit zu kümmern.
So die AOK heute.
Denn die Fehlzeiten in Deutschland steuern auf einen Rekordwert zu.
Wir haben jetzt Daten bis August auswerten können.
Und damit schon den Stand des Vorjahres erreicht,
der sich auf das gesamte Jahr bezieht.
Man muss im Kopf haben,
dass im Herbst die Erkältungswelle kommt.
Warum so viel mehr?
Ein Faktor, die elektronische Krankschreibung
hat die Datenlage verbessert und die Zahlen damit erhöht.
Wichtiger aber, seit Corona bleibt man eher zu Hause.
Bei Atemwegserkrankungen steigt ihre Kurve.
Ebenso wie die der besonders langen psychischen Erkrankungen.
Mehr psychisch bedingte Fehltage kennt auch Butny.
Die Hotline dafür schätzen nicht nur Betroffene,
erzählt der Personalchef.
Sowohl in Vorstellungsgesprächen, wenn man das Thema benennt,
kommt das positiv an.
Auch in Schulungen, daran erinnern wir immer wieder,
ist es ein Punkt,
der sehr positiv von den Mitarbeitern erwähnt wird.
Gute Gesundheitsvorsorge gewinnt und hält Kollegen,
meint Enrico Bauer.
Die Studie der AOK bestätigt das.
Je besser die Mitarbeiterbindung, desto geringer der Krankenstand.
Keine Zeit verlieren will offenbar die SPD.
Kurz nach dem überraschenden Rückzug von Generalsekretär Kühnert
gestern wurde schon der Name seines Nachfolgers Publik.
Heute nun präsentierte sich Matthias Mirsch
vor der Presse im Willy-Brandt-Haus
und machte gleich deutlich, worauf es jetzt ankommt
und wofür er stehen will.
Andreas Hubbert über den neuen und den SPD-Kurs im Bundestagswahlkampf.
Applaus und Glückwünsche für den neuen Generalsekretär.
Für den Mann, der künftig den SPD-Wahlkampf
für Olaf Scholz managen muss.
Matthias Mirsch hat klar Vorstellungen,
in welche Richtung es gehen soll.
Wer heute Wirtschaftspolitik ohne Ökologie denkt,
macht keine gute Wirtschaftspolitik.
Wer Ökologie ohne Wirtschaftspolitik denkt,
macht keine gute ökologische Politik.
Und wer den sozialen Zusammenhalt außer Acht lässt,
der macht nichts zukunftsfähiges,
sondern riskiert den Zusammenhalt dieser Gesellschaft.
Bei der Vorstellung des Neuen im Willy-Brandt-Haus
macht der Parteichef klar,
warum sich die SPD-Spitze für Mirsch entschieden hat.
Uns war wichtig, dass wir jemanden haben,
der die Professionalität, die Klarheit, die Erfahrung
und auch den Kompass mit sich bringt,
als Generalsekretär das Haus, die Kampagne
und mit uns zusammen die Partei führen zu können.
Mirsch kommt wie Parteichef Klingbeil aus Niedersachsen.
Er gilt als loyal und gehört dem linken Parteiflügel an.
Als Umwelt- und Klimaexperte hat er sich einen Namen gemacht.
Gerade in dem Bereich der Energiepolitik,
aber auch der Verteilungsgerechtigkeit,
ist er sehr profiliert.
Das sind Themen, die uns als Jusos sehr am Herzen liegen.
Deswegen hoffen wir, dass wir gerade in den Bereichen
gute Fortschritte mit ihm erzielen können.
Viel Zeit zum Einarbeiten bleibt Mirsch nicht.
Schon am Wochenende will die Parteispitze
auf einer Klausur den Kurs für die Bundestagswahl festlegen.
Erster Einsatz für den neuen Generalsekretär.
Der Polizei in Nordrhein-Westfalen
ist ein großer Schlag gegen kriminelle Pädophile gelungen.
Innenminister Reul sprach von einem schwindelerregenden Fall.
Denn Fahnder entdeckten eine illegale Plattform,
die millionenfach sexualisierte Gewalt gegen Kinder zeigte.
Offenbar nutzten Hunderttausende User dieses Angebot.
7 Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft.
Thomas Münden jetzt dazu.
Die Gesichter sind ernst, als die Duisburger Polizei
gemeinsam mit Innen- und Justizminister
am Morgen vor die Presse tritt.
Eine Darknet-Plattform, auf der Bilder und Videos
von sexueller Gewalt gegen Kinder gehandelt wurden,
haben sie zerschlagen.
7 Verantwortliche sitzen in Haft.
Die Plattform mit Hunderttausenden Mitgliedern weltweit
wurde stillgelegt.
Das ist ein Riesenerfolg der Ermittler
und auch der Staatsanwaltschaften,
dass wir jetzt nicht nur einzelne Täter erwischen.
Das haben wir in den letzten Jahren andauernd geschafft.
Sondern dass wir eine ganze Struktur zerschlagen,
die weltweit Kindesmissbrauch-Material verteilt.
Ein reuiger Täter aus Duisburg
gab der Polizei vor 4 Jahren die Passwörter,
um sich ins Netzwerk zu hacken.
Seitdem wurde ermittelt.
Ende September schlugen überall in Deutschland
die Ermittler wie hier in Minden zu.
Allein auf einem Computer eines Tatverdächtigen
fanden die Beamten rund 3,4 Mio. Bilder.
Die festgenommenen zeigen bisher keine Reue.
Die haben ihren eigenen Gedankenkonstrukt
und halten das für die einzige Wahrheit.
Die sehen das so, dass die Kinder das einfordern,
dass die denen nur was Gutes tun,
dass die denen gar nichts Böses machen,
sondern dass die denen in der Entwicklung helfen.
Davon sind die oftmals felsenfest überzeugt.
Die Polizei muss nun Unmengen an Daten auswerten,
um Mitglieder des Netzwerkes in Deutschland zu enttarnen.
Die Ermittlungen,
um international weitere Administratoren zu verhaften,
laufen.
Wenn etwas nicht so gut läuft,
dann macht es Sinn zu schauen, was andere vielleicht besser machen.
Das gilt auch für die Autoindustrie.
Für VW etwa.
Beim zweitgrößten Autokonzern der Welt herrscht Alarmstimmung.
Jobs werden gestrichen, möglicherweise Werke geschlossen.
Vom größten Autobauer Toyota aus Japan
hört man solche Krisenmeldungen nicht.
Woran liegt das?
Dieser Frage ist Elisabeth Schmidt nachgegangen.
Japanische Gelassenheit
in Europas größtem Toyota-Werk in Valenciennes, Nordfrankreich.
Nicht sofort auf den E-Auto-Trend aufspringen.
Erst mal abwarten, ist hier das Motto.
Und weiter die Autos produzieren, die Geld bringen.
Hybride.
Unsere Hybrid-Fahrzeuge
stellen derzeit in Europa 75% unserer Verkäufe dar.
Dadurch, dass die Batterie klein ist, sind die Kosten geringer.
Und das Fahrzeug bleibt erschwinglich.
Toyota fuhr bis zuletzt weltweit Rekordabsätze ein.
Auch die Gewinnmargen im zweistelligen Bereich.
Die Japaner schaffen das mit 370.000 Mitarbeitenden.
Volkswagen hat fast doppelt so viele Angestellte.
Toyota-Effizienz dank japanischer Arbeitsmoral,
vielen Subunternehmen und einer breiten Risikostreuung.
Volkswagen verkauft über 80% seiner Autos in Europa und China.
Toyotas Anteil liegt dort nur bei 30%.
Die anderen 70% werden weltweit verkauft.
Wenige China-Abhängigkeit.
Toyota exportiert auch keine E-Autos von China in die EU
und muss damit keine Ausgleichszölle fürchten.
Toyotas Philosophie lautet, hört auf das, was eure Kunden wollen.
Der Konzern antwortet darauf und bietet das günstigste Produkt.
Sie bemühen sich wirklich darum, sogar inmitten des E-Auto-Trends.
Nächstes Jahr will Toyota 15 reinen
batterieelektrische Fahrzeuge auf dem Markt haben.
Angst, den E-Auto-Trend verschlafen zu haben, hat man hier kaum.
Der Zollstreit zwischen der EU und China geht in die nächste Runde.
Nach der Entscheidung in Brüssel,
Strafzölle für chinesische E-Autos verhängen zu wollen,
nimmt Peking jetzt Weinbrand aus der EU ins Visier.
Betroffen wäre v.a. französischer Kognak.
Die EU sagt, das verstoße gegen den freien Welthandel
und kündigt Klage bei der WTO an.
Diese Meldung aus dem Weißen Haus kam am Nachmittag.
US-Präsident Biden verschiebt
seine für Donnerstag geplante Reise nach Deutschland.
Grund ist Hurricane Milton, der auf Florida zurast
und morgen dort erwartet wird.
Erst vor 2 Wochen war Hurricane Helene über Florida gezogen.
230 Menschen kamen ums Leben.
Das Baseballstadion in St. Petersburg
wurde wegen Milton zum Notquartier umgebaut.
Viele Menschen flüchten ins Landesinnere
oder füllen Sandsäcke, um ihre Häuser zu schützen.
In deutschen Wäldern kann man durchatmen, sich erholen.
Und sie sind gut fürs Klima, weil sie das Treibhausgas CO2 speichern.
Das galt zumindest bislang.
Aber jetzt hat die Bundeswaldinventur ernüchternde Daten ergeben.
Demnach sind mehr Bäume durch Stürme, Dürre und Käferbefall
zerstört worden als neue Nachwuchsen.
Das bedeutet, erstmals seit Langem hat der Wald
mehr CO2 in die Luft abgegeben als aufgenommen.
Konkret heißt das, seit 2017 rund 41,5 Mio. Tonnen
bei gleichbleibender Fläche.
Mehr Details hat Clemens Altmann.
Die Waldinventur belegt es.
Dem deutschen Wald geht es nicht gut.
Seit 2018 leidet er unter andauernder Trockenheit
und hohen Temperaturen.
Mehr als ein Drittel des Territoriums von Deutschland
ist von Wald bedeckt.
22% der Bäume sind Kiefern, die Eiche kommt auf 12%.
Doch nur jede 5. Fichte, Kiefer, Buche oder Eiche ist gesund.
Wir kennen die Bilder aus dem Harzen, aus dem Sauerland.
Abgestorbene, großflächige Verluste, alter,
einstmals gesunder Wälder.
Heute könnten sie für jeden Endzeitfilm als Kulisse dienen.
Das grüne Herz unseres Landes gerät aus dem Takt.
Und wenn das Herz Schaden nimmt, das wissen wir aus der Medizin,
dann ist der ganze Körper gefährdet.
Denn eigentlich ist der Wald ein natürlicher Klimaschützer.
Doch durch die vielen Verluste
kann er dieser Rolle immer weniger nachkommen.
Das ist auch ein Hauptergebnis der Bundeswaldinventur,
dass das Wachstum unserer Wälder
in den letzten Jahren um 16% zurückgegangen ist.
Dadurch wird es schwieriger,
weiterhin CO2 aus der Atmosphäre zu binden.
Die Förster arbeiten seit Jahren
an der Anpassung des Waldes an den Klimawandel.
Wir machen eine Baumartenmischung, um das Risiko zu streuen
und den Wald resilienter zu machen.
Mit seinen rund 90 Mrd. Bäumen
ist der deutsche Wald der größte in der Europäischen Union.
Dass dies auch so bleibt, dafür ist die Waldinventur eine Grundlage.
Wer noch genauer wissen will, wie es um die Bäume im Land steht,
dem sei unsere ZDF-Heute-App empfohlen.
Dort können Sie sehen, wie sehr v.a. die Jahre 20 und 23
oder bis 23 den Wäldern zugesetzt haben
und warum es trotzdem Hoffnung gibt.
Den diesjährigen Nobelpreis für Physik
bekommen 2 Wegbereiter der künstlichen Intelligenz.
Der US-Amerikaner John Hopfield und der Brite Geoffrey Hinton.
Laut der Königlich-Schwedischen Akademie in Stockholm
legten die Forscher die Grundlagen für das moderne maschinelle Lernen.
Sie entwickelten künstliche neuronale Netze,
also sozusagen selbstdenkende Computergehirne.
Und ermöglichten so etwa automatische Gesichtserkennung
und Sprachassistenzdienste.
Untertitel im Auftrag des ZDF für funk, 2017