„Mein Lokal, Dein Lokal“ stellt fünf sympathische Restaurantbesitzer mit ihren Lokalitäten vor und lässt diese gegeneinander antreten - aber nicht auf dem normalen Weg. Die Restaurantbesitzer lassen sich als Gast in vier weiteren Restaurants verwöhnen und nehmen die anderen Betriebe unter die Lupe. Im Gegenzug müssten Sie natürlich auch die anderen Teilnehmer für einen Besuch in Ihren Betrieb einchecken und Ihr Essen und Restaurant testen lassen. Wo der normale Gast in einem Restaurant vielleicht nur auf den vollen Teller achtet, wissen die Profis genau, worauf es ankommt: Geschmack, Service, Atmosphäre, Sauberkeit, ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis und natürlich das Gesamtkonzept. Außerdem ist der Profikoch Mike Süsser mit an Bord und gibt seine Bewertung ab.
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Tag 2 in Braunschweig. Belgien und ihr Bruder wollen alle abkochen.
Hallo Frau Käberholtz.
Wir haben euch echt total sprufen lassen, weil wir nämlich was gefunden haben.
Oh oh.
Nichts.
Ich habe hier so gut wie nie Beschwerden. Daher bin ich eigentlich sehr selbstbewusst.
Ist wirklich alles top? Beim Lamm kommen Zweifel auf.
Ich mag die auf 56 Grad.
Beim Fisch?
Also die Dorade ist wirklich, der Inhalt ist mehr trocken.
Bis vor 100 Jahren haben die Welfen Braunschweig regiert. Jetzt sucht die Stadt einen Gastroherrscher.
Jürgen hat sich uns ein Wirtshaus Neumanns gestern vorgestellt.
Sammy sieht sich nicht als Gebieter, sondern mehr als Freund. In sein Les Amis geht's morgen.
Vittorio diktiert erfolgreich sein Katane-Team. Hört bald die ganze Stadt auf sein Kommando?
Oder schnappt sich Lars die Krone? Er hält am Freitag im Genusstresor Hof.
Für Jürgen und sein Wirtshaus Neumanns gab's gestern 28 Punkte.
Hoffentlich nicht zu wenig für den Thron. Wobei, Konkurrentin Belgien muss es heute ja erstmal besser machen.
Optisch wäre sie die perfekte Königin. Die nötige Power hat sie auch.
Ich find's gut, dass ich irgendwas auf die Beine gestellt habe, was ich auch gerne wollte und wie ich es gerne wollte.
Also wenn man sich durchsetzen kann, ist das immer ein gutes Gefühl. Gerade bei Frauen.
Noch Fragen? Na klar, zum Lokal.
Komm einfach mit rein, ich zeig dir mein Lokal.
Jetzt bin ich aber gespannt. Oh, weiß. Und weiß. Und noch mehr weiß. Könnte Belgiens Lieblingsfarbe sein.
Was muss man sonst über dich wissen, Belgien?
Ich bin die Belgien, ich bin 35 Jahre alt und das ist mein Lokal Ojakbesche 64.
Den 180-Plätze-Traum in weiß führt sie seit drei Jahren.
Gastronomie war nicht das, was ich schon immer mir irgendwie überlegt habe. Das war einfach mal ganz spontan. Einfach so einen Sprung ohne lang zu überlegen.
Die Türkin ist eigentlich Automobilkauffrau, brauchte aber einen Tapetenwechsel. Woher kommt der Name Ojakbesche 64?
Ojakbesche heißt vor dem Grill, die 64 steht für den Ort, da wo ich aus der Türkei herkomme, und zwar für Oscher.
Belgien will mit Ambiente und Lage punkten.
Wir sind hier direkt an der OKAM-Lokal, zentral in der Stadt und in der Nähe von der VW-Halle.
Dort setzt Lars langsam Moos an. Na endlich, da ist Sammy. Und auch Jürgen trudelt aus als Gitter ein.
Unsere kleine OKA hier. Also von der Lage ist hier, das ist schon schön.
Vittorio spielt Stadtführer.
Wenn wir jetzt gleich in diese Richtung einige Restaurants finden, da gibt es türkisch, jugoslawisch, halb italienisch.
Und wo könnte es hingehen?
Ja klar, das ist ein Grillrestaurant, also gibt es Fleisch.
Freue mich, habe ich Hunger drauf.
Salat.
Mediterranen eher nicht, ich denke mehr türkisch.
Türkisch stimmt natürlich, war aber auch einfach. Belgien hat sich gestern ja nicht als Schweden vorgestellt.
So, jetzt kommen wir zum spannenden Teil der Sache, unser Herzstück, der Grill.
Das ist mein Bruder, Billy. Ich habe das Restaurant zusammen mit meinem Bruder aufgemacht.
Und ich würde schon sagen, dass wir ein klassischer Familienbetrieb sind.
Der bereitet hier die ganzen Speisen vor.
Wir hatten die Idee, einfach mal vor dem Grill den Leuten wirklich zu zeigen, Showgrillen.
In der Türkei gibt es schon das seit Ewigkeiten, also das kennt man gar nicht anders, dieses Showgrillen.
Dieser Grill steht immer im Mittelpunkt des Geschäftes und die Gäste können ganz genau zuschauen, wie die Gerichte vorbereitet werden.
Aber mit einem Dönerimbiss hat das hier nichts zu tun.
Der Billy, der macht euch mal einen leckeren Grillteller, einer unserer Spezialitäten des Hauses.
Da haben wir schöne Lammkoteletts. Da haben wir hier Lammspieß mit Hähnchenspieß gemischt.
Dann haben wir unsere Hackfrikadellen.
Bruder Birkan ist gelernter Koch und Belgiens Wochensieg-Joker.
Sagt mal, auf eurem Grill steht ja der Restaurantname.
Ja, das ist Ocakbache. Das haben wir in der Türkei anfertigen lassen.
So wie ich das haben wollte, haben die mir das hergestellt, mir schön geliefert.
Und hier kann ich so, sag ich mal, locker für 100 Leute grillen.
Was kostet so ein fettes Ding?
Also der hat so mit dem Kühlschrank und der oberen Anfertigung 15.000 Euro gekostet.
Hallihallo.
Die Rohre sind spezielle Rohre, weil's für Holzkohlegrill angefertigt worden ist.
Das kostet dann auch nochmal um die 20.
Ist jetzt nicht so wenig, oder?
Nee, nicht so wenig.
Dafür schmeckt's.
Das muss jetzt natürlich sagen, ob's stimmt. Sehen wir dann.
Zeig doch mal, was bei euch gut läuft, Birkan.
So, das ist unser Hähnchenadana. Adana ist der Hackspieß.
Das wird aus frischem Hähnchenkeul ausgelöst.
Und wir machen das mit unserem Hackmesser.
Das ist auch extra aus der Türkei geholt. So ein Messer kriegt man hier ganz, ganz selten.
Man kann's natürlich mit der Maschine machen.
Wir lösen sie selber von den Knochen aus und machen es selber,
weil man die Stärke und die Konsistenz so besser hinkriegt, wie man sie haben möchte.
Mit der Maschine geht's einfacher, so schwitzt man mehr, aber der Effekt ist viel, viel besser.
Gibt's noch einen zweiten Renner?
Unser selber hergestelltes Hackfleisch. Das zeig ich euch mal.
Da hab ich schon mal ein paar vorbereitet.
Hier haben wir den Hähnchenhackspieß.
Und das ist ganz normaler Lammhackspieß.
Ich spieß die jetzt auf und die grillen wir schön auf unserer Holzkohle ab.
Bis wann ist das Lamm?
Lämmer sind so ca. bis sie ein Jahr sind.
Wenn sie über ein Jahr sind, dann ist es schon wieder vorbei mit dem Lamm.
Dann wird das Fleisch etwas strenger, sag ich mal so.
Und nicht mehr so zart, wie es sein sollte.
Da geht's schon langsam in scharf über.
Und scharf, das riecht auch ein bisschen strenger.
Seitdem mein Bruder natürlich kocht und wir das Lokale haben, esse ich gerne Fleisch.
Das ist unser Bulgur, sprich Weizengrütze.
Wird immer schön auch Gemüse mit drin verarbeitet, sprich Zwiebeln, Tomaten, Paprika, Auberginen.
Man schmeckt es dann nur noch. Sehen tun sie davon nichts mehr.
Montag ist Ruhetag.
Ansonsten sind Birkan und sein fünfköpfiges Küchenteam von mittags bis abends im Einsatz.
Dann haben wir hier unsere Knoblauch-Kräuterbutter.
Auf den klein geschnittenen und würfelten Brot.
Ziehen wir schön reichlich drüber.
Brot saugt das ja weg, ja.
Und was ist natürlich Fettgeschmacksträger.
Hübsch.
So, das wäre unser Hähnchenhackspieß, Lammhackspieß.
Das ist unser Gemischtegrill.
Das wäre unser Hähnchenspieß aus der Hähnchenbrust.
Das ist unser Lammspieß aus der Oberkeule.
Dann haben wir unsere guten Lammkoteletten.
Dann haben wir hier unsere Lammfrikadellen.
Fehlen nur noch eine grüne Chilischote und ein mieselregen Schnittlauch.
So, et voila.
Wow, dafür gibt's bestimmt Lob von den Kollegen, oder?
So, wir sind fertig, der Holzkohlegrill ist an, alles drin ist heiß, es kann losgehen.
Hey Jungs, legt mal ein Zahn zu, eine schöne Frau lässt man nicht warten.
Hallo.
Ja, ja, an Tag zwei haben sich noch alle lieb, zumindest morgens.
Ihr wollt euch bestimmt jetzt nochmal den Laden genauer anschauen.
Wir sind neugierig und haben Lust.
Ja, hab ich mir schon gedacht, dann könnt ihr schon mal reingehen,
ich hab noch ein paar Sachen zu erledigen und dann sehen wir uns später drinnen wieder.
Ciao.
Also den Jungs, denen wir die Feld zeigen, die werden nach Fehlern suchen,
aber die Fehler werden sie bei mir nicht finden.
Einer findet immer was, Vittorio.
Ein für sich sollte ne ruhige Lage sein, aber na gut, es sind einige Autos hier, die dauernd fahren.
Ist ne sehr gefahrene Strecke hier.
Ist einer der Hauptverkehrspunkte hier in Braunschweig, aber durch die Oker idyllisch gelegen.
Sehr idyllisch sogar.
Und innen hört man das Gehupe vom vielbefahrenen Europaplatz auch nicht,
sondern schwebt in himmlischer Ruhe in den Wattewolkenhimmel.
Na, was sagst du zur Einrichtung, Jürgen?
Schön weiß.
Die Farbe steht in Belgiens Welt für Reinheit und Friedlichkeit,
also bitte nicht streiten heute Abend, kritisieren ist aber erlaubt.
Wer fängt an?
Also beim türkischen Restaurant hatte ich mir eigentlich was anderes vorgestellt.
Jetzt muss ich sagen, so von der Optik her, wie ein Edeltürke.
Für ein Restaurant ist es eigentlich wie so quasi ein Festsaal.
Ja, bei den Gästen erstmal ganz am Anfang sagen sie, oh Gott,
sieht aus, als würde man hier gleich heiraten wollen.
Habe ich gesagt, wenn sie wollen, können sie das auch gerne machen.
Belgiens Mitstreiter machen lieber was anderes.
Chefkoch Birkan auf den Zahnfühlen zum Beispiel.
Ah, wunderschön.
Hallo.
Ich bin der Jürgen.
Willi, ich bin der Vittorio.
Grill ist ne Attraktion, das ist ne sehr gute Sache.
Ich hätte lieber den Grill im Saal gehabt.
Das ist ne sehr schöne Sache, ist auch schön, Kupferhaube.
Das sieht aus wie so ein Vulkan, so wie bei uns in Sizilien, Äpfner.
Was ist das für ein Holzkohle?
Bovenholzkohle.
Bovenholzkohle?
Ja, die kriege ich aus Dortmund geliefert.
Und es gibt keine Probleme mit so einem Holzkohlegrill innerhalb geschlossener Räume?
Nee, eigentlich nicht.
Die Vorkehrungen haben alle dafür getroffen.
Ab und zu rutscht es ein bisschen durch die Gegend.
Das ist aber nicht weiter wild, weil es gibt keine Brandgefahr hier.
Echt nicht?
Nein.
Jeder Holzkohle, der knallt, je nachdem wie viele Knoten sind bei dem großen Ast.
Und die hat viel zu viel gehabt wie eine Kastanie.
Jürgen ist kein Grillprofi, sondern Tanzlehrer.
Deswegen hätte er auch lieber das Gastraumpaket gecheckt.
Doch das übernehmen Samy und Lars.
Sie hat sich hier, glaube ich, ein schönes Wohnzimmer eingerichtet, ne?
So ein altdeutsches Element, ne?
Engel gibt's hier auch.
Und, gefällt's euch oder nicht?
Für ein türkisches Restaurant, finde ich, gibt es auch edle türkische Restaurants.
Aber die Zeichen von Türkei, ehrlich gesagt, vermisse ich.
Machen wir uns gemütlich.
Ups, Schmutz.
Hier kann man mal ein bisschen Pech haben mit Weiß.
Ja, das ist der Nachteil, wenn man wirklich Weiß wählt, ne?
Jeder Streifen, Gürtelstreifen oder Lederstreifen, sieht man das sofort im Dunkeln.
Das ist wie ein schwarzes Auto.
Ja, so ist es.
So ist es auch mit weißen Ledermöbeln, ne?
Da hast du mal eine Diensthose schnell drauf, einen Gürtelabdruck.
Das hat immer Vor- und Nachteile.
Das kannst du wirklich vermeiden.
Die Küche glänzt auch nicht gerade durch Poren tiefer Reinheit.
Vielleicht hätte den Boden etwas mehr gewischt werden können.
Sogar etwas öfter, weil das sind Ställe, wo, wahrscheinlich unter dem Ofen,
wo im Monat, wenn nicht ein halbes Jahr lang nicht gewischt worden ist.
Ist halt so, wenn ich mit dem Mob nur drübergehe,
dann bleibt immer das eine oder andere zurück.
Ist es in den Schubladen und Schränken sauberer?
Hier habe ich mein Fleisch gelagert.
Das wäre Rinderfilet, ja?
Hier haben wir unser Hähnchen-Hackfleisch, alles selbst hergestellt.
Hier wäre mein Lammspieß.
Hier wäre unser Hähnchenspieß, ja?
Hähnchenspieß.
Ich habe keinen Lager, ich mache das täglich frisch.
Eine begrenzte Vorratshaltung ist natürlich, finde ich, besser,
als wenn ich dann irgendwann was entsorgen muss.
Weil das ist wirtschaftlich nicht rechenbar.
Wie würzt ihr das in der türkischen Küche?
Die Gewürze werden verwendet.
Stellt euch am besten hier vorne.
Hier könnt ihr mir zugucken, wie ich es mache, ja?
So, von meiner Marinade, ganz normales wieder Rapsöl.
Dann haben wir Salz.
Dann haben wir Pfeffer dazu, ja?
Alles so freischnauze.
Genau, immer nach Augenmaß mache ich das.
Knoblauch.
Knoblauch verwende ich sehr gerne und sehr viel.
Das macht ihr selber, ja?
Das mache ich alles selber.
Joghurt, ja?
Wir machen einen Schuss davon dazu, ja?
Paprikamark.
Dann manschen, Oregano rein und weiter manschen.
Und das mit der Hand rühren, ist das jetzt typisch?
Wir machen alles mit der Hand, ja?
Ja, mit Gefühl, ne?
Das mit der Hand rühren, also in einer Küche.
Ich arbeite auch ohne Handschuhe.
Aber stell dir vor, jetzt die Suppe wäre nicht heiß,
hätte er mit der Hand gerührt.
Ja, gut.
Gibt es Schaber dafür, gibt es Werkzeuge dafür?
Und dann mit der Hand ...
Das wird schön ins Fleisch einmassiert, ja?
Marinadenmassage sozusagen.
Könnt ihr auch mal ein bisschen dran riechen?
Wie es riecht?
Vittorio streikt.
Also Jürgen, bitte tu mir deinen Gefallen,
rede du über die Marinade.
Kosten ist ihr beide.
Drücken ist nicht.
Boah, schmeckt das nicht so?
Also das ist nicht intensiv scharf.
Scharf mache ich es nicht, ja?
Scharf auf Wunsch.
Ich fand sie etwas flach.
Ich habe mir in einer arabischen, mediterranischen Küche
viel mehr frische Gewürze erwartet.
Stimmt, ist komisch.
Aber gut, von frischen Gewürzen
ist in der Speisekarte ja auch keine Rede.
Warum guckt ihr so?
Was passt euch noch nicht?
So Musteroptik, ne?
Wie heißt das? Lederoptik, ne?
Für das, was ich draußen gesehen habe an Einrichtung,
ist die Karte nicht ganz so.
Zumal hier lockere Blätter rumfliegen.
Die ist türkisch gestaltet, die Getränke- und Speisekarte.
Allein, wenn ich einen goldenen Druck
an dein Gold oder auf den Braunton mache,
wenn schon eine einliegende Karte,
dann aber auch im Stil zum Lokal,
beziehungsweise zu der vorhandenen Karte.
Also was mit Schwarz, mit Weiß vielleicht.
Die Karte ist riesig, ne?
Aber da muss ich mir erst mal den Überblick verschaffen.
Ja, immerhin gibt es hier 40 Hauptgerichte.
Pferd habe ich gesehen.
Nee, weiß ich nicht.
Lammfilet in Paprika, Tomaten, Zwiebeln, 18,90.
Lammleberstreifen, 9,90 Euro.
Hier kann man mit 25, 28 Euro pro Nase essen und trinken.
Spezialitäten vom Holzkohlegrill.
Also Lammfleisch jede Menge.
Wir werden heute mal gut essen können, ne?
Ja.
Sie ist für jemanden, der die Küche nicht kennt,
ist sie umfangreich.
Da würde ein Bild auch mal helfen.
Tavukschisch.
Toch gesell, wie du das kannst.
Sind komiker Damsen.
Ja, yakisamlar.
Ich fand es gut, dass die Karte die türkischen Begrifflichkeiten hatte,
die man teilweise kennt und größtenteils nicht kennt
oder vielleicht auch nicht aussprechen kann,
was aber in Ordnung ist.
Es stand immer eine deutsche Erklärung darunter.
An der Bar steht Ella, die einzige Albanerin im Team.
All ihre Kollegen sind Türken.
Mokka wird serviert.
Nimmt man Wasser, Zucker und dann einen Löffel Mokka.
Was ist das für Kaffee?
Mokka.
Das ist ein bisschen mehr gebrannt als normaler Kaffee.
Der Mahlprozess ist ein bisschen feiner.
Also viel feiner als die normale Bohnen oder Filterkaffeebohnen.
Ist ein bisschen grober.
Und das wird direkt in Wasser gekocht.
Und da muss man aufpassen bei Mokka,
darf man nicht umrühren,
bevor sie man trinkt.
Erstmal sitzen lassen.
Sonst hast du den ganzen Salz dann.
Die Kanne heißt Schezwe.
Diese Creme.
Ah, okay.
Die Creme.
Die lässt man ein bisschen ausruhen.
Aber nicht zu lange, sonst schläft der Mokka ein.
Und?
Ja, ist lecker.
Ich denke, ich kann heute Abend sehr gut punkten,
weil ich die beste Qualität an Ware habe und den besten Geschmack.
Zeit fürs Testessen im Otsch.
Äh, Osche.
Ach, egal, bei Belgien.
Hallo.
Herzlich willkommen.
Freut mich, euch wiederzusehen.
Belgiens Kollegen geht es wie mir.
Wir haben gerade hier rätselt.
Ja.
Heißt das nun Okabashi oder Otschakbashi?
Das zweite war richtig.
Otschakbashi.
Und was heißt das übersetzt?
Vor dem Grill.
Und die 64, was heißt das?
Das ist Otschak in der Nähe von Izmir.
Das ist genauso wie BS für Braunschweig.
64 für den Ort, wo ich aus der Türkei herkomme.
Ah, ja, das ist schön.
Belgien als Gastgeberin ist top, der Top ist.
Also dann wünsche ich euch viel Spaß beim Reinschauen.
Und dann kommt mir nachher die Bestellung aufnehmen.
Jeder darf drei türkische Gänge ordern.
Wetten, dass keiner den Gemüseauflauf nimmt?
Der heißt nämlich Seligüvec oder so ähnlich.
Ihr seid schon soweit?
Ja.
Als Hauptgang hätte ich ganz gerne Kuzu Pirozola.
Kuzu?
Pirozola.
Das sind Lammkoteletts.
Gibt es ein Gericht, das die Runde besser nicht testen sollte, Belgien?
Ich fühle mich bei jedem Gericht wohl, das wir haben.
Also ich würde nicht sagen, oh, jetzt haben sie das bestellt, könnte schief gehen, gar nicht.
Belgien vertraut auf die Kochkompetenz ihres kleinen Bruders.
Und der legt auch gleich mit den Vorspeisen los.
Womit geht es los, Birkan?
Hier machen wir den Hummus, das heißt?
Kichererbsen.
Püriert.
Da geben wir unsere Kichererbsen dazu.
Das sind gekochte Kichererbsen.
Birkan benutzt einen selbst rührenden Kochtopf.
Warum kein Pürierstab?
Wird der Hummus im Topf leckerer?
Ich habe sie selber mal gekocht.
Darf ich es anprobieren?
Beides dasselbe.
Dann kommen wir dazu zu Salz.
Dann haben wir Salz.
Dann haben wir hier Sesampaste.
Tahina stammt aus der arabischen Küche.
Das ist Olivenöl.
Und dann?
Dann geben wir dazu ein wenig Joghurt.
Das ist Knoblauch.
Das verarbeite ich sehr gerne.
Das ist ein wenig frische Zitrone.
Apropos frisch, in dieser Küche gibt es kaum frische Gewürze.
Warum eigentlich nicht, Birkan?
Also meine Gewürze sind alle auch so gut, die brauche ich nur frisch malen.
Und das ist Kumin.
Kumin?
Kreuzkümmel, oder?
Deutsch.
Wie bitte? Na ja, sollte wohl ja heißen.
Woher kommt Hummus, also Kichererbsenpaste eigentlich ursprünglich aus der Türkei?
Das ist eher eigentlich arabisch.
Aber in der türkischen Küche gibt es das jetzt auch.
Und unsere deutschen Gäste stehen unwahrscheinlich drauf.
So sehr, dass Birkan und seine geschäftstüchtige Schwester
nicht nur ein Restaurant in Braunschweig betreiben, sondern gleich zwei.
Auf den Hummus kommt, was ist das, Schinken?
Birkan?
Das ist Rinderschinken, der ist sehr fettarm, ja.
Man kann es auch kalt essen, man kann es auch warm essen.
Überall wird es eigentlich kalt serviert.
Ich habe es mal versucht warm zu machen, ich wollte mal was anderes probieren.
Rinderschinken dazu gepackt, wurde super angenommen.
Von den deutschen Gästen, schon klar.
Aber der Hummus ist für Vittorio.
Attenzione, der ist Italiener.
Willi?
Ja?
Mit dem Vorspeisen?
Ich bin in 40 Sekunden fertig.
40 Sekunden?
Hört sich gut an.
Und sieht auch gut aus.