Vom geistigen Widerstand zum zivilen Ungehorsam
1 Videoaufrufe·03.12.2024
Dann schauen wir mal.
Das gute Mikrofon einschalten, das gute Mikrofon,
die gute und wir sind schon sehr schön.
Bitte schreibt ruhig in die Kommentare, ob es jetzt mit dem Stream geht
und ob es lag oder die Verbindung jetzt ein bisschen besser ist.
Sorry nochmal dafür.
Ich erzähle alles nochmal neu.
Herzlich willkommen beim Livestream of Consciousness am heutigen Dienstag
hier aus Oberösterreich und zwar genauer gesagt in Salzkammergut
oder dem Pfeifferzimmer schlecht, wie immer das hier heißt.
Auf jeden Fall werde ich jetzt, denke ich, doch nochmal alles wiederholen,
denn ich war mittendrin.
Das war jetzt hier ein Coitus Interruptus oder eher ein Abgang Interruptus,
ein Exitus Interruptus.
Ich werde es nochmal wiederholen.
Hoffe auch natürlich, dass die meisten jetzt noch mal nachkommen
und bitte auch hier schön reinschreiben.
Hier kann ich nämlich auch eure Kommentare direkt sehen,
ob der Ton gut ist und natürlich auch,
ob es einigermaßen flüssig fließt.
Eure Kommentare werde ich am Schluss ignorieren.
Vorher würde ich gerne ein bisschen pseudo intellektuell schwurbeln
und hier und da ein bisschen rummeandern, habe mir dazu ein bisschen was aufgeschrieben
zu den Themen ziviler Ungehorsam, geistiger Widerstand und direkte Aktion.
Gucken wir mal, wie weit wir kommen.
Und dann wäre es natürlich schön, wenn wir noch
zusammen ein bisschen plaudern können, ein paar Fragen beantworten können.
Also was ich eben schon als Einstieg eigentlich sagen wollte, ist
wir sind sehr erfreut, dass wir hier im Salzkammergut einen tollen Gastgeber,
tolle Gastgeber haben, die uns hier
einen sehr schönen, einen sehr schönen Ort bieten
und wo wir auch als Refugiumsgruppe erst mal unterkommen können.
Und ja, auch die ganze Arbeit jetzt anfängt.
Also die hat schon angefangen, aber jetzt wirklich in eine heißere Phase geht.
Und wir sind sehr gespannt, wie die nächsten Monate und
Jahre natürlich sowieso verlaufen, wie wir alle sehr gespannt sind.
Aber was das Projekt Refugium angeht,
ja, geht's jetzt wirklich in die in die heiße Phase.
Wer dazu noch weitere Informationen benötigt, einfach am besten
auf meine Seiten gehen.
Da müsste man das eigentlich ganz gut, ganz gut sehen.
Mach keinen Chat, den du ignorierst.
Ja, das hat hier schon Tradition.
Der Chat liebt es nämlich, dass Masos die lieben.
Es macht sie an, ignoriert zu werden.
Nein, ich gehe nicht auf den Chat, niemals.
Wozu macht man ein Livestream, um auf den Chat einzugehen?
Ja, doch. Am Schluss versuche ich es, aber ich versuche es.
Ich kann es nicht.
Während meines kleinen Vortrags ist es so ein bisschen wie
wenn jetzt vielleicht ein Professor einen Vortrag hält und gleichzeitig
rufen Leute dauernd was rein und zwar so ungefähr 300 Leute einfach so.
Und er kann sich ausruhen, worauf er jetzt eingehen möchte.
Gut, ich fange nochmal an.
Also früher war mehr Widerstand.
Ihr erinnert euch, nach der Krise 2008 gab es ja
nach der Immobilienkrise in den USA, nach der globalen Finanzkrise,
dann nach der EU Schuldenkrise und nach der Währungskrise,
die alles wie so ein Clusterfuck sich daran eben hängen.
Gab es doch ein gewisses Bewusstsein in gewissen Bevölkerungsschichten,
dass hier etwas im Argen war,
wogegen man zu protestieren habe, was man nicht länger mit ansehen könne,
dass eine Umverteilung nach oben stattfindet,
dass eine Enteignung stattfindet, wie ich es nennen würde,
eine korporatistische Privatisierung durch Vetternwirtschaft, Lobbyismus,
den Politbetrieb, die Verquickung von dem, was man Kapitalismus nennt,
dem, was von der Demokratie übrig geblieben war und der Elitenherrschaft.
Die Umwandlung von demokratischen Systemen in marktkonforme Systeme,
wobei ich eher sagen würde, dass es sich um eine einseitige Marktverzerrung handelt,
als um eine tatsächliche Konformität einem freien Markt gegenüber,
der eben genau dadurch ja nicht mehr frei ist, sondern eben einseitig verzerrt.
Und das Bewusstsein war vorhanden, dass es sich bei den demokratischen Systemen
nur noch um ein Feigenblatt handelte,
die eben diesen Verhältnissen übergehängt wurden.
Und das näherte eben den Zweifel an den tatsächlichen Formen,
den Symptomen der Ausbildungsformen der Demokratie
und am System überhaupt, ob man es jetzt neoliberal oder kapitalistisch
oder sonst wie semisozialistisch nennt,
hin zu der Begrifflichkeit von Postdemokratie,
wie sie Jacques Rancière geprägt hat, Colin Crouch dann sein Buch darüber geschrieben hat,
oder simulative Demokratie, Scheindemokratie.
Wir wissen das alles natürlich.
Aber das Ganze ist damals nicht nur in intellektueller Begrifflichkeit
und Schärfe analysiert und kritisiert worden,
sondern es ist auch in einem gewissen Protest auf der Straße erschienen.
Es ist in revolutionäres Handeln umgesetzt worden
mit mehr oder weniger Erfolg.
Die Farbrevolutionen der 2010er-Jahre
und unterschiedliche Formen des Protestes von einer Besetzung von Plätzen.
Muss man sprechen, wenn man gerade zu einer Platzrevolution,
der Tahirplatz in Kairo, der Gezi-Park in Istanbul, der Syntagma-Platz in Athen
oder dann eben der Sokoti-Park in Manhattan, Occupy Wall Street
und überhaupt diese Bewegungen, Occupy, Attack auch oder die Indignados in Spanien,
hatten als Motiv die Empörung, das Aufbegehren der Ausgeschlossenen.
Empört euch, ja, die Schrift von Stéphane Essel, das empört euch als Leitmotiv,
als Aufbegehren des großen Lümmels.
Es pfeift auf seine Gouvernanten, wie Heinrich Heine gesagt hat.
Und die Ziele dieses Aufbegehrens waren eine demokratischere,
eine solidarischere Gesellschaft, ein basisdemokratischer Ansatz,
ein egalitärer Ansatz, Diskursdemokratie, Konsensdemokratie
und weiterhin ein Blick auf die Kommentare.
Ich will nur wissen, ob der Stream noch einigermaßen flüssig läuft.
Jo, gut, man muss sich einfach mal Hartmann Gundi nennen,
dann läuft es schon gut, gut, gut, so einfach ist das hier.
Also dieser Protest mit seinen Zielen Basisdemokratie und eine Umf,
eine Revitalisierung quasi des demokratischen Prinzips, verstand sich aber selber
oft weniger als ein Protest, der sich an die Mächtigen richtet,
der ihnen eine Forderung entgegenschleudert und uns sozusagen bittet und bettelt,
sondern mehr als eine gelebte Praxis.
Die Praxis, die Gesellschaft anders zu bestimmen, anders zu fassen,
anders zu leben. Alternativ.
Damals war Alternativ noch kein Schimpfwort.
Und es war eben mit dieser Weigerung, eine Forderung an die Politik zu stellen,
auch gleichzeitig eine Hoffnung, durch das eigene direkte Handeln
das eigentliche republikanische Element wiederbeleben zu können.
Die politische und gesellschaftliche Alternative in die Köpfe und Herzen
und auf die Straße zu bringen.
Kleiner geschichtlicher Abriss für die Älteren, die Jüngeren unter euch.
Und heute, wo ist das alles?
Das ist meine große Frage in diesem Livestream und überhaupt in den letzten
anderthalb Jahren. Wo ist das alles?
Heute, wo die Heteronomie größer ist denn je.
Der Zwang, die Kontrolle, die Verwaltung und eben die Fremdgesetzgebung.
Und zwar die Heteronomie in zwei wichtigen Bereichen, wie ich finde.
Zum einen im Privaten und zum anderen im Globalen.
Das heißt, auf der einen Seite gibt es diese Einzelmaßnahmen
und die Maßnahmen, die uns im Einzelnen treffen, im Privaten, im Alltäglichen,
in unseren Lebensvollzügen.
Und auf der anderen Seite gibt es auch die Frage und gegen die wir uns stellen können.
Und auf der anderen Seite gibt es die globalen oder hintergründigen
Entwicklungen, wie eben die große Transformation der Gesellschaften und der
Wirtschaften und der Politik, der Nationalstaaten und so weiter.
Und diese Globalität ist jetzt auch nochmal im Vergleich zu der Globalität,
den ja schon die Finanzkrise hatte, nochmal globaler, ja man könnte fast sagen
totalitärer geworden oder sagen wir erstmal totaler geworden.
Die Einzelmaßnahmen treffen den Einzelnen in seinem Alltagsleben.
Das ist auch nochmal ein Unterschied zu dem, was nach 2008 passiert ist.
Natürlich hat uns das auch irgendwie in unserem Alltagsleben ja getroffen, aber
längst nicht so sichtbar.
Die Bankenrettung trifft natürlich auch den Einzelnen, aber er merkt es ja nicht
durch die Geldentwertung und diese ganze Umformung.
Aber hier ist es jetzt heute deutlich zu merken im Privaten, persönlich, im Kleinen,
im Individuellen, dann wirkt es harmlos und es ist ganz stark mit Moralisierung
verbunden. Die Regeln, die Maßnahmen, die Verordnungen sind jetzt auf einmal
die private Seite der großen globalen Umformung,
die im Privaten aber eben mit der Moralisierung des Diskurses verbunden sind.
Du hast zu gehorchen. Wenn du das nicht tust, bist du ein Wehrkraftsersetzer.
Die, die das tun, sind solidarisch und haben Empathie,
empathisch und du musst deine Pflicht als guter Staatsbürger erledigen.
Und auf der anderen Seite steht dann die große Entwicklung,
die sich dann aber auch eben zeitig in den Nebenfolgen, wirtschaftlich, gesundheitlich,
auch natürlich psychisch wie physisch, die politischen Nebenfolgen,
die Umgestaltung des politischen Systems, schleichend, naja, schnell schleichend,
die mediale Umgestaltung unserer ganzen mediale Landschaft
und überhaupt die Figur des medialen Diskurses
und der medialen Figuren sozusagen, der intellektuellen,
und auch die Mentalität der Gesellschaft, die eine große Umwandlung erfährt.
Demonstrationen und Verordnungsstaat haben natürlich ihre
und auch in langer Hinsicht über das, was mit den Kindern gerade passiert,
über Generationen, einen Einfluss auf die Mentalität der Gesellschaft,
auch auf den freiheitlichen Charakter der Gesellschaft.
Und diese Verbindung dieser beiden Ebenen, des Privaten und Kleinem,
die Maßnahmen, die uns alle selber persönlich tangieren,
und das große Ganze, große Transformation und so weiter,
das wird verbunden mit diesen Gehorsamsappellen.
Du musst gehorchen, den Solidaritätsfloskeln, sei empathisch und so weiter,
die sich eigentlich auf das Kleine beziehen.
Es ist doch nur eine Maske, es ist doch nur ein Stück Stoff,
es ist doch nur ein kleiner Pieks, sei doch solidarisch mit den Alten.
Aber Auswirkungen haben auf unsere Kritikfähigkeit dem großen Ganzen gegenüber,
also der großen Transformation.
Man fasst uns am Revers moralisch, mit der moralischen eisernen Faust,
im Kleinen zu gehorchen, wodurch wir blind oder ohnmächtig oder impotent werden
gegenüber der Umwälzung im Großen.
Das heißt, diese Blindheit, wenn es nicht Naivität ist, dann ist es Blindheit,
dieser Umformung gegenüber, die ist neu oder sie ist globaler, sie ist totaler geworden.
Und dadurch ist der Protest ausgehebelt worden.
Und das ist meine große Frage, was ist der Hintergrund davon?
Warum schaffen wir es nicht, den Protest auf die Straße zu bringen,
wie es bei Occupy oder bei diesen ganzen Bewegungen noch aufschien?
Die Krux ist natürlich, dass man im Kleinen protestieren kann, im Alltag.
Man kann die Maske ein Stückchen weit unter die Nase ziehen, man kann sie ausziehen,
man kann sich nicht impfen lassen oder man kann irgendwas tun.
Und die Krux dabei ist, dass unser Protest im Kleinen,
ja, sagen wir, den Arm nicht zu heben, zumindest nicht vor 33,
dass der nicht vom Asozialen zu unterscheiden ist.
Es sei denn, man trägt dabei ein T-Shirt mit der Aufschrift,
Hashtag, ich mach da nicht mit.
Denn wenn ich einfach egoistisch bin oder, also ich sage das jetzt gar nicht mal moralisch,
sondern ich sage, ich habe keine Lust, mich damit zu beschäftigen
und ich will jetzt keine Maske tragen, weil es mich stört.
Ist dieser egoistische Move, ja, und ich sage das jetzt ohne moralische Bewertung,
nicht zu unterscheiden von einem symbolischen Akt,
dass ich trage die Maske nicht, eben weil ich da nicht mitmache bei dem Großen Ganzen.
Das ist die Krux.
Wie gesagt, es sei denn, man hat den Hashtag, okay, keine Werbesendung heute.
Im Großen kann man natürlich auch demonstrieren, protestieren.
Dann wirkt es noch nicht ganz so asozial, außer wenn man es natürlich so framet,
dass die Leute, die für ihr Recht da auf die Straße gehen,
dass die eben aus der Sicht des Mainstreams oder so,
ja, die gehen auf die Straße für ihr Recht, andere Leute anzuspucken
oder, ich weiß nicht, andere anzustecken.
Herr, größtes Strohmann ever, klar, ja, den man sich aufbauen muss,
um nicht einzusehen, dass dieser Protest auf der Straße
nicht weniger gilt als der Aufmerksamachung auf die Nebenfolge,
der Gefahr der Vereinseitigung des Diskurses,
der Gefahr der Verstetigung des Ausnahmezustands
und eben der Gefahr des klandestinen Unruhens der Gesellschaft.
Um das nicht zu sehen, muss man sagen,
die wollen bestimmt andere anspucken und dafür gehen sie auf die Straße,
diese empathielosen Unsolidarschen.
Und natürlich, dass dieser Protest auch dem Recht
auf körperliche Selbstbestimmung gilt.
Die Älteren von euch werden sich noch erinnern.
Und dann vergleicht man mal die Reaktion von Intellektuellen
der letzten 10, 20 Jahre mit denen von,
gut, ich möchte jetzt Precht und Welser nicht als intellektuelle bezeichnen,
aber von denen von Precht, der sagt, wer gegen die Klimapolitik
oder die Corona-Politik auf die Straße geht
oder auch die Migrationspolitik, der ist egoistisch und kindisch.
Nicht genauer Wortlaut, aber sinngemäß.
Ja, weil der will ja nur Leute anspucken.
Oder ein Harald Welser, der sagt,
wieso sollte ich mit Corona-Leugnern,
dümmstes Framing ever, sprechen?
Ich spreche auch nicht mit Holocaust-Leugnern.
Klare Verharmlosung des Holocaust.
Also, wenn man im Großen demonstriert,
dann ist das noch nicht ganz so asozial.
Es sei denn halt, man sagt,
ja, du willst ja nur für dein Recht auf Anspucken demonstrieren.
Oder es sei denn, man wird halt als rechts geframed.
Ja, da laufen auch Leute mit komischen Fahnen mit und so weiter.
Und der hat eine Glatze,
wobei das meines Erachtens auch weniger wird, dieses Framing.
Aber trotzdem herrscht in der Mainstream
diese Art positive Alternativlosigkeit
oder Alternativlosigkeit als Wert.
Ja, es gibt nur eine legitime Einstellung.
Diese und jene Politik ist alternativlos.
Und das spiegelt natürlich die eigene Eindimensionalität wieder.
Auch die Eindimensionalität dieses Weltbildes und auch ein Quirtismus
vielleicht, eine Art sich, ein biedermeierliches
sich gemütlich machen in dieser Alternativlosigkeit.
Denn dann müssen wir nicht wählen.
Wählen ist anstrengend.
Da müssen wir nicht kämpfen.
Aber Demokratie ist Kampf.
Demokratie ist Konflikt.
Und heute gilt ja sozusagen eine Alternative schon als populistisch und gefährlich.
Ja, beides zieht kaum mehr aus dieses Framing.
Aber trotzdem hat der Widerstand, wenn man es so nennen will,
weniger oder noch zu wenig Struktur, wenig Methode, noch zu wenig Zugkraft,
vor allem noch zu wenig Anbindungspotenzial
an die Masse derer, die eigentlich politisch engagiert sein könnten,
die zu erreichen wären.
Es ist noch zu wenig Identifikationspotenzial, womit das zusammenhängt.
Da kann man lange drüber nachdenken und wie man da rauskommt.
Aber man muss konstatieren, dass sich die Protestbewegung
in einer Isolation befindet, einer viel größeren, auch medialen Isolation,
als es zum Beispiel die Occupy-Bewegung war, Attack war
oder eben auch die einzelnen Farbrevolutionen sowieso.
Aber da weiß man natürlich auch, dass durch die,
oder nehmen wir Black Lives Matter,
dass durch die Unterstützung von Institutionen,
die natürlich auch medialen Aufwind bekommen.
Das wissen wir alles, das ist natürlich klar.
Aber wir können sagen, dass die Protestbewegung in einer eigenen Blase gefangen ist.
Und trotz des Willens, da rauszukommen,
im Grunde genommen wie in einer Quarantäne ist und da nicht rausgelassen wird.
Und das aber in einer Zeit, in der der Protest noch viel nötiger ist,
als er es noch 2008 war und folgende.
In einer Zeit der größten korporatistischen Umformung unserer Gesellschaft,
der größten Gefahr der modernen Demokratien eigentlich,
der Machtergreifungen von Big Tech, Big Data, Big Pharma,
des politisch-pharmazeutischen medialen Komplexes.
In seiner ganzen Globalität, hin zu einer vierten industriellen Revolution und so weiter.
Das ist alles sichtbar, das ist leicht zu recherchieren,
dass diese Gefahr besteht und dass es noch eine viel größere,
weitere Stufe ist, verglichen mit den Krisen der Vergangenheit,
müsste eigentlich dazu führen, dass der Protest größer wird.
Aber der Protest wird kleiner, der Protest ist eingehegt,
er ist befriedet und er ist geradezu kastriert.
Es ist eine Kastration des Protestes,
der sich in seiner eigenen Unwirksamkeit verfangen hat.
Und da nochmal die Frage, warum? Warum ist das so?
Und auch nochmal natürlich der Blick auf die Kommentare.
Alles scheint in Ordnung zu sein. Sehr schön. Warum ist das so?
Gut, auf der einen Seite haben wir den ganz einfachen Grund,
dass der Protest verboten war oder eingeschränkt.
Lange Zeit. Und auch immer damit noch mit einer moralisierenden Note versehen
oder moralistischen Note versehen.
Wer jetzt protestiert, der tötet Menschen.
Was kann denn mehr abhalten davon, als die eigene Frage,
wenn ich jetzt für die Freiheit auf die Straße gehe,
bin ich vielleicht schuld an dem Tod von Menschen?
Ja, sehr perfide.
Und natürlich einfach legalistische Verordnungen sozusagen
zu gewissen Zeiten eben nicht protestieren zu können.
Also im großen Stil staatliche Repression und Unterdrückung
der Versammlungsfreiheit in einer Zeit, in der auch jetzt nochmal,
was Finanz- und Währungskrise und Wirtschaftskrise angeht,
ja alles zusammenkommt.
Wir haben ja im Grunde genommen eine verschleppte Finanzkrise.
Ich bin da kein Experte, aber folge da denjenigen, die sagen,
das, was natürlich durch die Geldentwertung
und die Aufblähung der Geldmengen, was da passiert
und passieren musste, das wird jetzt verdeckt.
Und das, was kommen muss, darauf wird sich vorbereitet.
Eine Vorbereitung auf die Verwaltung der Reaktion
auf den großen Crash,
auf Massenarbeitslosigkeit, Hyperinflation,
die ganzen Ausfälle, wirtschaftliche Ausfälle, Konkurse,
aber auch Energieausfälle, Ressourcenausfälle.
Folgen dann Massenproteste, Streiks, Arbeitsniederlegungen,
vielleicht Plünderungen, vielleicht Bürgerkriege.
Das muss man jetzt natürlich schon schön einhegen.
Also man sieht natürlich, dieser Crash muss kommen.
Er wird diese Reaktion im Volk hervorrufen.
Also müssen wir ihn jetzt schon kaltstellen.
Und das ist jetzt schon getan.
Er ist abgewirkt.
Er ist kastriert vom Staat, gesetzlich, von den Intellektuellen,
die das moralistisch abwerten,
von den Deutungspriestern überhaupt in den Medien,
auch von den Linken, wie man leider sagen muss,
die jetzt genau das eigentlich sehen müssten,
in einem noch viel plumper gebauten trojanischen Pferd versteckt.
Das, wogegen sie protestiert haben,
seit der Globalisierungskritik Ende der 90er.
Empire, es geht um das Empire, um mit hart und niedrig zu spielen.
Ja, aber worum geht es eigentlich?
Oder warum ist das nicht zu sehen?
Weil es mit dem Thema der Biopolitik verbunden ist.
Und das ist im Grunde genommen das Neue.
Nicht philosophiegeschichtlich gesehen.
Da haben wir mit Deleuze und Gattari und Foucault und Agamben
natürlich prominente Vertreter, die darüber nachgedacht haben.
Aber jetzt haben wir die Biopolitik als ein System,
vielleicht eine Technik, wo man die Menschen am Schlafittchen hat.
Noch als beim Krieg gegen den Terror oder Krieg gegen die, was auch immer.
Es ist jetzt eben ein Krieg gegen die Gesundheit.
Ja, das, was dir wirklich ganz, ganz daran geht und was unsichtbar,
erfallend ist und so weiter, ihr kennt das alles.
Und diese Biopolitik geht einher mit einer Moralisierung auf der einen Seite,
Solidaritätspflicht, es wird von Wehrkraftsersetzung gesprochen.
Thilo Jung hat davon gesprochen, dass alle diejenigen,
die gegen Corona protestieren, also die Maßnahmen, Corona-Leugner und so weiter,
dass das Wehrkraftsersetzer sind.
Dann mit einer Propaganda ohne gleichen in den Medien.
Mit diesen Wissenschaftsjournalisten als fünfter Kolonne.
Dann mit einem Szientismus, also die Auffassung,
dass sich durch Wissenschaft alles im Grunde genommen begreifen lässt,
erkennen lässt, handhaben lässt.
Da bleibt nichts mehr übrig.
Die Wissenschaft deckt alles ab und dann übergehend dazu in eine Szientokratie.
Die Wissenschaft darf dann auch herrschen oder eben in eine Technokratie.
Und diese Kastration durch das Thema Biopolitik,
durch Moralisierung, Szientismus, Technokratie, Propaganda,
ist aber auch ein Bildungsproblem, muss man auch konstatieren.
Ein Problem, das wir vielleicht durch unseren etwas laxen Umgang
mit unserem kulturellen Erbe und seiner Weitergabe an die nachkommenden Generationen
uns selber eben ins Nest gelegt haben, dass man sagen muss,
es fehlt offensichtlich nicht nur jede Liebe zur Demokratie,
zur Freiheit und zu Grundrechten.
Es fehlt auch überhaupt ein Verständnis von dem,
was Menschenwürde eigentlich bedeutet und Unantastbarkeit und Unveräußerbarkeit,
was Individualismus bedeutet, was das Erbe der Aufklärung bedeutet,
was Autonomie und Mündigkeit bedeuten oder was Grundrechte eben sind.
Und es fehlt offensichtlich, ich spreche heute sehr pauschal, mal ausnahmsweise,
ein genaueres Verständnis davon, was politische Partizipation bedeutet,
was Teilhabe bedeutet, was Mitbestimmung bedeutet,
was bürgerliche Rechte, die Rechte des Bürgers an, der Polis, in der Polis
und sein Engagement, auch seine Rebellion, sein Widerstand,
sein Recht auf Widerstand und auch seine vielleicht Pflicht
zum zivilen Umgehorsam, wie es Henry David Thoreau genannt hat, betrifft.
Es fehlt ein Verständnis für die vielfältigen Formen des Aufbegehrens,
des zivilen Widerstandes, des zivilen Umgehorsams.
Und diese Formen des Aufbegehrens, die müssten wiederbelebt werden.
Und um sie wiederzubeleben, muss man, glaube ich,
dieses Verständnis erst mal wiederbeleben.
Was ist überhaupt für uns drin?
Was tun wir, wenn wir aufbegehren?
Worüber reden wir, wenn wir von zivilem Ungehorsam reden?
Wir reden von einer Aneignung des Politischen.
Der Mensch, der Bürger, das Individuum eignet sich
die Sphäre der Politik wieder an, um mit Hannah Arendt zu sprechen.
Im Grunde genommen ist es ja eine Wiederaneignung des Enteigneten,
wenn man so will.
Und aus dieser Sicht erscheint der Staat erst mal als ein Apparat,
ein legalistischer, ein polizeilicher Apparat, der die Individuen regiert,
verwaltet, aber nicht der, was seine eigentliche Aufgabe ist,
da wäre auch noch mal dran zu erinnern,
der ihre umfassende Autonomie zu gewähren hat.
Das ist das Ziel des Staates,
wenn er dann überhaupt eine Berechtigung haben soll.
Und das zu gewahren, bedeutet eine emanzipatorische Bewegung.
Der Kern der Demokratie, wie Etienne Balibar gesagt hat,
ist die Existenz von Gegenmächten.
Gegenmächte, die die Altmacht des Staates beschränken.
Wie Popper sagt, die Spitze da am Staat, die muss gebrochen sein,
die muss breit sein, es muss Checks and Balances geben usw.
Das darf nicht alles in einer Spitze eben vereint sein.
Das heißt, das Aufbegehren in der Form des zivilen Ungehorsams
ist eine Revitalisierung der Demokratie, die Möglichkeiten schafft,
erst mal auch in den Köpfen der Menschen, Widerspruch einzulegen.
Am Waldrand, an der Häuserwand ein Weh einzuritzen.
Das sind Akte politischen Handelns, die die starre
und als zwangempfundene Institutionenordnung herausfordern.
Wer die derzeitige Institutionenordnung
nicht als starr und zwingend und zwanghaft empfindet,
der ist dann wahrscheinlich auch nicht mehr zu retten.
Und wir müssen dem ein Nein
zu dieser zur Routine gewordenen Ungerechtigkeit entgegenwerfen,
entgegenschleudern, ein Nein zu den Ungerechtigkeiten,
die in dieser Routine zur Normalität werden,
die zur Selbstverständlichkeit werden, zur neuen Normalität.
Also zu fragen ist, wozu überhaupt ziviler Ungehorsam?
Und die 2. Frage, welche Formen kann er annehmen?
Der Sinn des zivilen Ungehorsams ist,
der grundlegenden Unabhängigkeit des Menschen Ausdruck zu verleihen.
Zu zeigen, unsere Condition humaine
besteht in 1. Linie in unserer Unabhängigkeit,
in unserer Self-Reliance, wie Emerson gesagt hätte.
Und erst in 2. Linie in der Vergemeinschaftung,
im gemeinen Wesen, in der freiwillige Abhängigkeit,
so freiwillig wie möglich eben konsensmäßig gewählt werden.
Dem muss durch zivilen Ungehorsam
bei Zeiten Ausdruck verliehen werden.
Dem verleiht auch Ausdruck, der Idee der aktiven Staatsbürgerschaft.
Das ist eine Idee von Étienne Balibar.
Nicht nur von Étienne Balibar,
aber Étienne Balibar, ein französischer Linksintellektueller,
hat das sehr schön beschrieben,
dass es eine passive Staatsbürgerschaft gibt,
eine Prächtschaft sozusagen.
Und es gibt eine aktive Staatsbürgerschaft.
Und der aktive Bürger ist nicht der, das ist jetzt Zitat Balibar,
der durch sein Gehorchen die Rechtsordnung
oder das System der Institutionen sanktioniert, legitimiert,
denen er selbst durch einen ausdrücklichen
oder stillschweigenden Vertrag Rechtmäßigkeit verdienen hat.
Wird dann angenommen, durch einen Gesellschaftsvertrag habe ich,
weil ich da bin, durch meine passive Existenz,
irgendeiner Institution, die über mich herrscht,
Rechtmäßigkeit verdienen,
indem er sich an den repräsentativen Verfahren beteiligt hat,
die in der Abtretung von Machtmünzen...
Wasser!
Das ist Konditionierung.
Platz!
Äh, wo war ich stehen geblieben?
Also, das heißt, die passive Staatsbürgerschaft bedeutet,
ich kann einmal alle 4 Jahre wählen und trete dann meine Macht ab.
Und diese Abtretung ist eben meine eigene Abdankung in die Passivität.
Meine eigene Passivität als Staatsbürger.
Der aktive Staatsbürger hingegen ist ein Rebell, der Nein sagt
oder der zumindest die Möglichkeit hat, Nein zu sagen.
Wenn er aber ihre Möglichkeit niemals ausübt,
fallen wir zurück auf die Abtretung von Macht,
auf die passive Staatsbürgerschaft.
Und ich zitiere Etienne Balibar.
Um auf eine Weise die tatsächliche Macht zum Ausdruck bringt,
Ja sagen zu können,
muss man gelegentlich und womöglich regelmäßig Nein sagen.
Um an der Polis teilnehmen zu können
und nicht bloß als Name in einem Familienstandsregister zu stehen,
muss man sich daraus zurückziehen können
oder besser noch eine alternative Kraft verkörpern.
Notfalls mit Gewalt und wenn möglich gewaltlos.
Jedenfalls durch Opposition und Dissidenz.
Man muss eine Gegenpolis oder Gegenmacht einsetzen,
die zunächst in den Augen der legitimen Macht illegitim ist,
welche schlicht zum Eigentum derjenigen geworden ist,
die sie ausüben, also die legitime Macht ist,
schlicht zum Eigentum derjenigen geworden, die sie ausüben
oder zum Ausdruck einer Regierungs- oder Verwaltungsroutine.
Etienne Balibar.
Das war es für heute bei Kaiser TV mit meinem kleinen Vortrag.
Wir werden, denke ich, in der nächsten Woche,
am Dienstag wieder um 21 Uhr, darüber nachdenken,
welche Formen des zivilen Ungehorsams überhaupt sinnvoll
und auch legitim sein könnten, moralisch legitim sein könnten
und wo dann eben die Abgrenzung zum Unmoralischen stattfinden müsste.
Es reicht offenbar nicht nur, wie Precht es sagt,
nur weil der Staat sich, oder weil er genannt wird,
ein Vorsorge- und Fürsorgestaat, ja, ein Verordnungsstaat ist er nämlich,
ein Vorsorge- und Fürsorgestaat, dann einfach seine Pflicht zu erledigen,
nur weil es eben, weil Demokratie drüber steht.
Also das ist nicht nur seit Thoreau, sondern eben auch seit Habermas
ein sehr wichtiger Diskurs.
Und ich würde gerne mit euch in der nächsten Woche darüber sprechen,
welche direkten Formen auch des Protestes oder auch der Aktion,
da gibt es nämlich auch nochmal einen Unterschied,
man sich überlegen könnte.
Das heißt, die direkte Aktion, um mit David Graeber zu sprechen.
Der Hund ist wieder ruhig, Rollo.
So, Frage an den Chat, falls noch jemand wach ist.
Rollo ist ein Hund, aus welchem literarischen Werk?
Ja, Etienne Balibar ist genau richtig geschrieben.
Ach, hier kann ich ja auch wieder diese schönen Sachen.
Lieber Gunnar, du bist gerade in meiner Nachbarschaft.
Brauchst du eventuell noch einen Führer, einen fremden Führer?
Ja, Braunau ist auch ganz in der Nähe, habe ich gesehen.
Ja, gerne, gerne, melde dich gerne unter info-at-gunnar-kaiser.de.
Wir sind jetzt, also wir haben hier wirklich nette Menschen getroffen
und nicht, dass mich das gewündert hätte hier in Österreich,
die auch hier uns ein bisschen hier am Irrsee, am Mondsee entlang führen.
Aber ja, gerne, gerne.
Fontane F. Ibris, da haben wir es doch schon.
Dankeschön, es sind...
Katze, das ist doch keine Katze.
Ah, wo ist es hin?
Ja, genau, da haben wir es.
Fontane F. Ibris.
Ja, manchmal sagen ja die Leute, um mich zu treffen,
es trifft mich natürlich wirklich höllisch.
Guck mal, was aus deinem Publikum geworden ist.
Ja, was das nur für Untermenschen sind.
Das sind wirklich Leute, die denken, sie würden sich moralisch überheben,
indem sie andere abwerten als Untermenschen
oder sich rhetorisch halt über sie stellen.
Ja, wie dein Publikum geworden ist und so.
Naja, zumindest kennen sie F. Ibris.
Warum ist deine Telegram-Gruppe verschwunden?
Ist die wirklich verschwunden?
Ich habe sie auf Eis gelegt, hatte keine Lust mehr.
Die waren mir zu doof.
Vielleicht kommt sie irgendwann wieder.
Keine Beleidigungen wiederholen, Gunnar?
Doch.
Ja, dann könnten wir tatsächlich noch,
haben wir ja noch 8 Minuten,
die Zeit miteinander verbringen.
Ich habe übrigens auch was zu trinken hier.
Letztens haben die Leute,
aber das ist auch schon etwas länger her,
tatsächlich gedacht,
ich würde Werbung machen für diese Chips oder eine Biersorte.
Oder ich wäre von der Firma angestellt.
Aber ich kaufe die Sachen und trinke sie.
Aber das frage ich nicht.
Kommst du nach Berlin im August?
Am 19. August komme ich nach Berlin.
Am 1. August schaffe ich es leider nicht.
Aber am 1. August bin ich dafür in Wien.
Und da ist auch ein Protest angesagt.
Ich werde mal gucken,
ob das eine schöne Sache sein wird.
Corona-Bier.
Ja, das war Becks Kohl tatsächlich.
Aber keine Werbung.
Ist wahrscheinlich Uni-Leber oder sowas.
Großartig.
Ja, Alkohol ist tatsächlich eine Lösung.
Rein chemisch gesprochen,
wie wir es gehört haben.
Valkyrie schreibt,
welchen Rat würdest du Leuten wie mir geben,
die keine andere Alternative mehr sehen,
außer gewaltsamen Widerstand.
Erst mal den Rat,
keinen gewaltsamen Widerstand in Betracht zu ziehen.
Wir haben noch Möglichkeiten.
Dann würde ich den Rat geben,
diese Alternativen in der Vernetzung zu suchen.
Und ich würde auch den Widerstand,
das wäre eigentlich das Thema für die nächste Woche,
in der direkten Aktion suchen,
die sich auch überhaupt nicht gewaltsam,
auch nicht in Gewalt gegen Sachen äußert.
Einmal aus taktischen Gründen,
das ist strategisch einfach nicht klug,
es kommt nicht so gut rüber.
Und zum anderen einfach aus ethischen Gründen,
weil ich gewissermaßen an das Privateigentum glaube
und natürlich auch an das Selbsteigentum.
Sondern in den Aufbau von Strukturen,
die mehr oder weniger unter dem Radar laufen können,
die auch vielleicht gar nicht als symbolischer Protest
zu begreifen sind von denjenigen,
die es nicht so begreifen wollen.
Sondern die auch in dieses Nein,
das ich jetzt hier auch hervorgetragen habe,
auch nur so viel Energie stecken, wie nötig ist.
Und eben nicht mehr.
Weil ich aus meiner Erfahrung sagen kann,
dass das krank macht.
Und das Positive und Konstruktive mit Menschen zu suchen.
Ach, ich würde dir ja den Rat geben,
mein Video zu gucken, das am Donnerstag erscheint.
Da habe ich mir die Gedanken gemacht,
wie man sich emotional vorbereiten kann.
Und da geht es natürlich auch darum,
dass man es nicht alleine machen muss.
Du bist nicht allein.
Danke für den guten Ausklang des Tages.
Ja, freut mich auch.
Schön, dass es noch geklappt hat.
Da ja der erste Stream ja
mit dem Internet nicht ganz so gut gepasst hat.
Du warst bestimmt ein cooler Lehrer.
Ja, Betonung auf warst.
Bei dem Lehrer sein,
also ich war sicher nicht der beste Lehrer,
aber bei dem Lehrer sein ist es zumindest gut, finde ich.
Also was Schönes am Lehrer da sein ist,
dass es nie langweilig wird.
Und wenn man das als positiven Aspekt sieht,
ist da schon viel mit gewonnen,
weil diese Herausforderungen ja immer neu sind.
Und das Schöne da ist,
dass man sich immer wieder selber testen muss.
Also das Schlimme ist ja,
nicht nur bei Lehrern,
aber wenn man einmal einen Status eingefahren hat,
für sich selber auch eingefahren ist in seinem Status.
Ich gehe mit diesem Status durch das Leben.
Und zwar bin ich von mir in der und der Art überzeugt.
Und ich trete allen Menschen gegenüber in dieser Überzeugung auf.
Ich muss unbedingt diesen Status halten,
auch in meinem Auftreten und so weiter.
Und das kann auch ein Status der Minderwertigkeit sein.
Ja, ich bin überzeugt davon, dass ich nichts werde.
Im pädagogischen Handeln ist ein gutes Rezept, glaube ich,
der Statuswechsel, wie bei Schauspielern auch.
Und zwar auf die Situation und auf den Partner angemessen.
Ich kann streng sein und ich kann autoritär sein.
Ich kann auf einer Ebene sein
und in einer Art parallelen Kommunikation sein.
Fehlt gerade das Wort dafür.
Also nicht in einer flachen Hierarchie kann ich sein.
Ich kann sogar darunter sein,
wenn ich zum Beispiel gerade was Doms gemacht habe.
Und sage, wow, okay.
Oder der Schüler weiß etwas Besseres.
Wow, du hast mich berichtigt. Dankeschön.
Und dieser Wechsel ist, glaube ich, etwas,
warum schwurble ich eigentlich darüber.
Aber wir haben ja noch ein bisschen Zeit.
Gunnar, magst du Katzen?
Ja, ich mag auch Katzen. Eine süße, kleine, weiße Katze.
Eigentlich mag ich Katzen sogar noch mehr als Hunde.
Aber ich bin auch gegen Katzen noch mehr allergisch als gegen Hunde.
Wie die meisten.
Wahrscheinlich. Katzen sind echt krass.
Geh jetzt ins Bett, Gunnar. Soll ich ins Bett gehen?
Ja, trinken wir noch ein Bierchen zusammen.
Ach so, ja, das ist ganz interessant.
Hast du dir die Quark-Science-Cops-Folge 16
Machen Maskenkinder krank? Der Feingunner Kaiser gehört.
Sehr interessant, haben dich hops genommen.
Ich habe es noch nicht gehört.
Ich habe es gesehen, dass es da ist.
Und auch richtig lang, oder? Eine Stunde oder so?
Ja, ich denke, ich werde mir das mal angucken.
Ich meine, das ist vom WDR.
Die sind bekannt dafür, dass sie wirklich zuverlässig
und gut ausgebildet sind und zuverlässig recherchieren.
Ich denke, ich werde es mal aufgreifen.
Es ist vielleicht auch ganz interessant,
einfach zu gucken, worum geht es überhaupt?
Worum geht es auch in meiner Kritik?
Oder in der Kritik von vielen anderen?
Also zum Beispiel die Frage, ob Maskenkinder krank machen,
ist eine sehr wichtige Frage.
Aber es ist eigentlich eine Frage an der Oberfläche.
Das klingt jetzt natürlich wie so ein
ich becke hier ab oder so, out,
dass ich hier jetzt gerade zurückrudere.
Aber wofür ich natürlich gerne kritisiert werden würde,
wäre meine Sicht auf die schleichende Entwicklung
hin zur Technokratie.
Und auf die Philosophie der technokratischen Bewegung,
die ich kritisiere und die ich am Werk sehe.
Und nicht nur mit einzelnen Protagonisten,
sondern als eine Handlungslogik, die aus den Entwicklungen folgt.
Auch aus der Entwicklung der Moderne,
auch aus der Entwicklung unseres Menschenbildes.
Und blablabla, schwurbel, schwurbel.
Und dafür würde ich natürlich gerne kritisiert werden.
Oder auch dafür gerne, da komme ich ja auch ins Gespräch.
Aber das wäre natürlich schön.
Wenn es in einer Talkshow,
als wenn wir mal auch eine philosophische Talkshow hätten,
auch so sein könnte, guck mal, wir haben jetzt jemanden,
der sagt, nein, hier ist keine Technokratie im Werk.
Die parlamentarische Demokratie ist unangetastet
durch die Corona-Maßnahmen.
Und ja, alles super, alles bestens.
Oder jemand, der sagt, wie jetzt gerade erschienen in
Moment, hier, merkur.de.
Ich schicke euch den Link hier rein.
Die Corona-Pandemie zeigt,
unsere einzige Hoffnung sind die Technokraten.
Moment, kann ich euch den Link überhaupt hier reinstellen?
Ach so, ja, ich kann auch kommentieren.
Falls ich mich gerade nicht selbst blockiert habe.
Das heißt, es gibt auch Haltungen, die sagen,
nein, wir brauchen die Technokraten.
Vielleicht gibt es die und die gibt es auch im Mainstream.
Und das wäre doch jetzt schön zu diskutieren.
Ja, was anderes ist natürlich zu diskutieren,
sind alle Studien, die über das Verhältnis
Nutzen und Nachteile der Masken für die Kinder erschienen sind,
sind die so gehaltvoll wie zum Beispiel der PCR-Test.
Ja, ich meine, das ist im Grunde genommen genau das,
was ich gesagt habe.
Also das ist im Grunde genau das, was ich gesagt habe,
dass die Maßnahmen im Einzelnen uns so sehr beschäftigen,
dass die Kritik an den Maßnahmen auch letztendlich im Vordergrund stehen
und natürlich auch dann die Kritik an dieser Kritik.
Ja, diese Maskenstudie ist ja gar nicht gehaltvoll.
Sie ist sogar retracted worden, zurückgezogen worden.
Wobei die eigentlichen Hintergründe, die zu kritisieren sind,
eben die der großen Transformationen und der Technokratie sind.
Ja, also das nur noch mal jetzt zum Abschluss.
Gut, ihr Lieben, das war es für heute.
Denkt daran, die Hände über die Bettdecke.
Vorher den Klick auf den PayPal-Link zum Beispiel.
Ihr wisst ja, YouTube hat uns demonetarisiert.
Also da gehen meinen armen Kameramännern einiges an Einnahmen verloren.
Und tatsächlich ist, ja, ohne die YouTube-Einnahmen,
das jetzt in dieser Qualität, die ihr gewohnt seid.
Und der Hund muss leiden.
Wollt ihr, dass der Hund, dass er kein Hundebutter mehr bekommt?
Also spendet für Sami.
Oh Gott, oh Gott, das war das Billigste, was ich bisher gemacht habe.
Nein, das Billigste wäre, was würde Jesus sagen?
Viel Glück.

