Als ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Ärztekammer in Berlin hat Dr. med. Ellis E. Huber selbstverständlich einen reichen Erfahrungsschatz angesammelt. Seine zahlreichen Jahre in politischen Ämtern und in der Vorstandsarbeit bei Krankenkassen haben ihn stets angetrieben, eine Medizin zu fördern, die den Menschen als Ganzes betrachtet und in einer echten Beziehung zum Patienten agiert. Heute ist unser Gast extra in die Schweiz gereist, um mit uns über die Missstände im Gesundheitswesen zu sprechen. Er betont, dass der Glaube ans Geld krank macht und verweist auf die vier häufigsten Probleme unserer Gesellschaft: a) Angst, b) Depression, c) Bluthochdruck und d) Rückenleiden. All diese Erkrankungen haben seiner Ansicht nach einen seelisch-psychischen Ursprung und sind Ausdruck einer kranken Gesellschaftskultur.
Es ist beeindruckend und wegweisend, wie ein so erfahrener Arzt und Politiker in dieser Sendung mit uns ringt, den Glauben an die Menschen nicht zu verlieren, und dabei so präzise und schöne Worte findet.
▬ Zu Gast ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ Dr. Ellis E. Huber, ehemaliger Ärztepräsident Berlin Moderation: Alexander Glogg Sendungsnummer: WGrem_240903_A_S1_58_huber
▬ Kontakt & Links ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ Dr. med. Ellis E. Huber Bleibtreustr. 19 DE-10623 Berlin Empfehlung der Redaktion: Buch Liebe statt Valium ISBN: 3-87024-716-9 Buch: Handeln statt Schlucken ISBN: 978-3861241768
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Wir sehen es aber anders. Wir sehen die Erfahrungsheilkunde, die Naturheilkunde, wir sehen so viele Schätze der Medizin, die es noch nicht geschafft haben, eine WHO-Legitimierung zu bekommen.
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▬ Über QS24 ▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬▬ „Keine Krankheit kann in einem basischen Milieu existieren, nicht mal Krebs“.
Mit dem Zitat von Dr. Otto Warburg, Biochemiker und Nobelpreisträger, haben wir uns inspirieren lassen und die facettenreiche tiefsinnige Naturheilkunde mit allen ihren Wirkungen, durch Beobachtungen von Experten, zu dokumentieren begonnen. Diese Erfahrungsschätze verstehen wir als Komplementierung zu einer ganzheitlichen holistischen Sichtweise an. Daher sollten sie zu der in vielerlei Hinsicht schon brillanten Schulmedizin, hinzugezogen werden.
Mit dem Betreiben dieses TV-Senders wollen wir den Zuschauern dieses Wissen näherbringen, sodass der Zuschauer für Prävention – oder bei einem Krankheitsverlauf – weitere Perspektiven für seinen Weg in Betracht ziehen kann.
Herzlich willkommen, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer,
hier in unserem Format vom Wissenschaftsgremium.
Heute ist eine grosse Premiere für mich.
Ich habe heute nämlich nicht nur einen Arzt hier,
nein, auch einen Politiker.
Der ehemalige Ärztepräsident aus Berlin
hat uns die grosse Ehre gegeben,
heute anzureisen, um mir
ein paar Fragen zu beantworten.
Er ist meiner Achtens aber auch ein Mensch,
der nach wie vor den Glauben an die Menschheit
nicht verloren hat.
Nach dem Intro legen wir los, bleiben Sie dran.
Ja, und da sind wir wieder.
Und jetzt darf ich Ihnen Dr. Elis Ehuber
vorstellen. Herzlich willkommen, liebe Elis.
Ja, guten Tag. Oder grüezi.
Ja, grüezi. Schön, dass du da bist.
Wirklich eine grosse Ehre.
Und ich möchte an dieser Stelle auch gleich sagen,
als ich dich im Kross kennengelernt habe,
bei diesem Kongress von Hartmut Schröder,
da hast du einen Vortrag gemacht
und da hat meine Frau und ich gesagt,
das ist das Beste, was wir je gehört haben.
Na, na, na.
Da kann man runterkommen.
Was mich fasziniert hat,
ist, du hast alles auf den Punkt gebracht,
aber du hast nicht einer Spaltung
zusätzlich Munition gegeben,
sondern du hast bei allem, was du gesagt hast,
die Brücke gebaut.
Das hat mich so fasziniert.
Naja, Spaltungen sind nie gesund.
Wenn die Leberzelle
mit der Herzzelle im Krieg liegt,
kann der Organismus nicht überleben.
Von daher ist Gesundheit
nur zu erreichen,
wenn die Gesellschaft
den Einzelnen
geborgen sein lässt.
Wir müssen für eine integrierte,
familienfreundliche,
familienähnliche
Gesamtgesellschaft Sorge tragen,
denn es kann kein Mensch
gerade gehen, solange die Gesellschaft
schieflegt, sagte schon
Herr Bloch, ein
Philosoph.
Die Krankheiten der Gesellschaft
drücken sich in individuellen Leiden
aus und das ist unser
großes Problem in der gegenwärtigen
Zeit. Als Kassenchef
war ich auch mal,
kann man ja ablesen
an den Zuweisungen der
Geldströme aus dem Risikostrukturausgleich,
in Deutschland
ist das so, in der Schweiz
funktioniert das System etwas anders,
aber an diesen
Zuweisungen, die sind
krankheitsbezogen, können wir ablesen,
woran leiden die Menschen
in Deutschland und in der Schweiz
ist es nicht anders.
Am häufigsten sind
gegenwärtig Ängste,
also Krankheiten, die als Angststörung
zum Vorschein kommen und Angst
macht natürlich auch körperliche Beschwerden
und Schmerzen. Am zweithäufigsten
sind Depressionen,
also Traurigkeiten.
Am drithäufigsten ist
der hohe Blutdruck und wir
Mediziner finden kein Organ,
in dem der hohe Blutdruck produziert wird.
Wir wissen, der hohe
Blutdruck kommt dann, wenn
Menschen in ihrem alltäglichen
Leben so unter Stress
sind, so in Anspruch
genommen, dass sie nicht mehr ein
und aus wissen. Ich selber weiß,
wenn ich mit Machtpolitikern
zu tun habe, die
Argumenten im Dialog völlig
unzugänglich sind, die gewissenlos
und gnadenlos ihre Macht
exekutieren, geht mein
Blutdruck auf über 200.
Das ist so.
Am viertäufigsten
ist das Rückenleiden,
der Rückenschmerz und auch das hat
nichts mit Bandscheiben zu tun, sondern
Rückenschmerzpatienten
sind erfolgreiche Menschen.
In deinem Buch steht, drei Viertel aller
Rückenleiden sind eigentlich seelische Natur
und nur ein Viertel ungefähr
körperlicher Verbrauch.
Also
diese Spaltung
zwischen Körper
oder Leib und Seele
und sozialen Verhältnissen
ist falsch.
Dieser Dualismus,
denkt das die Medizingeschichte,
hat die gesamte Heilkunde
in die Irre geführt.
Gen, wie wir Menschen auf die Welt
kommen, Person,
wie wir von klein bis groß
erwachsen werden, unser Leben
gestalten und soziale
Kultur, in welchen Lebenswelten
und Lebensräumen wir uns
aufhalten, all das
ist miteinander
vernetzt und verwoben
und bedingt sich wechselseitig.
Es geht gleich weiter, liebe Zuschauerinnen
und Zuschauer, aber wir möchten
an dieser Stelle Ihnen ein paar Highlights
aus einer ganz besonderen Sendung noch präsentieren.
Und wenn es Sie genauso begeistert,
wie es mich begeistert hat,
dann klicken Sie auf diese Sendung, schauen Sie
sich an und nehmen Sie diese Mitteilungen
mit. Alles Gute und bis ein anderes Mal.
Auf Wiedersehen miteinander.
Das ist eine Zeitbombe.
Wir haben jetzt schon in der Schweiz
eine Übersterblichkeit von 20%
im Schnitt.
Das wird sich deutlich erhöhen.
Und das sind keine besonders guten Aussichten.
Ich sehe Krankheitsbilder
seit zwei Jahren, die habe ich nie gesehen.
Das sind Krankheitsbilder in der
Kombination, die sind absolut
ungewöhnlich.
Also ich kann Schmerzen mit Aspirin
bekämpfen, aber auch
mit einer Veränderung des individuellen
Lebensglücks. Und wir müssen
immer entscheiden im Umgang mit
Menschen, wo setzen
wir an. Und das geht nur mit
den Menschen, nicht für sie.
Also ich kann keine Gesundheit liefern,
sondern kann nur mit dem
Menschen selbst auf den Weg
mich machen, was wir ein
gesundheitsförderlicher Weg für ihn.
Also dieses Zusammenspiel
von Gen, Person und Kultur
ist entscheidend.
Und wir können ganz klar
nach den Erkenntnissen der
Psychoneuroimmunologie heute sagen,
die Kultur ist
der grösste Krankheitstreiber.
Nicht das Organversagen.
Also Herzinfarkte...
Unsere Gesellschaft erkrankt
an der Kultur.
Ja.
Das gilt auch für Herzinfarkte.
Wir haben in Schleswig-Holstein
eine Mortalitätsrate,
also Tod durch Herzinfarkt
auf hunderttausend
Einwohner. Die liegt unter der Hälfte
dessen, was Brandenburg,
Sachsen-Anhalt oder
Sachsen hat. Und ich kann
diesen Unterschied um den Faktor 2
in der Herzinfarkthäufigkeit
nicht ungeschehen machen
mit Intensivmedizin. Nein.
Der Herzinfarkt ist das
Symptom des
Individuums, das sich in seinen
gesellschaftlichen Bezügen
und Beziehungen nicht mehr
aufgehoben, geborgen und sicher
fühlt. Also der Herzinfarkt wird häufiger,
wenn der Einzelne
verunsichert lebt und sich auf
seinen Nachbarn nicht mehr verlassen kann.
Und vor diesem Hintergrund können wir
den Herzinfarkt nicht mit mehr Medizin,
sondern nur
mit einer Bildung
weniger häufig machen,
wo Kinder in den
Schulen lernen, mit sozialen
Konflikten konstruktiv
und produktiv umzugehen.
Was wir heute erleben,
ist eine zerrissene Gesellschaft.
Bis hin zu Narzissmus, oder?
Ja, klar.
Es werden Feindbilder produziert.
Haben wir alles erlebt.
Corona hat die Symptome
sehr klar auf den Punkt
gebracht. Also das zerbrechende
soziale Bindegewebe
ist die stärkste
Krankheitswurzel. Also wir müssen
eine andere Kultur
des Miteinanderlebens entwickeln,
wenn wir weniger Krankheit haben wollen.
Wir brauchen nicht mehr Medizin,
sondern ein anderes Miteinander
zwischen den Menschen.
Jetzt hast du gerade diese vier Sachen gesagt.
Angst, Depression, Blut, Hochdruck und Rückenleiden.
Aber alle diese vier Dinge
kommen eigentlich
zum gleichen Schluss.
Es sind Symptome,
die an der Nahtstelle
Individuum Gesellschaft
entstehen. Also der Einzelne
in seinem Ring
um das Gemeinsame
entwickelt Symptome,
weil er das Gemeinsame nicht mehr findet.
Und
unser Wirtschaftssystem braucht
natürlich genau das. Es braucht
rivalisierende Konsumenten,
die im Haben leben.
Mir, mir, mir, mir.
Gesundheit entsteht aus dem Sein.
Ich bin
zufrieden mit mir und meiner Welt.
Ich kann mich auf meine
Nächsten verlassen. Ich bin mit mir,
meinen Liebsten,
mit meinem Dorf, mit meinem
Stadtteil, mit meiner Arbeit,
mit meiner Gesellschaft
und mit meiner Religion
im Reinen. Also ins
Reine kommen ist
der Weg, der von
Krankheit zu Gesundheit führt.
Die Engländer haben
dafür, wahrscheinlich weiß
das keiner, ist vielleicht auch nur ein Zufall,
ein wunderbares Gleichnis
entwickelt.
Illness ist die Krankheit
und Wellness ist
das Wohlbefinden.
Illness, ich.
Und Wellness,
wir. Also der Weg
vom Ich, vom Egoismus,
zum Wir, zum
Gemeinsamen, zu altruistischen
Lebenswelten,
das ist auch der Weg von
Krankheit zu mir, Gesundheit.
In der Zeit, als
du Ärztepräsident in Berlin warst,
Mauernfall, das eine System
bricht zusammen aus der DDR
und wurde vom westlichen
System adoptiert,
übernommen. Und du hast in deinem
Buch, ich habe das extra vorgängig
gelesen, weil mich tief beeindruckt hat,
Liebe statt Valium, alles
so schön dargelegt, die Vorteile des Westens,
die Vorteile des
Ostens. Und du hast
aber auch gesehen, wo
der Osten, also die DDR,
umfassbar stark Medizin gemacht hat.
Nämlich das, was du gerade gesagt hast,
dass die psychosomatische Behandlungsweise
nicht kommerziell orientiert.
Was nützt einem DDR-Arzt mehr
zu verdienen? Er kann es nicht ausgeben,
hast du so schön formuliert.
Dieses Supersystem
konntest du eigentlich fast nichts
erhalten durch diesen Zusammenbruch.
Aber du hast eigentlich dafür gekämpft.
Naja,
Karl Marx sprach vom Opium
für das Volk. Ich habe Valium
statt Liebe
gesagt, weil damals Valium
so das Beruhigungsmittel
für die Menschen in
Westdeutschland war. Heute würde ich
sagen, Liebe statt
Benzos, weil Benzodiazepine
bei jungen Leuten,
das ist, was man zu schlucken habe.
Damals beim Zusammenbruch
der Mauer kamen wir zusammen.
Wir hatten in Westdeutschland
eine kritische Medizinerbewegung, zu der
ich auch gehörte, die
Gesundheitsbewegung.
Die wollte eine sozialverantwortliche
Medizin und die
internationalen Ärzte zur
Verhütung des Atomkrieges, Ärzte
in sozialer Verantwortung,
IPPNW, hat auch viel
dazu beigetragen, dass die Mauer fallen
konnte. Wir haben
Papier für die Flugblätter
des neuen Forums
in den Osten gebracht
und ich war schon ein Jahr
vor dem Fall der Mauer mir ganz sicher,
dass die Mauer fallen wird, aber
sie wird dann fallen, wenn wir
zu einem neuen Mitarbeiter-Miteinander
zwischen Ost und West kommen.
Das ist nicht geglückt.
Die Mauer ist gefallen und so eine
sich selbst erfüllende Prophezeiung
als der regierende Bürgermeister,
das in der Abendschau in Berlin
im Fernsehen sagte, war sie noch nicht
offen. Aber alle sind zur Mauer
gelaufen und dann
haben wir es einem kleinen
Polizeiobermeister
in der Bornholmerstraße zu verdanken,
der für die Entscheidung gestellt
war, Schusswaffen
einzusetzen, die
Tränkenleute
beschießen oder den Schlagstock
hochmachen und er fand
niemand mehr. Das ganze ZK der SED
war abgetaucht
und dann hat er
den Schlagstock hochgenommen. Man hat
diesen Polizeiobermeister nicht
wirklich geehrt. Er hätte
das Bundesverdienstkreuz
wirklich verdient gehabt.
Und man hat auch nicht die Energie
der ostdeutschen Menschen
respektiert. Ich bin
in den Osten gefahren und dachte,
die Ärzte in Ostdeutschland
und die kritischen Ärzte
in Westdeutschland, wir sind ein Herz und eine
Seele. Wir bauen jetzt
ein Gesundheitswesen, das den
Menschen dient und nicht dem Kapital.
Das Gesundheit fördert
und nicht
Aktionärsgewinne und
Kapitalamortisation
organisiert. Ein Krankenhaus,
dessen Zweck es geworden ist,
Profit zu machen, kann nicht mehr
heilen.
Viele Ärzte
glauben ja heute,
dass das, was sich am besten
abrechnet, auch die beste Medizin
wäre und das ist eben nicht so.
Also wir sind in den Osten gegangen
und fanden gleichgesinnte Ärzte
und mit den Polikliniken
dort auch eine
Kooperationskultur zwischen
den Fachärzten, zwischen Hausärzten
und Allgemeinärzten.
Das war sinnvoll. Wir wollten
im Westen mit Gesundheitszentren
Vergleichbares erreichen
und ich habe dann Konzepte entwickelt,
wie man das ostdeutsche
Gesundheitswesen mit dem
Westdeutschen versöhnen könnte
und daraus eine
sozial integrierende
Medizinkultur entwickelt
und das hat die ostdeutschen Ärzte
begeistert. Also ich habe
nach der Wahl zur
Ärztekammer Berlin mit
über 66 Prozent der Stimmen
eine klare Mehrheit gehabt, weil
offensichtlich die
ostdeutschen Ärzte
verstanden werden wollten
und sie wollten auch eine
Medizin machen für die Menschen
und nicht für die Pharmaindustrie.
Aber es gab natürlich
unter den Ärzten dort auch
Parteibonsen, es gab
autoritäre Säcke unter
den Ärzten, die da in Spitzenposition
parteinah gekommen sind.
Die besten Polykliniken
waren die, die von Frauen
geleitet wurden, die nicht
Mitglied in der Partei waren
und vor diesem Hintergrund
habe ich auch in Ostdeutschland
einen Widerspruch gehabt zwischen
Staatstreue und
Menschentreue. Aber genau den
gleichen Widerspruch habe ich im Westen ja auch
zwischen Kapitaltreue
und Menschentreue
und für eine gewisse Zeit
gab es ein Fenster,
wo die
Ärzte, die für die Menschen
da sein wollen, eine Mehrheit
hatten, also die Kammerpräsidenten
in den ostdeutschen Ländern,
die waren in ihren
Denk- und Handlungswelten hier sehr
viel näher als die westdeutschen
Ärzte-Funktionäre
und vor diesem Hintergrund haben wir damals
eine Chance verpasst.
Hätten wir
das DDR-Gesundheitswesen
und das westdeutsche Gesundheitswesen
zu einem integrierten,
neuen, sozialdienlichen
Gesamtsystem entwickelt,
zu einem Gesundheitswesen,
das eben für die Menschen da ist
und nicht für andere Interessen,
dann würde
die AfD nicht in dieser Häufigkeit
gewählt, wie es gerade
wieder erlebt wird.
Viele Menschen reagieren
auf die gesellschaftliche
Krankheit der Vereinzelung,
der Konkurrenz, der Rivalität,
der ständigen Angst, ob man
die Miete noch bezahlen kann.
Ich kann es dir einfach auf den
Punkt bringen.
Eine gesunde Gesellschaft ist
die, in der Menschen,
die
andere Menschen pflegen und
für sie sorgen,
genauso gut bezahlt werden
wie Menschen, die Geld pflegen
und für die Geldformierung sorgen.
Und das ist bei uns nicht der Fall. Also haben wir
eine kränkende, krankmachende
Gesellschaft. Und das zu überwinden
ist die zentrale Herausforderung.
Also ein Gesundheitswesen,
das seiner Aufgabe gerecht wird,
muss die Wunden heilen, die
ein völlig entfesselter
Finanzkapitalismus täglich schlägt.
Darüber sollten wir vielleicht noch reden.
Gibt es den Weg überhaupt noch? Aber
bevor wir da reingehen, mich hat es fasziniert
zu lesen, wie die Medizin
dazu, als in der DDR,
der Psychosomatik,
diese ganzheitlichen
Betrachtungsweisen der Medizin
schon viel, viel zugänglicher waren
bzw. es gelebt haben.
Und hier in unserem westlichen
Modell, wie eigentlich das gar nicht so
kennen, sondern eigentlich primär nur
die Schulmedizin, die Reparaturmedizin
kennen. Und das war mir gar nicht
so bewusst.
Also in der DDR hatte man
ein Viertel den Markt der DDR
pro Kopf zur Verfügung im Vergleich
zu uns. Also es war ein
Gesundheitswesen materiell
ausgestattet wie das der Türkei
damals.
Aber vor diesem Hintergrund waren
die Ergebnisse des
ostdeutschen Gesundheitswesens beachtlich.
Nicht schlechter als
bei uns. Und
vor diesem
Hintergrund sahen wir,
wir hatten Ärzte, die waren gezwungen
wegen der Ressourcenknappheit
den fehlenden Geldmitteln
den ganzen Menschen
möglichst gesund zu halten. Und die
haben dann bio-psychosozial
schon gedacht. Aber auch
bei uns im Westen gab es
psychosomatische Medizin.
Wir haben Tore von
Hübsch, Kühlheim-Psychosomatiker, Horst-Eberhard
Richter, ein politisch denkender
Psychoanalytiker. Wir hatten
ganz, ich selbst habe mit
begründet, die Akademie
verintegrierte Medizin.
Also uns war bewusst und klar,
dass die Seele
den Leib beeinflusst.
Ein Kollege von mir, Helmut
Mills, hat mit Ilona Kickbusch
zwei Deutsche bei
der WHO
im Europabüro
die Ottawa-Konferenz
vorbereitet und den Text
der Ottawa-Charta entworfen.
Damals war die Weltgesundheitsorganisation
eine Speerspitze einer
Neuorientierung der Medizin und
der zentrale Satz
in der Ottawa-Charta lautet, also
die Voraussetzung für jede Gesundheit
ist Frieden, gute Wohnungen,
soziale Verhältnisse
in einzelnen Geborgenheiten,
aber Gesundheit
wird von den Menschen
selbst geschaffen und gelebt, dort
wo sie ihr Leben machen, wo
sie ihre Freizeit gestalten, ihre
Arbeit haben, wo sie sich
begegnen und sich lieben.
Gesundheit entsteht dadurch,
dass der Einzelne
für sich selbst, aber auch
für andere Sorge trägt, also wenn
ich für andere mich einsetze,
ist das eine Gesundheitskraft für mich.
Ich habe Vorteile davon.
Gesundheit entsteht dadurch,
dass die Gesellschaft, in der der Mensch
lebt, Verhältnisse
bereitstellt, die
gesundheitsförderlich sind und
den Einzelnen befähigt,
gesundheitsgerecht leben zu können
und genau das wird in
unseren Gesellschaften nicht
mehr praktiziert. Die Medizin
ist in Kapitalinteressen
unterworfen
und der einzelne Arzt, der ganzheitlich
biopsychosozial denkt,
ist auch materiell benachteiligt,
wird nicht respektiert und geachtet
und aus dieser
materialistischen Ideologie
muss die Medizin herausgeführt werden.
Auch im Osten hatte ich Ärzte,
die glaubten mehr an die Tabletten als an
den Menschen.
Sparen Sie sich Zeit beim Suchen und Recherchieren und
durchdauern Sie unsere ganzheitsmedizinische Datenbank
mit der integrierten Kaisana auf Wikisana.
Kaisana ist eine umfassende
Datenbank, in der alle Sendungen
unserer Gäste transkribiert und in die KI
überführt wurden, um sie bei ihren
individuellen Gesundheitsfragen zu unterstützen.
Und sie glaubten an
eine materielle Kultur.
Das war übrigens im Sozialismus
auch ganz eigen, dass sie sehr materialistisch
dachten und
spirituelle Orientierungen
eher mit Verdacht belegten.
Also wir müssen lernen,
den ganzen Menschen zu sehen
mit körperlichen, seelischen,
geistigen und spirituellen Bezügen.
Und
wenn wir das Gesundheitswesen
als Gegenpol
zum Egoismus
des Wirtschaftssystems
entwickeln,
das Gesundheitswesen mit altruistischer
Energie steuern
und managen, können wir
ein ausgeglichenes Verhältnis
von Wirtschaftssystem
und allgemeinem Wohl erreichen.
Denn also in der Schweiz
werden
10.000 Franken im Jahr
pro Mensch
für Gesundheitsversorgung ausgegeben.
Über 60 Prozent davon,
also 6.000 Franken,
werden von
den Leuten selbst abgegeben
in Versicherungssysteme. In Deutschland
sind
6.000 Euro,
die aufgewendet werden
und 2 Drittel, mehr als 2 Drittel
davon sind
Solidarabgaben der Bevölkerung
in Versicherungssysteme.
Und ich muss diese
Beiträge der Menschen
für die gemeinsame Gesundheitsversorgung
nicht Kapitalinteressen
unterwerfen. Das ist ein
Solidargeld. Das ist ein
Pflegegeld für
gesellschaftliche Gesundheit.
Und wenn ich dieses Pflegegeld
so investiere,
kann ich
ganz viel Vergeudung
vermeiden. 30 Prozent
der heutigen Geldmittel werden
für sinnentleerte Bürokratie,
Überwachung, Kontrolle,
Dokumentationspflichten
ausgegeben. Habe ich ein System,
in dem man Transparenz und
Offenheit hat und sich gegenseitig
vertrauen kann, schaffbar
und machbar, kann ich damit
bessere Pflege, bessere
Vergütung guter Ärzte
liefern. In der Schweiz
gibt es das schöne System von einem Namensvetter
im Übrigen begründet, Felix Huber
Medix. Die Medix
Netzwerke arbeiten
mit globalen Budgets
und sie arbeiten zielgerichtet
mit den Patienten für
mehr Gesundheit und haben
eine 20 Prozent höhere
Produktivität und sind auch 20
Prozent preiswerter, weil
in diesem System
weniger Misstrauen herrscht
und mehr Vertrauen besteht
und darum geht es. Gesunde Gesellschaften
sind Gesellschaften, die
Vertrauen fördern. Ich kann
komplexe Organisationssysteme
nicht mit Misstrauen
und Überwachung, Kontrolle,
sondern nur mit Vertrauen und
gegenseitiger Offenheit, also mit einer
Beziehungskultur steuern.
Das nun zu entwickeln, ist unsere
zentrale Aufgabe und tun wir
das, dann wird die AfD
nicht mehr gewählt, aber
die AfD wird ja
gewählt, weil die etablierte Politik
nicht Menschlichkeit, sondern
Macht ins Zentrum genommen hat
und wir brauchen eine politische Führung,
die die Menschen
zusammenführt, Spaltungen überwindet
und den
Einzelnen befähigt,
ein sinnvolles,
befriedigendes
und mit den anderen Menschen
kooperatives Leben führen zu können.
Der Kapitalismus
braucht eine verängstigte,
konsumgierige, süchtige Gesellschaft,
die immer glaubt,
mit noch mehr Produkten würde
mehr Glück kommen, das ist nicht so.
Man braucht für das eigene Glück nicht
mehr Geld, sondern
mehr Liebe.
So ist es. Ich möchte noch auf
einen Punkt ansprechen, wir haben
das Gesundheitswesen, das sehr stark
driftet, abdriftet, sehr einseitig
sich präsentiert,
aber es gibt auch so Perlen
und ich hatte letzte Woche Prof. Dr.
Harald Mattes bei mir,
aus der Klinik Havelhöhe,
wo tatsächlich
Ganzheitsmedizin betrieben wird
und die Kasse bezahlt das
und es ist kein Profitunternehmen
und macht trotzdem schwarze
Zahlen, aber es ist irgendwie so eine Vereinsstruktur
und er hat nur seinem Satz nebenbei
gesagt, da ist auch Elis E.
Huber involviert gewesen, dass das geglückt
ist. Erzähl mal darüber.
Naja, also
einmal
das, was geworden ist, habe ich
nicht gemacht. Ich war immer nur Sprachrohr
für Menschen, die was
wollten. Also ein Politiker
macht nicht das, was ist,
sondern ist die Projektionsfläche für
Hoffnungen, Wünsche,
aber auch für Ängste von Menschen
und meine Fähigkeit
war, das, was die Menschen wollen,
zu artikulieren,
auszusprechen, aber wenn ich
das kann, ist das ja eine Gnade
und nicht eine Leistung.
Und vor diesem Hintergrund
hatte ich das unendliche Glück, dass
Roland Berstorff, ein Arzt,
mit dem ich schon im
öffentlichen Gesundheitsdienst
1981 zusammengearbeitet hatte,
zu mir in die Ärztekammer kam,
war ärztlicher Geschäftsführer
und wir zusammen konnten
mit Herrn Mattes, damals
der jüngste Chefarzt einer Klinik
in Deutschland, und
anderen Ärzten zusammen, es war ein ganzes
Netzwerk, einen
politischen Spirit erzeugen
in Berlin, der die
Realisierung der
Gemeinschaftsklinik Havelhöhe
dieses anthroposophischen Krankenhauses
möglich gemacht hat. Ohne
die Ärztekammer Berlin wäre das
nicht geworden und wir sind glücklich
in Berlin, dass es dieses Krankenhaus
gibt. Und ich habe
kaum Menschen
erlebt, die dort
waren und nicht
zufriedener rausgekommen
sind, als sie hineingegangen
sind. Es
war der Traum einer
linken, alternativen
und anthroposophischen
Medizin, eine
Heilkultur der Menschlichkeit
zu entwickeln
und viele Ärzte, die in meiner
Gesundheitsbewegung der 80er
Jahre, als wir gegen den deutschen
Ärztetag, den ersten deutschen
Gesundheitstag stellten,
mittätig waren,
gingen nach Wittenherdecke und sie kamen
nach Berlin zurück und wir machten
diese Klinik. Und diese Klinik
ist wichtig, weil sie induktiv
auf andere Kliniken
ausstrahlt und sie bewegt
vergleichbar eine
innere Haltung einzunehmen
der ganzheitlichen Medizin.
Wir haben in Deutschland eine alte
Kultur, in der Schweiz im Übrigen auch,
von gemeinwohldienlichen,
gemeinnützigen Organisationen,
die Wohlfahrtsverbände.
Ich bin selbst seit
30 Jahren im Vorstand des
Paritätischen Wohlfahrtsverbandes,
ein riesen Netzwerk von
gemeinwohldienlichen Beratungs-
und Versorgungseinrichtungen
von der Kindertagesstätte
bis zur Klinik.
Darum geht es jetzt,
diese gemeinwohldienlichen
gesellschaftlichen Organisationen,
die zivilgesellschaftliche Selbstorganisation
zu stärken.
Nicht die Politik wird uns retten
und nicht das Kapital
und die Wirtschaft, sondern
eine selbstbewusste,
gesundheitsförderliche
Zivilgesellschaft,
die sich selbst organisiert.
Und das läuft auf der kommunalen Ebene,
in den Dörfern, in den Stadtteilen.
Da werden 80 Prozent der Dinge,
die der Mensch mit dem Staat zu tun hat,
geregelt gemacht.
Und dort muss die Politik
mir Macht hingeben.
Ich brauche eine dezentrale
Selbstorganisation mit einer
zentral dienenden Koordination.
Und wenn du mich jetzt
fragst, warum das?
Dann sage ich,
ich gucke doch hin, wie ein menschlicher
Organismus funktioniert.
Mein Gehirn.
Mein Gehirn ist kein Kanzler,
keine Controlling-Abteilung,
die ständig überprüft,
dass die Zellen ihre Arbeit richtig machen.
Ist auch kein Kaiser.
Mein Gehirn ist ein dienendes Organ.
Und wenn meine Fußzellen
dem Gehirn melden,
über das Nervensystem,
der Boden ist nass und schlüpfrig,
sagt mein Gehirn nicht,
ja, deiner Wahrnehmungsfähigkeit
traue ich nicht.
Ich muss ein Gutachten bei McKinsey
oder bei Boston Consulting bestellen,
um zu überprüfen, ob ich mich auf dich
verlassen kann. Nein, mein Gehirn sagt,
herzlichen Dank für die Information.
Ich sage allen anderen Zellen,
in allen Organen Bescheid,
damit die sich auf wackelige Verhältnisse
einstellen können.
Und dieses Gehirn ist ein dienendes
Führungsorgan, das nach Innenharmonie
herbeiführt
und nach außen das Individuum
in die Gesellschaft
integriert. Und das ist
eine Führungskultur, die wir jetzt
gesellschaftlich brauchen.
Was wir heute haben, sind machtgeile,
privilegien-süchtige
Persönlichkeiten, die in etablierten
Parteien das Sagen haben
und die verzweifelte
Bevölkerung wählt dann rechts oder links
radikal. Aber
die Verzweiflung ist
nachempfindbar. Man kann die gut
verstehen. Ich brauche
Politiker, die wieder dienen können und nicht
in ihren Machtprivilegien,
selbstgerecht.
Selber glauben sie seien was Besseres.
Also auch führende Menschen
sind nicht was Besseres als eine
einfache Postbote.
Ich kann doch gar nicht überleben, wenn ich
nicht Menschen habe, die
auch die Alltagsaufgaben
übernehmen. Also diese
Haltung
einer dienenden Führung
ist das, was eine gesunde
Gesellschaft braucht. Ob in der Schweiz,
in Österreich oder in Deutschland, ist überall
gleich. Also wir müssen
das gesellschaftliche System
angleichen an
biologische
Erfahrungswelten
und Albert Einstein
hat es auf die Frage
hat denn die Menschheit eine
Zukunft sehr schön
zusammengefasst.
Er sagte, ja,
aber nur dann hat die Menschheit
eine Zukunft, wenn jeder Mensch
auf dieser ganzen Erde
begreift, dass er mit
jedem anderen Menschen
untrennbar verbunden ist.
Also wir brauchen eine globale
Mitmenschlichkeitskultur, nicht
eine Kriegskultur. Und wir müssen
sehen, dass wir mit den Menschen
in Afrika und in Indien
und in China auch verbunden
sind. Und weiter
sagt Einstein und
der Mensch, der begreifter
Mensch, ich bin
Teil der Natur und sie gehört
mir nicht. Also ich muss begreifen,
ich bin eingebunden
in die natürlichen Lebensverhältnisse
und muss mich unterorten.
Heute denken viele Menschen,
wir seien die Herren über die Natur.
Das zu ändern
ist Aufgabe und
wir werden überleben,
wenn wir das tun und wir werden untergehen,
wenn wir es nicht tun, denn die Erde
braucht uns Menschen nicht.
Wir können aber nicht weiter wegstehen
von diesem Zitat von Einstein,
denke ich, weil wir sind ja wirklich
völlig auf der anderen Seite. Jeder ist
sich selbst am nächsten und wir leben in Angst
und Schrecken und das gemeinsame Wir
und Kultur gibt es immer weniger.
So scheint es mir zumindest.
Ja, also
gäbe es QS 124,
wenn es nicht
auch andere Welten gäbe.
Ich laufe durch die Länder
Österreich, Schweiz und Deutschland,
finde überall Lebensgemeinschaften,
kleine Projekte,
Menschen, die zusammenstehen, die auch
zusammenhalten. Ich habe eine
urdemokratische Kultur in der Schweiz.
Wir wollen sein
ein einzig Volk von Brüdern und
Schwestern. Wir wollen frei
sein, wie es die Väter und die Mütter
waren. Also
Es gibt
den Spirit
einer anderen
Kooperationskultur in den Bürgerschaften.
Wenn wir das nutzen, wenn
diese Netzwerke
zusammenfließen, wenn diese kleinen
Projekte sich ihrer Eigenmacht
bewusst werden, können wir
die Welt zum Besseren
verändern und im Gesundheitswesen
sind wir gar nicht machtlos.
Ich habe in Deutschland 500
Milliarden Euro Jahresvolumen,
in der Schweiz knapp 100
Milliarden Franken
Jahresvolumen.
Diese Mittel, eingesetzt
für Menschlichkeit, wird
unsere Gesellschaften
transformieren in ein besseres Leben.
Ja schon, ich bin ja voll
bei dir. Wenn die Bewegung von unten
nach oben ginge, würde das wahrscheinlich kommen,
aber noch ist die Machtstruktur von
oben nach unten ein bisschen geregelt
und der Joachim Marz hat mir mal
gesagt, wir haben doch eine
sehr normopathisch-narzisstische
Machtstruktur
und es wird sehr schwer sein,
diese, deren
normopathischen Denkweisen wirklich zum
Stürzen zu bringen, weil sie werden
kleben und die Macht nicht aus den
Händen lassen. Das ist doch klar.
Also
ich kenne Herrn Marz ja gut
aus Wendezeiten und
da ist ja vieles zusammengeschwungen
und
seine Analysen
sind völlig richtig.
Es ist nicht einfach,
die Welt zum Besseren zu führen
und es ist immer ein Kampf
und eine Herausforderung, aber was
ist denn die Alternative?
Also ich will lieber
im Kampf für eine bessere Welt
sterben, als verzweifelt
mein Leben dahinwerfen.
Es macht Sinn
an
die Menschen zu glauben und
dafür zu sorgen,
dass die politischen Führungen
die Menschen befreien
und nicht die Kapitalinteressen
uns nochmal zuzuspitzen
und
naja, gut
Martin Luther sagte, ich
pflanze heute ein Bäumchen, auch wenn
morgen die Welt untergeht. Das ist
in etwa die Haltung, die wir brauchen
und dann sehen wir ja,
es gibt Landstriche
auf dieser Welt, wo Menschen
überdurchschnittlich alt werden
und viele
über 100 Jahre alt sind,
da gibt es nicht mehr Tabletten, nicht bessere
Medizin, sondern es sind alte
Menschen, die in
ihrem Leben noch einen Sinn empfinden,
die sich bewegen,
die Bestandteil der
gesellschaftlichen Leben sind,
die auch eine Bedeutung
haben, also Sinn
und Bedeutung für Menschen
ist die zentrale Gesundheitskraft,
das wissen wir als Präventologen
ganz besonders gut
und deswegen müssen wir
an Sinnvolles
oder für Sinnvolles und Bedeutsames
beteiligen
aller Menschen in unserer
Gesellschaft sorgen.
Was ist denn die
Alternative? Ja klar, also
ich bin ja auch ein Positivdenker,
ich wollte es einfach nur auf den Punkt bringen,
aber das Beispiel Havel Höhe zum Beispiel,
das fasziniert mich so, weil das ist
ja wirklich eine Perle in ganz Deutschland,
die es geschafft hat,
wirklich alle Aspekte des
Lebens und auf den Blick auf die
Salutogenese in den Fokus zu bringen,
statt Schlaftabletten abends
gibt es Lavendelsalben
glaube ich, Fussmassagen, sowas hat
man ja gesagt und alles können sie gut
abrechnen, das ist ein Wunder
und ist es denkbar,
dass solche Perlen
wie Havel Höhe sich irgendwo
auch in ganz Deutschland wieder
ausweiten können und eben auch
von den Kassen anerkannt werden,
das ist ja die Schnittstelle.
Es gibt
mehrere solcher Perlen in ganz Deutschland,
also ich kann eine ganze Reihe
Krankenhäuser, katholische,
evangelische, freigemeinnützige,
paritätische Organisationen
aufzählen, also die Energie
ist da und das Geld ist auch
da.
Ich habe
das Geld, was die Menschen
abgeben, ja als globales Budget
zur Versorgung der Bevölkerung
zur Verfügung und die Medix Gruppe hat
in der Schweiz gezeigt, dass das auch
machbar ist und geht und wir haben
selbst in Amerika vergleichbare
Beispiele, die Mayo Kliniken
oder Kaisers Permanente,
das sind Organisationen,
die gemeinnützig, gemeinwohldienlich
gemanagt werden und wo Versicherung
und Versorgung aus einer Hand
kommt. Also wir müssen
diese Spaltung zwischen Krankenkasse
und Versorgungsverantwortung
überwinden und gemeinsam
für eine
ökonomisch
sinnvolle und ressourcensparende
Gesamtversorgung
eintreten.
Schwierig ist das, weil auf der
Kassenseite zwanghafte
machtbewusste
Geldverwalter sitzen und
auf der Ärztesseite
unreflektierte
Ärzte
und Ärztinnen, die immer
mehr Geld haben wollen.
Wir Ärzte haben den Auftrag
für die individuelle
Gesundheit und die Gesundheit der gesamten
Bevölkerung zu sorgen.
Das sagt die Berufsordnung,
auch die ganzen ethischen Vorgaben
für die ärztliche Berufstätigkeit.
Also wir müssen mitdenken,
ob die Geldmittel, die die Menschen
abgeben in die Krankenversicherung
vernünftig eingesetzt
werden. Also nicht gierig
nach Geld, sondern
verantwortungsbewusst im Umgang
mit den Mitteln das Gesundheitswesen
gestalten, mit den
Kassen. Aber wenn wir Ärzte
für Staat und Gesellschaft treten und sagen,
wir übernehmen die ökonomische
Gesamtverantwortung für das Gesundheitswesen
der Schweiz oder das Gesundheitswesen
Österreichs oder
das Gesundheitswesen von Deutschland,
dann sind Kassen eigentlich
überflüssig, weil die
Geldmittel von Gehaltskonten runterzubuchen,
das macht heute der Computer.
Also es geht um eine
Integration von ökonomischer
und versorgungspolitischer
Verantwortung. Und
machen wir das, kommen wir aus dem
heutigen Schlamassel raus.
Ich bin mir nicht sicher, dass
es gemacht wird, weil ich jetzt wenig
Politiker denke, die vernünftig
kenne, die vernünftig
denken. Aber
wir müssen uns bemühen.
Ja, also du
glaubst nach wie vor so richtig stark
an die Menschheit, das habe ich in deinem Buch schon
gelesen. Du hast dir
geschildert, was auch alles passiert ist,
was du alles versucht hast
und dann ging es doch nicht
und 20 Jahre später
sitzt du da und bist immer noch voller
Optimismus, dass wir es doch noch hinkriegen.
Moment mal, ich
glaube nicht an die Menschen in diesem
Sinne, sondern ich weiß,
dass
Menschen auf die
Welt kommen,
fähig zur Kooperation,
neugierig und
auf andere Menschen bezogen.
Also wir sind genetisch
auf Kooperation mit
Menschlichkeit und Friedlichkeit
programmiert. Es
sind die Kulturen, die Menschen
so umerziehen,
dass sie plötzlich Feinde sehen
und Feindbilder produzieren.
Wenn wir das Leben
retten wollen
und wenn die Menschheit überleben
will, muss sie
menschlicher werden. Tut sie das nicht,
wird sie untergehen.
Ich kann natürlich heute in meinem Alter
gelassen sagen, ich werde es nicht mehr
erleben, wenn die Katastrophe kommt.
Ich kann sie nicht ausschließen, aber
ich werde immer dafür sorgen wollen,
dass wir alle gemeinsam
alles dafür tun, dass sie
nicht kommt, die grosse Katastrophe.
Siehst du eine gewisse
Wende, dass die
Psychoneuroimmunologie, Psychosomatik
wieder mehr
in den Fokus gerät, das heisst auch
wirklich die seelischen Anteile,
die Ursachen von vielen gesundheitlichen
Problemen, dass die auch
innerhalb der Schulmedizin
selbst oder auch in Universitätslehren
mehr reflektiert
und dargestellt werden?
Ja klar, wir brauchen eine
praktische
Psychoneuroimmunologie,
also eine ganzheitliche Medizin.
Was wir heute haben,
ist kulturhistorisches
Ergebnis. Die Medizin
wurde vor 150 Jahren
gespalten, aber schon
der Nester der
Schulmedizin Rudolf Virchow
glaubte an
die sozialen Verhältnisse und
hat sie verändert, von der
Fleischbeschau bis zu den Turnhallen
war er als Politiker
mitverantwortlich und von ihm stammt
der Satz,
der Körper besteht
aus autonomen Zellen,
die eingebunden sind in einen
republikanischen Zellenstaat und der
gesamte Körper ist mehr als die Summe
der Zellen und er sagte, der
Bürger in einer freien Gesellschaft
ist eingebunden in sein
Gemeinwesen, das Gemeinwesen
ist mehr als der Einzelne
für sich allein.
Und die Psychoneuroimmunologie
führt nun
die Entwicklungsstränge, also
von Berlin aus sind Menschen
nach Wien gegangen, dort gab es
Sigmund Freud, es gibt eine
große weltweite Kultur
der Psychotherapie,
der psychoanalytischen Erkenntniswelt,
es gibt
soziale Entwicklungsprozesse,
die Psychoneuroimmunologie führt
das wieder zusammen und wir lernen
wissenschaftlich fundiert
ganzheitliche Heilkunde zu realisieren,
die wird aber
mit den Menschen
und nicht für sie erfolgen.
Die Zeit ist
da, der Herzinfarkt
in einer mechanistischen Kultur
der Industriegesellschaft
versteht das Herz als Pumpe
mit verstopften Röhren, entwickelt
Arzneimittel und
Apparaturen, die die Röhren
wieder aufbohren.
Der Herzinfarkt in einer Kommunikationsgesellschaft
wird verstanden
als Beziehungskonflikt,
als Symptom, dass der einzelne
Mensch mit der Gesellschaft
nicht mehr zurande kommt und wir verändern
dann das Zusammenwirken.
Also diese ganzheitliche Sichtweise
ist
das, was die
Menschen in unseren europäischen
Gesellschaften brauchen, oder
es politisch ausgedrückt,
wir haben die katholische
Soziallehre, was der einzelne
kann, darf der Staat ihm nicht
wegnehmen, Subsidiaritätsprinzip
und die Solidarität
der Arbeiterbewegung, also
subsidiäre Solidarität
auf kommunaler Ebene müssen
wir herbeiführen und wir sollten
den mit vielen Schmerzen,
mit vielen kriegerischen Erfahrungen
geboren europäischen Humanismus
respektieren, ernst
nehmen, dort ist die
Wegweisung, selbst der
Dalai Lama sagt, nicht die
Religion, über allen Religionen
stehen die Werte der
Menschlichkeit, also eine globale
Menschlichkeit als politische
Vision ist vielfach
artikuliert worden von Mahatma
Gandhi bis zu Nelson
Mandela, im Moment
haben wir die Politiker nicht, die es tun,
aber das ist die Lösung.
Wir haben kein Geld dafür, wir brauchen
Waffen. Na gut,
wir haben ja eine Außenministerin,
die sagt, Panzer retten Leben,
wir können unsere Krankenhäuser doch
Panzer ersetzen,
das sieht man, wie
verrückt Politiker denken, die
denken archaisch, Kinder
in Sandkasten
spielen um Macht,
aber Sandkasten sind natürlich
Waffenarsenale, also es sind ganz
archaische Emotionalitäten,
Hass,
man produziert es böse,
Herr Putin ist
nicht als Verbrecher und
kriegslüsterner Mensch
auf die Welt gekommen, und
dass im Westen plötzlich die
Kriegslüsternheit, also wir müssen
kriegstauglich werden,
das ist ja
ein Verdrängen aller
Erfahrungen, die unsere Mütter und
Väter gemacht haben, nach dem
Zweiten Weltkrieg war
das Empfinden nie wieder
da, nie wieder
Krieg,
und vor diesem Hintergrund
brauchen wir auch in
Europa, um
der Gesundheit der Menschen willen,
eine
Friedensoffensive
und
wir hatten
engen Kontakt über die IPPNW
zu Herrn
Gorbatschow, Herr Gorbatschow
war beseelt
davon, eine europäische
Friedensordnung zu errichten
unter Einbezug von Russland
und er hat uns
immer gesagt, der Westen hat mich
im Stich gelassen,
ich hab euch im Westen
vertraut, ich wollte das
europäische Haus gemeinsam
mit euch bauen,
und man hat nicht mitgemacht,
man hat machtpolitisch auf die
Rohstoffe Russlands gegiert,
und er hat deswegen
Putin auch nie kritisiert
und es von der eigenen Bevölkerung
dann fallen gelassen worden,
weil ihm das nicht
gegeben wurde, was er hätte
bekommen müssen,
und hätten wir damals eine Art
Marshallplan für die russische Bevölkerung
gemacht, hätten wir heute
ein blühendes und friedliches Europa,
jetzt haben wir Krieg.
Aber es sind unsere gemeinsamen Versäumnisse,
die dahin geführt haben,
und wir werden aus diesem
Schlamassel, aus dieser Sackgasse
nicht rauskommen, indem wir
noch mehr Krieg produzieren,
sondern nur, indem wir auch
selbstbesinnend,
bescheidener werden,
und die Hand ausstrecken und verhandeln.
Alle Kriege sind so
beendet worden, und Nelson Mandela
ist ein Beispiel dafür,
dass man selbst im Gefängnis
seine politischen Feinde
nicht verteufeln
und totschlagen will,
sondern sie als
Bündnispartner für eine bessere
gemeinsame Welt findet.
Und es geht nie immer gut,
das ist immer ein Auf und Ab,
zu glauben, dass eine gradlinige
Bewegung von schlecht zu gut gäbe,
ist falsch.
Es ist ein ewiges Ringen,
es wird immer um ein nachhaltiges
Bemühen von gutem Miteinander,
von Menschlichkeit
und von Frieden
in unseren Ländern global
Bevor die Sendung gelaufen ist
und wir noch draussen gesessen sind
und einen Kaffee getrunken haben,
hast du noch erzählt,
was uns fehlt ist letztendlich
ein Ziel, ein Glaube,
eine Aufgabe, Vertrauen.
Und dann hattest du
das Kathedrale
als Bild
gezeichnet,
was eigentlich alles möglich ist,
wenn man einfach ein Ziel hat,
an das man glauben darf
oder hoffnungsvoll daran arbeiten.
Aber im Moment haben wir auch keine Hoffnung mehr.
Ich denke,
viele Leute orientieren sich
ja nur an einem Materialismus.
KiKA,
die Kinder müssen möglichst schnell
weg aus der Familie.
Es wird so viel an der Kultur kaputt gemacht.
Eigentlich genau das, was
uns gesund erhaltet,
wird total kaputt gemacht.
Von A bis Z.
Wir sind eine Leistungsgesellschaft
und müssen eine Show nach aussen
darstellen, die den wahren
Kern des Menschen und das Vertrauen
ins Menschliche immer mehr
verloren geht.
Wir sind konsumsüchtig,
spielsüchtig,
alkoholsüchtig.
Diese Gesellschaft ist
verludert.
Sie hat
den sozialen Wert
vergessen.
Wir haben
das Geld zur Gottheit erhoben.
Wir glauben nur noch an Geld.
Und eine Gesellschaft,
die Geld zum Maßstab macht,
verliert ihre Eigenwerte.
Geld ist ein Mittel.
Ich muss das Geld unterordnen
und muss das Mittel
als
Mittel benutzen.
Wer da glaubt, dass Geld
uns rettet und
der Besitz, der ist verrückt.
Das ist eine Krankheit.
Das ist eine individuelle Krankheit,
der Glaube ans Geld.
Wir brauchen ein Wissen,
dass wir zusammen als Menschen
besser leben können
als jeder für sich allein.
Aber das kann
das jetzige Wirtschaftssystem
nicht brauchen.
Das jetzige Wirtschaftssystem
braucht verängstigte,
willenlose, gierige Konsumenten.
Das ist aber nicht Gesundheit.
Also sage ich, lasst uns
das Gesundheitswesen
rausziehen aus den Interessen
des Kapitals und lasst uns
das Gesundheitswesen
als soziale Kultur,
als Gemeinwohlökonomie
neu konzipieren.
Mit Nutzung moderner
Kommunikationstechnologie,
nicht mit ihrer Verträufelung.
Das ist eine Art soziales Nervengewebe.
Wir brauchen eine altruistische
Gegenwelt
zu dem, was wir jetzt erleben.
Wie Ying und Yang brauche ich
einen Ausgleich und das Gesundheitswesen
gibt uns die Chance
und die Möglichkeiten,
auch materiellen Möglichkeiten,
diese Kulturen zu heilen
und neu zu orientieren.
Ich möchte eine Klammer aufmachen,
jetzt aber nicht auf das Corona-Thema eingehen,
aber man sieht ja heutzutage auch Tendenzen,
dass wenn ein Arzt ganzheitlich
agiert,
dass er sehr schnell auch
unter Beschuss gerät.
Er wird diffamiert, diskreditiert,
er wird schlecht gemacht und zack,
man weiss Gott, was wieder am Hals.
Er behandelt Menschen jetzt nicht mit einer
Injektion, sondern behandelt Menschen
wieder anders oder nimmt noch die Psyche
mit ein, seelische Anteile.
Ich sehe einfach auch hier,
dass die ganze Schulmedizin extrem
gegen die
Ganzheitsmedizin agiert.
Homöopathie als kleines Beispiel
wird ja jetzt auch in Deutschland
als ethisch
fragwürdig betrachtet,
zumindest von der Ärztekammer, oder?
Du musst mich korrigieren.
Wahrscheinlich kommt auch noch Bachblüten
und Schüsselsalze irgendwann dort hinein.
Ich sehe einfach hier die Tendenzen,
es gibt nur noch die einzig wahre Medizin
und dass sie aus Doppelblind, Placebo
randomisiert seien und alles andere
wird es schwierig haben,
weil es ist Fake News.
Die Ärztekammer unter meiner Führung hatte
eine Beauftragte für homöopathische
Medizin. Ich hatte auch einen
Beauftragten für indische Medizin.
Das hat alles
Sinn gemacht.
Wir müssen das
sowohl als auch respektieren.
Also dieser Dogmatismus,
das ist wahr, das ist falsch,
das ist gut, das ist böse.
Blödsinn, oder?
Das ist Blödsinn, das ist auch
weltfremd und lebensfremd.
Wir brauchen
Toleranz, Offenheit,
Pluralismus.
Das sind die zentralen
gesundheitsförderlichen Werte
und wir können damit auch leben.
Der Krieg gegen die
Homöopathie ist ja die Abwehr
der Angst
der etablierten Medizin, dass sie
mit den Krankheiten völlig überfordert
ist. Also so viel
Heilkunst ist da
nicht vorhanden. Wir erleben ja
sehr viel mehr Hilflosigkeit
und
Karl Rahner, ein
katholischer Moral-Theologe, hat
diesen Dogmatismus gut auf den Punkt
gebracht. Er sagte, Dokten
sind wie
Straßenlaternen.
Sie geben Licht in dunkler Nacht,
aber nur
Betrunkene halten sich daran fest.
Also dieser Dogmatismus
ist immer das Symptom
einer inneren Unsicherheit.
Also die gesamte Schulmedizin
ist voller
narzisstisch gestörter Menschen, die ihre
innere Unsicherheit mit
Machtgehabe und dogmatischen
Heilslehren abwehren wollen.
Seid tolerant.
Seid offen.
Seid pluralistisch.
Freut euch über die unterschiedlichen
Möglichkeiten. In jedem
Guten ist auch was Böses
versteckt. In jedem Böses gibt es
auch was Gutes. Und ich habe als
Politiker gelernt, meine
politischen Gegner nicht als Feinde,
sondern als Menschen
zu sehen, die selber
auch etwas Gutes wollen. Und so
im Dialog mit ihnen
kamen neue
Realitäten zum Vorschein.
Es können grüne Politiker
mit CDU-Politikern zu einer
gemeinsamen Realitätssicht kommen.
Was wir heute haben,
ist ein Realitätsdogmatismus
der Schulmedizin. Den
zu öffnen, wird auch die Schulmedizin
befreien und die alternative
Medizin, die ganzheitliche
Medizin, mit einer neuen Bedeutung
ausstatten. Aber
augenblicklich ist die Angst im Vordergrund.
Ich freue mich, dass es
in Italien eine Virologin
gab, Ilaria Capua.
Ohne sie hätte Herr
Drosten gar nicht seinen PCR-Test
entwickeln können. Sie hat damals
beim Vogelgrippe-Virus
die DNA-Sequenzen
entwickelt, ist weltweit bekannt.
Und sie sagt,
Corona ist kein
Killer-Virus. Es
ist ein
Zeichen für unsere
Welt. Es taucht jetzt
auf, es ist ein Symptom
für eine Art
kontaktreiche Beziehungslosigkeit.
Also Corona spiegelt
unserer Gesellschaft ihre eigenen
Widersprüche und wir sollten
von diesem Virus lernen.
Es ist die Botschaft von Mutter
Natur an uns Menschen,
respektiert und achtet
die natürlichen Lebenswelten
und
respektiert, dass ihr
zur Natur gehört und diese
euch eben nicht gehört.
Also das ist die Botschaft
des Coronavirus. Es ist
ein Menethekel.
Es ist eine Art Katharsis.
Wir sollten die Lehren daraus
ziehen und mehr Menschlichkeit,
nicht mehr Impfungen, ist
die Hilfe gegen das Virus.
Das haben die Alten, Robert Koch,
Rudolf Wilchow, Louis Pasteur
schon gesagt. Der Krankheitserreger
ist nichts. Der Mensch
mit seinem Immunsystem und die
Kultur mit ihrer Abwehr,
Energie, ist alles.
Nicht der Krankheitserreger
macht die Krankheit, sondern das gesamte
Gewebe führt dazu,
dass die Gesundheit verteidigt wird oder die
Krankheit kommt. Und auch in Deutschland
hatten wir während der Corona-Pandemie
mehr Todesfälle durch andere
Infektionen als durch Corona.
Das hat man den Leuten noch nicht
gesagt. Man hat sie in eine
Angstpanik getrieben.
Das war machtpolitisches Versäumnis.
Ich kannte die ganze
Emotionalität aus der
Zeit der
HIV-Aids-Pandemie.
Damals hatte ich genau die gleichen
Ängste und auch die Ärzte meinten, wir müssen
alle Menschen testen, wir müssen
dingfest machen, wer schwul
und wer hetero ist.
Wir haben damals gekämpft
für Freiheit und haben mit den
schwulen Bevölkerungsgruppen
zusammen eine
Bewältigungskultur von
HIV-Aids
erarbeitet
und dann auch praktisch umgesetzt.
Das Glück war, wir hatten
Rita Süssmuth
als Gesundheitsministerin und
die hat als CDU-Politikerin
mit den Alternativen
kooperiert. Wir haben
zusammengehalten und zusammengewirkt.
Parallel dazu gab es Horst Seehofer
und
CSU-Politiker.
Die wollten damals schon die
Großsätzigen in Heimen konzentrieren.
Genau diese Fantasien
waren wieder da. Wir müssen die Menschen
einsperren, also die
infektiösen
absondern, abgrenzen.
Das war verrückt.
Es fehlte jemand wie
Frau Süssmuth, die
eine vernünftige Reaktion
auf die Infektionsgefahr
unter Corona
kommuniziert und artikuliert hätte.
Ich muss die Menschen befähigen
mit dem Virus sinnvoll
umzugehen. Ich darf sie nicht verängstigen,
denn Angst zerstört ihr individuelles
Immunsystem und damit
wird die Infektionsgefahr grösser.
Ich glaube, in
das Thema tauchen wir später nochmals ein.
Vielleicht hast du auch noch ein oder zwei Zeilen
zu den RKI-Fails zu erzählen,
die da auch veröffentlicht
wurden. Aber das ist
vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt
nochmals wichtig.
Die RKI-Fails
sagen das, was wir alle
bereits wussten. Wir sollten auch
aufhören auf der Seite
der Corona-Skeptiker
und der Queerdenker,
mich hat man immer als Queerdenker beschimpft,
das war mal positiv konnotiert,
die anderen zu verteufeln.
Auch wir haben Fehler
gemacht und ich darf
nicht die verängstigten
Politiker, die falsch handeln,
zu Verbrecher stempeln, es sind eher
hilflose Menschen. Wenn ich hilflose
Menschen annehme, komme ich auch zu anderen
Ergebnissen und Konzepten.
Auch auf unserer Seite gibt es
die Notwendigkeit
des achtsamen
Versöhens. Ich bin ja auch für achtsames
Versöhnen absolut und keine Steine
werfen, Fehler werden gemacht, aber man dürfte
wenigstens darüber kommunizieren.
In der Schweiz ist zum Beispiel der Medien-
Ombudsmann hat Klage
im Schweizer Fernsehen eingereicht, weil
nicht kommuniziert wird über die RKI-Fails.
Ist doch auch interessant.
Ich meine, das ist Zensur,
wenn man wirklich nur eine Seite bringt
und die andere nicht zur Aufarbeitung von
Sachen.
Aber dafür gibt es QS24.
Ja, ja.
Natürlich muss man damit rechnen, dass die
Staatsmacht alle Hebel in Bewegung
setzt, auch die Medien in Griff
nimmt, um eine
dogmatische, einseitige Welt
zu zementieren und dann werden wir
Gegenwelten entwickeln.
Mein politisches Leben war davon
gesehlt, dass ich nicht mit
Anklagen und Demonstrationen, sondern
mit Gegenwelten, die besser sind,
reagiert habe.
Ich bin mächtig, wenn ich Lösungen
organisiere und ich bin ohnmächtig,
wenn ich die Mächtigen bekriege.
Danke, ganz herzlich.
Dr. Elis Huber war das für Sie,
liebe Zuschauerinnen und Zuschauer.
Sie sehen es, es ist einfach
unfassbar schön, ihm zuzuhören.
Jedes Wort sitzt.
Diese Zitate, die ich immer wieder gehört habe,
gehen mir total ins Herz.
Es ist immer wieder zielorientiert.
Es war mir eine Ehre, Ihnen dieses
Interview heute schenken zu dürfen.
Ich wünsche Ihnen alles Gute. Bis ein anderes Mal
und auf Wiedersehen miteinander.
Herzlichen Dank fürs Schauen des Schweizer Gesundheitsfernsehens
QS24. Bitte gehen Sie auch
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der weiteren Verbreitung von unserem Sender.
Hier eine Auswahl für Sie zusammengestellt.
Viel Spass. Alles Gute, bis ein anderes Mal.
Auf Wiedersehen miteinander.