Im Restaurant Kesselhaus werden die Vorspeisen serviert. Statt des Vitello tonnato gibt es hier der "Tonnello vitato": Thunfisch mit Kalbfleischsoße. Kommt die Eigenkreation gut an?
„Mein Lokal, Dein Lokal“ stellt fünf sympathische Restaurantbesitzer mit ihren Lokalitäten vor und lässt diese gegeneinander antreten - aber nicht auf dem normalen Weg. Die Restaurantbesitzer lassen sich als Gast in vier weiteren Restaurants verwöhnen und nehmen die anderen Betriebe unter die Lupe. Im Gegenzug müssten Sie natürlich auch die anderen Teilnehmer für einen Besuch in Ihren Betrieb einchecken und Ihr Essen und Restaurant testen lassen. Wo der normale Gast in einem Restaurant vielleicht nur auf den vollen Teller achtet, wissen die Profis genau, worauf es ankommt: Geschmack, Service, Atmosphäre, Sauberkeit, ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis und natürlich das Gesamtkonzept. Außerdem ist der Profikoch Mike Süsser mit an Bord und gibt seine Bewertung ab.
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Die Konkurrenz zu Gast bei der Grand Damme der Bad Uracher Gastronomie.
Die Anja greift auf einige Jahre Berufserfahrung zurück.
Kompetenz hat sie schon die letzten 2 Tage gezeigt.
Da denke ich schon, dass da was Gutes zustande kommt.
Da bin ich ziemlich sicher sogar.
Herzlich willkommen.
Mein Mann Michael, den kennt ihr noch nicht.
Herzlich willkommen, freut mich, dass ihr da seid.
Ein Aperitif, immer ne gute Idee.
Geht gern schon mal ins Restaurant, ich komm gleich zu euch.
Wir zeigen heute, wie Leidenschaft gut schmecken kann.
Dann lasse die Spiele beginnen.
Und wie ist euer 1. Eindruck von Anjas Kesselhaus?
Sieht für mich schlicht elegant aus.
Wenn man reinkommt, schon mit ne Geschichte.
Die Innenerreichtum ist so modern.
Aber hier trifft das Moderne und das Urige.
Das gefällt mir richtig gut.
Von außen schlicht einfach.
Aber desto mehr ist man überrascht, wenn man reinkommt.
Ja, das stimmt absolut.
Mal schauen, ob die Karte Anjas Hang zum Understatement unterstreicht.
Ich finde die Speisekarte schlicht, elegant, übersichtlich.
Gefällt mir gut.
Ich finde auch den Umschlag von der Speisekarte recht schön
mit dem Logo vorne drauf.
Erst mal außen nix Aufregendes.
Wirklich so ein bisschen James-Bond-Schwarz.
Dann schlagen wir auf.
Und da wirds witzig.
Der setzt tatsächlich das Steinniveau
vielleicht noch mal ein bisschen höher.
Mal gucken.
Gestern haben sicherlich, nicht nur ich, alle schon mal gedacht,
Pascal und Marcel, die haben jetzt einen vorgelegt.
40 Punkte haben die gemacht.
Und dann schaust du in die Speisekarte.
Und dann, muss ich sagen, hat Roman hier die richtige Einschätzung.
Das könnte ne enge Kiste werden.
Kann Michael die hohen Erwartungen erfüllen?
Hi.
Schön, dass du da bist.
Ich freu mich.
Wir machen die Vorspeisen zusammen.
Ja, wir machen die Vorspeisen zusammen.
Und zwar hab ich mir heute was ganz Schönes einfallen lassen.
Und zwar machen wir ein Tonnello Vittato.
Normalerweise heißt es ja Vitello Tonnato.
Kalbsfleischscheibe, zartrosa gegart, hauchdünn aufgelegt.
Thunfischsoße obendrauf.
Wenn ich Tonnello Vittato höre,
dann denke ich, dass die Komponenten umgedreht sind.
1. Schritt, Kalbfleisch in Würfel schneiden.
Und wie gehts dann weiter?
Ich hab hier ne Gemüsebrühe vorbereitet.
Und da machen wir unser Fleisch dort mit rein.
Dicht gefolgt von einem Lorbeerblatt.
Wie beim Vitello Tonnato ist da auch Kapern mit drin.
Die kochen wir hier auch schon gleich ein bisschen mit,
damit die schon ein bisschen Aroma direkt ans Fleisch abgeben.
Wenn das nach 1 h gekocht hat, nehmen wir das Fleisch raus
und lassen beides, sowohl den Fond als auch das Fleisch, abkühlen.
Das hab ich hier schon mal vorbereitet.
Das sieht nachher genau so aus.
Und das Fleisch, bleibt das jetzt so oder wird das...
Nee, das Fleisch, das arbeiten wir jetzt weiter,
das werden wir jetzt pürieren.
Wir werden da jetzt ne Art Mayonnaise herstellen.
Wer macht ne Mayonnaise, da brauchen wir natürlich Eigelb.
Hier anstelle des Thunfisch nimmt er Kalbfleisch
und zieht sich ne Emulsion hoch.
Fehlen noch Essig, mittelscharfer Senf, Zitronenabrieb, Salz und Pfeffer.
Jetzt lassen wir dort langsam Rapsöl einlaufen.
Dann müsstest du sagen, das Ei und die Komponenten miteinander verbinden.
Mit Betonung auf langsam, damit die Emulsion nicht gerinnt.
Da das Ganze ein bisschen zu dick ist, nehmen wir jetzt noch den Fond.
Damit können wir die Soße noch ein bisschen sämiger machen.
Sieht man jetzt hier, hat ne schöne Bindung bekommen.
Da haben wir jetzt das Fleisch und den Fond und die Kapern mit drin.
Das ist wie ne klassische Vitello-Soße,
nur dass es nicht mit Thunfisch, sondern mit Kalbfleisch gemacht wurde.
Riecht sehr gut.
Komplett alles verwendet, Brühe, Kapern.
Die Soße schaut genauso aus, wie es eigentlich die Thunfischsoße wäre.
Die Soße sah ganz cremig aus, fein.
Ich hätte nicht gedacht,
dass das Fleisch mit da drin so schön verarbeitet ist.
Was so ein hochmotorischer Mixer alles schafft.
So, und zwar habe ich hier jetzt einen wunderbaren Thunfisch besorgt.
Wow, sieht schick aus.
Yellowfin, Topqualität.
Den müssen wir jetzt zuschneiden.
Yellowfin-Thunfisch, gelbflossen Thunfisch-Übersetzung.
Den gibts eigentlich überall, außer im Mittelmeer.
Das ist die Portion, die es nachher auf den Teller gibt.
Gut, also tolle Qualität.
Ein geiles Stück, hätte ich jetzt gern.
Ein bisschen Salz, ein bisschen Pfeffer und ab auf die Sesamstraße.
Jetzt nehmen wir unseren Thunfisch
und tunken den einmal hier in den weißen Sesam ein.
Auf der anderen Seite auch.
Von der Seite auch noch im Schwarzen.
So, haben wir jetzt einmal schön das Muster rundherum.
Den braten wir jetzt an.
Idee ist klasse, das wird gefallen, schätze ich mal.
Angebraten wird der Thunfisch in neutralem Rapsöl.
Da du ja Sesamöl benutzt, warum kann man da kein Sesamöl verwenden?
Weil bei dem Sesamöl mir einfach auch die Gefahr zu groß wäre,
dass es verbrennen würde.
Jetzt müssen wir das einmal kurz von allen Seiten anbraten.
Wir haben bei uns ja auch Sushi, dann kenne ich auch das mit dem Thunfisch.
Aber in dieser Art, in der Pfanne angebraten, kenne ich noch nicht.
Bei uns wird der Thunfisch nur, wenn dann flambiert.
Ich glaube, dass die Tzuyu hier ein bisschen was verwechselt.
Flambieren hat sie jetzt gesagt, ich glaube, sie meint Flemmen.
Das macht man jetzt hier in diesem Fall nicht.
Da bremt uns ja der Sesam gleich weg.
Jetzt ist schon eigentlich fertig, das reicht schon.
Jetzt können wir hier auch schon umdrehen.
Dann sieht man jetzt hier auch schön,
wie hier schon leicht der Thunfisch angegart ist.
Aber wir wollen ihn ja wirklich innen drin noch roh haben,
weil er wirklich eine Topqualität hat.
Danke dir, dass du mir das heute alles gezeigt hast.
Sehr gerne.
Viel gelernt.
Das freut mich.
Anja und Servicekraft Sandra präsentieren die Vorspeisen.
Okay, die Sandra, die hat es voll drauf.
Der Service ist toll, keine Frage.
Das ist sehr modern, man gießt was am Tisch ein.
Aber mir geht es jetzt gerade mal um das Kochen.
Das war schon richtig stark.
Und was ich optisch hier wahrnehme, klasse.
Tobias probiert die Wachtelbrust mit Bärlauch-Perlgraupen-Risotto
und Konfierten-Kirschtomaten.
Optisch erst mal ein Hingucker.
Dieses Perlgraupen ist aber ein richtiger Biss.
Ist wirklich richtig gut.
Dazu habe ich noch ein Bärlauchöl,
wo es sehr gut harmoniert, sich nicht beißt.
Dieses Öl war kräftig.
Dieses Perlgraupen-Risotto war nicht so dominant.
Aber durch dieses Öl hat es alles gut zusammengepasst.
Meine Wachtelbrust wurde zart, schön rosa, saftig, nicht trocken.
Konfierte Tomate, passt auch, schönes Farbenspiel.
Bin wunschlos glücklich.
Da ist einer richtig glücklich.
Schaut auch gut aus, gerade eine Wachtelbrust.
Die kannst du nicht zu lang braten.
Geschmacklich alles Bombe, gut gelaufen.
Schöner Einstieg.
Mr. 40 Punkte hat das Tonnello Vittato bestellt.
Kommt die smarte Eigenkreation an?
Ich hab anstatt einer Thunfischsoße eine Kaltfleischsoße hier unten.
Schöne Wildkräuter dazu, obendrauf haben wir den Thunfisch.
Der ist noch medium rare gebraten, so wie man es kennt.
Eigentlich nennt man das Tartaki.
Wenn es innen ruhig ist. Nur mal nebenbei.
Was ich hier bemerkenswert und schön finde,
ist, dass die Ober- und Unterseite mit schwarzem Sesam ummantelt wird.
Links und rechts mit weißem Sesam.
Macht ein tolles Farbspiel zu der Soße selber.
Die ist auch schön glatt gemixt, macht ein tolles Mundgefühl.
Dazu habe ich noch Kapern.
Ich habe einmal frische Kapern und frittierte Kapern.
Was ich toll finde, die Kapern, die eingelegten,
die waren an sich superlecker.
Supercool, dass er ein paar davon abgetupft hat und frittiert hat.
Dass man einen kleinen Crunch bekommt und die Textur sich verändert.
Das ist schön, unterschiedliche Texturen.
Machen auch heute ein modernes Essen aus.
Gerade die Kapern schmecken supergut, wenn die frittiert sind.
Kann man sich für zu Hause merken.
Roman schlürft vorweg die Tomatenessenz
mit Büffelmozzarella und Basilikum-Öl.
Der Teller war warm.
In der Mitte stand auf 4 Mozzarella-Bähnchen
eine Tasche, so eine Teigtasche.
Die wiederum mit Tomate gefüllt war.
Das Ganze komponiert mit Basilikum und Datteltomaten.
Es ist alles sehr frisch.
Vom Geschmack her eher so Reinheit.
Man erwartet Tomate.
D.h. man hat eine Tomatensuppe im Kopf.
Jetzt bekommen wir eine klare Brühe,
die extrem intensiv nach Tomate schmeckt.
Die ist sehr leicht, sehr leicht gewürzt.
Auch die ganzen Komponente dazu, inklusive Mozzarella-Bällchen
und die Tasche, das ist nur eine Ergänzung,
um genau diesen Geschmack rauszubekommen.
Eine Essenz hat alles rausgefiltert, was eine Tomate in sich hat.
Die Fruchtigkeit, die Säure, die Frische.
Ist im dunklen Teller immer schade.
Das ist das Einzige, was mir auffällt.
Und was fällt Thuy so alles auf?
Die gebürtige Vietnamesin kostet den Salat mit Wassermelone.
Die Feta-Creme schmeckt ein bisschen würzig.
Schmeckt sehr gut, v.a. mit der Wassermelone zusammen.
Harmoniert sehr.
Dann habe ich Cocktailtomaten, sehr fruchtig.
Dann habe ich hier auch noch Oliven, Blattsalat und Brotchips.
Kluspert ein bisschen, passt super dazu.
Wie findest du das Spiel zwischen süß und salzig?
Das finde ich total interessant.
Hätte ich nicht gedacht, dass es mir so gut schmeckt.
Sehr erfrischend, sommerlich.
Das schmeckt so gut zusammen, weil Wassermelone ist süß auch.
Zusammen mit der Feta-Creme.
Das ist so wie Soft-Ice und Pommes.
Ja, ist ein Megakombi.
Soft-Ice und Pommes? Ist ein Megakombi?
Aber doch nur in den japanischen Cartoon-Filmen, oder?
Nee, das glaube ich nicht. Gibt es das?
Kombi Wassermelone-Feta-Creme ist auf jeden Fall besser.
Wie viele Punkte wäre nach aktuellem Stand drin?
3 wäre schön, wenn sie davor steht.
30 und alles, was dann drüberkommt, ist ein Oboloss,
über das wir uns natürlich sehr freuen.
Sollte es wohl werden, ne?
Also, für mich liegt eure Tendenz heute bei 9 Punkten.
Vielen Dank.
Ich werde bei einer sehr guten 9.
Danke sehr.
Es blieb gestern 2,9.
Liebe Anja, meine Tendenz liegt momentan bei 10 Punkten.
Jawohl.
2.10.
Meine Tendenz liegt bei 9 Punkten.
Ah, okay.
Aber das ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das liebe ich.
Da gehts ab.
Und Anja bekommt ihre 3.
37 Punkte, echt stark.
Ich freue mich total, dass es so gut ankommt.
Ich glaube, mein Michael wird sich auch ganz schön freuen.
Ja, 37 Punkte.
Superstark.
3 Punkte fehlen noch bis zur 40, aber Michael arbeitet dran.
Hi, servus.
Hi, servus. Schön, dass ihr da seid.
Danke, dass wir da sein dürfen, heute in deinem Wohnzimmer.
Wir machen heute zusammen den Hauptgang?
Jawohl, und zwar haben wir heute einen Kalbsrücken im Kräutermantel.
Wir machen dazu hausgemachte Kroketten.
Schöne Spargelgemüse, frische Erbsen und eine schöne Hollandaise dazu.
Kalbsrücken, Kräutermantel finde ich alles schön.
Spargel ist super.
Schauen wir mal, wie er den Kräutermantel macht.
Doch zunächst die selbstgemachten Kroketten.
Und zur Kartoffel mag ich auch immer ganz gern,
wenn noch ein bisschen Muskatnuss mit dran ist.
Du bist aber ein Fancyhund. Klassiker, gehört rein.
Genau wie flüssige Butter und ein Eigelb.
Dann spritzen wir uns das Ganze hier auf das Backpapier drauf.
Machen da jetzt einfach eine schöne Wurst.
Jetzt müssen wir uns die gleich noch zurechtschneiden,
dass wir die gleich in der richtigen Größe haben.
Dann müssen wir die nämlich kurz einfrieren.
Wenn die dann nachher schön fest sind,
können wir die dann schön klassisch panieren.
Simpel, einfach, toll, mag ich.
Damit sie die Form haben, friert er es ein, dann paniert er es.
Er macht es in eigenes Konvenienz. Geil.
Das Ganze sieht dann nachher so aus, wenn wir das aus dem Froster holen.
Paniert wird ganz klassisch Mehl, Ei und Paniermehl.
Dann sind die auch schon fertig.
Dann haben wir hier schöne hausgemachte Kroketten.
Mega. Ja, holen wir.
Als Nächstes machen wir unsere Hollandaise.
Ganz klassisch, dazu müssen wir erst mal noch Eier drin.
Ganz klassisch, da bin ich gespannt.
Da hab ich was im Petto, ob es ganz klassisch wird.
Dann hab ich hier eine Reduktion gekocht.
Schön mit Schalotten, ich hab ein bisschen Weißwein mit drin.
Wir haben Piment mit reingemacht, ein bisschen Lorbeer mit reingemacht.
Am Schluss noch einen Estragon-Zweig mit rein,
damit das noch mal schön durchzieht.
Das mache ich immer ganz gerne als Marinade.
Das nennt man eine Gastrik, so schaut das aus.
Das ist der Ansatz, den man dann auf die rohen Eigelbe gibt.
Eigene Reduktion gibt dieser Hollandaise seinen eigenen Charakter.
Finde ich gut.
Das ist nahezu perfekt und ist richtig klassisch.
Mit einer Prise Cayenne-Pfeffer
wird das Ganze über dem Wasserbad aufgeschlagen.
Ein Schuss flüssige Butter dazu.
Dann machen wir noch ein bisschen Zitrone mit rein,
gibt noch mal ein bisschen frische Säure.
Dann kann man noch mal einen kleinen Schuss
von unserer Reduktion mit reinmachen.
Dann können wir die auch schon abfüllen.
Ich mache die bei uns immer ganz gerne in die Easy-Flasche.
Dann ist die fertig vorbereitet.
Dann können wir die auch einfach in unser Wasserbad stellen,
das ich hier vorbereitet habe, auf 45°.
Dann hat das eine perfekte Temperatur und hält sich super.
Ja, ist halt ein einfacher Schritt.
Gerade wenn man nicht viel Leute ist,
will man auch nicht jedes Mal eine Hollandaise aufschlagen.
Hollandaise in so einer Easy-Flasche,
ein Sahle-Soufflant,
dann hast du über den ganzen Service,
während du schickst, eine standhafte Hollandaise.
Die ist frisch gemacht, die ist selbst gemacht.
Wenn die auskühlt, kannst du die am nächsten Tag ins Wasserbad stellen.
Weiter geht es mit dem Kalbsrücken.
Da haben wir jetzt hier ungefähr 180 g Fleisch.
Wenn wir das schön angebraten haben,
können wir das langsam pfeffern.
Dazu frischer Thymian und selbst gemachtes Knoblauchöl.
Wir schmeißen dann auch gleich noch eine Butterflocke mit dazu.
Wir bitten förmlich darum.
Dann nehmen wir das auch schon raus.
Dann schieben wir das Ganze noch in den Ofen
und garen das dann langsam auf Niedertemperatur fertig,
bis es dann so ca. 52° hat.
Dann nehmen wir es raus, lassen es ruhen.
Dann tun wir das Ganze noch in unseren Kräutermantel einpacken,
bevor wir es endgültig im Gast servieren.
52° Kärntemperatur, meint er.
Also Zubereitung, Bombe, wir haben viel gesehen.
Ich freue mich jetzt wirklich auf das Ergebnis am Teller.
Im Luftkurort Bad Hurach wird jetzt der Hauptgang weggeatmet.
Optik, genauso wie meine Vorspeise, super.
Sehr bunt, sehr schön.
Es ist einfach ein bisschen klassisch angerichtet,
aber es ist genauso fancy wie im 1821 gestern.
Aber auch genauso lecker?
Wir beginnen mit Thüis Wiener Schnitzel an Bratkartoffeln.
Mein Schnitzel ist außen knusprig, nicht so dicke Banane.
Finde ich gut, innen drin zart, Fleischqualität sehr gut.
Bratkartoffeln nicht so weich, nicht so hart,
so wie Bratkartoffeln sein sollte für mich.
Außen leicht knusprig, aber innen schön weich.
Die wurden ja auch einzeln gewendet, Alter.
Die Reisebären, dazu kann ich nicht so viel sagen.
Mir schmeckt es nur sehr lecker, leicht süßlich, nicht so süß.
Ja, passt super zum Schnitzel.
Ich habe schon öfters gegessen, aber noch nie in Wien.
Dann habe ich den Originalvergleich nicht.
Aber für mich ist das bis jetzt einer von den besten.
Na bitte, eines der besten Wiener Schnitzel.
Also, besseren Lob gibt es ja wohl nicht, ne?
Das Ding läuft schon wieder richtig an hier.
Weiter bei Romans Zanderfilet, Rhabarber, Tomaten, Gemüse
und Arancini, das sind frittierte Reisbällchen.
Ich habe Zander bestellt, ist auch Zander gekommen.
Allerdings eine wirklich sehr individuelle Zanderentscheidung.
Meint er das jetzt positiv oder ist das negativ?
Es ist auf Tomate- und auf Rhabarberbasis.
Da drüber war eine schäumige Soße, süßlich.
Karboniert sehr gut mit der Säure von den Rhabarberstückchen.
Man sucht natürlich Rhabarber eher im Kuchenbereich.
Hier war es plötzlich praktisch direkt runter beim Zander.
Das war tatsächlich eine Überraschung.
Die Säure, die man sonst vielleicht über Zitrone oder sonst was hat,
hat man dann über den Rhabarber.
Clever, gut, sehr schön.
Dazu gab es so Reisbällchen, die sind außenrum sehr knusprig.
Innen sind komplett weich, Zander ist angebraten, sehr leicht.
Das Fleisch ist komplett weiß noch.
Insgesamt würde ich sagen,
Micha hat sich ordentlich was getraut.
Das ist super geworden.
Ich finde das sehr kreativ mit den Reisbällchen, mit Rhabarber.
Tolle Idee, dann einen der schönsten Süßwasserfische ever, Zander.
Alles gut.
Ob sich doch noch jemand zu einem kritischen Wort hinreißen lässt?
Wenn ich den Kritischsten am Tisch sagen müsste,
ich glaube, dann wäre das Tobi.
Aber in Form von konstruktiver Kritik,
und die ist für uns auch wichtig.
Doch zuerst kommt Pascal zu Wort.
Sein Lamm im Tramezzinimantel kennen wir ja bereits.
Das ist jetzt mein Rücken vom Stürzellamm.
Das ist vom Stürzellamm, das Lamm, gell?
Lamm perfekt gebraten.
Wir haben einen tollen Tramezzinimantel,
der durchweg knusprig ist.
Was mich interessieren würde, ist die Phase,
die zwischen Tramezzini und Fleisch liegt.
Was ist da genau drin?
Das ist eine Lammphase, die wir gemacht haben.
Da haben wir noch ein Bärlauchpüree mit dazugebracht.
Mega, passt auch dann saisonal super dazu.
Das Bohnenpüree, was wunderbar, recht geschmacksneutral.
Auch mit den schwarzen Bohnen dazu.
Ist aber, denke ich, auch so gewollt.
Die Chorizo findet die Schärfe,
bringt das Ganze noch mal auf ein nächstes Level, ganz toll.
Deswegen ist auch das Bohnenkassoli ein bisschen zurückhaltender.
Weil die Chorizo diese Paprikawurst reinhaut.
Für mich persönlich auch ein Star auf dem Teller
sind die Zwiebeln.
Die hast du wahrscheinlich vakuumiert, Salz und Essig.
Die sind im Essigfond sowie gegart.
Genau.
Dieses dumpfe Bohnenpüree, sag ich mal,
und auch die kräftige Soße und das Tramezzini,
das ist ja alles sehr wuchtig.
Fand ich, dass die Zwiebel einen frischen Klick reingebracht hat.
Dieses Besondere an den Zwiebeln ist gar nichts Besonderes.
Wir kennen das doch, so eingelegte Dinger.
Das Einwecken, das hat die Oma gemacht,
und das war schon immer lecker.
Das passt da super und frischt das auf.
Tobias inspiziert den Rosa-Kalbsrücken
im Kräutermantel mit hausgemachten Kroketten.
Erst mal top gebraten, was ich auch cool finde mit dem rosanen Pfeffer,
was du da reingemacht hast.
Dieser Kräutermantel, was drumrum ist,
hast du wahrscheinlich noch mit Senf eingeschmiert.
Top, wirklich, Qualität, Fleisch, mega.
Es war butterzart, auch mit dem rosanen Pfeffer,
was er draufgemacht hat.
Dieses Spiel mit den Kräutern, mit dem Senf, war hervorragend.
Die Kroketten, sehr fluffig.
Auch dieses Erbsenpüree, sehr fein, sehr glatt.
Hat mit der Soße sehr gut kombiniert,
weil die Soße schon kräftig ist.
Aber durch dieses Neutrale von dem Püree
und dieses auch nicht so dominante Kräuter von dem Kalb
hat das wirklich im Mund sehr gut zusammengespielt.
Also wirklich richtig gut.
Gemüse knackig, hollandes, mega fluffig, luftig, toller Geschmack.
Gemüse, schöne Farbkombinationen, super Gericht.
Freut mich. Vielen, vielen Dank.
Super fluffig, super Geschmack, super Bombe, Bombe.
Also, Leute, wir sind auf einem Niveau angekommen,
wo ich wieder sage, das wäre dir eine richtig enge Kiste.
Und dann auch noch für 32 Euro, das ist spitze.
Oder wir 2.
Das war super gelaufen.
Das war nichts groß dran auszusetzen.
Wir hätten auch konstruktive Kritik gerne angenommen,
nur so kann man sich verbessern.
Aber auf jeden Fall bin ich auf einen sehr stolz.
Zurecht, sage ich, zurecht.
Also, Hauptspeisen runter, genauso bombmäßig angekommen.
Das ist echt eine richtig starke Nummer hier, unglaublich.
Wer so lächelt bei der Arbeit, der kann nur Großes vollbringen.
Michael.
Hi, servus, schön, dass du da bist.
Wir machen heute ein Dessert zusammen, Michael.
Oh ja, ich bin ja auch total, total neugierig.
Tartus Citron, das ist schon eine feine Geschichte.
Mürbeteig als Grundboden ist ein Muss.
Und dann kann man es ein bisschen vergleichen mit einer Lemon Curd.
Den vorbereiteten Mürbeteig rollt Michael aus.
Jetzt müssen wir das hier in diese Förmchen reinkriegen.
Dazu müssen wir uns erst mal ein Stück abschneiden.
Wir müssen das jetzt ganz vorsichtig hier reinsetzen.
Jetzt müssen wir das Ganze blind backen.
Weil die Tarte, die Füllung, die machen wir nachher auf dem Herd.
Die machen wir komplett fertig.
Dazu brauchen wir die fertigen Förmchen fertig gebacken.
Warum heißt es blind backen?
Blind backen heißt, weil es keine Füllung drin hat.
Sondern weil es nur in der Teige gebacken wird.
Wir backen quasi das Negativ.
Eigentlich kommt da noch Hülsenfrüchte rein,
damit man den Teig beschwert.
Und dann backt man es blind.
Dann kommt das ganze Ding bei 180° für ca. 10 min in den Ofen.
Danach nehmen wir die Backerbsen raus
und lassen es noch mal 2 bis 3 min im Ofen backen.
Damit wir nachher eine schöne goldbraune Farbe haben.
Wenn die im Ofen gebacken sind, sehen sie danach fertig so aus.
Cool, sehr cool.
Schau, wie schön.
Für die Füllung die Zeste mit dem Saft einer Zitrone vermischen.
Als Nächstes müssen jetzt da noch 3 Volleier mit rein
und eine Eigelb mit rein.
Ich kenne das eher mit Eigelben nur.
Aber super.
Jetzt noch eine Prise Zucker und dann ab auf den Herd.
Jetzt müssen wir das vorsichtig unter ständigem Rühren
langsam köcheln lassen.
Jetzt sieht man noch mal, wie es fest wird.
Halleluja, das wird tatsächlich noch ein Kuchen.
Ja.
So, jetzt noch Butter dazu.
Wie viel Butter tust du da rein?
Das sind jetzt 150 g, alles.
Alles?
Kommt alles da rein.
Okay.
Ja, klar.
Hallo, hallo.
Wir stellen die nachher kalt.
Wenn die schön durchgekühlt ist, bindet die Butter auch noch mal.
Die wird auch noch mal wieder ein bisschen fester.
Dann haben wir nachher eine richtig schöne Creme.
Der Micha ist übrigens ein extrem sympathischer Typ.
Also eigentlich gar kein Koch für mich.
Eher so intelligenter Brock oder so was.
So wirkt der.
Was heißt denn das,
dass wir Köche keine sympathischen Typen sind oder was?
Hallo, wir sind alle sympathisch.
So, jetzt ist unsere Masse auch fertig.
Jetzt können wir die in unsere vorgebackenen Tartförmchen füllen.
So, jetzt müssen wir das Ganze kaltstellen.
Das braucht ca. 2, 3 h, bis es richtig ordentlich durchgekühlt ist.
Dann machen wir nachher noch eine schöne Baiserhaube drauf,
flammen das noch ab.
Dann gibt es noch ein wunderbares Hausgemachtes, Himbeersaube dazu.
Irre.
Ja, stimmt.
Letzter Gang im Bad Uracher Kesselhaus.
Ei, ist das aber schön.
Das ist natürlich ein Kunststück, das sieht man ja schon.
Das kann man gar nicht essen, oder?
Toll angerichtet alles, Wahnsinn.
Thüi lässt sich die Tarte aus Zitronen
mit Baiser und Himbeersaube auf der Zunge zergehen.
Mit welchem Ergebnis?
Der Boden ist halt knusprig wie ein Keksboden.
Ergänzt ganz gut, weil innen drin ist das schön weich.
Die Füllung innen drin schmeckt nach Zitrone,
aber auch nicht zu sehr zitronig.
Ich hab ein Himbeereis dazu, fruchtig, cremig.
Schmeckt sehr, also nicht künstlich.
Nicht künstlich ist auch süß, da ist nix künstlich.
Dazu auch frische Himbeeren.
Das Ganze zusammen harmoniert sehr gut, schmeckt sehr gut, fruchtig.
Ich hab sonst immer, wenn,
ein Stück Kuchen oder ein Stück Torte bestellt.
Aber so war das sehr interessant.
Thüi, kleiner Tipp,
könnte eine gute Alternative zum Sticky Rice sein mit Mango.
Roman kostet den Schokoladen-Brownie mit Erdbeeren,
Sanddorn und Olivenöl-Eis.
Die Erdbeeren sind nicht angemacht, die sind frisch geschnitten.
Obendrauf kam eine warme Brownie.
Ich muss dazu sagen, der ist jetzt nicht ideal saftig.
Sicher ist es saftig.
Aber es tut nicht zur Sache in dem Moment,
weil es in der gesamten Kombination passt.
Schau mal da, Entschuldigung bitte, ich seh, wie saftig das Ding ist.
Da, da, da, das ist nicht saftig.
Es ist halt dieses, das Frische durch die Erdbeeren.
Da hast du das fruchtig-zitronige oder das Säureliche durch Sanddorn.
Dann haben wir diese klare, schokoladige Note von dem Brownie.
Also rundum eine coole Geschichte, farbig.
Echt, wenn ich hingucke, zu dem Brownie hab ich Oliven-Eis,
das in Stückchen praktisch mit hineingearbeitet.
Lecker, keine Frage.
Unserer Micha ist ein Künstler.
Da geht es nicht darum, ob es zusammenpasst,
sondern das ist etwas, wo man sagt, ich zeig dir, was noch geht.
Das passt hervorragend zusammen.
Und der Micha ist kein Künstler, wir sind alles Handwerker.
Sehr kreativ, das passt von der Harmonie,
der Geschmacksharmonie, sehr wohl.
Wie Pascals Nougat-Mußwürfel mit der konfierten Ananas
und den rosa Beeren harmoniert.
Der Star auf dem Teller ist das Muß,
das wirklich eine absolute, perfekte Konsistenz hat.
Ich hab unten noch einen Boden, der das Ganze festtickt,
der mir auch ein bisschen Bissen mit dem Muß zusammengibt.
Das ist wirklich schön.
Dazu gab es eine Art Joghurtsauce,
die soll vielleicht noch ein bisschen Säure mit reinbringen.
Zu der Ananas selber, mega lecker, die Ananas oben noch schön abgeflemmt,
auch dekorativ und gut angerichtet.
Was ich jetzt noch auf dem Teller such oder nicht gefunden hab,
sind tatsächlich die rosa Beeren.
Sie waren ja auf der Karte auch aufgeführt.
Deswegen hätte ich es optisch gerne gesehen.
Vielleicht hat er sie in dem Sud,
mit der die Ananas konfiert worden ist, verwendet.
Sodass da vielleicht eine fruchtig-päffige Note reinkommt.
Die roten Beeren waren mit in dem Sud drin bei der Ananas.
Vielleicht kann man das auch noch ein bisschen mit einbauen in der Optik,
damit diese Anmutung dann auch visuell bestätigt wird.
Und hier, last but not least, Tobias' Ofenschlupfer der Saison
mit hausgemachtem Vanilleeis.
Sehr lecker, sehr fluffig.
Das Brioche ist nicht eingedrängt.
Man sieht hier, dass es wirklich noch einen leichten Biss hat.
Eine super Konsistenz.
Wir haben hier Äpfel, die wo keine starke Säure hat, eher eine süße.
Wo es sehr gut zu dem Ofenschlupfer oder zu dem Brioche passt.
Dazu habe ich noch das Vanilleeis.
Ich denke, man hat es auch hausgemacht.
Ist sehr cremig, sehr intensiv, aber nicht zu arg nach Vanille.
Ja, eigentlich perfekter Ofenschlupfer.
10 Euro für meinen Nachtisch finde ich vollkommen in Ordnung.
Wenn man überlegt, dieser Aufwand, diese Zeit, ja, vollkommen in Ordnung.
10 Euro für diese Komposition, kein Thema.
Überzeugt Anjas Kesselhaus mit angemessenen Preisen?
Die Gesamtrechnung heute, 266 Euro.
Bin überrascht, dass es so günstig ist.
Ja, okay.
Wenn ich grob so überschlage, sind das 216 Euro für die Speisen.
Toppreisleistung.
Könnte auch ein paar Euro mehr sein.
Ja, Toppreisleistung.
Ganz großes Kino, auch heute hier unfassbar.
Bekommt Topfavorit Pascal gleich Konkurrenz?
Ich hoffe schon, dass wir im Schnitt mal um die 8 rumliegen.
Das wäre schon schön, das würde mich freuen.
Da geht viel mehr.
Ich wette, 38, 39 oder 40.
So, darfst du den 1.
Na, komm.
Komm, mach ne 10, damit es richtig spannend wird.
Oh, wow.
Sehr schön, eine 10.
Ja.
Jetzt, pass auf.
Die 10 Punkte sind von Pascal.
10 Punkte.
Magst du den nächsten?
Soll ich den nächsten machen?
Noch mal ne 10.
Tatsächlich, die 2.
Das freut mich natürlich.
Sehr gut.
Speisen nicht vielleicht von Fame?
Von Tui, ja.
Entschuldigung.
10 Punkte.
Och.
Ich wein, ich wein.
Wirklich?
Die 3.?
Ihr wollt es auch sehen.
Ich bin da spät.
Also, das ist ja...
Ich mein, so viele bleiben ja nicht mehr übrig, oder?
Alter, ist das spannend.
10 Punkte.
Muss ne 10 sein.
Willst du zur 1.?
Ja, zeig, komm.
Boah, ich kipp aus.
Krass.
Alter Schwein.
Ist ne 10?
Wahnsinn.
Ich wein.
Eine sehr gute 10.
Noch mehr Lob und Anerkennung können wir ja gar nicht dafür bekommen, für das, was
wir heute gemacht haben.
Und das zeigt uns auch wieder mal, dass wir auf dem richtigen Weg sind und so weitermachen.
Ganz, ganz toll und absolut gerechtfertigt.
Jede Träne ist hier gestattet.
Macht unseren Wettkampf nur noch spannender und besser.
Danke.
Gut siehen.
Wow, das sieht man selten.
Wir haben gleich 2-mal volle Punktzahl und die Woche ist gerade erst halb um.
Nicht schlecht.
In Klinglers schwäbischem Gasthaus führt uns Tobias tief in die heimische Küche ein.
Süßle.
Schnitzelle.
Apfelküchle.
Jaja.
Jetzt hab ich ne neue Sprache kennengelernt.
Ich auch.
Die Art und Weise, wie er die Soße macht, riecht absolut für ein Handwerk.
Habs ein bisschen anders erwartet.
Mir ist es zu lasch.
Bisschen so...
Naja, puh.
Das geht nicht.