Das Kaninchen, das ein Löwe sein wollte – Eine Fantasie-Geschichte über Angst, Mut & innere Stärke!

Dr. Wlodarek Life Coaching
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4 Videoaufrufe·21.12.2024
Hallo und herzlich willkommen auf meinem Kanal Dr Wlodarek Live Coaching. Ich bin Eva Wlodarek,
Diplompsychologin, Coach und Buchautorin und hier habe ich jetzt mal etwas Besonderes für
Sie vorbereitet sie wissen ja dass sie sonst auf meinem Kanal immer direkten
guten praktischen psychologischen Rat bekommen aber heute möchte ich Ihnen gerne
mal eine psychologische Fantasiegeschichte Vorlesen die ich selber geschrieben habe
und ich bin ganz sicher Sie werden den Rad der da drin verpackt ist auch
entdecken also setzen Sie sich gemütlich hin entspannen Sie sich
und lassen sie sich meine Geschichte vorlesen die Geschichte hat die Überschrift Löwenherz
Hazel war das mittlere von drei Kindern der Familie Canin. Wie in einem Sandwich
steckte sie zwischen Max, dem Ältesten, und Rosalie, dem Nesthäkchen. Ursprünglich waren
sie zehn Geschwister, aber sieben von ihnen hatte Jäger Bernhard mit seiner Schrotflinte erwischt.
Weil auch die besten Eltern nur ein begrenztes Maß an Zuwendung zur Verfügung haben, blieb für
Hazel nur noch wenig Aufmerksamkeit übrig. Die Eltern waren zufrieden, dass Hazel ein
braves Kind war und aus der Schule einigermaßen gute Noten mit nach Hause brachte. „Um Hazel
müssen wir uns keine Sorgen machen.“ sagte Vater Nino. So bekamen die Eltern
nicht mit, dass sich Hazel immer mehr zurückzog und keine Freunde hatte - bis auf Spacek, einen
kleinen Vogel, dessen Familie vor einigen Jahren mit Wildgänsen aus dem Süden eingeflogen war.
Da hatten sich zwei Außenseiter gesucht und gefunden. Stundenlang spielten die beiden die
Abenteuer aus den Büchern von Charly Maikäfer nach. Darin tauchten immer die gleichen Helden
auf: Old Karnickelpfote und sein Freund, der Löwe Mähnitu. Spacek übernahm prinzipiell den
Part von Old Karnickelpfote, während Hazel den Löwen spielte. Dabei fiel ihr auf,
dass sie sich dann viel stärker und mutiger fühlte als sonst. Normalerweise
war sie eher schüchtern und traute sich nicht viel zu, doch als Mähnitu hoppelte
sie furchtlos durchs finstere Unterholz und gab gegenüber Spacek energisch den Ton an.
„Wenn ich ein Löwe wäre,“ überlegte Hazel. „dann würde mich keiner mehr übersehen,
alle hätten Respekt vor mir. Bestimmt wäre mein Leben dann auch richtig aufregend. Ich würde
mich alles trauen und mir wäre piepegal, was die anderen Tiere dazu sagen.“ Beim nächsten Treffen
besprach sie das mit Spacek. „Stell dir mal vor, ich renne brüllend mit wehender Mähne durch den
Wald. Das wäre doch etwas!“. Spacek, der in der Schule eine Klasse überflogen und deshalb im
Biologieunterricht schon das Thema „Raubkatzen“ durchgenommen hatte, widersprach: „Du kannst gar
kein Löwe werden, höchstens eine Löwin. Und die haben keine Mähne.“ „Na und“, konterte
Hazel. „Wohl noch nie etwas von Emanzipation gehört? Heutzutage können Frauen dasselbe wie
Männer werden. Da kann ich ja wohl auch ein Löwe werden.“ „Vielleicht hast du recht,“ gab Spacek
zu. „Aber für mich wäre das nichts. Als Löwe kann ich doch nicht fliegen.“ „Ich habe aber auf einem
Foto von meiner Tante aus Venedig schon mal einen Löwen mit Flügeln gesehen,“ widersprach Hazel.
„Das war bestimmt mit Fotoshop bearbeitet“, sagte Spacek skeptisch. Hazel war enttäuscht, von ihrem
Gefährten hatte sie mehr Begeisterung erwartet. Hazels Mutter rief zum Abendessen. Am Tisch
war Hazel nicht richtig bei der Sache. Sie kleckerte Grasbrei aufs Tischtuch, so dass
die Mutter schimpfte: „Hazel, iss ordentlich und guck keine Löcher in die Luft.“ Hazel hörte nicht
hin. Es musste doch eine Möglichkeit geben, grübelte sie, dass ein Kaninchen zum Löwen
werden konnte. Schließlich wurden ja auch aus Raupen Schmetterlinge. Hazel beschloss:
Sie würde ein Löwe werden! Ihr wurde allerdings bald klar,
dass sie dazu von ihrer Familie und dem Umfeld im Wald keine Unterstützung erwarten durfte.
Auf dem Gartenfest des Kaninchenzüchtervereins fragte Melanie Maulwurf, die immer von einer
übergriffigen Neugier war: „Nun, Hazel, was möchtest du denn mal werden? Bestimmt willst
du heiraten und viele Kinder haben? Dafür seid Ihr Kaninchen ja bekannt.“ „Ich werde
ein Löwe.“ platzte Hazel heraus. Vater Nino, der mit halbem Ohr zugehört hatte, reagierte gereizt:
„Das ist doch Unsinn. Wir sind Kaninchen und wir sind stolz darauf. Keiner von uns ist je auf die
Idee gekommen, etwas anderes sein zu wollen. Schlag dir die Flausen aus dem Kopf. Versuch
lieber, ein anständiges Kaninchen zu werden, statt dich mit verrückten Löwenträumen zu
beschäftigen.“ Frau Maulwurf kicherte: „Das Kind hat vielleicht Ideen. Ein Löwe will es werden,
zu komisch.“ Hazel schwieg. Sie beschloss, keinem mehr etwas von ihren Plänen zu verraten.
Nachts, wenn sie nicht schlafen konnte, malte sie sich aus, wie sie später als Löwe durch die Wälder
streifen würde. Dann müsste sie sich nie mehr vor dem Jäger Bernhard verstecken. Im Gegenteil,
der würde vor ihr Reißaus nehmen. Und keiner aus der Clique von Bonny Hasenclever würde
sich mehr trauen, sie wegen ihrer kurzen Ohren zu hänseln. Natürlich würde sie dann auch nach
Afrika reisen und dort mit anderen Löwen die interessantesten Abenteuer erleben.
„Wartet nur“, dachte sie „Euch zeige ich es noch allen!“. Hazel wusste,
dass sie ihre Pläne erst verwirklichen konnte, wenn sie von zu Hause ausgezogen
wäre. Daheim hätte ihr Vater Nino die Ohren lang gezogen und Mutter Jonika
entsetzt die Pfoten gerungen. Also übte sie sich in Geduld, auch wenn es ihr schwerfiel.
Endlich war Hazel mit der Schule fertig war und verließ den elterlichen Kaninchenbau,
um in der Stadt eine Ausbildung zur Gemüsegroßhandelskauffrau
zu machen. Aus Kostengründen zog sie in eine Wohngemeinschaft mit der strebsamen Maus Traudl,
die an der renommierten Maiwald-Fachhochschule ihren Master in Forstwirtschaft machen wollte.
Ein weiterer Mitbewohner war der Waschbär Persilo, der Badezimmer und Küche immer tiptop sauberhielt.
Jeden Tag ging Hazel zum Großmarkt, um dort das Gemüsesortieren von der Pike auf zu lernen, doch
in ihrer Freizeit begann sie damit, ihren Traum, ein Löwe zu werden, endlich in die Tat umzusetzen.
Bald musste sie einsehen, dass das nicht so einfach ging, wie sie es sich vorgestellt
hatte. Man wurde nicht von heute auf morgen zum Löwen. Das erforderte eine Menge Know-how,
und dann musste man üben, üben, üben. Hazel war dazu bereit. Sie lieh sich Löwenfilme auf
DVD aus. Immer wieder sah sie sich „Serengeti darf nicht sterben“ an, speziell die Stellen,
in denen Löwen auftraten. Außerdem kaufte sie sich den Ratgeber „Vom Kaninchen zum Löwen in
dreißig Tagen“. Durch einen Wochenendjob beim Rübenzupfen verdiente sie so viel Geld, dass sie
an einem privaten Institut einen vierzehntägigen Löwenkurs belegen konnte. Die Dozenten lehrten
Brüllen und wildes Auftreten in Theorie und Praxis. Hazel probte das Gelernte eifrig zu
Hause vor dem Spiegel im Flur. Ihre Mitbewohner fanden, das sähe schon ziemlich echt aus.
Die Bewährungsprobe kam auf einer großen Kaninchen-Gala. Persilo, der als Tellerwäscher auf
Events jobbte und sich mit den Veranstaltern gut stand, hatte eine Einladung erhalten. In Golddruck
stand darauf: “Die Chefredaktion des Rosen-Blattes gibt sich die Ehre, Herrn Persilo W. Bär und
Begleitung zum zehnjährigen Jubiläum einzuladen.“ Persilo fragte Hazel, ob sie Lust hätte,
mit ihm zusammen dort hinzugehen. Das war Hazels große Chance. Jetzt würde sich zeigen, ob ihre
intensive Arbeit Früchte getragen hatte, ob sie Löwe genug war, um alle von ihrer Verwandlung zu
überzeugen. Persilo war einverstanden, sie als Hazel Löwenzahn vorzustellen.
Der große Tag kam. Breitbeinig schritt Hazel neben Persilo über den roten Teppich
zum Festzelt. Sie warf ihre Ohren wie eine Mähne zurück, rollte wild mit den Augen und
riss ihr Maul so weit auf, wie sie konnte. Im ersten Moment hatte sie damit Erfolg.
Die Paparazzi fotografierten sie von allen Seiten. Respektvoll und ängstlich traten die zuschauenden
Kaninchen am Rande zurück. „Sieh mal, die haben sogar einen Löwen eingeladen.“ rief eines. „Das
ist bestimmt der Ehrengast.“ sagte ein anderes. Hazel genoss die Aufmerksamkeit und ließ sich
auf dem roten Teppich Zeit. Doch ihr Erfolg dauerte nicht lange. „Für einen Löwen ist das
Tier doch viel zu klein.“ kritisierte ein Gast hinter vorgehaltener Pfote. „Seine Bewegungen
sehen auch ziemlich harmlos.“ mäkelte ein anderer. „Ja, und hör mal, es brüllt nicht wirklich laut.“
„Das ist gar kein Löwe, das ist ein Kaninchen!“ rief schließlich jemand. Die Nachricht pflanzte
sich wie ein Lauffeuer fort. Und plötzlich fingen alle an zu lachen. „Schau mal, ein Kaninchen, das
ein Löwe sein will, zu komisch.“ prusteten sie. Hazel riss sich von Persilos Arm los, rannte ins
Partyzelt und verkroch sich hinter einem Vorhang. Sie schämte sich furchtbar. Es war so peinlich.
Alle hatten sie angestarrt und gesehen, dass sie kein Löwe war. Sie hatte versagt.
Nach ihrem missglückten Auftritt versank Hazel in Depression. Nichts machte ihr
mehr Freude. Sie schleppte sich zwar noch zum Großmarkt, weil sie ihre Eltern nicht
enttäuschen wollte, doch das Feuer und die Leidenschaft, die sie bisher beflügelt hatten,
waren in ihr erloschen. Nach Feierabend lag sie apathisch auf dem Sofa, zappte sich durch
Soap-Operas auf dem Karnickel-Kanal und rauchte neuerdings sogar zusammengerollte Eichenblätter,
bis ihr schlecht wurde. Traudel und Persilo versuchten vergebens, sie aufzumuntern. „Wenn
ich kein Löwe sein kann“, sagte Hazel, „dann hat mein Leben keinen Sinn. Das Kaninchendasein ist
armselig und ohne Glanz.“ In ihre Traurigkeit mischte sich auch eine Portion Wut. Wenn sie im
Dunkeln mit offenen Augen im Bett lag, haderte sie stumm mit dem Schöpfer aller Tiere. „Warum
hast du mich als Kaninchen geschaffen und nicht als Löwe?“ Sie erhielt keine Antwort.
Weil Hazel an nichts mehr Interesse hatte, ließ auch ihre Aufmerksamkeit für die Gefahren nach,
denen man als Kaninchen ausgesetzt ist. Achtlos hoppelte sie aus ihrem Bau,
als Jäger Bernhard mit knirschenden Stiefeln durchs Revier marschierte. Sein Blick fiel auf
Hazel und seine Schweinsaugen funkelten. Heute Morgen hatte er den geilen Bock nicht erwischt,
hinter dem er her war, jetzt sollte wenigstens dieses verdammte
Karnickel dran glauben. Er legte die Schrotflinte an die Wange und zielte.
Bevor Bernhard abdrücken konnte, riss eine starke Pfote Hazel hinter einen Wachholderstrauch und zog
sie in einen stillgelegten Fuchsbau. Erstaunt riss sie die Augen auf. Vor ihr saß ein altes Kaninchen
und sah sie grimmig an: „Bist du lebensmüde, dich direkt vor die Flinte zu werfen?“ „Wer bist du
denn?“ fragte Hazel noch ganz benommen. „Sagen wir mal, ich bin dein Schutzengel. Bürgerlich
heiße ich Karl Nickel.“ „Hazel“ stellte sich Hazel mit automatischer Höflichkeit vor. Sie zitterte am
ganzen Körper, Schauer liefen ihr in Wellen übers Fell. „Das ist der Schock.“ erklärte Karl Nickel.
„Was machst du auch für Sachen. Ich mixe dir jetzt erst einmal einen Moskito zur Beruhigung.“ Fünf
Minuten später kam er mit zwei Gläsern zurück. Hazel trank einen Schluck und musste husten,
das zeug war ganz schön stark. „So, jetzt erzähl mir mal, was dich zu diesem Wahnsinn
getrieben hat.“ forderte Karl Nickel sie auf. Stockend erzählte Hazel von ihrem großen Traum,
ein Löwe zu werden. Karl Nickel saß da und hörte einfach nur zu. Als Hazel merkte, dass
er sie weder auslachte noch ihr wegen ihrer Idee Vorwürfe machte, wagte sie es, ihm mehr von sich
zu offenbaren. „Schon als Kind wollte ich mehr als nur ein Kaninchen sein.“ sagte sie leise. „Ich war
zwar noch klein und schwach, aber ich fühlte, dass etwas Größeres in mir steckte. Manchmal, wenn ich
mit meinem Freund Spacek einen Löwen spielte oder mir in der Fantasie ausmalte, als König der Tiere
durch die Savanne zu laufen, spürte ich das das ganz deutlich. Dann war ich sicher und mutig. Ich
traute mir zu, in meinem Leben etwas Besonderes und Aufregendes zu machen“ „Und das hat dich
auf den Gedanken gebracht, du müsstest ein Löwe werden, um dich immer so zu fühlen?“ „Genau. Als
ich dann endlich von zu Hause weg war, habe ich es auch versucht. Ich habe mir solche Mühe gegeben,
habe so hart an mir gearbeitet, aber ich habe es nicht geschafft.“ Hazel schluchzte auf. Karl
Nickel nickte verständnisvoll. Es war nicht das erste Mal, dass er so eine Geschichte hörte. Da
war dieses kleine Perlhuhn gewesen, das unbedingt ein Adler sein wollte. Oder der wilde Hirtenhund,
der sich in den Kopf gesetzt hatte, sich in ein braves Schaf zu verwandeln. Auch
sie hatten sich furchtbar angestrengt und waren trotzdem mit ihrer Veränderung gescheitert. Sie
hatten genau so verzweifelt vor ihm gesessen wie jetzt Hazel. Das Fatale war, dass sie sich
auch noch selbst die Schuld daran gaben, dass sie es nicht geschafft hatten. Sie glaubten,
sie hätten nicht genug geübt, oder ihnen würden noch Kenntnisse fehlen. Karl Nickel holte aus
seiner Jackentasche eine Kastanie. Braun und glänzend lag sie in seiner Pfote. „Sag mir mal,
was das hier ist, Hazel.“ forderte er sie auf. Hazel lächelte unter Tränen. „Das ist doch wohl
klar, eine Kastanie.“ „Richtig. Angenommen, ich pflanze diese Kastanie im Wald ein. Was
wird dann daraus?“ „Natürlich ein Kastanienbaum.“ „Keine Eiche? Oder vielleicht eine Buche?“ Hazel
sah ihn an, als ob sie an seinem Verstand zweifelte. „Nein, bestimmt nicht.“ „Aha,“
sagte Karl Nickel befriedigt. „Aus einer Kastanie wird also nur ein Kastanienbaum. Und der Nachwuchs
von Kaninchen bleibt immer – ein Kaninchen.“ Jetzt erkannte Hazel, worauf er hinauswollte. „…und wird
niemals ein Löwe.“ ergänzte sie seinen Satz. „Ja, du hast das Unmögliche versucht. Es konnte
gar nicht gelingen. Du bist ein Kaninchen und kannst deshalb kein Löwe werden.“ „Ich verstehe.“
Traurig ließ Hazel die Löffel hängen. „Wie dumm von mir.“ Karl Nickel schaute sie liebevoll an.
„Aber nein! Deine Sehnsucht, ein Löwe zu werden, zeigt dir, wohin dein Weg geht:
Du sollst ein starkes und mutiges Kaninchen werden, damit du das Leben führen kannst, das
du dir wünschst. Du kannst zwar kein Löwe werden, aber du kannst durchaus ein Löwenherz bekommen.“
Zweifelnd sah Hazel Karl an. „Mut, Selbstsicherheit und Stärke sind schließlich nicht
nur Eigenschaften eines Löwen.“ erklärte er. „Auch Kaninchen sind in der Lage, sie zu entfalten und
auf ihre eigene Art auszuleben.“ „Wie denn?“ „Ganz einfach: Sobald du vor etwas Angst hast, wagst du
genau das. Dadurch wird deine Angst auf die Dauer immer weniger und dein Herz wird jedes Mal ein
bisschen mehr zum Löwenherz.“ Hazel setzte sich auf die Hinterpfoten. In ihre Augen trat Glanz.
„Dann gibt es für mich ja doch noch Hoffnung. Ich werde ein Kaninchen mit einem Löwenherzen. “ „Eine
großartige Idee.“ sagte Karl Nickel mit leichtem Lächeln. „Und das Beste ist, dass die Mühe, die
du bisher investiert hast, letztlich nicht umsonst war. Etwas abgucken kann man sich von dem Auftritt
der Löwen nämlich durchaus.“ Hazel strahlte. „Oh, ich habe schon eine Idee, wie ich mein Löwenherz
entwickle. Gleich morgen organisiere ich eine Demo gegen Bauer Piepenbrink, der uns Kaninchen auf dem
Großmarkt ausbeutet.“ „Na, na, Hazel, übernimm dich nicht gleich. Fang lieber mit einem kleinen
Schritt an.“ „Hm, dann sage ich Persilo, dass mir sein Putzfimmel auf die Nerven geht.“ „Du
wirst schon das Richtige finden, davon bin ich überzeugt,“ sagte Karl Nickel aufmunternd. Mit
Schwung stand Hazel auf und umarmte ihn. „Danke, du hast mir sehr geholfen.“ Er war ein bisschen
verlegen. Schließlich fiel ihm nicht jeden Tag ein Kaninchen um den Hals. Karl Nickel begleitete
Hazel durch den verwinkelten Fuchsbau. Am Eingang angekommen räusperte er sich: „Ich würde mich
freuen, wenn wir in Verbindung bleiben. Ich möchte doch gerne sehen, zu was für einem Prachtkaninchen
du dich entfaltest.“ „Klar, ich melde mich.“ Karl öffnete die Tür. Mit wehenden Löffeln stürmte
Hazel hinaus. Nach ein paar Metern wandte sie sich noch einmal um und rief: „Du wirst noch staunen,
wie stark und mutig ich werde!“ Sie konnte nicht hören, dass Karl Nickel vor sich hinmurmelte:
„Der Schöpfer aller Tiere wünscht sich genau das von dir.“
ich hoffe die Geschichte hat Ihnen gefallen und Sie haben das Geheimnis dahinter längst
entschlüsselt und in diesem Sinne wünsche ich Ihnen wie immer alles Gute
