(Wann) Kommt Schnee? Im Januar Wetterumschwung von mild über Luftmassengrenze bis eisiger Nordlage!

Kai Zorn Wetter
20 Abonnenten
28.12.2024
Während sich sicherlich einige von uns hin und her rollen oder von Verdauungssperrziehergang zur nächsten Tafel gehen oder die Plätzchen reinstopfen,
stopfen die Wettermodelle ganz schöne Daten rein und da kommen ein paar spannende Sachen raus.
Und wir stellen uns die Frage, kommt der Schnee oder wann kommt der Schnee?
Grüße Sie und Grüße Euch!
Der Wolfi hat mir dieses Bild reingeschickt, ganz begeistert aus Mayrhofen in Tirol.
Über Nacht gab es hier von Heiligabend auf den ersten Weihnachtstag oder bis dahin nochmal 20 cm Neuschnee.
Hier ist alles tiefer Schnee, nochmal mit traumhaften Wintersportverhältnissen in den Alpen und teilweise auch in den Mittelgebirgen.
Aber die Frage ist ja, kommt Schnee zu uns runter?
Und bevor wir da einsteigen, mal ein kurzer Schwenk auf den Dezember, den Winter und dann die Kurve in die Wetterkarten.
Das ist der Dezember hier im Grün, den wir hinter uns haben, der ging in der ersten Hälfte einigermaßen moderat los,
brach dann nach oben aus, war extrem mild, kam jetzt runter und das ist die Vorhersage.
Und schaut Euch mal die Vorhersage für diesen Tag an, da soll die Mitteltemperatur bei knapp 4 Grad liegen
und jetzt wo ich das hier aufzeichne und abgespeichert habe, da lag die Mitteltemperatur bei 3 Grad.
Die wird jetzt noch ein bisschen weiter runter gehen, weil es ja eben schon kälter wird.
Das heißt, zu 100 Prozent passt das nicht, auch für denselben Tag, weil da einfach zu wenig der Kälte im Süden mit einberechnet wird
und zu hohe Temperaturen im Norden, da kommt das eben dabei raus.
Und ein Mittel, das mehr als 1 Grad abweicht, ist schon eine ganze Menge.
Und wenn wir jetzt das Ganze auf den meteorologischen Winter ziehen, vom 1. Dezember an,
da haben wir auch wieder das Grüne hinter uns und das Rappelnde vor uns.
Und da büxt zum Beispiel der Hauptlauf dann eher Anfang Januar sehr weit nach unten aus im Vergleich zum Mittel.
Und das wollen wir uns einfach mal anschauen.
Also genau das hier. Und da habe ich mir den 7. Januar rausgepickt.
Das ist das Mittel der Berechnungen für den 7. Januar.
Da verläuft die 552er genau über Deutschland, wir haben einen Bodenhoch über Spanien
und das ist nie gut, wenn da ein Bodenhoch liegt, dann haben wir einfach zu viel Westanmutung.
Und ein kräftiges Tief auf dem Atlantik. Das ist nicht bei Island, sondern das ist weiter draußen Richtung Westen.
Und dann haben wir noch einen Höhentief, teils auch die Andeutungen eines Bodentiefs,
und zwar über Skandinavien und den Baltikum.
Wir liegen dazwischen und das heißt, da gibt es milde Berechnungen logischerweise und kalte Berechnungen.
Und im Mittel käme das für den 7. Januar heraus und die Temperaturen in 1500 Meter Höhe,
so zwischen 0 und minus 5 Grad.
Das sind Läufe dabei, die sind total warm, in Anführungszeichen, unten werden sie kalt.
Und das sind Läufe dabei, die sind richtig kalt und würden auch Schnee bringen.
Und das ist eben das Mittel.
Und der Hauptlauf, der so weit nach unten ausgebüxt ist, das was wir gerade gesehen haben von heute früh,
vom amerikanischen GFS-Modell, würde das hoch auf den britischen Inseln platzieren.
Ein Tief hier über Nordwestrussland, Skandinavien, den Baltikum und nochmal über Italien.
Und wir hätten eine lupenreine Nordlage.
Und mit dieser Lage würde hochreichende maritime Kaltluft, die sehr feucht ist, von Norden gegen die Alpen geführt.
Mit Temperaturen von minus 8 bis minus 12 Grad in 1500 Meter Höhe, also um die minus 10 Grad.
Und da käme überall alles als Schnee runter.
Und an den Küsten hätte man auch Spaß.
Vor allem an der Ostsee hier mit dem sogenannten Lake-Effekt,
wo die relativ warme Luftmasse über dem Wasser, ganz tief unten am Boden über dem Wasser, sehr feucht ist.
Und dann kommt die Kaltluft drüber gezogen, mischt das Ganze auf.
Und an Binnenland würde es dann Schnee und Graupelschauer geben.
Und dann gehen wir mal auf den Vorlauf.
Nein, den nachfolgenden Lauf.
Den sogenannten Sechserlauf.
Der zeigt wieder das Tief, das wir auch besprochen haben, das für eine Luftmassengrenze sorgen würde.
Und wenn wir uns hier in der Linie denken, da wo überall der Knick drin ist,
da haben wir die Temperaturen entsprechend der Luftmassengrenze.
Da wäre es im Norden in lungernder Weise kalt.
Vorher wäre es kalt mit Schnee.
Dann käme großes Tauwetter bis in den Norden Deutschlands.
Und danach wird das wieder kalt werden.
Und der jetzt amtierende Zwölferlauf vom Abend hat letztendlich wieder die Lösung von den Frühstunden drin.
Wieder das Hoch bei den britischen Inseln.
Wieder diese Nordlage mit der minus 40 Grad Isotherme in 5,5 Kilometer Höhe.
Und der minus 10 Grad Isotherme in 1500 Meter Höhe.
Wäre ein bisschen, in Anführungszeichen, besser als der Nullerlauf,
weil dieses Hoch würde dann nachrücken und zumindest vorübergehend die Kälte konservieren,
ehe dann wieder mildere Luft kommt und dann erneut eine Nordlage.
Warum ist das so interessant?
Deswegen, nicht kurze Zeit später, ein Tag später am 8. Januar,
wären das die Höchstwerte, die wir laut Modell in Deutschland hätten,
an der Nordsee knapp über 0 Grad und im Süden Deutschlands nahe minus 10 Grad.
Tageswerte, wohlgemerkt.
Ja, wie wären denn die Nachtwerte?
Die wären so.
Da hätten wir im Norden minus 5 bis minus 10, in der Mitte minus 10 bis minus 20
und im Süden minus 20 bis um und unter minus 25 Grad.
Ja, das könnte der Januar machen.
Nur mit einer minus 10 Grad Isotherme.
Das ist nicht so wahnsinnig kalt.
Es gibt auch die minus 15er, die minus 20er, hat es alle schon gegeben.
Aber da reichen minus 10 Grad in 1500 Meter Höhe mit einer frischen Schneedecke,
aufklaren, unterhoch und dann hätten wir solche Minuswerte.
Und das wäre die Schneedecke dazu.
Da kriegt man, Stabatmung ist noch viel zu weit weg,
aber es ist irgendwie im Äther drin die nächste Zeit.
Da hätten wir fast überall eine Schneedecke, abgesehen hier vom Oderbruch.
Da wäre so gut wie gar nichts.
Und je weiter wir nach Westen und Süden kämen, desto mehr Schnee gäbe es
hier in den Alpen und im Südwesten Deutschlands mit enormen Schneehöhen.
In einer anderen grafischen Darstellung sähe das so aus.
Frankfurt an der Oder beispielsweise hätte keinen Schnee, Berlin ein bisschen Schnee.
Aber dafür würde in Köln mehr Schnee liegen und auch in Freiburg sogar richtig viel.
Also das sind ja nur Spielereien.
Und der Vorlauf, ihr erinnert euch, der mit der Luftmassengrenze
würde dem Norden Deutschlands viel Schnee bringen, vor allem Richtung Dänemark.
Und der Nullerlauf davor, der so kalt war, der nach unten ausgebüxt ist,
hätte das für den 7. Januar an Schneedecke.
Es ist also ein bisschen was dabei und im Spiel.
Nehmen wir den Kontrolllauf.
Es gibt ja den Hauptlauf, viele Einzelläufe und der Kontrolllauf.
Und der Kontrolllauf ist so der immanigäre Kollege.
Was hältst du davon?
Ja, tendenziell finde ich das gut.
Das wäre die Mischform aus dem Nuller- und dem Zwölberlauf.
Tiefdruck hier im Norden, Tiefdruck über Südosteuropa.
Und wir wären in dieser Kaltluftschüssel drin.
Und wenn da dann die milde Luft reingeführt werden würde,
eine 5b-ähnliche Wetterlage ist das letztendlich, tief, tief, tief,
dann wären das sehr ergiebige Schneefälle.
Und wenn dann die Kälte in der Folge käme,
das wäre schon mal ein ganz schön winterliches Brett,
was wir schon lange nicht mehr gehabt hätten.
Das ist in den Wettermodellen drin.
Und es ist schon längere Zeit drin, diese Lage.
Schauen wir mal hier auf das Beispiel des Ensembles für Hannover.
Das ist noch der sogenannte Sechserlauf,
weil der eben bis zum 10. Januar ging.
Als ich den Zwölber mir angeschaut habe, ging der nur bis zum 6. Januar.
Hier am Anfang ist jetzt völlig wurscht, wo wir das in Deutschland nehmen.
Die rote Linie ist das langjährige Mittel.
Die weiße Linie ist das Mittel aller Einzelberechnungen,
die wir in den verschiedenen Farben finden.
Je enger die liegen, desto sicherer ist die Wetterlage.
Je weiter sie auseinander klaffen,
desto unsicherer könnte aber eine ähnliche Wetterlage sein.
Und hier unten sind die Niederschlagssignale.
Und in Hannover stürzen die Temperaturen dann hier am 30. ab
und dann gehen sie noch weiter runter.
Und der Hauptlauf, der den Schnee bringen sollte,
der geht noch mal hoch und würde hier erst Anfang Januar mal runter gehen,
dann noch mal rauf, dann wieder runter.
Der volatiert viel rauf und runter.
Und schaut mal, wenn wir hier von ausgehen,
dann zum Beispiel Anfang Januar, Silvester, Neujahr,
5 Grad plus, die anderen Läufe sind bei unter minus 10 Grad.
Und das Mittel ist auch viel weiter unten.
Das heißt, da ist zum Jahreswechsel hin und dann Anfang Januar sehr, sehr viel im Busch.
Und das kann nicht unbedingt nur Schnee bedeuten,
sondern auch sehr viel Regen beispielsweise bei der Luftmassengrenze.
Wenn dann die Kälte käme, wird das alles wieder festfrieren
oder wir kriegen viel Schnee und dann den Regen.
Da könnte auch noch Hochwassergefahr dabei sein,
wenn diese Luftmassengrenze kommt.
Eine sehr spannende Wetterzeit, die uns der Anfang Januar bevorsteht.
Und dann bleibt die Temperaturkurve beim oder unterm langjährigen Mittel
mit Läufen, die nach oben ausbüchsen und Läufen, die einfach unten bleiben.
Das ist eine permanente Nordlage, ähnlich wie dann 1999 im Februar,
wo immer wieder Schneefallgebiete gegen die Alpen brettern,
aber dann ohne Regen, sondern nur Schnee.
Und dann sind ein paar sehr milde Läufe dabei.
Und wir schauen uns gleich den hier an, der ganz oben ist und den, der ganz unten ist.
Zuvor noch der Blick auf das europäische ECMWF-Modell ist genauso.
Hier gibt es auch einen Cluster, der geht runter und der will unten bleiben.
Der zieht hier die Linie durch.
Absolut winterliche Läufe und andere, die gehen dann wieder nach oben oder sie wechseln.
Und der große Niederschlagsblock hier, vorher ist der auch so,
aber da eben auch sehr stark ausgeprägt.
Das heißt, wir werden Anfang Januar zum Jahreswechsel
eine sehr niederschlagsreiche Wetterlage bekommen
mit der Option auf viel Regen und oder viel Schnee.
Teilweise gleichzeitig, teilweise abwechselnd.
Und das ist der mildeste Lauf, den wir dann zum Beispiel am 10. Januar hätten.
Und jetzt würden die, die sich damit überhaupt nicht auskennen,
sagen, ja, da kommt ein Wärmeberg, es wird total mild,
da gibt es dann wieder 10 Grad plus.
Das hier ist eine gesäßkalte Wetterlage.
Wenn wir zum Beispiel im Vorfeld so eine Lage hätten mit dem Schnee
und hätten dann überall Schneedecke und da war mal Kaltluft eingeflossen
und dann kommt so ein Ding, das wäre aber richtig kalt.
Wir hätten hier dieses Höhenhoch in 5,5 Kilometer Höhe über uns liegen
und auch das Bodenhoch mit Temperaturen von 5 bis 10 Grad in 1500 Meter Höhe.
Ein Deckel, ein Block.
In den 80er Jahren waren das die Smoglagen, wo es einfach keinen Wind mehr gab.
Unten war die Kälte und es hat sich da alles gesammelt.
Und die kälteste Lage ist in etwa genau die gleiche Lage,
die wir gerade besprochen haben, hoch auf dem Atlantik, tief im Osten.
Und von Norden käme hier die Kaltluft herangeflossen mit minus 10 bis minus 15 Grad in 1500 Meter Höhe.
Die Luftmasse könnte theoretisch kälter sein, aber sie ist erwärmt,
weil sie noch über das Meer kommt und entsprechend feucht und würde viel Schnee bringen.
Sagen wir es mal so, genießen wir rein wettermäßig noch die ruhige Zeit.
Die ist bald vorbei.
Einen schönen Abend und bis morgen.
